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von Ukizilla
GeschichteRomanze / P18 Slash
Kuramochi Youichi Miyuki Kazuya
28.12.2016
28.12.2016
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Das laute Piepen des Weckers riss den Braunhaarigen aus seinem Schlaf, der schnell seine Hand Richtung Nachttisch wandern ließ, wo er nun blind nach dem Wecker tastete und diesen zum Glück auch schnell fand und ruhigstellen konnte. Müde rieb die Hand nun über die Augen als er sich langsam aufsetze und gegen die Helligkeit anblinzelte. Kazuyas Blick wanderte durch die neue und so befremdliche Umgebung seiner ersten eigenen Wohnung. Es war schon seltsam, dass nun die Schule vorbei war und er einen Profivertrag hatte, ebenso wie nun diese Wohnung. Das echte Leben eines Erwachsenen eben.

Schon wieder hatte der Traum an die Ereignisse von dem Jahreswechsel und den Monaten danach ihn heute Nacht den sicheren Schlaf geraubt und sicher würde Miyuki noch einige Zeit brauchen bis es wieder alles gut war, doch immerhin war er auf dem richtigen Weg und wie zur Bestätigung hörte er einen leisen Laut unter der Bettdecke und die Arme, die eben noch locker um seiner Hüfte gelegen hatten wurden von den warmen Bettgast genutzt um sich noch dichter an Kazuya zu pressen. Vorsichtig schlug dieser die Decke nun etwas zurück um nachzusehen wie es dem Anderen ging und dieser lag zusammengerollte mit dem Kopf fast schon auf Miyukis Schoß, der nun sogleich grinste. „Wo habe ich nur gestern eigentlich meine Brille hingelegt?“, murmelte er fragend zu sich selbst und erneut kam ein murrender Ton von dem Kleineren unter der Decke.

Der Catcher konnte nicht anders als ihn nun in die Wange zu zwicken, doch leider war der vermeintlich Schlafende wohl nicht so tief am Schlafen wie gedacht, denn sogleich biss er sanft in die Finger des Braunhaarigen. „Aua, bist du jetzt schon ein Haifisch?“, meinte dieser dennoch lachend, denn immerhin war des Biss ja nicht fest. „Steh lieber auf und mach Frühstück oder erinnerst du dich nicht mehr an die Absprache?“, murrte Youichi nun wieder und Miyuki fing laut an zu lachen. „Würde ich ja, aber erstens brauche ich dafür immer noch meine Brille und zweitens umklammerst du mich so sehr, dass ich gar nicht gehen kann. Ist dir etwa immer noch kalt?“ Sanft streichelte er nun durch die Haare seines Freundes und erneut fiel Youichi auf wie viel der Catcher doch reden konnte, wenn es ihm gut ging. Ein schönes Gefühl, dass er dafür verantwortlich war.

Mit einem leisen Seufzer erhob sich nun auch Kuramochi halb und streckte erstmal seine Knochen durch. „Die Brille liegt auf meiner Seite, wo du sie gestern hingelegt hast und ja, mir ist noch kalt.“ Schnell hielt er Miyuki die Brille nun hin damit dieser sie aufsetzten konnte und sprach dann auch sogleich weiter. „Erinnere mich daran, dass ich diesen dummen Vermieter nachher zur Sau mache. Eine Wohnung vermieten und dann geht nicht mal das warme Wasser oder die Heizung? Alter… ich hätte mir gestern unter der Dusche den Tod holen können.“ Anscheinend hatte Youichi immer noch schlechte Laune, da sein Versuch nach dem Umzug und dem Streichen in ihrer gemeinsamen WG, so nannten sie es zumindest nach außen hin, eine heiße Dusche zu bekommen kläglich gescheitert war. Völlig erfroren war er dann zu dem Catcher ins Bett gekrabbelt, der eigentlich nach dem Shortstop in die Dusche wollte, aber es dann sein gelassen hatte.

Sie hatten Beide einen Profivertrag bei gleichen Team erhalten und teilten sich nun eine Wohnung. Offiziell eine WG und deshalb hatte auch jeder von ihnen ein eigenes Schlafzimmer. An sich so oder so keine schlechte Idee, denn immerhin würden sie dann auch mal ihre Ruhe voneinander haben können, falls es wieder Streit gab.

Miyuki hatte sich inzwischen aus dem Bett erhoben und grinste nun zu Kuramochi während er sich etwas überzog. „So, so… ich dachte immer, dass du ein starker Kerl bist und nicht so schnell stirbst, aber bitte… soll ich den Notarzt rufen und von deinen Erfrierungen erzählen? Oder lieber gleich die Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten?“, neckte Kazuya, der schon immer ein Morgenmensch war, im Gegensatz zu Youichi, der ihn nun prompt ein Kissen entgegenwarf. Kazuya wich diesem lachend aus und verschwand auch schon lieber in Richtung Küche, denn immerhin hatte er quasi fast alle Kochaufgaben übernommen, was wohl auch besser war. Schnell band er sich die Schürze um und fing auch sogleich an alle Zutaten zu sammeln, was auch recht zügig ging bei dem Wenigen was sie im Haus hatten.

Gähnend schlich sich nun ein nur in Boxershorts bekleideter Youichi an ihm vorbei ins Bad und Kazuyas Gedanken fingen an erneut zurück zu wandern. Um ein Haar hatte er ihn für immer verloren…

Youichi hatte einige Schritte in Richtung Ausgang gemacht um den Trainingsplatz zu verlassen und doch konnte er es nicht. Plötzlich war der Grünhaarige stehen geblieben und hatte seinen Kopf sinken lassen. Auch wenn Mei Miyuki einfach so geküsst hatte, so war er auch mit daran Schuld. Dennoch hatte Kazuya Recht und es war nicht fair ihn fallen zu lassen. Die Gedanken rasten in Youichis Kopf. Er liebte den Catcher immer noch und auch wenn er verletzt war, so wusste er nach diesem Geständnis, dass der Braunhaarige ihn auch liebte. Langsam drehte er sich um und ging zurück auf Kazuya zu, der dies jedoch nicht bemerkte und noch immer weinend dahockte.

Vor diesem angekommen ging Youichi nun selbst etwas in die Hocke und nahm Kazuyas Hand in seine. Sogleich schaute dieser auf und seine Augen funkelten und doch sah man die deutliche Verwunderung in diesen. „Komm, du solltest nicht so hier hocken und weinen.“ Mehr sagte Youichi nicht und doch waren es fast die schönsten Worte, die Miyuki je gehört hatte. Kurz darauf wurde er auch schon von Kuramochi auf die Beine gezogen und dann hinter diesem her. Noch immer hielten sie Händchen und Youichi ging voraus. Wann war dieser so männlich geworden, fragte sich nun Kazuya und stolperte ihm förmlich nach, immer den breiten und starken Rücken des Shortstops vor Augen.

Youichi führte Miyuki nun in sein Zimmer und dort schlang er als erstes seine Arme um den Catcher. „Du wirst die Nummer von Mei blockieren und löschen. Ich erlaube keinen einzigen weiteren Kontakt mehr. Weihnachten wirst du nur noch mit mir verbringen und jeden anderen Feiertag auch, verstanden?“, meinte Youichi dominant und auch wenn Kazuya sein Gesicht nicht sehen konnte, so wusste er, dass er sicher finster schaute und doch war der Braunhaarige froh. Er presste Kuramochi fester an sich und sein verheultes Gesicht somit tiefer in dessen Shirt. „Es gibt nur noch dich für mich.“, murmelte der Kapitän untypisch und noch immer wollten die Tränen nicht stoppen, die er wohl schon jahrelang zurückgehalten hatte. Auch ohne viele Worte verstanden sie sich und langsam fing Youichi, dessen Wut langsam ganz weg war nachdem er nun Miyuki so gebrochen gesehen hatte, an den Rücken des Catchers zu streicheln. So legten sie sich aufs Bett bis Kazuya dann irgendwann unter seinen Tränen eng an Youichi geklammert und in dessen Shirt festgekrallt einschlief.

„Du sollst doch Essen machen und nicht vor dich hinträumen.“, ertönte plötzlich die Stimme des Grünhaarigen, der sogleich seine Arme von hinten um den Bauch von Kazuya schlang und diesen auf den Hals küsste. Erst diese Worte hatten Miyuki wieder zurück ins Hier und Jetzt geholt und die Erinnerungen verdrängt. „Ist ja auch gleich soweit und dann können wir heute die letzten Sachen abholen, müssen zum Vermieter damit du warmes Wasser bekommst und einkaufen.“, zählte Miyuki auf, der dieses neue Gefühl mochte nun richtig mit jemanden zusammen zu leben den er liebte, auch wenn er wusste, dass sicher noch einige neue Schwierigkeiten mit der Zeit auf sie zukommen würden.