Im Schein der Lampe bist du alles was ich will

von kuyami
OneshotRomanze / P12 Slash
Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf
03.01.2017
03.01.2017
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Titel: Im Schein der Lampe bist du alles was ich will
Fandom: Circus HalliGalli
Pairing: Joko/Klaas
Rating: P-12 Slash & Fluff. Viel Fluff
Anmerkung: Geschrieben als Weihnachtsgeschenk für meine liebe Ria <3 Es ist nur ein Versuch, weil mir Joko/Klaas zu schreiben wirklich ziemlich schwer fällt. Aber für Ria dachte ich, ich wage es mal ;) Nur gepostet mit ihrer ausdrücklicher Erlaubnis . Habt Spaß beim Lesen :)





Im Schein der Lampe bist du alles was ich will




Anfangs, als Klaas diese hässliche Lampe angeschleppt hatte, hatte Joko noch gelacht, ihm den Mittelfinger gezeigt und ihm erklärt, dass er dieses hässliche, altbackene Ding ganz sicher nicht in seiner Wohnung haben wollte. Klaas hatte ihm erklärt, dass er aufpassen sollte, was er sagte, schließlich sei die Lampe wesentlich jünger als Joko selbst.

Joko hatte sich nur mit einem Augenrollen und einem Kuss von Klaas verabschiedet, war zu einem Interview gefahren und hatte keinen Gedanken mehr an dieses seltsame Teil verschwendet. War davon ausgegangen, dass die Diskussion damit beendet war und sie nichts in ihre gemeinsame Wohnung stellen würden, von dem sie nicht beide überzeugt waren. Hatte Joko sich zumindest gedacht. Und dabei natürlich die Rechnung ohne seinen Freund gemacht, der ganz schön hartnäckig sein konnte, wenn er etwas durchsetzen wollte. Oder fingerfertig, je nach dem.

Jedenfalls hatte Joko irgendwann nachgegeben. Hatte Klaas diese Lampe ins Auto packen lassen, hatte sich jedoch geweigert ihm zu helfen, sie ins Haus zu tragen. Allein schon aus Prinzip. Schließlich wollte er das Ding da nicht stehen haben. Klaas dagegen wollte er schon in ihrem Wohnzimmer haben. Und damit der da blieb hatte er schließlich auch nicht weiter diskutiert. Manchmal musste man eben einfach Kompromisse eingehen, das wusste auch Joko.

Trotzdem hatte er jedes Mal das Gesicht verzogen, wenn er das Wohnzimmer betreten und dieses altbackene Monster gesehen hatte. Passte schließlich wirklich nicht zu ihnen oder der Wohnung. Das Haus war neu, noble Architektur, schicke abgelegene Gegend. Klaas. Alles ganz wunderbar. Bis auf diese Lampe, die Joko mit jedem Mal Ansehen schrecklicher fand.

Zumindest bis zu diesem einen Abend.

Es war einer der wenigen Tage, die sie zwar tagsüber die ganze Zeit getrennt und beruflich unterwegs und trotzdem abends zusammen zu Hause waren. Und Joko liebte diese Tage am meisten. Er musste nicht den ganzen Tag mit Klaas zusammenhängen. Wirklich nicht. Hatte er vorher nicht gewollt und jetzt, wo er wusste, wenn er nach Hause kam, kam er zu Klaas nach Hause, brauchte er das auch nicht mehr. Was Joko dagegen brauchte waren diese Abende. Die sie gemeinsam zu Hause verbrachten. An denen sie beide sich nur einen kurzen Blick zuwerfen mussten um zu wissen, wer von ihnen den Lieferservice anrief. Und an diesem Abend war es Klaas. Joko lächelte ihn an, genoss das heiße, angenehme Gefühl in seiner Brust, das Klaas auch nach all den Jahren noch immer hervorrufen konnte und ging ins Wohnzimmer, wo er sich auf die Couch warf. Klaas würde allein bestellen und musste ihn nicht fragen, was er wollte. Er wusste, was Joko gerne aß. Wusste er schon lange und Joko liebte diese Momente, wenn ihm das wieder bewusst wurde.

Wenn ihm bewusst wurde, die nah und vertraut sie sich waren. Weil sie sich schon so viele Jahre kannten, unzählige Jahre. Und weil sie schon so viele Jahre ein Paar waren. So viele Jahre und noch lange nicht genug.

Manchmal, da fand Joko es ganz schön gruselig, wenn er morgens im Spiegel eine Falte um seine Augen herum entdeckte oder im ungünstigen Abendlicht ein graues Haar aufblitzen sah. Alt werden war unheimlich. Wirklich unheimlich. Aber wenn er dann Klaas ansah, wenn der nachts auf ihm lag, nackt und noch ganz verschwitzt und wenn Joko im fahlen Schein der Lampe auch eine Falte mehr in Klaas‘ Gesicht entdeckte, dann wurde ihm bewusst, dass er zumindest nicht allein alt wurde. Und zusammen mit Klaas alt zu werden war okay. Verdammt okay. Und vielleicht auch ein bisschen mehr als das.

Denn wenn sie sich noch nicht lange kennen würden und schon so viele Jahre zusammen wären, dann würden ihre Abende vielleicht anders verlaufen. Aber so… so war es perfekt. Weil sie ihr Zeit miteinander verbringen konnten, ohne ständig aneinander zu kleben. Klaas konnte in seinem Sessel sitzen, den er unter der Lampe platziert hatte, während Joko auf der Couch lag und auf seinem Laptop etwas arbeitete. Und es war okay. Verdammt okay. Denn wenn Joko den Blick hob, dann war da Klaas. Klaas, der sich in seine graue Strickjacke gekuschelt hatte, die bestimmt schon so alt war, wie diese grässliche Lampe, in deren Schein Klaas gerade ein Buch las. Aber Joko sprach es nicht aus. Nicht nur, weil er keinen Streit mit Klaas wollte. Sondern vor allem, weil er diese Strickjacke an Klaas liebte. Weil sie Joko eben nicht gefiel. Aber sie gefiel Klaas. Und sie passte zu ihm. Deswegen sagte Joko nichts und freute sich nur heimlich, wenn Klaas sie trug. Weil die Jacke so sehr Klaas war. Und weil sie ihm zeigte, wie Klaas und er es geschafft hatten, auch nach all den Jahren noch so glücklich miteinander zu sein. Indem sie den anderen so sein ließen, wie er war. Jeder ging irgendwie seinen eigenen Weg, traf eigene Entscheidungen. Aber den großen, weiten Weg, den gingen sie zusammen. Jeden Schritt. Und jeder Schritt davon war ein guter. Auch, wenn die Wegseiten jedes einzelnen von ihnen anders aussahen, wenn sie sie anders gestalteten, so war das doch egal. Denn das sorgte nur dafür, dass sie einander so liebten. Noch mehr liebten. Weil der andere komplett er selbst geblieben war und sie es dennoch schafften, einen gemeinsamen Weg zu gehen, der sie beide glücklich machte.

So unfassbar glücklich, wie Joko gerade war, als er wieder den Blick von seinem Laptop hob und ihn abermals zu Klaas gleiten ließ, der konzentriert die Augenbrauen zusammenzog und die Stirn krauste, bevor er hastig zur nächsten Seite blätterte. Seine Augen huschten, flogen regelrecht über die Zeilen und Joko konnte beinahe sehen, wie Klaas bis in die Haarspitzen gespannt war, weil das Buch ihn so mitriss. Und Joko liebte es, ihn so zu sehen. Liebte es grundsätzlich, Klaas einfach anzusehen. Weil er zwar jede seiner Bewegungen kannte, aber sich dennoch nicht an ihm satt sehen konnte.

Kurz versuchte er wieder, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren und Klaas in Ruhe lesen zu lassen, aber lange klappte es nicht. Und mit jedem Mal, wo Joko den Blick hob, sahen Klaas‘ Augen müder aus. Weil es ein langer und anstrengender Tag gewesen war. Aber trotzdem war das Buch gerade so spannend, dass Klaas nicht aufhören wollte zu lesen. Er fuhr sich mit gespreizten Fingern durch die Haare und ließ sie unkontrolliert von seinem Kopf abstehen, was Joko zum Schmunzeln brachte. Verdammt, er liebte diesen Mann einfach. Alles an ihm. Jede Stärke, jede Schwäche. Jede gute Eigenschaft, die Joko so sehr an ihm schätzte und jede einzelne Eigenart von Klaas, die ihn in den Wahnsinn trieb. Weil sich nichts so gut anfühlte, wie von Klaas in den Wahnsinn getrieben zu werden. Vor allem wenn er…

Joko wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Klaas den Blick hob und ihn kurz irritiert anblinzelte. Vermutlich hatte er gemerkt, dass Joko ihn beobachtet hatte und hatte deswegen aufgesehen.

Joko bekam das Grinsen nicht aus dem Gesicht und lächelte Klaas an. Einfach nur, weil er so glücklich war, Klaas noch immer an seiner Seite zu haben. Für einen Moment sah Klaas ihn nur an, dann schien er jedoch schweigend zu verstehen und verzog er seine Lippen auch zu einem Lächeln. Einem ganz Sanften, das das heiße Ziehen in Jokos Magen wieder auslöste. Fragend krauste Klaas die Augenbrauen und nickte ihm wortlos zu, also wollte er wissen, was denn los war. Doch es war nichts. Joko war einfach nur glücklich. Wahnsinnig glücklich und voller Liebe.

Also lächelte er nur, schüttelte sacht den Kopf und Klaas lächelte ein weiteres Mal zurück, bevor er sich wieder seinem Buch zuwandte, einen Augenblick die richtige Stelle suchen musste, bevor er sofort wieder in seinem Lesefluss versank, der Joko so sehr faszinierte, dass er es immer noch nicht schaffe, den Blick länger als 10 Sekunden von Klaas abzuwenden. Ihm wurde ein wenig schwindelig, als er all diese Gefühle gerade zuließ. Weil er Klaas so sehr liebte, dass er jede Bewegung, jede Eigenart, jede Wortfolge und jeden Laut von ihm kannte. Er kannte sie inn- und auswendig und doch bekam er nicht genug von ihm. Weil Klaas für ihn das schönste Kunstwerk dieser Welt war. Mit allen Ecken und Kanten. Gerade deswegen. Und selbst wenn er sich nicht mit Kunst auskannte, mit Klaas kannte er sich aus.

„Was?“, fragte Klaas sanft und noch immer mit einem Lächeln, als Joko ihn wieder so lange betrachtet hatte, dass Klaas es bemerkt und den Kopf gehoben hatte.

„Nichts. Schau dich nur an“, erklärte Joko mit wenigen Worten. Weil er wusste, dass Klaas ihn verstand. Es reichte ein tiefer, langer Blick, den sie jetzt austauschten, so dass Klaas all seine Gedanken lesen konnte. Und all die Liebe aus seinem Blick herauslesen konnte, die sich sofort auch in Klaas‘ Blick legte. Und dann saßen sie einfach nur einen langen, einen wunderbar langen Moment da und sahen sich an. Voller Liebe und glühender Leidenschaft füreinander. Für alles, das den anderen ausmachte.

Und sie waren glücklich, weil sie einander hatten. Klaas musste es nicht sagen, musste gar nichts sagen. Es reichte, dass er Joko so ansah. Und Joko wusste es. Wusste, was Klaas dachte und wie er empfand. Wusste, dass es ihm genauso ging.

Danach versuchten sie beide sich schweigend wieder ihren eigenen Dingen zu widmen. Aber lange hielt Joko es wieder nicht aus. Doch als das nächste Mal den Blick hob, war da bereits Klaas‘ warmer Blick, der ihn beobachtete.

„Komm, wir gehen ins Bett.“

Klaas Stimme klang kratzig. Als hätte er zu viel geraucht. Doch er hatte nicht geraucht. Joko wusste, woher es kam, doch er schluckte nur und sagte nichts. Nickte einfach nur und lächelte Klaas an. Wie er den ganzen Abend schon lächelte. Und während Klaas sein Buch schloss und auf dem Sessel ablegte, klappte Joko einfach seinen Laptop zu. Das alles hatte Zeit. Zeit bis morgen oder übermorgen oder noch länger. Jetzt waren nur sie beide wichtig. Sie beide und alles, was sie füreinander empfanden. Das so tief ging, dass es ihnen beiden den Atem raubte und jedes einzelne Wort dazu. Doch das war okay. Verdammt okay. Denn sie mussten nicht miteinander sprechen um zu wissen, wie wichtig sie sich waren. Sie konnten sich auch ganz ohne Worte lieben. Die brauchten sie nicht. Brauchten nur sich. Sich und ihre Liebe.

Und als Joko viel später in dieser Nacht wach lag und Klaas warmen Nacken streichelte, der auch im Schlaf immer noch ein Lächeln auf den Lippen hatte, da schloss er in Gedanken Frieden mit der Lampe. Weil sie ihm ein weiteres Mal deutlich gemacht hatte, wie wunderbar Klaas war und wie sehr er ihn liebte. Weil ihm das zwar in ihrem Schein erst wieder richtig bewusst geworden war, aber sie nicht annähernd so strahlen konnte, wie Klaas für ihn strahlte. Heller als jede einzelne Lampe dieser Welt. Klaas war seine Sonne. Seine ganz persönliche Sonne.

Und die drängte sich jetzt im Schlaf an ihn. Ganz träge und warm und anschmiegsam. Und Joko legte einen Arm um seinen Freund und vergrub seine Nase in seinen Haaren. Vielleicht war die Lampe doch nicht so schlimm. Denn sie war nicht perfekt, aber Klaas war auch nicht perfekt. Und er selbst war auch nicht perfekt. Aber zusammen kamen sie schon ziemlich nah ran.
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