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Schwärzer als die Nacht

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P16 / Gen
Administrator Lorlen Hoher Lord Akkarin Takan
14.01.2017
10.02.2018
57
252.422
55
Alle Kapitel
270 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
21.01.2017 4.745
 
Hallo ihr Lieben, jetzt geht es richtig los mit dem ersten Kapitel. Vielen Dank für die zahlreichen Storyfavos und Empfehlungen, ich hoffe, dass die Geschichte eure Erwartungen nicht enttäuscht!

Herzlichen Dank auch an Chaos Chemikerin, Horizon und Screamdoh für ihre Reviews zum Prolog <3

Viel Spaß mit dem neuen Kapitel und ein schönes Winterwochenende :)



***



Kapitel 1 – Ein Echo von Abenteuer



Tell me do you remember
The games and the laughter
Far from the choices we’d have to make

(End Of Innocence, Star, Haven)



In seinem gesamten Leben hatte Akkarin sich noch nie so sehr gelangweilt. Nicht einmal der Unterricht in Heilkunst, den die strenge Lady Vinara ihm einst erteilt hatte, war so uninteressant gewesen. Selbst Alchemie hatte er mehr gemocht, wenn auch er Lord Margen gehasst hatte. Inzwischen war die eine das Oberhaupt der Heiler und der andere als sein Gegenkandidat aus der Wahl zum Hohen Lord ausgeschieden. Doch eines hatten sie beide gemeinsam.

Beide mussten nun ihm gehorchen.

Ah, wenn mich das doch für diese langwierigen Diskussionen der Magier entschädigen würde!

Doch nicht einmal seine Autorität konnte die Diskussionen frühzeitig beenden oder abschaffen.

Sich kaum merklich in seinem Sitz an der Spitze der Empore aufrichtend ließ Akkarin seinen Blick durch die Gildehalle schweifen. Die Reihen der Magier waren nur mäßig gefüllt. Außer zu wichtigen Themen kamen nur diejenigen zu einer Gildenversammlung, die sich für die Punkte auf der Tagesordnung interessierten. In einer Gruppe Heiler saß sein Freund Lorlen. Als ihre Blicke einander begegneten, schenkte er Akkarin ein gequältes Lächeln.

Er ist nur hier, weil ihn sein Pflichtbewusstsein dazu zwingt. Das war typisch für Lorlen. Immer korrekt und regelkonform, als könne er damit kompensieren, was er als Novize angestellt hatte. Doch im Gegensatz zu Akkarin gab er das nicht nur vor. Er lebte es.

Manchmal musste man die Regeln jedoch biegen. Und in manchen Situationen heiligte der Zweck die Mittel. So auch, als Akkarin entschieden hatte, gegen seinen Eid zu verstoßen und schwarze Magie zu erlernen. Er hatte nicht damit gerechnet, lange genug zu überleben, um sich dafür verantworten zu müssen. Es war ihm nur um Rache gegangen. Rache für fünf Jahre Gewalt, Folter und Unterdrückung. Und für Isara.

Nach seiner Rückkehr hatte er es nicht über sich bringen können, der Gilde sein Vergehen zu gestehen. Er bezweifelte, dass er der Hinrichtung entkommen wäre, hätte er ihnen die ganze Geschichte erzählt. Das war die damit verbundene Scham nicht wert. Allein deswegen war es ein Fehler gewesen, die Wahl zum Hohen Lord anzunehmen. Aber Akkarin war nicht so naiv zu glauben, dass Kariko nicht auf Rache für den Tod seines Bruders sinnen würde. In seiner jetzigen Position hatte er bessere Möglichkeiten, die Gilde vor dem Fehler seines Lebens zu schützen, denn als einfacher Gildenmagier.

Und deswegen hatte er auch mit dem Schwur, den er sich bei seiner Rückkehr gegeben hatte, gebrochen und praktizierte weiterhin schwarze Magie.

Die Magie, die Ihr von Meister Dakova und den Sklaven genommen habt, ist nahezu aufgebraucht, hatte Takan mit seiner beharrlichen Sturheit gesagt, kaum dass Akkarin die Residenz bezogen hatte. Wenn Kariko angreift, könnte es bereits zu spät sein. Ersetzt zumindest das, was Ihr bei Eurer Wahl zum Hohen Lord verloren habt.

Widerwillig und nur nach einer hitzigen Diskussion hatte Akkarin seinem einstigen Leidensgenossen nachgegeben. Takans Worte hatte ihm bewusstgemacht, dass sich die Magier wundern würden, wohin die Stärke, die er gegen Balkans Krieger in der Arena gezeigt hatte, verschwunden war. Seit jenem Streit stärkte er sich täglich an seinem Diener, jedoch nicht über das Maß hinaus, mit dem er im Sommer in die Gilde zurückgekehrt war.

Insgeheim hoffte er, es würde niemals dazu kommen, dass er wieder mit schwarzer Magie töten musste.

Seine Müdigkeit mit ein wenig Magie vertreibend versuchte Akkarin, Aufmerksamkeit zu heucheln. Er hatte die halbe Nacht Bücher in Kisten gepackt, in der Hoffnung, müde zu werden und seinen unterbrochenen Schlaf ohne weitere unerfreuliche Träume fortsetzen zu können. Dann hatte er Lord Lorens Brief in dieser alten Chronik gefunden und anschließend war an Schlaf nicht mehr zu denken gewesen. Als Takan mit dem Frühstück gekommen war, hatte Akkarin vorgegeben, früh aufgestanden zu sein. Genau genommen war das nicht einmal eine Lüge.

Auch jetzt war es leichter, über den Inhalt des Briefes und die Bedeutung dessen nachzudenken, als der Diskussion zu lauschen. Und es war alle Mal besser, als an seinen Traum zu denken.

Und an Isara.

Was auch immer Lord Loren sich bei diesem Brief gedacht hat, er ergibt keinen Sinn, dachte Akkarin nicht zum ersten Mal an diesem Tag. Würde er nicht vermuten, dass der Mann, der einst das Universitätsgebäude konstruiert hatte, von schwarzer Magie sprach, so hätte er die Zeilen für einen schlechten Scherz gehalten.

Entweder ich komme nicht auf die Lösung, weil ich übernächtigt bin, oder die Anweisungen sind unvollständig. Letzteres würde bedeuten, dass in den Büchern weitere Nachrichten dieser Art versteckt waren. Aber hätte Lord Loren dies dann nicht in diesem Brief angedeutet?

„Lord Davin, was genau erhofft Ihr Euch von dieser Wetterforschung?“, riss ihr eine irritierte Stimme zwei Reihen unter ihm aus seinen Gedanken. „Mir erschließt sich nicht, wie ein derart nicht-deterministisches Phänomen, wie das Wetter, eine Frage der Alchemie sein soll. Für mich klingt das vielmehr nach einer Verschwendung von Forschungsgeldern.“

„Ich vertrete die Theorie, dass das Wetter sogar hoch deterministisch ist, Lord Peakin“, antwortete der Alchemist, der vor der Empore stand. „Es folgt jedoch einem sehr komplizierten Muster, das es zu entschlüsseln gilt, damit zuverlässige Vorhersagen überhaupt möglich sind.“

Obwohl Akkarin von seinem Sitz aus nur den Hinterkopf des Leiters der alchemistischen Studien sehen konnte, konnte er sich bildhaft vorstellen, wie dieser die Augen verdrehte. „Dann beweist dies und tragt Euren Antrag anschließend erneut vor.“

Unsensibel und nicht aufgeschlossen, dachte Akkarin, während Davin mit hängenden Schultern zurück zu seinem Platz schritt. Es war typisch für Peakin sich gegenüber neuen und vielversprechenden Ideen zu versperren. Er hatte jedoch auch ein Argument: Die Gilde sollte ihre Gelder nicht in eine Forschung, deren Sinnhaftigkeit ungewiss, wenn schon nicht zwingend notwendig, war, investieren.

Akkarin wäre nicht zu der Gildenversammlung gekommen, hätte er sich nicht aus seinem eigenen Haus vertrieben gefühlt. Seit Wochen wimmelte es in der Residenz tagsüber von Arbeitern und zwei auf innere Architektur spezialisierte Alchemisten, die mit beeindruckender Unterwürfigkeit damit beschäftigt waren, seine Renovierungswünsche in die Tat umzusetzen.

Da war ihm die Gildenversammlung eine willkommene Abwechslung erschienen. Bis jetzt waren außer den drögen Berichten des Rektors, der Studienleiter und der Oberhäupter der Disziplinen jedoch nur Belanglosigkeiten diskutiert worden.

Waren die wenigen Gildenversammlungen, an denen er kurz nach seinem Abschluss teilgenommen hatte, wirklich interessanter gewesen? Oder war ihm das nur so vorgekommen, weil er damals noch nicht gewusst hatte, was er heute wusste?

„Gibt es weitere Anliegen?“, fragte Administrator Darrelan auf dem Sitz unter ihm.

Als sich niemand zu Wort meldete, schlug Darrelan auf einen kleinen Gong. „Damit erkläre ich die heutige Versammlung für beendet.“ Akkarin glaubte, Erleichterung aus seiner Stimme zu hören. „Ich wünsche allen ein angenehmes Wochenende.“

Roben raschelten, als mehrere Dutzend Magier sich von ihren Sitzen erhoben, das Tappen ihrer Stiefel erfüllte die Halle, als sie durch die großen Doppeltüren nach draußen strömten. Auch Akkarin erhob sich und stieg die Empore hinab und beeilte sich, die Gildehalle zu verlassen.

„Hoher Lord!“

Akkarin fuhr herum, als er die vertraute Stimme erkannte. Lorlen hatte sich aus der Gruppe der Heiler gelöst und hielt auf ihn zu.

„Lord Lorlen“, sagte Akkarin, sich ein unwillkürliches Lächeln ob der Förmlichkeit verkneifend. „Was kann ich für Euch tun?“

Sein Freund widerstand nur knapp dem Drang, die Augen zu verdrehen. „Sehen wir uns nachher im Abendsaal?“, fragte er. „Oder musst du wieder in den Palast?“

„Heute nicht.“ Akkarin verspürte keinen Drang, in den Abendsaal zu gehen und sich erneut unter all diese Magier mit ihren belanglosen Sorgen und Ängsten zu mischen, die in ihrer beschaulichen Welt für sie so unglaublich dringlich waren. Ohne Einladung des Königs gingen ihm jedoch die Ausreden aus, zumal Lorlen wusste, dass er sich in seinen eigenen Räumlichkeiten im Augenblick nicht heimisch fühlte.

Die Enttäuschung in den Augen seines Freundes bemerkend, ahnte Akkarin, es war an der Zeit nachzugeben. In den letzten Wochen hatte er zu oft abgelehnt. „Ich komme später nach“, sagte er daher.

„Ich freue mich darauf.“

Akkarin rang sich ein Lächeln ab. „Doch nun entschuldige mich. Ich muss nachsehen, was Tekin und Celano mit meiner Residenz angestellt haben.“

Lorlen lächelte wissend. „Dann solltest du das besser tun. Bis später.“

Sich die Erwiderung sparend, verließ Akkarin die Gildehalle. Nur wenige Magier begegneten ihm auf dem Weg nach draußen und die Novizen hatten erfreulicherweise gerade Unterricht.

Einen tiefen Atemzug nehmend trat Akkarin durch das Eingangsportal der Universität und schritt die Stufen hinab. Nach der stickigen Luft in der Gildehalle hieß er die spätherbstliche Kälte, die sich mit ihren klammen Fingern durch seine Roben bis auf seine Haut vorarbeitete, willkommen. Das triste Grau des Nachmittagshimmels verhieß eine vorzeitige Dämmerung und vermischte sich mit seiner Melancholie, bis das Gefühl in jede Faser seines Körpers ausfüllte und in Harmonie mit seiner Stimmung schwang.

Irgendwie hatte er angefangen, diese wolkenverhangenen Tage zu mögen. Denn auch für ihn würde niemals wieder eine Sonne scheinen.

Lord Tekin und Lord Celano erwarteten ihn in der frisch umgebauten Empfangshalle seiner Residenz. Wo am Morgen noch Chaos geherrscht hatte, fand Akkarin sich nun in einem kleinen und beschaulichen Raum wieder, der eher zu einem gemütlichen Beisammensitzen, denn zu einer großen Partygesellschaft einlud. Es hieß, die früheren Oberhäupter der Gilde hatten hier um ihre Gäste zu unterhalten zu besonderen Anlässen teils ausschweifende Feste gefeiert. Die frei im Raum schwebenden Treppen waren nun hinter Türen verborgen und jenseits der Empfangshalle befand sich jetzt ein Wohnzimmer, das Akkarin so zu gestalten gedachte, dass es ebenfalls nicht zum Feiern einlud.

„Eure Bibliothek ist nun bereit, eingerichtet zu werden“, teilte Lord Tekin ihm mit. „Die Regale wurden vor zwei Stunden geliefert und werden gerade aufgebaut.“

„Ich danke Euch, Lord Tekin“, erwiderte Akkarin. „Wann könnt Ihr mit dem Umbau der übrigen Räume im Erdgeschoss beginnen?“

„In der kommenden Woche.“ Tekin zögerte. „Wünscht Ihr, dass wir Euch Eure neue Bibliothek zeigen?“

„Nein, danke.“ Akkarin nickte den beiden Alchemisten zu. „Einen guten Tag noch, Lord Tekin, Lord Celano.“

Nachdem Akkarin seine neue Bibliothek inspiziert hatte, stieg er hinab in den Kellerraum. Die Aufschriften auf den Kisten lesend, wählte er zwei Stück aus, hob er sie mit Magie empor und levitierte sie über zwei Stockwerke zu ihrem neuen Bestimmungsort, wo der Schreinermeister der Gilde mit seinen Gehilfen gerade das letzte Regal aufbaute.

In der alten Bibliothek, die im Keller und viel zu klein für den Bestand seines Vorgängers gewesen war, hatten die Bücher in Zweier- und Dreierreihen in den Regalen gestanden. Bei seiner Planung hatte Akkarin das mit einbezogen und vorab festgelegt, wie die Bücher künftig einsortiert werden sollten. Zu diesem Zweck hatte er drei Gästezimmer zu einem Raum umkonstruieren lassen. Das vierte Gästezimmer war einem großzügigen Speisezimmer zum Opfer gefallen, während Akkarin das Schlafzimmer und das Zimmer für Novizen nur in seiner Einrichtung hatte erneuern lassen.

Einen Novizen, den ich niemals erwählen werde … Dass der Hohe Lord die Ausbildung eines Novizen überwachte, galt als große Ehre. Mit dem Sonderstatus des Novizen waren jedoch auch hohe Erwartungen verknüpft. Nicht wenige Novizen träumten dennoch davon, dass das Oberhaupt der Gilde sie wählte. So auch Akkarin einst.

Die Vorstellung, sich selbst eines Novizen anzunehmen, war indes reichlich absurd. Akkarin wollte nichts, als hier in Frieden leben. Und dabei konnte er keinen neugierigen Halbwüchsigen brauchen, der in seinen Angelegenheiten schnüffelte.

Die Männer am anderen Ende des Raumes nach Möglichkeit ignorierend tauchte Akkarin zwischen zwei Regalen ein, wo er die Kisten abstellte. Dann ließ er die Bücher aus den Kisten schweben, durchsuchte sie nach versteckten Nachrichten und sortierte sie in das Regal, das er für die Chroniken der Gilde vorgesehen hatte.

Doch so sehr er auch suchte, er fand weder einen zweiten Brief noch andere verstecke Informationen, die ihm mit seinem Fund in der vergangenen Nacht weiterhalfen.


***


Die Dämmerung hatte sich wie eine schwere Decke aus Grau und Kälte über das Gelände der Gilde gelegt, als Akkarin in einem frischbezogenen Sessel seiner Bibliothek noch immer über den Inhalt des Briefes grübelte. Nur mit Mühe hatte er sich davon abhalten können, den Schreinermeister und seine Gehilfen seines Hauses zu verweisen. Er fühlte sich durch ihre Präsenzen gestört, sie waren lästige, wenn auch notwendige Eindringlinge in seine Privatsphäre. Das Wissen um ihre Anwesenheit hinderte ihn daran, sich der Lösung seines Rätsels zu widmen. Er war erleichtert, als sie endlich das letzte Regal in seiner Bibliothek aufgestellt hatten und sich verabschiedeten.

Wie ist der Brief in dieses Buch geraten?, fragte Akkarin sich, während seine Finger die feinen Muster der Sumitasse in seinen Händen abtasteten. Und wieso war er in Vergessenheit geraten? Hatte sein Vorgänger davon gewusst? Nein, dachte Akkarin dann, als er sich daran erinnerte, dass das Buch gut versteckt in einer der hinteren Reihen eines Regals mit Büchern beliebiger Genres gestanden hatte. Das ist unwahrscheinlich. Sarrayan hatte in absoluter Unwissenheit darüber gelebt, was sich in seiner Bibliothek verbarg.

„Meister?“

Einen inzwischen vertrauten Stich verspürend fuhr Akkarin hoch.

„Was ist Takan?“

„Ist alles in Ordnung?“

„Ich denke nach.“

„Sitzt Ihr deswegen im Dunkeln?“

Eine Lichtkugel schaffend, wandte Akkarin sich um. Sein Diener stand mitten im Raum, ein Tablett mit einer dampfenden Tasse Sumi und etwas Gebäck – zweifelsohne selbstgebacken – unschlüssig in seinen Händen haltend. Seine Miene drückte offenkundige Besorgnis aus.

„Ich habe eine interessante Entdeckung gemacht.“

„Was für eine Entdeckung?“

Akkarin wies auf den kleinen Tisch neben seinem Sessel. „Stell das Tablett dort ab und dann setz dich.“

Takan gehorchte verwirrt.

„Oder brennt sonst das Abendessen an?“

„Nein, Meister. Ich finde nur …“

„ … es ist nicht angemessen, ich weiß“, beendete Akkarin den Satz für ihn. „Doch ich betrachte dich als meinen einzigen Verbündeten. Und“, er blickte Takan über den Rand seiner Tasse hinweg an, „als Freund.“

Takans Wangen färbten sich rosa und er sah zu Boden. „Ich stehe in Eurer Schuld, Meister.“

Akkarin winkte ab. „Vergessen wir das.“

Auch wenn er Takans Beweggründe für sein Verhalten verstand, missfielen sie ihm. Er wollte nicht, dass es so zwischen ihnen war. Doch auf Grund lebenslanger Gewohnheiten, kulturellbedingter Traditionen und einem nicht zu ignorierenden Maß an Sturheit beharrte Takan auf einem Machtgefälle zwischen ihnen. Akkarin ahnte indes, dass mehr dahinter steckte. Takan sah irgendetwas in ihm, dass dazu führte, dass er darin Akkarin zu dienen seine Erfüllung sah – etwas, das er unter Dakova nie empfunden hatte. Vielleicht empfand er nur so, weil sie so etwas wie Freunde gewesen waren. Hätte Akkarin ihm verboten, dieses Prinzip der Erfüllung zu leben, nach dem alle Sklaven strebten, so hätte er sich als grausamer empfunden, als wenn er Takan seinen Willen ließ. Denn damit wäre er ein Stück mehr zu dem Monster geworden, das er in Sachaka getötet hatte.

Nichtsdestotrotz beschämte Akkarin die Ergebenheit, die sein einstiger Leidensgenosse ihm entgegenbrachte. Es fühlte sich falsch an und er fand nicht, dass er sie verdient hatte. Und es konfrontierte ihn Tag für Tag mit einer Vergangenheit, die er lieber vergessen hätte, aber nicht vergessen konnte, weil er Takans Wünsche respektieren musste.

Er reichte Takan den Brief. „Was hältst du davon?“

Während sein Diener den Brief las, beobachtete Akkarin ihn genau. Takans Stirn hatte sich in tiefe Falten gelegt, die nicht nur daher rührten, dass seine Kenntnisse im Lesen noch nicht vollständig ausgereift waren. „Ist es das, wofür ich es halte?“, fragte Takan schließlich.

„Dessen bin ich gewiss.“

„Demnach hat also ein Gildenmagier vorausgesehen, dass die Gilde eines Tages wieder höhere … schwarze Magie einsetzen könnte“, folgerte Takan.

„Richtig.“

„Und das Wissen darüber versteckt?“

„Richtig. Ich gehe davon aus, dass der ’Schatz’ eine Anleitung ist, wie man schwarze Magie praktiziert.“

Takan runzelte die Stirn. „Seid Ihr sicher, dass Euer Vorgänger einen solchen Schatz nicht gehütet hat?“

„Dann hätte ich ihn bereits bei meinem Einzug gefunden.“

„Aber was meint dieser Magier mit ’unter der Universität begraben’? Wurde er verbuddelt, wie ein Schatz in einem Märchen?“

„Nein“, antwortete Akkarin spürend, wie ein Lächeln an seinen Mundwinkeln zerrte. Takan und seine Märchen. „Unter der Universität gibt es geheime Tunnel. Sie sind für Novizen und Magier gleichsam verboten. Aber es gibt sie. Ich wette, dieses Wissen ist dort versteckt.“

Takans Augen leuchteten auf. „Also werdet Ihr danach suchen?“

„Ja“, antwortete Akkarin. Ein leises Echo seiner einstigen Abenteuerlust begann sich in ihm zu regen. „Was immer es auch ist, es sollte von jemandem gehütet werden, der sich der Verantwortung und der Risiken bewusst ist.“

Und heute Nacht würde er sich auf die Suche machen.


***


„Das Abendmahl ist fertig, Meister“, erklang Takans Stimme von der Tür.

Akkarin löste sich von der Betrachtung der Regale und Vitrinen aus Nachtholz, mit deren Befüllung er sich nach seiner Entscheidung, Lord Lorens prophezeiten ’Schatz’ nach dem Abendessen zu suchen, die Wartezeit auf Selbiges vertrieben hatte. Die Fassaden seiner neuen Möbel waren ohne kunstvolle Schnitzereien angefertigt worden – ganz so, wie er es gewünscht hatte. Verglichen mit Sarrayans protziger Einrichtung strahlten sie eine schlichte Eleganz aus, die Akkarin gefiel.

„Danke, Takan“, sagte er.

„Ihr müsst die Bibliothek nicht selbst einräumen. Das kann ich für Euch tun.“

„Du hast bereits mehr Arbeit, als ich bereit bin, dir zuzumuten.“

„Ich bin harte Arbeit gewohnt“, entgegnete Takan mit seiner unverbesserlichen Sturheit. „Unter Meister Dakova habe ich sehr viel härter gearbeitet.“

Sich an den sensiblen Koch erinnernd, der es nicht übers Herz gebracht hatte, einen Rassook zu schlachten und der mit dem Tragen von zwei Enka-Ferkeln überfordert gewesen war, schüttelte Akkarin den Kopf. „Es ist eine Arbeit, die ich lieber selbst erledige“, sagte er. „Ich müsste dir ausführliche Anweisungen aufschreiben, damit du die Bücher nach dem von mir ausgedachten System einsortierst. Bis ich damit fertig bin, habe ich die Bibliothek selbst eingeräumt.“

Wie oft müssen wir diese Diskussion noch führen, bis er begreift, dass dies nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fällt?, fuhr es ihm durch den Kopf. Takans Aufgaben waren die Zubereitung seiner Mahlzeiten und das Sauberhalten seiner Residenz. Wenn er anfing, Akkarins Arbeit zu tun, was blieb ihm dann noch außer das Lesen von Berichten und Anfragen?

„Wie Ihr wünscht, Meister.“ Mit einer unterwürfigen Verneigung empfahl Takan sich. Akkarin glaubte jedoch, eine gewisse Pikiertheit aus seiner Stimme herauszuhören.

Ein Seufzen unterdrückend machte er sich auf den Weg in sein Speisezimmer. Würde er Takan erlauben, sich vor ihm zu Boden zu werfen, so würde dieser das tun. Aber so sehr Akkarin darauf bedacht war, seinem Freund und Leidensgenossen seinen Willen zu lassen, gab es einige Dinge, die sich für ihn verbaten. Seit er schwarze Magie erlernt und damit getötet hatte, haderte er mit sich und mit der Frage, ob er damit seinem langjährigen Peiniger nicht ein Stück ähnlicher geworden war. Dass es diese dunkle Seite in ihm gab, war bereits schwer genug zu akzeptieren. Dass er täglich auf Takans Beharren dessen Magie nahm, um vorbereitet zu sein, sollte Kariko eines Tages angreifen, grenzte an den Rand der moralischen Verwerflichkeit. Es bestand kein Grund, dem barbarische Rituale hinzuzufügen.

Als Takan ihm die Vorspeise, Meeresfrüchte auf marinierten Brasiblättern, servierte, kam Akkarin nicht umhin zu wünschen, sie hätten nach ihrer Flucht echte Freunde werden können. Er hätte einen Freund, einen Verbündeten gut gebrauchen können. Nicht wie Lorlen – jemanden, der die vergangenen fünf Jahre mit ihm durchlitten hatte. Doch nachdem Akkarin schwarze Magie erlernt hatte, hatte Takan darauf bestanden, ihn fortan wie einen Ichani-Meister zu behandeln, weil sie nicht mehr von gleichem Stand waren.

Nein, korrigierte Akkarin sich. Wir sind nie von gleichem Stand gewesen.

„Ich finde es gut, dass Ihr Euch der Lösung dieses Rätsels widmen wollt“, sagte Takan, als er ihm Wein einschenkte.

„Wenn der in dem Brief erwähnte Schatz der Gilde hilft, gegen die Ichani zu bestehen, ist es die Suche wert“, stimmte Akkarin zu.

„Ich meinte das auf Euch bezogen, Meister.“

Akkarin hob eine Augenbraue. „Und wie soll ich das verstehen?“

„Nun …“ Sichtlich unbehaglich starrte Takan auf seine Hände. „Seit Eurer Rückkehr habt Ihr Euch mehr und mehr von der Welt um Euch herum zurückgezogen.“ Akkarin öffnete den Mund, doch Takan ließ ihn nicht zu Wort kommen. „Ihr gebt Euch nach außen kühl und gelassen, doch hinter Eurer Maske tragt Ihr noch immer diese Leidensmiene. Es wird Zeit, dass Ihr ein wenig Zerstreuung bekommt.“

Leidensmiene. Akkarin unterdrückte ein Schnauben. „Es ist richtig, ich habe mich zurückgezogen“, sagte er seine Worte mit Bedacht wählend. „Aber ich bin der Hohe Lord, Takan. Es ist meine Aufgabe, die Vorgänge in der Gilde zu kennen, doch ein Anführer mischt sich nicht unter das gemeine Volk.“

Takan nickte langsam. „Dennoch denke ich, dass Euch ein kleines Abenteuer guttun würde.“

„Fünf Jahre unter Dakova haben mich von meiner Abenteuerlust geheilt, Takan.“

Sein Diener bedachte ihn mit einem wissenden Lächeln und zog sich zurück.

Als er fort war, stieß Akkarin die Luft aus, die er angehalten hatte. An Tagen wie diesen vermisste er seinen eigensinnigen Gefährten mehr denn je. Er vermisste ihre heiteren, aber sinnlosen Diskussionen, Takans Vorliebe für Klatsch und Tratsch und Märchen. Er vermisste Takans unverblümte Art, ihm den Kopf gerade zu rücken. Und er vermisste es, von ihm als Gorin oder kereco beschimpft zu werden. Bei der Erinnerung spürte er, wie sich etwas in seiner Brust schmerzhaft zusammenzog. Es waren erst wenige Monate vergangen – würde er sich je daran gewöhnen?


***


Die weißen Wände der Universität glommen friedlich und verlassen in der Dunkelheit, als Akkarin die Stufen zum Eingang emporstieg. Der Abendunterricht war zu Ende und die Bibliotheken der Magier und Novizen hatten geschlossen. Im Ärmel seiner Robe verborgen trug er Lord Lorens Brief. Die Anleitungen des lange verstorbenen und exzentrischen Architekten, der die Universität entworfen hatte, waren derart kryptisch, dass Akkarin zu dem Schluss gekommen war, weitere Hinweise eher in der Universität als in seinen Büchern zu finden.

Die Schritte seiner Stiefel hallten einsam durch die Flure. So spät am Abend waren die Magier und Novizen in ihren Quartieren und gingen ihren Abendtätigkeiten nach. Sollte Akkarin dennoch jemandem begegnen, so würde dieser keine Fragen stellen. Schließlich war er der Hohe Lord.

Sein Weg bis zu einer unscheinbaren Tür war nur kurz. Seine Sinne ausstreckend vergewisserte Akkarin sich, alleine zu sein, dann betätigte er vorsichtig den Mechanismus. Die Tür glitt zur Seite und dann fand er sich in einem Korridor wieder, dessen holzvertäfelte Wände mit Gemälden dekoriert waren. Die Inneren Passagen.

Eine Woge von Erinnerungen brach über ihn herein, als er seinen Weg fortsetzte. Hier hatten er und Lorlen sich oft in kleinen verborgenen Räumen mit gemütlichen Sesseln versteckt, wenn sie an Regentagen den Unterricht geschwänzt hatten. Und hier hatte Akkarin sein erstes Mädchen geküsst. Und es ist nicht bei Küssen geblieben. Und auch nicht bei einem Mädchen …

Nach seiner Magie greifend verdrängte er die Gefühle, die auf ihn einstürmten, als diese lange vergessenen Momente sich ihren Weg zurück in sein Gedächtnis bahnten. Kein Jahr zuvor hatte er die Liebe seines Lebens verloren und mit einem Mal kam er nicht umhin zu wünschen, sie hätte überlebt und wäre mit ihm nach Imardin gekommen. Mit ihr hätte er noch so einiges andere in den Inneren Passagen getan. Dinge, die jene Mädchen aus seiner Novizenzeit entsetzt hätten, ihm dafür umso mehr gefielen.

Genug!, befahl er sich. Denk nicht mehr daran!

Für einen kurzen Augenblick ballten sich seine Hände zu Fäusten, dann hatte er sich wieder unter Kontrolle.

Die Inneren Passagen bargen jedoch mehr als Erinnerungen an geschwänzte Unterrichtsstunden und seine Eskapaden mit diversen Novizinnen. Hier hatte Akkarin den Zugang zu den Geheimgängen gefunden. Und er hatte diese erkundet. Ohne Lorlen, da dieser die Konsequenzen zu sehr gefürchtet hatte. Vor einem Stillleben aus Früchten blieb er stehen. Das Bild mit seinen Augen fokussierend, hob er es an und betätigte den dahinterliegenden Mechanismus. Mehrere Paneele glitten protestlos zur Seite und offenbarten ein Viereck aus Finsternis. Eine Lichtkugel schaffend stieg Akkarin in die Schwärze und ließ sich von ihr verschlucken.

Nachdem er den Eingang hinter sich verschlossen hatte, warf er einen Blick auf den Zettel in seiner Hand. Lord Lorens Anweisungen hatten ihn dazu gebracht, hierher zu kommen. Aber sie sagten ihm rein gar nichts darüber, wie er von hier aus den ’Schatz’ finden sollte.


An den Hohen Lord der ehrwürdigen Magiergilde zu Kyralia (zuzustellen nach meinem Tod), las Akkarin.

Wenn Ihr diesen Brief lest, werde ich bereits das Zeitliche gesegnet haben. Und das ist für uns alle das Beste, denn ich habe entsetzliche Dinge gelernt, die jedoch mit einer wundervollen Entdeckung verknüpft sind. Doch ich will dort beginnen, wo alles anfing.

Als das Fundament für die Universität ausgehoben wurde, fanden zwei an dem Bau beteiligte Magier, Lord Sarrelin aus Haus Tellen und Lord Vayaran aus Haus Saril, eine versiegelte Truhe. Nicht wissend, was sie damit tun sollten, brachten sie diese in meine Gemächer. Auch ich wusste zunächst nichts mit dem Fund anzufangen, doch als ich den Inhalt näher studierte, entdeckte ich, dass es sich dabei um einen unheimlich wertvollen Schatz handelte, der nicht wieder in Vergessenheit geraten darf.

Dieser Schatz ist höchst wertvolles, aber auch umso entsetzlicheres Wissen. Wissen über eine Waffe, von welcher die Gilde dringend Gebrauch machen muss, sollte sie sich eines Tages einem fürchterlichen Feind gegenübersehen. Doch zugleich bringt dieses Wissen die Gilde selbst in überaus große Gefahr, weswegen ich diesen Schatz gut verborgen habe …


Zum wiederholten Mal an diesem Tag las Akkarin die darauf folgenden Anweisungen. Der ’Weg der, Geschichten erzählt’ war zweifelsohne ein Korridor in den Inneren Passagen. Hier hingen überall Bilder, die geschichtliche oder fiktive Ereignisse darstellten oder die Phantasie zu Geschichten anregten. ’Unter dem Herzen der Gilde’ konnte eine Anspielung auf die Geheimgänge sein. Akkarin konnte sich nicht vorstellen, dass der ’Schatz’ an einem anderen Ort innerhalb der Universität versteckt war. Allein um zu verhindern, dass neugierige Novizen die Truhe fanden, war dies unwahrscheinlich. Der Begriff ’Herz der Gilde’ konnte jedoch auch auf die Magierbibliothek anspielen oder auf die Gildehalle, um die das Universitätsgebäude damals erbaut worden war. Dort gab es indes nichts außer Sitzbänken und der Empore. Zudem hielt er Lord Loren für subtiler als das.

Vielleicht führt ein Tunnel unter der Gildehalle her und der Schatz befindet sich dort, überlegte Akkarin. Er las die weiteren Anweisungen. ’Wo Magie die Nacht erhellt’ – ja, das klang eindeutig nach den Geheimgängen. Aber dann …

’Die Spirale ist der Anfang und das Ende.’

Akkarin runzelte die Stirn. Was in aller Welt hatte das zu bedeuten? Lorens Ausdrucksweise war so eigensinnig wie seine frühen Entwürfe. Kein Wunder, dass keiner meiner Vorgänger diesen ’Schatz’ je gefunden hat …

Nun, dann würde er eben der Erste sein. Er war sicher, er würde einen Weg finden. Er musste einen Weg finden, denn wenn sich die Gilde ihrem ’fürchterlichen Feind’ gegenübersah, konnte dieses Wissen sie retten.

Akkarin hielt inne. Was, wenn Lord Loren nicht von schwarzer Magie gesprochen hatte, sondern von einer anderen mächtigen Magie, die der frühen Gilde bekannt gewesen war? Eine Form von Magie mächtig genug, um die Ichani zu besiegen. Wenn er dieses Schatzes habhaft wurde, brauchte er vielleicht niemals wieder schwarze Magie zu praktizieren.

Nein, dachte er dann. Ein solches Wissen wäre niemals in Vergessenheit geraten. Lord Lorens dramatische Worte ließen darauf schließen, dass sein Fund verbotenes magisches Wissen beinhaltete. Und nach allem, was Akkarin wusste, war dieses recht umfangreich. Zumindest hatte Vikacho entsprechende Andeutungen gemacht, als er Akkarin gelehrt hatte, mit schwarzer Magie zu töten und ihm das Prinzip gezeigt hatte, in einem widerstrebenden Geist zu lesen. Akkarin hätte sich geweigert, dieses Wissen anzunehmen, wäre damals mehr Zeit geblieben.

Dass er sich mit schwarzer Magie seine Freiheit erkauft hatte, war bereits entsetzlich genug.

Seine Schritte zählend wanderte Akkarin den Tunnel entlang, in der Hoffnung, irgendwann auf etwas zu stoßen, dass etwas aus Lorens Anleitung ähnelte. Er kannte nur einen kleinen Teil dieser Geheimgänge. Er hatte sie nicht mehr benutzt, nachdem ein Mädchen ihm für den Versuch, sie hier zu verführen, eine Ohrfeige gegeben und ihn als Enka beschimpft hatte. Wenn er sich verirrte, konnte es Tage dauern, bis er einen Weg hinausfand. Es hieß, dass Magier hier verlorengegangen und auf der Suche nach einem Ausgang verhungert waren. Obwohl Akkarin dies für Schauergeschichten hielt, die dazu gedacht waren, abenteuerlustige Novizen davon abzuhalten, hierher zu kommen, verspürte er keine Begeisterung bei dem Gedanken, mehrere Tage hier zu verbringen.

Denn irgendwann würde seine Abenteuerlust in Erschöpfung umschlagen. Und dann würde ihn seine eigene Finsternis überwältigen.

***

Fragen zum Kapitel

Passt es für euch zu Akkarin, dass ihn die Gildenversammlungen langweilen und er sich dabei insgeheim über engstirnige Magier ärgert?

Hat Takan recht damit, dass die „Schatzsuche“ Akkarin ablenken wird, bis er mehr emotionalen Abstand zu Sachaka hat?

Spekulantenfrage: Was glaubt ihr, wie lange Akkarin braucht, um den „Schatz“ zu finden?


Und nächste Woche macht Akkarin eine nützliche Entdeckung. Sehr zu Takans Leidwesen ;)
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