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Wenn das Licht erlischt, was bleibt dann übrig? (Arbeitstitel)

GeschichteDrama, Familie / P16 / Gen
Edith "Eddie" Janko Jameson "Jamie" Reagan OC (Own Charakter)
14.01.2017
14.01.2017
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14.01.2017 1.698
 
Eddie saß auf der Couch und dachte über die Vergangen 6 Wochen nach. Es war so viel passiert, zu viel für sechs Wochen, ihrer Meinung nach. In sechs Wochen hatte sie höchstens fünf Mal in ihrer eigenen Wohnung geschlafen. Und auch sonst war sie hier höchstens um sich neue Klamotten zu holen, obwohl sie ihre Wäsche eigentlich bei Jamie hätte waschen können, was sie auch nach der zweiten Woche tat. So war es für sie bequemer und musste nicht an zwei verschieden Orte die Wäsche waschen. Mit Emma war sie nur am ersten Tag hier gewesen, gemeinsam hatten sie aufgeräumt, sauber gemacht und abgewaschen. Danach war Eddie auch nicht mehr hier gewesen, weswegen alles noch so ordentlich aussah. Nun saß sie also auf ihrem eigenen Sofa, starrte ihre Fenster an und wartete. Etwas was sie miserabel konnte. Wie gerne wäre sie jetzt aufgesprungen, hätte ihre Schlüssel genommen und wäre wieder zu Jamie gefahren. Und wie gerne würde sie ihn anrufen, einfach nur um zu hören wie es ihm ging und ob das Haus noch steht, doch sie durfte nicht. Sie hatte ihm versprochen sich nicht um ihn und Emma Sorgen zu machen und mal einen Nachmittag für sich zu haben. Ja, was für eine wunderbare Idee. Sie hatte es ihm natürlich versprochen, versprochen nicht anzurufen, bei ihm vorbei zu fahren oder einen Nachbarn zu fragen, sie auf den Laufenden zu halten. In zwei Wochen würde er es ja auch alles selber machen müssen. Ein Nachmittag würde da ja noch harmlos sein.
Nervös sah Eddie irgendwann auf ihr Handy. Keine verpassten Anrufe oder Nachrichten. Ihr Blick blieb an ihrem Hintergrund hängen. Sie und Emma. Emma war ihrem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten, und auch von ihrem Verhalten ähnelte sie ihm sehr, nachdem was seine Geschwister ihr erzählt hatten.
„Erst um ein Treffen betteln und dann zu spät kommen. Dass ist Mal wieder typisch.“, sagte Eddie zu sich selbst, als ihr Handy vibrierte.
Kannst du heute Abend was zu essen mitbringen? Ist schneller als bestellen und liefern lassen. -J
Klar, das übliche? –E Antwortete Eddie. Kurz darauf kam auch schon ein Ja zurück. Lächelnd legte sie ihr Handy auf den Wohnzimmertisch, als sie auf dem Flur zwei Stimmen hörte.
„Bist du dir sicher, dass sie hier wohnt? Dass ist so unter ihrem Niveau.“
„Mom, ihr Wagen stand vor der Tür, ja ich bin mir sicher.“, antwortete die zweite Stimme.
„Es kann ja auch sein, …“
„Nein, kann es nicht. Siehst du, hier das Namensschild? Es sagt Janko!“, unterbrach die zweite Stimme wieder die erste und kurz darauf klopfte es an Eddies Haustür.
Eddie kannte beide Stimmen und wusste was gleich passieren. Also stand sie auf und ging zur Tür. Es klopfte zum zweiten Mal und Eddie öffnete die Tür. Vor ihr stand eine Frau Anfang fünfzig. Ihre Haare waren hellblond gefärbt, schon fast Wasserstoffblond. Und wie erwartet war viel zu sehr geschminkt. Neben der älteren Dame stand ein junges Mädchen, höchstens fünfzehn. Die blonden Haare fielen ihr über die Schultern.  
„Edith.“, sagte die ältere Frau und trat an Eddie vorbei in die Wohnung ein. Das Mädchen zuckte nur mit den Schultern und trat auch ein. Hinter den beiden schloss sie die Tür.
„Komm doch ruhig rein.“, meinte Eddie sarkastisch. Das Mädchen musste ein grinsen unterdrücken.
„So lebst du also? Und wer ist das?“ Die ältere Frau hatte ein Bild von Emma und Eddie auf Emmas Geburtstagsfeier entdeckt. Daneben stand auch noch ein Bild von Emma, Jamie und Eddie.
„Das geht dich nichts an.“, fauchte Eddie und nahm das Bild an sich.
„Ist das dein Freund? Und deine Tochter?“, fragte das Mädchen neugierig und sah sich das Bild mit Emma und Jamie genauer an.
„Alessia! Für dich gilt dasselbe.“
„Wieso? Ich will es doch nur wissen? Du erzählst uns doch nichts aus deinem Leben. Seit fast 8 Jahren!“, meinte Alessia wütend.
„Aus gutem Grund. Meine Entscheidungen werden doch eh nur kritisiert.“
„Alessia. Edith. Schluss damit. Ihr seid Erwachsen.“
„Ach ja, Mom? Dass letzte Mal als ich nachgesehen habe, war Alessia noch 15 und man ist erst mit 18 Erwachsen.“, erwiderte Eddie.
„Du weißt was ich meine, Edith. Ihr beiden seid keine kleinen Kinder mehr. Ihr solltet euch nicht mehr streiten, als wärt ihr drei Jahre alt.“
„Als ich drei war, war Alessia ja noch nicht mal geboren. Und nur weil wir nun älter sind, heißt es nicht, dass wir uns nicht mehr streiten. Ich kenne Geschwister, die sind älter sind als ich und sich immer noch wie Grundschulkinder streiten.“ Alle im Raum schwiegen. Eddie schien ihrer Mutter die Sprache verschlagen zu haben. „Also, was willst du hier?“
„Du hast dich über 7 Jahre nicht bei mir gemeldet. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht. Außerdem wollte ich etwas Wichtiges mit dir besprechen.“
„Und das wäre was?“, fragte Eddie genervt. „Hättest du mich dafür nicht anrufen können.“
„Sie wollte es dir persönlich sagen. Ich weiß es leider auch nicht, sonst hätte ich dich vorwarnen können.“
„Also, wie Alessia ja schon weiß, habe ich einen neuen Freund. Er ist Anwalt und, na ja, er wohnt in den Hamptons.“
„Und was willst du uns damit sagen?“, fragte Eddie. Ihr war es eigentlich egal. Mit ihrer Mutter hatte sie nichts mehr zu tun und falls diese einen auf Glückliche Familie machen wollte, so konnte sie ruhig wieder gehen.
„Genau, dass wissen wir alles schon.“, sagte Alessia.
„Tobias und ich haben uns verlobt und wir werden zusammen ziehen, zu ihm.“ Eddies Mutter strahlte ihre Töchter an. Diese sahen sich verdutzt an.
„Wie lange seid ihr zusammen? 3 Monate? Ist das nicht etwas früh?“, fragte Alessia erstaunt.
„Genau, und was ist mit Alessia? Wird sie mit euch ziehen?“
„Nein, sie kann in unserem Haus wohnen bleiben. Ich werde ihr Monatlich Geld überweisen, damit sie sich alles kaufen kann und Strom und so was will Tobias für sie bezahlen. Was regst du dich überhaupt darüber auf?“
„Was ich mich aufrege? Alessia ist 15. 15! Sie ist noch ein Kind. Du kannst kein Kind einfach alleine lassen. Außerdem weiß Dad davon? Er würde es bestimmt auch unverantwortlich von dir halten.“, schrie Eddie ihre Mutter an.
„Eddie, reg dich ab. Ich werde das schon schaffen. Keine Angst.“, versuchte Alessia Eddie zu beruhigen.
„Nein, wirst du nicht. Du wirst verzweifeln und niemand wird für dich da sein. Niemand.“ Nach einigen Sekunden, sprach Eddie weiter. „Oder du hast jemand der dich aufnimmt. Jemand, der schon Erwachsen ist und einen Haushalt führen kann.“
„Jemand wie du?“, fragte Alessia.
„Ich dachte eigentlich an eine unserer Cousinen, da müsstest du nicht so weit umziehen, aber mich habe ich nicht ausgeschlossen.“
„Kommt gar nicht in Frage. Du lebst in einem Zwei-Zimmer-Apartment und hast einen gefährlichen Job. Sowas würde ich niemals erlauben.“, schritt Eddies Mutter ein.
„Bitte Mom!“, flehte Alessia.
„Können wir es nicht wenigstens erst einmal ausprobieren? Ich könnte etwas Größeres für uns finden und Alessia könnte hier auf eine super Schule gehen.“
„Na gut, aber nur für eine Woche!“
„Eine Woche Mom? Wie soll ich so schnell eine neue Wohnung finden? Und Alessia muss sich doch erst einmal in ihrer neuen Klasse zurecht finden. Abgesehen davon, weiß ich nicht ob so schnell ein Platz an einer Schule für sie frei sein wird. 6 Monate.“
„Zwei Wochen, dann hast du mehr Zeit.“
„3 Monate. Bitte Mom.“ Alessia sah ihre Mutter mit Hundeaugen an.
„3 Wochen.“
„Das kann doch nicht dein Ernst sein, oder? 1 Monat“
„Na gut, 1 Monat, aber in genau einem Monat werde ich Alessia wieder abholden und mitnehmen, falls du hier immer noch wohnst oder sie nur auf der Warteliste irgendeiner Zweitklassigen Schule ist, oder ihr in irgendeinem dieser Schwarzen Viertel lebt.“ Eddies Mutter ging zur Tür, gefolgt von ihren Töchtern.
„Ja, oder in Chinatown oder unter der Brooklyn Bridge. Keine Angst. Wir sehen uns nächsten Monat.“, rief Eddie ihrer Mutter hinter her, die schon in Richtung Aufzüge ging.
Kaum war die Tür ins Schloss gefallen, umarmte Alessia ihre große Schwester. „Danke, dass du mich dort raus geholt hast.“
„Dank mir nicht zu früh. Nun gehen wir erst schauen, ob dir etwas aus meinem Kleiderschrank passt, sonst müssen wir noch einkaufen gehen und dann schauen wir ob wir eine bessere Unterkunft finden, als diese.“
Alessia folgte Eddie in ihr Schlafzimmer und sah dabei zu, wie Eddie ihren Kleiderschrank öffnete und einige Kleider und Blusen herausholte und sie auf ihr Bett legte. „Hast du nicht mehr? In deinem Kleiderschrank ist ja gähnende Leere.“
Alessia hatte Recht. Bis auf die drei Kleider und zwei Blusen, sowie vier T-Shirts und einer Hose war nicht wirklich was in Eddies Kleiderschrank. „Verdienst du wirklich so wenig?“
„Nein, aber das meiste habe ich woanders. Ich glaube aber, dass es besser wäre wenn wir dir was kaufen. Kannst du mir die Sporttasche geben, die auf dem Fußboden liegt. Dann muss ich die Sachen nicht noch länger hier lassen.“
Alessia gibt wortlos die Tasche Eddie und sie packt die Restlichen Sachen aus dem Kleiderschrank in die Tasche. Währenddessen geht Alessia in Eddies Badezimmer, nur um festzustellen, dass es hier noch leerer ist, als in Eddies Kleiderschrank. „Du, jemand hat dein Badezimmer leer geräumt. Du kannst glücklich sein, dass diese Person das Toilettenpapier hier gelassen hat.“, scherzte Alessia. Eddie steckte daraufhin ihren Kopf zur Tür rein.
„Ach das war nur ich. Ich bin kaum hier und habe alles woanders. Komm, wir müssen dir etwas zum Anziehen kaufen, ich kann dich morgen nicht so mitnehmen.“
„Was ist den Morgen?“, fragt Alessia, während sie Eddie aus ihrer Wohnung folgt. „Eddie, was ist Morgen?“, wiederholt Alessia ihre Frage, als sie bei Eddies Wagen ankommen.
„Das wirst du morgen sehen und nun steig ein.“ Eddie öffnete ihre Autotür, schmiss ihre Tasche auf den Rücksitz und stieg ein. Alessia setzte sich wortlos neben sie. Eigentlich wollte Eddie Alessia ihr von dem Sonntagsessen erzählen, entschied sich aber dagegen, da es so einfacher werden würde sie mit zu nehmen. Alessia war nie ein Familienmenschen, da war ein Vater, der schon sehr früh sich von ihrer Mutter getrennt hatte und sie daher kaum gesehen hatte, bevor er ins Gefängnis kam; eine Mutter, die Geld über ihre eigene Familie stellt; und eine ältere Schwester die einfach abgehauen ist und sich seitdem nicht mehr hat blicken lassen.
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