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Der erste Eindruck

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
OC (Own Character)
03.01.2017
11.03.2017
2
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11.03.2017 1.073
 
Als Wolf aufwachte, schliefen die meisten noch. Er verließ den Schlafsaal so leise wie möglich. Setzte sich seine Kopfhörer auf, die ihn sanft mit Rockmusik aus der Trance rissen. Er beschleunigte seine Schritte in Richtung Cafeteria, um zu sehen, ob man schon so früh etwas Essbares ergattern konnte. Er fand einen Automaten der Kekse ausgab. Er erwarb eine Tüte und am Automaten daneben eine Apfelschorle. Das war also sein nahrhaftes Frühstück für diesen Tag. Die Kekse schmeckten sogar normal, was Wolf bei ihrem Ursprung nicht erwartet hätte.

Er entschloss sich kurzerhand das Gebäude zu erkunden und hätte er keine Karte, wäre er an jeder Kreuzung verzweifelt. Die Gänge bildeten einen riesigen Irrgarten und die Gestaltung der Gänge tat ihr Übriges. Alles sah identisch aus, das schränkte die Möglichkeiten, herauszufinden wo man war, sehr ein.

Er drehte noch eine Runde an der frischen Luft, konsumierte den Rest seiner Apfelschorle und kehrte zum Schlafsaal zurück.

Und entgegen seiner Erwartung waren nun schon alle wach. Kein wach im Sinne von gerade aufgestanden, sondern eher wie "nach einer Überdosis Kaffee". Alle wuselten irgendwie umher und die Ersten stürmten in Richtung Cafeteria. Es war ein wahres Spektakel, ein Spektakel in das er zum Glück nicht involviert war. Er stand einfach nur da, an die Wand gelehnt und hatte sein spöttisches Grinsen auf gesetzt.

Dieser Moment der Entspannung wurde für ihn durch sein Scroll unterbrochen. Er aktivierte es und las die Nachricht, aus unbekannter Quelle.

"Mr. Aurora, sie haben sich offensichtlich bereits vor der geplanten Zeit aus ihrem Schlaf erhoben. Da sie wahrscheinlich in der Cafeteria sind, werden sie hoffentlich keine Schwierigkeiten haben, sich, wie alle anderen Schüler, im Saal daneben einzufinden. Ich hoffe es hat ihnen geschmeckt.".

15 Minuten zu spät. Jetzt musste er erneut die Cafeteria aufsuchen. Zum Glück kannte er den Weg mittlerweile sehr gut und schaffte es in Rekordzeit und noch vor allen anderen dort aufzuschlagen. Der Saal nebenan war eine riesige Halle mit einem Podest am Ende es war wie eine Aula, aber der Begriff Aula wäre zu gewöhnlich gewesen, um den Eindruck, den dieser Raum vermittelte, zu beschreiben. Es war die Mitte zwischen Stil und Effizienz. Wolf mochte ihn irgendwie. Er lehnte sich an eine gemütlich aussehende Wand und wartete auf den Mob. Wie so oft war er zu faul irgendwas anderes zu tun.

Und der Mob kam. Später als erwartet, gelangten die Ersten in den Raum. Darunter auch Lux, der ihn jedoch nicht sah. Oder zumindest so tat. Den Hutträger wollte er sowieso noch fragen, wo er gestern war. Die Faulheit gewann jedoch auch diesen Kampf und er blieb wie angewurzelt stehen. Fragen konnte er später immer noch.

Unter den Strom mischten sich nun auch Personen mit von Müdigkeit verzerrten Gesichtern und sie wirkten nicht sonderlich aufmerksam.

Er erkannte die wenigsten dieser Personen. Gut, wenn er ehrlich war, kannte er nur Lux und Azur und das auch nur vom Sehen und Hören. Aber wen kümmert das schon. Er hatte im Moment andere Sorgen, wenn man das überhaupt als Sorgen bezeichnen könnte.

Es bildeten sich allmählich Gruppen heraus, genaugenommen war er der einzige, der noch allein stand. Jeder andere hätte sich unwohl gefühlt, doch Wolf zauberte die Situation ein breites Grinsen ins Gesicht. Und das Grinsen wurde noch breiter als er die Verwunderung in den Gesichtern, derer die ihn anblickten, sah. Seine zwei liebsten Kameraden waren doch schon bei ihm, Ruhe und Gelassenheit.

Er sah Lux in einiger Entfernung mit irgendwelchen Leuten reden. Als dieser auch ihn sah, grüßte Wolf übertrieben und sendete damit die Blicke, die auf ihm lagen, für einige Sekunden zu Lux. Sehr zu seiner Enttäuschung fühlte sich dieser dabei nicht halb so unwohl, wie Wolf gehofft hatte und grüßte schlicht zurück. Es kann ja nicht alles auf Anhieb funktionieren.

Als er meinte, dass es für heute reicht, hörte Wolf auf, süffisant zu grinsen. Er konnte dadurch alle ein Stückchen besser einschätzen, aber fortzufahren wäre kontraproduktiv.

Nach längerem Analysieren der Situation fand er auch Azur, das Mädchen unterhielt sich mit einigen anderen. Es wäre alles gut gewesen, hätte sie ihn nicht auch bemerkt. Sie winkte ihn herüber, der Gruppe beizutreten. Und er versuchte irgendwie durch eine Geste abzulehnen. Es gelang ihm nicht ganz und sie kam zu ihm herübergelaufen, wahrscheinlich mit der Vermutung, dass er die Geste nicht verstanden hat. Und sein guter Kamerad Ruhe begann schon mal, sich höflich von ihm zu verabschieden, bevor er gänzlich verschwand.

Er begann zu überlegen, wie er reagieren sollte, eher hochnäsig oder freundlich, zustimmend oder kritisch, redend oder zurückhalten. Vergeudete Zeit. Er wusste, dass er wie immer so reagieren würde, wie es ihm gerade in den Sinn kam und seiner Laune entsprechend. Und er musste zugeben, er war im Moment in ausgezeichneter Stimmung.

"Morgen Wolf, willst du dich mit zu uns gesellen?", eröffnete Azur die Konversation.

"Guten Morgen, Azur. Ich lehne dankend ab. Heute ist der erste Tag und ich möchte erstmal ein Gefühl dafür bekommen, womit ich es bei jedem Einzelnen zu tun habe. Des Weiteren müssen wir alle erstmal die Initiation schaffen", reagierte Wolf. Er hatte zwar tatsächlich nicht das Bedürfnis sich hier zu langweilen, aber die Vorstellung, unter so vielen Unbekannten zu sein, langweilte ihn irgendwie noch mehr.

Sie schien etwas enttäuscht, entschied aber zu Wolfs Überraschung erstmal eine Konversation mit ihm zu führen. Er wusste wirklich nicht, was er davon nun halten sollte.

Wo ist eigentlich die Farbe in deinem Namen? Ich bin mir sicher, Wolf ist es nicht. Hast du noch einen Zweitnamen?“, eröffnete sie das Gespräch. 

Nun, ich habe in der Tat einen Zweitnamen, der eine Farbe enthält, aber das wäre nicht einmal notwendig, da mein Nachname auch einer Farbe entspricht, sagte er, als er versuchte so wenig wie möglich preiszugeben. 

Und dein Nachname lautet nun wie?“, fragte Azur ungeduldig. 

Er lautet Aurora und wie lautet deiner?“, ergriff Wolf nun doch die Initiative. 

Mein Nachname lautet Aether, antwortete Azur, die wahrscheinlich nur auf die Frage gewartet hatte. 

Azur Aether, murmelte Wolf vor sich hin, nur um daraufhin ein „Interessant“ von sich zu geben. Weiter kam er nicht, denn eine Gestalt löste sich aus der kunterbunten Masse. Düster gekleidet, wie immer und mit seinem typischen Hut machte sich Lux auf den Weg zu ihnen. 

Na das kann ja lustig werden, dachte sich Wolf ohne jeglichen Sarkasmus und einem kleinen Schmunzeln.Offensichtlich möchte noch jemand der Konversation beiwohnen, sprach er dann laut aus und deutete in Lux's Richtung.
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