We are coming from different places but you will see: Love we'll reach our destination

von JKlove
GeschichteFantasy / P12
Florian David Fitz
22.01.2017
28.01.2018
30
34.499
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22.01.2017 1.131
 
“Welchen Film möchtest du denn sehen”, fragte mich Flo, der sich inzwischen vor dem Schrank seiner DVD- Sammlung platziert hatte und mich erwartungsvoll ansah. “Darf es auch ein Film mit dir sein?”
“Klar, wenn du möchtest.” Er schmunzelte.
Ich stellte mich neben ihn an den Schrank und beäugte seine DVDs genauer.
“ “Lügen und andere Wahrheiten” kenn ich noch gar nicht”, stellte ich fest und griff nach der DVD, um sie Florian zu überreichen. Als ich sie ihm in die Hände legte, berührten sich kurz unsere Finger. Ich erschauderte. Noch nie hatte ich auf den Körperkontakt eines Mannes auf diese Weise reagiert. Florian ging hinüber zum DVD- Player, in welchen er den Film legte und bedeutete mir kurz darauf, auf der Couch Platz zu nehmen. Ich setzte mich an den Rand, während er sich mit etwas Abstand neben mir niederließ.
Der Film gefiel mir wirklich gut. Er zeigte auf etwas komödiantische Art, wie sehr Menschen sich etwas vormachen können. Wie sie den Anschein gäben, dass sie eine perfekt Familie oder das perfekte Paar wären und sich sogar innerhalb der Familie etwas vorspielten. Florian als Yogalehrer hatte was. Ich bewunderte seine Ausgeglichenheit und Ruhe, die er in die Rolle legte.
Allerdings war es komisch, ihn mit anderen Frauen zusammen zu sehen.
Ach, Malia, was denkst du dir eigentlich? Ihr seid doch nicht mal zusammen. Der Gedanke ließ mich laut aufseufzen. Florian schaute mich fragend und mit
hochgezogener Augenbraue von der Seite an. Ich schob meinen Seufzer auf eine Stelle im Film und er hakte zum Glück nicht weiter nach.
Als der Film zu Ende war, kullerten mir doch tatsächlich einige Tränen die Wange hinunter. Mir tat die Frau irgendwie Leid, die sich die ganze Zeit etwas vorgemacht hatte und am Ende zu der Einsicht kommen musste, dass sie den Mann, mit dem sie seit vielen Jahren zusammenlebte, nicht liebte.
Umgekehrt tat mir der Mann aufgrund dieser Tatsache genauso Leid. Außerdem wurde er permanent mit den Vorwürfen seiner Frau konfrontiert, war er doch eigentlich unschuldig.
Florian bemerkte meine Tränen und rückte, ohne ein Wort zu verlieren, näher an mich heran, um in nächsten Moment seinen Arm um mich zu legen und mich in eine Umarmung zu ziehen.
“Hey, so schlimm war der Film doch gar nicht.”
“Ich weiß, aber manchmal bin ich echt nah am Wasser gebaut”, schluchzte ich.
Florian lachte leise.
“Ach man, wie peinlich. Jetzt heul’ ich doch tatsächlich vor dir.”
Ich schniefte kurz und musste jetzt auch ein wenig über mein Verhalten lachen.
“Das ist doch nicht schlimm. Ich find so was total süß.” Florian lächelte mich schräg an.
“Ernsthaft?”
“Ja, und jetzt hol ich dir aber erstmal ein Taschentuch.”
Er löste sich kurzerhand aus der Umarmung und verließ das Zimmer.
Nach nicht mal 10 Sekunden kam er wieder und hielt eine Taschentuchpackung in der Hand. Erneut setzte er sich neben mich und reicht mir diese. Ich holte ein Taschentuch raus und wischte mir damit die restlichen Tränen aus meinem Gesicht, bevor ich mir die Nase schnaubte.
“Danke.”
“Ist jetzt wieder alles gut?”, fragte mich Florian zögerlich. Ich nickte. “Ja, alles in Ordnung.”
“Gut, möchtest du noch etwas trinken?”
Ich blickte auf meine Armbanduhr. “Du, tut mir wirklich Leid, aber ich sollte mich allmählich wieder auf den Weg zum Hotel machen. Hanna wartet bestimmt schon auf mich.”
“Oh, na klar. Soll ich dich noch hinbringen”, fragte mich Florian höflich.
“Also, das ist wirklich nett von dir, aber ich will dir echt keine Umstände machen.”
“Ach, quatsch. So muss ich mir wenigstens keine Sorgen machen, dass dir auf dem Rückweg was passiert.”
Wie süß, er hatte wirklich Angst, dass mir etwas zustoßen würde. Ich musste unwillkürlich lächeln.
Wir zogen uns an, ehe wir mit Florians BMW durch die Straßen Münchens brausten.
Vorm Hotel angekommen, schnallte ich mich ab und wandte mich anschließend Florian zu.
“Danke, dass du mich hergebracht hast.”
“War doch selbstverständlich”, sagte er und warf mir eine liebevolles Lächeln zu.
Gerade als ich seinen Wagen verlassen wollte, hielt Flo mich am Handgelenk fest.
“Wann sehe ich dich wieder, Malia?”
Bei seiner Frage wurde mir ganz warm ums Herz und kurzzeitig musste ich mich daran erinnern, wie man atmete.
Florian schaute mich immer noch fragend an.
In seinen Augen lag leichte Panik und Verzweiflung.
“Ich weiß nicht genau, aber ein paar Tage bin ich ja noch hier”, beruhigte ich ihn.
Bei meinen Worten atmete er erleichtert aus.
Wahrscheinlich hatte er sich Sorgen gemacht, ob ich ihn überhaupt wiedersehen wollte. Erst jetzt löste er seinen Griff um mein Handgelenk.
“Gut, ich ruf dich an.”
“Okay.”
Als ich meine Hand erneut an den Innentürgriff legte, ergriff Florian nochmals mein Hand. Wir schauten uns tief in die Augen, bis er einige Augenblicke später ein “Bis bald, Malia” flüsterte und mich losließ.
Etwas benebelt stieg ich aus seinem Auto und ging die letzten paar Schritte bis zum Hotel.
Kurz bevor ich darin verschwand drehte ich mich noch mal zu Florian um und winkte ihm zum Abschied. Er warf mir einen letzten warmen Blick zu, ehe er den Motor seines BMWs startete und davon fuhr.
Natürlich war Hanna noch wach, als ich das Zimmer betrat und begann mich sofort
mit Fragen zu löchern, wie “ Wie war’s? Ist seine Wohnung groß?”, “Kann er gut kochen?” und “Habt ihr euch geküsst?”

Nachdem ich ihr ausführlich alles bis ins kleinste Detail beschrieben hatte, schien sie etwas enttäuscht zu sein.
“Und warum habt ihr euch jetzt nicht geküsst? Ich hab dir doch gesagt, du sollst nicht zu viel nachdenken.”
“Es hat sich eben nicht richtig ergeben und außerdem kennen wir uns erst seit ein paar Tagen.”
“Jaha, und du bist auch nur noch ein paar Tage hier. Also warte nicht zu lang.”
Sie versuchte noch einige Male, mich davon zu überzeugen, dass ich nichts zu verlieren hätte und ich jede Chance, die sich mir bietet, nutzen sollte.
Als ich ihr schließlich damit drohte, ihr nie wieder etwas aus meinem “Liebesleben”  
zu erzählen, gab sie endlich Ruhe.
Ich ging ins Bad, um mich abzuschminken und mir die Zähne zu putzen. Anschließend zog ich mir meinen Schlafanzug an und legte mich ins Bett.
Hanna war bereits nach wenigen Minuten eingeschlafen. Ich hingegen lag noch stundenlang wach und dachte über Florian und mich nach.
Wenn ich mein Herzklopfen richtig deutete, hatte ich bereits jetzt Gefühle für ihn entwickelt, die sich nicht länger leugnen ließen. Aber hatte das überhaupt alles einen Sinn mit uns?
Schließlich kam ich aber zu dem Entschluss, dass ich einfach die Zeit genießen sollte, die uns beiden blieb.
~I know it’ll kill me when it’s over. I don’t wannathink about it. Iwant you to love me now. I don’t know who’s gonna kiss you when I’m gone. So I’m gonna love you now, like it’s all I have.~
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