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Die Siegreichen Toten

Kurzbeschreibung
OneshotDrama, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
15.01.2017
15.01.2017
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864
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15.01.2017 864
 
Dieser OS ist Jul25 gewidmet, der über seinen Charakter Kasimir eine FF geschrieben hat. In einer Szene gedenkt er seiner Freundin, und ich habe mir gedacht, dass ich das auch mal aus einer anderen Sicht beschreiben könnte. Im übrigen bin ich auch Betaleserin für diese FF :D hier ist der Link Bei den Niederhöllen wo bin ich hier gelandet?
Vielleicht schat ja mal wer vorbei.


Viel spaß
Child of Atom

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Die siegreichen Toten


Das Ende war gekommen, hier an der Trollpforte würde der Schrecken ein für alle Mal enden. Sie selbst würde es beenden, hier und jetzt.

Atrima hatte sich ihrem Schicksal gestellt, dem Schicksal in Form des Schwarzen Borbarads, der Ausgeburt allen Bösen. Ihre Augen hatte sie zusammengekniffen, Siebenstreich glänzte in der Finsternis in ihren kleinen Händen. Die Zwergin war bereit, Aventurien vor dem Meister der Dämonen um jeden Preis zu beschützen, auch wenn der Preis ihr eigenes Leben sein sollte.
Sie trat vor ihre Freunde, einen, Sven, kannte sie seit Jahren. Wie überrascht sie gewesen war, als sie ihn wiedergesehen hatte, ihn, der der Träger des kühnen Tieres mit dem Krötensinn war. Sie würde ihre Freunde, Aventurien, ja die Schöpfung an sich würde sie beschützen. Mit erhobener Waffe und einem Kampfschrei stellte sich die Brillantzwergin dem Dämonenmeister. Es würde enden. Hier und jetzt...


~*~



Schmerz. Unerträglicher Schmerz durchfuhr ihren Körper, lähmte Atrimas Glieder und raubte ihr bisweilen die Sicht. Mit zitternder Hand tastete sie nach dem Bannschwert, das in ihrer Körpermitte stak und betastete die schwarze mit den dämonischen Schriftzeichen des Zhayad verzierten Klinge. Lägst war der Schlachtlärm in ihren Ohren nur noch ein Rauschen geblieben, der Regen fiel kaum merklich auf ihr Gesicht und mischte sich mit all dem Blut der Schlacht. Auch dem ihren.
Aus dem Augenwinkel sah sie wie der Dämonenmeister unter Svens Hieben zu Boden ging. Atrima selbst hatte, trotz ihrer geringen Größe, den entschiedenen Hieb gegen Borbarad führen können. Sie hatte es geschafft einen Streich gegen die vermaledeite Krone des Meisters zu führen und sie ihm nicht nur vom Haupt zu reißen, sondern sie auch noch zu zersplittern. Dass allerdings Siebenstreich bei jenem Schlag vergehen würde, hatte Atrima so überrascht, dass der Meister genug Zeit gehabt hatte, sich ihrer zu erwehren und ihr sein Bannschwert in den kleinen Körper zu rammen. Scheinbar spöttisch ragte die Klinge des Kurzschwerts über ihr auf, lachte ihr feist ins Gesicht und ließ Atrimas roten Lebenssaft in den schlammigen Boden sickern.
Noch ein Mal glitt ihr Blick zu Sven, und wieder zerriss es ihr das Herz, als sie auch ihn am Boden liegen sah. Voller Bitterkeit wanderten ihre Gedanken zu jenen ihrer Freunde, die mit ihr vor Jahren durch Aventurien gereist waren und Abenteuer bestanden hatten. Ihre Gedanken schweiften zu Kasimir, dem liebenswürdigen Hexer aus Nostria, der sie und ihre Freunde nach all den kämpferischen Auseinandersetzungen wieder zusammengeflickt hatte. Atrima erinnerte sich an die Dunkelheit von Umrazim, wo Kasimir in seiner Not seine magische Natur endgültig offenbart, und die Zwergin in ihrer Vermutung bestätigt hatte. Die beiden waren die besten Freunde gewesen, und jetzt fragte sich die Zwergin, was wohl aus ihrem Freund geworden sein mochte. Half er hier am Schlachtfeld, die Verwundeten zu versorgen, wie er es immer getan hatte? Oder hatte ihn Boron bereits zu sich geholt? Ein eisiger Schauer durchlief sie, als sie daran dachte, dass Kasimir das Opfer eines Nekromanten geworden sein konnte, und nun nie Ruhe finden würde… sie wollte diese düsteren Gedanken loswerden, doch konnte sie es nicht. Nicht nach allem, was sie in den letzten Jahren erlebt hatte, nach dem Schwarzen Schrecken, der Aventurien überrollt hatte. Tränen rollten der Zwergin über die dreckigen Wangen und hinterließen eine helle Spur auf ihrem Weg zum Boden. Der Sieg mochte vielleicht errungen sein, doch waren all ihre Freunde tot und die Welt, die sie liebte, war zerstört…

Und bald darauf erbarmte sich der Herr des ewigen Schlafes ihrer und führte sie in Angroschs Ewige Schmiede…


~*~



Die siegreichen Toten… Ja, siegreich waren sie damals an der Trollpforte gewesen, als die Sieben gegen den Dämonenmeister gekämpft hatten, doch überlebt hatten sie nicht. Nicht alle zumindest. Wieder sah Kasimir den dunklen, verseuchten Boden des Schlachtfeldes, die Gefallenen, und an jenem Wall hatte er sie damals gefunden. Ihr kleiner Körper inmitten des Drecks, aufgespießt von Borbarads Bannschwert, das Gesicht vor Schmerz verzerrt, die braungrünen Augen hatten entsetzt in die Leere gestarrt. Dieses Mal war sie wirklich in die Ewige Schmiede gegangen.
Kasimir kannte Atrima gut genug, um zu wissen, dass die Zwergin dem Sphärenschänder mutig entgegengetreten war, wie sie es auch schon damals bei dem gehörnten Dämon getan hatte. Zitternd vor Wut hatte Kasimir bei seiner Arbeit innegehalten und seiner langjährigen Freundin die Augen geschlossen…

Erst Tage später hatte er von seinem Freund Sven, der wie durch ein Wunder überlebt hatte, erfahren, dass sie die Götterklinge geführt und die Dämonenkrone zerstört hatte. Wenigstens war Atrima als wahre Heldin Aventuriens gestorben. Ein Gedanke, der ihm zumindest etwas Trost spenden konnte, auch wenn er das riesige Loch, das in seinem Herzen klaffte, nicht zu schließen vermochte...





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Bitte KEINE SPOILER zu der 7G-Kampagne, da ich alle Infos auch nur aus anderen Quellen habe und die Kampagne auch noch spielen möchte!
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