All that glistens - Niffler's Christmas

von smoo500
GeschichteHumor, Fantasy / P12
Newt Scamander
26.12.2016
26.12.2016
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Hallo, liebe Leser :)
Ich wünsche euch allen noch besinnliche restliche Weihnachten und natürlich viel Spaß beim Lesen meines kleinen One-Shots :)

LG Toni :)

Diclaimer: Phantastische Tierwesen und deren Charaktere gehören mir nicht und ich verdiene kein Geld mit dieser FF.

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Der Schnee rieselte sanft auf die Erde hernieder und ließ New York City in einem herrlichen Weiß erstrahlen.
Es war durchaus nicht übertrieben den Anblick, den Big Apple an diesem Abend bot, als magisch zu bezeichnen. Der Himmel wurde von einem prächtigen Abendrot geziert, das wirkte, als sei es direkt einem Märchenbuch entsprungen:
Die verschiedenen Rottöne – von orange und pink über hellrot bis zu einem kräftigen weinrot – malten ein harmonisches Bild an den Himmel, das selbst van Gogh persönlich nicht so wunderschön auf eine Leinwand hätte bringen können.
Ausnahmsweise waren die Wege fast menschenleer – nur vereinzelt sah man einige Menschen hektisch durch die Straßen eilen: Vermutlich waren sie in Eile noch rechtzeitig zu ihren Familien nach Hause zu kommen, um Weihnachten, das Fest der Liebe, zu feiern.
Von Zeit zu Zeit konnte man zudem noch einen hell erleuchteten Jazz-Club sehen, aus dem einige Stimmung machende Musik hervordrang.
Ansonsten lag über New York City eine besinnliche Ruhe und Stille.
Nun… Vermutlich wäre die Bezeichnung hatte gelegen wesentlich angebrachter, denn ein einzelner Zauberer rannte gestresst durch die Straßen, als verfolge er etwas. Sein Atem ging schnell und seine hellbraunen Haare leuchteten im Licht der unzähligen Weihnachtsdekorationen, während er mühsam versuchte sein Gleichgewicht auf dem rutschigen, vom Eis gefrorenen Boden zu halten. Er trug eine blaue Jacke, die im Wind wehte, während er angestrengt ein Geschöpf verfolgte und immer wieder erfolglos einige Worte murmelte, die ein Muggel – oder No-Maj, wie sie in den USA bezeichnet wurden – nicht verstanden hätte.
Er hatte seine Hand fest um den Zauberstab geschlossen, um das Chaos, das das kleine Geschöpf, das eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Maulwurf aufwies, zu beseitigen.
Jedes Mal, wenn er es fast erwischt hatte, schlug es geschickt einige Haken, um ihm zu entkommen und hatte nichtsdestotrotz während der Verfolgungsjagd offensichtlich noch genügend Zeit, eine nicht gerade geringe Menge glitzernden Weihnachtsschmuck mitgehen zu lassen.
Der Zauberer, der auf den Namen Newt Scamander hörte, fuhr sich gestresst durch seine kurzen Haare, während er überlegte, wie es – erneut – soweit hatte kommen können:
Irgendwie schaffte es der Niffler – so hieß das kleine Geschöpf, das er verfolgte – immer wieder aus seinem braunen Koffer, den er stets bei sich hatte und dessen Griff er mit seiner anderen Hand fest umschlossen hielt, zu entkommen.
Irgendwann hatte er es aufgegeben, die Fluchtversuche des Nifflers zu zählen.
Obwohl der Niffler ihm eine ganze Menge Ärger bereitete, konnte er ihm dennoch nie lange böse sein – genauso wenig wie irgendeinem anderen seiner phantastischen Tierwesen, die er in seinem Koffer mit sich herumtrug.


Er war gerade auf dem Weg zum Haus der Goldstein-Schwestern Tina und Queenie, die ihn für Weihnachten zu sich eingeladen hatten, als er gemerkt hatte, dass irgendetwas nicht gestimmt hatte.
Zunächst hatte er vermutet, sich die seltsame, klirrende Geräuschkulisse, die sich hinter ihm abspielte, nur einzubilden, bis er sich umgedreht hatte, und entdeckt hatte, wie der Niffler fröhlich und völlig unbeeindruckt von seinem bösen Blick sich entlang der Lichterketten gehangelt, sich allerlei Weihnachtskugeln in den verschiedensten Farben – rot, blau und besonders die goldenen – in seinen Bauch gestopft und dabei einen äußerst mit sich selbst zufriedenen Anblick geboten hatte.
Newt war für einen Moment so verdattert gewesen – obwohl er die kleinen Ausbrüche des Nifflers inzwischen gewöhnt sein müsste – dass er den Niffler für einige Sekunden nur beobachtet hatte, bevor er mit einigen schnellen Schritten nach vorne trat, um ihn zu packen.
Allerdings hatte der Niffler genau diesen kleinen Moment der Schwäche ausgenutzt und war ihm um Haaresbreite entwicht und davon geschossen, um sich an den weiteren glänzenden Dingen, die es heute zu überhauf zu geben schien, zu laben. Weihnachten musste für den Niffler tatsächlich ein ganz besonders beeindruckendes Fest sein.
„Reparo“, hatte Newt seufzend gemurmelt, um die Schneise der Verwüstung, die der Niffler hinter sich herzog, wieder in Ordnung zu bringen. Wie von Zauberhand waren die verrutschten Lichterketten sowie einige Dachziegel, die sich vom Dach des Hauses gelöst hatten, wieder an ihren ursprünglichen Ort gerückt und die zerbrochenen Anhänger wurden wieder in den Zustand vor ihrer Zerstörung versetzt.


Und nun befand er sich hier und rannte seinem kleinen Freund hinterher, der anscheinend immer geschickter darin wurde, sich vor ihm zu verstecken.
Newt hielt für einen Moment inne und lauschte: Bis vor einigen Sekunden hatte er noch das leise Trippeln der Füße des Nifflers vernommen, doch nun waren das Heulen des Windes und sein keuchender Atem die einzigen Geräusche, die er im Moment vernahm.
Prüfend observierte sein Blick die Umgebung – eine weitere Sache, die er festgestellt hatte, war die Tatsache, dass der Niffler auch äußerst talentiert darin war, sich zu verstecken…
Newt befand sich momentan in einer kleinen Seitenstraße mit einigen Mietshäusern, die aus offensichtlichen Gründen weniger üppig geschmückt waren, und einem kleinen Laden, der offensichtlich vollkommen sichergehen wollte, dass er von niemandem übersehen wurde und dessen leuchtender Anblick fast seine Augen schmerzen ließ.
Vor dem Laden thronte zudem ein mächtiger Weihnachtsbaum, der mit allerlei schillernden Kugeln, Engeln und Perlenketten ausgestattet war, doch das wohl Beeindruckendste an ihm war der goldene Stern, der seine Spitze schmückte.
Newt trat näher an den Baum heran und setzte einen möglichst scheinheiligen Blick auf, während er ihn genauer scannte und schließlich den Niffler, der gerade eine silberne Kugel an seine Brust drückte und vollkommen stillhielt, zwischen zwei Ästen verborgen entdeckte.
„Hm, hier scheint er nicht zu sein“, meinte Newt nachdenklich und näherte sich dem Baum noch ein Stück mehr, bevor er blitzschnell mit einer Hand hervorschoss, um sich endlich den Niffler zu schnappen und seine Hand sich schließlich… nur um Luft schloss?
Verwirrt hielt er inne und blickte den Baum, den er auf eine Höhe von etwas mehr als zwei Meter schätzte, empor, den der Niffler gerade nach oben flitzte, um sich das Glanzstück des funkelnden grünen Ungetüms zu schnappen.
Verzweifelt fischte Newt mit seiner Hand nach ihm, aber er entglitt ihm immer doch wieder, bis schließlich ein regelrechtes Gerangel zwischen den dreien – ihm, dem Niffler und dem Baum – entstand, in dessen Folge Newt schließlich den Kampf gegen das Eis verlor und den Baum mitsamt dem Niffler mit sich nach unten riss, den er nun – endlich! – im Fallen doch noch zu fassen bekam.
Außer Atem rappelte er sich auf, klopfte sich den Staub von der Jacke (wobei er stets den Niffler fest umschlossen hielt) und prüfte, ob sein Koffer sich noch in einem fest verschlossenen Zustand befand (dem war glücklicherweise so), bevor er die Bescherung – im wahrsten Sinne des Wortes – vor sich genauer betrachtete.
Ein kleiner Seufzer entwich ihm und er blickte den Niffler streng an, der seinem Blick auswich, woraufhin er zunächst den Inhalt des Beutels des Kleinen ausschüttete, aus dem allerlei glitzernder Weihnachtsschmuck zum Vorschein kam.
Trotz der ernsten Situation konnte Newt sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen: Der Niffler würde sich wohl nie ändern.
Dennoch musste er ihm klarmachen, wie unangebracht sein Verhalten war und warf ihm erneut einen äußerst strengen Blick zu. „Tu das nie wieder“, meinte er, auch wenn er wusste, dass es sowieso nicht des Nifflers letztes Mal gewesen sein sollte.
„Reparo“, murmelte Newt erneut und der Weihnachtsbaum richtete sich wieder auf und der Schmuck flog zurück an seinen ursprünglichen Ort. Fast wirkte es, als sei nichts passiert.
Nur eine Sache wirkte anders als vorher. Newt runzelte verwirrt die Stirn, bevor es ihm auffiel: Die Spitze des Baumes war leer.
Er warf einen Blick zu dem Niffler in seiner Hand und bemerkte erst jetzt, dass dieser immer noch den funkelnden Stern umschlossen hielt. Newt konnte sich nicht erinnern, dass der Niffler ihn je so flehend angeblickt hatte.
Ein kleiner Seufzer entwich ihm und er spürte, wie er schwach wurde: „Gut, du darfst ihn behalten. Aber bloß, weil Weihnachten ist! Das ist eine absolute Ausnah…“. Bevor Newt seinen Satz beenden könnte, spürte er, wie sich der Niffler dankbar fest an ihn drückte und ein Lächeln ergriff von seinen Lippen Besitz.
Letztendlich lohnte sich all der Aufwand doch. Kein Mensch hatte es je geschafft, ihn so glücklich zu machen, wie seine phantastischen Tierwesen. Sie waren seine Familie.
Er strich sanft über das Fell des Nifflers. „Schon gut“, meinte er immer noch lächelnd.
„Dann packen wir dich mal wieder in den Koffer“, sagte er nach einer Weile. Eine gewisse Traurigkeit ergriff von ihm Besitz, als er den Kleinen im Koffer verschwinden sah. Am liebsten hätte er seine Tierwesen immer um sich, doch er wusste genau, dass dies zu gefährlich war. Aber zumindest würde er sie immer in seinem Koffer – und natürlich seinem Herzen – bei sich tragen.
Und mit diesem Gedanken wurde Newts Griff um seinen Koffer etwas fester und er machte sich durch die einsamen Straßen auf dem Weg zu Tinas und Queenies Haus, während um ihn herum die Schneeflocken sanft zu Boden rieselten.