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Learn To Trust Again

KurzgeschichteDrama, Familie / P16
Christopher Hermann Gabriela Dawson Kelly Severide Leslie Shay Matthew Casey Peter Mills
05.01.2017
13.04.2017
3
8.787
3
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
13.04.2017 825
 
*wischt den Staub weg*
Huhu, schön, dass Ihr die Geschichte gefunden habt :) Irgendwie wird es mal wieder Zeit für ein neues Kapitel, richtig? Damit ich mich selbst wieder in die FF reinfinde, gibt es nur ein kleines, gefühlsmäßiges Kapitel. An dem nächsten schreibe ich schon und es ist halb fertig, also werde ich früher daran denken weiter zu schreiben, bevor die FF wieder einen automatischen pausiert-Stempel bekommt :D


3. Kapitel: Eine Flucht ins Nichts

Zwei Wochen lang schaffte ich es mich erneut zu verstecken, in dem ich einfach nach Miami flog. Keiner wusste von meinen Reiseplänen, am allerwenigsten ich selbst, denn nach dem Besuch bei Matt, der mich so aufgewühlt hatte, war ich lange nicht in der Lage gewesen klar zu denken. Die kalte Luft hatte mich noch wütender gemacht, da ich innerlich bereits das Gefühl hatte an der Kälte, die mein Herz umfasste, zu ersticken.
Kurz entschlossen war ich in ein Taxi gesprungen, hatte den Fahrer gebeten zu warten und war nach fünf Minuten mit einer kleinen Tasche und meinem Reisepass zum Flughafen aufgebrochen, wo ich die erste Zeile von der Tafel als Ziel raus pickte. Miami.

Mein Kopf war einfach leer gewesen und dennoch bekam ich das Bild von Matt nicht aus meinem Bewusstsein, dessen Lippen immer wieder sagten: „Ich weiß von deinen Gefühlen.“
Der leichte Lichtblitz in seinen Augen, die Andeutung eines Lächelns auf seinen Lippen... Und dann die totale Ernüchterung in seiner Mimik, als ich mich von ihm zurück zog.
Das Leben war einfach nicht für Menschen gemacht, die das Wort fair mochten.
Ich mochte Matt Casey schon so lange, dass es sich falsch anfühlte ihn jetzt, wo er von meinen Gefühlen wusste, abzuweisen. Es fiel mir schwer mich an die Vorfreude zurück zu erinnern, die ich wegen seinem Geschenk gehabt hatte.
Daran zu denken, bedeutete auch an all das zu denken, was an diesem Tag schief gegangen war.

Doch in Miami zu sein war auch nicht besser als in Chicago. Jeder, der sagte, dass die Probleme einen verfolgten, hatte recht und ich wusste nun, wie es sich anfühlte. Eigentlich komisch, da mein Leben nie wirklich problematisch war. Ich hatte immer einen Weg gefunden mich durchzubeißen. Und es gab schließlich genügend Gründe nie aufzugeben.

Nach zwei Wochen auf meinem Hotelzimmer mit einem Blick hin und wieder von der Terrasse aufs Meer, machte ich mich wieder auf den Weg nach Hause. Ja, es war mein Zuhause und das würde es immer bleiben, ganz egal wen ich verloren hatte und wen ich vielleicht noch verlieren würde.  
Meine Mutter hatte mich jeden Tag fast sechzig Mal versucht zu erreichen und ich hatte es einfach klingeln lassen. Auch wenn ich keine Musik oder den Fernseher laufen ließ, war mir die Stille manchmal unheimlich, aber ich wollte es ja so.
Packen brauchte ich nicht, da ich nur mit dem notwendigsten direkt aus dem Koffer gelebt hatte und das Auschecken ging schneller als erwartet. Die Rezeptionistin täuschte keine falsche Freundlichkeit vor oder stellte mir überflüssige Fragen nach meinem Aufenthalt. Das ich mich nicht erholt hatte, sah man meinem matten Gesicht an, außerdem hatte ich die Putzfrau abbestellt.
Auch am Flughafen schenkte man mir kaum Aufmerksamkeit und speiste mich schnell ab.
Ich wusste nicht, ob ich es mir anders gewünscht hätte... Denn einerseits wollte ich kein überflüssiges Gespräch führen und schon gar nicht auf ein Wie geht es Ihnen denn? lügen. Doch zu spüren, dass man unsichtbar war, wenn man sich selbst völlig von der Erde losgelöst fühlte, war auch kein gutes Gefühl. Wenn ich mitten zwischen all den Menschen, die gelangweilt auf ihre Handys starrten, wütende Geschäftstelefonate führten oder ihre kleinen Kinder versuchten unter Kontrolle zu halten, plötzlich explodieren würde... Mal ehrlich... Wen würde es kümmern?
Matt.
Sein Name ploppte regelrecht in meinem Bewusstsein auf und gab meinem Herz einen schnelleren Schlag.
Ja, er würde sich definitiv wundern, wenn ich nicht mehr auftauchte. Ob er in den letzten zwei Wochen nach mir gesucht hatte? Wahrscheinlich, doch ich wusste genau, dass es mir in dem Moment egal sein würde, wenn er mich direkt darauf ansprach.
Was war bloß los mit mir?! Er konnte mir doch nicht einfach so egal sein, verdammt.

Als ich leise schluchzte, wurde mir bewusst, dass meine Wange feucht war. Schnell wischte ich mir durch die Augen.
Ich hasste es nicht zu wissen, was mit mir los war. Wenn ich nicht wusste, wie ich mit mir selbst umgehen sollte, wie sollten es dann erst andere wissen? Es war unfair ihnen die Bürde aufzuerlegen mich aus diesem Loch raus zuziehen, denn das schaffte ich doch alleine – oder? Als ich zur Feuerwache gegangen war, war das der erste Schritt, aber leider war ich dann wieder abgehauen, auch wenn ich mir sicher war, dass Matt und die anderen es verstehen würden.

Mein Flug wurde aufgerufen und ich drängte alle Gedanken erst einmal zurück, auch wenn es schwer war.

Sobald ich wieder in Chicago war, gab es nur einen Ort, an den es mich wirklich zog...
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