Ich kann verzeihen, aber niemals vergessen...

GeschichteDrama, Romanze / P18
Florian David Fitz OC (Own Character)
13.01.2017
17.04.2017
40
72324
7
Alle Kapitel
161 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo zusammen,

so, ich bin neu in dieser Rubrik und es ist meine erste FF über Florian David Fitz.
Wo sie mich hinführt, werden wir sehen;)

Ich hoffe das sich der ein oder andere Leser hier her verirrt und Gefallen an meiner Story findet. Daher freue ich mich natürlich über Kritik genauso sehr wie über Lob;)

Meine Story wird aus beiden Perspektiven erzählt, aus Caro`s Sicht genauso wie aus Flo`s Sicht. Dies wird jedoch zu Beginn jedes Kapitels erwähnt.

So, dann wünsche ich Euch viel Spaß mit dem ersten Kapitel!

Liebe Grüße

Eure Valentina
…………………………………………………………………..

Caro`s Sicht


Heißes Wasser strömt über meinen nackten Körper und fühle nach und nach, wie sich meine Muskulatur entspannt. Blind greife ich nach meinem Duschgel, gebe einen Klecks auf meine Handinnenfläche und verteile es in kreisenden Bewegungen auf meinem Körper.
Immer wieder treten die Bilder der vergangen Stunden vor mein geistiges Auge und lege mit einem Lächeln auf den Lippen meinen Kopf in den Nacken, so dass ich den angenehmen Strahl in meinem Gesicht spüre.
Jeder Mensch träumt sein Leben. Hier und heute kann ich sagen lebe ich meinen Traum.
Ich fühle mich angekommen, dort, wo ich als Kind sein wollte…auf einer großen Bühne…die Scheinwerfer auf mich und meine Truppe gerichtet.
Der heutige Auftritt hier im bayrischen Hof in München war die bisherige Krönung. Alleine der Anlass, eine Spendengala für krebskranke Kinder, sowie die Tatsache, dass hier und heute ein enormer Promiauflauf stattfindet, wird unseren Bekanntheitsgrad wieder steil nach oben schießen lassen, nicht zuletzt auch durch die vielen positiven Berichte der Presse in den vergangenen Tagen.
Mein ganzes Leben habe ich geträumt und gehofft, habe alles auf mich genommen um genau da anzukommen wo ich heute bin…an erster Stelle von derzeit deutschlands erfolgreichsten Danceshow `TopDance`, die ich vor fast 10 Jahren ins Leben gerufen habe.
Ein Weg, den ich nie alleine gegangen bin. Allen voran stehen meine Eltern, die nie den Glauben daran verloren haben, dass ich meinen Weg gehen werde, die mich unterstützt haben und auch meine Tanzausbildung in Boston finanzierten.
Boston…eine Zeit die mein Leben veränderte, positiv wie negativ. Trotz allem verdränge ich diese Zeit ab jenen Tag, wo Boston zum Alptraum wurde. Ein einziger Tag, den ich aus meinem Leben gestrichen habe.
Ein kalter Schauer reißt mich aus meinen Gedanken, als das Wasser an Temperatur verliert, schalte es aus und trete mit einem Handtuch um meinen Körper gewickelt aus der Dusche, wo mich die Blicke von Chrissi und Sarah treffen, die bereits Ihre Haare vor dem Spiegel föhnen.
„Gehen wir noch rein?“ erklingt es hoffnungsvoll von Sarah und kann mir ein kichern nicht verkneifen.
„Wieso sollten wir?“ frage ich absichtlich unwissend.
Sie soll leiden dafür, dass ich es erst heute erfahren habe. Denn letzte Woche nach unserem Auftritt auf einer Filmpremiere hat sie tatsächlich auf der darauffolgenden Aftershowparty Handynummern ausgetauscht…mit Elyas M`Barek, der wohl auch heute unter den Gästen während unseres Auftrittes war.
„Weil ER da ist!“ quickt sie los und klatscht wie ein Kind freudig in die Hände.
„Von mir aus gerne.“ sagt Chrissi und zuckt kurz mit den Schultern.
„Also ich fahr lieber nach Hause, aber tut euch keinen Zwang an.  Außerdem…ER hat doch eine Freundin oder nicht?“ gebe ich trotz allem etwas skeptisch von mir. Wenn man den Klatschzeitungen des Friseurs meines Vertrauens Glauben schenken darf, ist der gute vergeben.
„Puh du, keine Ahnung. Spielt ja jetzt erst mal keine Rolle oder?“ gibt Sarah etwas verlegen von sich, als sie den Blick von mir und Chrissi abwendet und Ihren Föhn in der schwarzen Sporttasche zu Ihren Füßen verstaut. Ey ich bin nicht dumm. Die weiß doch ganz genau dass er eine Freundin hat!
„Sarah hör mal zu“ versuche ich es etwas unbeholfen, ohne wie meine eigene Mutter zu klingen
„wenn er eine Freundin hat, dann…“ tja was dann Caro Reuter? „dann wünsch Ihm einfach viel Glück“ gebe ich hoffentlich diplomatisch von mir und klopfe mir selber auf die Schultern. Eigentlich sollte Sarah es besser wissen, denn oft ist dieses Thema auch bei unseren Mädlsabende schon zur Sprache gekommen. Finger weg von vergebenen Männern und Fans.
Genauso wie es in meiner Truppe intern die Regelung gibt, dass liierte Paare nicht miteinander tanzen. Schließlich bin ich nicht dafür zuständig, die ganze Choreografie umzuschmeißen, nur weil es Beziehungsstress gibt. Das ist auch der Grund, weshalb Colten mein Tanzpartner ist und nicht mit Chrissi zusammen tanzt, wobei es auch nie zur Debatte stand, da Colten wie mein Bruder ist und seit jenem Tag in Boston als mein engster Gefährte an meiner Seite steht.

Als es an der Türe zu unserer Umkleide klopft steckt Sekunden später schon Colten den Kopf durch die einen Spalt geöffnete Türe.
„Bleiben wir oder fahren wir?“ fragt er in seinem süßen amerikanischen Akzent an uns drei gerichtet und atme tief durch. Ich habe einfach keine Lust auf solche Aftershowpartys und Galas. Es sind einfach zu viele Menschen auf Augenhöhe. Auf der Bühne kann ich solch beklemmende Gefühle abschalten weil der nötige Abstand vorhanden ist. Kaum das ich jedoch die Bühne verlasse meide ich große Menschenansammlungen.
„Wir bleiben. Caro geht heute auch mit!“ ergreift Chrissi das Wort und klopft mir vielsagend auf die Schultern. Ich weiß genau was sie vor hat und werfe ihr einen hoffentlich vernichtenden Blick zu.

Ich weiß nicht warum ich zugestimmt habe, aber nun stehe inmitten des Galaabends im bayrischen Hof und bereue es jede Sekunde mehr, dass ich mich breitschlage lassen habe.
Der große Saal ist in einem tiefen Blau beleuchtet, links und rechts von mir begrüßen sich Frauen wie Männer überschwänglich und mit aufgesetzten Lachen das ich nur kopfschüttelnd einen Schluck meines Wassers in der Hand trinke. Im wahren Leben haben sich hier viele wohl nicht all zu viel zu sagen und es ist offensichtlich nur der anwesenden Presse zu verdanken, dass hier wohl jeder jeden mag.
Colten steht neben mir wie mein Fels in der Brandung und beobachtet wie ich die anwesende Prominenz. Einige Gesichter kommen mir durchaus bekannt vor, viele jedoch kann ich nicht zuordnen und bin mir auch nicht sicher, welchen Status hier einige Frauen haben, die mit teuren Kleidern den Arm eines Mannes schmücken. Instinktiv lasse ich meinen Blick über meinen Körper nach unten wandern und betrachte meine eng anliegende Jeans, meine braunen Stiefel und meine enganliegende schwarze Bluse. Chrissi, die sich in diesem Moment zu uns gesellt hat meinen Blick wohl richtig gedeutet und kichert, als sie sich an Colten schmiegt und ihm einen Kuss auf die Lippen haucht.
„Scheiss dir nix, dann passiert dir nix!“ gluckst sie los und lässt den Blick über Ihre eigenen Klamotten gleiten, während Colten perfekt unter die anwesenden passt. Alleine sein Aussehen, etwa 1,80 Meter groß, trainierter Body, seine wuscheligen braunen Haare, dazu sein Dreitagesbart reichen, er würde jederzeit als Model durchgehen und das wohl auch der Grund ist, warum Chrissi hier eindeutig immer wieder ihr Revier markiert, wenn er von vorbeigehenden weiblichen Wesen jeder Altersklasse angestarrt wird.
„Ich trinke jetzt aus und fahr dann. Kommt Ihr mit oder bleibt ihr noch?“ frage ich an Chrissi und Colten gerichtet, als ich in diesem Moment meine Eltern sehe, die breit grinsend auf uns zusteuern.
„Ja Maus du bist ja auch noch da!“ begrüßt mich meine Mutter, die sich heute wirklich in Schale geworfen hat und mich kurz an sich drückt.
„Nicht mehr lange, ich fahr gleich!“.
„Ach Mensch, schau dich doch auch mal ein bisschen um. So viele nette Leute sind heute hier und stell Dir vor, ich kann´s ja noch immer nicht fassen. Ich hab den Marc Meier und den Knechtelsdorfer getroffen!“ sagt Sie freudestrahlend und wirft meinem Vater einen vielsagenden Blick zu, der nur amüsiert die Augen verdreht.
Ich liebe meine Eltern, sie sind mein Vorbild dafür, dass es die wahre Liebe gibt und danke ihnen täglich aufs Neue, dass sie mir bei jedem Auftritt zur Seite stehen. Nicht zuletzt meinem Vater, der als Manager fungiert, auch wenn er davon nicht viel Ahnung hat. Schließlich ist er wie ich ein Landei und fährt lieber Traktor und bestellt seine Felder, aber trotz allem war es eine Ehrensache für Ihn, mich so weit es geht zu unterstützen.
„Wen?“ frage ich etwas irritiert.
„Na Maus sag jetzt nicht dass du die nicht kennst!“. Entrüstet sieht sie mich an und kann nur fragend mit den Schultern zucken.
„Ich sag´s Dir: Ich kenn die nicht!“.
„Na die beiden Schauspieler. Mensch Maus, also…ich sag ja wirklich nichts, aber…die würden sich beide gut an unserem Küchentisch machen…so rein dekorativ betrachtet!“.
Kaum hat meine Mutter diesen Satz ausgesprochen prusten Colten und Chrissi auch schon los, während mein Vater kichernd die Augen verdreht und ein „Maria“ von sich gibt. Aber auch Ihr Name kann sie nicht vor einer weiteren Äußerung zurückhalten, wenn sie wieder mal auf mein Singeldasein anspricht.
„Ja was den Johann. Viele Mütter haben schöne Söhne und unsere Caro…!“ bevor Sie weitersprechen kann unterbreche ich Sie mit einer kurzen Handbewegung.
„Mama, der Spruch `Viele Mütter haben schöne Söhne` bringt mir nix. Da brauch ich schon Adresse, Telefonnummer und so weiter!“. Meinen dazu ironischen Gesichtsausdruck nimmt sie nicht mehr zur Kenntnis, als sie sich schon auf die Lippen beißt und ein bedauerndes „na da hab ich die beiden jetzt nicht danach gefragt“  von sich gibt und suchend den Raum scannt. Herr im Himmel! Das ist jetzt nicht Ihr Ernst.
„Maria! Der Tag wird kommen, an dem auch deine reizende Tochter Caro einen stattlichen Mann an Ihrer Seite haben wird!“ rettet mich Colten und wirft meinen Mutter ein verschmitztes Lachen zu, die jedoch immer noch Ihren Blick durch den Saal schweifen lässt.
„Na auf Zufälle verlasse ich mich nach 31 Jahren ja nicht mehr so sehr! Die biologische Uhr tickt unaufhörlich weiter bei meiner Tochter!“ gibt sie Colten amüsiert zurück und wirft mir daraufhin einen liebenswerten Blick zu. Das ist sie, meine Mutter. Auch wenn sie es nur schwer verkraftet, dass sie keinen Mann an meiner Seite sieht, so weiß ich, dass sie mich liebt.

Es dauert noch weitere 20 Minuten, in denen ich mich stillschweigend an der Seite meines Vaters, Colten und Chrissi am Rande der Bar amüsiere über den tatkräftigen Einsatz meiner Mutter mein einsamen Leben ein Ende zu setzen. Schlussendlich kommt sie wie immer zu dem Ergebnis, das mein zukünftiger Mann wohl erst gebacken werden muss und sich an die Seite meines Vaters schmiegt. Liebevoll legt mein Vater einen Arm um Ihre Schultern und haucht Ihr einen Kuss auf die Schläfe, was mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, als sich plötzlich Sarah aufgeregt zwischen und drängt und über beide Ohren grinst.
„Ihr glaubt es nicht! Leute Ihr glaubt es nicht! Ich hab grad unseren nächsten Auftritt an Land gezogen!“ kreischt sie aufgeregt los und richtet die Augen auf meinen Vater, bevor sie weiterspricht „allerdings sehr kurzfristig morgen Abend um 21 Uhr, aber die beiden erläutern Dir, Johann, gleich alles detailiert.“ und richtet dann mit den Worten „ah da sind die beiden schon“ den Blick hinter mich.
Als ich mich umdrehe sehe ich ihn!
Elyas M´Barek, der mit einem Lachen im Gesicht seine Augen auf mich richtet. Jedoch beginnt mein Herz Sekunden später wild zu rasen und Gänsehaut breitet sich auf meinem Körper aus, starre wie versteinert auf die Person hinter Ihm, als mich seine Augen auch schon geschockt anstarren…
Review schreiben