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And will you take a life with me?

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Het
Newt Scamander OC (Own Character)
31.12.2016
30.08.2020
60
159.687
78
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Dieses Kapitel
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30.08.2020 2.152
 
Seit der Hochzeit waren mittlerweile drei Wochen vergangen.

Newt und ich waren nicht in die Flitterwochen gegangen, immerhin waren wir erst kurz vor unserer Eheschließung im Urlaub gewesen und hatten nun mal beide unsere Jobs, die wir nicht vernachlässigen konnten.

Immerhin war alles sehr spontan und kurzfristig gewesen, darum waren wir über eins gekommen, dass wir keinen weiteren Urlaub bräuchten.

Zudem hatte Newt gemeint es sei besser, wenn ich ein wenig Zeit hätte meine Mutter besser kennenzulernen.

Er hatte auch nichts dagegen gehabt, dass sie bei uns Wohnte, da sie ja meinen Vater Abrupt verlassen hatte, hatte sie kein zu Hause mehr, doch hatte sie sich geweigert dieses Angebot anzunehmen.

Sie wollte nicht bei ihrer frisch vermählten Tochter einziehen und stören wie sie es sagte.

Margret hatte ihr schließlich angeboten bei ihnen zu wohnen bis sie etwas Eigenes hätte.

Doch würde das erst einmal einen Job voraussetzen und wie ich aus Erfahrung wusste, waren die Bedingungen einer Frau, sei sie noch so Talentiert, Arbeit zu geben, schlecht.

Was nicht hieß, dass wir ihr nicht mit Kräften halfen eine Stelle zu bekommen.

Im Endeffekt hatte Newts Vater seine Beziehungen im Ministerium spielen lassen und ihr eine Stelle als Sekretärin verschafft, daraufhin hatte sie energisch begonnen sich etwas Eigenes in London zu suchen.

Ich hatte nicht für möglich gehalten, dass meine Mutter ein solch energischer Mensch sein konnte und ich kam nicht umhin stolz auf sie zu sein.

Eigentlich war es ein normaler Tag und ich hatte ihn auch gut begonnen.

An Newts Seite war ich aufgewacht und wir hatten uns geliebt.

Noch hatte ich ihm nicht erzählt, dass ich schon seit einer Woche überfällig war, doch quoll ich praktisch über vor glück und wollte ihm eigentlich schon am ersten Tag davon erzählen, doch wollte ich einfach sichergehen und noch eine Weile warten.

Dieser normale Tag änderte sich jedoch schlagartig, als Newt mit einem Mal durch die Tür von Mr. Wormes Verlag stürmte, sich suchend umblickte und schließlich mit langen Schritten auf mich zulief.

„Irisa“ Er blieb vor mir stehen, das Haar wirr auf dem Kopf vom Wind der draußen an die Fenster peitschte und die Augen unkontrolliert einen Punkt suchend an dem er sich festhalten konnte.

„Newt, ist etwas passiert?“ Fragte ich ihn besorgt, legte die Unterlagen, welche ich aus dem Aktenraum geholt hatte, auf den Tresen von Miranda, welche auch besorgt zu Newt blickte.

„Meine Mutter hat mir per Eule eine Nachricht zukommen lassen, sie sagt es sei etwas geschehen und wir müssen umgehend zu ihr kommen“

Verwirrt, da seine Mutter sonst nie Ungereimtheiten schuf, wusste ich zuerst nicht was ich sagen sollte.

Es war Miranda die schließlich vortrat: „Wenn es wirklich etwas so Schlimmes ist, wie es klingt, dann solltet ihr gehen. Ich werde Mr. Worme Bescheid geben. Er wird es sicher verstehen“

Ich sah von Newt zu Miranda und nickte dankbar.

Herzlich drückte sie mich an sich, reichte mir meinen Mantel und schubste mich quasi zusammen mit Newt aus dem Verlag.

„Hat deine Mutter gar nichts gesagt?“ Fragte ich ihn und er schüttelte nur den Kopf: „Nur, dass es ernst ist“ Seine Stimme klang gepresst und ich begann mir Sorgen um meine Mutter und seine Eltern zu machen.

Was könnte nur geschehen sein?



……..



Als Newt und ich Seite an Seite zum Haus seiner Eltern Apparierten, stürmte er mit mir bereits die Stufen zur Tür hinauf.

Er hatte kaum Zeit zu klopfen, als Theseus die Tür bereits aufriss und uns besorgt ansah.

„Kommt rein“ Presste er zwischen den Lippen hervor und schloss hinter uns die Tür.

Newt schaffte es nicht einmal seinen Mantel auszuziehen, als er bereits durch die Tür stürmte und mit den Augen alle seine Familienmitglieder absuchte.

Es war allzu deutlich wie viel sorgen er sich gemacht hat.

„Newt“ Hörte ich die Stimme seiner Mutter sagen, während sie auf ihren jüngsten zulief, mit Tränen in den Augen und unsicher wie sie beginnen sollte.

Auch ich trat nun vollends ein, überblickte die Runde und stellte erleichtert fest, dass alle anwesenden, unter anderem Danny und meine Mutter, wohlauf schienen.

„Was ist passiert?“ Fragte er und ich suchte seine Hand, drückte sie in meiner und verharrte an seiner Seite.

Seine Mutter schniefte, ihre Lippe zitterte und in ihren Augen glitzerten Tränen, die sie mit not zurückhielt.

So hatte ich seine Mutter noch nie gesehen.

Theseus trat an unsere Seite, legte seiner Mutter die Hände auf die Schulter, welche sie mit ihrer eigenen fest umschlag und sah uns beide ernst an.

„Heute Morgen kam eine Eule“ Begann Theseus.

„Eine Eule?“ Fragte Newt und schien als wollte er nicht wirklich wissen was in dem Brief der Eule stand.

„Von wem?“ Fragte er daher leise und Theseus senkte den Blick und als er ihn wieder hob, sah er zu Danny, seiner schwangeren Frau, welche völlig verstört und mit roten Rändern unter den Augen auf dem Sofa saß, während meine Mutter ihr die Hand hielt.

Als Theseus seinen Blick wieder zu Newt und mir wandern ließ, sagte er schwer schluckend: „James“

James, Margrets Bruder, Janice Ehemann hatte ihnen eine Eule geschickt?

„Ist was mit Janice?“ Fragte ich stockend und schweigen erfüllte den Raum.

Theseus öffnete und schloss den Mund wieder, auch ihm traten Tränen in die Augen und er musste erst noch zur Decke starren um zu verhindern das sie ihm über die Wangen liefen.

„Die Wehe haben frühzeitig eingesetzt. Sie konnten nicht mehr ins Krankenhaus und die Heiler kamen so spät…“Er schluckte und Margret entwand sich seinen Händen, schluchzte auf und lief mit zitternden Schultern zu ihrem Mann, welcher am Kamin stand und sie sofort in den Arm schloss.

„James hat das Kind auf die Welt geholt“ Erneut schwieg er: „Ein Mädchen“

Ich drückte Newts Hand in meiner fester und spürte wie er versuchte mir und sich selber Halt zu geben, indem er diesen Druck erwiderte.

Tränen liefen mir schon wie verrückt über die Wangen und verschleierten meinen Blick.

Sollte es das Sein was ich glaubte das geschehen war?

Theseus presste gequält die Augen zusammen und sprach dann weiter: „Janice hat es nicht geschafft“ Waren seine gemurmelten Worte, die wie ein Schrei in meinen Ohren klangen und mich trafen wie ein Schlag.

Janice, welche gegen den Rat der Heiler erneut schwanger geworden war.

Die sich so auf ihr Kind gefreut hatte und so sicher gewesen war, dass nichts geschehen würde.

Auf einmal hatte ich James Gesicht vor mir, welcher weniger überzeugt ausgesehen hatte als seine Frau.

Wie er zu ihr getreten war um an ihrer Seite zu sein, sie zu beschützen egal was kommen würde.

Doch hatte er sie nicht vor den Schrecken einer Geburt beschützen können.

Kein Mann konnte seine Frau davor schützen und mit einem Mal bekam ich Angst und legte mir unbewusst die Hand auf den Bauch.

Erneut erfüllte tiefes Schluchzen den Raum und ich sah, dass es Danny war, welche nun von Theseus getröstet wurde, von dem ich nicht einmal mitbekommen hatte, dass er zu seiner Frau getreten war.

Wenn ich schon Angst hatte, wie musste sich Danny dann fühlen, welche ebenfalls bald vor der Entbindung stand?

An diesem Tag war uns allen der Boden unter den Füßen weggerissen worden.

Einfach davongetragen mit dem Sturm der noch immer vor der Tür tobte.

Meine Mutter welche von Theseus abgelöst worden war, stand auf, kam auf mich zu und nahm mich in den Arm.

Ich bekam gar nicht mit, wie Newts Hand sich von meiner löste und wie ich ihre warme Umarmung erwiderte.

Sie strich mir liebevoll über das Haar und küsste mich auf die Stirn.

Ich wusste nicht einmal wie ich reagieren sollte, nie zuvor war jemand der mir nahestand gestorben und das auch noch unter diesen Umständen.

Einfach so, aus dem Leben gerissen und… fort.



…..



Newt und ich waren schweigend den Weg von seinen Eltern zu uns gelaufen und hatten zugelassen das der Wind uns den plötzlichen Regen ins Gesicht peitschte.

Als wir zu Hause ankamen herrschte noch immer schweigen und immer wieder schossen mir Bilder von Janice durch den Kopf.

Sie war so gütig und unschuldig gewesen, hatte sich immer nur Kinder gewünscht und musste dafür mit ihrem Leben bezahlen?

Das war nicht fair.

Schweigend und stumm stand ich im Hausflur, schaffte es nicht einmal meine Jacke und meine Schuhe auszuziehen.

Ich fühlte nur den Betäubenden Schock in meinem Innern.

Heftig zuckte ich zusammen, als Newt mir dabei half meinen Mantel auszuziehen und sich dann zu Boden kniete um auch meine Stiefel zu öffnen.

Sanft berührte er meine Wade und zog mir einen nach dem anderen aus.

Es war komisch, das Newt es schaffte so viel gefasster zu sein als ich.

Aber das lag vermutlich auch daran, dass er nicht wusste, dass ich ebenfalls schwanger sein könnte.

Ich wusste es und dieses Gefühl, diese Angst, Lähmte mich von innen heraus.

Als Newt sich wiederaufrichtete, stand er dicht vor mir, nahm mein Gesicht in seine großen, schlanken Hände und küsste mich zärtlich aufs Haar, auf die Stirn, auf die Wangen.

Ich schloss schluchzend meine Augen und vereinzelte Tränen bahnten sich erneut einen weg über meine Wangen.

Auch die Küsste er fort, berührte mit seinen Lippen sanft meine Augenlieder und schließlich meine Mundwinkel.

„Ich liebe dich“ Murmelte er: „Es ist alles gut“ Versuchte er zärtlich mich zu beruhigen.

Immer wieder sprach er diese Worte zu mir, während er seine Hände unter meine Knie legte um mich hochzuheben.

Fest schlang ich meine Arme um seinen Nacken und schluchzte hemmungslos an seiner Schulter, während er mich mühelos die Treppe zu unserem Schlafzimmer hinauftrug.

Dort angekommen, setzte er mich sanft auf den weichen Teppich ab und begann meine Bluse aufzuknöpfen, zog sie mir aus und half mir auch aus dem Rest meiner Kleidung.

Bei meinem Mieder öffnete er bloß die Verschnürung, damit ich besser Luft bekam und brachte mich schließlich ins Bett.

Vorsichtig legte er sich neben mich und zog mich an seine Brust, an der ich nun begann hemmungslos zu weinen.

Etwas das ich mir im Haus seiner Eltern nicht gestattet hatte.

Lange Zeit verharrten wir in dieser Position, keiner sagte ein Wort, nur ich weinte und er strich mir immer wieder über das Haar und küsste mich.

Irgendwann versiegten meine Tränen und ich schlief vor Erschöpfung ein.



………….



Ich erwachte in Newts warmen Armen und riss mich so abrupt von ihm los, dass er sich vor Schreck aufrichtete und mich besorgt musterte.

Doch verharrte ich nicht um mich zu erklären, sondern rannte sofort los über den Flur ins Badezimmer und übergab mich.

Ich vernahm Newts Schritte hinter mir und spürte seine warmen Hände an meinem Rücken, als er mich zaghaft berührte.

„Irisa, ist alles in Ordnung?“

Ich schüttelte den Kopf, setzte mich auf den Boden vor der Toilette und schloss gequält die Augen.

Ich konnte das nicht, nicht so, nicht unter diesen Bedingungen.

Hatte ich mich einst gefreut und gehofft ein Kind mit Newt zu bekommen, fürchtete ich mich seit heute stark davor.

Ich stand schweigend auf, spülte mir am Becken den Mund und drehte mich zu dem besorgten Newt herum.

Noch immer war sein Blick voller Verwirrung und sorge.

Die Frage was los sei, spielte sich allzu deutlich in seinem Gesicht wieder.

Bekümmert, weil ich mir, dass alles Anderes vorgestellt hatte, sah ich ihn an und hauchte leise: „Ich bin überfällig“

Zuerst schien er nicht zu verstehen, runzelte fragend die Stirn, doch dann schien es ihm bewusst zu werden und er bekam große Augen.

Sein Mund öffnete sich und er wirkte ehrlich glücklich, wenn er es auch versuchte nicht ganz zu zeigen.

Auch ihm schien bewusst zu sein, wie sehr es mich besorgte.

„Das ist… wunderbar?“ Fragte er, schien nicht so recht zu wissen ob er sich freuen sollte oder nicht und ich schloss gequält die Augen.

So sollte das nicht sein, er sollte sich das nicht fragen müssen und ich ebenso wenig.

Es war etwas Wundervolles, musste es sein!

Und so schwer mir dies in diesem Moment auch viel, nickte ich.

Endlich begann Newt zu strahlen, seine Augen, seine wunderschönen Augen funkelten regelrecht und er lächelte so breit, dass ich seine weißen Zähne sehen konnte.

Lachend zog er mich in seine Arme und Küsste mich erneut auf die Stirn, die Wangen und schließlich die Lippen.

Jedoch hatte es nichts trostspendendes an sich wie zuvor an diesem Abend, sondern war überschwänglich und ich versuchte mich von ihm mitziehen zu lassen.

Ich wusste das Newt so litt wie ich.

Immerhin hatte er seine Tante verloren und wenn ich etwas über Newt wusste, dann, dass ihm seine Familie das wichtigste war.

Doch schien er dies alles anders zu verarbeiten, was wir anderen nach außen hin zur Schau trugen, vergrub er in seinem Innern, so wie es sein Vater vorhin allem Anschein nach auch getan hatte, denn er war der einzige mit Newt, der nicht vor den anderen geweint hatte.

Ich wusste nicht ob dies von stärke oder schwäche zeugte.

Vielleicht weder noch, was ich jedoch wusste war, so sehr sich Newt auch gerade freute, bereitete ihm dies alles genauso viel Sorgen wie mir.
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