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Rettungsseil

von Vokaya
OneshotAngst, Schmerz/Trost / P16 / Het
John Porter
28.12.2016
28.12.2016
1
2.716
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Lifeline Rettungsseil

Autor:

roane

Disclaimer:

Bei dieser Geschichte handelt es sich um eine autorisierte Übersetzung von roanes englischer Originalstory Liefeline. Alle bekannten Charaktere gehören mir selbstverständlich nicht und der Inhalt ist frei erfunden. Ich verdiene mit dieser Story bzw. Übersetzung kein Geld, sondern schreibe nur aus Spaß an der Freude.

Link zur Originalstory:


Anmerkung:

Wie einige von euch vielleicht bemerken werden, habe ich mich bei der Übersetzung dieser Story ausdruckstechnisch etwas vom Original entfernt, was in diesem Fall aber beabsichtigt war. Zwar bemühe ich mich, wenn ich Geschichten übersetze, so nah wie möglich am Original zu bleiben, aber mir ist auch und vor allem wichtig, einen flüssigen und sinnvollen deutschen Text zu schreiben und die erwähnten Abweichungen habe ich in diesem Fall vorgenommen, weil ich hoffe, dass die Geschichte für euch dann „flüssiger“ ist und ihr mehr Spaß beim Lesen habt.


☀~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~☂~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~☀

„Katie, du musst nicht ausziehen. Du kannst gerne so lange hierbleiben, wie du willst, das weißt du doch.“

Katie Dartmouth lud ihren Koffer in den Kofferraum des Taxis, wobei sie die Hilfe ihres Vaters jedoch ablehnte, denn allmählich lernte sie, Dinge nur mit einer Hand zu tun. Zwar drängten die Ärzte sie weiterhin, ihre neue Prothese zu benutzen, doch Katie hasste sie. Sie fühlte sich unangenehm an und verschlimmerte zudem den Phantomschmerz in ihrer verlorenen linken Hand. Außerdem fühlte die Prothese sich wie eine Lüge an, wie ein Verleugnung der Ereignisse, die sich im Irak zugetragen hatten.

„Dad, ich kann nicht für immer hierbleiben. Ich muss wieder zurück in mein eigenes Leben.“ Einen endlos erscheinenden Moment sahen die beiden einander schweigend an, bevor er sie in seine Arme zog.

„Ruf mich an, wenn du irgendetwas brauchst – und ich meine irgendetwas.“ Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Wenn ich es recht bedenke, ruf mich einfach an und lass mich wissen, dass es dir gut geht.“ Katie gab ihm einen Abschiedskuss und stieg dann in das Taxi ein.

☀~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~☂~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~☀

Nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen worden war, war sie einen Monat bei ihren Eltern geblieben, da es ihr unmöglich gewesen war, allein in ihrer eigenen Wohnung zu sein. Als sie nun die Tür öffnete, redete sie sich selbst ein, dass es hier nichts gab, wovor sie sich fürchten musste. Die Wohnung war inzwischen leer, denn Jason war längst ausgezogen. Als Katie den Auftrag im Irak bekam, hatten die beiden gerade einmal sechs Monate zusammengelebt und das war das Ende ihrer Beziehung gewesen.

Als sie die Tür hinter sich zumachte, schloss sie sie schnell ab und dachte im Stillen, dass vielleicht nicht genug Schlösser daran waren, um sie zu schützen.

☀~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~☂~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~☀

Während die Wochen vergingen, fand Katie heraus, dass es ihr gefiel, alleine zu leben, denn niemand erwartete irgendetwas von ihr. Sie verließ ihre Wohnung nur für ihre Therapiesitzungen, denen sie sich nicht entziehen konnte und für ihre Krankengymnastik, bei der sie sich weiterhin beharrlich weigerte, den Gebrauch ihrer Prothese zu lernen. Ihr Therapeut war der Meinung, dass sie versuchte, die Tatsache zu verdrängen, dass sie ihre Hand verloren hatte und dass ihre Hand ihr genommen worden war, um die britische Regierung zu bestrafen.

Seit zwei Monaten hatte sie keine Nacht mehr durchgeschlafen, denn jedes Mal, wenn sie ihre Augen schloss, hörte sie Schüsse und das dumpfe Geräusch einer Klinge, die auf Holz traf. Aufgrund ihrer Erfahrung darin, Kriegsopfer und anderweitig traumatisierte Menschen zu interviewen, hatte sie geglaubt, dass der menschliche Verstand derart verheerende Erinnerungen unterdrückte.

Doch sie hatte sich getäuscht, denn die einzigen Momente in jenen Tagen im Irak, an die sie sich nicht mit absolut höllischer Klarheit erinnerte, waren jene, in denen sie sich in einem Schockzustand befunden hatte, unmittelbar nachdem sie ihr ihre Hand genommen hatten. Jeden anderen Augenblick durchlebte sie in Gedanken immer wieder, von dem falschen Kontrollpunkt außerhalb von Basra bis zu jenem Moment, als er sie auf einer Start-und Landebahn in Bagdad sanft auf eine Trage gelegt hatte.

Erst ab diesem Zeitpunkt verschwammen die Ereignisse in ihrem Kopf. An das US-Krankenhaus in Bagdad konnte sie sich überhaupt nicht erinnern und auch nicht an den Flug zurück nach London. Ihre Erinnerungen setzen erst in dem Moment wieder ein, in dem sie schreiend in einem Londoner Krankenhaus aufgewacht war und die Worte „Vertraue mir“ in ihren Ohren widerhallten.

☀~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~☂~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~☀

Nun wusste sie, wie sich ein ertrinkender Mann anhörte. Er war an ein Bett gekettet worden und keuchte und spuckte, als die Männer sie hereinbrachten und sie verkehrt herum an einen Stuhl ketteten. Sie winselte und wimmerte und konnte ihre Angst nicht unterdrücken, nicht als sie sah, wie der Mann, der sie gefangen hielt, hinter ihr einen Stab in die Höhe hielt.

„Sag es mir“, befahl er.

In diesem Moment ergriff der Mann auf dem Bett das Wort. „Lassen Sie mich mit ihr sprechen! Es geht um ihr Leben und wenn sie will, dass ich rede, soll sie es mir sagen.“ Der Mann trug ihren Stuhl zu ihm hinüber, doch sie war nicht in der Lage, ihn anzusehen und das But und die blauen Flecken auf seinem Gesicht zu sehen, bevor er es ihr sagte. „Katie, Katie, sieh mich an.“ Obwohl er gefesselt war und kopfüber auf dem Bett lag, sah er aus, als hätte er mehr Kontrolle über die Situation, als der freie Mann in diesem Raum. Mit großen Augen und ernstem Blick sah er sie an. „Vertrau mir.“ Sie war zutiefst verängstigt, nickte aber dennoch.

„Nur, damit du es weißt, ich werde jeden einzelnen dieser Mistkerle umbringen.“

Im nächsten Moment fuhr der Stab mit qualvollem Brennen auf ihren Rücken nieder und während sie aufschrie, hörte sie, wie das Verhör weitergeführt wurde.

„Sag es mir!“

„Tut mir leid, Sir, ich kann diese Frage nicht beantworten.“

Ein weiterer Schlag traf ihren Rücken. Sie versuchte, ihre Schreie zu unterdrücken, doch es gelang ihr nicht.

„Sag es mir!“

Seine Stimme brach. „Tut mir leid, Sir, ich kann diese Frage nicht beantworten.“

Sie hörte, wie er die Männer, die sie beide gefangen hielten, verfluchte, als der letzte Schlag sie traf und noch während er schrie, dass die Männer sie in Ruhe lassen sollten, versank ihre Welt in Dunkelheit.

☀~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~☂~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~☀

Keuchend und schweißgebadet wachte Katie auf. Von draußen drang Tageslicht in das Zimmer. Sie setzte sich im Bett auf und fuhr mit den Händen über ihr Gesicht, während sie versuchte, wieder zu Atem zu kommen. Sobald ihr Herz aufhörte zu rasen, kroch sie aus dem Bett.

Als sie in der Küche war und gerade eine Tasse Tee kochte, überfiel sie plötzlich ein heftiges Zittern. Die Tasse zerbrach auf dem gefliesten Boden der Küche, als sie ins Badezimmer stolperte. Sie schaffte es gerade noch rechtzeitig und erbrach dort das wenige, das sie am Abend zuvor gegessen hatte. Als der Anfall vorüber war, klammerte sich Katie an die Toilettenschüssel, bis sie sich in der Lage fühlte, aufzustehen. Sie wusch sich das Gesicht und betrachtete anschließend ihr Spiegelbild. Sie sah zehn Jahre älter aus, ihr Gesicht wurde von schmutzigem, struppigem Haar umrahmt und unter ihren Augen traten die Tränensäcke deutlich hervor.

Das musste aufhören.

Nachdem sie die Unordnung in der Küche beseitigt hatte, nahm Katie ihr Handy und suchte in ihrer Tasche nach einem ganz bestimmten Stück Papier. Sie atmete einmal tief durch, bevor sie die Nummer wählte.

Bereits nach dem zweiten Klingeln nahm er ab. „John Porter.“

Beinah hätte sie wieder aufgelegt. „John. Hier ist Katie… Katie Dartmouth.“

„Ist mit dir alles in Ordnung? Was ist passiert?“ Sie hörte eine deutliche Veränderung in seiner Stimme, als wäre er bereit, sich ein weiteres Mal in die Hölle zu stürzen, um sie erneut herauszuholen.

„Nein, nein, es ist alles Ordnung.“ Sie lächelte ein wenig nervös, bevor sie log: „Mir geht es gut. Ich habe mich nur gefragt, wie es dir geht.“

„Gut“, antwortete er und irgendetwas sagte ihr, dass er ebenfalls nicht die Wahrheit sagte. „Wir haben noch immer keine Spur von Assad gefunden.“

„Das ist doch ein gutes Zeichen, nicht wahr?“

John  schwieg lange genug, um ihr zu verraten, dass er eine weitere Lüge in Betracht zog. „Die Wüste ist ein weitläufiges Gebiet“, antwortete er schließlich. „Es ist möglich, dass wir seine Leiche niemals finden.“

Einige Sekunden lang sagte keiner von ihnen ein Wort, bis ihm ein trockenes Lachen entfuhr. „Das ist nicht der Grund, warum du angerufen hast. Schöne Frauen rufen Männer normalerweise nicht an, um über Leichen zu reden.“

Katie spürte, wie ihre Brust von Wärme durchströmt wurde und sie lächelte. „Dann bekommst du also viele Anrufe von schönen Frauen?“

„Nun ja“, erwiderte er gedehnt, worauf sie lachte.

„Hör mal, hättest du irgendwann Zeit für einen Kaffee?“ fragte sie und wollte noch eine Bemerkung hinzufügen, dass sie sich bei ihm bedanken oder  nach ihm sehen, wollte, doch letztendlich ließ sie ihre Frage einfach im Raum stehen.

„Mit dir schon“, erwiderte er und sie könnte sein Lächeln geradezu hören.

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„Nein, es ist mein Ernst“, verkündete sie. „Schneiden sie alles ab. Ich will es kurz haben.“

Die Friseuse sah sie zweifelnd an, nickte aber schließlich. Katie versuchte, nicht vor dem Schnippeln der Schere zurückzuzucken, das ihrem Gesicht beunruhigend nahe war. In ihren jüngsten Albträumen wurde sie erdrosselt und jedes Mal, wenn sie aufwachte, hatte sich ihr Haar um Ihr Gesicht und ihren Hals geschlungen.

Wären doch nur alle ihre Albträume so leicht zu vertreiben gewesen.

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Er stand auf, als er sah, wie sie das Café betrat und seine Augen weiteten sich. Katie war niemals zuvor bewusst geworden, wie groß er war, aber auf der anderen Seite hatte sie ihn, bevor er sie im Krankenhaus besucht hatte, noch nie wirklich aufrecht stehen sehen.

„Du hast dein Haar schneiden lassen“, sagte John. Nervös berührte sie ihr Haar und spürte, wie es sich dicht an ihrer Kopfhaut kräuselte. „Es ist schön“, fuhr er fort.

Sie wollte „Hallo“ sagen, wollte ihn fragen, wie es ihm ging und ihn darum bitten, dass sie sich hinsetzten und Kaffee tranken. Sie wollte ihm nicht geradewegs in die Arme laufen und an seiner Brust zu schniefen anfangen. Wie aus einem Reflex heraus schlang er die Arme um sie und für den Bruchteil einer Sekunde befand sie sich wieder in dieser Zelle, doch gleichzeitig fühlte sie sich sicher. Gleich darauf löste sie sich beschämt von ihm und fuhr sich mit der Hand über die Augen. „Oh Gott, es tut mir leid, es tut mir so leid.“

John ergriff ihre Hand und führte sie zu einem Stuhl, bevor er neben ihr in die Hocke, wobei er sie nicht losließ. „Ist schon gut“, erwiderte er und streckte seine andere Hand aus, um ihr eine ihrer kurzen Locken aus dem Gesicht zu streichen. „Es geht dir also gut, ja?“

Er lächelte und genau wie damals, als er sie um ein Autogramm gebeten hatte, konnte sie nicht anders, als das Lächeln zu erwidern.

Schließlich gelang es Katie, ihre Tränen unter Kontrolle zu bekommen und sie wischte die noch verbliebenen mit einer nach wie vor zitternden Hand weg. „Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist. Wirklich nicht.“

Er tätschelte ihr Knie, bevor er sich erhob und seinen Stuhl um den Tisch herumzog, damit er neben ihr sitzen konnte. „Soll ich dir einen Kaffee holen? Oder einen Tee?“

„Einen Tee, bitte“, antwortete sie dankbar. Sobald er hinüber zur Theke gegangen war und sie allein dort saß, fühlte sie sich ungeschützt.

Eine Gänsehaut überzog ihren Körper, bis er schließlich zurückkam. Einen Moment lang sah er sie schweigend an und legte den Kopf schief, bevor er ihr mit einer Geste zu verstehen gab, dass sie sich auf seinen Stuhl setzen sollte. „Setz dich hier hin. Dann hast du die Wand im Rücken. Das ist einfacher für dich.“ Sie wechselte ihren Platz und stellte fest, dass er Recht hatte. „Du bist nicht oft rausgegangen, seit du wieder zu Hause bist, nicht wahr?“ fragte er.

„Nicht…oft“, gab sie zu und trank einen Schluck von ihrem Tee.

„Mit der Zeit wird es leichter“, meinte er, während er sie unablässig beobachtete.

„Wirklich? Wann?“

Er schüttelte den Kopf und lächelte. Gott, er sah so anders aus, hier, mit einem Lächeln im Gesicht anstelle von Blut und Wüstenstaub. Katie wusste nicht, ob sie ihn überhaupt erkannt hätte, wären seine Augen nicht gewesen – jene Augen, die sie noch immer in ihren Träumen sah.

Er erkundigte sich nach den Geschichten, über die sie aus dem Irak berichtet hatte und sie stellte überrascht fest, dass sie zum  ersten Mal über diese Berichte sprechen konnte und sogar über das Kamerateam, das zu ihrer Familie geworden war. Je länger sie sich unterhielten, desto mehr wich ihre Anspannung, so langsam, dass sie es zunächst überhaupt nicht bemerkte. Plötzlich piepte ihr Handy. Mit einem entschuldigenden Lächeln schaute sie auf das Display und entdeckte nicht nur eine Nachricht von ihrem Vater, sondern auch, dass inzwischen zwei Stunden vergangen waren. Sie schickte ihm eine kurze Antwort, bevor sie ihren Blick mit einem schwachen Lächeln erneut John zuwandte.

„Ich habe dich schon zwei Stunden hier festgehalten. Ich sollte dich jetzt gehen lassen.“ Sie erhob sich und er stand ebenfalls auf.

„Lass mich dich wenigstens nach Hause bringen.“ Draußen wurde es bereits dunkel und das war ihr Grund genug, sein Angebot anzunehmen.

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Als er sie küsste, war sie erleichtert. Die beiden standen in der Tür ihres Apartments und sie rang mit sich selbst, ob sie ihn bitten sollte, hereinzukommen, als er sich über die Schwelle beugte. Das ersparte ihr die Mühe, ihn hereinzubitten, da sie ihn nun einfach hereinziehen konnte. Katie schloss hinter ihm die Tür ab und hielt sich dann einfach nur noch an ihm fest, während sie küsste, sie auf seine Arme hob und in ihr Schlafzimmer trug.

„Bist du dir sicher?“ murmelte er an ihrem Hals und sie nickte stumm. Das hier war lange überfällig. Schon im Helikopter nach Bagdad hatte sie einfach nur auf seinen Schoß klettern und sich an ihm festhalten wollen, schlaff und erschöpft, aber dennoch am Leben, so sehr hatte das Feuer ihrer eigenen, fortdauernden Existenz in ihre gebrannt, ein Feuer, das geschürt werden musste. Er setzte sie auf der Bettkante ab, zog sie unendlich behutsam aus und seine Hände, die sie einem Mann das Genick hatte brechen sehen, strichen sanft über ihre Haut.

Als er die noch nicht verheilten Narben auf ihrem Rücken sah, entfuhr ihm ein leiser, trauriger Laut. „Katie, es tut mir so leid.“ Er berührte eine von ihnen mit dem Finger, worauf sie sich ihm zuwandte, seine Hand von ihren Narben fortnahm und stattdessen seine Fingerspitzen küsste.

„Du hast dein Versprechen gehalten“, erwiderte sie und streckte sich ein wenig, um ihn zu küssen. „Wir sind am Leben und sie sind es nicht.“

Als er sie schließlich auf den Rücken legte und in sie eindrang, begann sie erneut zu weinen. Erschrocken sah er sie an und machte Anstalten, sich zurückzuziehen. „Katie…“

Ungestüm zog sie ihn wieder zu sich hinunter und schlang ihre Arme um seinen Hals. „Wage es nicht, wage es ja nicht, aufzuhören.“

Hinterher, als er sie fest in seinen Armen hielt, fühlte sie sich fast wieder wie sie selbst. Beim Geräusch der anspringenden Heizung zuckte sie nicht zusammen.  Und zum ersten Mal seit ihrer Entführung fühlte sie sich schläfrig und entspannt. Sie wusste, dass Endorphine dafür verantwortlich waren – Endorphine und das sichere Wissen, dass sie bei einem Mann war, der bereits zuvor getötet hatte, um sie zu beschützen und der es jederzeit wieder tun würde. Sie wusste aber auch, dass dieses Gefühl nicht ewig andauern würde.

Doch vorerst war es genug. Katie schloss ihre Augen und schlief ein.

Ende

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