Eine Frage des Vertrauenes

von JolinarMV
CrossoverAngst, Familie / P16
30.12.2016
25.03.2017
13
51815
10
Alle
21 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
Anmerkung:

Wir wissen das ein Crossover unter die Rubrik Crossover gehört. Aber da würde die Geschichte vollkommen untergehen. Weshalb wir uns dazu entschlossen haben, sie hier bei Arrow zu posten. Da sie doch mehr Arrow lastig ist. Man kann sie auch gut lesen wenn man Supernatural nicht kennt. Es kommen nur Sam und Dean drin vor und alles andere von Supernatural wird erklärt. Man muss nicht viel über die Serie wissen. Bei Arrow sieht es schon anders aus.
Die Idee zu dem Crossover ist entstanden durch ein Bild das Stephen Amell mal auf Facebook gepostet hat. Auf dem er zusammen mit den Hauptdarstellern aus Supernatural abgebildet waren mit dem Titel: This is the crossover we need.  Wenn das keine Aufforderung war........Wir hoffen das sie euch gefällt und es uns gelungen ist die beiden Welten zu verbinden.

Dies ist ein Co Work von Bastet-X und JolinarMV und die Geschichte ist schon fertig und es wird jede Woche (am selben Tag) eine neues Kapitel geben. Sie besteht aus 13 Kapitel.
Über Reviews würden wir uns freuen. Ob positiv oder konstruktiv.


Viel Spaß beim lesen
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Frust und Langeweile.
Ja, genau.
Dean lag mit ausgebreiteten Armen auf dem Bett und starrte an die Decke. Das musste es sein.
Seit Tagen versuchte er zu identifizieren, was ihn störte, aber es wollte ihm einfach nicht gelingen. Alles fühlte sich irgendwie taub und sinnlos an. Aber jetzt glaubte er verstanden zu haben, was es war: Frust und Langeweile.
Machte die Sache aber irgendwie auch nicht besser.
Frust und Langeweile waren zwei alte Freunde. Fehlte nur noch der dritte Kumpel. Ärger. Der stellte sich immer etwas später ein, kurz nachdem die ersten beiden aufgetaucht waren. Der hatte es nicht so mit der Pünktlichkeit, aber es war stets Verlass auf ihn.
Er rang mit sich, ob er aufstehen sollte. Aber es schien einer dieser Tage zu werden, an denen er sich fragte, warum er etwas so gewagtes tun sollte.
Warum aufstehen? Warum weitermachen? Wozu das alles?
Klar, Sam und Dean hatten schon viel gesehen und erlebt. Überlebt. Dinge, die man eigentlich nicht überleben konnte, die unmöglich machbar waren. Und doch hatten sie es getan. Also warum sollte es nicht möglich sein, Amara aufzuhalten, die heraufziehende Finsternis?
Weil die Gefahr noch nie so groß war wie jetzt flüsterte etwas in seinem Hinterkopf. Und das stimmte. Alles, was sie bisher bekämpft hatten, war auf die eine oder andere Weise Teil der Schöpfung gewesen, so wie sie selbst. Doch dies war das Gegengewicht zu Gottes Kreation, die Anti-Schöpfung. Gleich stark, gleich mächtig. Als würden sie es mit Gott selbst aufnehmen. Die Chancen, dies wieder ins Lot zu bringen, waren gering.
Und dazu kam, dass ihr einziger und mächtigster Verbündeter und guter Freund gerade mit ihrem ärgsten Feind zusammen wer weiß wo steckte. Cass hatte Luzifer herein gelassen, und Dean glaubte nicht daran, dass er freiwillig wieder aus ihrem gemeinsamen Gefäß ausziehen würde.
Er erinnerte sich noch sehr genau daran, was Luzifer mit Sam angestellt hatte, als er in seinem Kopf war und konnte sich nur zu gut vorstellen, was dieser jetzt mit Cass machte. Er wusste nicht, ober er aus der Sache überhaupt unbeschadet hervor gehen konnte.
Dean stöhnte. Er versuchte angestrengt, nicht daran zu denken. Aber wie so oft, war es so: je mehr er sich bemühte, um so schlimmer wurde es. Sobald es still um ihn war, oder er das Licht löschte, machten sich seine Gedanken selbstständig, und er begann zu grübeln. Das ließ sich nur mit viel Alkohol unterdrücken. Er konnte nicht mehr schlafen, deshalb trank er.
So oft war die Welt in Gefahr geraten, und viel zu oft war es ihre Schuld. Seine Schuld. Immer meinten sie es nur gut, aber je mehr sie versuchten, ihre Fehler zu korrigieren, um so größer wurden diese. Warum also dagegen ankämpfen? Warum noch einmal den Versuch wagen, etwas zu ändern? Warum sollte das Ergebnis diesmal ein anderes sein?
Weil wir das immer tun sagte er sich. Es ist keine Schande, im Dreck zu landen. Wichtig ist nur, dass man nicht liegen bleibt. Wer liegen bleibt, kommt unter die Räder.
Selbst in den kleinen Dingen schien Dean im Moment nichts zu gelingen. Er war in die Vergangenheit gereist, um ein Artefakt zu holen, das die Macht Gottes enthielt. Sie hatten viel riskiert, doch das Ergebnis war enttäuschend. Aber das Schlimmste daran war, dass Menschen dabei umkamen, die er mochte. Gute Menschen. Menschen, die diesen sinnlosen Tod nicht verdienten.
Anschließend hatten sie gesucht und recherchiert und herum telefoniert und weiter gesucht. Aber nichts. Seit zwei Wochen gab es keine Informationen mehr über den Aufenthaltsort von Cass oder Amara. Als wären sie vom Erdboden verschwunden.
Aber das waren sie nicht. So einfach lösten sich Probleme nicht in Wohlgefallen auf. Zumindest nicht ihre. Es beunruhigte ihn mehr, als er vor Sam zugeben wollte, dass sie so gar nichts hörten. Denn das bedeutete, dass beide etwas im Schilde führten. Wesen wie diese waren für gewöhnlich nicht untätig. Und als es schließlich nichts mehr zu überprüfen oder nachzuschlagen gab, stellte sich die Langeweile ein. Viel Zeit für Grübeleien. Er war nie gut im Warten.
Kopfschmerzen. Die kamen vom Saufen.
Kopfschmerzen und Frust und Langeweile.
Keine gesunde Kombination. Das wusste er.
Er ergab sich ihr eine Zeit lang, wusste aber sehr wohl, dass es niemandem nützte, wenn er sich damit zugrunde richtete. Sam sagte nichts dazu. Er wusste, wie sein Bruder damit umging, und dass er sich nicht hinein reden ließ.
Dean warf einen Blick auf die Uhr. 3.52 Uhr. Es war wohl Zeit für den ersten Kaffee des Tages. In dieser Nacht würde er keinen Schlaf mehr finden, obwohl er todmüde war.
Er stand auf, schlurfte ins Bad und stellte die Dusche an. Um halb fünf Uhr morgens fuhr er den Computer hoch, um die Webseiten der Tageszeitungen auf etwas Ungewöhnliches hin abzuklappern. Er wusste, dass ihm praktisch alles einen Hinweis liefern konnte bei der Suche nach Cass und Amara. Aber das Problem war, dass er nicht wusste, wonach er suchen sollte.
So war es jeden Tag die gleiche, langwierige, ermüdende Schinderei. Da war es schwierig, konzentriert zu bleiben. Aber was blieb ihnen sonst zu tun?
Dean nippte an seinem Kaffee und begann zu lesen. In zwei oder drei Stunden würde Sam gut gelaunt und ausgeruht hier erscheinen, und dann war es mit der Ruhe vorbei. Ihm schien das Leben in ihrem Men of Letters-Bunker gut zu bekommen. Sam stand auf geregelte Tagesabläufe. Er hatte eine bevorzugte Aufstehzeit, die nach Deans Dafürhalten unanständig früh war, gefolgt von Sport und ähnlich nutzlosem Zeug. Als ob herumrennen, kämpfen und Gräber ausheben nicht schon Sport genug gewesen wäre.
Aber er musste zugeben, dass ein fester Wohnsitz durchaus seine Vorteile hatte. Er war immer der Meinung gewesen, dass er das nicht brauchte, aber nun, da sie ein richtiges Zuhause hatten, stellte er fest, dass es doch etwas war, was ihm stets fehlte, auch wenn er es nicht wusste.
Er scrollte sich durch die nächste Tageszeitung. Hier und da ein Mord aus Eifersucht oder Rache. Nichts, was es nicht anderswo auch gab. Ein Klick und der Bildschirm des nächsten Blattes aus der Lesezeichenliste öffnete sich.
Wieder fuhr er mit dem Curser die Seite hinunter, und sah nach, ob es seit dem gestrigen Datum irgend-welche ungewöhnlichen Vorkommnisse gegeben hatte.
Und tatsächlich fand er etwas. Er stellte die Tasse hin und war plötzlich hellwach. Es gab drei ungeklärte Todesfälle in den letzten zwei Wochen. Die Opfer wirkten seltsam ausgezehrt und ihre Körper waren voller nicht identifizierbarer, aber offenbar hoch wirksamer, Substanzen, obwohl wenige Tage zuvor noch alles mit ihnen in Ordnung war.
Es konnte eine dieser neuen Designerdrogen sein, oder aber es war etwas anderes. Er griff nach jedem Strohhalm, Hauptsache er fand etwas, um dem Frust und der Langeweile zu entgehen. Der Ärger fand ihn sowieso immer und überall.
Er schaute nach, bei welcher Zeitung er gelandet war, und wo die Morde stattgefunden hatten.
Die Seite gehörte zum „Star City Guardian“, einer Zeitung, die sie für gewöhnlich ausließen, weil es dort einen dieser selbst ernannten Rächer gab, denen Jäger gern aus dem Weg gingen. Aber da Amara oder Luzifer überall auftauchen konnten, und auf so etwas wohl kaum Rücksicht nehmen würden, war der Luxus nicht mehr drin, bestimmte Gebiete zu meiden.
Dean erinnerte sich an die Superhelden-Comics seiner Kindheit, an Superman und Batman. Wahrscheinlich war die Hälfte von dem, was die Zeitungen und Verlage über sie berichteten, erstunken und erlogen, aber Tatsache war, dass sie ihr Bestes gaben, um den Menschen zu helfen.
Und die wussten dies zu schätzen, und verehrten sie auf ihre Weise. Selbst wenn es in Form von Comics und anderen Arten von FanFictions war. Natürlich halfen diese Helden ohne Fehl und Tadel immer und überall, aber eigentlich waren sie mit der Stadt, in der sie lebten, schon bis an ihre Grenzen ausgelastet, und das war nun wirklich kein Wunder.
Gerade in den letzten Jahren hatte sich die Anzahl der übernatürlichen Wesen vervielfacht. Viele davon waren außerdem noch mächtiger als die früherer Jahre. Und sie sorgten überall für Unruhe. Dean musste kleinlaut eingestehen, dass er und sein Bruder nicht unerheblich zu dieser Tatsache beigetragen hatten.
Es trieben sich Engel und Leviathane herum. Und auch mehr Dämonen als in der Zeit ihrer Kindheit und Jugend. Dean erinnerte sich, wie er Bobby zum ersten Mal nach ihnen gefragt hatte, und der Alte ihm antwortete, dass es nur wenige Fälle dämonischer Besessenheit pro Jahr gäbe. Aber was sie inzwischen erlebt hatten, übertraf diese Einschätzung um ein Vielfaches. Dazu kamen seit neuestem Metawesen, die jede Menge Ärger machten, und Warlords und gewöhnliche Kriminelle, die die allgemein unübersichtliche Lage schamlos ausnutzen. Banden und Kartelle schossen wie Pilze aus dem Boden.
Es wirkte wie ein Wettrüsten. Kaum waren die ersten Superhelden aufgetaucht, erschienen auch die ersten omnipotenten Superschurken. Und von da an ging es weiter und weiter. Das Chaos verbreitete sich von jedem Ground Zero aus in alle Richtungen. Kurz gesagt, mancherorts verwandelten sich die Städte in ein Schlachtfeld. Und auf diesen Schlachtfeldern erschienen auch immer wieder so genannte Helden, die es sich auf die Fahnen geschrieben hatten, etwas dagegen zu unternehmen.
Durchaus ehrbar, fand er, aber Dean hielt sie für aufgeblasene Wichtigtuer, denen ihr Ego mehr bedeutete, als ihre Arbeit. Insgesamt war es schon okay, was sie so machten. Immerhin bemühten sie sich. Das war mehr als die meisten anderen taten. Aber die Art, wie die Menschen sie verehrten, stieß ihn ab.
Die Winchesters hielten sich aus diesen Angelegenheiten normalerweise heraus. So lange es nichts Übernatürliches war, ging es sie nichts an und deshalb betraten sie Städte wie Star City oder Gotham City für gewöhnlich erst gar nicht. Das war nicht ihr Fachgebiet und außerdem gab es dort schon jemanden, der sich darum kümmern konnte.
Es war viel wichtiger, dass jemand in die unzähligen kleinen Orte fuhr, die keinen eigenen Rächer hatten. Dass es jemanden gab, der dort den Leuten half, die sich nicht an einen Fernsehsender wenden konnten, weil sie beispielsweise von einem Geist heimgesucht wurden. Das Wissen über Magie war nicht weit verbreitet, und außerdem war so etwas heutzutage nicht spektakulär genug. Er erregte nicht annähernd genug Aufsehen, als dass sich einer dieser so genannten Helden dafür interessiert hätte. Aber für die Menschen, die es betraf, war es ein gewaltiges Problem. Die Jäger leisteten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, auch wenn diese nichts darüber wusste.
Das waren für Dean die wahren Helden. Jene, die sich selbst aufopferten, auch wenn niemand sonst etwas davon erfuhr.
Wer war für Star City noch gleich zuständig? Green Arrow? Dean fand ihn etwas farblos. Er tauchte in den Nachrichten immer nur als handgezeichnetes Fahndungsbild auf, bestenfalls noch als verwackeltes Standbild aus einem Handyvideo, und er schien mal mehr mal weniger beliebt zu sein.
Vielleicht handelte es sich bei diesem Fall wirklich nur um Drogen. Kam nicht dieses neue Teufelszeug aus Star City, das sich die ganze Ostküste rauf und runter ausgebreitet hatte? Vertigo? Es war inzwischen teuer und schwer zu bekommen, aber so weit er wusste, war es immer noch beliebt.
Aber was, wenn es doch etwas anderes war? Ein Djinn vielleicht? Er traute es diesem Arrow nicht zu, die Sache zu regeln, wenn er schon in seiner eigenen Stadt ein einfaches Drogenproblem nicht in den Griff bekam.
Dean begann, etwas über Star City zu recherchieren. Es dauerte eine Weile. Sein Kaffee wurde kalt und er holte sich einen neuen.
Vor einiger Zeit hatte ein Erdbeben einen ganzen Stadtteil dahin gerafft. Das ließ den Jäger hellhörig werden. Es war kein reicher Stadtteil gewesen und vieles war immer noch nicht wieder aufgebaut. Dort gab es ungezählte verlassene Häuser und Ruinen, weil sich die Besitzer den Wiederaufbau entweder nicht leisten konnten oder Grundstückshaie noch um die höchsten Profite pokerten.
Er runzelte die Stirn. Das konnte kein Zufall sein. Ruinen und ausgezehrte vergiftete Leichen, wenn das nicht nach einem Djinn klang, dann wusste er auch nicht.
Er nahm seine Tasse und lächelte. Sie hatten einen Fall. Er lächelte nicht, weil Menschen zu Schaden gekommen waren, sondern weil er endlich etwas hatte, womit er sich wenigstens ein paar Stunden am Tag beschäftigen konnte. Er musste den Kopf frei kriegen, mal an was anderes denken. So kam man auf neue Ideen und fand neue Ansätze. Vielleicht konnte er dann Amara oder Luzifer auf die Spur kommen. Eine gute altmodische Jagd war jetzt genau das richtige.
Nun musste er nur noch Sam davon überzeugen. Sam und seine Prinzipien. Jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehen, Joggen, gesund leben, nie im Revier eines Superhelden wildern.
Ärger, dachte Dean. Da war er, der Ärger. Meistens hatte Sam mit seinen Prinzipien recht. Jäger und Superhelden passten nicht zu einander. Das gab immer Ärger und meistens zogen die Jäger den kürzeren. Die Zusammenstöße, von denen er gehört hatte, waren regelrechte Revierkämpfe, und es musste ziemlich hart zur Sache gegangen sein.
Aber wenn dieser Green Arrow seinen Job nicht machte, dann musste ihn eben ein anderer erledigen. Und wenn alles gut ging, mussten sie sich nicht einmal zu erkennen geben. Rein und raus, und niemand bekam etwas mit.
Sein Grinsen wurde breiter. Er brauchte den Autoschlüssel.

Als Sam in die Küche kam, stutzte er und blieb stehen. Auf dem Tisch standen Müsli, Kaffee und Obst. Zwar in einer Plastikschale von der Tankstelle und somit wahrscheinlich alles anderes als frisch, aber immerhin.
Da Dean sich normalerweise nicht um so profane Dinge wie einen Einkauf kümmerte, wusste Sam ziemlich genau, was sie an Vorräten hatten, und das da hatte er nicht besorgt. Wenn er es also nicht war, konnte es nur einer gewesen sein. Und dafür gab es immer einen Grund.
Nun, er würde es bald erfahren. Er nahm das Geschenk dankend an, wo es nun schon einmal da war, und schlenderte auf seinen Bruder zu, der scheinbar völlig vertieft in seinen Computer mit dem Rücken zu ihm dasaß und so tat, als würde er Sams Anwesenheit nicht bemerken.
„Was siehst du dir da an?“ Fragte dieser unverbindlich. Er war gespannt darauf, welche Kröte Dean ihm zu verkaufen versuchen würde. So musste es sein. Wozu hätte er sonst eine Bestechung gebraucht?
Dean tat so, als wäre ihm erst jetzt klar geworden, dass er nicht mehr allein war. Er war doch ziemlich durchschaubar, fand Sam.
„Die Zeitungen von heute.“
„Und? Irgendwas Interessantes gefunden?“
„Yepp.“ Er drehte den Bildschirm in Sams Richtung. „Drei Leichen in der selben Stadt. Gefunden in einem Gebiet mit ungewöhnlich vielen Bauruinen. Alle verbraucht und ausgetrocknet. Alle vollgepumpt mit nicht identifizierbaren Chemikalien.“
„Huh.“ Machte Sam. „Klingt nach einem Drogenproblem.“
Dean nickte bedächtig. „Ja, das habe ich auch zuerst gedacht. Aber ich weiß nicht recht...“
„Wieso? Wie kommst du darauf?“ Jetzt war Sam doch interessiert.
„Die Leichen tauchten exakt im Abstand von fünf Tagen auf. Und es war immer nur jeweils eine. Wenn es eine neue Partydroge wäre, müsste es dann nicht mehr Opfer geben? Ich meine, die Leute sind nicht immer nur alle vernünftig, oder setzen sich einen goldenen Schuss. Dazwischen gibt es viele feine Abstufungen. Wenn es eine Droge wäre, dann wären Menschen mit ähnlichen Symptomen im Krankenhaus gelandet. Ein paar hätten überlebt, ein paar vielleicht nicht. Und wenn es irgend ein tödliches Zeug wäre, dann wären es mehr Leichen. Aber so wie es aussieht, waren es nur drei. Und die hat es genau im Abstand von fünf Tagen das Leben gekostet. Ist das nicht seltsam?“
„Auf jeden Fall seltsam genug.“ Sam zögerte einen Moment. „Willst du dir das echt antun?“ Fragte er. Er kannte seinen Bruder und wusste, wie sehr er unter der Situation und der Ungewissheit litt.
„Wir sitzen seit zwei Wochen hier herum, und es gibt nichts, was wir nicht schon versucht hätten. Ich bin sicher, sie haben dort auch Internet. Wenn sich irgendwas tut, werden wir es auch von dort aus aufschnappen.“ Er legte eine Pause ein und fügte dann hinzu: „Mir fällt die Decke auf den Kopf. Wenn ich hier nicht bald mal heraus komme, sprenge ich den ganzen Laden irgendwann in die Luft.“
„Okay,“ lachte Sam. „Wo müssen wir hin.“
Dean scrollte nach oben und zeigte ihm den Schriftzug der Zeitung.
„Star City?! Du spinnst doch!“ Entfuhr es Sam. Das war also die Kröte!
„Warum nicht? Es ist ein Fall, ein einfacher altmodischer Fall.“
„Unsere Fälle sind nie einfach.“
„Du weißt, was ich meine.“
„Und du weißt, was ich meine!“ Entgegnete Sam hitzig. „Ich setze keinen Fuß in diese Stadt!“
„Du bist erwachsen. Irgendwann musst du mal über die Sache mit den Clowns hinweg kommen.“
Sams Lippen wurden zu einem schmalen Strich. Er wurde nicht gern an seine Phobie erinnert. Ein riesiger Kerl wie er, der Arme hatte wie andere Leute Beine, und der es mit Monstern und übernatürlichen Wesen aufnahm. Ein Kerl, der Angst vor Clowns hatte, seit er zum ersten Mal den Joker im Fernsehen sah. Das war der Moment, in dem er herausfand, dass Monster echt waren. Er erfuhr es nicht von seinem Vater, nicht von seinem Bruder. Nein, das lernte er durch das Fernsehen, als er wieder einmal nachts allein heimlich vor der Glotze saß, weil seine Familie auf der Jagd war, und es machte ihm eine Todesangst.  
„Außerdem ist es nicht Gotham.“ Fuhr Dean ruhig fort. „In Star City gibt es, so weit ich es herausfinden konnte, keine bösen Superschurken, die sich die Gesichter bemalen. Und selbst dieser Möchtegernheld dort scheint harmlos zu sein. Der trägt ‘ne Kapuze wie Robin Hood und hat nicht mal genug Geld für ‘ne anständige Knarre. Wie sollen die uns das Wasser reichen können, oder es mit einem Djinn aufnehmen?“
„Du glaubst, es ist ein Djinn?“ Fragte Sam vorsichtig.
„Ja.“ Antwortete Dean ernst. „Ja, das glaube ich.“
Sam ließ die Schultern hängen und atmete hörbar aus. Sein Widerstand begann zu bröckeln.
„Komm schon, Alter. Jetzt gib dir einen Ruck. Du bist erwachsen. Du kannst das.“ Dean konnte förmlich sehen, wie er einknickte. Alles, was er noch brauchte, war ein kleiner Anstoß, um ja zu sagen. „Die Leute zählen auf uns.“
Und mit einem resignierenden Seufzen gab Sam auf.

Auf dem Weg nach Star City war Sam ungewöhnlich ruhig. Damit hatte Dean gerechnet und ließ ihn in Ruhe.
Die Sache mit den Clowns war nie leicht für ihn. Es musste nicht einmal der Joker sein. Ein Aufkleber mit einem beliebigen Clownsgesicht genügte schon. Wenn die Simpsons liefen und somit die Gefahr bestand, dass Krusty im Bild auftauchen könnte, schaltete er das Gerät aus.
Dean hatte sehr lange gebraucht, um dahinter zu kommen, dass er ein Problem damit hatte, und noch viel länger, um heraus zu finden, woher es kam. Dann hatte er ihn eine Weile damit aufgezogen, bis er irgendwann feststellte, dass es ihm tatsächlich den Angstschweiß auf die Stirn trieb. Der Joker war aber auch wirklich ein übergeschnappter Gegner, und sein Äußeres, nun ja... es verstärkte diesen Eindruck noch. Und wenn es sich vermeiden ließ, betrat Sam nicht einmal den Bundesstaat, in dem Gotham lag.
Aber das war lange her, und Dean fand, dass es endlich an der Zeit war, dass er diese Angst überwand. Sie war völlig irrational, zumal sie nicht einmal wirklich nach Gotham wollten, sondern lediglich in die Nachbarschaft. Es war nicht seine Absicht gewesen, seinem Bruder eine Therapie zu verpassen, als er beschloss, nach Star City zu fahren. Es hatte sich einfach nur ergeben, und Dean war der Meinung, das sei eine gute Gelegenheit, seinen kleinen Bruder ein wenig zu desensibilisieren. Aber er war feinfühlig genug, um nicht darauf herum zu reiten und sich nicht öffentlich darüber zu freuen, dass sie einen Fall hatten.
Nachdem sie die Stadtgrenze von Star City erreicht hatten, zog Sam ein Tablet aus dem Handschuhfach und begann ein wenig herumzusurfen. Dean hielt den Mund und konzentrierte sich aufs Fahren. Ihre Anzüge hatten sie bereits bei ihrem letzten Stop angezogen. Die nötigen Ausweise befanden sich in ihren Taschen und den Weg hatte Dean im Kopf. Ein Navigationssystem würde niemals den Weg in seinen Impala finden. So viel stand fest. Passte nicht dazu. Außerdem hatte er einen ausgezeichneten Orientierungssinn, wie es sich für einen Jäger gehörte.
Vieles in der Stadt sah heruntergekommen aus. Es gab leerstehende Wohnhäuser, Fabriken, die dicht gemacht worden waren, abgebrannte und eingestürzte Ruinen, die nur unzureichend mit Bauzäunen und Sichtschutzwänden abgesperrt waren. Die Menschen, die zu fuß unterwegs waren, hatten es eilig und man sah ihnen an, warum sie das Geld für den Bus lieber sparen wollten. Die wenigen makellosen Glas- und Stahlfassaden wirkten wie Fremdkörper und zeigten ganz deutlich, wie weit die Kluft zwischen arm und reich hier auseinander klaffte.
Dean fragte sich, warum die Menschen hier blieben, in einer Stadt, die scheinbar keine Zukunft hatte.
Eine Stunde, und zwei Runden um die Innenstadt später, folgte er einfach einer dichter werdenden Meute von Streifenwagen und fand schließlich das Polizeirevier, nach dem sie gesucht hatten. Sam war jedoch so in sein Tablet vertieft, dass er nicht einmal bemerkte, dass er nicht den direkten Weg genommen hatte.
„Wie hieß der Beamte noch, der den Fall bearbeitet?“ Dean kurvte auf der Suche nach einem Parkplatz herum, der ihm zusagte. Es war überall das gleiche. Nirgendwo durfte man stehen, und dort, wo man es durfte, waren die Parklücken unangenehm eng oder so ungünstig gelegen, dass sie ihm aus den unterschiedlichsten Gründen einfach nicht gefielen.
„Lance.“ Antwortete Sam. „Quentin Lance.“
„Komischer Name. Wer heißt schon Quentin.“ Maulte Dean.
„Quentin Tarantino.“
„Hmm. Das ist ein Argument.“ Gab er zu, parkte ein und öffnete die Tür.
„Warte.“
Dean hielt inne und schaute zu seinem Bruder hinüber.
„Bei diesem Captain Lance müssen wir aufpassen. Der hat schon einiges mitgemacht.“ Sam gab ihm das Tablet in die Hand, auf dem einige Zeitungsausschnitte zu sehen waren.
„Das haben wir auch.“ Meinte Dean leichthin.
„Hier ist viel passiert in den letzten Jahren, und er war immer mit dabei. Er hat seinen eigenen Kopf, der Mann. Dem macht niemand so schnell etwas vor. Also sollten wir vielleicht...“
„Einer von den ganz schlauen also. Sieh zu und lerne.“ Er grinste Sam an und stieg aus, ohne eine Antwort abzuwarten.

Dean schlenderte in das Polizeirevier, als würde ihm der Laden gehören. Er setzte sein charmantestes Lächeln auf, meldete sich bei der Polizistin an, die neben dem Eingang ihre Theke hatte und fragte sich zu Captain Lance durch.
Erstaunlicherweise war der Captain an seinem Platz, so dass sie weder auf ihn warten, noch nach ihm suchen mussten. Aber Quentin Lance hatte kein Interesse an einer Unterhaltung. Ein Blick von ihm genügte, um das zu wissen. Bei dem, was in dieser Stadt los war, hätte er überall anders sein können, und wahrscheinlich sogar sein müssen.
Dean zog zackig seinen falschen FBI- Ausweis hervor und hielt ihn Lance so nah und so kurz unter die Nase, dass er unmöglich lesen konnte, was dort stand.
„Agent Osbourne. Agent Ward.“ Stellte er sich und Sam vor. „FBI. Sind sie Captain Lance?“
„Der bin ich.“ Antwortete er.
„Wir hörten, sie haben hier ein paar ungeklärte Todesfälle.“
„Hier gibt es ständig irgendwelche ungeklärten Todesfälle. Warum interessiert sich das FBI dafür?“
Dean zog die Augenbrauen in die Höhe. Er war ein wenig überrascht, wie schnell der Mann zum Gegenangriff überging. Aber das passte zu dem, wovor Sam ihn gewarnt hatte.
„Ach.“ Wiegelte Dean mit einer Handbewegung ab. „Eine Routineüberprüfung. Sie wissen schon...“
„Was weiß ich?“
Okay, dachte Dean. Er versuchte, sein Lächeln aufrecht zu erhalten, fürchtete aber, dass es Lance’ kritischem Blick nicht standhalten würde, der bereits misstrauisch die Stirn in Falten legte. Er musste es also auf andere Weise versuchen. Die übliche Charmeoffensive nützte hier nichts.
„Sie hatten hier in den letzten zwei Wochen drei Leichen. Gleiche Todesart, gleicher Zeitabstand zwischen den Morden.“
„Wer hat etwas von Mord gesagt?“ Fiel Lance ihm ins Wort. Aber zumindest hatte Dean seine Aufmerksamkeit.
„Niemand. Und genau deshalb sind wir hier. Ist es Zufall oder war es Mord? Bei Mord müssten wir einen Serientäter vermuten, und damit wären wir zuständig. Ich sagte es ja schon,“ er lächelte wieder über das ganze Gesicht. „Routineüberprüfung. Sobald wir sicher sind, dass hier kein irrer Massenmörder sein Unwesen treibt, sind sie uns wieder los.“ Er legte seine ganze Überzeugungskraft in diese Worte, und hoffte, dass es genügte.
„Aha.“ Stellte Lance ungerührt fest. „Was sie nicht sagen.“ Jemand kam vorbei und drückte ihm einen Stapel Papiere in die Hand. Er nickte dem Uniformierten wortlos zu und warf den Packen auf den Schreibtisch zu den anderen. Irgendwo hinter ihm klingelte ein Telefon. „Ich muss sie enttäuschen. Hier ist niemand im Abstand von fünf Tagen ermordet worden.“
Das verschlug Dean einen Moment lang die Sprache. Aber dann nutzte Sam die Gelegenheit für seinen Auftritt.
„Wir dachten uns schon, dass es Schwierigkeiten bei der Klassifizierung der Todesfälle geben könnte. Unser Büro meinte, dass auch ein Drogentod in Frage käme. Wir sind hier, um das zu überprüfen. Gab es Drogentote in der letzten Zeit?“
Lance musterte ihn einen Moment misstrauisch. Misstrauen schien eine seiner hervorstechendsten Eigenschaften zu sein. „Die gab es in der Tat,“ gab er zögerlich zurück „aber ob der zeitliche Abstand genau fünf Tage betrug?“
„So haben es uns unsere Analysten berichtet.“
Lance zuckte mit den Schultern und wirkte auf einmal alt und müde. „Wenn Sie es sagen. Vielleicht sprechen Sie lieber mit unserem Rechtsmediziner. Ich habe zu tun.“
Er begann ziellos Papiere umzustapeln, und die Winchesters bekamen den Eindruck, dass er nur keine Lust mehr hatte, mit ihnen zu sprechen. Doch auf die Schliche war er ihnen offenbar nicht gekommen, stellten Sam und Dean erleichtert fest.
Captain Lance’ Handy klingelte. Er ging ran mit einem „Ja“, hörte zu, gab gelegentlich zustimmende Geräusche von sich und fragte dann „wann“? Ohne sich zu verabschieden legte er wieder auf. Sein Blick ging einen Moment lang ins Leere, und er ließ die Schultern hängen.
„Schlechte Nachrichten?“ Fragte Sam.
„Ist wohl ihr Glückstag heute.“ Sagte Lance leise. „Noch ein Drogentoter in den Glades.“
Dean verkniff sich eine Bemerkung und Sam räusperte sich leise und unbehaglich.
„Macht es ihnen etwas aus, wenn wir...“
„Nein, nein,“ meinte Captain Lance jetzt abwesend. Sein Misstrauen war wie weg geblasen. Offensichtlich war er mit seinen Gedanken bereits ganz wo anders. „Kommen sie ruhig mit. Schauen sie sich das Elend in unserer Stadt an, und dann kehren sie wieder in ihr beschauliches... wo auch immer sie herkommen... zurück, damit ich hier meine Arbeit machen kann.“
Der Mann nahm wirklich kein Blatt vor den Mund, nicht einmal bei Leuten, die ihm übergeordnet waren und ihm hätten schaden können. Er war zu alt, um einfach nur ein Großmaul zu sein. In diesem Fall hätte er es nie bis zum Captain gebracht. Nein, Quentin Lance hatte einfach nur schon eine Menge gesehen. Darüber waren sich die Winchesters stillschweigend einig. Und deshalb fürchtete er sich vor fast nichts mehr.


Die Nacht brach über Star City herein. Es wurde windig und kalt und es begann zu regnen. Aber die Dunkelheit verbarg auch gnädig die Wunden dieser Stadt, die sich links und rechts neben der Straße auftaten, während sie Quentin Lance in ihrem Impala folgten.
So hatten Sam und Dean sich eine Stadt nicht vorgestellt, die von einem Mann beschützt wurde, der sich zu ihrem Retter erklärt hatte. Ihnen war nicht klar gewesen, wie dringend dieser Ort jemanden brauchte, der genau das tat. Aber es schien so, als mache er seinen Job nicht besonders gut. Der Unterschied zu ihren üblichen „Einsatzorten“ hätte größer nicht sein können.
Es waren nur wenige Menschen zu sehen. Das mochte erklären, warum die Leiche nicht früher entdeckt worden war. Man hatte sie wohl kaum am hellichten Tage hier abgelegt. Entweder lebten nicht mehr viele Leute hier, oder sie trauten sich nicht heraus, sobald es dunkel wurde. Für beides hatten die Winchesters Verständnis.
„Sie ist schon eine Weile tot,“ sagte der Gerichtsmediziner somit auch folgerichtig, kaum dass sie den Tatort erreicht hatten. „Es ist mindestens zehn Stunden her. Wahrscheinlich wurde sie in den frühen Morgenstunden hier abgelegt.“
„Können sie schon etwas zur Todesursache sagen?“
„Nein,“ antwortete der Gerichtsmediziner. „Keine Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung. Aber wenn ich raten sollte, würde ich sagen, es ist wie bei den anderen. Der Körper wirkt irgendwie verbraucht und aus-getrocknet.“
Er schob seine Hand vorsichtig in die Jackentasche der Frau und zog eine zierliche Brieftasche hervor.
„Jeanine Whitmore,“ las er vor, „27 Jahre alt.“
„Sieht älter aus,“ stellte Lance fest, „bedeutend älter.“
„Hmm,“ meinte der Forensiker und nickte seinen Leuten zu, damit sie die Leiche einpackten. „Ohne toxikologisches Gutachten kann ich noch nicht viel sagen, aber ich wette, es sind die gleichen hochwirksamen organischen Substanzen, wie bei den anderen.“
„Gab es irgendwelche Besonderheiten bei den Leichen? Irgend etwas Ungewöhnliches? Vielleicht eine Eintrittswunde?“ Fragte Dean.
Der Gerichtsmediziner schaute ihn irritiert an und schien sich zu fragen, wer die beiden Männer waren, die sich wie selbstverständlich in ihre Unterhaltung einklinkten.
„FBI,“ erklärte Lance bissig. „Man möchte wohl wissen, ob wir unsere Arbeit richtig machen.“
Dean reagierte nicht auf den angriffslustigen Unterton. „Die Agents Osbourne und Ward,“ stellte er sich und Sam vor, und setzte wieder sein gewinnendstes Lächeln auf. „Das FBI möchte nur wissen, ob hier möglicherweise ein Serienmörder am Werk sein könnte.“
„Aha.“ Der Gerichtsmediziner legte die gleiche unerschütterliche Abgebrühtheit an den Tag wie Captain Lance. Er machte keinen Hehl daraus, dass er die Anwesenheit des FBI für Zeitverschwendung hielt und es überhaupt nicht schätzte, wenn man seine Arbeit kontrollierte. Und das alles schaffte er mit nur einem Blick.
Dean musste sich eingestehen, dass er hier niemanden mit seinem Charme einwickeln konnte. Normalerweise funktionierte das recht gut, bei Männern wie bei Frauen.
„Können wir uns die Obduktionsberichte anschauen?“ Fragte Sam und führte sie damit zurück zur eigentlichen Sache.
Der Gerichtsmediziner nickte. „Melden sie sich morgen in meinem Büro.“ Verkündete er knapp. „Wenn sie mich dann entschuldigen würden. Es wartet Arbeit auf mich.“ Und ohne eine Antwort abzuwarten, drehte er sich um, und wendete sich wieder seinen Aufgaben zu.
Captain Lance fasste das nicht als Unhöflichkeit auf, also beschlossen die Winchesters, es ihm gleich zu tun. Stattdessen schaute er sich nach dem leitenden Beamten um und winkte ihn zu sich, als er ihn erblickte.
„Irgendwelche Zeugen?“ Fragte er.
„Nein. Niemand will etwas gesehen haben.“
„Na das ist ja ganz was Neues.“ Meinte Lance trocken. „Sonst etwas Auffälliges?“
„Nichts. Keine Reifenspuren oder sonstige offensichtliche Hinweise. Wir werden wohl abwarten müssen, was die Forensik sonst noch heraus findet.“
Lance nickte ihm zu und der Polizist schob wie auf ein stummes Kommando hin ab, und kümmert sich wieder um die Absperrungen.
„Wie sie sehen, ist es einfach nur ein weiterer tragischer Drogentod. Wenn sie uns wirklich helfen wollen, dann finden sie heraus, was das für ein neuer Dreck ist, der hier an die Leute verscherbelt wird.“
Dean lächelte ihn an. „Wenn sie nichts dagegen haben, warten wir noch den Bericht ab, und dann sind sie uns ganz schnell wieder los.“
Lance nickte und wirkte plötzlich ein wenig zerknirscht. „Nichts für ungut,“ meinte er kleinlaut, und als Dean ihn weiter anlächelte, nahm er das als Zeichen, dass alles in Ordnung war und bewegte sich in Richtung seines Wagens davon.
Kaum hatte er sich umgedreht, und war außer Hörreichweite, ließ Dean seine Maske fallen.
„Und? Was denkst du?“ Fragte er seinen Bruder.
Sam nickte. „Ich denke, dass der Tatort allein schon ein starkes Indiz darstellt.“
Dean wusste, was er meinte. Die Stadt wirkte wie unter Belagerung. Die meisten Fenster waren dunkel. Die vielen unbewohnten und unbewohnbaren Gebäude boten jede Mengen Deckung für alles mögliche, was sich hier vermutlich herum trieb. Vielleicht machten die Jäger zu Unrecht einen Bogen um die Städte der Superhelden, wenn sie solchen Nährboden für übernatürliches Ungeziefer boten. Hier hätte ein Djinn absolut ungestört sein Unwesen treiben können, unter unwissenden Menschen und stets unbehelligt von den Jägern. Besser gings nicht.
„Ich habe eine Idee.“ Sagte Sam. „Wir sollten uns anschauen, wo die anderen Tatorte lagen. Wenn es wirklich ein Djinn ist, vielleicht sogar einer vom alten Schlag, dann sollte uns eine Karte zeigen, in welcher Gegend er sich ungefähr aufhält. Ich wette, er entfernt sich nicht weit von seinem Unterschlupf.“
„Stimmt,“ sagte Dean. „Und dann gehen wir auf die Jagd. Wenn wir richtig liegen, haben wir nur fünf Tage, bis er wieder tötet.“
Beide schwiegen eine Weile.
„Es ist richtig, dass wir hier sind.“ Meinte Sam schaudernd, und Dean konnte ihm nur Recht geben.


Fortsetzung folgt......am Samstag (07.01.2017)
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