Blutfeder bespricht beeindruckende Bücher

Aufzählung/ListeAllgemein / P12
10.01.2017
18.03.2018
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10.01.2017 685
 
Handlung:
Ca. in den Jahren 1880 bis 1885 (persönliche Schätzung anhand der Informationen aus den Büchern) kommt ein Fremder in ein kleines Dorf in einem Hochtal in den Alpen, vermutlich irgendwo in Österreich. Soetwas ist hier oben sehr selten, man bleibt vor unter sich, folgt den eigenen Traditionen, arbeitet hart, geht in die Kirche und hat keine Zeit für Schmuck oder übermäßigen Frohsinn. Im nächsten Dorf weiß man kaum etwas über das Dorf in diesem Hochtal, es ist nur eine halbvergessene Legende.
Dieser Fremde, mit Namen Greider, bittet hier um Logis für den Winter um im Tal malen zu können. Er wird bei der Garderin, einer Witwe und ihrer Tochter einquartiert und bemerkt hier schon einige der seltsamen Regeln in diesem Tal. Unter anderem, dass eine Sechsergruppe, die später als die Söhne des Brenner Bauern vorgestellt werden, hier das sagen haben.
Er lebt sich recht schnell ein, befriedigt die Neugier der Talbewohner aber drängt sich niemanden auf und gibt ihnen keinen Grund zu Beschwerden oder sonstigem Unmut über ihn haben. Unausgesprochen von der Garderin und ihrer Tochter Luzi bleiben die Hinweise, dass er das Tal jederzeit verlassen könne, solange noch kein Schnee liegt.
Im Laufe der Zeit füllt sich sein Skizzenblock aber die Leinwand in seinem Zimmer bleibt unberührt, bis einer der Brennersöhne beim Holzschlagen verunglückt.
In zwei Rückblenden erfährt man, wieso er in dieses Tal gekommen ist und was es mit dem Brenner-Bauern auf dich hat.

SPOILER SPOILER SPOILER
Greider ist zurückgekommen, nachdem seine Mutter ihn von ihrer Kindheit und ihrer Heirat in diesem Tal erzählt hat. Ihre Eltern kamen während einer Hungersnot in das Fruchtbare Tal und durften nur mit dem Baby bleiben, wenn sie sich allen Regeln unterwerfen würden. Eine dieser Regeln erfuhr Greiders Mutter in ihrer Hochzeitsnacht. Eine Frau, die in diesem Tal muss solange beim Brenner Bauern wohnen und mit ihm das Bett teilen, bis sie ein Kind von ihm bekommt und es lebt. Noch in der Hochzeitsnacht versucht ihr Ehemann die zu befreien, sich fu beiden werden geschnappt. Der Ehemann wird fast zu Tode geprügelt und am Gipfelkreuz gekreuzigt werden. Als sich der Balken, an dem er festgenagelt ist, kann sie fliehen und wandert in die USA aus.
Greider ist zurückgekehrt und will blutige Rache üben. Er hat bis zur Hochzeit von Luzi zwei der Brennersöhne und den Pfarrer, deren Komplizen, getötet und rettet diese vor ihrer "Pflicht". Am nächsten Tag kommt es zum Showdown, währenddessen er drei der Brennersöhne dazu bringt den vierten zu erschießen und diese nach der Reihe zu erschließen, da er im Gegensatz zu ihren doppelläufigen Flinten mit einem Unterhebelrepetierer mehr Feuerkraft besitzt.
Nach einem harten Kampf mit dem örtlichen Schmied kommt es zu einem für ihn enttäuschenden Ende, als er den Brenner Bauern erschießt.
SPOILER ENDE SPOILER ENDE SPOILER ENDE

Bewertung:

Ein eigentümlicher Genremix aus Western, Thriller und Heimatroman, der es wirklich versteht zu fesseln. Das Buch besticht mit einem flüssigen Stil und einer Spannungskurve, die es einem schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Der Sprachstil ist wirklich gut, auch wenn ich das eine oder andere Wort nachschlagen musste, in der wörtlichen Rede ist der Dialekt dezent aber wirkungsvoll umgesetzt. Die Darstellung  der Figuren ist wirklich organisch, es wirkt eher als wäre das Buch ein Tatsachenbericht als ein Roman. Hin und wieder wird etwas Komik eingestreut, die die bedrückende Atmosphäre des Tals und des Buches aufbricht ohne lächerlich oder deplaziert zu wirken.
Die Actionszenen sind so geschildert, dass man den rasanten Tempo für folgen kann aber danach erstmal eine Verschnaufpause braucht, die das Buch auch sofort liefert.

Spannung: 9
Wortwahl: 10
Charaktere: 10
Lesbarkeit: 10
Wiederleswert: 10

Gesamtwertung: 9,8

Unterschiede zwischen Buch und Film:
Im Film ist Greider kein Maler, sondern ein Fotograph, was ein wenig von der Stimmung nimmt, aber den Film dynamischer macht. So kann er kein Bild von den Brennersöhnen mit angedeuteten Narben malen.
Im Film versteckt sich Greider nicht in einer Hütte im Wald, wo er gefunden wird, sondern lockt seine Feinde in eine Falle und stellt sich ihnen zu seinen Bedingungen.
Auch kommt seine Intervention bei der Hochzeit für alle überraschend.
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