Kleine Katastrophen aus dem Leben zweier Männer

von LuniLup
GeschichteHumor, Romanze / P12 Slash
Cletus Rufus
06.01.2017
07.04.2017
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06.01.2017 3.495
 
Früherer Wahnsinn, der das als Konsequenz nach sich zog und am Besten gelesen werden sollte:
Teil 1: Boat of Love (http://www.fanfiktion.de/s/5713a23b0004b662d1fdb25/1/Boat-of-Love)
Teil 2: Dinner of Gratefulnes (http://www.fanfiktion.de/s/583db52a0004b6621f420edf/1/Dinner-of-Gratefulness)

Speech of Love
Unruhig saß Rufus in seiner kleinen Werkstatt, während die Geräusche aus den anderen Werkstätten und auch die Klänge der anderen Laboren gedämpft durch die Wände zu hören waren. Der Mann setzte gerade dazu an, die nächsten Kabel von einer seiner kleinen Bastelei zu verbinden, als ihm die Funken ins Gesicht flogen und Rufus sich nur gerade so noch davor bewahren konnte, dass diese Funken ihm die Wimpern und den Haaransatz verschmorten, vor allem, da seine Haare immer noch fettig waren und die Auswirkungen einem Flächenbrand gleich gekommen wäre. Fluchend warf Rufus den Schraubenschlüssel hin und starrte entnervt zum Kabelgewirr. Mit einem kräftigen Fluch trat er gegen das Metall, ehe der Mann auf der Stelle hüpfte, da der Tritt jetzt seinen schmerzhaften Tribut forderte. Genervt atmete Rufus durch, dann stützte er sich auf einen der kleinen Tische. Seit dem Abend im Restaurant war Rufus ohnehin schon geschwächte Konzentration jetzt gar nicht mehr vorhanden. Immer wieder drängte sich der Moment vor der Tür in seine Gedanken, ehe er sich bemühte, die Erinnerung daran wegzuschieben. Aber trotzdem kehrten die Vorstellungen des abends immer wieder zurück. Seufzend rieb sich Rufus mit der Hand übers Gesicht, als er daran dachte, dass er heute noch einmal mit Goal ausgehen wollte, denn seit dem Abend lief auch das auch nicht mehr so wirklich. Genervt schmiss Rufus jetzt den schmutzigen und mit Öl beschmierten Lappen auf den Boden und stapfte zur Tür. Gewaltsam knallte er die Tür hinter sich zu, um grummelnd zu den Habitaten zu stürmen.

Cletus Finger trommelten ungeduldig auf die Schreibtischplatte, sein Blick glitt zur großen Standuhr in seinem Büro. „Mr Cletus, Sir?“, fragte eine junge Frauenstimme von der Tür her. „Was?“, knurrte der Mann hinter seinem Schreibtisch und blickte ungnädig in die Richtung. Die schwarzhaarige Frau schluckte trocken, dann stammelte sie: „Sir, Miss Alisha und....Miss Lydia....lassen sich ankündigen und außerdem...“ Sie hätte wohl noch weiter geredet, wenn man nicht in diesem Moment wieder einen finsteren Laut Cletus vernommen hätte, der unwirsch wissen wollte: „Für wann haben Sie sich angekündigt?“ „Für...für die nächste Woche Mittwoch, Sir“, stammelte die Frau wieder eingeschüchtert. Sobald sie sich mit Cletus hochgezogener rechter Augenbraue und einem kalten Blick aus klaren, grünen Augen konfrontiert sah, lief ein Zittern durch ihren Körper und noch unsicherer wurde ihre Stimme zu kaum mehr als einem Flüstern: „Sie wollen eine Angelegenheit ihrer jeweiligen Abteilungen mit Ihnen besprechen. Unter anderem wird Mr James beide begleiten. Sie.....sie möchten über das...Budget ihrer Abteilungen...reden.“ Ein letztes, panisches Schlucken der Frau, danach hielt sie den Blick nicht aus, drehte sich schnell um und eilte aus der Tür, die sie leise hinter ihr schloss. Cletus starrte immer noch auf die Uhr, nachdem seine Sekretärin wieder aus dem Raum verschwunden war. Weiterhin befand sich die Laune des Mannes am absoluten Nullpunkt, wenn nicht sogar schon in den Minusbereichen. Dieser Fakt hatte einen ganz einfachen Ursprung, nämlich: der Abend vor mehreren Tagen, als er und Rufus sich geküsst hatten. Genau genommen schon zum zweiten Mal. Dieses Mal aber ohne das Zutun von Alisha, was das ganze dann eigentlich auch nur verschlimmerte. Und ein weiterer Fakt war: Cletus konnte sich noch nie damit anfreunden, dass es Dinge gab, die man angeblich nicht mit Gesprächen klären konnte. Cletus konnte das. Vor allem, wenn er vorher darüber nachdachte (und Dinge hatte, um seinen Gesprächspartner milde zu stimmen wie zum Beispiel ein teures Abendessen). Und in den letzten Tagen hatte er sehr viel nachgedacht. In einer Ablage des Aktenschrankes befand sich ein kleiner Koffer mit Zahlenschloss, immer noch ein altmodisches, welches deshalb nicht mit Ronny verbunden war, sodass das Schloss nicht gehackt werden konnte, einige für Cletus wirklich wichtige Papiere. Denn in diesem kleinen Koffer befanden sich mehrere Papiere, die alle von Hand geschrieben worden waren, in denen Cletus seine ganzen Gedanken und Einfälle aufgeschrieben hatte. Dabei war er zu dem Schluss gekommen, dass der Kuss an dem Abend, zumindest aus seiner Sicht, nicht nur aus Alkohol ausgelöst worden war, sondern letztlich auch durch eine genügende Sympathie für Rufus. Und, in den folgenden Absätzen auch mehr. Außerdem beschloss Cletus, sobald sich eine Möglichkeit ergab, mit Rufus über den Kuss zu reden. Denn hier waren wir wieder bei Cletus Problem: es war für ihn, aus physikalischer Sicht und der, der Laune von anderen Mitmenschen, ein Ding der Unmöglichkeit nicht über solche Dinge zu reden. Deshalb sank seine Laune auch mit jedem weiteren Tag, an dem er sich nicht mit dem Problem auseinandersetzte.
Ein letztes Mal klopften Cletus Fingerkuppen eine Melodie, die einen traurigen Unterton, aber ein dramatisches Leitthema besaß, auf das schwere Holz. Erst dann erhob sich Cletus in seiner üblichen Arroganz mit seiner ebenso üblichen Melodramatik. Die schwere Holztür öffnete sich für Cletus automatisch, er selbst stürmte nach draußen, hinter ihm schlossen sich die Türen mit einem leisen Zischen, der Mann begab sich auf den Weg zu seinem Habitat, wobei alle Menschen ihm aus dem Weg sprangen, wenn er dort entlang stürmte, aus Angst den Zorn des Mannes auf sich zu ziehen.


Rufus stand erstarrt in der Wohnungstür, während Goal ihm einen bedauernden Blick zuwarf. Noch immer hallten die Worte laut im Kopf des Mannes wieder: „Es tut mir leid, Rufus. Ich mache Schluss.“ Goal blickte ihn immer noch traurig an, sie musste Rufus noch nicht einmal erklären weshalb, denn er wusste. Fakt war: seit der Nacht mit Cletus hatte sich alles verändert. Seit dieser Nacht hatten sich in Rufus immer öfter die Zweifel aufgebaut, ob es richtig gewesen war mit Goal zusammen zu sein oder nicht. Jetzt war es also klar: auch Goal konnte die sicheren Anzeichen nicht mehr ignorieren, jetzt war es ihr auch zu viel geworden. Die Gedanken des Mannes kehrten wieder in die Realität zurück als ein leises Knallen zu hören war. „Ich habe schon einmal deine Sachen gepackt.“ Rufus blickte auf, Lippen aufeinander gedrückt, seine braunen Augen kühl, ihre verweint. Langsam griff der Mann jetzt die Tasche, sah Goal weiterhin an, sie konnte dem Blick nicht mehr standhalten. Die Schlüsselkarte wurde auf die Kommode gelegt, dann schwang sich Rufus die Sporttasche über die Schulter. Wie in Zeitlupe wandte sich Rufus um und schritt nach draußen, Goal schloss hinter ihm die Tür. Der Braunhaarige stand noch mehrere Minuten erstarrt in der Tür, dann stürmte er mit der Tasche in der Hand zu Cletus Habitat, um dort seiner Wut Luft zu machen.

Irritiert blickte der Blasse auf, als er ein Hämmern an seiner Tür hörte. Das Feuer im altmodischen Kamin knisterte immer noch so laut, dass der Mann es fast nicht gehört hätte, dementsprechend laut war das Klopfen in den letzten Minuten geworden. Der Rotwein wurde zusammen mit dem Buch auf den Glastisch gelegt beziehungsweise gestellt, ehe sich Cletus galant von seinem Sofa erhob. Zur Tür schreitend fragte er sich in Gedanken, welcher Vollidiot ihn nun störte, da er eigentlich nicht wirklich in seinem Buch las, sondern eher immer und immer wieder darüber nachdachte, wie er mit Rufus reden konnte. Als der Blasse dann die Tür öffnete und feststellte, dass besagter Vollidiot auch besagter Mann mit dem er reden musste, war, konnte er sich ein ironisches Schmunzeln nicht verkneifen. Bei dem Blick, der ihm zugeworfen wurde, zuckte er jedoch zurück, seine Kehle zog sich zu. Noch ehe Cletus etwas sagen oder machen konnte, schob sich Rufus durch die Tür, wobei er seine Tasche wie nebenbei in eine Ecke fallen ließ. Cletus Herzschlag beschleunigte sich noch etwas, weil der Blick des Größeren mit einer gewaltigen Wut und einem angsteinflößendem Zorn, ihn völlig unerwartet traf. „Rufus? Was ist passiert?“, Cletus Stimme war zögerlich, unsicher und hatte den arroganten Tonfall völlig eingebüßt. Tatsächlich zweifelte Rufus für einen kurzen Moment, ob es eine gute Idee war, jetzt mit Cletus zu reden, (also in seinem Fall zu schreien) oder er doch lieber noch warten sollte. Aber dann fielen ihm wieder die Worte Goals ein und ohne sich weiter an Cletus nervöser Erscheinung aufzuhalten, bedachte Rufus den Kleineren mit einem weiteren zornigen Blick, ehe er unruhig hin und her stapfte und seine Worte kalt und hart wie Eis hervorgebracht wurden: „Goal und ich sind nicht mehr zusammen.“ Cletus Augen weiteten sich bei diesem Satz, während sein Herz kurz einen erfreuten Hüpfer tat, doch im gleichen Augenblick wurde Cletus wieder bewusst, dass Rufus darüber ja ganz offensichtlich nicht erfreut war. Stattdessen schwieg der Blasse, sah weiterhin mit Irritation und auch Nervosität zu, wie der Größere hin und her schritt, ihm seine ganze Wut mit einer alles zerfetzenden Kälte entgegen schrie, weshalb sich der Stille immer kleiner machte, sich immer weiter zur Wand zurückzog und in das Halbdunkle. Sobald Rufus sich umwandte, erstarrte seine Mimik als er den schuldbewussten Gesichtsausdruck sah, doch seinen Atem hielt Rufus erst an, als er feststellte, dass der Blick enttäuscht und jegliche Hoffnung verschwunden war. Hoffnung auf etwas, für das Rufus bis jetzt einfach noch nicht den Mut hatte, um es letztlich zu denken. Aber kaum war der Gedanke nun erschienen, so wurde es für Rufus unmöglich diesen wieder zu vertreiben. Was, wenn der zweite Kuss nicht vom Alkohol herrührte? Der Größere blieb stehen, starrte zum anderen, dieser wandte seinen Blick weiterhin zu Boden. Langsam trat Rufus näher an den Kleineren heran, unsicher streckte sich die rechte Hand nach der Schulter aus, berührte diese unter dem weißen Hemd. Cletus blickte auf, grün traf auf braun, Unsicherheit auf Zweifel. Ein leises Seufzen erklang, als der Blasse sich hilfesuchend an der Wand anlehnte. „Wieso kann es nicht einfach einfach sein?“ Wieder grüne Augen, Verzweifeln und Unwissen, braun, überrascht und irritiert. Gerade wollte der Größere sich wieder abwenden, um zu gehen, denn ansonsten hätte er dem Drängen in seinem Inneren noch nachgegeben, stattdessen hörten sie von draußen Stimmen. Eindeutig Frauenstimmen, eine wütend, die andere hysterisch. „Und Rufus hat sonst echt gar nicht mehr reagiert?“, wollte die erste wissen. „Ja, nicht mal wütend war er!“, hier die zweite, hysterische. „Wenn ich ihn finde, dann wird er das bereuen!“ „Denkst du wirklich, dass das eine so gute Idee ist?“ „Also, ich denke, er sollte sich zumindest bei Goal entschuldigen, dass er sie die letzte Zeit so schlecht behandelt hat.“ „Gut, da hast du recht!“ Die beiden Männer warfen sich erstaunte und, wenn sie ehrlich waren (waren sie aber nicht), dann auch panische Blicke zu, ehe Cletus Rufus mit sich und vom offenen Fenster wegzog, zum Flur hin, wobei die Tasche immer noch im Weg lag. Deshalb stolperten sie beide und kurz darauf fand Cletus sich mit dem Rücken gegen das Sofa gedrückt wieder, während Rufus auf ihm lag. Der Kleinere lächelte nach wenigen Sekunden verlegen und meinte, um die peinliche Stille zu unterbrechen: „Also, ich wurde schon schlimmer begrabscht.“ Der Größere musste, entgegen seinen Willen, bei diesen Worten grinsen, plötzlich machte es ihm gar nichts mehr aus, dem Blassen so nahe zu sein, stattdessen waren die Zweifel durch ein leichtes und alles einnehmendes Glück zerstreut worden. Aber als wieder die Frauenstimmen von draußen drangen, erstarrten die beiden und das Lächeln gefror: „Glaubst du es ist wegen Cletus?“ „Nein, niemals! Die beiden sind doch Klone oder?“ Da waren sie wieder, die Zweifel und moralischen Vorwürfe. Verzweifelt blickte Rufus zu Cletus, dieser sah aus grünen und sanften Augen nach oben. Die schlanke Hand des Unteren hob sich, um eine Haarsträhne, die sich unter der Mütze gelöst hatte, um den Zeigefinger zu drehen, den Oberen noch näher an sich zu ziehen und mit weicher Stimme lieferte der Kleinere einen Einwand, um Rufus Bedenken zu zerstreuen: „Sind wir mittlerweile nicht schon so viel mehr als einfache Klone? Ich meine, sieh uns doch an. Wir sehen uns doch schon im Halbdunkel nicht mal mehr ähnlich. Wir haben mittlerweile eine andere Haarfarbe, unsere Augenfarbe und Hautfarbe war schon immer unterschiedlich und wenn wir ehrlich sind, dann ist unser Körperbau eigentlich auch schon fast nicht mehr identisch. Außerdem sind wir schon vom Charakter her so verschieden, dass es uns doch schon immer unglaublich schwer gefallen ist, den jeweils anderen zu imitieren. Wir sind vieles, aber bestimmt keine einfachen Klone, die sich ähneln.“ Rufus öffnete trotz allem den Mund, wollte widersprechen, doch desto länger er in die grünen Augen sah, desto unsicherer wurde Rufus sich, ob es ihn überhaupt interessierte, dass sie vielleicht nicht zum ersten Mal lebten oder eventuell schon zum zehnten Mal oder als Klone und ursprünglich mal ein und dieselbe Person. Denn was wichtig war, war die Gegenwart. Und in der Gegenwart stützte Rufus sich nur wenige Zentimeter über einen Mann, der ihn gerade definitiv fordernd und liebevoll ansah. Die Gegenwart besagte auch, dass Rufus diesen Blick erwiderte. Die Gegenwart besagte auch, dass nichts, absolut gar nichts zwischen diesen beiden stand. Genau deshalb neigte Rufus sich nach unten, seine Lippen berührten erst zögerlich die des Kleineren, während der Untere seine Hände hinten in den Nacken des Größeren legte, um ihre Lippen nun fest aufeinander zu drücken. Mit einem leisen Keuchen lösten sich beide Männer von dem jeweils anderen. Cletus Augen waren geschlossen, ein Lächeln auf seinen Mundwinkeln, während der Brustkorb sich schnell hob und senkte. Rufus blickte weiterhin auf Cletus schmale Gestalt, langsam zogen sich auf die Mundwinkel des Oberen nach oben, während das Herz des Größeren laut und schnell gegen seinen Brustkorb hämmerte. Als sich Cletus Augenlider zur Hälfte öffneten, musste Rufus bei der Intensität der Freude und des unglaublichen Glückes schwer schlucken. Cletus Hände übten langsam Druck aus, bis Rufus sich dann völlig auf den Kleineren sinken ließ, Rufus legte seine Stirn jetzt gegen die des Unteren, ihre Lippen fanden sich ein zweites Mal und der Größere bemerkte, wie die langen Wimpern des Unteren sich mit den seinen verfingen. Diesmal hielten sich beide nicht mehr so zurück, Rufus strich mit seiner Zunge über Cletus Unterlippe, dieser ließ sich nicht lange bitten, sondern gab dem Willen des Oberen nur allzu gerne mit einem leisen Stöhnen nach. Die Zungen der beiden fingen einen spielerischen Kampf, den Rufus letztlich gewann, was dessen Ego noch ein wenig hoch putschte, während Cletus grinsend das Ganze zuließ. Diesmal stöhnten beide Männer auf, zeitgleich drückte Rufus den anderen weiter gegen das Sofa, Cletus seinen Körper gegen den Größeren. Diesmal brachten sie ihre Lippen auseinander wegen Sauerstoffmangel, ihre Herzen schlugen immer noch schnell, leises Keuchen erfüllte den Raum. Seinen Kopf drückte Rufus an den Hals des Kleineren, um auch hier kleine Küsse zu verteilen, ehe er sich festsaugte. Cletus musste leise lachen, während er immer wieder leicht zuckte, da er mehr als empfindlich bei seinem Hals reagierte. Auch Rufus Stimmung stieg, während er keine Anstalten machte, irgendetwas an der Situation, wie sie jetzt war, zu ändern.

Cletus Finger kraulten langsam durch Rufus Haare, während die Mütze des Größeren auf dem Boden lag, zusammen mit dem Mantel und dem Halstuch. Mittlerweile hatten sie die Plätze getauscht, sodass Cletus jetzt an Rufus Brust lehnte, während der Größere sein Kinn auf den weichen Haaren des Kleineren ablegte und die Hände locker um die Hüfte des anderen verschränkt hatte. „Wo willst du heute eigentlich hin? Wenn Goal dich rausgeschmissen hat, wirst du schlecht nach Hause können. Oder hast du ein geheimes Habitat, was bis jetzt weder den normalen Einwohnern, noch der Verwaltung aufgefallen ist?“ Menschen, die genau hinhörten, konnten deutlich den lauernden und lockenden Unterton in Cletus Stimme hören. Rufus hingegen antwortete unwissend: „Ich weiß. Irgendwo werde ich wohl erst einmal unterkommen. Ich könnte Wenzel fragen, immerhin muss er sich ja noch für die tollen Jahre mit mir bedanken!“ Dass Wenzel Rufus wohl allenfalls dafür danken sollte, dass Rufus Wenzel nicht umgebracht hatte, erwähnte Cletus lieber nicht, stattdessen drehte er sich jetzt so, dass Rufus ihm ins Gesicht sehen musste und fragte: „Wieso bleibst du dann nicht einfach hier? Immerhin...“, ein kurzer Blick zur Tasche, die erst dafür gesorgt hatte, dass nun beide Männer so auf dem Sofa saßen, „deine Sachen hast du ja schon hier.“ Der Größere blickte erstaunt nach unten, Cletus ehrlich nach oben. „Dir macht es nichts aus, wenn ich wirklich bleibe?“, erkundigte sich Rufus, Cletus antwortete mit hochgezogener Augenbraue: „Würde ich ansonsten fragen? Solange du meine Kaffeemaschine nicht demolierst. Aber ich kann dir nur das Sofa anbieten. Naja, außer du würdest es bevorzugen, mit mir das Bett zu teilen.“ Bei den letzten Worten wanderten die Augenbrauen des Größeren in ungeahnte Höhen, Cletus war noch kurz verwirrt, ehe er wusste, woran Rufus wohl gerade dachte. „Ich meinte nur zum Schlafen...dem ganz normalen Schlafen!“ Der Kleinere sah jetzt ernst zu Rufus, dieser grinste ihn immer noch anzüglich an. „Ich nehme das Bett, danke. Und das mit dem ganz normalen Schlafen....mh, mal sehen, wie es sich entwickeln wird...“ Cletus errötete, ob aus Wut oder Scham sei mal dahingestellt, während der andere Mann sich vorbeugte und noch einen weiteren Kuss auf die Lippen des Blassen setzte. Dieser murrte zwar auf, doch es war eindeutig nur gespielt genervt.

Rufus streckte sich in und auf zwischen weichen, warmen und flauschigen Bettlacken, im Hintergrund öffnete sich die Tür zum Schlafzimmer. Mittlerweile nur noch in Sweatshirt (von Rufus geschnorrt) und Boxershorts (eigene), trat Cletus ein, während Rufus grinsend die Bettdecke zurückschlug, ebenso nur in Boxershorts (auch seine eigenen und weder geklaut, noch geschnorrt), legte sich jetzt auch Cletus ins Bett. Während das Licht sich jetzt automatisch dimmte, küsste Cletus den Größeren auf die Wange und meinte verschlafen: „Schlaf gut.“ Auch Rufus lächelte, ehe er leise wisperte „Gute Nacht“, und Stille senkte sich über das Schlafzimmer. Eine Sache beschäftigte Rufus dennoch, weshalb er keinen Schlaf finden konnte und leise fragte er Cletus, der schon halb im Schlaf war: „Duhu Cletus?“ „Hm?“, kam die leise Antwort. „Denkst du, dass wir vielleicht ein wenig übereifrig sind mit der ganzen Beziehungssache hier?“ Kurz herrschte wieder die Stille, dann war ein schweres Seufzen von Cletus zu hören, der sich auf seine Ellenbogen kämpfte, um im Licht des Mondes und der Sterne, welches durch das Fenster fiel, Rufus Blick zu suchen. „Hör zu“, begann er im ernsten, dennoch verschlafendem Tonfall, „vielleicht sind wir wirklich zu schnell, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht sollten wir auch noch nicht zusammen im Bett liegen, vielleicht aber doch. Vielleicht sind wir wirklich zu übereifrig, vielleicht zu langsam und vielleicht machen wir beide das genau richtig. Ich weiß es selbst nicht mit Sicherheit. Das einzige, was ich mit Sicherheit weiß, ist die Tatsache, dass ich seit dem Abend vor knapp einer Woche nicht mehr richtig geschlafen habe, weil ich mir immer über meine Gefühle und über uns Gedanken gemacht habe. Ich weiß auch, dass verdammt nochmal übermüdet bin und bald zusammenbreche, wenn ich nicht in naher Zukunft vernünftig durchschlafe. Und eine weitere Sache, die ich mittlerweile sehr sicher weiß, ist, dass ich jetzt eben um einiges schneller und tiefer eingeschlafen bin, als die letzten Tage und das alleine durch deine Anwesenheit. Da ich aber immer noch übermüdet bin, werde ich jetzt nicht mehr groß weiter reden, weil ich endlich schlafen will und ich jetzt wohl kurzerhand für uns beide beschließe, dass wir uns spätestens morgen darüber Gedanken machen. Und jetzt...gute Nacht!“ Mit diesen Schlussworten ließ sich Cletus wieder auf die Matratze fallen, ehe er sich in die Decke kuschelte. Rufus, zu ergriffen von den Worten und ihrer Bedeutung, um noch großartig etwas zu sagen, lag stumm im Bett, bis er spürte, wie sich andere, der immer noch nicht schlief, da er beinahe körperlich spüren konnte, dass Rufus gleich anfangen würde, seine Worte zu zerdenken, wie der Kleinere es zu bezeichnen pflegte, nahe an den Größeren kuschelte, sodass Rufus letztlich nichts anderen übrig blieb, als Cletus in seine Arme zu nehmen, wenn der Größere wollte, dass sie beide heute Nacht in einer bequemen Position schlafen würden. Nun endlich abgelenkt, vergrub Rufus seine Nase vorsichtig in den weichen Haaren des anderen, während ein Gedanke durch seinen Kopf schoss: „Scheiß doch auf die angemessene Zeit!“ So dauerte es nicht lange, bis endlich beide Männer eingeschlafen waren.

Und zeitgleich besah sich die Autorin noch einmal diese kitschige Liebesgeschichte, beschloss, dass sie es nicht mehr besser machen konnte und entschied sich, dass es so wohl halbwegs gut sein würde. Aber jetzt mal ernsthaft: ich hoffe es hat euch gefallen und das ihr die Geschichte gern gelesen habt! Ich würde mich wahnsinnig über Meinungen, wie zum Beispiel Kritik oder Lob freuen, es ist aber nicht nötig.
Ich muss jedoch gestehen, dass wir noch nicht ganz am Ende der Reise sind mit den Beiden, denn noch kann ich nicht Gnade wallten lassen mit den zweien. Stattdessen dürft ihr euch noch auf ein paar kleine Kurzgeschichten mit beiden hier in dieser Sammlung (fürchten) freuen.
Im nächsten Teil: das unfreiwillige Outing durch gewisse (Feinde) Freunde von Cletus, die unerwartet hereinstürmen.
Ich hoffe, dass der ein oder andere auch bei diesem Desaster, wie ich es wohlweislich bezeichne, als Leser begrüßen dürfte oder auch bei einer anderen Geschichte. Doch bis dahin…
Noch eine schöne Zeit und ein herzliches Tüdelü!
LuniLup
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