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And will you take a life with me?

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Het
Newt Scamander OC (Own Character)
31.12.2016
30.08.2020
60
159.687
78
Alle Kapitel
413 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
08.03.2017 2.328
 


I know I can't take one more step towards you
'Cause all that's waiting is regret



Ich weiß, dass ich keinen weiteren Schritt mehr auf dich zugehen kann
Denn alles, was mich dort erwartet, ist Bedauern

Christina Perri-Jar of Hearts


************************

https://www.youtube.com/watch?v=8v_4O44sfjM




Newt hatte meine Hand genommen und war mit mir Appariert.

Verwirrt blickte ich mich um und entdeckte den Londoner Eusten Bahnhof.

„Wo soll ich hingehen?“ Fragte ich scheu, als Newt, meine Hand noch immer nicht loslassend, auf den Bahnhof zulief.

„Wir gehen wie geplant nach Irland“ Hörte ich seine leise Stimme und blickte überrascht auf seinen Rücken.

„Aber, dein Urlaub ist doch schon wieder vorbei“ Immerhin hatte ich eine Woche in der Gewalt meines Vaters verbracht.

„Nein, ich habe ihn sofort wieder verschieben lassen“ Ich blinzelte überrascht: „Und das hat dein Chef einfach so für gut befunden? Immerhin hattest du doch erst vor kurzem deinen Urlaub vorverlegen lassen“

„Mein Chef war nicht wirklich begeistert, doch konnte ich ihn davon überzeugen“ Erklärte mir Newt: „Ich muss lediglich noch einen Monat länger in meiner alten Abteilung bleiben, bis sie einen neuen für mich eingestellt haben“

Frustriert, dass er schon wieder für mich alles über den Haufen werfen musste, verspürte ich Wut auf mich selbst.

Beim Ticketschalter, kaufte Newt zwei Tickets mit Direktverbindung zum Hafen Holyhead und einer dazugehörigen Weiterfahrt nach Dublin.

„Du bekommst alles von mir zurück“ Murmelte ich, da Newt nun schon wieder für mich bezahlt hatte.

Ich konnte ihn leicht schmunzeln sehen: „Ich weiß“ antwortete er und ich spürte diese bekannte Wärme, wenn Newt in meiner Nähe war.

Endlich begriff mein Verstand, das er wirklich hier war, bei mir und das ich nicht verheiratet war.

Dass ich erneut entkommen konnte.

Aber für wie lange dieses Mal?

Als wir mit unseren Tickets durch den Schalter traten, und auf den Zug zugingen hielt ich unwillkürlich den Atem an, aus Angst, dass mich kurz vorher noch jemand abfangen könnte.

Doch Newt half mir über die Schwelle des Zuges und stieg dann selber ein.

Drinnen ließ er sich von einem Angestellten unser Abteil zeigen, in dem wir auch die Nacht zusammen verbringen würden.

„Hochzeitsreise?“ Fragte der Mann, als er uns die Tür unseres Abteils zeigte und Newt gerade dabei war unser Gepäck zu verstauen.

Ich sah wie er rot wurde und mit: „Ja“ Antwortete.

Der Mann grinste freundlich und zog seinen Hut ein wenig: „Ich gratuliere ihnen, sie haben eine wirklich schöne Braut“ Newt wurde noch röter, bedankte sich erneut leise bei dem Mann und dieser verabschiedete sich schließlich von ihnen.

Sicherlich hatte der Mann gescherzt, ich musste bestimmt schrecklich durch den Wind aussehen.

„Sobald wir den Bahnhof verlassen haben, können wir durchatmen“ Sagte Newt und schloss hinter dem Mann die Tür.

„Es tut mir leid, dass deine Familie so viel Ärger meinetwegen hatte“ Sagte ich bekümmert und blickte zu Boden, doch Newt kam auf mich zu, legte seine Hände auf meine Arme und brachte mich dazu ihm wieder in die Augen zu sehen.

„Glaub mir, wenn ich dir sage, dass meine Familie alles Mögliche tun wollte um dich da rauszuholen. Das hier war eine der harmlosesten Varianten“ Erklärte er mir, ließ mich wieder los und setzte sich, woraufhin ich mich ihm gegenüber setzte.

„Was…“Ich traute mich nicht gleich zu fragen, aber nun musste ich: „Was genau hat dein Bruder mit Alphard gemacht? Es… es geht ihm doch gut, oder?“ Ich stellte diese Frage zögerlich, war unsicher, wie man sie auffassen könnte und Newt sah mich unleserlich an, als er mir antwortete: „Es geht ihm gut. Theseus hat ihm einen Schlaftrank gegeben und morgen wird er mit Kopfschmerzen aufwachen“

Ich nickte mit leicht offenen Mund und einem angedeutete „ah“.

Schweigen breitete sich aus, es war ein wenig unangenehm und ich fürchtete Newt könnte da etwas missverstanden haben, also versuchte ich ihm zu erklären: „Alphard Black war einer der wenigen Menschen, der gütig zu mir war. Mein Vater war derjenige der den Fehler begann, Alphard war…“ „Aber er wollte dich dennoch heiraten?“ Fragte Newt und schaffte es nicht mich anzusehen.

„Schon, aber er wusste nicht, dass ich das alles eigentlich nicht wollte. Ich habe dir doch bereits vor einer Woche erzählt was Leta mir berichtet hatte.

Das Vater behauptet hat ich sei auf einer Reise mit Verwandten. Alphard hat auf mich gewartet, er….“ Ich blickte auf die Hände in meinem Schoß: „Er hat bereits zwei Jahre gewartet. Er sagte, dass er mich bereits wollte, als er mich das erste Mal sah. Er sagte das er aber erst jetzt Vaters Zustimmung bekommen hätte, da ich vorher nicht alt genug zum Heiraten gewesen war“

„Es… es klingt als hätten wir dich doch nicht retten müssen?“ Es war wie eine Frage gestellt, aber eigentlich nicht als solche gemeint.

Bekümmert sah ich zu ihm auf und Newt blickte aus dem Fenster.

Der Zug gab sein Signal und begann laut zu rattern, als er sich in Bewegung setzte.

„Ich… Ich wollte weg. Auch wenn er ein guter Ehemann hätte sein können, wollte ich dennoch fort. Ich … ich konnte den Gedanken nicht ertragen ihn zu heiraten, da ich doch….“ Schnell schwieg ich wieder, verstummte, da ich Newt beinahe gesagt hätte was ich empfand.

Vorsichtig sah er mich wieder an: „Da du… was?“ Fragte er mich und klang dabei sehr vorsichtig, als würde er sich vor der Antwort ein wenig fürchten.

Ich presste meinen Kiefer fest zusammen und sah ihn wieder fest an: „Ich bin mir sicher, dass ich Alphard Black hätte lieben können. Irgendwann, mit der Zeit“ Nun sah Newt wieder aus dem Fenster und sein Blick wirkte unglaublich verletzt und traurig.

„Er war der einzige Mann der mir jemals gesagt hat, dass ich etwas Besonderes wäre. Das ich mehr bin als meine Schwester oder andere Frauen. Er war der einzige, der mir je sagte, dass er nur mich sah und niemand sonst. Also ja, ich hätte ihn lieben können, wenn ich nicht bereits einem anderen mein Herz geschenkt hätte“

Überrascht sah Newt mir nun wieder in die Augen, versuchte darin zu lesen, zu verstehen, zu erkennen um wen es sich dabei handelte.

Doch er schwieg weiterhin.

„Ich konnte nicht bei ihm bleiben. Jeder Moment den ich glaubte seine Frau werden zu müssen, war wie ein Stich in mein Herz. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen von….“ Ich schluckte schwer und hatte Angst vor dem was ich nun sagen würde, doch musste es wohl endlich raus.

Damit es keine Ungereimtheiten oder Missverständnisse mehr geben konnte.

„Ich konnte den Gedanken nicht ertragen von dir getrennt zu sein. Ich konnte…“ Meine Stimme wurde heiser durch die Tränen die nun an meinen Wangen hinabliefen.

„Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, das ein anderer Mann mich berührt, mich… küsst, wenn ich mir doch so sehr wünschte, das du derjenige wärst der dies tut“

Es gab nun kein Halten mehr und die Tränen liefen wie in einem Wasserfall an meinen Wangen hinab.

Ich konnte verschwommen sehen, wie Newt so rot wurde wie nie zuvor und beschämt den Blick senkte.

Er konnte mit dieser Situation nicht umgehen, wie auch, ich konnte ja selbst nicht mit ihr umgehen.

Ich verbarg mein Gesicht in meinen Händen, zum einen um ihn nicht weiter sehen zu lassen, wie ich mich fühlte und zum anderen, damit ich ihn nicht mehr sehen musste.

Es reichte schon zu wissen, dass er mir direkt gegenüber saß und nicht wusste was er nun sagen oder tun sollte.

Stille herrschte zwischen uns, zu hören war nur mein Schluchzen, bis ich plötzlich eine Hand auf meiner Schulter spürte, unter der ich heftig zusammenzuckte.

Ich ließ meine Hände sinken und blickte unter Tränen zu ihm auf.

„Ich weiß nicht was ich sagen soll…“ Begann Newt und schien unbeholfen.

„Du musst nichts sagen. Ich weiß dass dein Herz bereits vergeben ist. Ich erwarte nichts von dir. Ich will nur nicht dass unsere Freundschaft darunter leidet.

Deswegen habe ich es dir gesagt“ Brachte ich schwerfällig hervor und mit jedem meiner Worte wurde sein Gesicht trauriger.

Zögerlich ließ er seine Hände von meinen Schultern zu meinem Rücken gleiten und ich erschauderte ein wenig unter der Berührung, dann umarmte er mich.

Ich legte mein Gesicht an seinen Hals und drückte mich fest an ihn.

Ich hatte ihn sehr vermisst.

Auch wenn mein Herz nun litt, war ich dennoch froh wieder bei ihm zu sein.

Ich atmete seinen einzigartigen Duft ein, und versuchte ihn mir für immer einzuprägen, da ich wusste, das Newts und meine Wege sich eines Tages sicher trennen würden.

So war es schließlich immer, oder nicht?

Das Leben war nicht fair, es war das, was man daraus machte und nun wo Newt Bescheid wusste was ich fühlte und ich die Bestätigung hatte, das er nicht dasselbe für mich empfand, wusste ich einfach, tief in mir drin, das sich unsere Wege einmal trennen würden.

Der Gedanke daran schmerzte schon jetzt.



……



Nach ungefähr einer Stunde fahrt, hatte ich mich entschlossen mich umzuziehen.

Ich wollte nicht mehr in diesem Brautkleid herumlaufen, wollte nicht mehr dass die Leute Newt und mich für ein frischverheiratetes Paar hielten, denn so war es schließlich nicht.

Ich hatte das Kleid ordentlich in meinem Koffer verpackt und mich entschlossen es an unserem letzten Tag in Irland zurück zu meiner Mutter zu schicken, sowie ich den Verlobung‘s und den Ehering von Alphard Black an ihn zurückschicken würde.

Es fühlte sich nicht richtig an diese Dinge zu behalten, sie waren für ein anderes Leben bestimmt gewesen, für eine andere Frau, nicht mich.

Ich war gerade dabei meine Haare ein wenig zu kämmen um wenigstens ein wenig von den Knoten rauszubekommen, als Newt anklopfte und fragte ob er wieder ins Abteil dürfte.

Ich rief ihm zu das er reinkommen könne und schon im nächsten Moment öffnete sich wieder die Tür und schloss sich auch wieder hinter ihm.

Sofort wurde er dunkelrot im Gesicht und auch ich spürte die Hitze in meinen Wangen.

Sicherlich würde unsere Beziehung noch ein wenig darunter leiden, doch hoffte ich dass wir bald wieder auf demselben Level agieren konnten wie bisher.

„Warum hat dein Bruder eigentlich Alphards Rolle eingenommen und nicht… du?“ Fragte ich zögerlich und Newt schmunzelte leicht: „Mein Bruder war doch viel überzeugender als ich es sein könnte. Ich wollte nicht riskieren, das es schief geht“

Ich nickte verstehend und war beruhigt, dass dies der einzige Grund war für ihn, nicht selbst diese Rolle einzunehmen.

Wir hatten uns nicht viel mehr unterhalten, in der Zeit bis zum Abendessen, Newt hatte in  seinen Notizen gelesen und sich einige Anmerkungen dazugeschrieben, sowie auch weggestrichen, dabei sah er hochkonzentriert aus und ich wollte ihn dabei nicht stören, sodass ich aus meinem Gepäck den Zeichenblock herausholte sowie einen Bleistift und begann zu Zeichnen.

Ich Malte nichts weltbewegendes, ab und an Zeichnete ich Einzelheiten aus der ländlichen Umgebung durch die wir fuhren, dann Zeichnete ich aus dem Gedächtnis heraus Annie, welche sich sicherlich freuen würde mich wieder zusehen und auf die ich mich auch sehr freute.

Doch da Newt sich allem Anschein nach schon um die Tierwesen gekümmert hatte, würde ich sie wohl erst morgen früh sehen können.

Und darum bitten wollte ich im Moment auch nicht.

Zu unsicher fühlte ich mich gerade.

Was vielleicht auch besser war, denn so hatte ich mehr Zeit, alles zu erfassen und mich auszuruhen.

Mittlerweile war ich doch ziemlich müde geworden, als sich Stunde um Stunde dahin zog.

Als es draußen vor dem Fenster schließlich stockdunkel wurde, packte ich meinen Block wieder ein, zog meine Schuhe aus und kletterte über meinen Sitz in das kleine Bett.

Plötzlich wurde das Licht in der Kabine ein wenig schummriger und auch Newt legte seine Unterlagen zur Seite um ebenfalls in sein Bett zu klettern.

„Ich hoffe du bist nicht meinetwegen so lange wachgeblieben?“ Hörte ich seine Stimme in der Dunkelheit fragen und ich musste schmunzeln.

Immer machte er sich so viele Gedanken.

„Nein“ Antwortete ich ihm und hörte daraufhin ein leises „Gut“.

„Nacht“ Murmelte ich und Newt antwortete nach kurzen zögern: „Nacht“

Ungefähr fünf Minuten später, vernahm ich seine Stimme erneut in der Dunkelheit.

„Du… du hast mich einmal gefragt ob ich dich hübsch…. ob ich dich hübsch finde“ Stille trat ein und ich spürte mein Herz heftig schlagen: „Ja“ Hauchte ich leise und leicht stockend.

„Ich habe dir nie eine Antwort gegeben“ Hörte ich seine leise Stimme und er klang, als würde ihm sehr schwerfallen, weiterzusprechen.

„Du… du musst mir auch nicht antworten“ Sein Schweigen war Antwort genug gewesen, ich musste nicht auch noch hören, dass er Leta so viel hübscher fand.

„Ich möchte es aber. Da ich denke, das mein Schweigen damals falsch interpretiert worden sein könnte“ Meinte er und ich fragte: „Wie kommst du darauf?“

Wieder herrschte Stille und ich glaubte schon er würde nicht mehr antworten: „Weil… weil du vorhin sagtest, das dieser Black, der einzige Mann gewesen wäre, der dich je… der dich je als schön oder besonders bezeichnet hat“

Ich sagte nichts, wusste nicht was ich sagen sollte, also sprach Newt von sich aus weiter: „Ich bin es nicht gewohnt solche Dinge gefragt zu werden, oder auch so wie vorhin gesagt zu bekommen. Frauen sind für mich… noch schwerer zu verstehen als Männer, ich….“ Er seufzte verhalten und ich ahnte dass er puterrot war.

„Ich denke… ich denke du bist mehr als schön Irisa“ Erklang seine Stimme in der Dunkelheit und drang tief in mein Herz.

„Innerlich wie äußerlich, bist du w… wunderschön und ich hatte große Angst dich nie wieder zusehen“ Stotterte er leicht.

Mir wurde innerlich ganz warm und ich spürte meinen heftigen Herzschlag.

„Ich…“ Begann ich, doch wusste ich nun auch nicht mehr was ich sagen sollte.

Erneut herrschte stille, das einzige was zu hören war, war das Rattern des fahrenden Zugs.

„Ich wollte nur das du das weißt“ Begann Newt: „Schlaf gut“ Dann vernahm ich das Rascheln einer Decke, wie, als würde sich jemand umdrehen und schließlich sagte keiner von uns beiden ein Wort mehr.

Doch ahnte ich bereits, dass mein vor Aufregung klopfendes Herz mich nicht würde schlafen lassen.
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