Luna's Weddingday

OneshotRomanze, Schmerz/Trost / P6
08.01.2017
08.01.2017
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Luna's Weddingday


Um die zylinderförmige Hütte herum, welche auf dem kleinen Hügel wie ein kleines Schloss thronte, waren kleine, weiße Zelte aufgebaut und mit dem exotischsten Pflanzen geschmückt worden. So konnte es passieren, dass einer der harmlosen Pflanzen plötzlich seine Tentakeln nach einem ausstreckte und die Geldbörse klaute, während andere, männliche Exemplare den Frauen unters Kleid lugten. Anstatt meine Hand zu halten, krallten sich Ginny's Hände in den Stoff ihres Kleides und versuchte ihre Unterwäsche vor den unverschämten Pflanzen zu verbergen. Schmunzelnd hatte ich meinen Arm um ihre Hüfte gelegt und betrachtete belustigt die anderen Frauen die ebenfalls ihre Kleider hielten. Irgendwie war die ganze Veranstaltung schon jetzt typisch Luna...

„ Harry! Harry und Ginny!“, begrüßte uns Luna überschwänglich und fiel mir sofort in die Arme. Während sie Ginny umarmte begann sie wild zu kichern. „ Pass besser auf Ginny, dein Gatte amüsiert sich über die anderen Frauen hier.“

Sofort wechselte mein Gesicht von dem käsigen weiß zum beschämten rot. Dass Luna ihre Gedanken auch immer laut aussprechen musste... Doch Ginny griff bloß nach meiner Hand, bedankte sich für den freundlichen Ratschlag und bestaunte dann das wohl exotischste Hochzeitskleid was sie je gesehen hatte. Es schien als wäre Luna ein zweibeiniger Hippogreif mit langen, blonden Haaren die wundervoll hochgesteckt waren. Ein kleiner Blumenkranz tanzte auf ihrem Kopf herum, die Schleppe bewegte sich pausenlos wellenförmig auf und ab. An ihrem Schleier waren Nistelzweige befestigt, doch noch waren sie winzig klein und machten keine Anstalten irgendwie zu wachsen.

„ Ihr könnt dort hinten sitzen.“ Luna zeigte mit dem Finger auf Plätze in der zweiten Reihe. „ Die erste Reihe ist komplett reserviert. Aber ich denke, dass wird kein Problem sein. Ron und Hermine können sich zu euch setzten, sagt ihnen das bitte, wenn ich sie gleich nicht mehr sehe. Ich muss noch den Schlüssel für die Fesseln von Rolf finden, ich habe ihn im Keller eingesperrt, damit er mein Kleid noch nicht sieht. War die Idee meines Dad's.“ Pfeifend drehte sie sich um und hüpfte auf dem direkten Weg zur Hütte. Ginny verdrehte bloß kurz die Augen, doch dann zog sie mich bestimmt zu unseren Sitzplätzen und wies mir den Platz innen zu, während sie sich an den Gang setzte und jedes weibliche Wesen misstrauisch beäugte, was an ihr vorbei ging.

„ Darling, du weißt, dass du die hübscheste Frau auf der ganzen Welt bist, oder?“, flüsterte ich ihr leise ins Ohr.

„ Gib's doch zu, du findest die Edmundschwestern doch unglaublich attraktiv. Außerdem sind die lange nicht so fett wie ich.“, schmollte Ginny und lehnte sich leidend gegen meine Schultern. „ Schau mich doch an, meine Oberschenkel sind bestimmt dreimal so fett wie sonst und mein Po sieht aus als hätte er versehentlich einen Vergrößerungszauber abbekommen.“

„ Ginns...das interessiert mich doch gar nicht. Ich liebe dich so wie du bist, da können die mageren Edmundschwestern sofort einstecken. Außerdem bleibt das doch nicht für immer so, du wirst sicherlich wieder so schlank wie früher werden, sobald der Kleine auf der Welt ist.“

„ Also findest du mich doch fett! Außerdem wird das ganz bestimmt ein kleines Mädchen, noch so einen taktlosen Mann im Haushalt kann ich dann echt nicht ertragen.“ Ginny rückte ein wenig von mir weg und verschränkte die Arme vor der Brust. Ich seufzte resigniert und gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange, bevor ich meine linke Hand auf ihren Bauch legte und meinen Kopf gegen ihren lehnte. „ Wir bekommen ein Baby, Darling. Solange du nicht krankhaft übergewichtig bist, kannst du so viel wiegen wie du willst und ich werde jede deiner Speckröllchen lieben. Jetzt bekommst du unser Baby und ich liebe dich für jeden Gramm den du zunimmst, weil jeder Gramm unser Baby größer und stärker werden lässt.“

Strahlend drehte sie sich zu mir. Ihre Augen glänzten vor Freude. „ Du meinst das auch wirklich so?“

Meine Hände legten sich an ihre Wangen, ich hielt ihr Gesicht in meinen Händen und kam ihr ganz langsam näher. Ja, Ginny war definitiv mein Mädchen, meine Frau, die beste Mutter die es für unser Kind hätte geben können! Unsere Lippen trafen aufeinander und sofort schloss ich meine Augen und genoss dieses sanfte Gefühl. Ich suchte nach ihren Händen, drückte sie ganz vorsichtig und begann jeden ihrer Finger zu ertasten. Solche Momente waren mir unglaublich wichtig geworden, unsere letzten Momente die wir ohne und gleichzeitig mit dem Baby verbrachten. Ich legte unsere Hände auf ihren Bauch ab und spürte wie gewohnt die Tritte unseres Babys. Es schien etwas dagegen zu haben, dass wir uns küssten. Und das bereits seit Wochen...

„ Oh Ginny, macht das Zuhause!“, hörte ich jemanden rufen und löste mich langsam von meiner Frau. Ich sah ihr in die Augen, welche sie erst kurz verdrehte und dann zu kichern begann. Ihr Kichern wurde zu einem lachen und ich lachte mit ihr. Ich schloss sie in meine Arme, roch an ihrem wundervollen roten Haar und sah dabei flüchtig in Hermines Augen die vielsagend ihre Augenbrauen hochzog. Ich liebte Ginny so sehr...

Als wir uns voneinander lösten umarmte ich erst einmal Hermine, bevor ich mich für einen Moment neben Ron setzte. Er grinste mich an, gab mir die Hand und heftete dann seinen Blick an seine kleine Schwester. „ Sie ist ja schon so erwachsen.“, murmelte er. Ich lachte. „ Keine Sorge ich pass auf Ginny auf. Mach dir keine Sorgen um sie.“
Ron nickte und senkte seinen Blick. „ Wir wollen es auch versuchen.“
Sofort schien mein ganzes Gesicht zu strahlen. „ Weißt du wie fantastisch das wäre? Unser und euer Baby könnten vielleicht noch in einen Hogwarts Jahrgang kommen! Stell dir das mal vor!“
Doch bevor Ron antworten konnte zog Ginny mich auf meinen alten Platz zurück und kurz darauf begann der Pastor zu reden.

„ Ich bitte um Ruhe!“ Im selben Moment trat ein junge Mann auf die Empore hinauf. Er trug einen perfekt sitzenden, schwarzen Festumhang, seine Haare waren ordentlich zurückgekämmt worden in seiner Brusttasche hing ein kleiner Nistelzweig. Rolf sah wirklich gut aus, zudem gehörte er wohl zu den freundlichsten und höflichsten Männern die ich je getroffen hatte. Er würde Luna gut tun, da waren sich alle ziemlich sicher, denn ansonsten hätten wir diese Hochzeit auch sicherlich verhindert! Schließlich ist Luna unsere Freundin!
Plötzlich flog ein Schwarm von Elfen nach vorne, in ihren Händen trugen sie kleine Geigen. Gemeinsam blieben sie ein wenig hinter Rolf in der Luft stehen und begann eine langsame, wunderschöne Melodie zu spielen die ich nie zuvor gehört hatte.
Die hintere Zeltwand baute sich selbst zur Mauer um und wenig Sekunden später trat Luna hindurch. Mir blieb der Mund offen stehen, über das Hippogreifkleid hatte sie nun noch einen unendlich weiten Rock gezogen, sie passte geradeso durch den Gang zwischen den Sitzreihen. Viel Stoff flog ihr hinterher, ihr Vater musste viel Abstand von ihr nehmen, obwohl er direkt hinter ihr ging.
Dann fiel mir auf die Nistelzweige auf Lunas Rücken bereits langsam in die Richtung von Rolf wuchsen, obwohl es sich mit seinen nicht anders verhielt. Sie wuchsen über unsere Köpfe hinweg und trafen sich in der Mitte. Ganz langsam schritt Luna weiter auf ihn zu, doch sie blieb vor den Stufen stehen. Ihr Vater nahm ihre Hand, flüsterte ihr etwas ins Ohr und sie nickte daraufhin breit lächelnd. Ihr Gesicht strahlte eine solche Freunde aus! Xenophilius legte die Hand seiner Tochter in die von Rolf und ich hörte wie Ginny schon jetzt zu schluchzen begann. Lunas Vater setzte sich in die erste Reihe und plötzlich wurde mir bewusst, dass niemand dieser besonderen Gäste von denen Luna geredet hatte, tatsächlich gekommen war und ihren besonderen Platz in der ersten Reihe wahr genommen hatte... Hoffentlich nahm Luna das nicht zu persönlich! Wieso kamen sie denn nicht?

Der Pastor redetete eine Weile, bevor wir uns alle erhoben. Er hob seine Hände und erneut begann das Elfenorchester leise zu spielen. „ Wollen Sie Mr Rolf Scamander die hier anwesende Miss Luna Lovegood zu Ihrer Ehefrau nehmen, sie lieben und ehren so war Ihnen Merlin beistehe, so antworten Sie mit ja ich will.“
Anstatt den Pastor anzusehen, schien er Luna beinahe anzustarren. „ Ja, ich will.“
Und ich frage auch Sie, wollen Sie Miss Luna Lovegood den hier anwesenden Mr Rolf Scamander zu Ihrem Ehegatten nehmen, ihn lieben und ehren so war Ihnen Merlin beistehe, so antworten Sie mit ja ich will.“
„ Ja, ich will.“
Luna und Rolf drehten sich zu Xenophilius der nun nach vorne trat und sich gegenüber vom Pastor aufstellte. „ Sie als Vater der Braut, sind Sie mit dem hier anwesenden Rolf Scamander als Ehegatten Ihrer Luna Lovegood zufrieden? Ansonsten bitte ich Sie das Feuer zu entzünden.“ Doch der Mann lächelte nur, legte Rolf eine Hand auf die Schulter und drehte sich wieder um. „ Ich werde die Nisteln nicht verbrennen.“
„ Dann dürfen Sie sich nun küssen!“, verkündete der Pastor. Kaum berührten sich ihre Lippen begannen die Nistelzweige noch weiter zu wachsen und blühten in allen möglichen Farben auf. Es war so wunderschön! Mittlerweile heulte Ginny wie ein Schoßhund, sie lag in meinem Arm und blickte immer wieder zu mir hinauf. Doch ich hielt mich tapfer.
Wenig später schallten Rolfs Worte, das Buffet ist eröffnet, durch das Zelt. Plötzlich schien der romantische Zauber gebrochen zu sein, doch ich gab Ginny trotzdem einen flüchtigen Kuss, bevor ich sie mit Ron und Hermine zum Buffet schickte.

„ Alles Gute Luna.“, wünschte ich meiner blonden Freundin und umarmte sie herzlich. „ Ich hoffe du hast einen unvergesslichen Tag.“

Sie strahlte. „ Natürlich habe ich das! Schließlich sind alle Menschen bei mir die mir wichtig sind.“

„ Wer sollte...wer sollte eigentlich in der ersten Reihe sitzen?“, platze es plötzlich aus mir heraus.

Schwärmerisch sah Luna in die Ferne, bevor sie mich am Handgelenk nach vorne zog und mit dem Finger auf jeden einzelnen Platz zeigte. „ Ich glaube sie waren alle da. Neben meinem Vater saß meine Mutter, neben ihr Lily, deine Mutter. Ich hätte sie sicherlich gemocht. Dann dein Vater, Sirius und Professor Lupin. Er war ein toller Lehrer und doch mit deinem Onkel befreundet, oder? Und dort drüben Fred, oh, und neben Professor Lupin natürlich noch seine Frau Tonks. Neben Fred sollte auf jeden Fall noch Colin. Er war wirklich lieb zu mir und ich habe ihm oft bei den Hausaufgaben geholfen.“

Plötzlich kullerte mir doch eine Träne über die Wange. Ich war so gerührt von ihren Worten.

Doch Luna nahm mich bloß in den Arm und sagte: „ Nicht weinen, Harry.“
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