Our Little Family

GeschichteFamilie, Übernatürlich / P12
30.12.2016
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Our Little Family

„Urushihara…?“ Ashiyas warnender Ton ließ den kleineren Jungen zusammenzucken.
„Ich schwöre dir, diesmal war ich es wirklich nicht!“ verteidigte er sich. Im Flur standen einige Kartons aufgestapelt vor ihrer Tür. Der Verdacht fiel logischerweise erst auf den NEET, da Ashiya sich ja bereits mit seinem Onlineshoppingwahn auskannte.
„Ich tu mal so, als würde ich dir das glauben. Von wem könnte es sonst sein?“ Einer nach dem anderen wurden die Kartons von Ashiya und Maou in das kleine Apartment getragen, welches sich die zwei Generäle mit ihrem König teilten.
„Vielleicht ist es wieder ein Geschenk von Mikishiba?“ warf der Dämonenkönig ein. Als er sich ein Messer nahm und begann einen der Kartons aufzuschneiden, stieß Ashiya ihn schnell weg.
„Nicht, Sire! Schützen Sie Ihre Augen, falls es wieder eine Geheimwaffe ist!“ Aufgeregt schob Ashiya seinen König von den Kartons weg.
„Lassen Sie uns das öffnen, Sire.“
„Uns? Du meinst wohl dich. Ich werde meinen unschuldigen Augen keinen verstörenden Bildern mehr aussetzen, Alsiel.“ warf Lucifer ein und tippte weiter auf seinem Laptop. Doch hin und wieder warf er neugierige Blicke auf seinen Kollegen, welcher nach und nach die Kartons öffnete.

„Wer hätte es gedacht? Es ist wirklich von unserer Vermieterin. Und sie schickt uns mal wieder nutzlosen Krimskrams, den wir nicht einmal aufbewahren können.“ Satan holte ein paar kleine Souvenirs aus den Kartons, ein kleines Fläschchen Saft und Süßigkeiten.
„Irgh, was ist das den für ein Gesöff? Ich trink das nicht!“ der Jüngste der Drei beäugte skeptisch die kleine Saftflasche.
„Ashiya geht es aber nicht gut! Also musst du diesmal vorkosten, Urushihara.“ aufgebracht sprang dieser auf.
„Was kann denn ich dafür, dass Ashiya ständig krank wird! Ich will dieses Zeug nicht trinken.“
Doch um Maou bildete sich bereits eine dunkle Aura.
„Du hilfst Ashiya nicht im Haushalt, wir geben Geld für dich aus, du sitzt den ganzen Tag am Computer und bist generell ein nerviger Zwerg. Das mindeste was du tun kannst ist einen Saft vorzukosten, der vermutlich sowieso besser schmeckt als er aussieht.“ Mit diesen Worten hatte der Jüngste auch schon die ominöse Flasche mit der dunkelblauen Flüssigkeit in der Hand. Er wusste, es war sinnlos weiter zu widersprechen.

„Wenn ich sterbe ist es deine Schuld!“ Er trank.

Nun, gestorben war er nicht. Aber er hatte sich deutlich verändert.

„Was zur Hölle...“ stammelte der Schwarzhaarige, als er auf das Kleinkind vor sich hinabblickte. Kleinkind. Lucifer war ein Kleinkind.
„Urushi...hara…?“ vorsichtig näherte sich Ashiya der kleinen Gestalt.

„Wieso seid ihr auf einmal so ries- was ist mit meiner Stimme!? Das ist alles eure Schuld! Macht es rückgängig!“ verwirrt und geschockt lief Hanzo ins Bad und betrachtete seine neue Form.
„Sire! Wieso bin ich ein kleines Kiiind!“ qiekte er, als seine kleinen Füße ihn wieder zurück in den Hauptraum trugen.
„Interessant.“ murmelte Maou und kramte sein Handy heraus.
„Was machst du da? Dafür haben wir jetzt keine Zeit mach mich wieder normal!“
„Ich fürchte normal wirst du nie sein...“ murmelte Ashiya und nahm das kleine Kind auf den Arm, um es von allen Seiten zu betrachten.



„Noch Mal von vorne: Ihr habt Pakete bekommen, darin war seltsamer Saft, Lucifer hat ihn getrunken und jetzt ist er ein kleines Kind.“ fasste Emilia das Ganze zusammen. Chiho und Suzuno saßen ungläubig vor dem verjüngten General und musterten ihn neugierig.
„Ja, ganz genau. Und darum brauchen wir eure Hilfe.“ endete Maou.
Chiho erhob das Wort.
„Also, müsste Urushihara nicht eigentlich zum Kindergarten gehen? Wenn das jemand rausbekommt, könntet ihr Ärger vom Jugendamt bekommen.“ erinnerte sie.
„Ich will nicht in den Kindergarten!“ doch sein Gejammer wurde wie immer ignoriert und Suzuno kontaktierte kurze Zeit später einen Kindergarten nahe Emis Wohnung und Chihos Schule. Nur für den Fall, dass es einen Notfall gab.

Ashiya fuhr mit Dullahan in die Stadt um notwendige Dinge für den Kindergarten zu kaufen, Maou musste arbeiten und Suzuno hatte ein Jobinterview. So kam es das Lucifer allein mit Chiho und Emi in die Stadt ging, da sie natürlich auch noch Kleidung brauchten. Sie hatten zunächst improvisiert und daher trug der kleine Urushihara eines seiner nun viel zu großen Shirts, welche vermutlich in diesem Sinne schon als Kleider eingestuft werden konnten, und eine seiner Unterhosen sowie zu große Flipflops.
Das ungleiche Gespann bekam auf den Straßen viel Aufmerksamkeit und wurde immer wieder mit verwirrten Blicken beobachtet. Lucifer, der an Chihos Hand lief, hatte Probleme in den großen Schuhen überhaupt zu laufen und sie mussten im Schneckentempo laufen, damit das kleine Kind nicht ständig hinfiel. Doch eine Überraschung, mit der vermutlich keiner gerechnet hatte, erwartete sie im Kinderbekleidungsgeschäft.

„Rika? Was machst du denn hier?“ rief Emi und lief zur Kasse, an welcher ihre beste Freundin stand.
„Emi! Was machst DU hier ist wohl eher die Frage. Ich arbeite Teilzeit in Tomodachi um meine Einnahmen ein bisschen zu- Ach du meine Güte! Ist das dein Kind? Ist sie süß!“ Quiekend stürmte die Brünette hinter der Kasse hervor und hob Urushihara auf ihre Arme.
„Ich bin kein Mädchen!“ beschwerte sich dieser und zappelte empört.
„Oh, entschuldige Kleiner! Natürlich nicht.“ entschuldigte sie sich schnell und ließ ihn runter.
„Rika, das ist um… Sadaos kleiner Cousin. Hanzo Urushihara.“ stellte die Heldin den Jungen vor.
„Er ist so süß, Emi! Aber wie ich schon sehe müssen wir Hanzo chan hier erstmal Klamotten besorgen.“ Die Rothaarige nickte.
„Ja, sein Koffer ist verloren gegangen im Zug!“ erfand Chiho eine Ausrede für den Mangel an Kleidung in Urushiharas Schrank.

Wenig später war der Engel voll bekleidet. Eine Jeans, weiße Söckchen und graue Turnschuhe sowie einem lila Sweatshirt mit weißen Punkten hüllten den kleinen Körper ein. Urushihara scien mit seiner neuen Garderobe zufrieden und grinste vor sich hin.
„Zu schade das du im Kindergarten eine Uniform trägst… Du siehst so süß aus Hanzo chan!“ Rika fangirlte ein wenig, bevor sie das Geld von Emi entgegennahm, die Ashiya ihr für den Einkauf in die Hand gedrückt hatte. Zudem kauften sie noch ein paar andere Outfits für das jetzige Kind.
„Er ist so brav, Emi! Solche Kinder sieht man nicht sehr oft heutzutage.“ merkte Rika dann an, was Chiho fast dazu brachte sich an ihrem Eistee zu verschlucken.
„Das täuscht. Sein Spitzname ist Lucifer.“ grinste Emi und beobachtete das schmollende Gesicht des Kindes.
„Hinter jedem süßen Gesicht verbirgt sich ein kleiner Teufel, hm?“ Rika wuschelte durch das lila Haar des Kleinen. Grummelnd versteckte Lucifer sich hinter der Schülerin, die er im Moment als die netteste Person im Raum einschätzte.

„Wir müssen jetzt aber auch wieder los. Wir treffen uns gleich mit Ashiya um Urushihara im Kindergarten anzumelden. Wir sehen uns morgen, Rika!“ Winkend verabschiedeten sich die Freundinnen und es ging zum Kindergarten, vor welchem sie auch schon der Blondschopf erwartete.
„Ashiya san!“ rief Chiho und lief lächelnd auf ihn zu.
„Da seid ihr ja endlich. Oh meine Finanzen...“ Seufzend blickte er auf die großen Tüen in Emis Händen. Lucifer ließ Chihos Hand los und umarmte grinsend das Bein des Generals.
„Was zum- Lucifer?“ verwirrt hob er den kleinen hoch.
„Machen Kinder das nicht so wenn sie ihre Mutter sehen?“ kicherte der Kleine und erntete dafür einen von Ashiyas berühmt berüchtigten Todesblicken. Er wurde wieder abgesetzt und zusammen gingen die zwei Dämonengeneräle in das bunte Gebäude, während die Heldin und Chiho draußen warteten.

Als die beiden die angegebene Gruppe betraten, lagen alle Augenpaare auf ihnen. Lucifer versteckte sich kindlich hinter Ashiyas Bein und schaute sich vorsichtig um. Natürlich nur Schauspielerei, doch er wollte einen möglichst authentischen Eindruck machen.
Es war ein unerwartet großer Raum. Neben der Tür war ein Garderobenbereich und eine kleine Küchenzeile auf der andern Seite, die von einem Erziehertisch von der Garderobe abgetrennt wurde. Weiter im Raum konnte man einige kleine Tischchen für die Kinder sehen, welche jeweils sechs Sitzplätze hatten. Dahinter war ein großer Spielbereich und zwei Türen, die vermutlich ins Badezimmer und den Schlafraum führten. In einer Niesche beim Spielteppich war eine kleine Kuschelecke mit Kissen und Büchern. An den Wänden standen Schränke mit Spielzeug und allem möglichen gebasteltem Krimskrams. Es sah Alles in Allem sehr bunt und einladend aus.

„Ah, sie müssen Mister Ashiya und Urushihara sein!“ rief eine junge Erzieherin und erhob sich von ihrem Kaffeetisch. Ihr haselnussbraunes Haar lag in einem losen Zopf über ihrer Schulter und ihr sanfter Blick grüßte die beiden Dämonen mit einem Lächeln. Ein junger Mann, der auf dem Teppich mit ein paar Kindern spielte, stand ebenfalls auf und ging auf die Neuankömmlinge zu.
„Ich bin Shiina Kitagawa und mein Kollege heißt Dai Okura. Hallo Urushihara.“ Freundlich reichte Ashiya ihr die Hand und danach dem großen Schwarzhaarigen. Miss Kitagawa zog den Blondschopf sanft weiter in den Raum und zum Erziehertisch. Sie kniete sich vor den Jungen.
„Du kannst mich Shiina sensei und den Onkel Dai sensei nennen, okay?“ Vorsichtig reichte sie Lucifer die Hand.
„Oke. Ich bin Lucifer! Also das ist mein Spitzname.“ grinste er, Ashiya blickte ihn geschockt an und schien bereit zu sein seinem Kollegen den Kopf abzutrennen. Okura musste sein Lachen zurückhalten.
„Deine Eltern haben einen eigenartigen Sinn für Humor, hm?“ grinste er.
„Dai, bitte!“ mahnte ihn die Frau, ehe sie zwei Stühle für die Besucher an den Tisch zog.

„Also, Sie wollen den kleinen Lucifer hier in unsere Pflege geben. Darf ich nach den Umständen fragen? Er ist ja schon vier Jahre alt. Gab es Probleme mit dem vorherigen Kindergarten?“ sie faltete die Hände auf dem Schoß, während Okura seinen Kaffee umrührte.
„Er ist der Cousin meines Mitbewohners und seine Eltern haben ihn für unbestimmte Zeit zu uns geschickt. Er wohnt eigentlich in einer anderen Stadt.“ erklärte Ashiya die Lage. Verstehend nickte Kitagawa und notierte sich die Informationen.
„Ich verstehe. Wir haben noch genug Platz in unserer Gruppe. Wir könnten Urushihara auch heute schon für den Rest des Tages aufnehmen. Das ist gar kein Problem. Es hatte sich beim Telefonat mit Miss Yusa eilig angehört.“ Ashiya nickte.
„Es war sehr kurzfristig. Wir wussten bis heute auch noch nichts von dem Ganzen. Wir wären Ihnen wirklich sehr dankbar, Miss Kitagawa.“

Und so wurde das wichtigste beschlossen und Ashiya machte sich bereit zu gehen und Lucifer allein in der Sternengruppe zurückzulassen.
„Mach keinen Unsinn, hörst du, Urushihara? Maou sama wird dich nachher abholen.“ versicherte ihm der General.
„Okay Ashiya!“ grinste Lucifer und umarmte ihn noch einmal, dann war er allein mit den Fremden.

Wo hatte ihn seine Familie jetzt schon wieder hineingeritten...
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