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El Dorado

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Tasha Ozera Vasilisa "Lissa" Dragomir
13.01.2017
20.05.2018
36
123.964
33
Alle Kapitel
123 Reviews
Dieses Kapitel
11 Reviews
 
 
13.01.2017 2.088
 
Hallo Leute, da bin ich wieder. Starker Schneefall hat mich Heute gezwungen zu Hause zu bleiben. So bin ich auf die verrückte Idee gekommen, mal das erste Kapitel rein zu stellen. Vielleicht kann sich so der eine oder andere den Abend mit was besserem als Schneeschieben vertreiben. ;)
Wie immer gilt natürlich, Fehler dürft ihr behalten, Kommas sind einfach weggelaufen und die Zeiten kommen schon mal durcheinander. (Obwohl ich mir Mühe gebe)
Ganz lieben Dank an Sethereth, die mitgelesen hat, korregiert hat und ihren eigenen Senf dazugeben hat. ;)
Die Figuren gehören wie immer Richelle Mead.
Die Story aber gehört mir allein.
Viel Spaß euch allen. Ich freue mich jetzt schon auf Rückmeldungen.
PS: Danke an alle, die weiterhin Interesse an meinen anderen Geschichten zeigen. Ich freue mich jedesmal, wenn ich sehe, dass es neue Sterne gibt,  Leute die die Geschichten favorisieren oder vielleicht sogar noch eine Review schreiben.
Liebe Grüße, eure Martina



Wütend warf der große Mann das Handy in seiner Hand quer über den Schreibtisch. Wieder eine Absage. 
„LISSA!“, brüllte er so laut, dass es ganz gewiss über den gesamten Platz zu hören war. Kaum eine Minute später öffnete eine junge Frau die Tür zu seinem Trailer. Ihre langen, blonden Haare waren zu einem kecken Pferdeschwanz zusammen gebunden. Sie trug eine blaue Jeans und ein weißes Top. In ihren Händen hielt sie wie immer ein Klemmbrett, auf dem die wichtigsten Notizen zu finden waren.
„Ja, Mr. Belikov, was kann ich für sie tun?“, fragte sie schüchtern nach. 
„Dimitri“, seufzte er. „Sie sollen mich Dimitri nennen.“ Gleichzeitig zerriss er die Visitenkarte in seinen Händen, warf die Stücke in die Luft, ehe sie langsam auf seinen Schreibtisch regneten. 
„Wieder nichts. Es ist heutzutage leichter ein Auto durch einen Feuerreif springen zu lassen, als ein Pferd. Das war die vierte Absage. Haben sie noch jemanden für mich?“ 

Nachdenklich blickte sie auf ihr Klemmbrett, ehe sie eine neue Visitenkarte hervorzog. Zögerlich reichte sie diese ihrem Boss. „Das ist eine sehr junge Truppe. Es sind auch nur drei Leute. Aber für die schwierigen Stunts wären sie geeignet. Für die größeren und einfacheren Sachen kann man immer noch eine andere Gruppe engagieren.“ 
Stirnrunzelnd betrachtete Dimitri die Karte. „Eine Frau leitet diese Truppe?“ 
Kurz nickte Lissa. „Sie war gemeinsam mit mir in der der Schule. Allerdings haben wir uns danach etwas aus den Augen verloren. Als ich sie vor einigen Monaten getroffen habe, erzählte ich ihr, dass ich bei einer Filmproduktionsfirma arbeitete. Daraufhin hat sie mir ihre Karte gegeben, falls sich mal was ergeben würde.“ 
Fragend blickte Belikov sie da an. „Und da geben sie mir erst jetzt die Karte?“ 
Entschuldigend zuckte sie mit den Schultern. „Ich wollte es nicht nach Vetternwirtschaft aussehen lassen.“ 
„Was hat sie dazu bewogen, ihre Meinung zu ändern?“ 
„Nun... das schon vier Firmen abgesagt haben und die Truppe um meine Freundin ist noch sehr jung. Sie haben bisher  nur ein paar kleine Aufträge gehabt. Aber ich kenne sie. Und sie schreckt vor nichts zurück. Besonders da sie mit Pferden groß geworden ist.“ 

Verstehend nickte Dimitri da. Er war inzwischen ein bekannter Produzent. Angefangen hatte er aber als kleiner Niemand an der Schule. Mit viel Fleiß und harter Arbeit, machte er als einer der Jüngsten seinen Abschluss an der Filmschule. Seine Abschlussarbeit hatte die Aufmerksamkeit vieler bekannter Leute auf ihn gezogen. Und nach seinem Abschluss stapelten sich die Angebote auf seinem Tisch.
Inzwischen hatte er einige Blockbuster produziert und war nun in der Lage sich einen Kindheitstraum zu erfüllen. Einen echten, klassischen Western zu drehen. Nur die Stuntleute machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Es waren ein oder zwei knifflige Szenen im Film. Und keiner war bereit diese Szenen umzusetzen. Warum also jetzt nicht einer jungen Gruppe die Chance zu geben? Wenn sie seine Wünsche umsetzten konnten, dann würden sie einen Namen in der Branche haben. 

„Also gut, wie erreichen wir diese junge Dame am besten?“  
Lissa kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Wir könnten Morgen dahin fahren. Es sind nur drei Stunden Fahrt zu der Ranch ihres Vaters.“ 
Nachdenklich starrte Dimitri auf seinen Schreibtisch, ehe er ruckartig den Kopf hob. „Warum nicht. Wir haben schon soviel Zeit vertrödelt, da kommt es auf einen Tag mehr oder weniger auch nicht an.“ 
Ein kleines Lächeln huschte über das Gesicht seiner Assistentin. „Ich rufe sie sofort an. Wenn wir morgen früh gegen 8:00 Uhr los fahren, dann sind wir kurz vor Mittag da.“ 
Zustimmend nickte er da. „Also gut. Dann fahren wir Morgen. Schicken sie mir bitte noch Tasha?“ 
Lissas Lächeln erstarb. „Ja Mr. Beli.... Dimitri.“ 
Noch im hinausgehen konnte er sehen wie Lissa die Nase kraus zog. Er wusste, dass sie Tasha nicht leiden konnte, ein kleines Schmunzeln machte sich auf seinem Gesicht breit. 

Es dauerte einen Moment, ehe es an seiner Tür klopfte. „Du wolltest mich sehen?“, fragte eine melodische Stimme. 
„Komm rein und schließe die Tür hinter dir.“ Bei der Stimme seiner ehemaligen Freundin hatte er den Kopf gehoben. Tasha war das Gegenteil von Lissa. Dunkelhaarig, temperamentvoll und sie wusste genau was sie wollte. Eins der Dinge, die sie wollte, war immer noch er. Aber er hatte vor einigen Wochen die Beziehung endgültig beendet. 
„Es hat wieder Beschwerden über Adrian gegeben. Halte deinen Schützling unter Kontrolle! Und ganz besonders, halte ihn fern vom Alkohol.“ 
Leise seufzte sie da. „Du kennst ihn. Das ist nicht so einfach.“ 
„Das ist mir egal. Es ist deine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass er nüchtern bleibt!“ 
Adrian Ivashkov war einer der Hauptdarsteller. Ein bekannter und auch beliebter Schauspieler. Ein Kassenmagnet.

Nur leider war ihm der Erfolg zu Kopf gestiegen. Gerne beleidigte er „Untergebene“. Besonders, wenn er etwas getrunken hatte. Tasha hatte die Aufgabe, ihn unter Kontrolle zu halten. Was ihr doch nicht so schwer fallen sollte, zumal sie mit ihm das Bett teilte. 
Was ein Grund für die Trennung war. Dimitri hatte schon länger gewusst, dass sie es mit der Treue nicht so genau nahm. Früher war ihm das nicht so wichtig gewesen. Obwohl es ihn getroffen hatte, als er von ihrem ersten Fehltritt erfahren hatte.
„Ich gebe mein Bestes, doch Adrian ist nicht so einfach zu handhaben. Aber ich werde sehen, was ich tun kann. Sonst noch was?“, fragte Tasha am Ende. 
„Wo wir gerade dabei sind. Ich wäre dir dankbar, wenn du endlich deine restlichen Sachen aus meinem Haus holen würdest. Und das, bevor ich am Wochenende nach Hause fahre!“ 

Leise seufzte sie da. „Liebling, bist du sicher, dass du das willst? Immerhin waren wir ein gutes Team!“ 
Etwas, was er nicht mal abstreiten konnte. Aber es war vorbei. Zumindest aus seiner Sicht. Wenn er sich allerdings gerade Tasha betrachtete, dann war er sich nicht sicher, ob sie das genauso sah. 
Mit wiegenden Schritten kam sie auf ihn zu. Dabei raffte sie den Rock mit ihren Händen höher und drehte am Ende seinen Stuhl zu sich. Rittlings setzte sie sich auf seinen Schoß. 
„Dimka, Liebling. Es muss doch nicht so enden.“ 
„Tasha“, versuchte er sie abzuwehren. „Es ist vorbei!“ 
„Sicher?“ Wobei ihre Hand aufreizend über seinen Schritt strich. „Ich kann da aber gerade was ganz anderes fühlen!“ 
Zugegeben... in dieser Hinsicht hatten sie immer gut harmoniert. Kennengelernt hatte er Tasha direkt nach der Schule, beim Dreh seines ersten Films. Sie war ein paar Jahre älter als er, und er war ihr sofort verfallen. Sie war damals schon erfahren gewesen, während er ein unbeschriebenes Blatt war. Nur zu gerne lies er sich von ihr in diese neue Welt, die jetzt auch die seine war, einführen und auch von ihr um den kleinen Finger wickeln und verführen. Eine Zeitlang gab sie sich auch nur mit ihm zufrieden. 

Doch schon bald war er ihr nicht mehr genug, sie begann wieder zu flirten und sich umzusehen. Für eine Weile nahm er das auch hin, da er mehr Zeit in seinen Job steckte als in sie, solange ihre Eskapaden im Rahmen blieben und er weiterhin von ihr bekommen hatte, was gewollt und gebraucht hatte, war das für ihn okay gewesen. Aber jetzt sehnte er sich nach mehr. Tasha war nicht die richtige Frau dafür. Außerdem wollte er die ständigen Demütigungen nicht mehr hinnehmen. Ihm war klar, dass sich viele hinter seinem Rücken das Maul zerrissen über ihre anhaltende Untreue. 

Aber sie war geschickt, hatte immer genau gewusst, wie sie ihn manipulieren konnte. So wie jetzt auch! 
„Noch ein letztes Mal“, bettelte sie regelrecht, während sie dabei war seine Hose zu öffnen. Was immer er dagegen setzten wollte... ihre Finger fanden ihr Ziel - er hatte es vergessen! Stattdessen murmelte er: „Ein letztes Mal“, in den Kuss hinein. 

Nein, so war das Zusammentreffen eindeutig nicht geplant gewesen! Doch irgendwie hatte er das Gefühl, dass er ihr vielleicht was schuldete. Obwohl das Blödsinn war. Er hätte standhaft bleiben sollen, stattdessen war er nun wieder in eine Nummer mit seiner Ex verwickelt! Schöner Mist!

Leise stöhnte er auf, während sie sich geschickt auf ihm bewegte. Die Wände von so einem Trailer waren nicht besonders dick und ganz gewiss nicht schalldicht. Es musste ja nicht jeder mitbekommen, wie leicht Tasha ihn „überreden“ konnte. 

Lange dauerte das Stelldichein nicht. Zu groß war die Gefahr, dass sie jemand erwischte, da nicht mal die Tür abgeschlossen war. 
„Ich liebe dich“, murmelte Tasha an seinem Ohr. Vermutlich meinte sie in diesem Moment die Worte sogar ernst, doch für ihn war es wie eine kalte Dusche! Denn eins hatte er in den Jahren mit ihr gelernt.  Im Grunde liebte sie nur sich selber! Genau das war der Punkt, an dem ihm klar wurde, es war vorbei! Und es würde nie wieder wie früher sein. 
Energisch schob er sie von seinem Schoß, stand auf und zog sich wieder richtig an. „Hol deine Sachen diese Woche noch ab“, erklärte er ihr hart. 
Fassungslos starrte Tasha ihn da an. „Ist das dein Ernst? Ich habe dir meine besten Jahre geschenkt. Du kannst mich nicht einfach so abservieren!“ 
Spöttisch lachte er da auf. „Doch ich kann und ich habe gerade! Und wegen dieser besten Jahre. Sicher Tasha, du hast sie mir geschenkt und fast jedem männlichen Schauspieler mit dem ich gearbeitet habe, ebenfalls! Wie nett von dir, mich daran zu erinnern!“
„Das ist nicht wahr“, protestierte sie. „Da waren vielleicht ein oder zwei Affären. Doch die waren nicht wichtig. Du allein bist es, der Wichtig ist.“ 
„Tasha, ich weiß über jeden Kerl Bescheid, mit dem du in die Kiste gesprungen bist. Ich kann das nicht mehr ignorieren. Ich kann und vor allem, ich will nicht mehr!“ 
Jetzt verlegte sie sich aufs Betteln. „Liebling, bitte vergib mir diese kleinen Fehltritte doch! Ich kann mehr für dich sein. Ich kann treu sein. Ich liebe dich und tue alles was du willst.“ 
Da schüttelte er den Kopf. Wenn es etwas gab, was er wirklich nicht abkonnte, waren es geheuchelte Versprechungen!
„Für uns ist es zu spät! Kümmere dich um Adrian. Du bist gut in deinem Job, das allein ist überhaupt der Grund, warum du immer noch für mich arbeitest! Aber ein Uns wird es nicht mehr geben, nie mehr! DAS Hier und Heute war der Schlussakkord!“ 

„Mistkerl, Drecksack, herzloser Idiot“, begann sie ihn zu beschimpfen. „Du wirst es noch bereuen, mich so behandelt zu haben.“ Rasch strich sie sich den Rock glatt und stürmte dann aus seinem Wohnwagen. 
Dimitri seufzte leise. Sie würde sich wieder beruhigen, dass war schon immer so gewesen. Aber wenn er ihr jetzt nachgegeben hätte, dann wären sie wieder in einen Teufelskreis geraten.

Und in einem hatte er die Wahrheit gesagt. Er wollte mehr, sehr viel mehr als Tasha je zu geben hatte. Langsam ging er auf die 30 zu. Ein Alter wo Man(n) sich Gedanken machte. Über eine Frau, die treu war. Die vielleicht die Mutter seiner Kinder werden wollte. Denn er wollte eine Familie haben. Eine große Familie. 

Selber war er in einer solchen aufgewachsen, doch hatte er bisher nie den Wunsch verspürt, eine solche zu gründen. Doch jetzt sehnte er sich nach einer! Nach einer Familie, nach einer Freundin, einer Frau, mit der er alles besprechen konnte. Auch wenn er noch keine Ahnung hatte, wie er in seiner Welt eine solche finden sollte. 
In dieser Glamourwelt war es schwer Schein von Sein zu unterscheiden. 
Und doch war er voller Zuversicht. Irgendwo da draußen musste es doch jemanden geben, der die selben Ideale wie er hatte und der bereit war, sie mit ihm zu teilen. 
Während er diese Gedanken hatte, sammelte er einige Papiere zusammen, die er Heute Abend noch durchlesen wollte. 
Danach verließ er sein Büro, stieg in seinen Wagen und fuhr die kurze Strecke zu der kleinen Pension in der er untergekommen war. 
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