Der lange Weg zum Lachen

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Colonel Robert E. Hogan Hans Georg Schultz Hilda Oberst Wilhelm Klink OC (Own Character)
20.01.2017
04.02.2017
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Ein Hallo in die Runde!
Ich bin erst seit ganz kurzer Zeit EkvH-Fan (Mein Mann hat mich drauf gebracht und ich glaube, er bereut es jetzt schon...), habe auch bei Weitem noch nicht alle Folgen gesehen, aber ich habe mir eine eigene Geschichte zurechtgesponnen. Der liebe, gute Klink wird bei mir weniger durch den Kakao gezogen, sondern er muss - so fürchte ich - eher leiden.
In meiner Geschichte geht es um Verluste, Trauer, Solidarität, Treue und Freundschaft - und ich hoffe auch ganz bald wieder ums Lachen! :)

Natürlich hoffe ich auf eure Meinungen. Insbesondere, was die Charakterdarstellungen angeht! Auch, wenn ich mich bei einigem lieber am Original orientiere, wo nicht alle so durch den Kakao gezogen werden (das Komödiantische passt hier einfach irgendwie nicht so ganz rein...), so möchte ich mich doch möglichst nah an den Charakteren bewegen!
Ich versuche in regelmäßigen Abständen zu updaten!



Ein Käfig voller Helden
Der lange Weg zum Lachen

Prolog

Es schien ein ganz normaler Tag im deutschen Kriegsgefangenenlager Stalag 13 in der Nähe von Hammelburg zu werden: Leise und pulverartig rieselte der Schnee vom Himmel und bedeckte die Baracken und den Boden mit einer leichten, puderzuckerartgen Schicht. In den Baracken brannte bereits Licht und die Männer quälten sich zum morgendlichen Appell verschlafen aus den Betten.
„J-Jeden Mo-Mo-Morgen das Gl-leiche!“, murrte Newkirk und dieses Mal war nicht auszumachen, ob das Stottern an seinem normalen Sprachfehler lag oder an den Minusgraden, die vorherrschten.

Der Schnee und die dazu passenden eisigen Temperaturen ließen die Helden unruhig vom einen Fuß auf den anderen treten, um beim Morgenappell nicht komplett auszukühlen. Colonel Hogans Männer hielten sich vereinzelt die Hände vor den Mund und versuchten ihre Finger aufzuwärmen. Es war wirklich scheißkalt! - Und zu allem Überfluss ließ Klink offenbar heute auf sich warten.

„Achtung!“, Feldwebel Schultz' Stimme hallte durch die Stille des Morgens, trug nur bedauernswerterweise keinen Deut dazu bei, die Männer zum  Stillstand zu bewegen. Er jedoch ließ sich davon nicht beirren und ging wie gehabt laut zählend vom einen Ende ans andere; zufrieden und erleichtert grinsend, alle Gefangenen noch im Lager zu wissen.

Während er dies tat öffnete sich ruckartig die Tür zur Kommandantur und Klink trat zackig nach draußen, die Reitgerte wie gewohnt unter dem rechten Arm geklemmt.

Augenblicklich hob Schultz die Hand an den Kopf und salutierte mehr schlecht als recht mit einem lauten „Achtung! - Stillg'standen!“

„Schultz! Meldung!“

„Alle Gefangenen sind anwesend, Herr Kommandant!“

„Schön, schön...“, murmelte Klink grinsend vor sich hin und stieg gemächlichen Schrittes die zwei Stufen der Kommandantur hinunter. Zufrieden mit dem Kopf nickend ging er an den Gefangenen vorbei, die Hände auf dem Rücken verschränkt.

„Mein lieber Colonel Hogan“, begann er dann schließlich, als er vor dem dienstältesten Offizier Halt machte „mit Freude kann ich Ihnen berichten, dass Ihre Rotkreuz-Bestellung vollständig bewilligt wurde und  heute Nacht bei uns eingetroffen ist.“

„Na, wenn das mal keine gute Nachricht ist!“, erwiderte der Colonel, während er die Hände in seinen Hosentaschen vergrub. „Ein Grund zum Feiern, möcht' ich sagen!“ Er wandte sich seinen Männern zu, (und gestikulierte ein wenig, um alle zu einem kleinen Freudenapplaus anzuheizen) die allesamt hocherfreut waren. Das bedeutete für alle nicht nur ausreichend Brot, Käse und sonstige Nahrungsmittel für die kommende Woche, sondern auch Schnaps, Zigaretten und vielleicht sogar ein gutes Bier! - Man musste dem Kommandanten ja nicht unbedingt auf die Nase binden, dass sie mit Wein, geräuchertem Schinken und allerlei anderen Köstlichkeiten eigentlich bestens versorgt waren...

Klink jedoch nickte nur selbstgefällig und wandte sich wieder an Hogan, ehe er die Hacken zusammenschlug und auf dem Absatz kehrt machte.
„Dachte mir doch, dass es Anklang findet. Holen Sie die Päckchen heute Vormittag in meinem Büro ab.“

„Natürlich, Sir. - Sie können ja schon mal 'nen kleinen Cognac bereitstellen.“, feixte er. Der Lagerleiter stoppte mitten im Schritt und drehte sich langsam noch einmal um. Ein verschmitztes Grinsen zupfte an seinen Mundwinkeln.
„Wir werden sehen, Hogan...“
Ja, er war heute wirklich bester Laune. Seit Tagen schon verhielten sich die Gefangenen äußerst vorbildlich, hatten jüngst erst ihre Baracken auf Vordermann gebracht und auch die Versorgung war momentan so umfangreich, wie sie wohl sonst nur der Führer selbst genoss!

Bevor Klink jedoch wieder in seinem Büro verschwinden und Schultz die Männer zurück in die Baracken schicken konnte, raste ein Motorradkurier hupend auf das Haupttor zu.  
„Eilpost für Oberst Wilhelm Klink, Stalag 13!“, rief der Fahrer gegen den Wind an und drückte nochmals auf die Hupe.

„Nu machen Se schon auf da oben!“, befahl Klink der Wache ungehalten und hielt sich das rechte Ohr zu „Bevor wir hier alle noch 'n Tinnitus kriegen...“, murrte er.

Neugierig beobachteten die Männer, wie der Motorradfahrer ins Lager hineinfuhr und nur wenige Meter vor Klink stehen blieb, sofort abstieg und auf ihn zueilte.
„Heil Hitler!“, grüßte er atemlos und hob die rechte Hand. Die Linke hielt ihm einen grauen Umschlag entgegen.
„Ja, wie auch immer.“, erwiderte Klink nur gelangweilt und nahm dem Boten den Brief aus der Hand. Er runzelte die Stirn. Er erwartete keine Post.

„Schultz!“, rief er und zog seine Lederhandschuhe aus, da er nicht in der Lage war den Brief mit diesen an den Händen zu öffnen. Beinahe augenblicklich stand der Feldwebel neben ihm und hielt die Hand auf.
„Halten Sie mal.“
„Jawohl, Herr Kommandant.“

Neugierig schielte Schultz auf den kurzgefassten Inhalt des Briefes, kam allerdings gar nicht erst soweit, auch nur einen Satz zu überfliegen.

Colonel Hogan beobachtete die Situation ebenfalls mit Argusaugen. Was konnte so wichtig sein, dass Klink schon am frühen Morgen von einem Eilkurier aufgesucht wurde?

Und noch während er über diese Frage nachdachte, verlor Klink sämtliche Farbe im Gesicht. Das Erste, was fiel war das Monokel des Lagerleiters. Haltsuchend griff er nach Schultz' Arm, um es dem Monokel nicht gleichzutun. Sofort fing der beleibte Mann seinen Kommandanten und versuchte, ihn wieder einigermaßen aufzurichten.

„Schultz...“, krächzte Klink heiser und blinzelte orientierungslos. Schwarze Punkte tanzten vor seinen Augen und seine Beine schienen ihm den Dienst verweigern zu wollen.
„Herr Kommandant! - Ist alles -“

„Machen Sie... meinen Wagen. Muss nach... nach Dresden.“, hauchte er atemlos, die Augen weit aufgerissen, seine Hand in Schultz' Oberarm gekrallt, um nicht zu Boden zu gehen. Doch der Feldwebel stützte ihn sicher und hielt seinen Oberst aufrecht.
„Ja, aber Herr Kommandant, wollen's da nicht erstamal packen?“

„Keine Zeit. Mein Wagen. Sofort. Sie...Sie übernehmen das Kommando...bis...“ Klinks Hand fuhr zu seiner Stirn und rieb fassungslos darüber.

Schultz hatte verstanden und nickte nur stumm, denn, obwohl er nicht die hellste Kerze auf der Torte war, ahnte er, dass die Nachricht keine Gute gewesen sein musste. Mit festem Griff stützte er seinen Oberst und führte ihn am Ellenbogen ohne weitere Fragen direkt zu seinem Wagen.

Langsam flatterte das Papier gen Boden.

Colonel Hogar verfolgte das ganze mit einem Stirnrunzeln. Er verlagerte sein Gewicht vom einen Bein aufs andere und kreuzte die Arme vor der Brust, während er sich zu Newkirk herüberlehnte.
„Muss ja 'ne wirklich miese Nachricht gewesen sein.“ mutmaßte er und sah dem Oberst nach, wie er sich von Schultz geführt auf unsicheren Beinen von ihnen entfernte. „Der kippt ja gleich aus den Latschen.“
Newkirk nickte nur betroffen.

„Hey, Le Beau!“, flüsterte Hogan und deutete auf den noch immer im Schnee liegenden Brief. Le Beau verstand und nachdem alle beobachteten, wie Klinks schwarzer Wartburg (?) an ihnen vorbeisauste, flitzte der Franzose schnell ein paar Meter und las das schon leicht durchweichte Papier aus dem Schnee auf. Auch das Monokel nahm er an sich.

Wieder bei den anderen Männern angelangt, stelle er sich unauffällig zurück in die Reihe, denn Schultz war bereits auf dem Rückweg.
„So, die Herren, hier gibt’s nichts zu sehen. Gehen Sie wieder in Ihre Baracken! - Hopp, hopp!“, wies er die Gefangenen an und machte eine scheuchende Handbewegung.

Gespielt murrend leisteten die Männer dem Befehl Folge.

„Jetzt lesen Sie schon vor, mon Colonel!“, drängte Le Beau, nachdem er Hogan den Brief ausgehändigt hatte.

>> Sehr geehrter Herr Oberst W. Klink,

mit Bedauern teilen wir Ihnen mit, dass Ihr Sohn Gefreiter Heinrich Klink lebensbedrohlich verletzt wurde. Er befindet sich zur Zeit im Kriegsverletztenhospital der Stadt Dresden.
Fühlen Sie sich für eine Woche beurlaubt. Eine vorübergehende Vertretung ist bereits auf dem Weg zu Ihnen.
Es ist ernst.

In Anteilnahme,

General A. Burkhalter<<

Hogan sah von der Nachricht wieder auf.
„Scheiße.“

~*~*~*~

So... das war der Prolog... Ich hoffe, es hat euch gefallen!
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