Amnesie

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Andrew Dennies Biersack Ashley Purdy Jake Pitts
30.12.2016
29.01.2017
2
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30. Dezember 2016

POV Andy
Der Tag konnte gar nicht mehr schlimmer werden.
Ich war schon mies gelaunt, obwohl es gerademal neun Uhr morgens war. Genug Zeit für schlechte Nachrichten gab es trotzdem genug. Vor einer Stunde, als ich zur Arbeit gefahren war, ahnte ich nichts Böses, als plötzlich dieser Idiot, der noch schlimmer als ein Fahranfänger fuhr, auf dem Parkplatz meinem Auto einen langen Kratzer verpasste. Natürlich war ich zu aufgebracht, um klar zu denken. Und anstatt mir das Kennzeichen zu merken, war ich damit beschäftigt, ihm die übelsten Beschimpfungen hinterher zu rufen.


Nun, das war noch nicht das Schlimmste. Mit einer kleinen Verspätung erreichte ich endlich den Supermarkt, in dem ich als Aushilfe arbeitete. Das war der schlechteste Job, den ich jemals gemacht hatte. Vor einem halben Jahr saß ich noch in einem großen Büro und hatte lange Arbeitstage mit viel Stress. Aber wenn ich genauer überlege, dann war das besser als meine jetzige Situation. Ich verdiente so wenig, dass ich mich manchmal fragte, wie ich die Miete bezahlen sollte. Tja, es gab wirklich mal bessere Zeiten. Aber die waren vorbei. Als das Unternehmen, in dem ich bis vor einem halben Jahr gearbeitet hatte, Pleite ging, musste ich mir neue Arbeit suchen. Aber niemand wollte mich. Alle wimmelten mich ab, dass ich entweder überqualifiziert war oder sie schon jemanden gefunden hatten. Aber das glaubte ich nicht. Das waren alles nur Ausreden. Der wahre Grund lag auf der Hand: Dieses Unternehmen, in dem ich gearbeitet hatte, verdiente sein Geld mit nicht sehr edlen Methoden. Da musste schon mal ein Wald weichen. Oder Leute wurden aus ihrer Heimat vertrieben, weil wir das Land aufbaggerten und alles zerstörten, was diesen Menschen einmal sehr wichtig war.

Das war nun vorbei. Und auch heute gab es Probleme auf der Arbeit. Als wäre der Tag nicht schon schlecht genug gewesen, kam mein Boss auf mich zu, als ich aus dem Spind meine Arbeitsweste holen wollte.
„Wo kommen Sie denn jetzt her?“, fragte er. Dabei sah er mich mit seinem faltigen Gesicht vorwurfsvoll an. „Ich-“, stammelte ich. Aber ich hätte sowieso nichts erklären können, denn er unterbrach mich abrupt. „Haben Sie eine Ahnung, wie oft ich jetzt gesehen habe, wie spät Sie zur Arbeit erscheinen? Ihre Kollegen fragen mich immer, warum ich das einfach so durchgehen lasse, während sie immer pünktlich hier erscheinen. Und noch was: Jemand mit ihrer Arbeitsmoral ist hier falsch. Sie kommen morgens als letzter. Und abends sind Sie komischerweise immer pünktlich weg. Gestern haben Sie einfach alles stehen und liegen lassen. Christy musste alles aufräumen.“
Ich war baff und wusste nicht, was ich sagen sollte. Das stimmte alles, aber was würde er tun?
„Sie können wieder nach Hause gehen. Und Sie brauchen morgen gar nicht wiederkommen, überhaupt nicht mehr. Ich will Sie hier nie wieder arbeiten sehen.“ Das konnte er doch nicht tun!
„Bitte nicht. Ich brauche diesen Job! Bitte! Es tut mir leid. Ich werde ab jetzt immer pünktlich hier ssein, versprochen.“ Aber er schüttelte einfach den Kopf. „Nein, ich hab mich entschieden. Gehen Sie jetzt.“ So schnell konnte es also gehen. Was ich jetzt machen sollte? Keine Ahnung. Mein Leben konnte gar nicht mehr schlechter werden. Wie sollte ich das nur meinem Freund erklären? Er saß jetzt sicherlich in seiner Wohnung oder war zu Hause. Er hatte selbst nicht das Geld, um mir finanziell zu helfen.

Das war jetzt alles egal. Ich wollte nur noch in mein Bett. Es würde schon alles geklärt werden. Irgendwie.

Ich stieg in mein Auto, schloss die Augen und atmete durch. Das war sicher alles nur ein böser Traum. Wenn ich wieder aufwachte, dann wäre wieder alles in Ordnung.

Langsam setzte sich mein Auto in Bewegung. Es war schon lange nicht mehr das neuste. Ein neues Auto konnte ich mir nicht leisten. Damals dachte ich, dass es nur für den Übergang war, aber dann verlor ich meinen Job und musste als billige Aushilfe arbeiten. Seitdem hatte sich nichts geändert. Was ich nicht schon alles erlebt hatte mit diesem Auto. Mit 18 Jahren hatte ich es gekauft, schlief zum ersten Mal mit meinen jetzt Ex-Freund darin. Wie die Zeit verging. Jetzt war ich schon 24. Ich kann es kaum glauben. Damals ging einfch alles zu schnell. Ich war überstürzt mit ihm zusammengezogen, aber es hat einfach nicht funktioniert. Wir stritten uns immer mehr und irgendwann musste ich es einfach beenden. Seitdem lebte ich in meiner klinen Wohnung, fuhr immernoch mit meinem kleinen Auto, aber hatte mittlerweile einen neuen Freund. Mit ihm ließ ich alles langsam angehen. Wir sind uns zwar einig, dass wir bald zusammen wohnen wollen, aber wir wollten ganz sicher sein, dass es funktionierte. Wir verbrachten immer wieder Wochenenden in einer Wohnung. Und es klappte gut. Ich erwartete auch nichts anderes nach fast anderthalb Jahren Beziehung.

Die roten Ampeln machten mich fertig. Ich konnte nur ein paar Sekunden fahren, bis ich wieder anhalten musste. Und das nur, weil dieser Idiot im Auto vor mir anscheinend nicht wusste, dass es ein Gaspedal gab. Mit jeder roten Ampelphase wuchs mein Ärger weiter, bis ich schließlich keine Geduld mehr hatte. Ich fuhr an und überholte diesen Vollpfosten, obwohl man das hier gar nicht durfte. Aber das war mir egal. Ich drückte ordentlich afs Gaspedal und sah mir an, wer da im Auto saß. Es war ein alter Mann. Man sollte ihm die Fahrerlaubnis wegnehmen, wenn er sich so dumm im Straßenverkehr anstellte.
Mit rasantem Tempo setzte ich meine Fahrt fort und sah zu spät, weshalb der Mann angehalten hatte. Aus einer Querstraße kam ein Truck geschossen, der nicht viel besser fuhr. Er nutzte es wohl aus, dass nicht mehr so viele Autos unterwegs waren, weil die meisten Menschen schon arbeiteten.
Er war schwer mit Holz beladen und konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten, obwohl ich die Bremsen selbst durch das geschlossene Fenster quietschen hören konnte.
Dann ging alles schnell. Zu dem Quietschen gesellte sich ein unerträglich lautes Geräusch. Ich dachte, taub zu werden, weil meine Ohren so wehtaten. Draußen war alles undeutlich. Ich erkannte viel zu spät, dass der Truck mich quer über die Straße schob und mein Auto schließlich noch gegen einen Laternenmast knallte. Ich wurde im Auto umhergeschleudert und wusste nicht, was mit mir passierte. Mein Kopf fühlte sich zum Platzen voll, aber gleichzeitig auch total leer an.

Dann herrschte Stille. Es war beängstigend. Ich hörte überhaupt nichts und spürte, wie mir das Blut über das gesamte Gesicht lief. Es roch komisch. Vorsichtig öffnete ich die Augen und sah, dass ich mit dem Gesicht auf die Fußmatte der Beifahrerseite geknallt war. Ich war müde und entschied mich, obwohl ich gerade einen Unfall gebaut und mich in einer unbequemen Lage befand, zu schlafen. Es ging nicht anders. Meine Augen schlossen sich von selbst und ich verlor das Bewusstsein.

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