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Der Sturköpfigen Herzen

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Kabhi Khushi Kabhie Gham OC (Own Character)
28.12.2016
28.12.2016
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Der Sturköpfigen Herzen


Kapitel 1


Krish war gelangweilt. Hätte er gewusst, dass ihn seine Mutter zu der Hochzeit von Mr. und Mrs. Chaddas Tochter Pinky, eine alte Schulkameradin aus London und gute Freunde seiner Mutter, schleppen würde, wäre er in Delhi geblieben. Weder seinem Vater noch ihm wurde die Kuschel- und Kussattacke Mr. Chaddas erspart, welche von seiner Mutter Anjali und Mrs. Chadda mit Freuden ignoriert wurde.

Die Zeremonie im Gurdwara verlief nur sehr langsam. Anstatt auf das Brautpaar zu achten, schweifte Krishs Blick durch die Menschenmenge. Einige der Gesichter kamen ihm bekannt vor, doch er konnte nicht allen einen Namen zuordnen, immerhin sind schon 15 Jahre vergangen seit dem seine Familie nach Indien zurückgekehrt war.

Sein Blick blieb auf einer recht hübschen Blondine hängen. Sie kam Krish sehr bekannt vor, doch es fiel ihm einfach nicht ein. Nach gefühltem 5-minütigen Kopfzerbrechen machte es dann doch noch klick. „Annette Sprightly!“, schoss es Krish durch den Kopf. Als Achtjähriger war er ein bisschen verknallt in sie gewesen, bei dem Gedanken daran überkam ihn ein Gefühl von Peinlichkeit und er schaute schnell weg. Für den Rest der Zeremonie sah Krish gar nicht mehr zu ihr rüber, sondern spielte mit den Knöpfen seines schwarzen Sherwanis herum.

Krish fragte sich was Rajveer und Ishika in diesem Moment wohl machten. Die beiden waren seine Cousins, die Kinder seines Onkels Rohan. Er, die Kinder, Tante Pooja, Daijan und seine Großeltern waren alle in Delhi geblieben, da sie entweder mit den Chaddas nichts am Hut hatten oder, wie in Tante Poojas Fall, sie einfach nicht ausstehen konnten.  

Als die Zeremonie endlich vorbei war machten sich alle auf den Weg dem frisch vermählten Paar seine Glückwünsche zu überbringen. „Ihr könntet ruhig ein bisschen fröhlicher dreinblicken.“, sagte seine Mutter zu Krish und seinem Vater, welcher ebenso wenig begeistert von der Hochzeit war, wie Krish selber.

„Ja, ja schön locker bleiben, Mum.“, grinste Krish sie an, während er vor allem „Mum“ schön in die Länge zog, was Anjali verärgerte. Für sie gab es selten etwas schlimmeres, als von ihrem Sohn mit „Mum“ angesprochen zu werden. Anjali verengte ihre Augen und sah Krish streng an.

„Wir sind Inder! Hör gefälligst auf mich Mum zu nennen. Hast du gehört Krish?“

Krish rollte mit den Augen, zum Antworten kam er jedoch nicht mehr, da sie vor dem Brautpaar angekommen waren. Mit aufgesetzten Lächeln seitens Krish und Rahul beglückwünschten sie Pinky und ihren Ehemann Abhijeet.

„Wir wünschen euch eine lange und glückliche Ehe, mein Kleines.“, lies Anjali verlauten, während sie Pinky an sich drückte. „Deine Lehenga sieht wunderschön aus.“, schwärmte sie weiter. Die Braut trug eine knallpinke Lehenga mit aufwendiger, grüner und goldener Stickerei, ihre orangene Choli war hingegen einfacher gehalten. Die grüne Dupatta um ihren Kopf hatte ein ähnliches Muster wie ihr Rock. Alles in allem befand Krish Pinkys Brautkleid als ganz passabel.

„Und Krish, wie läuft denn dein Studium?“, erkundigte sich Pinky, „Ich hoffe doch ganz gut. In welchen Studienjahr bist du denn?“

„Es läuft ganz gut würde ich sag-“

„Sei doch nicht so bescheiden!“, verkündete Anjali lautstark und stieß Krish spielerisch von der Seite an, „Mein Junge gehört zu den besten Studenten in seinem Jahrgang. Er ist immer so bescheiden.“, seine Mutter kniff ihm in die Wange und sein Vater versuchte einen Lachanfall mit einem Husten zu verdecken.

„Hey Rahul, was bist du denn so leise? Sag doch auch etwas dazu.“

Perplex schaute Rahul seine Ehefrau an, er hatte nicht erwartet ins Gespräch mit einbezogen zu werden.

„Ähm ja…“, Rahul schaute durch die Runde, „Krish ist wirklich ein ausgezeichneter Junge.“, beteuerte er, während er seinem Sohn auf die Schulter klopfte. Krish wollte im Erdboden versinken.

„Wir sollten vielleicht während der Feier weiter sprechen, immerhin wollen euch andere Leute auch gratulieren.“, schlug Krish vor.

„Ja das sollten wir!“, warf Anjali begeistert ein. „So ein schönes Paar, findet ihr nicht?“, ergänzte Anjali als sie schon ein wenig weiter weg von Pinky und Abhijeet waren.

Mit seinen Augen rollend gab Rahul genervt von sich, „Jaja, sehr schön, sehr schön. Wann können wir denn endlich von hier weg? Du weißt ich mag keine Partys.“

„Ach Rahul“, schmollte Anjali, „du musst endlich mal mehr Spaß an deinem Leben haben, die ständige Arbeit im Büro steigt dir zu Kopf! Findest du es nicht schön endlich einmal was mit deiner Familie zu unternehmen?“

„Es wäre weitaus schöner wären wir hier nicht unter tausend Leuten!“

Anjali, beleidigt von dem Verhalten ihres Mannes, beschleunigte ihren Gang und eilte zum Auto, welches sie zum Saal in dem die Feier stattfinden wird, bringen soll.

„Frauen.“, bemerkte Rahul trocken und schaute seinen Sohn an. „Versprich mir, dass du niemals heiratest.“

Krish lachte laut auf. „Ich hab es zwar nicht vor, aber versprechen tue ich nichts. Du weißt was das letzte Mal passiert ist, als ein Raichand-Sohn seinem Vater ein Versprechen gab.“, grinste Krish schelmisch, doch es brachte ihm nur eine Kopfnuss von seinem Vater ein.

„Halt die Klappe und steige ins Auto.“

Das wird noch ein langer Tag“, dachte sich Krish verzweifelt, während er sich seinen Kopf rieb.



Die Festhalle brach in großen Jubel aus. Die Cousinen des Bräutigams waren gerade mit ihrer Sangeet-Vorstellung fertig. „Wow, vier Zwölfjährige die zu Chikni Chameli tanzen… hätten sie wenigstens den Tanz besser einstudiert.“ Krish zeigte sich nicht beeindruckt. Vielleicht hätte er ja die Mädchen ganz süß gefunden, wäre es die Hochzeit von jemand anderem gewesen, doch Krish konnte sich einfach nicht wohl fühlen, was zu seiner grimmigen Laune beisteuerte.

„Wo willst du denn hin?“, wollte Rahul wissen. Krish war aufgestanden und wollte Richtung Ausgang gehen.

„Ich muss auf die Toilette.“

„Ach wirklich. Bist du dir da ganz sicher?“

„Ja! Was soll diese Fragerei?“

„Roll nicht mit den Augen während du mit deinem Vater sprichst, Junger Mann“, fügte Anjali streng zur Konversation hinzu.

„Schon gut Mama, darf ich jetzt bi-… Wieso muss ich euch denn überhaupt noch fragen. Ich bin 23 Jahre alt, wenn ich aufs Klo muss dann muss ich aufs Klo!“

Natürlich musste Krish nicht auf die Toilette. Er brauchte nur eine Ausrede um im Hinterhof eine Zigarette rauchen zu können. Seine Eltern hassten es das er rauchte, aber was sollte er tun, schlechte Gewohnheiten wird man nur schwierig wieder los.

Krish machte den ersten Zug als plötzlich die Tür neben ihm auf ging. Er machte sich schon auf eine Standpauke von seiner Mutter bereit, doch voller Überraschung sah er nicht Anjali, sondern Annette vor ihm stehen.

„Oh! Du bist es nur.“, brachte der Raichand-Sohn erleichtert hervor.

Annette kicherte. „Ich schätze das heißt, du weißt noch wer ich bin. Schön doch wiederzusehen, Krish!“

„Gleichfalls. Wie lief es denn so, nachdem ich weggezogen bin?“, Krish beäugelte Annette entspannt. Sie trug eine cremefarbene Anarkali mit violettem Rock, die goldenen Verzierungen der schwarzen Dupatta passten zu ihrem Kleid. „Wie es Pinky wohl findet, dass ihre Brautjungfer ein schöneres Kleid an hat als sie?“, fragte sich Krish insgeheim. Normalerweise mochte er es nicht, wenn Weiße indische Kleidung trugen, aber bei Annette sah ganz okay aus. Er zog nochmals an seiner Zigarette.

„Nichts Besonderes. Ich höre du fängst bald dein letztes Studienjahr an. An welcher Uni studierst du denn?“, säuselte Annette während sie Krish von oben bis unten musterte.

„Auf einem privaten College in Delhi, es ist-“

„Nehmen sie dort auch Austauschstudenten auf? Ich würde mein Studium gerne in Indien beenden, ich liebe eure Kultur!“, kam ihm Annette dazwischen. „Wieso unterbricht mich heute jeder?“, fragte sich Krish genervt.

„Ähm ja, glaube schon. Solange man sie bezahlt oder man ein Stipendium erhält sollte es klappen.“, beantwortete Krish ihr die Frage.

Annette strahlte über beide Ohren. „Das freut mich. Kann sein, dass wir bald wieder gemeinsam die Schulbank drücken.“, zwinkerte sie.

Krish drückte seine Zigarette aus. „Wie sollten wieder reingehen. Der Kuchen wird bald angeschnitten und ich möchte nicht von meiner Mutter angemeckert werden, weil ich es verpasst habe.“, meinte Krish augenrollend.

„Keine schlechte Idee.“

Und so gingen die beiden wieder zurück zu ihren Tischen.

Hallo! Dies hier ist meine erste Geschichte, daher ist Kritik, egal ob gut oder schlecht, herzlichst willkommen. Es würde mich echt freuen wenn ihr eure Meinung, Ideen und Verbesserungsvorschläge hier lasst.
Lg, Twinni
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