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Ein Brief an meine Tochter

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
Brianna "Bree" Randall/MacKenzie Fraser Claire Beauchamp Randall/Fraser James "Jamie" MacKenzie Fraser
25.12.2016
25.12.2016
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Liebste Tochter

Wenn du diesen Brief liest, bist du alt genug um die Wahrheit zu hören. Die Wahrheit die so folgenschwer, wie auch wunderschön ist. Ich weiss nicht wie ich anfangen soll, vielleicht damit, dass ich mir jeden Tag vorstelle bei dir zu sein. Dich in den Armen zu halten, zu sehen wie du aufwächst und wie du mit jedem Tag schöner wirst.

Als ich deine Mutter das erste Mal traf, wusste ich, dass sie die Frau ist, mit der ich mein Leben verbringen, eine Familie gründen und zusammen alt werden möchte. Doch immer wieder legte uns das Schicksal Steine in den Weg. Manche waren nicht grösser als ein Kieselstein, andere waren Felsbrocken. Gross und im ersten Augenblick unüberwindbar, doch mit geeinter Kraft konnten wir den meisten trotzen.

Der wahrscheinlich grösste Brocken war die Zeit. Ich wusste, dass deine Mutter aus einer anderen Zeit stammte und nur durch die Kraft der Steine in meine Zeit reisen konnte. Die politische Lage war sehr kritisch, es gab Aufstände und sogar Kriege. Vor beidem wollte ich deine Mutter schützen. Immer.

Ich wollte für sie da sein, sie aus jeder Lage befreien, sei sie auch noch so aussichtslos. Und du kannst mir glauben wenn ich sage, dass deine Mutter sich einige Male in Schwierigkeiten gebracht hat. Aber auch sie musste mich einige Male aus misslichen Situationen befreien.

Es gab Zeiten da wusste ich, dass ich das ganze nur überleben werde, weil sie da war. Deine Mutter, oh sie war eine so starke und mutige Frau. Was sie mit Sicherheit auch heute noch ist. Vielleicht noch stärker als damals.

Doch auch wenn wir uns immer wieder gegenseitig gerettet haben, so wusste ich, dass es irgendwann keine andere Lösung geben wird, als deine Mutter zurück in ihre Zeit zu schicken. Innerlich zerriss es mir das Herz, doch ich wusste, dass es irgendwann soweit sein wird.

Und dann kam der Tag. Der Tag an dem ich sie für immer verlieren sollte. Doch ein Silberstreifen am Horizont konnte ich nur erblicken, als sie mir erklärt hat, dass sie schwanger war. Ich war überwältigt, konnte an nichts mehr anderes denken, als an das kleine Wesen das in ihrem Bauch heranwächst.

Ich überlegte ob ich sie überhaupt zu den Steinen bringen sollte, spielte sogar mit dem Gedanken gemeinsam mit ihr in ihre Zeit zu reisen. Um bei euch zu sein. Bei dir und deiner Mutter. Doch ich wusste, dass sie jemanden hat der auf euch acht geben wird.

Ich kannte Frank nicht, aber ich wusste, dass er ein guter Mann war. Das er deine Mutter nie im Stich lassen würde, weil er sie aufrichtig liebte. Mir fiel die Entscheidung nicht leicht das musst du mir glauben. Ich wünschte ich hätte anders handeln können, aber ich konnte mein Land und meinen Clan nicht im Stich lassen. Nicht in einer solch prekären Lage in der wir uns unmittelbar befanden.

Also brachte ich sie zu den Steinen, wo ich wusste, dass ich sie zum letzten Mal sehen würde. Sie flehte mich an sie nicht dazu zu bringen, doch ich wusste, dass sie tief in ihr drin gewusst hat, dass es keine andere Möglichkeit gibt dich unbeschadet auf die Welt zu bringen.

Ich werde diesen Augenblick nie vergessen, er hat sich in mein Gedächtnis gebrannt und wird mich bis zu meinem letzten Atemzug begleiten.
Erinnert mich daran was ich gewonnen und zugleich verloren habe. Doch ich wusste, dass ihr beide so in Sicherheit leben konntet. Und das war mir das wichtigste auf der ganzen Welt. Das ihr ein langes und erfülltes Leben haben könnt.

Seitdem stelle ich mir jeden Tag vor wie du heute aussehen würdest. Du hättest meine Haare, rot und leuchtend. Die Augen und den Mund deiner Mutter, und eine Fraser Nase. Aye, die hast du bestimmt, jeder in meiner Familie besitz die Fraser Nase. Markant und ein bisschen zu gross für das Gesicht.

Du hättest einen starken Willen, ein Dickkopf durch und durch. Aber auch die liebenswerten Eigenschaften deiner Mutter. Ich weiss du bist so wie du bist, perfekt.

Jeden Abend bete ich zu Gott dass er euch beide beschützt. Das er seine Hände schützend über euch hält und das er auf euch acht gibt.

Ich bin mir sicher, dass du jetzt viele Fragen hast. Bestimmt hast du das. Stell sie deiner Mutter, sie wird dir alles erzählen. Alles was du wissen willst.

Ich wünschte mir so sehr, dass ich bei dir sein könnte. Aber ich bin in deinem Herzen, in deiner Seele. Ich bin in dir, denn du bist meine Tochter. Mo nighean ruaidh.

In Liebe dein Vater

Jamie Fraser


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Ich hoffe es hat euch gefallen :D

Über Reviews würde ich mich freuen.

eure Amanda
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