Der Schwur der Liebe

von cerisier
GeschichteDrama, Fantasy / P16 Slash
21.01.2017
14.08.2018
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Kapitel 37

„Und du bist dir sicher, dass ich nicht mitkommen sollte?“, fragte Manuel Michael skeptisch.
„Nein, das musst du nun wirklich nicht tun. Du hast mir gesagt, wie ich zu dem Restaurant finde und du hast mir auch Tipps gegeben. Nun liegt es an mir, mich zu beweisen“, gab Michael von sich und zog seine Jacke an.
„Mir ist irgendwie nicht ganz so wohl bei der Sache. Was ist, wenn du nicht mehr nach Hause findest“, Manuel konnte seine Sorge nicht verstecken. Natürlich war er froh, dass Michael alles selbst machen wollte, doch die Stadt war für ihn noch unbekannt.
„Manuel, ich war als Engel schon häufiger in dieser Stadt gewesen. Ich werde den Nachhauseweg schon finden. Und im Notfall habe ich immer noch dein altes Handy, indem du deine jetzige Nummer gespeichert hast. Mir kann gar nichts passieren“, versuchte Michael ihn zu beruhigen.
„Dann kann ich dir nur noch viel Glück wünschen, oder?“
„Danke“, mit diesen Worten verliess Michael die Wohnung.

Die Wegbeschreibung von Manuel war korrekt und so fand Michael das Restaurant ohne Mühe. Von aussen sah das Restaurant richtig niedlich aus, Michael mahlte sich schon aus mit Manuel einmal hier hin zu kommen.
Er wollte in Richtung des Einganges gehen, doch seine Beine hielten ihn zurück. Sie zitterten und Michael wusste nicht warum. Natürlich hatte er auch das flaue Gefühl im Magen bemerkt, doch er hatte es nicht beachtet. Nun wurde es zunehmend stärker, je näher er zur Eingangstür kam. Dies musste wohl die Nervosität sein, vor der Manuel ihn schon gewarnt hatte. Es war ein vollkommen neues Gefühl für Michael. Er wollte sich dort im Restaurant vorstellen, den Job kriegen, doch zugleich wollte er wieder nach Hause. Was sollte er Manuel sagen, wenn er den Job nicht erhielt? Was wäre, wenn die Leute im Restaurant ihn nicht mögen würden? Tausende Fragen machten sich in ihm breit und hielten ihn ab, in das Restaurant zu gehen.

Plötzlich riss ein Mann von innen die Tür auf und musterte Michael. Der Mann war hochgewachsen, hatte braune, kurze Haare und eine grosse Brille. Mit einem Grinsen betrachtete er Michael und dieser konnte ihn nur fragend anschauen.
„Du musst wohl Michael sein“, schrie der Mann ihn fast an, „mein Name ist Maximilian, wir haben am Telefon miteinander geredet.“
„Ja“, gab Michael einsilbig von sich. Dieser Typ hatte ihm gerade die Sprache verschlagen und er wusste nicht, wie er reagieren sollte.
„Dann komm mal rein. Zuerst gehen wir rasch in mein Büro“, Maximilian machte eine Handbewegung, die bedeutete, dass Michael ihm folgen sollte.

„Wie schon gesagt, mein Name lautet Maximilian aber alle nenne mich Max. Wir legen einen hohen Wert auf ein familiäres Verhältnis in unserem Restaurant Spandauer Inferno“, erklärte er, als die beiden in sein Büro schritten. Wieder mit einer Handbewegung zeigte er, dass sich Michael auf einen Stuhl vor dem Pult setzten sollte. Er tat wie geheissen und Max setzte sich gegenüber von ihm ans Pult.
„Also, du willst bei uns kellnern?“

Erleichtert verliess Michael wieder das Restaurant und schritt in die kühle Luft hinein. Er hatte gar nicht bemerkt, dass es schon so spät war, der Himmel verdunkelte sich gerade. Er wollte schnell zu Manuel nach Hause, um ihm alles zu erzählen, was er heute so erlebt hatte.
Aus diesem Grund, rannte er fast durch die ganze Stadt und dann auch später das Treppenhaus hoch. Manuel war so freundlich gewesen und hatte ihm den Ersatzschlüssel zur Wohnung überlassen, so hatte er nicht unten am Eingang klingeln müssen.

„Hallo, ich bin wieder zurück“, gab Michael von sich, als er durch die Tür trat und seine Jacke und Schuhe auszog. Keine Antwort kam. Verwirrt schritt er weiter, vielleicht war Manuel in seinem Aufnahmezimmer.
Plötzlich konnte er eine weibliche Stimme hören. Sie kam aus der Richtung der Küche. Mit schnellen Schritten ging er der Spur nach und tatsächlich, als er die Küche betrat, sass Manuel mit einer Frau am Küchentisch.
Als Manuel ihn bemerkte starrte er ihn vollkommen verblüfft an. Michael schaute verwirrt immer wieder Manuel und die Frau an. Diese betrachtete fragend Manuel. Es schien so, als wusste niemand in diesem Raum, was er sagen sollte.

„Ähm, Schatzi, willst du mich nicht deinem Freund vorstellen?“, gab die Frau nach einem Räuspern von sich. Bei dem Wort ‚Schatzi‘ starrte Michael schockiert die Frau an. Er wusste nicht was es war, doch am liebsten wäre er dieser Frau an den Hals gesprungen. Ein unglaublich brennendes Gefühl machte sich in ihm breit. Auch Manuel schien dies wohl bemerkt zu haben, denn er sprang förmlich auf und trat zwischen die beiden.
„Ja, natürlich. Michael, das ist meine Mutter“, er betonte das Wort ‚Mutter‘ extra stark, „Mom, das ist Michael. Er lebt hier für eine Weile, bis er wieder auf die Beine kommt.“ Erleichtert sah Manuel, wie sich das Gemüt von Michael wieder beruhigte. Im Innern fertigte er eine Notiz an, dass er Michael unbedingt das Gefühl von Eifersucht erklären musste.
Nun stand auch Manuels Mutter auf und streckte ihre Hand Michael entgegen.
„Es freut mich dich kennen zu lernen. Mein Name ist Beatrice, aber alle nenne mich Bea“, gab sie freundlich von sich.

Es dauerte nicht lange und alle hatten sich um den Tisch gesetzt. Immer wieder flogen Michaels Blicke zu Manuel und dann zu seiner Mutter, um zu vergleichen. Nun, da er von ihrer Verwandtschaft wusste, sah er sogar Dinge, die sie beide gleich hatten. Auch Manuels Mutter verfügte über unglaublich grüne Augen und auch die Haarfarbe war identisch.
„Also Manuel, etwas musst du mir noch erklären. Du bist extra von zu Hause ausgezogen, um alleine zu leben und dann hast du schon nach ein paar Wochen einen ‚Gast‘ bei dir?“, das Wort ‚Gast‘ betonte sie mit genauer Vorsicht. Manuel wusste genau, auf was sie hinaus wollte, und er spürte, wie er leicht errötete.
„Es war eher ein Zufall, dass Michael so schnell bei mir eingezogen ist...“, sprach Manuel wage.

Er hatte gar nie daran gedacht, was er genau seiner Mutter oder seiner ganzen Familie sagen sollte. Er konnte ihnen schlecht die Wahrheit gestehen, sie würden ihn nur für verrückt erklären.
Zudem wollte er vermeiden, dass seine Mutter glaubte, dass die beiden in einer Beziehung waren. Genau dies versuchte Manuel so kleinlich zu verhindern und da konnte seine Mutter nicht gerade helfen, wenn sie genau das dachte.
Schon vor langer Zeit hatte Manuel ihr gebeichtet, dass er mehr von Männern angezogen wurde und dies war auch nie ein Problem für sie gewesen. Für das war Manuel sehr froh, aber manchmal spürte er, dass sie sich wünschte, dass er mit einem anderen Menschen einfach glücklich wird.

Als Manuel seinen Gedanken hinterherging, richtete sich die Aufmerksamkeit von Bea auf Michael. Freundlich lächelte sie ihn an und er erwiderte es.
„Es tut mir leid, wenn ich dich gerade kränke, doch Manuel hat noch nie etwas von dir erzählt. Wie lange kennt ihr euch denn?“, fragte sie. Mit solch einer Frage hatte Michael nicht gerechnet. Hilfesuchend wendete er seinen Blick zu Manuel, auch dieser schien von dieser Frage überrascht zu sein.
„Ich... ähm... Manuel... und ich haben uns...“, gab Michael brüchig von sich. Auch er wusste genau, dass er nicht die Wahrheit sagen durfte. Es reichte schon, dass Manuel von der Existenz der Engel und Dämonen wusste.
„...letztes Jahr kennengelernt..., so war es, oder Michael?“, fiel Manuel ihm ins Wort und beantwortete so die Frage seiner Mutter.
„Ja, genau“, pflichtete ihm Michael bei, „in der Stadt war das gewesen, oder?“
„Genau, in diesem Gamer-Shop...“, log Manuel weiter.
„Sie mögen also auch diese Videospiele?“, fragte Bea weiter, die Reaktionen von den beiden machte sie leicht stutzig.
„Ja... Es ist eines meiner Hobbys... Neben dem Fernsehen“, gab Michael von sich. Ein Klatschen erklang und Michael sah, wie Manuel sich mit der flachen Hand ins Gesicht schlug.

„Interessante Hobbys hast du da...“, gab Bea von sich und widmete sich dann wieder ihrem Sohn, „es tut mir leid, wenn ich jetzt so direkt frage, aber seid ihr beiden zusammen?“ So rot hatte Michael Manuels Kopf noch nie gesehen.
„Nein, wir sind nicht zusammen. Wir sind nur Freunde“, stotterte Manuel und wich jedem Blick von Michael aus. Bei den Worten seines Freundes schmerzte wieder etwas in Michael. Wie gern hätte er es gehört, wenn Manuel gesagt hätte, dass sie zusammen seien. Doch er kannte Manuels Standpunkt, er musste sich damit begnügen und ihn zu nichts drängen.
„Hach, so ist es also. Es tut mir leid, wenn die Frage nicht so passend war. Eine Mutter will nur das Beste für ihr Kind“, sie schielte leicht auf ihre Armbanduhr, „huch, es ist schon so spät. Ich muss auch langsam wieder nach Hause. Es hat mich gefreut, dich kennen zu lernen, Michael.“

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Hey an alle ^^
Ich fand irgendwie, dass das letzte Kapitel so fad war... Aus diesem Grund lade ich dies hier noch hoch. Ich finde, dass kurze Zusammentreffen mit Manus Mutter ist sehr witzig und auch Max (HandOfBlood) als neue Figur in der Geschichte. xD (Keine Angst, er ist wirklich nur eine kleine Nebenfigur, die ich aus eigenem Spass eingebaut habe)
Ich hoffe, euch haben die zwei Kapitel gefallen. Ich würde mich riesig über eine Rückmeldung freuen. ^^
Ganz liebe Grüsse
cerisier <3
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