Naughty or Nice?

OneshotAllgemein / P12
26.12.2016
26.12.2016
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Halli Hallo! Frohe Weihnachten nachträglich euch allen.
Dieses Jahr gab es keine Weihnachtsgeschichte von mir, oder zumindest keine pünktliche. Das hier ist mein jährlicher Weihnachts-Oneshot, aber in ein bisschen anders. Denn... dies ist ein Wichtelgeschenk! Und zwar für meine liebe Remy, aka DrummerGirl.
Ich weiß, ich weiß, das hier ist weder ein Avatar, noch ein Criminal Minds Beitrag, aber ich hoffe, er gefällt dir trotzdem (kleiner Teaser für dich, bis das andere Kapitel aus der Beta kommt ;D)
Einen Link zu einer Forenseite gibt es hier nicht zu finden, da es ein freundesinternes Wichteln war. Wen die anderen Beiträge interessieren, kann ja später noch mal auf mein Profil gucken, ich werde eine Favoritenliste anlegen.  

Dieses Kapitel ist ungebetat. Alle Fehler sind meine, und ich bitte darum, wenn man welche findet: sagt es mir, damit ich sie korrigieren kann.
Und Romantikfans seien gewarnt, der OS ist nicht das, was ich als romantisch bezeichnen würde.
Am Ende des Kapitels werdet ihr noch einmal einen Link finden mit einer "Fortsetzung" dieses Kapitels.

Viel Spaß, und guten Rutsch ins neue Jahr! :)

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»I just want you for my own, more than you could ever know, make my wish come true, all I want for Christmaaas iiis yooouuu…«
»Geht es noch nerviger? Vielleicht mit, Jingle Bells, oder Last Christmas?«, knurrte James genervt. Fucking Weihnachtslieder, mussten die alle so nervtötend sein? Fucking Weihnachten allgemein, wem zur Hölle machte es Spaß, stundenlang in vollen Läden nach Geschenken zu suchen, die entweder kitschig, einfallslos oder nichtssagend waren und am Ende eh in irgendeiner Kiste im Keller landeten.
Nur mühsam beherrschte er sich, als er schon wieder angerempelt wurde und beinahe seinen Glühwein verschüttete. Warum zum Teufel hatte er sich noch mal von seinen Kollegen – die ihm tierisch auf die Nerven gingen – auf den Weihnachtsmarkt schleppen lassen? Jetzt fror er sich hier den Arsch ab, während die ach-so-geschätzten Kollegen sich amüsierten und immer betrunkener wurden.
Juchu, wie er das alles liebte.
»He’s making a list, he’s checking it twice, he’s gonna find out who’s naughty or nice, Santa Claus is coming to town.«
Fast hätte James bei der Ironie dieses Liedes laut aufgelacht. You're tellin' me, huh?, dachte er amüsiert bei dem Gedanken daran, wo er jetzt wäre, wenn seine werten Kollegen nicht seine Pläne geändert hätten. Ganz sicher wäre er nicht hier, ein Getränk schlürfend, das er nicht mal mochte, mit Menschen, die er verachtete, in einer Menschenmenge, was er hasste, Weihnachtslieder hörend, die ihn in den Wahnsinn trieben. Gott, er war kurz vorm Austicken.
Gereizt guckte er auf seine Armbanduhr. Seit einer Stunde stand er nun schon hier – bestimmt konnte er sich mittlerweile mit irgendeiner Entschuldigung verabschieden und seinem Sofa entgegeneilen. Oder einer Essensbude, dagegen hätte er auch nichts einzuwenden.
Schon wieder ein neues Weihnachtslied, legten die es extra darauf an, ihm auf die Nerven zu gehen? Er musste hier weg, bevor er noch einen Mord beging – bevorzugt an demjenigen, der hier die Musik auflegte. Sollte er sich mit seinem Hund entschuldigen? Ach ne, er hatte ja keinen, zu haarig. Seine Frau erwartete ihn? Nein, sie wussten, dass er unverheiratet war. Ach, scheiß drauf, einfach simpel halten.
»Hey, Leute«, rief er seinen Kollegen zu, die in eine Diskussion über die Gesundheitsschädlichkeit von Sonnenbänken vertieft waren. Was? Egal, interessierte ihn eh nicht. Die Arschlöcher sahen nicht einmal auf, als er sie rief. »Ich muss los, hab noch was vor. Macht euch noch einen schönen Abend, wir sehen uns Montag!« Leider, fügte er gedanklich hinzu.
Einzig Sascha sah auf und schenkte ihm ein bedauerndes »Jetzt schon?« Schade, dass er nicht auf Blondinen stand, er vermutete nämlich, dass er Sascha sehr gut gefiel. Er hätte so leichtes Spiel bei ihr… zu leicht. Sie langweilte ihn.
»Ja, tut mir leid«, murmelte er nichtssagend und hob die Hand zu einem halbherzigen Abschiedswinken, das ebenso halbherzig erwidert wurde. Die Wichser konnten ihn alle mal am Arsch lecken, erst schleiften sie ihn hierher, „um die Bände zwischen den Mitarbeitern zu stärken“, dann ignorierten sie ihn. Fuck. You.
Angepisst stapfte er über den Weihnachtsmarkt und gab sein Bestes, um den größten Menschenmassen auszuweichen. Wenn er allerdings etwas zu essen wollte, musste er da wohl oder übel durch, denn bisher war jede einzelne Essensbude gerammelt voll gewesen. Was tat er nicht alles für Essen… Endlich fand er einen Stand, der nicht ganz so voll war (was übersetzt bedeutete, dass er nur fünf statt zehn Minuten anstehen musste) und gab seine Bestellung auf.
Genüsslich schloss er die Augen, als er in seinen heißen, fettigen Reibekuchen biss. Ja, so ließ es sich aushalten, mit Essen im Magen, im Mund, und in der Hand. Was brauchte ein Mann mehr?
Jemanden, um meinen Frust an ihm – oder ihr – auszulassen, dachte James mürrisch. Bevorzugt eine Sie, eine Beziehung war so viel bequemer als immer wieder eine neue Tusse in einer Bar aufzugabeln…Und gratis Essen gab es gleich noch dazu, das beste Gimmick überhaupt. Jemandem eine in die Fresse zu hauen wäre im Moment aber auch nicht schlecht.
Seinen zweiten Reibekuchen essend machte er sich auf den Weg zu seinem Auto. Je schneller er hier wegkam, desto besser, mittlerweile klingelte ihm schon Jingle Bells in den Ohren. Wer zum Teufel suchte die Lieder aus?!
Plötzlich fiel ihm ein schweres Gewicht in den Rücken und warf ihn beinahe zu Boden. Sein Reibekuchen – und sein Angreifer, dem dumpfen Schlag hinter ihm nach – hatten nicht ganz so viel Glück. Resigniert starrte James auf sein verlorenes Essen. Konnte dieser Tag noch schlimmer werden? Er drehte sich um, um dem verdammten Tollpatsch der ihn angerempelt hatte für sein Missgeschick büßen zu lassen, doch als er die Person sah, überdachte er noch einmal seine Wortwahl.
»Verzeihen Sie, Miss, ist alles in Ordnung?«, fragte er und hielt ihr die Hand hin, um ihr aufzuhelfen. Sie sah ihn aus großen Augen erschrocken an und griff danach.
»Oh mein Gott, es tut mir so furchtbar leid! Ich habe nicht aufgepasst und bin mit dem Schuh hängen geblieben, und, äh,  den Rest kennen Sie ja«, entschuldigte sie sich, sobald sie wieder auf ihren Füßen stand. Gewinnend lächelte James. Nur nicht anmerken lassen, wie sauer er noch wegen seinem Reibekuchen war…
»Ist schon in Ordnung, Miss, ist ja nichts passiert«, spielte er die Situation herunter. Verlegen lächelnd senkte die junge Frau den Blick und entdeckte James traurige Überreste eines Essens im dreckigen Schneematsch.
»Oh nein, haben Sie ihr Essen wegen mir fallen lassen? Das tut mir furchtbar leid! Kommen Sie, ich kaufe Ihnen einen neuen Reibekuchen… Der Stand dort drüben?« Ohne Nachzudenken ergriff sie James Hand und zog ihn mit sich. James protestierte, doch er achtete darauf, dass er nicht überzeugend klang. Er war doch nicht so blöd, spendiertes Essen von einer schönen Frau auszuschlagen, und vielleicht konnte er ihr ja ihren Namen und ihre Nummer entlocken. Eine heiße Schnitte war sie jedenfalls, mit ihren dunklen Haaren, ihrer strahlenden Haut und diesen unglaublichen Brüsten. Man, man, man, waren die überhaupt echt?
Schade, dass er das nicht einfach herausfinden konnte, ohne eine riesige Szene zu riskieren.
»Hier, bitte sehr, der geht auf mich«, sagte sie und lächelte James an, der ein genervtes Stöhnen unterdrückte. War sie etwa auch eins dieser Flittchen, die sich ihm praktisch an den Hals warfen? Wo war denn da der Spaß, sie sich zu eigen zu machen, wenn sie allzu willig waren?
Laut sagte er allerdings: »Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, auch wenn das wirklich nicht nötig war. Welcher Mann würde sich beschweren, von einer Schönheit wie Sie angefallen zu werden?«
Skeptisch zog sie eine Augenbraue hoch. »Jetzt schmeicheln Sie mir aber.«
»Aber natürlich«, zog James sie auf und bot ihr einen Bissen seines Reibekuchens an. Warum hatte sie sich nicht selbst auch einen gekauft, dann hätte er das jetzt nicht tun müssen…
Aber er wollte sie, also würde er tun, was nötig war.
Die Frau lachte und blieb bei ihm, als er langsam über den Markt schlenderte. Sehr gut, dann konnte er ja weitergehen… »Würden Sie mir Ihren Namen verraten?«
»Nein«, schmunzelte die Frau. James unterdrückte den Anflug von Wut, der sich Luft machen wollte. Wie bitte? Nein? Gleichzeitig konnte er nicht anders, als zu bemerken, wie sein Interesse an ihr stieg. „Nein“ weckte in ihm ganz eindeutig den Drang, dieses Wörtchen in ein atemlos gehauchtes „Ja“ zu verwandeln, mehr noch, sie um seine Gunst betteln zu lassen.
Ihren Willen zu seinem zu machen.
Oh ja, er wollte diese Frau, und er würde sie haben.
Sie würde ganz alleine seins sein.  
»Aber… Sie können ihn sich verdienen, wenn Sie wollen«, fügte sie hinzu. »Und bis dahin… ist das hier meine Handynummer.« Sie drückte ihm einen Zettel mit einer hastig hingekritzelten Nummer in die Hand und lächelte scheu. Oh ja, diese Frau war widersprüchlich und interessant, das konnte er nicht bestreiten.
Er konnte es kaum erwarten, bis sie sein war.
»I just want you for my own, more than you could ever know, make my wish come true, all I want for Christmas is you…«
»Ernsthaft, schon wieder?«, knurrte James statt einer Antwort, im selben Moment in dem sein Zielobjekt entnervt »Nicht das schon wieder« stöhnte. Sie stockten und sahen sich an. Langsam breitete sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht aus, und dann lachte sie aus vollem Hals. James konnte nicht anders als leise mitzulachen.
Immerhin, auf Weihnachtslieder stand sie wohl auch nicht so. Bis heute Nachmittag hätte er nie gedacht, dass ihn das anziehen würde.
»Aaalsoo«, sagte sie gedehnt, nachdem sie sich beruhigt hatte, und sah ihn erwartungsvoll an. Was? Ach ja, ihre Nummer.
»Das Angebot nehme ich doch gerne an. Es geht doch nichts um ein kleines Spiel Katz und Maus, finden Sie nicht auch?« Und du bist die Maus, meine Süße, dachte er vorfreudig. Es würde ihm ein Vergnügen sein, sie zu jagen.
»Unbedingt. Also dann, ich muss mal wieder zurück zu meinen Freundinnen, sie suchen mich bestimmt schon. Schönen Abend noch!«, wünschte sie ihm und winkte ihm lachend zu, während sie ihr Handy zückte, wahrscheinlich um besagte Freundinnen zu kontaktieren.
James tat so, als würde er in eine andere Richtung davongehen und dort die Auslage eines Standes genauer in Augenschein nehmen, doch in Wahrheit beobachtete er seine Auserwählte. Als sie sich in Bewegung setzte, folgte er ihr unauffällig in einigem Abstand, bis sie vor dem großen Weihnachtsbaum im Zentrum des Marktes stehen blieb und sich suchend umsah. Schließlich schien sie zu finden, wen sie suchte, denn sie lief auf zwei andere junge Frauen zu und blieb vor ihnen stehen.
James ging näher und blieb verborgen von einer Zuckerwattebude stehen, doch diese verdammte Musik und die Gespräche der anderen Menschen verhinderten, dass er dem lauschen konnte, was sie sagten. Er schnappte hier und da etwas auf, doch nichts Interessantes. Gerade wollte er sich zurückziehen, als ein Name fiel. Hannah.
Hannah. Genüsslich ließ er sich den Namen auf der Zunge zergehen. Natürlich konnte jede der drei Frauen so heißen, doch da es eine der Freundinnen gesagt hatte, hoffte er einfach darauf, dass sie sein Mädchen damit angesprochen hatte. Der Name klang gut, er gefiel ihm. Er beschloss, sie vorerst in Gedanken so zu nennen, dann hatte er immerhin einen Namen für sie.
Hannah.
Mit schnellen Schritten ging James davon, auf nach Hause, um der Kälte und den Menschenmengen zu entkommen. In Gedanken schmiedete er bereits Pläne für seine nächsten Schritte.
Hannah würde ihm gehören, daran hegte er keinerlei Zweifel. Und wenn es erst einmal so weit war… Vorfreudig lächelte James in sich hinein. Er konnte es kaum erwarten.
Bald.
Oh ja, bald.
»Last Christmas, I gave you my heart, but the very next day you gave it away!«
»Ach fuck you!«, fluchte er und zog sich seine Mütze tiefer über seine Ohren.

»This year, to save me from tears, I’ll give it to someone special…«



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Dieser Oneshot ist ein Prequel zu meinem 17 Morde Projektbeitrag Einer nach dem anderen. Ich würde mich freuen, wenn ihr dort vorbeiseht, doch seid gewarnt - es ist nicht Friede-Freude-Eierkuchen. Wer diese Geschichte lieber Open End haben möchte, ist gerne dazu eingeladen, ansonsten freue ich mich über euren Besuch!

Liebe Grüße,
~ Nightstorm
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