Geschichte: Freie Arbeiten / Poesie / Horror / Schnee

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Schnee

GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
03.01.2017
03.01.2017
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In unbeflecktes Weiß gewandet steht eine Maid
Die Haut so hell wie Sternenlicht und dünn wie teures Pergament
Sie könnt ein Geist, so bleich und still sie steht in reinem, weißen Schnee
der auch vom Himmel tanzt hernieder und sich bettet auf güldenes Haar

Nicht weit von ihr lauert ein Wolf im Schnee, dass Fell so schwarz wie Kohle
Augen rot wie Blut und Geifer auf den Fängen und im Schnee
Dampft vor Hitze und vor Gier
Er will die Jungfrau hier

Kein Laut dringt durch die Stille als er sich bewegt zu ihr und endlich ihren Atem sieht
der gefroren fällt von ihren Lippen
Und Da! Ihre Hand sie nun erhebt um zu fangen einen Flocke eisiger Perfektion auf ihrem Weg
hinab

Sie sieht ihn weder kommen, noch hört sie seinen Atem schwer, der verkündet Dinge so schrecklich
gar, dass selbst die alten Bäume erzittern tief in ihren Schlaf
Er hat sie fast erreicht, da schwingt sie herum und mit Augen blau wie das Meer blickt sie an
Ihre makellosen Lippen verziehen sich unschuldig, sanft zu einem Willkommensgruß für ihn

Sein Lächeln ist so falsch wie ihres Rein als er schlägt die Klauen in sie hinein
Er vergeht sich an Fleisch so zart wie ein junger Sommertag,
Er schlingt und keucht und sauft ihr Blut das vereinzelt tanzt mit den Flocken aus Schnee
Ihre Schreie brechen die winterlichen Ruhe

Die Maid konnte sich befrei'n und flieht durch Schnee und Wind, zwischen die schlafenden Riesen
Sie stolpert und rutscht
Ihr Blut befleckt den Schnee und weißt dem Raubtier seinen Weg
Sie stolpert, er springt und seinen Kiefer um ihren Schwanenhals schlingt

Ich schrecke hoch aus tiefen Traum und wage es kaum mich umzuschau'n in meinem Keller klein
Die Ketten die mich binden rasseln, als ich taste nach meinem Hals
Verdrängte Erinnerung an meinen kohlrabenschwarzen Wolf mit seinen Augen rot wie Blut und Geifer auf den Fängen

Er hat auch mein Fleisch geschändet mit Zähnen und Klauen
Es ist mein Blut dort im Wald auf Schnee und Eis
Bevor er mich fing
Und verschleppte in den Bau wo mich erwartet ein Schicksal voller Grauen

Ein leises Wimmern entringt sich mir und schwingt sich in die Lüfte
Tanzt mit Staub, Panik und Angst vor meinen Augen
Denn ich höre seine Schritte schwer
Der Wolf kommt

Und ich frage mich: Gibt es einen Jäger der mich retten kommt?
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