Bleib bei mir (Obi X Reader)

OneshotRomanze, Sci-Fi / P12
Obi-Wan Kenobi
30.12.2016
30.12.2016
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,,Wollt ihr wirklich gehen?", fragte eine Stimme.
Sie klang enttäuscht.
Es war Obi-Wan Kenobi, welcher am Raumschiffseingang stand, den Blick zur Seite gesenkt.
,,Ja. Ich habe mich dazu entschieden, den Orden zu verlassen.", sagtest du, und eine unangenehme Stille breitete sich aus. Der Jedimeister sah mit jeder Sekunde, welche verstrich, komischer aus. Es war unbeschreibbar, als gäbe es da etwas, das ihn plagte. Und es war nicht das erste mal, das dir das auffiel. Seit du ihm gesagt hattest, dass du gehen würdest, benahm er sich auffällig still. Als würde er über endlose Dinge nachdenken.
,,Dann..wünsche ich euch eine sichere Reise. Wohin euch dieser Weg auch bringen mag", sagte er leise. Dann sah er dir in die Augen.
Du hattest sie schon immer geliebt, diese Augen. Obi war ein Mensch, welcher als Jedi meist versuchte, seine Gefühle zu verbergen und dem Credo der Jedi zu folgen. Doch ein Blick in seine Augen genügte, um zu wissen, wie er wirklich dachte, was er wirklich fühlte. Und jetzt, das wusstest du, fühlte er tiefen Schmerz.
Aus unerklärlichen Gründen gefiel dir das etwas. Es zeigte, das eure Freundschaft echt war. Immerhin kanntet ihr euch, seit ihr als Padawane zusammen begonnen hattet, ausgebildet zu werden.
Du wolltest ihm so viel sagen. Doch die Zeit drängte. Vor Sonnenaufgang, so hatte es der Rat beschlossen, musstest du den Planeten verlassen.
Anstatt ihm um die Arme zu fallen, ihn zu beweinen und für immer Lebewohl zu sagen, schluckst du den Schmerz hinunter. Es gehörte sich nicht, als Jedi solche Gefühle zu empfinden, und du wolltest deinen alten Freund nicht in Schwierigkeiten bringen.
Stattdessen murmelst du ein ,,Danke", verneigst dich und drehst dich um, um in dein Schiff zu steigen.
Dein Herz zerreißt, als du den ersten Schritt tätigst. Beim zweiten kannst du nicht fassen, was du gerade tust.
Du hast angst.  Vor dem Unbekannten. Das ist alles. Oder nicht?
Plötzlich packt dich etwas; es ist eine Hand, welche deine hält, so fest, als bestände die Möglichkeit, dass du wegrennen könntest.

,,Geh nicht."
So leise, und doch klingt es lauter als alles andere zuvor in deinen Ohren. Du drehst dich um.
,,Was?", fragst du, obwohl du ihn klar und deutlich gehört hast.
,,Bleib.", kommt es noch einmal, jedoch genau so leise und tausend mal trauriger.
,,Bitte. Bleib bei mir."
Dein Herz beginnt zu hämmern, und in deiner Brust breitet sich ein unangenehmes Ziehen aus.
,,Ich kann nicht", flüsterst du, doch nun bist du diejenige, die seine Hand umklammert.
Er zieht dich zu sich und umarmt dich mit seiner großen Robe, welche sich schützend um dich legt wie zwei Schwinge.
Langes Schweigen. Du weißt, das er mit sich kämpft, wie wichtig ihm der Orden ist. Auch du bist dir unsicher, was du jetzt sagen sollst.
Dann sagt er deinen Namen.
Du siehst zu ihm auf, erneut in seine Augen; eine Träne rinnt an seiner Wange herab, doch er schweigt wieder lange, bevor er zu reden beginnt.
,, Seit ich klein war, war es mein Ziel ein Jediritter zu werden. Als ich Qui-Gon getroffen hatte, wusste ich, das er und die Macht meine Bestimmung ist. Ich habe dem Credo der Jedi gefolgt ohne zu murren; manchmal war es schwer. Und ich liebe dieses Leben bis heute.  Deswegen weiß ich, dass das was ich jetzt gleich sagen werde verboten ist. Ich weiß das. Mein Gewissen schreit nach mir und ich hasse mich selbst dafür, das Credo zu missachten.
Glaub mir, seit ich dich vor so langer Zeit kennengelernt habe, weiß ich,  das es verboten ist so von jemandem zu denken."
Noch einmal sprach er deinen Namen aus, langsam und so leise, das es kaum zu hören war:
,, Ich..."
Er rang mit sich, sah sich um, links und rechts, als gäbe es einen Ausweg.
Du berührst ihn sanft an der Wange, worauf er sich deiner Bewegung hingibt.
,,Ich kann nicht ohne dich Leben. Das was ich fühle, wenn ich dich sehe, ist unbeschreibbar. So stark, das es die Unendlichkeit der Macht selbst übertrifft und noch viel weiter hinaus..immer wenn ich es unterdrücke wächst es, denn tief in mir weiß ich, auch wenn ich es nicht wahrhaben will, dass wenn du jetzt in dieses Raumschiff steigst, und ich dich nie wieder sehe..."
Er verstummt und der Wasserfall an Worten fand ein Ende.

Du lächelst.
,,Ich liebe dich auch, Obi-Wan"

Er blickt dich dankend an, drückt dich näher an sich, jedoch immer noch unsicher.
,,Lebewohl", sagt er, die Stirn an deine gelegt.
,,Lebewohl", flüsterst du, und schließt den kleinen Abstand zwischen euren Lippen.

Der Kuss lässt deine Welt verstummen, und für einen kurzen Augenblick ist alles heil.
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