Geheimnis des Zwielichts

GeschichteKrimi, Romanze / P18 Slash
OC (Own Character)
01.01.2017
27.03.2018
46
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9
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Maxwell Morgen betrachtete das weiße Leichentuch das sich zu seinen Füßen befand, als er sich die weißen Latex Handschuhe überstreifte. Er ging in die Knie und klappte es um. Das Bild welches sich ihm bot war ihm leider nicht mehr unbekannt. Dennoch, allein die Art der Grausamkeit dieser Mordserie ließ ihn immer wieder schaudern.  Er sah sich die junge Frau genau an der die Kehle herausgerissen worden war. Verdammt, sie war noch so jung. Nicht älter als 23 schätzte er.
„Lucy Cater“, meldete sich eine Stimme hinter ihm. Der Polizist schob das Leichentuch vorsichtig zurück über das angstverzerrte Gesicht und erhob sich. „21 Jahre alt. Studentin an der HMS.“ Sein Kollege reichte ihm den Studentenausweis der Harvard Medical School. Maxwell warf einen kurzen Blick darauf und gab sie dann zurück. „Wie bei den anderen?“ fragte er, als er noch einmal das Tuch betrachtete.
„Ja. Herausgerissene Kehle, offene  Pulsadern. Kratz- und Bissspuren am ganzen Körper“ kam zurück. „Das wäre der 4 Mord dieser Art in 2 Monaten, Max.“
„Das weiß ich selbst“, zischte dieser und spannte den Unterkiefer an. „Ich schnapp mir diese Bastarde.“
„Wenn wir denn mal Spuren von ihnen finden würden, wäre das hilfreich dabei“, entgegnete der Andere und erntete dafür einen vernichtenden blick aus tiefblauen Augen.  „Ist doch so! Keine Fingerabdrücke, keine Zeugen, keine DNA Spuren…. rein Garnichts!“
Schieße! Simon hatte ja Recht. Bei den letzten drei Morden hatten sie nicht einen Anhaltspunkt gefunden, und das obwohl sie mehrmals die Fälle bearbeitet hatten. „Sorry Simon ich wollte dich nicht anfahren“, entschuldigte er sich schließlich und atmete tief ein und aus.
„Schon ok. Diese Morde zerren an uns alle. Ist echt frustrierend wenn man Nichts in der Hand hat wo man anfangen kann zu suche.“
„Wem sagst du das.“ Max streifte sich die Handschuhe ab und packte sie zurück in ihre Tüte. Anschließend richtete er seinen Blick in den nächtlichen Himmel. „Trotzdem. Wir kriegen sie!“ Die blauen Augen des Detektivs wanderten zurück zu seinem Kollegen, und sie sprühten nur so vor Entschlossenheit.  
Etwa eine halbe Stunde später  fuhr ein schwarzer Audi R8 GT  langsam die lange Auffahrt des Herrenhauses hoch und parkte leise in der großen Garage. Kaum das der Motor verstummte und die Lichter ausgingen, klingelte das Handy seines Besitzers. „Ja?“
„Wo bist du Isaak?“
„In der Garage“, antwortet er genervt zurück.  Hatte Gideon ihn etwa mit all den Überwachungskameras auf dem Gelände übersehen?
„Komm sofort runter. Lucan hat eine Besprechung einberufen, “ informierte ihn der  Vampir und legte auf.
„Großartig“, raunzte der Gen-Eins und stieg aus. Er betrat den Fahrstuhl der von der Garage aus in das Versteck des Ordens führte.  Leise summend hielt dieser nach einer kurzen Zeit an seinem Ende an und Issak betrat den weißen unterirdischen Flur. Das Hauptquartier  war ein Wirrwarr an Gängen, Räumen und Abzweigungen. Wer sich hier nicht auskannte war verloren. Der Vampir bog um einige Ecken und wurde vor dem Computerraum des Ordens schon erwartet.
„Beeil dich“, rief ihm Dante zu und verschwand durch die Glasschiebetür die sich mit einem leisen surren öffnete und schloss.
„Was ist denn jetzt schonwieder los?“ knurrte Isaak und legte einen Zahn zu. Er betrat den Raum in dem schon alle seine Ordensbrüder versammelt waren. Seine roten Augen wanderten  über die Versammlung von Vampire hinweg, und blieben schließlich auf Lucan, ihrem Anführer stehen. Dieser nickte ihm stumm zu. Issak ließ sich schwer auf den letzten freien Platz neben Rio fallen.  Die Haltung Lucans verhieß nichts Gutes. Er war komplett angespannt und seine Wangenknochen traten scharf hervor.
„Gideon hat mir mitgeteilt das es wieder einen Vorfall gab“, kam der Gen-Eins direkt zum Punkt. „Das BPD hat eine weitere Leiche eines Vampirangriffs gefunden.“ Ein Raunen ging durch den Raum, das Lucan mit einem strengen Blick erstickte. „Außerdem hat er sich wieder in den Polizeiserver gehackt.“ Der Gen-Eins ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. „Das BPD geht wegen der Grausamkeit der Taten von mehreren Tätern aus und hat somit ein Sonderkommando ins Leben gerufen.“  Man konnte ihm ansehen dass er darüber alles andere als erfreut war.
„Großartig“, warf Issak mit einem tonlosen Lachen ein. „Nicht nur das die Rouges in letzter Zeit vermehrt zuschlagen, jetzt können wir uns auch noch mit menschlichen Cops amüsieren.“ Er hielt dem vernichtenden Blick des Anführers gefühlskalt stand.
„Scheiße Mann, wir sind einfach zu wenige“, meldete sich Dante um die geladene Situation im Raum zu entschärfen. Lucan sah zu ihm hinüber und entspannte sich ein wenig. „Ich weiß, das ist unser größtes Problem.“
„Bitte Simon. Sag mir das sie was gefunden haben.“ Detektiv Morgen hatte noch nicht einmal das  Gebäude das dem Sonderkommando als Hauptquartier diente richtig betreten als ihm schon sein Kollege der ebenfalls an dem Fall arbeitete entgegenlief. Das lange Gesicht des Anderen sprach Bände. Er nahm die Akte entgegen.
„Nichts, verdammt nochmal rein Garnichts“, knirschte Simon neben ihm als sie im Aufzug standen der sie in ihr Stockwerk bringen würde.  Max öffnete die Akte und überflog kurz die spärliche Information, die er ohnehin schon von den anderen Morden kannte.
„Wenn es wenigstens einen Zusammenhang zwischen den Opfern geben würde“, maulte Simon weiter. „Aber selbst da ist nichts zu finden. Eine Medizinstudentin, ein Banker, ein Obdachloser und eine Einzelhandelskauffrau. Alle in verschieden Bezirken.“
„Sie suchen sie wahllos aus. Menschen die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort sind, “ seufzte Maxwell und klappte die Akte zu.
„Sieht so aus“, stimmte Simon im gleichen traurigen Tonfall zu.
Max setzte sich an seinen Schreibtisch und stützte die Ellbogen auf die Platte. Dann legte er die Stirn gegen die gefalteten Hände und schloss für einen Moment die Augen. Das junge Mädchen von letzter Nacht war das jüngste Opfer dieser Bestien gewesen. Gerade einmal 21 und somit  12 Jahre jünger als er selbst. 21! Das war Garnichts. Er nahm die Akte noch einmal zur Hand und betrachtete das Geburtsdatum. „Ach du Scheiße.“ Ihm war es letzte Nacht nicht aufgefallen, aber das arme Ding hatte Gestern Geburtstag gehabt. Diese Tatsache machte Max noch wütender. Er sprang auf und warf das Schriftstück mit voller Wucht auf den Tisch vor sich. „Euch Drecksäcke krieg ich, und wenn ich dabei drauf geh.“
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