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Edge of Tomorrow: Das Farm-Haus

von Goaly
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
28.12.2016
28.12.2016
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EDGE OF TOMORROW: FANFIKTION
„Warum ist es wichtig, was mit mir passiert?“ schrie sie ihn an und stand kurz davor den Schlüssel im Zündschloss zu drehen. Er stutzte, schaute sie nur an. Mit einer ruckartigen Bewegung schreckte sie ihn auf.
„Nein! Stopp! Tu das nicht! Du stirbst und ich kann nichts dagegen tun. Die einzige Möglichkeit, die wir noch nicht ausprobiert haben, ist das Farmhaus. Bitte.“ Flehte er, faltete die Hände und ging sogar auf die Knie. Sein durchdringender Blick löste etwas in ihr aus und sie fragte sich, wie oft er sie hatte sterben sehen. Sie hob den Kopf und schaute auf ihn herab, wie er noch immer mit den Augen flehte.
„Was stellst du dir vor, was wir dort tun? Das Feuer im Kamin entfachen und gemütlich eine Flasche Wein trinken?“ bedrängte sie ihn und sah in seinem Blick, dass er nichts dagegen hätte. Auch, wenn alles in ihr gerade sagte, dass sie den Helikopter starten sollte, rang sie innerlich mit sich selbst, denn auch sie fand keinen Grund, der gegen die gerade genannte Vorstellung sprach. Sie zog den Schlüssel zurück und verstaute ihn in ihrer Cargohosentasche. Ein wenig geknickt stieg sie aus dem Heli und beobachtete seinen erleichterten Blick.
Im Keller des Farmhauses ließ sie ihren schweren Rucksack auf den Betonboden knallen und sich selber auf einen alten Holzstuhl. Er knackte verdächtig, doch interessierte sie das nicht. Das gottverdammte Greenhorn hatte Recht gehabt. Eine Auszeit tat gut, auch, wenn sie gerade am Überlegen war, ihn einfach ab zuknallen, wenn er um die Ecke kam. Jedoch verwarf sie den Gedanken, als er tatsächlich, bepackt mit zwei Decken, einem Kissen und dem Kaffeekrug, die Kellertreppe hinunter kam. Den Kaffee reichte er ihr und für einen kurzen Moment umschloss sie seine Finger, als sie nach dem Heißgetränk griff. Ein viel zu kurzer Moment für sie. Er hatte sich seiner schusssicheren Weste entledigt und trug nur noch ein schwarzes T-Shirt, durch das man verschwommen die Muskeln sehen konnte, die er beherbergte. Vorsichtig nippte sie an ihrem Kaffee  und hoffte, dass er sie nicht sah, wenn sie ihn so beobachtete. Mit aller Ruhe breitete er die erste Decke auf dem Boden aus und legte das Kissen darauf. Zufrieden mit seiner Arbeit präsentierte er ihr den neu angelegten Schlafplatz. Ertappt, drehte sie den Kopf weg und starrte die Treppe hinauf.
„Du kannst schlafen, ich übernehme die erste Wache.“ sagte  er und nickt mit dem Kinn in Richtung Boden. Sie sah ihn wieder an, in seiner grau-braunen Augen, die sie freundlich anstrahlten und erhob sich schließlich, um sich auf der Decke erneut niederzulassen. Die zweite Decke legte er neben sie, wobei er nicht bemerkte, dass sie es genossen hätte, wäre er der Jenige gewesen, der ihr diese Decke umlegte. Er hingegen setzte sich einen Meter von ihr entfernt an die kalte Betonwand, wo er sie und die Treppe gut sehen konnte. Sie nahm die Decke, wickelte sich ein und drehte sich von ihm weg und schloss die Augen, bis sie endlich einschlief.  
Das unverkennbare Geräusch, was Reibung von Haut auf Haut ergibt, und unregelmäßiges stockendes Atmen rissen sie aus dem Schlaf. Beinahe hätte sie losgebrüllt, was dieses perverse Gehabe soll, jedoch entdeckte sie ihn, immer noch an der Wand gekauert. Er rieb die Hände über die Teile der Arme, die nicht vom Stoff des dünnen T-Shirts bedeckt waren. Sein Atem verwandelte sich sofort zu Dunst, sobald er seinen Mund verließ. Also fuhr sie sich herunter und drehte sich langsam um.
„Dir ist kalt!“ bemerkte sie. Er sah sie an und nickte nur leicht.
„Es geht schon, schlaf weiter!“ sagte er und schaute starr auf die Treppe.
„Komm her!“ sagte sie ruhig und hielt die Hand nach ihm aus. Hin und hergerissen entschied er sich, ihrer Aufforderung zu folgen. Er stand auf, ging einen Schritt und blieb vor der Decke stehen, die sie ihm gastfreundlich aufhielt.
„Na komm! Ehe ich es mir anders überlege…“ drängelte sie und er ließ es geschehen. Er wehrte sich nicht, als sie ihn die letzten Zentimeter nach unten zu sich zog. Eher atmete er angespannt aus, als er sich versuchte zu entspannen.
„Was ist los Cage?“ fragte sie ihn misstrauisch. Er lag und starrte an die Decke.
„Los, Zeig es mir!“ befahl sie ihm und er hob sein T-Shirt.
„Es ist nur eine Prellung vom Exo-Anzug, glaub mir!“ sagte er und sie zog die Pistole, um sie an seinen Kopf zu halten. Er hielt sie so tapsig auf, wie er es immer tat.
„Hey, warte! Nein, bitte nicht!“ flehte er, setzte sich auf und hob die Hände.
„Tu es nicht. Nicht jetzt.“ Versuchte er sie zu besänftigen und sie ließ die Pistole sinken, während sie ihm in das von Dreck, Blut und Kratzern übersäte Gesicht sah. Sie überlegte und hob erneut die Waffe, bevor sie aber abdrücken konnte kam er ihr zuvor und drückte seine rauen, trockenen Lippen auf ihre. Perplex, weiteten sich ihre Augen, ein Schlag in sein Genick hielt ihn davon ab, weiter zu machen. Sie schoss doch er konnte sich noch rechtzeitig hinter eine Kiste rollen.
„Mir geht’s gut!“ brüllte er.
„Verletzt nützt du uns nichts!“ brüllte sie zurück und warf einen alten Backstein auf die Kiste, sodass er gezwungen war, wieder nach vorn zu rollen, wo sie ihn mit einem Tritt ins Gesicht begrüßte. Sie hatte nur noch eine Patrone, wollte also auf Nummer sicher gehen und schlug nochmal kräftig zu. Er wehrte ihren Schlag ab, indem er sie nach unten zog, dort trat sie ihm allerdings in die Rippen und er ging ächzend zu Boden, auf dem sie ihn auch festnagelte. Mit letzter Kraft schlug er ihr die Pistole aus der Hand und rollte sich über sie, wo er sie mit seinem Gewicht fixierte. Ihre Beine palzierte er zwischen seinen und drückte zu. Ihre Arme hielt er mit seinen Händen über ihrem Kopf in Schach. Sie stemmte sich ihm entgegen, nutzte ihre ganze Kraft, nur um ihn von sich runter zubekommen. Als er sich jedoch komplett auf sie fallen ließ und nur ihre Beine und Arme noch festhielt, den Rest lediglich mit seinem Körpergewicht regelte, wusste sie, dass sie keine Chance hatte und zuckte nur noch einige kurze, vergebliche Male.
Nun lagen sie schwer atmend Brust an Brust, mit den Gesichtern nebeneinander. Er hatte die Augen geschlossen, um sich vom Schock zu erholen, sie starrte, wütend über ihre Niederlage gegenüber einem Greenhorn, an die Decke.
„Tu mir den Gefallen. Wir sind so weit gekommen. Lass mich die Verletzung ansehen und, wenn ich morgen noch immer lahm sein sollte, kannst du mich erschießen. Deal?“  erklärte er und hob dabei seinen Kopf seitlich an, sodass die Gesichter nur noch wenige Millimeter  trennten.  Sie sah ihm direkt in die Augen, welche er so freundlich, wie möglich erscheinen ließ. Dann drehte sie den Kopf beiseite und nickte.
„Gut… kann ich dich wieder loslassen?“ vergewisserte er sich.  
Sie überlegte und kam zu einer Antwort: „Nein!“ flüsterte sie und schob ihr Gesicht zu seinem, wo sie ihn mit weichen, rosigen Lippen empfing. Er wiedergab ihren Kuss und stemmte sich dagegen, bis sie sich langsam von seinen Lippen, dessen untere sie mit ihren Zähnen noch kurz festhielt, löste.
„Zieh das T-Shirt aus!“ sagte sie ihm und bekam einen verschrobenen Blick zurück.
„Doch nicht dafür!“ berichtigte sie sich und er lockerte seinen Griff um ihre Handgelenke. Danach stieg er auch langsam von ihren Beinen auf und präsentierte seine volle Größe, der am Boden liegenden Frau, die ihre letzte Aussage fast bereute. Mit einem kräftigen Zug zog er das Shirt über seinen Kopf und sah direkt danach auf die blau angelaufene Stelle seiner Brust, die er tatsächlich vom Exo-Anzug erhalten hatte. Jedoch war das Blaue nur eine Umrandung für eine Verbrennung und der Tritt in die Rippen war auch nicht sonderlich beitragend. Er atmete tief aus und stellte sich breit vor sie hin, als sie die Pistole geholt hatte.
„Na los! Erschieß mich!“ sagte er ergeben und gestikulierte mit den Händen.
„Der Deal war morgen. Ich halte mich an Abmachungen.“ Sagte sie und lächelte zum ersten Mal. Zumindest  in seiner Anwesenheit. So etwas Schönes hatte er schon lang nicht mehr gesehen.
„Los, leg dich hin!“ sagte sie und deutete auf das von ihm aufgestellte Schlafplätzchen. Verwirrt sah er sie an, ging dann aber doch ihrer Ansage nach und legte sich auf den Boden.
Sie kniete sich neben ihn und begutachtete die Wunde, die tief ins Fleisch geschritten war. Mit etwas Wasser aus ihrer Feldflasche und seinem T-Shirt tupfte sie die Verletzung ab, was allerdings mit weniger freundlichen Brummen seinerseits gehandhabt wurde.
„Ist gleich vorbei!“ beruhigte sie ihn und griff sanft an seinen Nacken um den Kopf zu stützen. Er sah sie an und wusste, dass es vorbei war, genau, wie sie es wusste. Also ließ sie das T-Shirt sinken. Erschöpft warf er wieder den Kopf zurück und starrte an die Decke. Er rechnete damit, dass sie die Waffe zog und ihn umgehend wieder zurückschießen würde. Doch es kam anders. Sie zog die Waffe, legte sie aber beiseite, um sich selbst bequemer legen zu können. Sie legte sich neben ihn und hörte seinen Herzschlag, als ihr Kopf auf seiner Brust seinen Platz fand. Er war gleichmäßig und beruhigte sich mit der Zeit.
„Ich hoffe du schaffst das auch das nächste Mal.“ Flüsterte sie und hob seinen Arm, um sich darüber an seine Seite zu legen.
Gleichmäßiges Atmen. Ein Kuss. Ein Schuss.
THE END
 
 
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