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Happy Ending

OneshotAllgemein / P6 / Gen
OC (Own Character) Roxanne Ritchi
03.01.2017
03.01.2017
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Megamind gehört immer noch DreamWorks.
Und bin meinem Betaleser Volti immer noch dankbar. (EDIT: Nenn mich nicht VOLTI !!!!)
Ich hoffe ihr habt Spaß bei diesem kleinen Fluff.

Inspiriert von „Dream of the“ und „Delphiniums in Starlight“ von setepenre-set.

„Gib es auf, Megamind. Deine Pläne klappen doch nie.“
Roxanne Ritchi, - Megamind


„Ich habe doch gesagt, du sollst mir das Happy End vorlesen.“ protestierte Roxanne, eingekuschelt in ihrem Kinderbett.
Ihre Tante Lucy, Babysitterin für diese Nacht, überflog noch mal demonstrativ die letzten Seiten.
„Das ist das Happy End, Roxanne.“
„Nein, ist es nicht.“ widersprach das Mädchen.
„Aber der Ritter hat die holde Maid gerettet. Sie sind jetzt glücklich verheiratet.“
„Was ist mit dem Zauberer?“ fragte Roxanne.
Tante Lucy blätterte ein Stück zurück und zeigte ihr ein Bild von einem schreienden Mann in einer weiten Robe umgeben von Gewitterwolken.
„Der böse Zauberer ist gestorben, er kann den beiden jetzt nichts mehr antun.“
„Dann ist es kein schönes Ende.“ sagte Roxanne überzeugt und verschränkte die Arme über der Brust.
„Du willst, dass er dem Pärchen was antut?“ fragte Tante Lucy verdutzt.
„Nein.“ sagte Roxanne, als hätte ihre Tante etwas extrem dummes gesagt. „Er soll nicht sterben.“
„Aber er hat so viel schlimmes getan.“
„Niemand hat ihm gesagt, dass er damit aufhören kann.“
„Vielleicht hat es ihm ja jemand gesagt, und er hat nicht gehört.“ argumentierte der Babysitter.

Lucy hatte noch gedacht, dass der schwierigste Teil des Vorlesens der gewesen ist, dass ihre Nichte gefragt hatte, ob alle holde Maiden blond seien. Darauf konnte sie wenigstens antworten: „Nein, der Maler findet nur die Farbe Gelb schön. Und Schneewittchen war schwarzhaarig.“
Sie lag definitiv falsch.

„Es steht nicht drin.“ fing Roxanne an. „Und du sagst, wenn etwas wichtig ist, dann steht es drin. Es war wichtig, dass man ihm sagt, er soll aufhören. Also ist es nicht passiert.“
Das Mädchen schlug beim letzten Satz ihre Fäuste auf die Matratze.

Lucy blickte zur Seite. „Ich hätte ihr wenigstens zuhören können.“ flüsterte sie, mit ihren Gedanken nicht mehr beim Kinderbuch.

Tante Lucy drehte sich wieder um und strahlte ihre Nichte an. „Möchtest du mir erzählen, wie die Geschichte ein Happy End bekommt?“
Roxannes Augen wurden handtellergroß. „Ja.“ hauchte sie.
Tante Lucy blätterte auf die Seite, wo der Ritter dem Zauberer gegenüberstand.
„Ok, Roxanne. Was soll jetzt passieren?“
„Nein vorher.“ sagte Roxanne und griff nach dem Buch. Sie schlug die Szene mit dem Zauberer und der holden Maid auf und legte das Buch wieder auf den Schoß ihrer Tante.
„Also,“ begann Roxanne. „Die holde Maid sagt zu dem Zauberer: 'Du kannst so viel gutes mit deiner Zauberkraft machen, wie...'“ Roxanne fiel was ein. „Wie dem alten Mütterchen am Wegrand helfen.'“
„Das ist sehr schön Roxanne. Mach weiter.“
„Und... und der Zauberer sagt: 'Ich find's toll, wie mutig du bist.'“
„Warum findest du, dass die Maid mutig ist?“
„Alle laufen weg und schreien, wenn der Zauberer seine Kräfte zeigt.“ erklärte Roxanne. „Aber die holde Maid nicht.“
Tante Lucy grinste. „Lass mich raten. Wenn sie geschrien hätte, wäre es auch etwas Wichtiges, was im Buch steht.“
„Ja, das ist sehr wichtig.“ sagte Roxanne und sie fuhr fort.
„Er sagt: 'Ich finde es toll, wie mutig du bist.' und die holde Maid wird ganz rot im Gesicht. Wie eine Tomate.“
Der Frau, der diese Geschichte erzählt wurde überkam eine merkwürdige Ahnung. „Moment. Du willst, dass die Maid und der Zauberer ein Paar werden?“
„Verrat doch nicht das Ende!“ schrie Roxanne beleidigt.
„Was ist denn mit dem Ritter?“ fragte die Babysitterin.
„Die kennen sich doch nicht. Er hat nur gesagt, sie ist hübsch und ist ihr nachgerannt.“
Da musste Tante Lucy ihr Recht geben.
„Und sie war einen Mondzyklus lang beim Zauberer.“ machte Roxanne weiter. „Wie lang ist ein Mondzyklus, Tante Lucy?“
„Etwa einen Monat.“
Roxanne dachte daran, wie lange sie immer auf Weihnachten warten musste.
„Ein Monat ist laaang.“
„Sehr viel Zeit um sich kennen zu lernen.“ stimmte Tante Lucy zu.
Roxanne nickte.
„Und was passiert dann?“ wurde sie gefragt.
„Dann sagt die holde Maid: 'Ich mag deinen Bart.'“

Lucy sah zum Vergleich auf das übertrieben glatte Gesicht vom Ritter und fing tierisch an zu lachen.
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