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Von Helden

von Asia Rose
OneshotAllgemein / P16 / MaleSlash
Mercutio Tybalt
30.12.2016
30.12.2016
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Ihr Lieben - 2016 geht zu Ende, und weil es mir irgendwie am Herzen lag, kommt denn nun auch hier ein kleiner OS zu Silvester. Thematisch hat er absolut gar nichts damit zu tun, ihr könnt ihn also ganz beruhigt auch zu Ostern, in den Sommerferien oder von mir aus auch unterm Weihnachtsbaum lesen.

Da ich morgen und übermorgen nicht am PC sein werde, weil ich Silverster mit dem liebsten und wichtigsten Menschen in meinem Universum verbringe, poste ich also jetzt schon. Denn viele von euch müssen sicherlich am zweiten Januar schon wieder auf Arbeit antreten. Daher wollte ich euch ein bisschen Entspannung schicken.

Dieser OS ist jemandem gewidmet. Und zwar schon wieder demselben Menschen, der hier andauernd und ständig Widmungen abstaubt. Dieses Mal aber nicht einfach nur so grundlos, sondern weil du ganz allein mir gestern Nacht diese Idee in den Kopf gesetzt hast:
Caligula. Meinem Lieblings-Montague.

Allen Lesern wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr, aber nicht ausrutschen! Kommt gut rüber, genießt eure Feier und das Feuerwerk. Lasst alte Sorgen hinter euch und fangt das neue Jahr mit Frieden und Zufriedenheit an.
Ich wünsche euch Glück, Erfolg, Spaß, Kreativität, Gesundheit und natürlich alles, was ihr euch selbst so wünscht, für 2017.
Möge es ein besseres Jahr werden als dieses. Auf weniger erschütternde Nachrichten und mehr Lösungen!

Liebe Grüße,
eure Asia

PS: Mir gehört natürlich nichts außer der Idee, und sämtliche erwähnten Figuren gehören ihren Schöpfern!


*~*~*~*

Ich werfe mich von einer Seite auf die andere, drehe das Kissen um, damit ich auf der kühlen Seite liegen kann, schiebe die Decke weg, ziehe sie wieder hoch…es nimmt kein Ende. Ich bin hundemüde, aber mein Körper ist scheinbar noch nicht erschöpft genug, um zu schlafen. Dabei war ich heute alles andere als faul, ich war bereits draußen, war einkaufen, habe meiner Cousine geholfen, ihr Zeug die Treppen hoch zu tragen und beim Aufbau ihres neuen schwedischen Regals geholfen.
Doch nichts davon hat mich genug ausgepowert.
Genervt drehe ich mich auf die andere Seite, sehe die grellroten Ziffern meines Weckers. 2:31, blinkt es mir gnadenlos entgegen.

Gerade als ich beschlossen habe, die Zeit dann vielleicht irgendwie zu nutzen, bis ich doch einschlafen kann, brummt es leise unter dem Bett. Irritiert lasse ich mich auf ein Knie sinken, um nachzuschauen, und sehe die kleine Leuchte aufblitzen, die eine neue Nachricht anzeigt. Offenbar ist bei meiner Rastlosigkeit das Handy aus dem Bett gefallen und darunter gelandet. Manchmal gar nicht der schlechteste Platz für so ein Ding.
Klar, die Vorzüge streite ich absolut nicht ab, aber wenn man unbedingt noch mitten in der Nacht irgendwelche Nachrichten erhält, ist das ätzend. Mit dem Handy in der Hand lasse ich mich unelegant wieder aufs Bett fallen, stopfe mir das Kissen in den Nacken und wische auf dem Bildschirm nach oben, ohne auf den Absender zu schauen.
Erst, als der Name mich dick und fett anblinkt, mit der charakteristischen grünen Zahl dahinter, wird mir wirklich bewusst, wer mich anschreibt.

Mercutio Viscera

Meine erste Reaktion ist, mich zu fragen, warum ich seine Nummer überhaupt noch habe. Wir mussten Anfang des Jahres für ein Projekt zusammenarbeiten, und ich habe mich breitschlagen lassen, Nummern auszutauschen. Allein schon deswegen, damit ich so wenig wie möglich direkt mit ihm reden muss.
Eigentlich hätte ich die Nummer danach wieder löschen können. Warum ich das nicht gemacht habe, weiß ich gerade selbst nicht. Vermutlich habe ich es einfach nur vergessen.
Doch statt dass ich jetzt das Versäumte nachhole, siegt die Neugier einer Katze, die mich immer wieder antreibt, und ich öffne die Nachricht, um zu sehen, was er geschrieben hat.

Tybalt…

Nicht gut. Einfach nur mein Name bedeutet, dass da gleich noch mehr kommt. Ich kenne ihn dafür viel zu lange – und leider auch zu gut. Manchmal glaube ich, ich kenne ihn besser als seine Freunde es tun. Ich habe ihn jahrelang beobachtet; seitdem wir uns in der Grundschule ewige Feindschaft geschworen haben, hat sich meine Abneigung gegen ihn immer weiter verstärkt. Aber trotz allem habe ich ihn ständig beobachtet, genau auf seine Finger geschaut und mir gemerkt, was er wie tut. Was er gern tut, was er mag und was nicht.
Tee, zum Beispiel. Für bestimmte Sorten könnte er töten, andere hält er für pures Gift. Erdbeeren sind sein absolutes Lieblingsobst, Bananen dagegen hasst er, und von Kiwis kriegt er Ausschlag. Personen, die auf Kiwis allergisch reagieren, tun das meistens auch auf Latex, spielt mein Hirn in diesem Moment ab. Super. Unnütze Fakten, Nummer keine Ahnung die wievielte. Julia hat mir zu Weihnachten letzten Jahres einen von diesen Abreißkalendern geschenkt, bei denen auf jedem Kalenderblatt ein unnützer Fakt steht. Eigentlich wollte ich das Ding wegwerfen, aber um sie nicht zu kränken, habe ich es doch aufgestellt. Und nachdem ich aus lauter Höflichkeit die ersten paar Blätter abgerissen und durchgelesen habe, hat sich irgendwie eine regelrecht morbide Faszination entwickelt. Irgendwie freue ich mich jeden Tag darauf, etwas Neues dazuzulernen, auch wenn es unnütz ist.
Ich zwinge mich dazu, zum ursprünglichen Gegenstand meiner Überlegungen zurückzukehren. Ich bin ohnehin übermüdet, vielleicht bringt es mich zum Einschlafen, wenn ich mir selbst alle Fakten aufzähle, die mir zu Mercutio einfallen. Eigentlich habe ich ja nur damit angefangen, ihn zu beobachten, weil ich herausfinden wollte, wie man ihn am besten ärgern kann. Schließlich war es jahrelang mein erklärtes Ziel, die besten Streiche gegen ihn zu spielen und ihn zu piesacken, wo es nur ging. Inzwischen versuche ich, mich erwachsener zu verhalten – aber wenn ich ihn sehe, wird das immer schwieriger.

Dass er schwul ist, sieht man ihm auf drei Meter Entfernung an. Nicht einfach nur exzentrisch, wie ich früher gedacht habe (das genau Wort, das ich benutze, lautet eigentlich verrückt), sondern…na ja, schwul eben. Irgendwie fast klischeehaft. Er gibt sich nicht so tuntig wie Vanni es bisweilen tut, aber er schminkt sich dezent, seine Stimme klingt immer etwas gekünstelt und er trägt Klamotten, die verboten eng anliegen. Als würde er damit auf Beutefang gehen wollen.
Und verdammt, selbst ich habe mich schon dabei erwischt, wie ich ihm auf den Arsch gestarrt habe.

Außerdem mag Mercutio überraschenderweise keine kitschigen Liebesfilme, heult sich bei Dramen die Augen aus und feuert bei sämtlichen Disney-Filmen immer den Bösewicht an. Es sei denn, es geht um Wall-E, dann ist er ganz klar auf der Seite des kleinen Reinigungsroboters. Verdammt – ich habe den Film noch nicht mal gesehen (genauso wenig wie die meisten anderen Disney-Filme), aber ich könnte die Handlung detailliert wiedergeben, so oft musste ich ihm dabei zuhören, wie er davon schwärmt.
Völlig unpassend dazu steht er auf Action- und Superheldenfilme. Marvel hat es ihm besonders angetan, und ich habe mir geschworen, wenn er mir noch ein einziges, gottverfluchtes Mal erzählt, wie toll, sexy, heiß und clever Loki ist, dann polier ich ihm die Fresse. Ich kann es nicht mehr hören, doch leider hat er offenbar mitbekommen, dass ich inzwischen allergisch darauf reagiere, und immer, wenn er in meiner Nähe ist, provoziert er es. Entweder, er fängt lautstark an, über den neuesten Film aus dieser Reihe zu philosophieren, oder er geht seinen Freunden auf den Keks, indem er sie mit Fakten über diverse Schauspieler und ihre Rollen bombardiert. Oder er zeigt die Bildchen herum, die er während seiner stundenlangen Suche im Netz gefunden hat.
Dabei könnte er eigentlich lernen. Aber nein, das braucht das Superhirn ja nicht.

Gerade, als ich mich weiter hineinsteigern will, brummt das Handy in meiner Hand erneut. Ich wische wieder über den Bildschirm, dieses Mal wird mir angezeigt, dass Mercutio ein Foto geschickt hat. Eigentlich will ich es gar nicht wissen. Eigentlich. Öffnen tue ich es trotzdem.
Und bin kurz davor, das Handy an die Wand zu donnern, auch wenn das arme Ding nichts dafür kann.
Wie sollte es auch anders sein – natürlich hat er mir ein Bild von seinem hochverehrten Loki geschickt.
In seiner vollen Montur, aber ohne den lächerlichen Maikäfer-Helm auf seinem Kopf, in grün und schwarz gehalten. Erst habe ich es für ein Foto gehalten, doch dann sehe ich die Konzeptlinien – das ist eine wahnsinnig gute Zeichnung. Doch scheinbar ist es nur ein Ausschnitt eines Bildes, denn man sieht deutlich scharfe Schnittkanten, obwohl hinter Loki schemenhaft etwas anderes zu erkennen ist.

Hier, irgendwie erinnert mich das an uns. Dich nicht auch?

So lautet die nächste Nachricht, die nur Sekunden später ankommt, und ich sehe, dass ein Bild gerade hochgeladen wird.
Im nächsten Moment habe ich das Gefühl, dass mir schlecht wird. Das Bild zeigt nicht, wie ich angenommen habe, den Rest des anderen, ausgeschnittenen Bildes. Sondern es hat eindeutig einen perversen Inhalt.
Man erkennt Thor und Loki noch, die beiden nordischen Götter, die irgendein Comic-Fuzzi unbedingt zu Helden stilisieren musste, und sie tragen deutliche Züge ihrer Schauspieler. Doch was meinen Blick besonders ablenkt von der hübschen Hintergrundgestaltung, ist die Tatsache, dass auf diesem verdammten Bild beide Männer nackt sind.
Splitternackt. Und ziemlich erregt, alle beide.
Eigentlich will ich wegschauen, aber irgendetwas zwingt mich dazu, doch hinzuschauen, die Einzelheiten zu studieren. Mir fällt der zärtliche Blick auf, mit dem Thor seinen Bruder betrachtet, die roten Wangen Lokis, das eindeutige Verlangen, das zwischen den beiden knistert. Dann sehe ich erst, dass Thors eine Hand nicht richtig zu sehen ist, sie liegt auf Lokis Hinterteil und ich ahne, was da gerade passiert.

Tybalt, mein Katzenprinz! Warum antwortest du mir nicht und schmähst mich?

Ich knurre böse und antworte doch, auch wenn ich mir vorgenommen habe, es nicht zu tun:

„Weil, du nerviges Bündel Montague, es VERDAMMT NOCH MAL FAST DREI UHR NACHTS IST!!“

Du bist aber trotzdem wach und liest meine Nachrichten. Was sagt uns das?

„Das selbst ich nicht immer einschlafen kann, vielleicht? Was soll das überhaupt?“

Nein, das bedeutet, dass das Böse niemals schläft.
Und warum ich mit dir schreibe, willst du wissen?


„Witzig. Nicht. Und ja, natürlich will ich das wissen, sonst hätte ich nicht gefragt, Arsch!“

Nicht gleich beleidigend werden! Wobei ich natürlich zugeben muss, dass ich wirklich einen knackigen Arsch habe…

Ich balle die Fäuste, entspanne sie wieder, atme tief ein und aus, während das Handy, das auf meiner Brust liegt, leise vor sich hin schnurrt. Offenbar überschwemmt er mich gerade mit Nachrichten. Eigentlich sollte ich nicht mehr antworten, geschweige denn, überhaupt den Mist lesen, den er mir da schickt. Aber ehe ich es verhindern kann, habe ich das Nachrichten-Menü doch wieder aufgerufen.

Sprachlos, mein Prinz? Gib es zu, du HAST mir auf den Hintern gestarrt. Mehr als einmal. Sogar Ben und Romeo ist das aufgefallen…

Außerdem finde ich wirklich, dass die zwei auf dem Bild aussehen wie wir! Die blonden Haare, die ihm bis knapp über die Schultern gehen…und die langen dunklen Haare. Die große Hand auf seinem Arsch, die sich aber sicherlich sehr sanft bewegt…dieser Ausdruck auf Thors Gesicht, der mich immer an dich erinnert…


Ich bin in diesem Moment wahnsinnig froh, dass wir hier kein Video-Telefonat führen, denn ich spüre das Blut in meinen Kopf steigen. Scheiße, war ich so auffällig?
Noch röter werde ich, als ich die zweite Nachricht lese.

„Mercutio, verdammt! Was soll dieser Scheiß? Lass es einfach und lass mich schlafen!“

Selbst schuld, geliebter Katzenprinz. Du musst es ja nicht lesen!

„Leck mich doch am Arsch. Auf Nimmerwiedersehen!“, tippe ich wütend und sende die Nachricht ab, ehe sie mir vielleicht aus irgendeinem kruden Grund doch noch leidtun könnte.
Eigentlich erwarte ich irgendetwas Freches, einen seiner flotten Sprüche. Vielleicht ein weiteres perverses Bild, keine Ahnung. Doch das Handy bleibt stumm.
Entschlossen kämpfe ich das schlechte Gewissen nieder – bestimmt ist er nur eingeschlafen und außerdem, was geht es mich an, wie er sich fühlt? – und drehe mich auf meine bevorzugte Einschlaf-Seite.

Scheint so, als würde es dieses Mal klappen. Ich schließe die Augen und dämmere weg, nehme meine Umgebung nicht mehr wahr.
Doch mein Unterbewusstsein ist heute wieder ein richtiges Arschloch. Statt mich richtig einschlafen zu lassen, gaukelt es mir im Halbschlaf irgendwelche Bilder vor. Als sie schärfer werden, wird mir wieder schlecht, denn es sind Varianten des Bildes, das Mercutio mir geschickt hat. Doch als würde mein Kopf seine Worte verarbeiten, sind auf den Bildern nicht die beiden Götter zu sehen.
Sondern Mercutio und ich.
Er vertrauensvoll in meine Arme geschmiegt, sich an mich lehnend, die grünen Augen voller Zuneigung. Sein Lächeln, dieses Mal echt und nicht von Hass oder Tränen verzerrt, das er nur mir allein schenkt und nicht seinen idiotischen Freunden.
Dann ändern sich die Bilder, sie werden weniger harmlos. Wo vorher Stoff war, ist jetzt nur noch nackte Haut, und ich kann sehen und spüren, dass Mercutios Haut kühler ist als meine. Noch enger drängt er sich an mich, doch ich kann nicht mehr sehen, was ich tue.
Meine Beobachterperspektive wurde mir genommen, ich befinde mich mitten im Geschehen. Das Bild, das ich eben noch gesehen habe, hat mich vereinnahmt. Ich spüre die leichte Gänsehaut, als ich über Mercutios Arm streichele, fühle, dass seine Nippel sich verhärtet haben, vermutlich von der Kälte. Ich kann spüren, wie ich sie mit den Fingerspitzen liebkose, und als Reaktion darauf erhalte ich nicht nur ein laszives Schnurren und einen verdammt verführerisch-einladenden Blick, sondern auch noch seinen festen Arsch, der sich gegen mich presst, gegen meinen eindeutig erregten Schwanz.

Noch nie in meinem Leben war ich so froh darüber, dass mein Handy klingelt. Das Brummen reißt mich aus diesem Alptraum, und ich bin fest entschlossen, das Platzproblem in meinen Shorts zu ignorieren. Halb blind taste ich nach dem Handy und schalte es an. Die Uhrzeit zeigt, dass knapp eine halbe Stunde vergangen ist, seit ich Mercutio meine letzte Antwort geschrieben habe.

Tybalt…ich bin einsam…

„Was denn, so einsam, dass du mitten in der Nacht ausgerechnet mit deinem größten Feind schreibst?“

Ja…, kommt es kleinlaut zurück, und ich spüre mein müdes Grinsen.

„Dann such dir eben jemanden zum Vögeln, was weiß ich. Nimm doch deinen tollen Loki“, schreibe ich ungnädig zurück.
Dann lege ich das Handy zur Seite, bin fest entschlossen, jedes weitere Signal zu ignorieren.

Für die nächsten zehn Minuten klappt das fantastisch, doch leider kann ich jetzt immer noch nicht wieder einschlafen. Einerseits hat mich das widerliche Gefühl befallen, absolut wach zu sein, und andererseits merke ich, dass ich meinen pochenden Schwanz auf Dauer nicht ignorieren kann. Kurzentschlossen schwinge ich die Beine aus dem Bett und stehe auf, schauere, als ich den kühlen Parkettboden meines Zimmers unter den nackten Füßen spüre.
Ich gehe ins Bad, froh, ein eigenes zu haben, auch wenn es nur ein winziges Dusch-Klo ist. Ich lasse das Licht ausgeschaltet, streife die Shorts ab und klettere unter die Dusche. Kaltes Wasser sollte hier schnelle Abhilfe schaffen können.

Eine Viertelstunde später steige ich schlotternd wieder aus der Dusche und trockne mich ab. Es hat gewirkt, aber nachhelfen musste ich trotzdem. Besser fühle ich mich aber immer noch nicht, denn mir stehen die blitzenden grünen Augen nach wie vor viel zu deutlich im Gedächtnis. Ich weiß, an wen ich dabei gedacht habe, aber ich will es mir selbst nicht eingestehen. Das wäre…nein, das wäre verdammt noch mal nicht gut. Ich halte nichts von diesem Psycho-Quatsch, dass man sich selbst eingestehen muss, was man will und so weiter. Ich will nichts weiter außer einer heißen Blondine – oder vielleicht auch eine Brünette – mit der ich ein Leben aufbauen kann.
Ein Leben, in dem Mercutio Viscera mit Sicherheit nicht mehr vorkommen wird.

Ohne die leicht klebrigen Shorts, die gleich im Wäschekorb gelandet sind, gehe ich in mein Zimmer, und würde am liebsten gleich wieder umkehren. Mich empfängt ein leises Schnurren, gefolgt von einer spöttischen Stimme, die ich überall wiedererkennen würde.
„Tybalt…“
Doch – es wäre feige, zu fliehen. Also bleibt nur die Flucht nach vorn. Scheinbar unbeeindruckt gehe ich an meinen Schrank, ziehe mich an, dieses Mal sogar mit T-Shirt statt nur mit einer Shorts. Instinktive Schutzreaktion, vermutlich.

„Okay, was willst du hier, Mercutio?“
„Du hast doch gesagt, ich soll mir was zum Vögeln suchen! Aber weißt du…ich stehe mehr auf Thor. Blond, groß, stark, sexy, dominant“, zählt er auf.
„Ach, und weil du die Comicfigur nicht haben kannst, kommst du zu mir gerannt, oder was?“, knurre ich ungnädig und gehe auf mein Bett zu. Natürlich sitzt er genau darauf, in der Mitte, mit untergeschlagenen Beinen und freut sich wie ein Schneekönig. Am liebsten würde ich jetzt an der Decke ziehen und ihn zum Fallen bringen, aber das kommt mir zu kindisch vor. Stattdessen klettere ich ins Bett und lege mich an der Wand entspannt auf den Rücken, schubse ihn dabei leicht nach vorne.
Sekunden später schmiegt sich ein schnurrendes Kätzchen an meine Seite, ich spüre unter seiner dünnen Kleidung, wie ausgekühlt er ist.
„Nein…ich bin zu dir gekommen, weil du mein Gott bist“, flüstert er leise.

*~*~*~*

Und wer gern wissen will, welche Bilder mich inspiriert haben, der möge selbst googlen. Das wäre nämlich sonst Verbreitung von pornografischem Material, und das ist pfui-pfui!

Zudem habe ich mich entschieden, Tybalt für Mercutio tatsächlich zu einem Gott zu stilisieren. Ich sehe Mercutio als wahnsinnig, und in seinen Wahn hineingesteigert ist Tybalt der Mittelpunkt, um den sich alles dreht - wie ein Gott.
Ich denke, das passt zu der Absolutheit, die ich in Mercutio sehe. Alternativ hätte auch "Held" gepasst, aber das klang mir irgendwie falsch an...
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