Different Exorcists

von Narisu
GeschichteAllgemein / P18
25.12.2016
06.01.2019
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„Also dann, ich würde sagen, wir beginnen mit dem Unterricht“, meinte ich und sah, wie meine Gleichaltrigen sich auf ihre Plätze setzten. Nur die beiden Sorgekinder schliefen natürlich noch, sodass ich zu ihnen an den Tisch ging.
„Hey, aufwachen“, meinte ich und stupste den Jungen an der Wange. Dieser schlug meine Hand zurück.
„Ich will noch etwas schlafen“, murmelte er, während das Mädchen aufwachte.
„Wer bist den du?“, meinte die Blondhaarige und starrte daraufhin zu ihrem Bruder.
„Jetzt wird aber nicht geschlafen“, sagte ich etwas lauter zu dem Jungen.
„10 Minuten noch“, murmelte er wieder. Ich musste aufschnaufen und wurde nachdenklich. Irgendwie musste ich den Jungen doch wach bekommen. Mein Blick schweifte im etwas unordentlichen Klassenzimmer umher, bis ich auf dem Regal einen Stapel Bücher entdeckte. Daraufhin stand ich auf und ging zum Regal, von dem ich mir ein paar Bücher nahm. Mit diesen lief ich wieder zu dem Jungen zurück und lief die Bücher eiskalt vor seinem Gesicht auf den Tisch fallen. In diesem Moment schreckte der Braunhaarige von seinem Tisch auf und blickte mir in die Augen.
„Spinnst du?“ fragte er mich leicht angesäuert. „Ich will noch schlafen. Der Unterricht ist doch eh zum Kotzen!“
„Du bist hier, um etwas zum Lernen und nicht zum Schlafen. Also reiß dich zusammen und mach gefälligst mit!“, knurrte ich ihn an.
„Sagt nur eine Schülerin“, meinte er, nahm die Bücher und legte seinen Kopf darauf. Doch kurz darauf kippte er nach vorne weg, da der Tisch in zwei Hälften zusammenbrach und landete mit dem Kopf auf dem Boden auf. Sein Hintern streckte er noch in die Luft.
„Was soll das?“, knurrte er mich an.
„Siehst du doch“, meinte ich gelassen und zog mir meinen Schuh wieder an, den ich beim Tritt auf die Tischkante verloren hab.
„Räum die beiden Teile vom Tisch, sowie die Bücher weg und hol dir bitte einen neuen Tisch von hinten“, meinte ich daraufhin lächelnd und ging wieder nach vorne. Ich hörte dabei, wie der Braunhaarige fluchte, dennoch das machte, was ich von ihm sagte.
„Darf ich wissen, wie ihr beide heißt?“, fragte ich danach den braunhaarigen Jungen und die Blondine neben ihm.
„Geht dich nix an“, knurrte der Braunhaarige.
„Die beiden heißen Akio und Akira Niwa“, antwortete ein rothaariger Junge einfach für die beiden.
„Du bist ein Verräter!“, brummte Akira den Rothaarigen an.
„Leute, gut jetzt“, mischte ich mich ein. „Ich würde gerne anfangen.“
„Wem interessiert schon Unterricht! Lass uns doch was essen gehen“, rief Akio dazwischen. Ich musste mich echt schwer beherrschen, damit ich hier noch komplett ausflippte und schrieb halt derweil an die Tafel unser erstes Thema. Dabei überlegte ich mir, wie ich diesen Schreihals unter Kontrolle bekommen könnte.
„Können wir nicht einfach Praxisunterricht machen? Das liegt mir eher“, hörte ich Akio nach einer Weile sagen.
„Erst die Theorie, dann die Praxis“, meinte ich zu ihm.
„Ist doch langweilig“, meckerte er.

Leicht verzweifelt schaute ich zur Uhr hoch. Es war erst 10.00 Uhr, kurz vor der großen Pause und ich hatte noch weitere 2,5 Stunden, die ich mit dieser Klasse durchbringen musste.
„Wisst ihr was, wir machen nun Pause, seid bitte um halb elf wieder da“, meinte ich zu der Klasse. Akio und Akira waren die ersten, die von ihren Plätzen aufsprangen. Nach und nach leerte sich die Klasse, sodass ich allein zurück blieb. Ich ließ mich auf den Stuhl zurückfallen und dachte nach. Eine Klasse zu unterrichten war echt nicht einfach und nun konnte ich auch einige Lehrer gut verstehen, dass diese manchmal austickten. Dieser Akio mochte wohl lieber die Praxis, aber es war bekannt, dass man nicht alles ohne Theorie erledigen konnte. Während ich so nachdachte, fiel mir ein altes Erlebnis von mir ein. Damals hatte ich anfangs auch nur Praxis haben wollen und kam dadurch einmal in Gefahr. Ich schloss die Augen und dachte nach.

Es war vor zwei Jahren, da war unser erster Praxisunterricht unten in der Trainingshalle. Der Dämon, gegen den wir trainieren sollten war ein Büffel, der in Flammen stand. Da ich zu dieser Zeit im Unterricht kaum aufpasste, bekam ich einiges über diesen Dämonen nicht mit. Im Training gegen diesen Dämonen bin ich über ihn gesprungen und damit ich ihn dennoch treffen konnte, trat ich ihn auf seinen Hintern. Daraufhin ist der Büffel ausgerastet und hätte mich schier auf seine Hörner genommen. Dabei hatte er mich stark verbrannt. Der Lehrer, der das Fach „Praxis und Theorie im Umgang mit Dämonen“ hatte, konnte mir gerade noch so mein Leben retten. Insgesamt lag ich 5 Wochen mit übelsten Verbrennungen im Krankenhaus auf der Intensivstation und insgesamt 3 weitere Wochen auf einer Reha-Station, ehe ich endlich wieder in die Schule durfte. Dieser Akio wollte seinen Praxisunterricht, denn solle er ohne die Theorie bekommen. Natürlich gab es noch einige unerforschte Dämonen, bei denen es noch keine Theorie gab, aber da gab es immer einen Weg.

Ich verließ das Klassenzimmer und lief direkt zum Rektor. Bevor ich sein Zimmer betrat, klopfte ich brav und anständig. Als er „Herein“ rief, betrat ich auch das Zimmer. Der Rektor war ein etwas in die Jahre gekommener Mann, dennoch war er ein strenger und gütiger Rektor.
„Wie kann ich dir helfen?“, fragte der Rektor mich, während er aus dem Fenster schaute.
„Ich wollte etwas fragen“, meinte ich und blieb beim Pult stehen.
„Ist es wegen Akio Niwa?“, fragte der Rektor.
„Ja, ich wollte fragen, warum ausgerechnet ich diese Klasse unterrichten muss“, fragte ich.
„Nun, ich dachte mir, dass es für die Schüler hilfreich sei, wenn jemand in ihrem Alter diese Klasse unterrichtet. Da nur ein Gleichaltriger das gelernte einfacher überbringen kann, als ein Lehrer. Akio ist so ein Schüler, der einen Tritt in den Hintern braucht, damit er anfängt zu verstehen. Du hattest dieselben Erfahrungen wie er widerwillig machen müssen, dadurch warst du die einzige Schülerin, die ich für diese schwere Aufgabe haben wollte“, erklärte mir der Rektor.
„Ich soll also Akio auf die richtige Bahn lenken, habe ich das richtig verstanden? Warum?“, wollte ich noch wissen.
„Akio und Akira Niwa sind Kinder des Satans. Daike Niwa ist nur der Adoptivbruder von den beiden. Dies darfst du ihnen nicht verraten. Die beiden leiblichen Geschwister wissen bereits über ihre Kräfte Bescheid, allerdings können sie leicht auf die schiefe Bahn geraten“, meinte er noch.
„Darf ich mich dann überhaupt mit einen der Klasse anfreunden oder so?“, fragte ich vorsichtig nach.
„Ja, da du ja nicht wirklich eine Lehrerin bist. Siehe dich einfach als Freund der Klasse an, quasi als Sparringspartner und als eine Vertrauensperson“, antwortete er mir ehrlich.
„Dürfte ich diesem Akio eine Lektion verpassen?“, fragte ich selbstsicher nach. „Dafür müsste ich jetzt in die Praxis gehen und eine Freundin von mir herbeten.“
„Mach es, solange du es für richtig hältst“, sagte mir der Rektor zu.
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