Die Nightwish-Gäng feiert Weihnachten

OneshotHumor, Parodie / P6
Marco Hietala
24.12.2016
24.12.2016
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Fröhliche Weihnachten an euch alle, besonders an meine liebe NemoNachtschatten, deren Weihnachtsgeschenk das hier ist! Ich hoffe, du kannst damit was anfangen ;)
Zum Verständnis der Story: Nemo und ich haben da unsere kleine Eigenheit ... wir haben den Bandmitgliedern unsere eigenen, erfundenen Namen gegeben, die hoffentlich auch ein bisschen logisch sind:

Marco          - Doppelbart (ist ja wohl klar, warum, oder?)

Tuomas      - Shak bzw. Shakespeare, was an seinem wunderschönem Zylinder und an seinem Schreib-Können liegt

Jukka          - Kopftuch (auch klar)

Troy             - T. D. (Troy Donockley, natürlich)

Emppu       - Meiner (bezieht sich auf Nemos Meinung, Emppu wäre allein ihr Eigentum ;) )


An diejenigen, die immer noch auf eine Fortsetzung von Bring Me To Life warten ... ich beeil mich, ich hoffe, ihr nehmt mir die lange Pause nicht allzu übel *flehend guck*

Aber jetzt ... viel Spaß mit einer vollkommen abgedrehten Band! (Natürlich will ich weder Nightwish noch die angesprochenen Personen verletzen, ich liebe Nightwish und mach das hier nur aus Spaß am Spaß! Mir gehört nix!)








Doppelbart stand fröhlich summend vor seinem Badezimmerspiegel und kämmte sich seine Bärte.
Heute musste er gut aussehen, denn heute war Weihnachten. (Und er sah sowieso immer gut aus)
Für den Abend war die Party geplant, zu der er die gesamte Gäng eingeladen hatte. Weihnachten mit Tannenbaum, Kirche, Geschenken und natürlich dem Weihnachtsmann, den er höchstselbst spielen wollte.
Aber vorher musste er noch einen Weihnachtsbaum abhauen.
Doppelbart zog sich seinen grünen Master-Holzfäller-Ganzkörperanzug an und trat aus der Haustür, vor der anderthalb Meter Schnee lagen. Wie sollte er jetzt in den Wald kommen? Er konnte ja wohl schlecht versuchen, mit seinem Bauch eine Schneise durch den Schnee durchzufräsen.
Da hatte er eine bessere Idee. Er ging zurück ins Haus und stellte sich vor den großen Schrank, in dem er Sachen aufbewahrte, die er mal von Fans als Geschenk bekommen hatte.
Doppelbart öffnete die Tür und ertrank beinahe in der Sturzflut von Sachen, die aus dem Schrank gepoltert kamen. Ein geklautes Autoradio, ein Bild von seiner guten Freundin Knorre, ein Kilo Fröbelsterne, …
Endlich hatte er gefunden, was er gesucht hatte: Aus einer klitzekleinen Ecke holte er ein drei Meter langes Snowboard heraus, welches mit Herr-der-Ringe-Motiven bedruckt war.
„MANKI!!! GUCK MAL WAS ICH GEFUNDEN HABE!!!“, jubelte er in Richtung seiner Frau, die in der Küche stand und das Festessen vorbereitete: Bratwurst á la Doppelbart. Mit seinen eigenen Kartoffeln, natürlich. Was sollte man auch sonst mit einem Kartoffelfeld machen, als Kartoffeln zu ernten?
Doppelbart zog das fette Snowboard aus der Ecke hervor, öffnete die Tür und klatschte das Board auf die weiße Schneeoberfläche. Dann haute er sich selber mit dem Bauch auf das Brett, traf dabei Elronds Kopf, welcher auf der Oberfläche aufgedruckt war, stieß sich mit den Füßen ab und das Board sauste mit fünfzig Stundenkilometern in Richtung Wald los.
Er kreischte aus voller Kehle und lenkte das Brett mithilfe von Gewichtsverlagerung (Gewicht hatte er ja genug) zwischen den Bäumen durch, die ihm reihenweise aus dem Weg springen mussten.
Schließlich erinnerte er sich daran, dass er ja noch einen Weihnachtsbaum finden musste. Er streckte seinen kleinen Finger aus, berührte damit den Schnee, der an ihm vorbeisauste, und das Snowboard bremste sofort mit einem kreischenden Geräusch ab. Doppelbart stand auf, schüttelte sich, cool, wie er war, den Schnee aus den Bärten. Dann machte er sich daran, einen Baum zu finden.
Eine Stunde später war er komplett eingeschneit und hatte den perfekten Baum gefunden. Es war eine wunderschöne, fast kahle Krüppelfichte, welche ihm nur bis zu den Bartspitzen reichte.
Stolz zog Doppelbart aus seinem Master-Holzfäller-Ganzkörperanzug seine Machete hervor und fing an, den Baum abzusäbeln. Was nicht lange dauerte, denn die Fichte hatte nur einen Durchmesser von ganzen fünf Zentimetern.
Er hackte den Baum ab, nahm ihn in die Hand, wirbelte ihn ein wenig herum und schleuderte ihn dann in die Luft, wo zufälligerweise gerade ein zartes Lüftchen wehte, das den Baum durch ein offenes Fenster genau in Doppelbarts Wohnzimmer beförderte, wo er im Baumständer landete.
„Ich kann´s halt“, murmelte Doppelbart zufrieden vor sich hin und machte sich auf den Heimweg. Es war noch einiges vorzubereiten!

Dann war es auch schon halb fünf am Nachmittag und Doppelbart und Manki betrachteten stolz ihr Werk. Sie hatten das Wohnzimmer festlich hergerichtet: Auf dem Tisch standen Gummibärchen-Chips, Entenbrustfilets und Kaviar-Auberginen-Soße. Der Weihnachtsbaum war mit dezent-rosanen Weihnachtskugeln und kleinen Schokostückchen geschmückt. Quer durch den Raum hing eine fette Girlande, auf der in neongelben Buchstaben „WILKOMMEN, JESUS!!!“ stand.
Alles in allem sah es doch sehr schön aus.
Als sie sich umgezogen hatten – Doppelbart hatte einen Frack an und Manki ein langes, rotes Abendkleid – holte Doppelbart seine zwei Kilometer lange Limousine aus der Garage und sie stiegen ein.
Auf dem Weg zur Kirche trafen sie viele bekannte Gesichter, unter anderem den-Typen-der-immer-dabei-ist (alias Ewo. Als Nemo und ich noch nicht wussten, wer denn dieser Typ ist, der da auf den Nightwish-Bildern immer mit dabei ist, entstand der Name Der-Typ-der-immer-dabei-ist) und einige andere Leute. Doppelbart hatte dem Rest der Band gesagt, sie würden sich vor der Kirche treffen. Er parkte seine Limousine auf dem Maxi-Parkplatz, der eigens für sein Auto eingerichtet worden war, dann stiegen die beiden aus und warteten vor der Kirche auf die Band.
Der erste, der eintraf, war Shak. Er war damit beschäftigt, in der Bibel zu lesen und bemerkte Doppelbart erst gar nicht.
„Hey, Shaki! Was geht ab?“, meinte Doppelbart cool und riss Shak die Bibel aus der Hand.
„Was liest du denn da schönes? Ah ja, Matthäus 12, Vers 17. Ganz tolle Stelle. Aber jetzt hör doch mal auf, immer zu lesen! Es ist Weihnachten!“
Dann kam auch schon T. D. , der Kopftuch, Meiner und Floor in seinem Auto mitgenommen hatte. Doppelbart wunderte sich, dass T. D. keinen Unfall gebaut hatte, aber er hatte wohl Glück gehabt.
Zusammen gingen sie in die Kirche und setzten sich in die erste Reihe.
Als die Orgel ertönte, bekam Doppelbart Gänsehaut. Was vielleicht daran lag, dass die Orgel kein Weihnachtslied spielte, sondern das Intro von „I Want My Teeth Back“ Es klang überaus … weihnachtlich.
Pfarrer Wolle hieß sie alle willkommen und begann mit dem Gottesdienst. Mitten in der Predigt fing T. D. an zu schnarchen. Aber keiner ließ sich von dem lauten Sägegeräusch stören, was durch die Kirche hallte.
„Dieses Jahr“, verkündete plötzlich der Pfarrer, „werden wir ein ganz besonderes Krippenspiel machen. Ich wähle die Mitspieler nach einem ganz besonderen, unschlagbaren Verfahren aus: Die Leute, die in der ersten Reihe sitzen, werden mitspielen. Das wird super!“
Er erklärte noch einige weitere Dinge, als Shak sich zu Doppelbart rüberbeugte.
„Hey, Doppelbart“, zischte er. „Ist dir aufgefallen, dass wir in der ersten Reihe sitzen?“

An dieses Krippenspiel würde sich die Gemeinde noch lange erinnern. Floor und Meiner als Maria und Josef. Sie bekamen einen Lachanfall, als der Doppelbart-Engel oben auf der Kanzel mit theatralischer Miene die Geburt des neugeborenen Jesuskinds verkündete. Vielleicht, weil das Jesuskind von T. D. verkörpert wurde.
Kopftuch spielte die Hirten. Er unterhielt sich immer wieder mit den anderen Hirten, vergaß dabei  aber, dass er sich mit der Luft unterhielt, weil er der einzige Hirte war.
Shak spielte die Weisen aus dem Morgenland. Von irgendwoher hatte er es geschafft, ein echtes Kamel zu organisieren, sodass er damit fast den Weihnachtsbaum umrannte.
Und, zu guter Letzt: Doppelbart als Engel. Er hatte einen drahtigen Heiligenschein auf dem Kopf und brachte fast die Kanzel zum Einsturz, als er daraufstieg.
Der Pfarrer schwor sich, nie wieder ein Krippenspiel zu machen, bei dem er Leute aus dem Publikum holte.

Mittlerweile war es schon sieben Uhr abends. Die Nightwish-Gäng hatte bei Doppelbart zu Abend gegessen und jetzt warteten alle gespannt auf die Geschenke.
Doppelbart entschuldigte sich kurz, um „eine rauchen zu gehen“, wie er sagte. Er ging vor die Haustür, zog aber keine seiner Bio-Gesundheitsfördernden-Zigaretten aus seiner Tasche, sondern einen roten Mantel und einen fetten Kartoffelsack.
Er zog sich den Mantel über, setzte sich die Weihnachtsmannmütze auf und versuchte keuchend, denn Sack mit Geschenken die Treppe hochzuziehen.
„Warum musste sich Meiner eigentlich Hanteln wünschen“, stöhnte er, als er auf der Treppe zusammenbrach.
Schließlich kam die restliche Gäng und half Doppelbart, den schweren Sack hochzuschleppen. Meiner hatte dabei ein fieses Grinsen auf dem Gesicht.

„Sooo, dann woll´mer mal! Santa Doppelbart wird jetzt die Geschenke verteilen!“, rief Doppelbart fröhlich, als sie im Wohnzimmer angekommen waren. Er steckte einen Arm in den Sack und zog ein mit pinkem Papier umwickeltes Päckchen hervor.
„Das geht an … unsere allerliebste Floor!“
Floor sprang mit einem Jubelschrei auf: „ICH BIN DIE ERSTE! YEAH!“ Aber bevor sie nach dem Päckchen greifen konnte, riss Doppelbart es ihr auch schon wieder weg.
„Nana, meine Liebe. Erst mal wollen wir eine kleine musikalische Einlage von dir hören!“ Floor blickte kurz dezent verwirrt, dann schien sie zu kapieren, schnappte sich Doppelbarts Mikro und legte eine bühnenreife Coverversion von „Atemlos durch die Nacht“ hin. Besonders Shak schien davon seeehr angetan, wenn ihr versteht, was ich meine.
„Woah, Floor, wie lange hast du denn dafür geübt?“, Kopftuch schien begeistert. „Das könnten wir bei unserem nächsten Konzert spielen! Wir sind doch bekannt dafür, dass wir alle möglichen Lieder covern, warum nicht auch das? Metal und Schlager sind sich so ähnlich, da merkt keiner den Unterschied!“
Meiner und Doppelbart schüttelten synchron die Köpfe. Als Floor strahlend eine Zugabe geben wollte, sprang Meiner mit einer Zeitraffer-Geschwindigkeit auf, raste zu ihr und tauschte das Mikro, welches sie in der Hand hielt, gegen das Geschenk ein. Sie machte sich daran, es auszuwickeln.
„Boah! Eine Baumwurzel! Genau das, was ich mir gewünscht hab!“
Die anderen überließen Floor ihrem … wunderbaren Geschenk und Doppelbart holte das nächste Paket heraus.
„Füüür … Shak! Bitte sehr, mein Lieber!“
Shak schien verwirrt. „Muss ich denn nichts vorspielen? Du hast doch ein Klavier hier, warum kann ich nichts spielen?“
Doppelbart, Meiner, Kopftuch und T. D. sahen sich an … und schüttelten die Köpfe.
„Überanstrenge dich mal nicht, Shaki. Wir wollen doch nicht, dass du Meiner wieder Kopfschmerzen bescherst, wie bei der letzten Bandprobe, als du zehn Minuten lang durchgespielt hast, weil du angeben wolltest … öh, ich meine natürlich, wir wollen doch nicht, dass du dir … deinen … kleinen Finger … brichst …“, Doppelbart brach ab, aber Shak schien mit der Erklärung zufrieden und fing an, das Päckchen auszupacken.
„Oh mein Gott … Die Enzyklopädie der Samenpflanzen! Und sogar das Original von 1873! Wie bist du da dran gekommen, Doppelbart?“ Shak war begeistert. Er hatte schon die Enzyklopädie der Giftpilze, die Enzyklopädie der Stechmücken und die Enzyklopädie der Steine zuhause, aber jetzt war seine Sammlung komplett!
Doppelbart zuckte mit den Schultern und murmelte hinter Shaks Rücken:
„Aus einem Archiv geklaut. Hat kein Schwein gejuckt, als ich mit dem Buch rausmarschiert bin. Was vielleicht an meinem überwältigenden Charme liegt. Oder daran, dass sich niemand für die Enzyklopädie der Samenpflanzen interessiert.“
Das nächste Geschenk war für Kopftuch. Er war so gierig danach, dass Doppelbart kreischend Reißaus nahm, als er mit ausgestreckten Händen hinter ihm herraste. Kopftuch musste ebenfalls nichts vorspielen, was niemanden verwunderte. Er bekam eine Paintballpistole und fing sofort an, alles und jeden mit gelber Farbe zu bespritzen. Die anderen sperrten ihn in Doppelbarts Hühnerstall ein.
Jetzt war Meiner an der Reihe. Er bekam, wie schon gesagt, die Hanteln. Vorher schnappte er sich seine pinke Gitarre und legte irgendein Solo aus einem ihrer Lieder hin, obwohl keiner richtig zuhörte. Als er das merkte, schleuderte er seine Gitarre wie ein schmollendes Kind in die Ecke, setzte sich auf den Boden und fing an, die Hanteln zu stemmen. Er brach beim dritten Versuch zusammen.
Bevor Doppelbart einen Lachanfall bekommen konnte, holte er hastig das nächste Geschenk heraus. „Für … mich! Wie schön!“
„Aber erst musst du was vorspielen …“, meinte Manki belustigt. Doppelbart zögerte nicht lange, legte die Instrumentalversion von „I Want My Teeth Back“ auf und begann, draufloszuschmettern:

„WHERE IS THE WONDER, WHERE´S THE AWE?
 WHERE ARE THE SLEEPLESS NIGHTS I USED TO LIVE FOR?
 WHERE´S THE TRAPDOOR THAT TAKES ME THERE
WHERE THE REAL IS SHATTERED BY A MAD MARCH HARE?“


Als die Fensterscheiben aufgehört hatten zu klirren, durfte Doppelbart sein Geschenk öffnen.
Es war …
„Bartpflege von Bruno Banane! Whouhouhou!“, jubilierte Doppelbart. Er stürzte sogleich ins Badezimmer, wo er seine Bärte damit einschmierte.
„Okay, zwei Geschenke sind noch da.“, sagte Manki. „Das eine ist garantiert für mich, das nehme ich mal ganz unauffällig, damit ich nichts vorspielen muss …“
„Aber ich haaab noch nix“, jammerte T. D. in seiner Ecke. „Will auch haben, will auch haben …“
„Jaja, ist ja gut“, beruhigte Floor ihn. „Du kriegst dein Geschenk ja schon, hier ist es.“
Nachdem T. D. ihnen etwas auf seiner Flöte vorgefiedelt hatte, packte er sein Geschenk mit freudigem Eifer aus.
„Jaha! Ein Hot-Wheels-Dreirad! Das wollte ich ja schon immer mal haben!“ kreischte er.
„Und das ist noch nicht alles“, sagte Floor zu ihm und klang dabei wie Petunia Dursley, die ihrem überfetteten Sohn Dudley sagt, dass er nicht nur 37 Geschenke kriegt, sondern ganze 40 (für die HP-Fans unter euch).
„Hier, guck mal. Eine Hülle für deine Flöte, mit Barbie-Motiven! Ist sie nicht schön?“, seufzte Floor, gerührt bei T. D.´s begeistertem Gesichtsausdruck.
Nachdem nun alle ihre Geschenke hatten, ging es weiter mit Weihnachtslieder singen. Nach einem mehr schlecht als recht hingelegten „Alle Jahre wieder“, war Kopftuch (der sich wieder aus dem Hühnerstall befreit hatte) der Meinung, er müsse sein Schlagzeug im Wohnzimmer aufbauen, und so wurde Stille Nacht begleitet von einem paintballbespritzten Schlagzeuger, der aus Besinnlichkeit Metal machte.
Schließlich hatte auch Meiner vor, ein wenig seiner Kunst darzubieten und einige Gitarrenriffs schallten durch den Raum. Es klang ungefähr so:
Oh- bäm - du - tscheng - fröhliche - bädadambaffklirr
Oh – dam - … und so weiter.
Warscheinlich würden sich morgen die Nachbarn wieder beschweren, dachte Doppelbart seufzend, aber er konnte ja bei der Polizei ein Bestechungsgeld hinlegen. Wie damals, als er Geburtstag gefeiert hatte. Und als sie Bandjubiläum hatten. Und als Doppelbart der Meinung gewesen war, er müsse jetzt sofort eine Party schmeißen. Eigentlich, rechnete er sich aus, ging die Hälfte seines Lohns jeden Monat an die Polizei.

Wenig später hatten sich alle an ihre Geschenke gesetzt. Außer Meiner, der so tat, als hätte er keine Lust aufs Hanteln stemmen, obwohl er in Wirklichkeit einfach zu schwach war, die Dinger auch nur  zwanzig Zentimeter hochzuheben.
Kopftuch hatte sich wieder beruhigt und mixte gerade die gelbe Farbe mit der schwarzen, und die rote mit der braunen, und die grüne mit der pinken … Am Ende entstand ein hässlicher grau-brauner Ton, den Kopftuch ganz toll fand.
Auf einmal ertönte ein kreischender, markerschütternder Schrei aus Meiners Ecke.
„DU KLEINES MIESES … (aus Rücksicht auf jüngere Leser wird das verwendete Schimpfwort nicht wiedergegeben)!!! GEH. VON. MEINER. SCHOKOLADE. WEG!!! SONST ZIEH ICH DIR MIT MEINEM HOT-WHEELS-DREIRAD EINS ÜBER DIE MÜTZE, DASS DU DREI TAGE NICHTS SITZEN KANNST!!!“
Meiner saß fies grinsend in der Ecke und hatte offenbar einen riesigen Schokoweihnachtsmann von T. D. im Mund.
„Typisch“, murmelte Floor. Laut sagte sie: „Jungs, gaanz ruhig. Mama ist ja schon da. Was habt ihr denn?“
T. D. hängte sich jammernd an ihren Hals. „Der bööse Mmeiner haat mmeine S-schokolade gegessen! Sag ihm, er d-darf das nich!“
Floor ging zu Meiner und haute ihm eine rein. „Zufrieden?“
T. D. nickte glücklich.




Zwei Stunden später hatte Manki ihren hausgemachten Glühwein geholt, und jetzt werde ich aufhören, von diesem … Event zu berichten, denn nach Genuss des Glühweins waren alle ein wenig lustig. Aber auch nur ein gaaanzkleines bisschen.
Lasst es mich so sagen: Der Baum stand am nächsten Morgen nicht mehr.


Fröhliche Weihnachten!
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