Royale Einsicht

von Saferiel
GeschichteAllgemein / P16
Jasper Frost Prinz Liam Henstridge Prinzessin Eleanor Henstridge
28.12.2016
28.12.2016
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Was wenn Beck nicht am Ende von S02x01 aufgetaucht wäre? Was wenn er erst am nächsten Abend vor Eleanors Tür gestanden hätte, was wäre dann passiert?


Eleanor saß in ihrem Zimmer und schob das Kox in Form, ihr Leben war doch echt beschissen, warum sich also nicht wie auch sonst zudröhnen, um nichts davon mehr mitbekommen zu müssen?!
Doch plötzlich öffnete sich die Tür, ohne das geklopft wurde kam jemand rein, Frechheit…
Als die Prinzessin jedoch den Blick hob stand  natürlich niemand anderes als Jasper Frost vor ihr. Natürlich, was hatte als Kirsche auf dem Eis ihres verkorksten Lebens  auch sonst noch gefehlt?!
Jasper Frost, wie gerne würde sie ihn hassen. Nach allem was er getan hatte. Ach verdammt.
„Ich..mhh, bin als Liams Leibwächter engagiert worden, das wollte ich dir nur sagen.“, wenig war von dem überheblichen Mistkerl übrig geblieben, der die Prinzessin damals mit einem nicht existenten Sexvideo erpresst hatte. Im Gegenteil, er wirkte traurig, fast gebrochen.
Eleanor erwiderte nichts, sondern wand schlicht den Blick ab, sie konnte ihn jetzt nicht ansehen.
„Es tut mir Leid.“, nach diesem überraschend sanften Geständnis trafen sich ihre Blicke, für einen Augenblick, erneut, bevor Jasper den Blick abwand und den Raum verließ.
Doch in diesem kurzen Moment hatte Elanor so viel mehr erfahren als in all der Zeit in der sie mit einander „gespielt“ hatten. Er meinte es wirklich ernst. Es tat ihm Leid, alles.
Natürlich meint er es ernst, wäre er dir sonst um die ganze Welt gefolgt und das ohne Bezahlung?! Dumme Kuh!
Diese ganze Scheiße ließ sich wirklich nicht bei klarem Verstand überstehen. Eleanor hatte keine Ahnung was sie fühlen sollte, was sie fühlen durfte. Also zog sie sich eine Nase voll Kox rein, das würde das Dilemma schon lösen.
Oder auch nicht, als sie das Gesicht ihres Vaters auf dem Schein erblickte, fiel ihr wieder ein was er sich für sie gewünscht hatte. Sie sollten alle glücklich werden, nicht gebrochen und alleine, verstrickt in die Intrigen der Monarchie. Gott, wie Eleanor das alles hasste, wie sie es hasste eine Prinzessin zu sein. Niemals würde sie jemand nur dafür lieben wer sie war, nein alle interessierten sich nur dafür was sie war. Scheiße.
Aber war das wirklich wahr? Jasper. Es hatte ihn nie wirklich interessiert, dass sie eine Prinzessin war, im Gegenteil, schließlich hatte er sie auch nie wirklich wie eine behandelt.
Ob sie das jedoch Liebe nennen würde? Na ja. Trotzdem, was würde es schaden, vielleicht würde er sie vergessen lassen, so wie früher.
Schwungvoll stand sie von ihrem Stuhl auf und verließ, das Zimmer, durch diese schrecklich verunstaltete Tür, sie würde sie irgendwann streichen müssen, ihr Anblick erinnerte sie zu sehr an den Tod ihres geliebten Vaters.
Als die Prinzessin nun durch den Flur sprintete lief sie geradewegs ihrem Bruder Liam in die Arme.
„Len? Warum hast du es denn so eilig?“, fragte er.
„Ich...um, hast du Jasper gesehen?“, fragte seine Schwester etwas schüchtern.
Das warf ihren Zwillingsbruder natürlich direkt zurück, Eleanor und schüchtern und das auch noch wegen eines Mannes? Die Geschichte von den beiden schien immer komplizierter zu werden. Der Gedanke daran, dass Jasper jedoch mit ihrere Mutter geschlafen hatte, verursachte in Liam immer noch Abscheu. Aber hey, wer war er den Mann zu verurteilen, sollte er dazu in der lage sein seine Schwester glücklich zu machen.
„Tatsächlich habe ich das Schwesterchen, aber wieso solltest du das bloß wissen wollen? Ich dachte du hasst ihn?!“, fragte er frech.
„Argh. Liam! Sei nicht so ein...argh. Also weißt du nun wo der verdammte Kerl ist oder nicht?“ Also langsam reichte es wirklich, schlimm genug, dass sie dem Mann hinterher lief, jetzt verschwörte sich auch noch ihr eigener Bruder gegen sie.
Mit hochgezogener Augenbraue und einem frechen Grinsen betrachtete Liam die roten Wangen seiner Schwester. Du hast ihren Ärger verdient Jasper, ich hoffe du kannst damit umgehen.
„Nun meine Lieblingsschwester. Zu deinem Glück habe ich ihn gesehen. Er wollte den Abend frei haben, bevor er morgen als mein Bodyguard anfängt. Er wird also in seinem Zimmer sein.“
„Ah, ich verstehe, sehr interessant. Mehr wollte ich gar nicht wissen. Ich werde dann mal gehen.“, erklärte ihre Hoheit mit erhobenem Haupt und stakste davon.
Liam blieb lachend zurück, die zwei waren doch wirklich verrückt. Er würde ihnen im Stillen die Daumen drücken.

Eleanor war sich nicht wirklich sicher wo sich Jaspers Zimmer überhaupt befand, schließlich hatten sie immer in ihrem geschlafen und auch sonst. Doch mit ein wenig Glück hatte sie eine Magd gefunden, die ihr weiterhelfen konnte, allerdings sah das Mädchen aus als wäre sie lieber selbst zu Jasper aufs Zimmer gegangen. Hure. Nicht das die Prinzessin weniger schmutzige Gedanken hatte, aber trotzdem, Jasper gehörte ihr. Moment….WAS?! Also nein, das...das hatte sie jetzt gerade nicht wirklich gedacht. Jasper war...ja was war er eigentlich? Eine Ablenkung, ja das klang in ihrem eigenen Kopf vertretbar, und jetzt würde sie nicht weiter darüber nachdenken! Sonst würde sie sich noch ernsthaft mit ihren Gefühlen auseinander setzen müssen...ugh...schrecklicher Gedanke. Das diese Drogen auch überhaupt nicht halfen ihren Verstand auszuschalten.
Tief atmete sie auf bevor sie die Tür aufstieß. Warum sollte sie auch klopfen, das tat er auch nie, außerdem war sie die verdammte Prinzessin dieses Ladens.
Doch sie fand das Zimmer leer vor. War er etwa doch nicht hier?
Als dann jedoch die Tür aufging und Jasper, nur mit einem Handtuch um die Hüften bekleidet ins Zimmer trat, dankte sie wem auch immer still für das gute Timimg.
„Hallo Bodyguard.“, grüßte sie den verdutzten Mann, während sie näher trat und mit den Fingerspitzen über seine noch feuchte Brust fuhr.
„Prinzessin, was machst du hier?“, wollte besagter mit zusammengezogenen Augenbrauen wissen.
„Ugh, wirklich jetzt? Weniger reden mehr Action, Bodyguard.“
„Was? Warte!“ Er hielt sie an den Oberarmen fest und schob sie leicht von sich. Das konnte doch jetzt nicht sein ernst sein, nicht nachdem er Ewigkeiten um Vergebung gebettelt hatte. Nicht, dass sie ihm tatsächlich vergab, aber das war ja auch gar nicht der Punkt, sie hatte doch nur vor mit ihm ins Bett zu gehen, was gab es daran auszusetzen?
„Was denn? Das ist es doch was du wolltest, oder etwa nicht?, fragte sie einladend.
„Eleanor...“ Hmm, köstlich wie er ihren Namen aussprach. Doch seine nächsten Worte wirkten wie in Kübel kalten Wassers. „Nein, das ist nicht das was ich wollte.“
„Oh“, der Prinzessin war der Wind aus den Segeln genommen worden und sie trat einen Schreitt zurück „verstehe, na dann schönen Abend noch, Bodyguard.“, sagte sie mit gespielter Selbstsicherheit.
„Was? Warte, verdammt Prinzessin. Das habe ich nicht gemeint.“, frustriert zog er an ihrem Oberarm und drückte sie auf sein Bett, während er über ihr stehen blieb. Er betrachtete ihre Züge, sie wirkte so verletzlich und traurig. Verdammt, wie hatte er ihr nur wehtun können. Gerne hätte er sie in den Arm genommen, aber dafür hätte sie ihm vermutlich eine geknallt, also blieb er dabei sie zu bewundern. Wunderschön.
„Was hast du dann gemeint?“, fragte sie leise.
„Ich meinte, dass ich nicht einfach mit dir schlafen will. Also will ich schon aber...ach verdammt du weißt was ich meine, Prinzessin.“
„Weiß ich das? Ehrlich gesagt weiß ich gar nichts. Es ist ja nicht gerade so als waren wir die ganze Zeit ehrlich miteinander, nicht wahr Jasper Frost aus Shoreditch oder Nevada oder wo auch immer? Hast du überhaupt irgendwann die Wahrheit gesagt? Oder hast dieses Privileg für meine Mutter aufgehoben, mit der du, ach ja..geschlafen hast? Du weißt schon, dass die Frau verheiratet war, verdammt noch mal. Ist dir denn gar nichts heilig, du blöder Idiot? Verdammt von allen Huren in diesem Schloss mit denen du mich hättest betrügen können, musste es natürlich meine eigene verdammt Mutter sein, verdammte Scheiße. “, ihre Stimme hatte sich während dieser Tirade immer weiter gehoben bis sie ihn aus voller Kehle anschrie. Auch war sie aufgestanden, jetzt stand sie praktisch direkt an ihm, während, sie auf seine Brust einschlug.
Jasper hingegen hatte diese Tirade mit steinerner Miene entgegen genommen, doch nun umfasste er ihre Handgelenke und hielt sie fest.
„Eleanor.“, sagte er, „ du musst dich beruhigen.“
„Einen Scheiß muss ich Bodyguard!“, erklärte sie und versuchte sich dabei aus seinem stählernen Griff zu befreien, vergeblich. Natürlich, noch nie hatte sie sich befreien könne, wenn er das nicht wollte. Gott, wie sie seine Dominanz hasste. Blöder Idiot, sie kontrollierte, sie musste es kontrollieren, denn es war doch sonst schon jeder andere verdammte Aspekt in ihrem Leben in den Händen anderer, sogar ihr verdammter Twitter-Account.
„Lass mich los, du Bastard.“
Doch statt einer Antwort presste Jasper die Lippen auf die von Eleanor. Eigentlich hätte sie ihn von sich stoßen oder zumindest beißen sollen, obwohl, nicht beißen, das mochte er ja. Aber wegstoßen, ganz sicher, er war abgelenkt es würde also vielleicht sogar funktionieren. Was tat sie jedoch stattdessen? Sie schmolz in den Kuss hinein, verdammter Körper.
Schnell löste Jasper sich jedoch auch schon wieder. „Bitte, lass es mich erklären. Bitte, hör mir zu und lass mich dir alles sagen. Bitte. Wenn du mich danach immer noch hasst, dann kannst du gehen und ich werde versuchen dir so gut aus dem Weg zu gehen wie ich kann.“, es lang etwas gequältes in seiner Stimme.
Eigentlich wollte Eleanor ihm gar nicht zuhören, es war so viel einfacher wütend zu sein, um sich zu schlagen, aber der Gedanke daran, dass er ihr aus dem Weg gehen würde, dass sie ihn nicht wieder sehen würde, das ertrug sie nicht.
Nach einigen Momenten des Schweigens, in denen Jasper bereits dachte, dass er ohnehin keine Chance hatte, sprach seine Prinzessin endlich:
„Meinetwegen, sag was du zu sagen hast. Danach werde ich gehen, aber du kannst ja trotzdem versuchen mich zu überzeugen.“
Warum hatte sie das getan? Egal was er sagen würde, es würde wehtun, egal wie sehr sie sich dagegen wehren mochte. Verdammt er hatte sie erpresst und belogen das hätte sie ihm vielelicht irgendwann verzeihen können, vielleicht. Aber er hatte mit ihrer Mutter geschlafen...ihrer Mutter. So sehr sie ihm vielleicht verzeihen wollte, das war etwas was schwer wog, das ließ sich nicht einfach vergessen. Dann blieb nur noch die Frage, ob sie ihm überhaupt verzeihen wollte. Er war niemand dem sie vertrauen konnte, das hatte die Vergangenheit bewiesen, richtig?
Na ja , meldete sich das einfältige Ding in ihrer Brust, wieder. Ich wiederhole mich ja nur ungern, aber er ist dir um die ganze Welt gefolgt. Er hat dich nicht für eine Sekunde alleine gelassen, immer auf dich aufgepasst. Und du glaubst doch nicht wirklich dass nichts von deinen schlimmeren Eskapaden an die Öffentlichkeit gelangt ist, weil die Leute so nett waren?! Das entsprach schon der Wahrheit, Jasper musste einigen Leuten die Klappe gestopft haben, damit vieles von dem, was geschehen war geheim blieb.
Und dann wäre da auch noch die Sache, dass er sich ohne zu zögern dazu bereit erklärt hat, dich zu dem Treffen mit Robbies Mörder zu begleiten. Ihn hat nicht interessiert, was mit ihm passiert, er wollte nur deine Sicherheit gewährleisten. Na ja, ja, er hatte riskiert eine Kugel in den Kopf zu bekommen, doch er hatte keine Gegenleistung erwartet, er wollte nur, dass es ihr gut ging. Ziemlich süß eigentlich.
Da wäre noch was. Oh mann.
Er hätte dir nicht erzählen müssen, dass es kein Video gab. Er hat es getan, weil er ehrlich zu dir sein wollte. Weil er mehr als Erpressersex wollte. Er wollte eine echte Beziehung zu dir, weil er dich... Jaja, ist ja gut, verdammt unterbrach sie ihr nerviges, kleines, Klugscheißer-Herz. Möglicherweise, stimmten diese dinge ja vielleicht, zumindest ein wenig, eventuell und unter gewissen Umständen war sie sich all dieser Dinge auch ein wenig bewusste, doch das würde sie sich nicht eingestehen. Keinesfalls. Denn es würde bedeuten, dass sie dem Mann möglicherweise, ein klitzekleines bisschen vertraute, trotz allem und das war einfach nur lächerlich.
Jasper tat einen tiefen Atemzug bevor er begann, er wusste nichts was er sagte würde das Geschehene wieder gut machen  können, dennoch musste sie wissen wie leid es ihm wirklich tat, und wie viel sie ihm bedeutete. Egal, was er dafür tun musste, egal, wie lange es dauern würde. Er wusste, dass er erbärmlich klang, aber er wusste genauso, dass er es wirklich und wahrhaftig versaut hatte. Was blieb ihm also übrig, außer auf Knien um Vergebung zu flehen. Wäre er nicht so sein Idiot…, doch nun konnte er es nicht mehr ändern. Er hatte sie verletzt, tief verletzt. Trotzdem er wollte und konnte sie nicht verlieren, nicht nach allem. Er hatte sie über die Zeit, die sie zusammen waren und auch während er ihr durch die Welt folgte, gesehen. Wirklich gesehen, nicht so wie die Paparazzi, ihre Fans und ihre Familie sie sahen, sondern so wie sie wirklich war. Eleanor ließ alle glauben, sie sei das Selbstbewusstsein in Person, sie kauften ihr ab, dass ihr alles an ihrem hübschen Hintern vorbeiging. Doch nichts davon war die Wahrheit, sie war unsicher und verletzlich, ihr Vertrauen war wieder und wieder enttäuscht worden. Auch von ihm. Und er würde alles tun, um es zurück zu gewinnen.
„Also, okay. Was du schon weißt, mein Name ist Jasper Frost und ich komme aus LasVegas. Dort gehörte ich zum Sicherheitspersonal, allerdings hatte ich einen Plan, ich wollte das Casino ausrauben, es sollte mein letzter Coup sein, bevor ich mich an einem netten Ort mit Sonne und Meer zur Ruhe setze.“
„Wow, sehr gerissen, und dort ls Sahnehäubchen auch ein Mädchen erpresst?“, bemerkte Eleanor trocken.
Jasper presste die Lippen aufeinander, das würde ja spaßig werden.
„Nein, nein dort wurde eher ich erpresst.“
Eleanor zog die Augenbrauen fragend hoch.
„Es war so, ich wollte an dem Abend zuschlagen, dumm nur, dass die Tochter des Casinobesitzers ein Auge auf mich geworfen hatte. Sie durchschaute meinen Plan und drohte mich auffliegen zu lassen, wenn ich nicht alles täte was sie wollte. Gerissenes Mädchen soviel kann ich dir versichern. Also ja, du bist nicht die einzige, die erpresst wurde.“
Laut lachte Eleanor los. „Das ist einfach nur zum Schreien komisch. Du bist so ein Idiot!“
„Danke Eleanor, ich schätze deine Anteilnahme.“, erwiderte Jasper.
Die Prinzessin zuckte mit den Achseln.
„Okay, jedenfalls hatte sie ihre eigenen Pläne mit mir. Dazu gehörte“, er atmete noch ein mal tief durch und schloss die Augen, das würde übel werden. „mich als Bodyguard ins Schloss einzuschleichen um den Koh-I-Noor zu stehlen.“
„Du wolltest, WAS?“ Eleanor war aufgesprungen und schrie den Mann vor ihr an.
„Ich werde dich umbringen, du verlogener, diebischer Mistkerl.“
„Eleanor! Ich habe es doch gar nicht getan, zum Teufel ich habe es nicht mal versucht. Das weißt du selbst. Ich war, ehm, anderen Dingen beschäftigt.“
„Ach? Sprich es doch ruhig aus, du warst damit beschäftigt mich zu erpressen und flachzulegen.“
„Ja, aber ich würde nicht unbedingt sagen, dass du damit sonderlich unglücklich warst Prinzessin.“, erklärte Jasper nun selbst aufgebracht. „Ich habe dich nicht wirklich gezwungen, wenn du es hättest beenden wollen hättet du das jederzeit tun können. Das wissen wir beide.“
Diese Worte ließen ihre königliche Hoheit erst mal auf ihren Vierbuchstaben landen. Er hatte ja recht, er hatte sie nicht gezwungen, im Gegenteil, er hatte sie sogar darum betteln lassen und sie hatte es getan. „Du...du blöder... Ach ich hasse dich.“, frustriert darüber keine Argumente mehr zu haben verschränkte sie die Arme vor der Brust und überkreuzte die Beine auf dem Bett.
Der Bodyguard setzte sich selbst auf das Bett und legte eine Hand auf ihre Beine, sie zog sie nicht weg, drehte jedoch ihren Oberkörper leicht weg.
„Wirst du mir weiter zuhören?“, fragte er leise.
Mit sich ringend stürzte Eleanor die Lippen, bevor sie ihm mit einer ergebenen Handbewegung andeutete fortzufahren.
„Als ich dann hier war und wir zusammen waren...“
„Wir waren nicht zusammen.“, korrigierte die junge Frau aus Gewohnheit. Doch wem machte sie eigentlich etwas vor, sie waren zusammen gewesen, sozusagen, so was in der Art, ach was auch immer.
„Waren wir. Und obwohl ich zunächst dachte du seist nur ein verwöhntes Prinzesschen, dass all den Reichtum nicht verdient...“
Empört hörte er sie nach Luft schnappen.
„...hast du mich eines Besseren belehrt. Du bist mehr als es, durch all die Partys und Drogenexzesse, den Anschein macht. Ich habe dich Leiden und Lachen sehen. Und das würde ich für keinen Diamanten der Welt eintauschen wollen.“
Das war ja irgendwie süß, schoss es Eleanor durch den Kopf, auf seine eigene etwas verkorkste Weise.
„Lass mich bei dir bleiben. Ich weiß, dass ich es versaut habe und ich werde mich nie genug dafür entschuldigen können, aber es tut mir leid, ehrlich und aufrichtig. Ich wünschte ich könnte alle meine Fehler auslöschen. Ich wünschte ich könnte der sein, den du brauchst, dem du vertraust, der für dich da sein darf, ich würde alles dafür aufgeben.“
Du weißt, dass er es so meint?! Klappe halten, ja weiß ich. Die Prinzessin war hin und her gerissen. Was sollte sie denn jetzt tun? Eigentlich, hatte seine Geschichte, die Situation dich nur verschlimmert, rational betrachtete. Weil du ja immer so rational entscheidest. Ja und vielleicht war genau das das Problem. Und wenn du einfach mal auf mich hörst? Dieses Herz war heute wirklich laut und aufmüpfig, aber vielleicht hatte es auch nicht ganz unrecht. Seit sie hier war hatte sie nicht mehr an den ganzen Mist gedacht der sonst so in ihrem Leben abging. Außerdem fühlte sich seine Hand auf ihren nackten Beinen gut an, sicher und verlässlich.
Wenn sie zurückdachte, war er immer da gewesen, wenn sie ihn brauchte und auch dann wenn sie ihn gar nicht wollte.
Es war schon eine Weile still, während Eleanir ihren Gedanken nachhing, und somit Jasper, der gespannt wie ein Flitzebogen neben ihr saß auf die Folter spannte. Er hatte fest damit gerechnet, dass sie sofort aus dem Zimmer stürmen würde, aber sie war noch hier, ein gutes Zeichen, oder?
„Elanor..“, setzte er an, unterbrach sich dann jedoch und schluckte schwer, was sollte er denn noch sagen? Er war ein Idiot und nichts konnte das noch richten.
Tief seufzte die Prinzessin und lehnte sich gegen ihn. „Ach Bodyguard, du bist wirklich ein Mistkerl.“
Vorsichtig legte Jasper einen Arm um sie. Und lehnte sie gegen seine Brust.
„Du hast übrigens immer noch nichts an, ist dir nicht kalt?“, fragte Eleanor nach einiger Zeit des Schweigens.
Jasper sah an sich hinunter und dann an ihrem Körper entlang. „Im Prinzip habe ich genauso viel an wie du, also gebe ich die Frage gerne zurück.“, erklärte er mit einem leichten Grinsen.
Darauf schenkte ihm seine Prinzessin ein leises Lachen. „Da hast du nicht mal unrecht. Ich werde jetzt mal gehen, aber wenn du angezogen bist könntest du ja vorbeischauen und dann mal sehen.“
Lächelnd stand Eleanor auf und bewegte sich Richtung Tür. „Hey Bodyguard, ich habe beschlossen dir zu vergeben, also versau‘ es nicht wieder, kapiert?“, sagte sie mit dem Rücken zu ihm.
Jasper stand mittlerweile  kerzengerade vor dem Bett. Hatte er sich gerade verhört? „Ich...“, er schluckte. „Ich werde es nicht versauen.“, versprach er.
Eleanor konnte sich das Grinsen nicht verkneifen, nur gut, dass er es nicht sehen konnte. Mit Hoffnung im Herzen verließ Eleanor das Zimmer und machte sich auf den Weg in ihr eigenes.

Jasper machte unterdessen Luftsprünge. Sie hatte ihm vergeben, er hatte das nicht geträumt, wirklich nicht, er hatte sich zur Sicherheit ein ums andere mal in den Arm gezwickt.
Jetzt durfte er keinen Fehler machen, er würde nicht noch eine Chance bekommen, wenn er es jetzt versauen würde.
Schnell zog er sich an und machte sich auf den Weg zu Eleanor. Als er durch die Tür schritt, ohne anzuklopfen wie üblich, stand sie gerade über ihr Bett gebeugt und zog sich ein Oberteil über.
Als sie ihn eintreten hörte wand sie den Kopf in seine Richtung. „Da bist du ja, Bodyguard! Ich dachte mir du könntest heute Abend beweisen, dass du meinen Körper nach wie vor beschützen kannst, ich hatte dabei an Paris gedacht, was meinst du?“, fragte sie, während, sie ihre Haare über dem schulterfreien Oberteil drapierte.
„Ich dachte her wir bleiben hier und, ich weiß auch nicht, reden?“, Jasper wusste, dass noch lange nicht alles geklärt war und er wollte auch nicht zu ihrer alten „Sex-only“-Beziehung zurück, er wollte mehr. Er wollte sie.
„Reden, ugh, davon gab es doch schon genug.“
„Eleanor...“, energisch, aber sanft nahm Jasper sie am Arm. Doch sie wand den Kopf ab, um ihm nicht in die Augen zu sehen. „Hey, rede mit mir.“, verlangte er sanft.
„Ich will nicht, lass mich los, bitte. Jasper...“
„Ich mag es wenn du mich beim Namen nennst.“, sagte er.
Er konnte das Lächeln auf ihrem Gesicht erkennen. „Ich weiß, Bodyguard, ich weiß“
„Also?“, fragen hob er eine Augenbraue.
„Okay hör zu, wir haben und jetzt unsere Herzen ausgeschüttet, toll und alles, aber jetzt sollten wir wieder zur Tagesordnung zurückkehren.“, erklärte die junge Frau.
„Eigentlich, Prinzessin, bin ich der einzige der hier sein Herz ausgeschüttet hat. Du wärst jetzt dran.“
„Du solltest dein Glück nicht überstrapazieren.“, erwiderte sie.
„Komm schon. Ich will es wirklich wissen.“, erklärte er.
Und erneut an diesem Abend, zog er sie auf das nahegelegte Bett, das dieses Mal ihr gehörte.
„Okay also gut, ich finde dich auch gar nicht so übel und bin dafür, dass wir dieses Sex-Ding was wir hatten wieder aufnehmen, glücklich?“
„Nicht wirklich, nein.“
Dieser Mann würde sie noch in den Wahnsinn treiben. Sie würde doch  nicht anfangen ihre Gefühle offen zu legen. Wieso konnte er nicht einfach akzeptieren, begnadigt worden zu sein und keine weiteren Fragen stellen?! Weil du ihm was bedeutest und er mehr will als nur einen Knochen dann und wann. Verdammt.
„Ja, ja, ist ja schon gut, verdammt. Ich weiß zu schätzen, was du für mich getan hast und ich bin mir auch bewusst darüber, dass du immer für mich da warst. Und obwohl du ein Idiot bist, er eine Wagenladung Mist gebaut hast, hast du auch viel getan um es wieder gut zu machen. Ich weiß, dass ich bei dir immer sicher und gut aufgehoben bin.“
Sie hatte ihm gerade gesagt, dass sie ihm vertraute. Das war gigantisch, mehr als er zu träumen glaubte. Vielleicht sollte er sein Glück heute Abend also wirklich nicht überstrapazieren, aber er war schon immer ein Mann des Glücksspiels gewesen, egal wie schlecht seine Karten waren, also versuchte er es einfach:
„Bedeutet das, dass wir jetzt...zusammen sind?“ Die Frage war sehr vorsichtig gestellt und er hielt die Luft an während er auf eine Antwort wartete.
Eleanor sog bei der Frage scharf die Luft ein, mutig, mutig, das musste man ihm lassen. Scharf stieß, sie die Luft wieder aus. „Ja, Jasper aus Nevada, genau das bedeutet es.“
„Sag es.“, verlangte er.
Sie seufzte, natürlich sollte sie es sagen. „Ja, es bedeutet wir sind jetzt zusammen.“
In Null-Komma-Nichts hatte er sie von einer sitzenden in eine liegende Position befördert und küsste sie innig. Jup, daran könnte ich mich schnell wieder gewöhnen. stellten Herz und Kopf unisono fest.

Nach einigen Stunden ziemlich tiefgreifender , ausgiebiger Wiedervereinigung, lagen die Prinzessin und ihr Bodyguard im Bett. Sie war an seine Brust gekuschelt und fühlte sich sicher von seinen Armen umschlossen.
„Weißt du eigentlich, dass es schon Morgen ist?“, fragte Jasper und küsste ihre Schläfe.
„Was nennst du hier Morgen?“, sie schielte auf den Wecker auf dem Nachttisch, „es ist doch erst 8 Uhr morgens.“, stöhnend barg sie den Kopf an seiner Schulter.
Doch der Mistkerl lachte nur und es vibrierte durch seinen Oberkörper, sodass auch Eleanor ein leises glückliches Lachen ausstieß.
„Hm, na los hol mir Frühstück.“, verlangte Jasper auf einmal.  
Daraufhin zielte seine Freundin mit dem Knie auf sehr empfindsame Regionen unter der Decke. „Ow, Vorsicht, das brauchst du noch genauso dringend wie ich!“, erklärte er.
„Für solche Sprüche ist es noch viel zu früh, Bodyguard, viel zu früh.“
„Ich weiß.“, antwortete selbiger und küsste seine Prinzessin auf die Schläfe.
„Vielleicht sollten wir noch etwas schlafen und danach hole ich dir etwas bevor ich den Dienst bei Liam antrete?!“
„Mhm, das klingt schon viel besser, du bist also doch lernfähig.“, lachte sie.


Nach einiger Zeit des Dösens erwachte Eleanor erneut und betrachtete, den noch schlafenden Jasper. Ein Lächeln kroch auf ihre Lippen. Unfassbar, sie war glücklich, trotz allem und er war der Grund dafür.
Deshalb beschloss sie, entgegen aller Grundsätze einer Prinzessin doch Frühstück zu holen, schließlich musste Jasper fit sein, um auf ihren Bruder aufzupassen. Sie zog sich daher schnell etwas über und öffnete leise die Tür um hindurch zu schlüpfen. Doch als sie diese öffnete stand auf einmal Beck dahinter. Perplex starrte die Prinzessin ihren erste große Liebe an.
„Ich habe sie endgültig verlassen.“, eröffnete er.
Im selben Moment setzte Jasper sich hinter ihr im Bett auf.



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Das wäre es jetzt also, ich habe eben die random Auswahl von bs verwendet und bin bei der Folge gelandet und habe mich mal wieder gefragt, was wäre wenn und da konnte ich dann nicht widerstehen.
Jedenfalls sollte das erstmal ein Oneshot sein, aber bei dem Ende kann man natürlich ggf. weiter schreiben. Muss ich mir mal überlegen. Dürft auch gerne etwas dazu sagen. Tut eure Meinung kund , gerne auch darüber, ob ich das weiter schreiben soll oder, ob es sich besser als Einteiler macht.
Also dann.