Der Preis der Unsterblichkeit

von Wildcat
GeschichteThriller, Schmerz/Trost / P18
Duncan MacLeod Joseph "Joe" Dawson Methos Richie Ryan
20.01.2017
20.01.2017
12
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20.01.2017 1.328
 

Hi, hi,

Highlander ist für mich eine der Serien, die mich sehr berührt
haben, so ist der Zauber für mich auch nach 20 Jahren noch
ungebrochen.

Im letzten Jahr nahm ich mir meine alten FFs vor und habe sie
noch einmal komplett überarbeitet. Vielleicht findet sich unter
euch noch der eine oder andere Fan, dem ich damit eine Freude
bereiten kann.

Feedbacks sind mir herzlich willkommen.

Ich wünsche euch viel Spaß,
Wildcat


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Disclaimer: Alle Charaktere (außer die Zwillinge) sind Eigentum von Rysher-Entertainment. Ich verdiene kein
Geld mit der Geschichte, sie ist nur zum Spaß geschrieben.

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M
ethos hielt angespannt den Atem an. Die beiden Männer, die den Raum betraten, durften ihn nicht entdecken. Als er ihre Schritte vor wenigen Sekunden auf dem Gang hörte, war er schnell unter den Tisch geschlüpft. Er zupfte das grüne, blutdurchtränkte Tuch hektisch von innen zurecht. Es reichte von allen Seiten bis auf den fleckigen Boden herab, auf dem er nun hockte. Zu sehen war er jedenfalls nicht.

Die Männer wähnten sich allein hier. Sie hatten keinen Grund, den Raum nach Eindringlingen zu durchsuchen. Dennoch verharrte Methos in einer Lauerstellung, aus der er jederzeit aufspringen konnte, sollte es nötig sein. Er presste die Finger einer Hand fest auf den Boden. Die andere Hand fasste den Schwertgriff. Solange die Männer ihn nicht entdeckten, würde er nicht eingreifen. Das Risiko konnte er nicht eingehen.

Noch wusste er nicht, wie schwer das für ihn werden würde.

Über ihm, auf dem stählernen OP-Tisch mit Manschetten fixiert, lag sein Freund Duncan MacLeod. Seit zwei Wochen suchte Methos nach ihm, seit einer Woche vermutete er ihn in Schwierigkeiten, gerade eben hatte er entdeckt, wie recht er damit hatte.

Vor drei Wochen war Joe zu ihm gekommen. Sorgenvoll erzählte er, Duncan sei verschwunden. Zunächst reagierte Methos mit gespielter Empörung. Er spöttelte über den Beobachter, der wie ein Anfänger seinen Schützling aus den Augen verloren hatte. Er meinte gelassen, auch ein Duncan MacLeod habe ein Recht auf seine Privatsphäre, zumal er sicherlich mit Amanda unterwegs war. Für Methos war die Sache erledigt, doch Joe wirkte weiterhin beunruhigt.

Nur einige Tage später meldete Amanda sich bei Methos, um nach Duncan zu fragen. In diesem Augenblick kamen ihm die ersten Zweifel. Er versuchte, sie vor Amanda nicht zu zeigen. Souverän erklärte er, Duncan wisse genau, wie er untertauchen musste. Wenn er auf der Jagd nach wertvollen Antiquitäten sei, hielt ihn gwöhnlich nichts auf. Doch so ruhig, wie er vor Amanda scheinen wollte, fühlte er sich nach ihrem Anruf nicht mehr. Auch wenn Mac gut darin war, zu verschwinden, tat er das selten, ohne einen Hinweis zu hinterlassen.

Weitere Tage später fragte auch Richie nach Duncan. Nun war Methos’ Ungerührtheit endgültig dahin. Keiner seiner Freunde wusste etwas? Das sah Mac nicht ähnlich! Er stellte unverzüglich Nachforschungen an.  

Zuletzt hatte Joe ihn im Dojo in Seacouver gesehen. Er fing wieder an, Kurse zu leiten. Es machte nicht den Eindruck, als würde er das so schnell wieder aufgeben. Auch Richie bestätigte das. Er sollte demnächst wieder für die Buchhaltung einspringen.

Vor Ort befragte Methos einige grobschlächtige Sportler, die das Dojo erst am Abend verließen. Zwei Wochen zuvor, am Freitag um 21:30 Uhr, endete der letzte Kurs, den Duncan leitete, danach wurde er nicht mehr gesehen.

Also war Methos in die Wohnung über dem Dojo gegangen. Auf den ersten Blick kam ihm alles unauffällig vor, doch Methos sah zweimal hin. Er hoffte, Anhaltspunkte für eine freiwillige Abreise zu finden. Er fand Anhaltspunkte. Sie sprachen dagegen.

Zunächst war Duncans Terminkalender auf dem Tisch für die nächsten Wochen vollgeschrieben, was eine langfristig geplante Reise ausschloss. Weiterhin lagen reichlich Koffer auf dem Kleiderschrank, was auch eine spontane Reise unwahrscheinlich machte.

Eher beiläufig hatte Methos einen Haufen Wäsche vor der Waschmaschine registriert. Das wirkte unpassend in dieser spartanisch eingerichteten, komplett ordentlichen Wohnung. Er nahm eine Schicht Wäsche herunter; darunter versteckt lagen blutdurchtränkte Handtücher. Hastig zerknüllt blieben sie einem oberflächlichen Blick verborgen.

Im Badezimmer schlug ihm der Geruch von Bleiche entgegen. Zunächst ebenfalls nicht ungewöhnlich. In vielen amerikanischen Badezimmern roch es nach chlorhaltigen Putzmitteln. Bleiche fand jedoch nicht nur Verwendung zur Desinfektion, sondern wurde oft von Tatortreinigern zur Entfernung von Blutflecken genutzt.

Methos untersuchte Stellen, die nicht so einfach gesäubert werden konnten. Er wurde fündig. Überall dort, wo das Blut tief in das Material einziehen konnte, war es trotz aller Anstrengungen nicht restlos zu entfernen. So blieben die Blutspritzer am Holzrahmen der gründlich geräuberten Tür mehr oder weniger deutlich sichtbar. Auch in den Fugen des Fußbodens gab es blasse, braunrote Reste. Sie bildeten eine breite Spur, die von der Dusche zum Wandschrank gegenüber führte. Selbst eine verschwenderische Bearbeitung mit Bleiche konnte das nicht unsichbar machen.

In der Dusche entdeckte er noch zwei hastig, aber farblich nahezu unsichtbar abgedichtete Einschusslöcher in der Wand. Einer oberflächlichen Betrachtung hätten die Ausbesserungen vermutlich stand gehalten.

Der schmale Wandschrank gegenüber der Dusche war mannshoch. Auf der Innenseite der Tür, etwa in Brusthöhe, konnte Methos ganz schwach Pulverrückstände wahrnehmen. Der Schrank war leergeräumt, somit bot er Platz für einen schlanken Mann.

Methos setzte sich auf den Wannenrand. Er rekonstruierte die Vorfälle. Jemand kannte Duncans Trainignszeiten. Während des Trainings war er hinauf in die Wohnung geschlichen. Er hatte sich im Wandschrank versteckt und geschossen, als Duncan duschte. Auf diese Weise kamen die Spritzer auf den Türrahmen. Schwer verletzt wollte Duncan sich auf den Angreifer stürzen, doch dieser schoss noch weitere Male, dabei gerieten zwei Kugeln in die Wand. Duncan brach zusammen. Damit verteilte sich das Blut auf den Fliesen.

Konnte es ein Unterblicher gewesen sein? Unwahrscheinlich, Duncan hätte seine oder ihre Anwesenheit gesprürt, außerdem machte man sich nach einer Enthauptung nicht die Mühe, die Überreste zu beseitigen. Weiterhin hätte die folgende Energieübertragung das Badezimmer zerstört, wenn nicht sogar das ganze Dojo. Eine Enthauptung konnte Methos glücklicherweise ausschließen. Also blieb nur ein Streblicher, der Duncans vermeindliche Leiche mitgenommen hatte.

Die Erkenntnis beruhigte ihn nicht gerade. Kaum ein Sterblicher wusste um das Geheimnis der Unsterblichekeit. Die, die es wussten, gehörten entweder zu den Beobachtern oder waren Angehörige. Diese wiederum hatten keinen Grund einen Unsterblichen zu entführen.

Methos dachte kurz an den Arzt, der Duncan für einige Zeit in seinem Keller eingesperrt hatte, um ihn wie ein seltenes Tier zu erforschen. Er hatte Duncan unter Drogen gesetzt, um ihn gefangen zu halten, doch seine Macht hatte die Wirkung des Mittels stark herabgesetzt. Schließlich konnte er aus eigener Kraft entkommen. Dieser Arzt hatte keine Ahung, was die Unsterblichkeit bedeutete, er unterschätzte daher die Regenerationsfähigkeit. Letztlich war dies Duncans Chance zur Flucht gewesen.

Der Eindringling hier schien mehr zu wissen. Er hatte erst gar kein Betäubungsmittel eingesetzt, sondern gleich eine Schusswaffe. Nachdem er ihn getötet hatte, schaffte er ihn noch tot aus der Wohnung.

Hier im nächtlichen Seacouver scherte sich niemand darum, wenn ein Mann einen anderen mit sich schleifte. Es gab am Hafen genug Betrunkene, die sich gegenseitig stützten, da wäre das nicht weiter aufgefallen.

Es handelte sich also um eine gezielte Entführung. Jemand, der von der Unsterblichkeit wusste, der es vermutlich genau darauf abgesehen hatte. Das machte die Sache gefährlich.

Methos verließ das Dojo. Er suchte Joe auf, der sich zur Zeit ebenfalls in Seacouver aufhielt. Er gab einen knappen Bericht ab. Joe unterbrach ihn nicht.

Als Methos endete, hob er nachdenklich den Kopf. „Sieh dir an, was ich gefunden habe. Es passt zu dem was du erzählt hast. Ich muss sagen, ich habe derartiges befürchtet.“ Er hielt Methos einen USB Stick entgegen.

„Was ist das? Neue Einträge in den Akten?“

„Ja; es handelt sich dabei um neue medizinische Erkenntnisse über Unsterbliche. Seit dem Kampf zwischen MacLeod und Xavier wissen wir sicher, dass Amputaion eine Grenze eurer regenerativen Fähigkeit darstellt. Hier gibt es eine Untersuchung über im Knochen verankerte Fremdkörper. Wie kann die jemals während eines Kampfes getroffen worden sein? Auch die Erkenntnis, welche Hirnregion für euer Gegnergespür zuständig ist, kann nicht im Kampf erlangt worden sein.“ Joe machte eine kurze Pause. „Methos, es läuft etwas Schreckliches bei den Beobachtern und ich bin sicher, sie haben Mac.“

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