Weihnachten in NLA

von Zetacies
GeschichteAllgemein / P12
24.12.2016
24.12.2016
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ACHTUNG! Bevor das ganze hier losgeht, möchten wir darauf hinweisen, dass alle Ereignisse hier nach der Hauptstory von Xenoblade Chronicles X spielen und nicht 100% kanonisch sind, jedoch zur Geschichte "Yugos Tagebuch" passt. Es gibt also einige Spoiler, lesen auf eigene Gefahr.
Viel Spaß beim Lesen ^^


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Dennis‘ Sicht:

„Hey Dennis. Was meinst du mit schwierigem Auftrag?“, begrüßte Yugo mich, als er mit Elma und Lin beim BLADE Terminal ankam.
„Wir haben eine Tyrannensichtung in Sylvalum und nun wurden ein paar BLADEs gefragt ob sie nicht die Beseitigung übernehmen könnten. An sich ja nichts Besonderes, aber die gefragten BLADEs sind alle welche gewesen, die sich schon einen Skell der Klasse Ares besorgt  haben und daraus schließe ich, dass es gefährlich werden könnte“, erklärte ich ihm.
„Hm, wie viele Ares Skells gibt es schon?“, fragte Elma, wobei ihre Frage klang, als würde es sie freuen, dass es anscheinend schon einige Ares Skells gab.
„Soweit ich weiß nur eine Hand voll und die Meisten sind noch dabei sich an der Steuerung zu gewöhnen oder erledigen schon einige der schwierigeren Aufgaben. Jetzt wo du aber fragst, der Ares Skell basiert doch auf deinen alten Skell, oder nicht?“, kam mir eine Erwähnung von Vandham wieder in den Sinn.
„Das stimmt. Mein Ares sollte verbessert werden und mittlerweile gibt es auch die Modelle Ares 70 und Ares 90“, stimmte mir Elma zu.
„Dann war der Prototyp, der damals von Lao gestohlen worden ist, also ein Skell der Ares Reihe? Wenn der Prototyp nun fertig ist, ist er wohl sehr stark“, äußerte  Yugo sich.
„Das sind also die neuen Skells? Sind die nicht verdammt teuer?“, wollte Lin wissen und hatte ein Funkeln in den Augen.
„Naja, teuer im direkten Sinne nicht, denn Credits muss man kaum ausgeben. Dafür müssen alle Materialien selber beschafft werden, was verdammt lange dauert und auch oft sehr schwierig ist. Du solltest wissen, dass die Materialien von seltenen Monstern kommen“, klärte ich Lin auf, doch schien es nicht so, als würde sie das davon abhalten sich so einen Skell zu besorgen.
„Moment mal, wenn du uns wegen dieser Aufgabe kontaktiert hast und Vandham nur die BLADEs fragt die einen Ares haben, dann hast du einen, oder nicht?“, schlussfolgerte Yugo, woraufhin ich grinsen musste.
„Was? Stimmt das wirklich?“, hakte nun auch Lin nach, wobei sie bestimmt eher nur den Ares sehen wollte.
„Jetzt habt ihrs raus. Ich habe mir vor kurzem tatsächlich einen Ares 90 machen lassen und kann nur zustimmen, dass er sehr stak ist. Leider ist diese Aufgabe auch mit ihm nicht so einfach zu erledigen“, bestätigte ich ihre Vermutung.
„Warum fragst du aber uns und nicht dein Team für die Aufgabe?“, stellte  Elma die Frage, die ich eigentlich schon am Anfang erwartet hatte.
„Ich war mit Emil und Meyneth schon am Ort, wo der Tyrann leben soll und habe ihn schon etwas studiert. Da Emil immer noch kein guter Skellpilot ist und Meyneth momentan viel mit Proben einiger Tyrannen beschäftigt ist habe ich beschlossen, sie diesmal nicht mitzunehmen. Dieser Tyrann ist eine zu große Gefahr ohne Skell. Außerdem hat mir Vandham empfohlen euch zu fragen“, erklärte ich die Situation.
„Ist es etwa diese fliegende Maschine in Sylvalum?“, stellte Yugo die Frage welcher Tyrann gemeint sein könnte.
„Nein, es ist wahrscheinlich diese riesige Sabula, die dort schon öfter gesehen wurde. Gegen den Xern sind schon einige Truppen dabei sich vorzubereiten“, kam mir Elma zuvor.
„Wir sollten tatsächlich diesen riesigen Wurm bekämpfen. Der kann uns doch in einem Zug verschlingen“, beschwerte sich Lin etwas.
„Das ist ja gerade das Problem dabei, wenn man keinen Skell hat. Ich hoffe eure sind in einem Top Zustand. Wir treffen uns dann bei den Aschedünen Süd, an der Klippe, wo damals noch eine Brücke war“, teilte ich ihnen noch den Treffpunkt mit, bevor wir uns erst mal trennten. Jeder hatte bestimmt noch Vorbereitungen zu treffen.

„Das ist total gemein, warum darf ich nicht dabei sein und helfen den Tyrannen zu plätten?“, beschwerte sich Emil bei mir. „Du hast doch gesehen wie groß die Sabula ist, die würde dich sofort fressen. Es gibt noch genug Tyrannen um die du dich kümmern kannst. Du solltest dich erst mal darum kümmern einen Skell richtig steuern zu können“, versuchte ich ihm zu erklären.
Zwar schien es als sei er beleidigt gewesen, doch nicht lange, er mochte es nur nicht große Einsätze zu verpassen.
„Und du denkst an die Proben, oder? Wer weiß wie schnell wir etwas über diesen großen Sabula herausfinden, denn es leben schon einige Fleischfresser dort und so ein Festmahl lassen sie sich bestimmt nicht entgehen“, erinnerte Meyneth mich an ihrer Bitte, die sie schon oft wiederholt hatte.
„Keine Sorge, ich denke daran. Aber hast du die Erweiterungen angebracht? Ohne möchte ich auf keinen Fall los“, fragte ich nun Meyneth, welche nur zur Bestätigung nickte.
Der Ares 90 war das Ergebnis unseres Teams, denn wir haben gemeinsam daran gearbeitet die Materialien zu bekommen. Deshalb durften Meyneth und Emil den Skell gestalten, wie sie es wollten. Der fertige Skell war ein in Türkis gehaltener Ares, wobei seine Lichter gelb sind. Als ich die beiden gefragt habe warum sie sich dafür entschieden haben, kam die gemeinsame Antwort, dass sie die Telethia nachmachen wollten. Daher auch der Name des Skells; Telethia.
„Ich mach mich dann mal auf den Weg. Wir wollen uns schon bald treffen“, verabschiedete ich mich von meinen Team.
„Viel Erfolg“, wünschte Emil mir.
„Denk an die Probe!“, erinnerte mich Meyneth zum X-ten mal.

Als ich endlich an den Aschedünen ankam, konnte ich schon die Skells von Elma, Lin und Yugo erkennen.
„Wow“, begrüßte Lin mich, als sie meinen Skell sah und ich hatte schon damit gerechnet, dass sie eine Probefahrt machen wollte.
„Ich habe erst gedacht dass da eine Telethia kommt“, meinte Yugo und wirkte etwas nervös.
„Meyneth und Emil haben den Ares auch Telethia genannt und ihm diese Farbe verpasst. Aber keine Sorge, bisher gibt es nur die eine Telethia hier auf Mira.“
„Die Sabula war noch nicht zu sehen“, berichtete Elma, als sie zurückkam. Anscheinend wollte sie sich schon einen Überblick verschaffen.
„Was machen wir nun? Sofort zu ihrem letzten, bekannten Standpunkt fliegen und hoffen, dass sie uns nicht sofort frisst?“, fragte Yugo und meinte es wohl eher als Spaß.
„Nein, wo wir das letzte Mal hier waren, war sie auch noch nicht sofort zu sehen. Am besten lassen wir die Skells erst mal hier und gehen auf die Anhöhe. Wir mussten auch etwas warten, doch es lohnt sich, wartet es nur ab“, versicherte ich ihnen und so gingen wir das kurze Stück hoch.
Wir standen also nun nebeneinander und blickten hinunter, dabei sahen wir einige der heimischen Kreaturen ihren gewohnten Gang nachgehen. Langsam flogen auch immer mehr der hellblauen, wurmartigen Wesen durch die Luft und dann konnten wir den Tyrann auch schon sehen. Die Sabula, die ohne Probleme so groß wie der BLADE Turm war, sprang aus dem Boden und verschlang mit ihrem riesigen Maul mehrere dieser Wesen. Dafür musste sie ihr Maul nicht weit aufmachen, denn durch ihre Größe und der Anzahl der Zähne, die wie ein Trichter ins Maul führten, konnten die Würmer nicht entkommen. Nach dieser Aktion vergrub es sich am Ende des Sprungs wieder in den Boden, wobei die gelben, augenartigen Punkte an seinen Seiten schon auffielen. Vor allem durch die sonst eher graue Färbung des Körpers.
„Die ist kleiner als beim letzten Mal“, teilte uns Elma ihre Beobachtung mit.
„Das ist komisch, denn   der Grund, warum sie als Tyrann eingestuft wurde, ist, dass sie wächst und wir nicht wissen wie groß sie wird. Die genaue Bezeichnung für diese Sabula ist Atreides der Rechtschaffende. Bisher ist er durch seine Größe und Sprungkraft aufgefallen. Beim letzten Besuch hat er, genau wie heute, diese Würmer aus der Luft gefangen. Aber er ist nicht kleiner geworden,“ teilte ich noch ein paar der Informationen.
„Vielleicht täusche ich mich da auch, aber hast du schon einen Plan?“, wollte  Elma wissen, die anscheinend schon selber an einem Plan hing.
„Wir haben uns vor ein paar Tagen schon etwas überlegt. Mit der Aghasura meines Ares würde ich ihn bei einem seiner Sprünge sofort angreifen. Zwar ist der Strahl sehr stark, doch könnte die Sabula es überleben und sofort angreifen. Sollte dies der Fall sein wäre das euer Auftritt. Ihr verteilt euch vorher in der Luft und greift dann von verschiedenen Positionen aus an. Ich werde dann in den Nahkampf gehen, denn bis sich der Strahl wieder aufgeladen hat vergeht eine lange Zeit“, stellte ich ihnen meinen Plan vor.
„Das klingt nach einem guten Plan, aber achtet trotzdem darauf, dass ihr nicht von der Sabula überrascht werdet“, mahnte Elma uns nochmal.
Mit diesem Plan verteilten wir uns nun. Während ich wartete, bis die drei sich in der Luft gut verteilt haben, überprüfte ich ob alle Systeme funktionierten. Ein Ausfall von nur einem System wäre verheerend gewesen.

Langsam sammelten sich wieder einige dieser Würmer in der Luft und ich machte die Kanone bereit, denn beim Ares werden die Waffen erst aus Materie erzeugt, bevor sie genutzt werden können und die Kanonen brauchen auch eine gewisse Vorbereitungszeit. Dann war es soweit, Atreides sprang wieder aus dem Boden und ich feuerte den dunkelvioletten, in drei geteilten Strahl ab. Zwar traf ich das Ziel und die gelben Punkte sahen auch zerbrochen aus, doch tauchte die Sabula wieder ab, als sei nichts gewesen.
„Ihr habt es auch gesehen, oder? Die Sabula ist nur verletzt und könnte jederzeit aus dem Boden kommen“, berichtete ich den anderen das Ergebnis meines Angriffs.
Doch anstatt das die Sabula mit dem Kopf voraus aus dem Boden kam, tauchte ihre Schwanzspitze auf, welche sie wild hin und her schwang. Dadurch fielen Spitzen ab, die auf mich zu flogen. Da ich noch auf dem Boden war, machte ich sofort kehrt und fuhr schnell weg.  Leider schienen diese Spitzen mich immer noch zu verfolgen und nur ein Teil blieb im Boden stecken. Vor einer Wand in der Nähe hielt ich dann an und flog senkrecht nach oben. Endlich war ich die Stacheln losgeworden und auch die Sabula zeigte sich mal von ihrer besseren Seite. Dies nutzte Yugo  und eine graue Kugel, aus Gravitationsenergie, traf das Maul des Monsters. Dadurch wurde die Sabula etwas nach vorne geworfen. Dies beeindruckte das große Monster kaum, doch anstatt einen weiteren Angriff zu starten brüllte es sehr laut. Die Angriffspause nutze Lin um mit einem Großschwert einen Schlag vertikal über den Rücken von Atrides zu machen. Trotz des schweren Treffers stand die Sabula immer noch und ich flog auf sie zu. Die zweite Fehrnkampfwaffe, die Agni, wollte ich erst noch aufbewahren, denn wer weiß ob einige übrig gebliebene Gangliontruppen nicht doch noch angreifen wollten. Yugo, der nahe an der Sabula flog, wollte gerade ein Hieb mit seinem Schwert machen, als der Tyrann wieder abtauchte. Diesmal kam er aber deutlich früher aus dem Boden und  ließ  sich etwas nach vorne fallen, woraufhin er sich im Kreis drehte. Dabei erwischte es Yugo, welcher  nicht rechtzeitig ausweichen konnte. Zum Glück schien es ihn nur umgehauen zu haben, denn er fiel ein Stück, bevor er sich fing und wieder hoch flog.
„Wie haben ein zweites Problem, erinnert ihr euch daran, dass ich gesagt habe, dass die Sabula kleiner zu sein scheint? Es ist gerade eine zweite Sabula aufgetaucht und sie passt zu der Sabula, die ich gesehen habe“, teilte uns Elma mit und ich sah schon die, die sie meinte.
Eine deutlich größere Sabula, die sich ansonsten nicht großartig von Atreides unterschied.
„Das ist Giesela die Listige. Sie wurde vor langer Zeit in der Nacht einmal gesehen und dann ist sie verschwunden“, berichtete uns Lin.
„Was sollen wir jetzt machen? Die halten zu viel aus und sind beide eine Gefahr“, stellte Yugo die Frage in die in die Runde.
„Atreides sollte nicht mehr viel aushalten, aber ich weiß nichts über Giesela“, gestand ich, doch lenkte das Gebrüll der neuen Sabula meinen Fokus auf sich.
„Mit Atreides hattest du recht, er ist gerade gefallen“, berichtete Elma, die ihm wohl den Rest gegeben hatte.
„Yeah, einer weniger, fehlt noch eine!“, kommentierte Yugo Elmas Erfolg.
Zwar hatten wir ein Problem weniger, doch war auch Giesela abgetaucht und tauchte auch nicht mehr auf.
„Ich glaube sie wird nicht mehr kommen. Laut ein paar Daten ist sie sehr Lichtscheu, aber wir sollten auf jeden Fall erwähnen, dass sie noch in Sylvalum ist“, meinte Lin, während wir etwas Abstand zu der Stelle nahmen.
„Wartet kurz, ich soll noch eine Probe von Atrides für Meyneth sammeln. Vielleicht kann sie dann schon sagen, was es mit Giesela auf sich hat.“
Auf dem Weg zum Leichnam von Atreides fielen ganz leichte Sporen herab, die immer mehr und mehr wurden, bis die Sicht fast null betrug.
„Passt auf, wir haben ein Sporensturm“, warnte uns Elma, obwohl es klar gewesen sein sollte.
Das war das gefährlichste Wetter in Sylvalum, denn diese Stürme tauchten plötzlich auf. Es hatte auch schon dafür gesorgt, dass BLADEs gegen Berge geflogen sind, oder plötzlich von Monster angegriffen wurden. Ich hatte Glück, denn die meisten Monster waren noch immer etwas eingeschüchtert von dem riesigen Leichnam. Aber  auch Giesela tauchte nicht mehr auf, wodurch ich ohne große Probleme die Probe bekommen konnte.

Kurz vor Primordia bekam ich dann einen Anruf von Meyneth.
„Dennis, ich habe zuerst die Info an Vandham weitergegeben, da er Giesela auch sofort bekämpfen möchte. Wie ich durch die Daten von Atreides erfahren habe sind beide noch nicht ausgewachsen, aber durchaus paarungsfähig, was Vandham Kopfschmerzen bereitet hat. Zwar habt ihr Atrides besiegt, aber Giesela ist immer noch da und bräuchte nur einen männlichen Partner. Doch ihr sollt erst mal wiederkommen, denn er hat schon ein Team fertig, was mit ihrer Mission beginnt, sobald es dunkel wird. Giesela ist ja sehr lichtempfindlich.“
„Das klingt gar nicht gut, aber das andere Team ist bestimmt gut vorbereitet. Wir sehen uns gleich in NLA,“ ich packte das ComGerät weg und drehte mich zu den Anderen,  „Meyneth hat gerade die Ergebnisse geliefert. Anscheinend können die Sabula sehr sehr groß werden, denn Atrides und Giesela waren noch nicht ausgewachsen. Außerdem hätten sie  sich schon paaren können. Aber am besten sprechen wir gleich weiter, jetzt sollten wir uns darauf konzentrieren nicht gegen etwas zu fliegen.“






Yugos Sicht:

,,Ich bin froh, dass alles gut ging", gab Elma zu, nachdem wir unsere Belohnung entgegengenommen hatten, ,,Diese Sabula sind die bisher größte Gefahr für uns, abseits von den Nemesis." ,,Mich überrascht es, dass sie nicht als solche eingestuft wurden", gab Dennis zu, ,,Immerhin wäre die Spezies ja in der Lage sich fortzupflanzen. Es wäre eine Katastrophe, wenn die sich auf ganz Mira ausbreiten würden. Wenn sich einer davon unter NLA buddeln würde..." ,,Ob er durch das Material des Bodens kommt ist natürlich fragwürdig", fand Elma, ,,Aber du hast recht, die Gefahr ist durchaus vorhanden." ,,Könnte es sein", schaltete ich mich dazwischen, ,,dass wir diese Spezies eventuell ausrotten müssen?" ,,Das könnte sein", fürchtete Elma, ,,Bisher haben wir zwar nur die übergroßen Exemplare gesehen, allerdings könnten diese auch eine Seltenheit sein. Wir haben bereits ein wesentlich kleineres Exemplar entdeckt. Eines ist bei einer Sondeninstallation in Oblivia erwischt worden. Wir haben es entdeckt, als die Sonde Probleme aufwies und bei der Untersuchung festgestellt, dass die Sabulba aufgespießt wurde. Der Körper wies eine hohe Lichtempfindlichkeit auf und war nicht sehr stabil. Es könnte sich bei den Riesen also auch um Nachfahren großer Exemplare handeln." ,,Oder sie sind einfach extrem alt", vermutete ich. ,,Hoffen wir mal, dass sie lange zum Auswachsen brauchen", sagte Dennis, ,,Bis wir uns nicht sicher sind, sollten wir jedes dieser Viecher, das Ärger macht, ausschalten." Während wir redeten, fiel mir auf, dass Lin etwas neben der Spur zu sein schien. Das war schon seit dem Sporenschauer so. ,,Lin?", fragte ich sie dann, ,,Stimmt etwas nicht?" ,,Hm? N-nein, alles in Ordnung", stritt sie ab. ,,Linly lügt!", erwiderte Tatsu und hüpfte auf und ab, ,,Tatsu merkt sofort. Linly hat bei Flug nach Hause und Pulverfall nur auf Fallpulver geachtet. Mit Linly stimmt definitivlich etwas nicht!" ,,Nein", sie schüttelte den Kopf, ,,Wirklich, mir geht's gut. Es ist nur so, immer wenn in Sylvalum diese Sporen vom Himmel fallen, muss ich an den Winter denken. Sylvalum ähnelt einer Schneelandschaft einfach viel zu sehr. Da vergisst man glatt, dass es auf Mira keine Jahreszeitenwechsel gibt." ,,Du bist nicht die Einzige", gab Dennis zu, ,,Auch ich muss in Sylvalum immer daran denken. Der Winter ist zwar eine kalte, aber auch schöne Jahreszeit. Sie hüllte die Erde immer in einen ganz anderen Mantel." ,,Was genau ist denn der Winter?", wollte ich wissen, ,,Und was sind Jahreszeiten?" ,,Auf der Erde gab es verschiedene Klimazonen", klärte mich Lin auf, ,,Und anders als auf Mira war das Wetter in manchen von ihnen sehr wechselhaft. Da gab es nicht nur einen leichten oder schweren Schauer pro Kontinent. Wenn es das Wetter zuließ, konnte nahezu alles passieren. Innerhalb eines Jahres passte sich die Natur immer der Zeit an. Am Anfang eines Jahres kam immer der Frühling, in dem die Pflanzen wuchsen. Im Sommer war es immer sehr warm und sonnig. Im Herbst wurde es dann schon kälter und die Blätter der Bäume haben ihre Farbe von grün in rot, gelb und orange geändert." ,,Die Bäume auf der Erde waren Farbwechsler?", fragte ich beeindruckt, ,,Aber warum machen das dann nicht die Bäume in NLA?" ,,Das liegt wohl an dem vorherrschenden Klima von Primordia", vermutete Elma, ,,Auf jedem Kontinent gibt es ein festes Klima. Das auf Primordia ist stets in einem angenehmen Wechsel von Warm und Kalt. Es gibt hier keine radikalen Änderungen, daher haben sich die Bäume wohl angepasst." ,,Nach dem Farbwechsel sind die Blätter nämlich abgefallen", erklärte Lin, ,,Mit Blättern wäre ein Baum im Winter nämlich abgestorben." ,,Warum das?", wollte ich wissen. ,,Weil Schnee aus Wasser besteht", fuhr sie fort, ,,Und hätten die Blätter im Winter etwas davon aufgenommen, wären die bei der Kälte schnell eingefroren, was dem Baum geschadet hätte." ,,Und weil sie es auf Primordia nicht nötig haben, machen sie das nicht mehr", schlussfolgerte ich, ,,Kluge Dinger." ,,Ich finde es wirklich schade, dass du dich daran nicht erinnern kannst", sagte Lin, ,,Das beste am Winter war aber immer noch Weihnachten!" ,,Oh ja", bestätigte Dennis, ,,Dafür hat sich ein langes Jahr stets gelohnt." ,,Was ist das denn schon wieder?", wollte ich wissen. ,,Das ist ein besonders schöner Feiertag", erklärte Lin, ,,bei dem man sich am Abend immer mit der ganzen Familie hingesetzt hat. Man hat gesungen, gegessen, Gedichte gelesen, gespielt und natürlich gefeiert. Oh, und man hat sich auch immer gegenseitig etwas geschenkt. Das hat man aber vorher eingepackt und unter einem Tannenbaum gelegt, den man sich ins Haus stellte. Es war das Fest der Liebe und der Freude, immer an der Seite seiner Liebsten." ,,Tatsu mag Wein-nachten", sagte der hüpfende Nopon, ,,Warum feiern Freunde nie?" ,,Naja, weil", Lin suchte nach einer Antwort, ,,Weil wir bisher einfach wichtigeres zu tun hatten. Leider." ,,Hm", ich verschränkte die Arme. Was Lin da sagte, hörte sich sehr interessant an. Ich sah ihr an, dass sie dieses Weihnachten wirklich sehr gemocht haben muss. Und Dennis und die anderen Menschen sicher auch. Bestimmt mochte der alte Yugo das auch. Wenn ich ihn nur fragen könnte. Das konnte ich zwar nicht, aber dafür kam mir eine andere Idee. ,,Was wäre, wenn wir es demnächst einfach mal feiern?" ,,Hä?", Lin sah mich verdutzt an. ,,Ja", sagte ich, ,,Wir veranstalten einfach unser eigenes Weihnachten, hier in NLA." ,,Meinst du wirklich?", fragte Dennis, ,,Die Vorstellung wäre super, aber ob das auch klappt?" ,,Warum nicht?", fragte ich, ,,Wenn wir uns ins Zeug legen, bestimmt. Außerdem haben wir den Fund des Lebensspeichers nie richtig gefeiert. Das wäre doch ein guter Anlass, oder?" ,,Da stimme ich sogar zu", sagte Elma. ,,Was?", fragte Lin lachend, ,,Wirklich?" ,,Wir müssen uns zwar weiterhin darauf konzentrieren, dass wir auf Mira überleben können, aber das heißt ja nicht, dass wir ewig das Leben vernachlässigen müssen." ,,Dabei zählst du doch zu denen, die das Meiste zu tun haben", gab ich zu Bedenken. ,,Es wäre sicher kein Problem, wenn ihr das unter euch feiern würdet", sagte Dennis, ,,Aber gleich die ganze Stadt? Alleine kriegen wir das nie hin." ,,Wir?", fragte ich. ,,Na was dachtest du denn?", er grinste, ,,Du glaubst gar nicht, wie sehr sich Emil darüber freuen würde. Und Meyneth macht sicher auch mit." ,,Bestimmt auch andere Leute", stellte sich Lin laut vor, ,,...Hey. Wenn wir genug Leute zusammen kriegen, könnte das vielleicht wirklich etwas werden!" ,,Heldenpon Tatsu zur Stelle", verkündete Tatsu, ,,Tatsu wird Mamapon und Karawanenführern von Mira Bescheid sagen. Tatsu will unbedingt Wein-nachten feiern!" ,,L mit Sicherheit auch", sagte ich und musste schmunzeln, ,,Der ist ja an allem von der Erde interessiert." ,,Wir können nicht sicher sein, was die anderen Xenos dazu sagen werden", sagte Elma, ,,Doch ein gewisses Interesse werden sie sicher zeigen. Dann hätte wir schon viel mehr Leute. Ich werde trotzdem mal Chausson darauf ansprechen. Wenn wir Glück haben, kriegen wir einen organisierten Aufbau hin." ,,Ob der das für eine großartige Idee halten wird?", fragte Lin sich selbst, ,,Ich meine, es ist Chausson…" ,,Wir brauchen nur die richtigen Argumente", erklärte Dennis, ,,Elma, sag ihm doch einfach, dass wir dieses Fest nicht nur für die menschliche Bevölkerung, sondern auch für den festeren Zusammenschluss mit den Xenos feiern wollen. Damit hätten wir auf Mira einen Feiertag, der nicht nur für uns, sondern auch für sie eine enorme Bedeutung hätte." ,,Das ist eine SUPER Idee!", platzte es aus Lin heraus, ,,Dann sind die Chancen auf sein Zustimmen sehr viel höher." ,,Ich werde das berücksichtigen", versprach Elma, ,,Aber ich kann keinen hundertprozentigen Erfolg garantieren."

Am nächsten Morgen standen wir mit Team Ragnarök vor dem BLADE-Turm und warteten gespannt darauf, was Elma sagen würde, wenn sie aus dem Turm käme. Besonders Emil hielt es vor Vorfreude nicht mehr aus. ,,Wie lange dauert das denn noch?", fragte er, woraufhin Meyneth versuchte ihn zu beruhigen. ,,Es dauert sicher noch ein wenig, um ihn davon zu überzeugen. Außerdem solltest du dich nicht zu früh freuen, Chausson könnte immer noch ablehnen." ,,Ich weiß", erwiderte er, ,,Aber wir reden hier von einer Rückkehr von Weihnachten! Nach fast drei Jahren ohne es, wie soll ich da bitte ruhig bleiben?!" ,,Du scheinst es ja wirklich zu mögen", schmunzelte Lin. ,,Natürlich tu ich das", erwiderte er, ,,Aber wer tut das nicht? Es ist einfach so ein tolles Fest." ,,Auch wenn ich dir da zustimmen muss", fuhr Meyneth fort, ,,ist das immer noch kein Grund so ungesund zu reagieren." ,,Was ist denn daran ungesund, sich zu freuen?", wollte er wissen. Eine Antwort bekam er nicht darauf, denn Dennis erblickte unsere Anführerin an den Eingangstüren: ,,Sie kommt!" Ich drückte die Daumen, als sie vor uns trat. Erwartungsvoll sahen wir sie an. ,,Und?", fragte Lin. ,,Er hat zugestimmt", sagte sie uns, ,,Weihnachten in NLA wird offiziell von BLADE organisiert werden." Einen kleinen Jubel in unserer Runde später, erklärte sie, wie dieses Programm aussehen würde. ,,Jede Division wird jeden Tag neben ihren normalen Aufgaben auch einige Spezialaufträge zur Verfügung gestellt bekommen. Diese beziehen sich voll und ganz auf die Vorbereitung vom ersten Weihnachten in NLA und bestehen aus verschiedenen Aufgaben, angepasst an die jeweilige Division. Jedoch sind die Beschränkungen der Divisionen, wie ihr ja wisst, nicht so schlimm, weshalb ihr euch überall einmischen können solltet. Ebenso wird sich auch innerhalb der Bevölkerung, wenn es Freiwillige gibt, darum gekümmert werden. Von den Läden und Rüstungsfirmem sollten wir die Unterstützung sicher haben, da die nur davon profitieren können. Einige Spezialaufträge haben jedoch höhere Prioritäten, als andere. So ist zum Beispiel das Fehlen eines Tannenbaums ein großes Problem." ,,Was?", fragte Emil, ,,Wir haben keine Tannenbäume? Nicht einmal Setzlinge?" ,,Leider nein", sagte Elma, ,,Zwar wird das Finden von diesen ein Teil der Reclaimer-Aufgaben sein, aber die Chance das wir sie finden ist nicht gerade hoch." ,,Man kann Weihnachten doch nicht ohne einen Tannenbaum feiern", sagte Lin, ,,Der ist doch das Wichtigste!" ,,Ich bin sicher, dass wir da eine Lösung finden werden", sagte Meyneth, ,,Ich glaube, ich weiß auch schon eine." ,,Eins noch", fügte Elma hinzu, ,,Ich habe Dennis' Rat befolgt und erwähnt, dass wir uns und die Xenos damit ein Stück näher bringen wollen. Dementsprechend werden auch sie sich einschalten und helfen können. Wichtig ist hierbei, dass es  zu der Vermischung ihrer eigenen Traditionen kommen könnte." ,,Was meinst du damit?", fragte ich. ,,Die Menschen sind die Einzigen, die Weihnachten von der Erde kennen. Für Xenos ist es etwas ganz Neues, nebenbei bemerkt also auch für mich." ,,Stimmt", bemerkte Lin, ,,Hab ich ganz vergessen." Elma fand dies nicht schlimm, es rührte sie wahrscheinlich eher, da sie immer noch dankbar war, dass wir sie überhaupt als eine von uns ansahen. Nach einem kurzen Schmunzeln, erklärte sie: ,,Wenn ihr die Möglichkeit habt, solltet ihr versuchen mit ihnen so gut es geht zu kooperieren und sie vielleicht sogar dazu zu bringen das Fest zu erweitern. Schließlich soll das Ziel nicht nur ein simpler Feiertag für uns, sondern für alle Bewohner von NLA werden. Wenn wir uns ran halten, könnten wir es innerhalb von 24 Tagen schaffen, meinte der Commander. Aber ich frage mich ehrlich gesagt, warum genau 24." ,,Ach", kicherte Lin, ,,Das wirst du schon früh genug verstehen." ,,Wann genau werden die Spezialaufträge zur Verfügung gestellt?", wollte ich wissen. ,,In ein paar Stunden", antwortete Elma, ,,Macht euch schon mal bereit."




,,Unglaublich", sagte Lin, als wir uns mit Elma und Tatsu in der Stadt umsahen, ,,Ich hätte nie gedacht, dass es so gut und reibungslos funktionieren würde!" Ich teilte ihre Begeisterung, da mir die Dekorationen sehr gut gefielen. Sämtliche Gebäude waren mit Lichterketten und Girlanden geschmückt, teilweise wurde auch Fake-Schnee auf freiem Gelände versprüht. Die Nopon hatten aus festem, hellem Sand kleine Statuen von sich geformt und die Läden profitierten durch den Verkauf von besonderen Produkten, wie beispielsweise einer besonderen Eisteesorte! Und das nach gerade mal einer Woche. ,,Alle Divisionen geben wirklich ihr bestes", fand Elma, ,,Und trotzdem schaffen sie es parallel ihre Hauptaufgaben zu erfüllen. So ein Fest wirkt wohl wirklich Wunder." ,,Es sieht allem Anschein danach aus", erwiderte eine wrothianische Stimme hinter uns. ,,Prinz Ga Jiarg", bemerkte ich, als wir uns umdrehten, ,,Guten Tag. Was halten sie von dem Fortschritt unseres Weihnachtsprogramms?" An seiner Seite war wie immer die Wrothianerin Ga Buidhe. ,,Guten Tag", erwiderte der rothaarige, katzenähnliche Xeno-Prinz, ,,Ich bin natürlich erfreut, dass euer Vorhaben positiv voranschreitet. Allerdings muss ich zugeben, dass mein Volk mit Weihnachten nicht viel anfangen kann." ,,Warum denn das?", wollte Lin wissen. ,,Wir Wrothianer hatten auf unserer Heimat ebenfalls Rituale, die uns wichtig waren. Jedoch waren diese stets damit verbunden unsere Stärke zu zeigen und nicht simpel etwas zu feiern. Daher müsst ihr es uns verzeihen, wenn wir uns nicht aktiv daran beteiligen werden." ,,Schade", sagte ich, ,,Dabei war doch gerade der Hauptgrund das wir einen Tag haben wollten, der alle Völker in NLA zusammen- und ihre Traditionen den anderen näherbringt." Nach dieser Bemerkung meldete sich die weißhaarige Buidhe zu Wort: ,,Vielleicht wäre es eventuell doch möglich, unser Volk aktiv zu involvieren, Prinz. Schließlich liefen die Kämpfe der Rituale ja immer nach bestimmten Auflagen ab." ,,Ich verstehe, worauf du hinauswillst", erwiderte er, ohne lange überlegen zu müssen. ,,Wovon sprecht ihr?", wollte Elma wissen. ,,Wie erwähnt", erklärte der Prinz, ,,Haben unsere Rituale stets mit ein oder mehreren Kämpfen zu tun. Je nach Ritual, sind diese mit anderen Bedingungen versehen. Beim Gjing Tscho als Beispiel kämpften die Teilnehmer stets mit einer Lanze gegeneinander, um den Helden Ga Thsog, aus Gjing zu feiern, dessen Markenzeichen seine Schusslanze war. Beim Gara Phuja dagegen war die Waffe der Kämpfer das Schwert, zu ehren von Ga Phwa aus Gara. Die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Jede Stadt hatte mindestens einen Helden, den sie an seinem letzten Lebtag durch ein eigenes Ritual und den damit verbundenen Kämpfen, jährlich ehrten. In diesen nutzten sie stets seine ikonischen Waffen. Bei der königlichen Hauptstadt dagegen sah es etwas anders aus. Dort wechselte das Ritual Iarumas, benannt nach unserem ersten König, mit jedem Ableben eines Herrschers den Geehrten. Beim Iarumas war es zudem nicht von belangen welche Waffe die Krieger verwendeten." ,,Wer wäre nach derzeitigem Stand der Geehrte?", wollte Elma wissen. ,,Mein Vater", war die Antwort des Prinzen, ,,Als wir unser Zuhause verloren, opferte er sein Leben für das Volk. Ihm war leider nicht bewusst, dass es nicht viel brachte, wenn man beachtet, dass wir uns so lange mit den Ganglion verbündeten. Dass wir keine Wahl hatten, entschuldigt nicht, dass wir sein Opfer nicht nutzen konnten. Ebenso ist es eine Schande, dass wir das ehrwürdige Ritual noch nicht ausführen konnten. Vielleicht wäre jetzt die Gelegenheit dazu." ,,Klingt gut", fand ich, ,,Aber betrifft das dann nicht nur euer Volk?" ,,Die Rituale der Wrothianer gestatten es jedem Verbündeten des jeweiligen Geehrten und seiner Familie teilzunehmen", war die Antwort des Prinzen, ,,Da ich das königliche Blut Iarumas' in mir trage und Anführer der Wrothianer von Mira bin, wäre es den Menschen und sämtlichen Xenos in NLA gestattet. Ebenso erlaubt das Ritual allen, die sich als würdig erwiesen haben, unter meiner Erlaubnis teilzunehmen. Daher würde es euch auch ohne unser Bündnis einschließen, da ihr mich bereits besiegt habt." ,,Daran erinnere ich mich noch gut", sagte Elma, ,,Ihr wart einer unserer bislang stärksten Gegner und ich bezweifle, dass sich dies von eurem Können im Kampf her geändert hat. Ich bin wirklich froh, dass wir ein Bündnis miteinander eingehen konnten." ,,Dasselbe muss ich von euch sagen", erwiderte der Prinz, ,,Ihr seid wahrlich mächtige Krieger. Es wäre eine Ehre, wenn ich das Iarumas durch einen Kampf mit einem eurer Krieger wieder ins Leben rufen könnte. Es würde vielleicht nicht die Schande die ich auf uns nahm reinigen, doch es wäre eine ehrenhafte Rückkehr des Rituals und würde dazu passen, dass es das erste Mal nicht in unserer Hauptstadt abgehalten wird." ,,Es würde bestimmt reichen", versuchte ich optimistisch zu sein. ,,Und", begann Lin zu fragen, ,,Wollt ihr eine Revanche gegen uns ausfechten?" ,,Nein", erwiderte der Prinz, ,,Es ist nichts Persönliches. Ich weiß bereits von eurer Stärke und würde gerne die Talente eines anderen Kriegers im Kampf sehen." Gerade wollte Elma einen Gegner vorschlagen, da meldete sich dieser auch schon zu Wort. ,,Vielleicht kann ich diese Rolle übernehmen, wenn sie es erlauben." ,,Verteidigungsminister Nagi", bemerkte Lin. ,,Das wäre awesome!", fand ich, ,,Der Verteidigungsminister gegen den Wrothianischen Prinzen. Das solltet ihr euch wirklich überlegen, Ga Jiarg!" ,,Hm", der Wrothianer musterte Nagi von oben nach unten und sah ihm dann in die Augen, ,,Verteidigungsminister Nagi... Ich habe schon das ein oder andere über euch gehört. Unter anderem das ihr in der Tat ein mächtiger Krieger der Menschen sein sollt und das ihr ein gewisses Katana führt, welches meinem Schwert ähneln soll." ,,Das ist wahr", nickte Nagi, ,,Zumindest das mit dem Namen der Waffe. Ich führe eine Klinge, die nicht jeder BLADE besitzen kann, aber im Prinzip bin ich nur ein BLADE wie jeder andere, der jeden Auftrag erfüllt, den er aufgetragen bekommt. Zudem ist es ein Langschwert und keine Photonenklinge. Ihr müsst mir verzeihen, dass ich ein wenig gelauscht habe, aber euer Gespräch über eure heimatlichen Rituale war sehr interessant, da konnte ich nicht weghören. Es unterstreicht den Stolz eures Volkes." ,,Ihr strahlt durchaus die Aura eines Kriegers aus", lobte ihn der Prinz, nachdem er dankend nickte ,,Euer hoher Rang dürfte nicht von ungefähr kommen. Ich traue den Aussagen von Elma und ihren Gefährten. Hoffentlich enttäuscht ihr mich nicht." ,,So etwas würde ich niemals tun", versicherte ihm Nagi, ,,Jedoch würde ich es vorziehen, wenn wir uns in diesem Kampf nicht umbringen würden. Mit der Erneuerung von Weihnachten verfolgen wir schließlich nicht das Ziel uns zu zerstreiten." Buidhe schüttelte den Kopf. ,,Das ist nun wirklich kein Teil unserer Traditionen. Die Rituale wurden nur selten ohne eine schützende Rüstung durchgeführt. Die Kämpfe dauerten nur solange, bis es einem Kämpfer gelang die Rüstung seines Kontrahenten zu zerstören." ,,Dann müssten wir wohl oder übel ein paar Rüstungen aufgeben", gab Lin zu bedenken. ,,Fehlt noch irgendetwas zur Durchführung des Iarumas?", fragte ich. ,,Eine Arena", sagte Ga Jiarg, ,,Am besten eine, mit denen eines der anwesenden Völker viel verbindet. Jedoch dürfen wir im Moment nicht wählerisch sein." ,,Eine echte Arena haben wir vielleicht nicht", sagte Elma, ,,Aber wenn wir Glück haben, kenne ich da jemanden, der uns eine Arena herbeizaubern kann."

Mit dem Prinz und einigen Wrothianern, sowie ein paar Schaulustigen verschiedener Rassen, saßen wir kurz darauf auf steinernen Sitzen im Inneren einer riesigen Arena, deren Sitze jedoch nicht mal zur Hälfte besetzt waren. Laut Prisma war es angelehnt an das römische Kolosseum, welches auf der Erde bereits sehr heruntergekommen war. Sie selbst hatte es ganz schön restauriert. Und ihr könnt es euch sicher schon denken, dass hier war das Werk des VRBSTS. ,,Ihr könnt von Glück reden", sagte Nana, die neben unserem Team saß, ,,das dies zu einer der ersten Karten zählte, die das System nutzte. Es wurde von Klaus' und Soras Vater modelliert und später von Prisma gründlich verbessert." ,,Es sieht wirklich genauso aus wie damals im alten Rom", staunte Lin, ,,Zumindest nach unserem Wissen. Das VRBSTS ist wirklich unglaublich!" ,,Wo steckt eigentlich Prisma?", wollte ich wissen. ,,Sie überwacht das Kampfgeschehen von da oben aus", Nana zeigte auf einen überdachten Teil der Tribünen, nahe der Mitte und gegenüber von uns. Wohl der VIP-Bereich, oder so. Elma schlug die Beine übereinander und verschränkte die Arme. ,,Bisher haben wir im VRBSTS nur Kämpfe gegen Hologramme ausgetragen", erklärte sie, ,,Und an einem Trainingssystem wie diesem, welches unsere Techniken durch Schmerzabsorber ungefährlich für die Kontrahenten macht, arbeitete das Team bereits auf der Erde." ,,Mhm", bestätigte Nana, ,,Auch daran hat sich Prisma gesetzt. Es ist ähnlich, wie in einem Spiel, wenn ich das richtig verstanden habe. Beide bekommen eine Lebensleiste zugeteilt, die man nahe der Person sehen kann. Ist sie voll, ist sie blau, nach bereits einem Treffer wird sie grün, ab der Hälfte gelb, ab einem Viertel orange und wenn es kritisch wird rot. Die Regeln sind denkbar einfach. Wessen Leiste zuerst auf null sinkt, hat verloren." ,,Durch den Schmerzabsorber müssen wir auch keine Rüstungen tragen, oder?", fragte Lin. ,,Zu Übungszwecken schon", sagte Elma, ,,Haben wir ja auch immer gemacht. Aber zwingend nötig sind sie nicht. Sowohl Nagi, als auch Ga Jiarg können hier in ihren üblichen Aufmachungen gegeneinander antreten und haben dadurch keinerlei Vor- oder Nachteile. Ebenso sollte die Stärke ihrer Waffen angepasst sein." ,,War da nicht etwas wegen dem Absorber?", fragte ich und erinnerte mich an ein Problem, welches Prisma mal angesprochen hatte, ,,Die menschlichen sind doch nicht mit anderen Spezies kompatibel." ,,Prisma war euch weit voraus", kicherte Nana, ,,Sie hat bereits für jede verbündete Xenorasse einen programmiert." ,,Das Mädchen ist wirklich fleißig", erwiderte ich beeindruckt. Tatsu sprang auf und ab: ,,Miez-Miez-Freund und Ken-Ken kampfbereit!" ,,Oh, es geht wohl los!", bemerkte nun auch Nana.

,,Alles ist soweit!", ertönte Prismas Stimme aus den Lautsprechern, ,,Eure Körper wurden gescannt, eure aktuellen Daten erfasst. Alles stabil. Die Schmerzabsorber sind hochgefahren und wurden auf alle Anwesenden angewandt. Barrieren bereit", kurz flackerten türkis gefärbte Lichtbarrieren am Rand der Tribünen auf. Sie sollten dazu dienen, dass keiner der Kämpfer aus dem Kampffeld flüchten kann. Es war sehr eben und mit Sand aufgefüllt. Keine Hindernisse, außer den Wänden und dem von einem virtuellen Gitter versperrten Ausgang zu den Tribünen. ,,Ihr müsstet jetzt eine Lebensleiste... Ups!", sie bemerkte, dass auch die Zuschauer eine Lebensleiste hatten. Und aus irgendeinem Grund auch einen Cursor über ihre Köpfe. Diese verschwanden nach ein paar Sekunden, bis auf bei Nagi und Ga Jiarg. ,,Kleiner Fehler, meinerseits", sagte sie, wobei sie selbst schwach lachte. Sie räusperte sich und fuhr fort. ,,Ihr müsstet jetzt eine Lebensleiste haben, die sich an eurer Körperseite befindet und halbtransparent von der Rückenmitte um die rechte oder linke Seite windet", beide hielten ihre Daumen hoch, ,,Okay. Dann könnt ihr anfangen." ,,Vorher will ich noch sicher gehen", begann Ga Jiarg, ,,dass diese Schmerzabsorber auch funktionieren." ,,Ich werde es ihnen gerne demonstrieren", sagte Nagi und zog sein Schwert, mit dessen scharfen Seite er seine Daumenkuppe aufschnitt. Diese blieb unverletzt. Lediglich seine Energieleiste nahm ein kaum sichtbares Stück ab und färbte sich hellgrün. ,,Ihr habt mein Vertrauen", sagte Ga Jiarg, ,,Das ihr es mir noch einmal demonstriert habt, ist eine großzügige Geste von euch." ,,Wir wollen doch nur, dass jeder ein schönes Weihnachtsfest hat", erwiderte Nagi und begab sich in Position, ,,Egal ob Mensch oder Xeno und wie sehr die neuen Traditionen von unseren abweichen." Auch Ga Jiarg begab sich in Pose und aktivierte seine Photonenklinge, aus der eine leicht gebogene Klinge mit türkiser Färbung ausgefahren wurde. ,,Wo ich es so aktiviert sehe", gab Nagi zu, ,,ähnelt euer Schwert meinem Katana wirklich ein wenig." ,,Dem stimme ich zu", erwiderte der Prinz, ,,Aber lasst uns nun still schweigen und die Schwerter für Iarumas sprechen." Beide verharrten in ihrer Position und Nagis Leiste wurde wieder aufgefüllt. Ein Countdown von 60 Sekunden erschien zwischen den Beiden und fing an hinunterzulaufen. Als er null erreichte, stürmten die beiden sofort aufeinander los und begannen damit ihre Klingen aneinander zu schlagen. Wie jede unserer Nahkampfwaffen, war auch Nagis Katana resistent gegen die Energie von einer Photonenklinge, weshalb sie nicht durchbrochen wurde. Sand und Staub wurden bei den schnellen Bewegungen aufgewirbelt und lange Zeit traf niemandes Klinge einen Kämpfer. Beide lasen die Manöver ihres Gegners so, als würden sie dessen Kampfstil schon ewig kennen. Selbst die Momente in denen jemand auswich, wurden perfekt gelesen, aber ebenso gut gekontert. Dann, nach fast zwei Minuten, fiel der erste Treffer. Ga Jiarg gelang es seine Klinge nah an der von Nagi vorbei zu drücken und dessen Schulter zu treffen. Ein Teil seiner Energieleiste lief aus und sie färbte sich grün. Mit einem ernsten Blick, aber weiterhin gefasst sprang Nagi schnell nach hinten weg und rannte weg, als Ga Jiarg ihm hinterherkam. Nach kurzer Zeit drehte sich Nagi um und wieder trafen die Klingen aneinander. Diesmal jedoch färbte sich die Klinge des Katanas orange. Nagi drückte die Klinge des Wrothianers nach unten und sprang dann mit schnellen Drehungen in die Luft, einem Angriff dessen Treffern Ga Jiarg nicht ausweichen konnte. ,,True Stream Edge!" Auch Ga Jiargs Energieleiste lief nun ein Stück aus, ihr fehlte allerdings ein wesentlich größerer Teil und ihre Farbe war nun gelb. Von den ersten Treffern ihrer Favoriten begeistert, begann das vor kurzem noch angespannte Publikum damit zu jubeln und anzufeuern. Wir waren natürlich auf der Seite von Nagi, das wrothianische Volk auf Seiten des Prinzen und der Rest gemischt. Mehrere Minuten vergingen. Beide stießen sich voneinander ab. Man sah beiden von weitem Anzeichen von Erschöpfung und Entschlossenheit an. Nagi hatte Schweißperlen im Gesicht, Ga Jiargs Nackenhaare hatten sich aufgestellt. Nachdem sich beide ernst musterten, stürmten sie wieder aufeinander los. Mit schnelleren Bewegungen als zuvor, drehten sie sich umeinander und schlugen aufeinander ein. Beiden gelang es den Gegner einmal zu erwischen. Als die Klingen kurz voneinander abließen, stürmten die Kontrahenten wieder aufeinander zu und kreuzten sie erneut. Bei dieser Auseinandersetzung verwendete Nagi die Slicing Blade Technik, der Ga Jiarg gut auswich und die er mit eleganten Schlägen erwiderte, die der Starfallblade ähnelten. Auch nachdem die Techniken aus waren, trafen die Klingen weiter aufeinander, bis sich beide fest aneinander drückten und in Bauchhöhe versuchten den anderen zu erstechen. Mit aller Kraft und nach einigen Sekunden, auch mit etwas Gebrüll, schafften sie es, sprangen allerdings zurück, nachdem sie auch einen gegnerischen Treffer bemerkten und kehrten zu einem Klingenschmettern zurück. Aus dieser Begegnung befreiten sie sich ohne Treffer. Gegenüberstehend sahen sie sich an und linsten zu ihren rot gefärbten Energieleisten. ,,Ich finde", begann Ga Jiarg, ,,wir sollten es jetzt beenden." ,,Sie können wohl Gedanken lesen", erwiderte Nagi, ,,Dann lassen sie uns einen würdigen Abschluss vollführen." Ga Jiarg senkte seine Haltung ein wenig und hielt seine Klinge gen Boden. Nagi umfasste den Griff seines Schwerts fest mit beiden Händen, und ließ die Klinge orange leuchten. Jeder wusste, dass sie nun mit ihren mächtigsten Techniken aufeinander losgehen würden. Und wer damit besser traf, der hatte gewonnen. Jeder im Publikum, mich eingeschlossen, war gebannt, aus dem Häuschen und einfach nur aufgeregt. Dann rannten sie ein letztes Mal aufeinander zu. ,,Blossom Dance!", sagte Nagi, blieb kurz vor Ga Jiarg stehen und blockte seinen ersten, von unten kommenden Schlag, mit einer senkrecht gehaltenen Klinge vor seinem Körper. Als er den ersten Schlag ausführte, wirbelte Ga Jiarg mit der Klinge in seiner Hand herum und schlug sie konternd dagegen. Dies wiederholte sich ein paar Mal, bis der letzte Schlag bevorstand. Vor diesem gelang es Ga Jiarg allerdings Nagi mit einem Schlag gegen die Klinge stark wegzuschmettern, was ihm allerdings ebenfalls widerfuhr. Nagi blieb standhaft und drückte mit sich mit seinem rechten Fuß nach vorne um den letzten Schlag seiner Technik rennend auszuführen. Der Prinz landete auf allen Vieren, auf denen er sich zwei Mal nach vorne schleuderte, ehe er auf beiden Beinen landend einen Sprung ausführte, mit dem er auf Nagis Höhe auf ihn zulief und ebenfalls zu einem Schlag ausholte. Dann, Stille. Alle starrten gebannt auf das Kampffeld. Die Kämpfer waren ein paar Meter voneinander weggerutscht und kehrten sich den Rücken zu, mit den Händen immer noch an den Griffen ihrer Klingen, mit beiden Beinen starr und stramm im Sand stehend.

,,Wen hat's erwischt?", fragte ich. ,,Keine Ahnung", gab Nana zu, ,,Ich hab's nicht gesehen, das ging viel zu schnell." Auch für das System war es wohl leicht überfordernd, denn die Leisten der Beiden verharrten im roten Bereich. Oder keiner hatte getroffen. Dann tat sich etwas. Und das Ergebnis stand fest: Beide Leisten liefen zeitgleich aus. ,,Unentschieden!", rief Prisma, ,,Keiner hat gewonnen, oder verloren." Trotz des Ergebnisses, schienen beide Kontrahenten zufrieden. Ga Jiarg fuhr sein Schwert ein und steckte den Griff zurück. ,,Es war eine gute Entscheidung, euch als meinen Gegner zu wählen", sagte er, ,,Ihr habt mich nicht enttäuscht." ,,Dasselbe gilt für sie", erwiderte Nagi, ,,Ich bin mir sehr sicher, ihr Vater wäre über diesen Kampf stolz und geehrt das dieser Kampf seinem Iarumas gewidmet ist. Und dann auch noch ausgetragen von seinem eigenen Sohn." ,,Diese Worte aus eurem Mund zu hören, erfreut mich zutiefst", kurz darauf wandte er sich seinem Volk zu, ,,Wrothianer! Hört mich an! Wir haben hier und heute, zum ersten Mal in der Geschichte, außerhalb unseres Planeten das Iarumas durchgeführt. Und wir haben dadurch auch unser Bündnis mit den Menschen und den anderen Rassen NLAs gestählt. Lasst uns das Iarumas von nun an nicht nur im Symbole unseres letzten gefallenen Königs der Hauptstadt durchführen, sondern auch um unser verlorenes Zuhause zu ehren, welches wir für lange Zeit bevölkerten. Nun haben wir mit Mira... Nein, mit NLA eine neue Heimat, eine neue Hauptstadt. Lasst uns das Iarumas teil der neuen Weihnachtstraditionen unserer Verbündeten und Freunde werden und das Bündnis so endgültig besiegeln." Als Antwort bekam er den Jubel seines Volks entgegen. Auch andere Xenos machten dabei mit, bis ein Prone aufstand. ,,Heißt, Prone dürfen auch innerhalb wrothianischen Rituals kämpfen?!" ,,Das Iarumas hat gerade erst begonnen", nickte Ga Jiarg, ,,Wenn es möglich ist, können wir sogleich fortfahren." ,,Ist es", sagte Prisma, ,,Nur zu." ,,Dann wähle deinen Gegner und sofern er es akzeptiert, möget ihr in die Arena treten", sagte Ga Jiarg. ,,Vaike möchte gegen Tan 'celeg antreten!", war seine Entscheidung. ,,Orphen kämpfen nicht", war die Antwort des insektenartigen Xenos, welcher dann auf einen BLADE in unseren Reihen zeigte, ,,Aber ich kann dir diesen Harrier nur wärmstens empfehlen. Er schützte mich auf Primordia vor einer Ciniculae und strotzt nur vor Kraft." ,,Mit Vergnügen!", der Harrier stand auf und beide traten in die Arena ein. ,,Wu-hu!", freute sich Lin, ,,Wir haben's geschafft." ,,Irgendwas sagt mir", vermutete Elma, ,,dass sich diese Tradition noch sehr lange halten wird. Aber umso besser, schließlich war dies ja unser Ziel."

Meyneths Sicht

Auch wenn ich das Problem mit dem Weihnachtsbaum noch nicht gelöst hatte, musste ich einfach etwas durch die Stadt gehen. Es war echt erstaunlich wie sehr sich die Stadt verändert hatte und nicht nur in ihrem Aussehen sondern auch in ihrer Atmosphäre. Die Wrothianer waren  sehr begeistert davon, dass sie das VRBSTS nutzen konnten um ihre Traditionen weiter ausführen zu können und auch die anderen BLADEs setzten sich für das große Projekt ein. Dank einiger Daten die ich noch von der Erde aufbewahrt hatte, konnte ich schon herausfinden was die Tanne brauchte um hier gut wachsen zu können. Doch leider half der Lebensspeicher zur Herstellung eines Setzlings nicht. Ich befand mich also in einer Sackgasse. Ich erhoffte, dass mir eine Lösung einfallen würde, wenn ich etwas frische Luft schnappen würde. Jedoch hatte es mir noch nicht geholfen. Alle Bäume in der Stadt wurden schon vor dem Start gezüchtet und angepasst um auch in schwierigerem Terrain überleben zu können. Die Daten hatten wir zwar, nur leider konnten wir aus einem Laubbaum keinen Nadelbaum machen. Im Park vom Wohnviertel setzte ich mich auf eine Bank und sah mich etwas um. Viele der Häuser in der Nähe waren geschmückt und auch einige der Bäume wurden mit Lichterketten versehen. Aber wirklich schön würde es erst am Abend sein. Als wir die Probleme besprochen hatten, hatte ich schon eine Idee gehabt, doch je mehr ich mich damit auseinandergesetzt hatte, desto größer wurden sie. Meine Idee wäre auch schon lange fertig gewesen, aber leider hat mir der Lebensspeicher einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er war noch lange nicht soweit schon eine Pflanze zu erzeugen, deren Daten nicht zu hundert Prozent vorlagen. Dann kam eine Gruppe aus einer Prone und mehreren Orphen vorbei und blieb vor einem Baum stehen. Die Prone schien etwas zu ihnen zu sagen, woraufhin die Orphen Blätter der Bäume aßen. Als ich das sah, fiel mir eine völlig andere Lösung ein und ich ärgerte mich, dass sie mir nicht schon früher eingefallen war. Deshalb ging ich zu der Gruppe.
„Entschuldigt mich, aber stimmt es, dass die Orphen Pflanzen rekonstruieren können?“, stellte ich meine Frage in die Runde.
Die Orphen sahen sich erst an, wahrscheinlich mussten sie es mit ihrem Ovah absprechen. Das Ovah ist für mich immer noch sehr interessant, denn es ist eine Art parasitärer Organismus, der die Entscheidungen für die Orphen übernimmt. Leider hatte ich weder die Möglichkeit noch die wirkliche Erlaubnis eines Orphen erhalten es genauer zu erforschen.
„Das können wir. Wir nutzen dies um unsere Nahrungsquelle zu sichern, aber warum fragst du danach?“, stellt ein blauer Orphe die Gegenfrage.
„Wie ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt arbeiten wir momentan daran einen alten Feiertag der Erde wieder aufleben zu lassen. Leider fehlt uns dafür eine ausgestorbene Baumart, von der wir nur noch die Daten haben, aber keine Proben. Da dachte ich mir, dass ihr vielleicht helfen könnt?“, kam ich direkt auf dem Punkt.
„Tatsächlich haben wir schon vermehrt gesehen wie BLADE jetzt andere Aufgaben übernommen hat und es wurde auch darum gebeten, dass alle Xenoformen helfen. Doch wir konnten noch nicht viel leisten. Aus diesem Grund würden wir helfen die alte Baumart zu rekonstruieren. Am besten treffen wir uns dafür in einem Labor“, schlug der Orphe vor.
„Schon einmal vielen Dank für die Hilfe. Ich würde vorschlagen, dass wir uns in meinem Quartier treffen, dort habe ich schon die nötigen Daten bereitgestellt“, machte ich ihm ein Angebot für einen Treffpunkt.
„Ich werde dann nachkommen. Zuvor werden wir noch einige Sachen besprechen“, meinte er und zeigte dabei auf die anderen Orphen.
Ich nickte nur und machte mich auf den Weg in mein Quartier. Dabei hatte ich aber schon eine relativ große Vorfreude, denn ich konnte wahrscheinlich dabei zusehen wie eine verstorbene Pflanze rekonstruiert wird. Ein wahrlich großer Schritt in der Biologie.

Es dauerte fast eine halbe Stunde bis der Oprh tatsächlich kam. Damit er auch mein Quartier fand wartete ich vor dem Eingang.
„Es wäre wohl angenehmer für dich, wenn du meinen Namen kennst, denn Menschen sprechen einen direkt an. Mein Name lautet Yun´tonam“, fing er direkt an, als er vor mir stehen blieb.
„Das stimmt schon. Dann sollte ich mich wohl auch vorstellen. Ich bin Meyneth“, entgegnete ich seiner Vorstellung, „Aber darf ich auch fragen, was ihr noch so lange besprechen musstet?“
„Unser Ovah hat uns geraten eine kleine Gegenleistung zu nehmen, denn es geht hier immerhin um eine völlig neue Pflanze deren Geschmack wir nicht kennen. Aus diesem Grund bitten wir um eine Kostprobe, sobald wir fertig sind“, kam der blaue Orph sofort zum Punkt.
Diese Frage kam sehr überraschend und ich wusste davon, dass einige Oprhen sich nicht zurückhalten konnten, wenn sie eine leckere Pflanze sahen. Sollten wir es aber wirklich schaffen die Tanne wiederzubeleben so sollte das Problem am besten schon gelöst worden sein.
„Ich kann das leider noch nicht gänzlich versprechen, aber Weihnachten soll ein Fest des Beisammenseins sein. Wir müssen einfach das Ergebnis abwarten“, versuchte ich ihn trotzdem zu überreden und als Assistenten zu sichern.
Nach einer kurzen Zeit nickte der blaue Orph und mir fiel echt ein Stein vom Herzen, endlich konnte dir Arbeit an der Tanne anfangen. Mit diesem Gefühl und einer großen Aufregung gingen wir in mein Quartier.

„Die Daten zu der Pflanze sind wirklich famos und lassen sich ohne Probleme durch unsere Maschine umsetzen. Jedoch gibt es eine Kleinigkeit, die noch gebraucht wird. Eine verwandte Pflanze, von der wir lebendes Material nehmen können“, kam Yun´tonam zu einem Schluss, nachdem wir einige Stunden die Daten durchgegangen waren.
„Das ist dasselbe Problem wie ich es auch schon hatte. Noch kein Reclaimer hat einen Setzling finden können und andere, verwandte Pflanzen haben wir auch nicht“, erklärte ich ihm mein Problem. „Eine ähnliche Pflanze wie diese Tanne gibt es durchaus auf Mira. In Oblivia gibt es eine Stelle an der eine Baumfamilie wächst und diese sind schon verwandt mit euren Tannen, zumindest nach den Daten“, klärte er mich auf.
Von diesem Ort hatte ich schon gehört, doch selber war ich noch nicht da.
„Woher wissen die Oprhen davon? Dafür müsst ihr doch eine Probe haben, oder nicht?“, fragte ich ihn, denn mir war nicht bekannt, dass Oprhen wirklich aktiv draußen Forschung betreiben.
„Wir haben von einigen BLADEs eine Probe erhalten, als sie unseren Auftrag annahmen. Doch leider wurden alle Proben schon verbraucht, da die Baumart einfach köstlich ist“, erzählte er mir die Geschichte dahinter.
Das waren natürlich gute Vorraumsetzungen dafür, dass die Tanne unbeschadet existieren würde. Da musste ich mir noch etwas einfallen lassen, vielleicht wäre es sogar möglich die neue Tanne ungenießbar zu machen. Außerdem mussten wir auch noch eine Probe besorgen, doch hatte ich schon eine Idee wie wir das erledigen konnten.
„Yun´tonam, wie lange würde es etwa dauern bis wir einen Setzling haben?“, fragte ich den Orphe, denn wir hatten nur begrenzt Zeit dafür.
„Wenn die Probe heute oder Morgen kommt sollte es nicht allzu lange dauern, aber wir können noch nicht sagen wie viele Setzlinge wir erzeugen können“, meinte er, wobei er etwas ungeduldig klang.
Ich holte mein ComGerät hervor und rief Dennis an.
„Was gibt‘s Meyneth?“, begrüßte er mich.
„Ich wollte dich fragen ob du Zeit hast etwas für mich zu besorgen. Wir arbeiten gerade daran die Tanne zu rekonstruieren“, erklärte ich ihm.
„Zwar bin ich gerade etwas beschäftigt, doch lässt sich das auch auf später verschieben. Welche Probe brauchst du denn?“
„Ich gehe davon aus, dass du die Baumfamilie in Oblivia kennst. Yun´tonam meinte, dass wir diese Baumart als Grundlage für unsere Tanne nehmen könnten. Wan kannst du denn mit der Probe bei mir sein?“, wollte ich noch wissen.
„Wenn kein Monster im Weg ist sollte es recht schnell gehen. Ich muss nur noch meinen Skell tanken und dann mache ich mich auf den Weg. Bis später!“, verabschiedete er sich auch schon.
Ich steckte das Multifunktionsgerät weg und seufzte erleichtert.
Bald hatten wir unsere Tanne, auch wenn es nur ein Setzling sein wird.
„Eure Pflanzenwelt ist wirklich erstaunlich“, bemerkte der blaue Orphe auf einmal und ich sah mir an, was er betrachtete.
Er durchsuchte meine ganzen Dateien, die ich zu den Pflanzen angelegt hatte.
„Finde ich auch. Wir hatten so viele Pflanzen, doch leider gibt es noch keinen sicheren Weg sie alle herzustellen. Bei Lebewesen klappt es besser, doch vielleicht können wir ja zusammen daran arbeiten?“, schlug ich ihm vor  und hoffte darauf, dass er zustimmen würde.
„Das wäre durchaus möglich. Mein Ovah, es reagiert stark, als würde es unter all diesen Pflanzen welche geben die besonders gut schmecken. Wir werden es noch bereden“, stimmte er mehr oder weniger zu.
„Großartig!“, sprach ich ganz laut und hibbelig aus.
Es bestand eine Chance dass wir das Erbe der Erde wieder zurückholen können.
„Aber was sind diese Mistelzweige und warum hängt man sie überall auf?“, wollte der Orphe wissen und war anscheinend auf meine erstellten Texte gestoßen.
„Diese Zweige haben wir in der Winterzeit aufgehängt und wenn zwei unter ihm standen mussten sie sich küssen. Ich habe auch schon einen Suchauftrag aufgegeben, doch bisher kam noch nichts“, erklärte ich ihm diese Tradition, dabei fiel mir noch eine Frage ein, „Dürfte ich nachher dabei sein, wenn du die Tanne rekonstruierst?“
„Auch das werden wir erst noch besprechen müssen. Wenn die Probe da ist, komm bitte auf das Ma-non Schiff“, sagte er noch, bevor er ging.
Nun hatte ich etwas Zeit um mir eine Lösung für das Problem einfallen zu lassen. Wie konnte ich die Tanne ungenießbar machen?

Nach gut vier Stunden kam Dennis endlich und hatte die Probe dabei.
„Ich hoffe, dass das ausreicht. Es war aber schon erstaunlich dort oben, drei Bäume die dort wachsen und so auch einmalig auf Mira sind“, erzählte er mir von seinem Botengang.
„Gab es sonst Probleme?“, fragte ich ihn, denn wenn er sie gehabt hätte, hätte ich sie ihm entschädigt.
„Abgesehen von ein paar kleinen Monstern nichts und nach dem letzten Kampf läuft der Ares immer noch einwandfrei. Na dann, viel Erfolg bei der Erschaffung einer Tanne“, wünschte er mir noch, bevor auch er ging.
Mit meinen Daten zur Tanne, die ich etwas verändert hatte, machte ich mich auf dem Weg zum Ma-non Schiff, auf dem sich die Orphen niedergelassen hatten.
Über dem Teleporter vor dem BLADE Turm ging es am schnellsten und auf dem großen Raumschiff wurde ich auch schon von einer Gruppe Orphen empfangen.
„Da bist du ja, Meyneth. Es sprechen viele Sachen dagegen, dass du bei der Rekonstruktion des Baumes dabei bist, doch haben wir genug Material um genug Setzlinge zu erzeugen, damit wir Orphen auch probieren können“, erklärte er mir den weiteren Verlauf.
Auch wenn es schön war, dass genug da war um genügend Tannen zu erzeugen, dämpfte es meine Motivation sehr, dass ich bei der Rekonstruktion nicht dabei sein durfte.
„Wenn es für euch so besser ist akzeptiere ich das“, antwortete ich nur.
Ich übergab die Probe und die Orphengruppe verschwand ins Innere des Schiffes. Da ich nicht wusste wie lange sie brauchten wartete ich einfach auf dem Deck des Schiffes und sah mir NLA von oben an. Die Stadt war wirklich schön geworden und im Park wurden auch schon Vorbereitungen getroffen. Nach etwa einer halben Stunde kam nur Yun´tonam wieder und hielt in seinen Händen einen Pflanzentopf mit einem kleinen Setzling drin. Zwar war zu erkennen, dass es eine kleine Tanne war, doch war sie nicht so grün wie auf der Erde, sondern eine Mischung aus Braun und Grün, wobei Braun der geringere Anteil war.
„Wir waren erfolgreich, doch ist eure Tanne einfach ungenießbar. Dennoch ist sie schön anzusehen. Damit hätten wir unseren Teil zu eurem Projekt auch geleistet“, sagte der Orphe und übergab mir den kleinen Setzling.
„Das ist zwar bedauerlich, aber vielleicht findet ihr noch eine Pflanze mit dem besten Geschmack“, meinte ich noch zu ihm, bevor ich auch schon ging.
Ich wusste nicht woher die kleine Freude kam. Entweder daher, dass wir nun unsere Tanne hatten, oder daher, dass ich mich unbeabsichtigt gerächt gehabt hatte.





Yugos Sicht

Für die meisten Xeno-Spezies gab es vielerlei Wege und Mittel sich am Weihnachtsprojekt zu beteiligen. Eine Spezies hatte es jedoch ziemlich schwierig. Die Zarubogganer, die stets einen ziemlich interessanten Anzug trugen. Ihre Hauptaufgabe war es NLA sauber zu halten, wofür sie ihren Gorkwa verwenden. Von dem für alle anderen schädlichen Voltan ernährten sie sich. Das wäre das einzige, was sie anbieten könnten. Aber wie sollte man daraus einen Beitrag für Weihnachten machen? Diese Frage beschäftigte auch Lin. Schließlich war es uns so gut wie ihnen bewusst, dass es uns nichts brachte. Noch dazu war es ihre einzige Nahrungsquelle. Und Hunger war ein ständiger Begleiter eines Zarubogganers. Teilweise waren sie sogar bereit dafür ihr Leben außerhalb der Stadt zu riskieren. Gäbe es in NLA kein Voltanvorkommen, wäre ihr Volk vermutlich längst ausgestorben. Als Lin nichts einfiel, beschloss sie sich bei den Ma-non umzuhören. Vielleicht hatten die ja eine Idee. Tatsu und ich folgten ihr und auch der Zarubogganer Trachlo Lythren. Er war der Planungsdirektor seines Volkes und hatte die wichtige Aufgabe das ständige Verlangen von ihm selbst und seinen Genossen nach Voltan auszubremsen. Im Hangar unterm Verwaltungsviertel bekam das Mädchen eine Antwort auf die Frage. ,,Nun, das ist ein kniffliges Problem, wisst ihr?", stellte der Ma-non klar, ,,Allerdings nur, wenn man nicht wie ein Ma-non denkt, ja? Ich wollte Voltan schon immer mal untersuchen, ok? Es gibt bestimmt eine Möglichkeit für uns, um daraus etwas für die Menschen zu kreieren, ja? Es gibt da nur das Problem, dass ich dafür eine frische Ladung Voltan brauche, ok?" ,,Krchk", begann der Zarubogganer seine Antwort, ,,Besteht das Risiko, dass das Voltan dabei aufgelöst oder für uns unbrauchbar werden kann?" ,,Nein, nein, ok?", erwiderte der Ma-non, ,,Das ist absolut sicher, versteht ihr?" ,,Es liegt letztendlich an euch", sagte Lin zu dem Zarubogganer, ,,Ihr seid nicht dazu gezwungen." ,,Krrchk", Trachlo überlegte kurz, dann holte er einen langen gelben Stab, einen Gorgwa, hervor, ,,Wir können es einmal versuchen. Um genau zu sein, gehört das Voltan in NLA ja den Menschen, ihr erlaubt es uns es zu benutzen. Es wäre nur fair, euch dafür mit etwas zu bedanken. Aber solange uns keine brauchbare Verwendungsmöglichkeit zur Verfügung steht, können wir es euch nicht geben. Zudem muss mich die Verwendungsmöglichkeit überzeugen. Es gäbe nichts Schlimmeres für unser Volk, wenn Voltan verschwendet werden würde", er wandte sich dem Ma-non zu, ,,Außerdem gäbe es da ein kleines Problem, was den Transport angeht. Bei der Entvoltanisierung wird das Voltan direkt in den Körper vom Nutzer des Gorgwas übertragen. Wir bräuchten einen Apparat, der es abfängt." ,,Kein Problem", antwortete der Ma-non, ,,Beschreibe mir einfach ganz genau, wie das Entvoltanisieren abläuft." Trachlo musste dabei sehr genau sein, was ungefähr zwanzig Minuten in Anspruch nahm. Der Ma-non wusste danach die Lösung und holte eine kleine Maschine hervor, die wie ein gelber Rubin mit einer dunkelblauen, gläsernen Kugel in der Mitte aussah. Er war nicht viel größer als eine Hand. ,,Diese Maschine hier sollte, wenn ich sie ein wenig umbaue, dazu in der Lage sein, das Voltan abzufangen", erklärte der Ma-non, ,,Verstehst du?" ,,Krchk. Wie wird das ablaufen?" ,,Ich werde es für die Dauer des Entvoltanisierens mit deinem Stab verbinden, ja? Du musst lediglich im Einflussradius des Geräts stehen, ja?" Nach der kurzen Erklärung, begaben wir uns aus dem Schiff und Trachlo suchte innerhalb der Stadt nach Voltan. Als er es gefunden hatte, aktivierte er das Gerät des Ma-nons, welches eine transparente Aura um sich herum erzeugte, während es auf der Höhe seines Gorgwas neben ihm über dem Boden schwebte. Trachlo nahm seinen Gorgwa waagerecht in die Hände und hielt ihn hoch. Wenig später erschien eine dunkelrote Gaswolke, die vom Gorkwa angezogen wurde. Kurz nachdem sie in den Stab eindrang, wurde sie wieder aus ihm hinausgezogen und in den Ma-non-Apparat gezogen, welcher seine obere Hälfte geöffnet hatte. Als Trachlo fertig war, senkte er den Stab und die Maschine schloss sich wieder. ,,Das war's", sagte er, ,,Die Entvoltanisierung wäre abgeschlossen. Ich hoffe, es reicht für deine Untersuchungen. Krchk.",,Ich werde sehen, was sich damit lassen lässt, ok?", antwortete der Ma-non.

Die Untersuchungen des kleinen Kerls dauerten ungefähr drei Stunden. Danach kam er, allerdings mit leicht geknickter Miene zu uns. ,,Schlechte Neuigkeiten, ja?", begann er, ,,Ich bin sämtliche Szenarien und Möglichkeiten durchgegangen. Leider bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es unmöglich ist aus Voltan etwas zu machen, was einem Geschenk ähnelt, versteht ihr?" ,,Schade", sagte Lin, ,,Tut mir leid." ,,Krchk", der Zarubogganer akzeptierte dies, ,,Mir tut es viel mehr leid. Als Planungsdirektor muss ich damit leider einen Beitrag zu Weihnachten ablehnen. Krchk." ,,Das verstehen wir", versicherte ich ihm, ,,Ihr braucht euch deswegen nicht schlecht fühlen. Eure Spezies am Leben zu erhalten ist wichtiger, als jede Feierlichkeit." ,,Krchk. Ich bin froh, dass ihr das so gelassen hinnehmt." ,,Wir sind ja selber eine bedrohte Art", fügte Lin hinzu, ,,Wir können so etwas also erst recht nicht von einer noch schlimmer betroffenen Rasse annehmen." ,,Krchk", er wandte sich dem Ma-non zu, ,,Dann würde ich jetzt gerne das Voltan wieder an mich nehmen und es dieses Mal wirklich entvoltanisieren." ,,Kein Problem. Haltet nur ein wenig Abstand, ja? Ich werde es jetzt entweichen lassen." Der Ma-non ließ das Gerät am Boden schweben. Seine Oberseite öffnete sich und ließ Voltan entweichen. Doch wir atmeten erstaunt auf, als plötzlich eine helle, funkelnde Gaswolke hinausgeströmt kam. In einer runden, nicht ganz gefüllten Kugelform schwebte das Voltan leicht über der Maschine und bewegte sich nicht von der Stelle. Sanft schien sich die Kugel zu drehen. Das Gas hatte einen hellen Farbton angenommen, welcher abwechselnd gelb und rosa erstrahlte. ,,Es ist wunderschön", fand Lin und bewunderte die Kugel. ,,Leuchtet zehn Mal heller als Kugelflitz!", fand Tatsu. Auch ich war zugegeben begeistert davon. Nur Trachlo schien nicht begeistert zu sein. ,,KRCHK!!! Beim mächtigen Golbagga! Was hast du getan?!" ,,Oh-oh", sagte der Ma-non, ,,Es scheint, als hätte ich vergessen die Maschine vorher zu reinigen. Das Voltan muss sich während der stundenlangen Untersuchung mit den Resten unseres Treibstoffs, von dem ich zuvor eine Probe für eine Forscherin ablieferte, vermischt haben, wisst ihr? Dieses Gerät kann nicht nur Gase aufnehmen, versteht ihr?" ,,Ich verstehe es nur zu gut. Du hast Voltan verunreinigt! Krchk!" ,,Das tut mir leid, ok? Aber unser Treibstoff dürfte keine allzu großen Schäden verursacht haben, da sich die Daten des Voltans während meiner ganzen Untersuchung nicht veränderten, oder zumindest so geringfügig, dass es mir nicht auffiel, ja?" ,,Krchk. Na gut, vielleicht kann ich das Voltan ja noch von den Resten eures Treibstoffs trennen. Ich muss es versuchen." Trachlo hob seinen Stab und versuchte das Voltan zu entvoltanisieren. Jedoch nahm er nicht nur die Bestandteile davon, sondern das gesamte, gelbe Gas in seinen Stab auf. ,,Oh nein. Krchk", der Zarubogganer erschrak, ,,Das ist nicht gut. Das... Das ist...", er krümmte sich zwar und schien eine Ohnmacht zu erwarten, jedoch geschah nichts davon. Er verharrte bloß und tat nichts. ,,Trachlo?", fragte ich und war kurz davor ihn an zu stupsen. Plötzlich sprang er hoch und brüllte: ,,DAS IST UNGLAUBLICH!" ,,Alles in Ordnung?!", fragte Lin. ,,Krchk! Mir geht's blendend! Mir geht's umwerfend! Krchk. Das... Das ist ein Wunder! Oh großer Golbagga, ich danke dir, dass du mir das Leben schenktest, damit ich diesen Moment erleben durfte!" ,,Beruhige dich, ok?", verlangte der Ma-non, ,,Was ist los?" ,,Dieses Voltan! Krchk. Als ich es entvoltanisiert habe, habe ich mich erst unwohl gefühlt. Doch dann realisierte ich es erst. Dieses Voltan schmeckt unglaublich! Und nicht nur das! Krchk! Ich habe gar keinen Hunger mehr! Zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich mich satt!" ,,Das ist ja unglaublich", dachte ich laut. ,,Krchk!", er zeigte auf den Ma-non, ,,Du musst unbedingt noch mehr davon herstellen! Ich nehme alles zurück, was ich vorher gesagt habe. Du hast es nicht verunreinigt, sondern veredelt. Krchk! Wenn wir unserem Voltan dadurch die Fähigkeit verleihen können uns eine Zeit lang zu sättigen, wären unsere Leiden des Unterdrückens und die Versuchung endlich Geschichte!" ,,Natürlich kann ich das machen, aber das wird euch etwas kosten, ok?" ,,Mir egal. Du sollst alles Geld bekommen, was du dafür verlangst, solange du uns einen kleinen Vorrat davon herstellst. Krchk!" ,,Wie schön", freute ich mich für die Zarubogganer, ,,Jetzt haben sie immerhin eine Möglichkeit gefunden sich das Leben etwas zu erleichtern." Lin schien noch weiter zu denken. ,,Ähm, Trachlo?", fragte sie, ,,Voltan kann nicht verrotten, oder schlecht werden, richtig?" ,,Krchk. Nein, das sollte nicht passieren." ,,Wäre es dann vielleicht möglich, dass wir uns ein wenig von dem veredelten Voltan ausleihen?" ,,Wozu? Krchk." ,,Als es aus der Maschine hinausgeströmt ist, hat es richtig schön gefunkelt. Dieses Licht sah unfassbar schön aus und war noch dazu recht hell. Ich glaube, es würde sich super als Weihnachtsbeleuchtung machen. Dadurch würden wir in Zukunft vielleicht sogar einen Weg finden Energie zu sparen." ,,Krchk. Hm", Trachlo überlegte, ,,Ich weiß nicht. Wenn die anderen erst mal davon gekostet haben, werden sie das Gefühl des Satt seins nicht mehr loswerden wollen. Ich denke nicht, dass es einen positiven Effekt haben würde, wenn wir ihnen das veredelte Voltan buchstäblich vor die Nase halten würden." ,,Aber wir würden sie nur nachts aufstellen, sonst sieht man sie ja gar nicht richtig. Und das Voltan und der Treibstoff brauchen doch sowieso eine gewisse Zeit, um sich zu vermischen." ,,Krchk. Ich verstehe, worauf du hinauswillst. Ich bin schließlich der Planungsdirektor. Und selbst wenn es uns satt machen kann, bleibt das veredelte Voltan Voltan. Die offizielle ,,Reifung", des edlen Voltans wird daher so lange dauern, wie ihr sie für die Beleuchtung nutzen wollt." ,,Das ist eine großzügige Geste von dir", lobte ich ihn. ,,Ich habe es euch doch gesagt. Krchk. Es ist nur fair, wenn wir euch etwas davon abgeben. Ich bin froh, dass mein Volk einen Beitrag für Weihnachten leisten kann." ,,Nun, sagte der Ma-non, ,,dann solltet ihr besser fleißig entvoltanisieren. Ich habe noch ein paar Apparate übrig. Ich muss nur etwas von unserem Treibstoff hinein füllen, ja?"

Emils Sicht:

Zwölf Tage sind vergangen und NLA sieht schon sehr weihnachtlich aus. Nur fehlte noch etwas. Auch wenn wir BLADEs immer noch andere Aufgaben erledigten, so hatte ich schon oft Zeit einfach durch die Stadt zu gehen. Die Rüstungsfirmen waren eine große Hilfe, was einfache Weihnachtskleidung anging, aber auch andere Objekte. Nur fehlte immer noch etwas.
„Wir müssen ein Weihnachtsparfüm machen, ja?“, meinte eine Stimme, die eindeutig zu einem Ma-non gehörte.
In der Nähe eines Kleidungsgeschäfts diskutierte eine Frau mit einem Ma-non und anscheinend ging es um Artikel für Weihnachten.
„Dann müssten wir aber wieder viele Materialien beschaffen, denn jede Rasse hat andere Vorlieben“, entgegnete die Frau dem Vorschlag.
„Aber wir Ma-non haben keine Verwendung für andere Sachen, ok?“
Ich erkannte die Frau wieder, es war Victoria, eine engagierte Geschäftsfrau, die immer wieder neue Klamotten auf den Markt brachte, aber auch auf Wünsche einging, wenn man die Materialien selber beschaffte. Da kam mir dann eine Idee.
„Hey Victoria, nimmst du noch Wünsche entgegen, oder arbeitet ihr an ein Parfüm?“, brachte ich mich in die Diskussion ein.
„Wünsche nehme ich immer entgegen. Aber wir müssen auch bald neue Produkte liefern, die zu Weihnachten passen“, erklärte sie mir und wirkte etwas gestresst.
„Warum macht ihr nicht mal für jede Rasse etwas anderes, da wäre dann auch etwas Abwechslung bei euch bei“, schlug ich vor. Dabei hatte ich schon etwas im Hinterkopf.
„Das würde natürlich gehen. Du möchtest aber bestimmt erst deine Bestellung abgeben, oder?“, sagte sie, als hätte sie meine Gedanken gelesen.
„Erwischt. Ich wollte fragen ob du vielleicht ein Engelsköstum machen könntest?“, gab ich meine Bestellung auf  und wusste schon genau wem ich es geben würde.
„Das sollte kein Problem sein. Ich werde dir nachher die Liste schicken mit dem was ich brauche. Aber wenn du schon hier bist, hast du noch andere Ideen, was man machen kann?“, band sie mich schon in ihrer weiteren Planung ein.
„Für die Nopon könnte man doch kleine Rentierkostüme machen, sie sind ja schon pelzig. Die Ma-non wollen anscheinend ein Parfüm haben. Bei den Orphen habe ich keine Idee und die Wrothianer sind schon mit ihren Traditionen beschäftigt. Sie sind also schon zufrieden. Wir könnten die Pronen vielleicht als Weinachtsmänner verkleiden“, zählte ich die Ideen auf, die mir in den Sinn kamen.
„Ich glaube die Pronen als bärtige Männer mit rotem Mantel würden etwas abschreckend wirken“, äußerte Victoria ihre Bedenken.
„Denkt aber an das Parfüm für die Ma-non, ok?“, meldete sich auch der Ma.non wieder, den ich schon vergessen gehabt habe.

Nach gut einer Stunde habe ich eine Mail bekommen, die mehrere, große Listen beinhaltete. Die Liste beinhaltete aber alles was Victoria für ihre neuen Produkte brauchte. Ein Glück waren viele der Sachen von Monstern zu erhalten, weshalb ich da bestimmt Meyneth fragen konnte, welche ich dafür besiegen musste. Die anderen Sachen von der Liste waren aber nicht so einfach zu besorgen und ich musste dafür  sogar ganz Mira ablaufen um sie zu sammeln. Nach fünf Tagen hatte ich sie endlich zusammen, auch wenn mir geholfen wurde.
„Das hat aber ganz schön lange gedauert“, beschwerte sich Victoria, als ich endlich bei ihr war.
Ich konnte sie verstehen, denn wir hatten nur noch sechs Tage bis alles fertig sein musste und die Produktion dauerte auch etwas, wie ich feststellen musste. Ganze zwei Tage gingen wieder vorbei, ehe ich das weiße Engelskleid hatte.  Jetzt musste ich nur noch Prisma finden. Hoffentlich setzte sie ihre Maske ab, wenn sie das Kleid anprobierte. Auch hatte ich ein kleines Rentierkostüm für Tatsu dabei, es war als kleine Überraschung für Lin gedacht. Als erstes machte ich mich auf zum Quartier von Lin, denn da war sie meistens und bei ihr das kleine Fellknäul.
„Hey Lin“, begrüßte ich die Schwarzhaarige, als ich das Quartier betrat und sie schon erblickte.
„Hi, was gibt es denn?“, fragte sie mich direkt und Tatsu kam auch dazu.
„Ich habe Victoria geholfen ein paar neue Produkte für die Weihnachtszeit zu machen und da haben wir auch etwas für die Nopon gemacht“, erklärte ich ihr, wofür ich die letzten Tage verwendet hatte.
„Wow, echt?“, äußerte sie etwas aufgeregt.
Ich nickte nur und holte das kleine, braune Bündel hervor. Als ich es auseinander faltete erkannte man das Rentier. Ich hielt es an den beiden, hellbraunen Geweihen fest, welche an einer Art braunen Jacke mit Kapuze befestigt waren. Victoria wollte keine Ganzkörperkostüme machen.
„Tatsu, das musst du sofort anprobieren“, wandte sich das Mädchen an ihren ständigen Begleiter, welcher nur etwas erschrocken reagierte.
Nach kurzer Zeit aber hatte Tatsu es doch angezogen und so stand vor uns ein kleines, rundes Rentier.
„Man erkennt gar nicht mehr, dass er wie eine Rübe aussieht“, meinte ich und betrachtete den Nopon, welcher das Kostüm wohl doch nicht so schlimm fand.
„Stimmt und von Rentierbraten habe ich auch noch nie gehört“, stimmte Lin mir zu, schien aber schon zu überlegen wie sie Tatsu trotzdem ärgern konnte.
„Ich muss jetzt los. Weißt du wo Prisma ist?“
„Hm, ich glaube sie müsste in der Nähe vom Testhangar sein. Ich bin mir da aber gerade nicht so sicher“, sagte sie mir noch.
Ich bedankte mich und machte mich auf den Weg zum Testhangar.

Am besagten Hangar war nicht viel los, nur ein paar Arbeiter und Rock, welche den normalen Arbeiten nachgingen. Ich hoffte wirklich Prisma zu sehen, doch leider blieb meine Suche erfolglos. Selbst als ich anfing die Leute zu fragen bekam ich immer nur ein Nein zu hören. Es konnte doch nicht so schwer sein eine Person zu finden, die mit einer auffälligen Maske durch die Gegend läuft.
„Wen suchst du?“, hörte ich dann eine weibliche Stimme fragen.
Ich drehte mich um und sah Celica.
„Weißt du vielleicht wo Prisma ist?“, fragte ich sie direkt.
„Nein, tut mir leid“, antwortete sie nach kurzem Überlegen, „Nein warte. Ich habe gehört, dass sie gerade das VRBSTS betreibt, damit die Wrothianer ihre Tradition ausführen können.“
„Schade“, konnte ich nur enttäuscht von mir geben.
„Vielleicht kannst du mir aber auch helfen. Ich wurde gefragt ob ich einen Engel in einer Aufführung übernehmen könnte, doch ich weiß nicht wirklich was ein Engel ist“, bat sie mich um Hilfe.
„Ein Engel ist ein … Wesen mit Flügeln und es ist in ganz weiß gekleidet. Sie sind himmlische Geschöpfe die den Menschen damals geholfen haben. Natürlich nur in den Erzählungen“, versuchte ich ihr zu erklären.
„In ganz weiß gekleidet? Also ist meine Kleidung wohl nicht so geeignet, oder?“, wollte sie von mir wissen, nachdem sie einmal an sich herunter gesehen hat.
„Naja, sie ist nicht ganz weiß, aber ich habe zufälligerweise gerade ein Engelskostüm dabei. Ich kann es dir ja leihen, für deine Vorstellung“, bot ich ihr an, auch wenn ich dadurch die Chance verpasste die Augen von Prisma zu sehen.
„Das wäre echt nett von dir“, nahm sie das Angebot an.
Ich holte also das weiße Kleid heraus, an dessen Rücken Flügel befestigt waren. Sie nahm das Kleid und begutachtete es kritisch.
„Ich werde es mal anprobieren“, teilte sie mir mit, bevor sie kurz verschwand.
Als sie wiederkam wurde ich sehr überrascht, denn das auf den ersten Blick schlichte Kleid wirkte an ihr richtig elegant. Sie sah wie ein echter Engel aus.
„Wow“, kam nur von mir und Celica wirkte etwas geschmeichelt.
„Also kann ich es für die Vorstellung anziehen?“, wollte sie jetzt nochmal wissen.
„Klar“, konnte ich ihr nur antworten.





Yugos Sicht

Endlich war es soweit. 24 Tage sind vergangen und das Projekt ,,Weihnachten in NLA" war vollbracht. Nahezu die gesamte Bevölkerung NLAs, sowohl Menschen, als auch Xenos, waren im Park um 19 Uhr anwesend. Jedoch waren einige BLADEs und Arbeiter mit Aufgaben beschäftigt. Der Deal war ja, dass wir alles parallel zueinander machten. Daher würden sich die Feierlichkeiten zwei Mal abspielen, einmal jetzt und dann später im Morgengrauen nochmal. Dann würden die BLADEs, die bereits feiern konnten, übernehmen. Im Park war die weihnachtliche Beleuchtung von der Erde angeschaltet und auch das veredelte Voltan erstrahlte bereits an ein paar Stellen. Stände waren aufgestellt, an denen bereits ein paar Tage zuvor ein kleiner Weihnachtsmarkt eröffnete. Auch hier stand ein Sandschnee-Nopon herum, die Bäume waren geschmückt, auch wenn sie keine Tannenbäume waren, eine sehr junge gezähmte Aprica wurde von Pronen als Rentierersatz hergebracht und etwas Fakeschnee wurde versprüht. Vor den Feierlichkeiten wurde in der Kirche auch ein kleines Krippenspiel vorgeführt, welches zeigte warum die Menschen Weihnachten überhaupt feierten. Da kam auch ein Engel drin vor und der wurde von Celica gespielt! Ich fand das unfassbar toll. Nicht nur, weil Celica in ihrem Kleid sehr schön aussah, ich meine... Sie sah darin gut aus, aber was ich damit eigentlich sagen wollte war, dass ich es toll fand wie selbst in den eigenen Traditionen Xenos implementiert wurden. An der Stelle, an der Emil und Meyneth den Ersatz-Tannenbaum der Orphen aufgestellt hatten, stand nun Chausson und würde gleich eine Rede halten. Ich war total aufgeregt. Auch Dennis, Elma, Emil, Lin, Meyneth, Tatsu und alle anderen Anwesenden waren das. Dann nahm Chausson endlich ein Mikrofon in die Hand und begann zu sprechen: ,,Bürgerinnen und Büger von NLA. Ich darf ihnen mit Freude mitteilen, dass die Vorbereitungen  des ersten Weihnachtsfests in NLA abgeschlossen sind. Wir alle können stolz auf uns sein. Nicht nur BLADE, sondern auch alle Bürger und unsere erst kürzlich hinzugekommenen Verbündeten, die Nopon, Ma-non, Orphen, Wrothianer, Zarubogganer, Teile der Prone-Klans und alle anderen Xenos. Jeder hat einen bedeutenden Teil dazu beigetragen. Und zusammen ist es uns gelungen aus unserem alten Fest von der Erde ein völlig neues emporsteigen zu lassen. Eins, welches unsere Völker und ihre Traditionen näher denn je zusammengebracht hat", er machte eine Pause und drehte sich zu dem kleinen Tannenbaumsetzling, den die Orphen hergestellt haben. ,,Dieser Baum hier", fuhr er fort, ,,ist noch klein und verletzlich, so wie wir, als wir Fuß auf Mira setzten. Aber schon bald wird er wachsen und gedeihen, wie auch NLA. Dieser Baum hier soll ein ewiges Symbol sein. Ein Symbol der Verbindung der Menschheit und all ihrer Verbündeten. Und in einem Jahr werden wir uns wieder 24 Tage lang auf das nächste Fest vorbereiten und hoffentlich ein noch schöneres auf die Beine stellen können. Und wer weiß, wie groß der Baum und unsere Stadt bis dahin gewachsen sein werden. Nun gut, ich habe genug geredet. Lasst uns jetzt endlich mit den Feierlichkeiten beginnen. Ich wünsche ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest!" Als diese Rede vorbei war, klatschten alle Anwesenden und ein kleiner Chor begann damit seine ersten Lieder zu trällern. Weihnachtspunsch wurde ausgeteilt und viele Leckereien bereitgestellt. Wir stellten uns zusammen mit Team Ragnarök, Irina, Gwin, Prisma und Nana unter einem Baum und redeten. ,,Das war eine wirklich tolle Idee, Ma'am", lobte Irina Elma, ,,Ich bin so froh, endlich mal wieder die Gedanken schweifen zu lassen." ,,Ja", sagte Gwin, ,,Und hey, jetzt können wir endlich mal zusammen feiern." ,,Ja", nickte Elma, ,,Ich finde es nun umso trauriger, dass ich auf der Erde nie mit euch feiern konnte. Hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich definitiv zu jedem Fest gekommen." ,,Schwamm drüber", sagte Irina lächelnd, ,,Ist Schnee von vorgestern." ,,Hmhm", sagte Lin, ,,Ja. Echter Schnee würde dem ganzen jetzt noch die Krone aufsetzen." ,,Wer weiß", sagte Dennis und trat neben Elma, ,,Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder und wir bekommen Eisregen." ,,Das wäre nicht dasselbe", sagte Lin. ,,Auch ich finde es schade", sagte Prisma und sah zu Nana, ,,Ich konnte auch nie wirklich Weihnachten feiern. Hin und wieder bekam ich eine kleine Gelegenheit dazu,  aber nie wirklich intensiv, wie heute. Diesen Tag werde ich niemals vergessen." ,,Naww!", Nana umarmte ihre Freundin, ,,Das war total süß, Prisma." ,,Hey...", sie musste schmunzeln. Dann sprang Tatsu von der anderen Seite an die Visierträgerin. ,,Gruppenkuscheln!", rief er. Emil wollte zu ihr gehen, jedoch hielt Meyneth ihn fest. Plötzlich tippte mir jemand von hinten an die Schulter. ,,Jo", fiel mir auf, als ich mich umdrehte. ,,Frohe Weihnachten", winkte der weibliche Maschinenschreck und reichte mir eine Tasse, aus der es noch dampfte. ,,Ist die Kaffeemaschine heute ganz geblieben?", wollte Nana wissen. ,,Nun ja", sagte sie lächelnd, ,,Sie hat zwar ihre Ruckler gehabt und es ist sechs Mal der Schaum übergelaufen, aber ich habe es einigermaßen geschafft alle zufriedenzustellen. Und ich habe auch ein kleines Geschenk für dich Yugo." ,,Was ist das?", fragte ich. ,,Kaffee", sagte sie. Ich weitete meine Augen und hätte sie wahrscheinlich umarmt, wenn ich das Getränk nicht in der Hand halten würde. ,,Danke, Jo! Jetzt kann ich den endlich mal probieren!" ,,Du wirst vielleicht nicht so ganz erfreut sein", warnte mich Dennis vor, ,,Das ist nicht jedermanns Sache." ,,Mach den Moment nicht kaputt!", fuhr ich ihn sanft an, ,,Ich warte da schon so lange drauf. Endlich ist es soweit!" Dann pustete ich ein wenig und begann damit das Getränk zu trinken... Nur um es danach wieder auszuspucken. Alle Umstehenden lachten. ,,Hab dich ja gewarnt", sagte Dennis. ,,Ganz schön hartes Zeug", keuchte ich. ,,Jetzt hast du schon zwei Sachen, die du nicht verträgst", schmunzelte Elma. Lin sah zu unserer Anführerin und Dennis, dann fiel ihr Blick ein paar Zentimeter über deren Köpfen und sie atmete auf. ,,Was ist los, Lin?", wollte Dennis wissen. ,,Och, nichts", sagte sie grinsend, ,,Aber... vielleicht guckst du mal nach oben." Verwirrt tat er das und wurde plötzlich knallrot. Emil pfiff: ,,Na, dein Wunsch ist wohl doch in Erfüllung gegangen." ,,D-das hab ich mir nicht...! Meyneth, du sagtest doch es gibt gar keine Mistelzweige mehr!" ,,Tja", sie zuckte schmunzelnd mit den Schultern, ,,offenbar sind ein paar Reclaimer doch fündig geworden." ,,Was ist denn los?", fragte Elma und schaute ebenfalls auf den kleinen Zweig, der am Ast über ihr und Dennis hing, ,,Stimmt etwas nicht?" ,,Alles ist in Ordnung, Colonel", schmunzelte Irina, ,,Aber vielleicht sollte dir Dennis sagen, was es bedeutet, wenn zwei Leute unter einem Mistelzweig stehen." Fassungslos starrte er Irina an, dann wandte sich ihm Elma erwartungsvoll zu. ,,A-also... Ähm...", er fasste sich an den Nacken und blickte verloren hin und her. Dann gab er sich einen Ruck. ,,W-wenn zwei Leute unter einem Mistelzweig stehen... M...Müssen sie sich..." Er wurde von einem lauten Gebrüll unterbrochen, welches uns alle hochschrecken ließ. Ich kannte dieses Brüllen nur zu gut. Und ebenso die Bestie, der er gehörte, und dessen Schatten über die Stadt flog. ,,Die Telethia!", stellte Meyneth fest. ,,MMM!", Commander Vandham, welcher am Brezelstand in der Nähe war, schluckte ein Stück seiner halb aufgegessenen Backware schnell hinunter und lief voraus, ,,SKELLS BEREIT MACHEN!" Wir wollten auch schon los rennen, als die Telethia nach einer Umrundung der Stadt plötzlich kehrt machte und gen Nordwesten abzischte. Verwirrt, aber gleichzeitig erleichtert blieben alle stehen. Dann sahen wir in den Himmel und weiteten die Augen. Kleine, weiße Flöckchen rieselten langsam hinunter. ,,Es schneit!", rief Lin voller Freude, ,,Ich fasse es nicht!" Ich hielt meine Hand auf und eine der Schneeflocken landete darauf. Sie schmolz leider recht schnell, doch ich konnte kurz das schöne Muster in ihr sehen. ,,Wie wunderbar!", rief L, ,,Offenbar ist sich selbst die Hüterin den Forellichkeiten bewusst!" ,,Fast, L", kicherte Lin. ,,Ob sie wirklich davon wusste?", fragte sich Dennis. ,,In jedem Fall ein nettes Present", fand Meyneth, ,,Besonders von einer so geheimnisvollen Kreatur." ,,Mhm", nickte Lin und drehte sich dann zu uns, ,,Aber das beste Geschenk ist immer noch, dass dieses Fest überhaupt stattfindet. Und das ich es mit euch feiern kann." ,,Oh, Linly", Tatsu war gerührt, ,,So bescheiden. Nun, wo ist festliches Wein-Nachts-Happa?" ,,Das steht direkt vor meiner Nase", sagte Lin grinsend und tippte ihm auf die rot leuchtende Nase des Kostüms, die begann zu leuchten. ,,NU!", der Nopon sprang hoch, ,,Das ist immer noch nicht witzlich, Linly!" ,,Ich bin auch froh, dass wir heute hier sind", wie alle anderen, sah auch ich nach oben und schaute dem sanft rieselnden Schneefall zu, ,,Nichts ist besser, als bei der Familie zu sein. Frohe Weihnachten."

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Alola, ich bin's Blader Dj. Ich wünsche euch frohe Weihnachten!


Darkrai: Mit weihnachtlichen Grüßen von mir *Regenbogengeste mach und seufzt* So, dass war das letzte mal, dass ich das gemacht habe. Genießt es also. Ich bin weg *aus dem Bildschirm tritt und Weihnachtsmütze abnehm*

Ein Weihnachtsspecial zum Tagebuch war schon länger geplant, allerdings ein wenig später. Jedoch haben sich die Pläne geändert und mein eigentliches Projekt, das wusste ich schon vor der Arbeit hieran, ließ sich leider nicht mehr rechtzeitig realisieren. Es ist ein wenig Schade, dass nicht alle Tagebuchleser das lesen können, da es eben viele Spoiler beinhaltet, jedoch sind sich dem ja auch alle Tagebuchleser und gleichzeitige Nichtspieler bewusst, da es ja im Kern der Hauptstory des Spiels folgt, wenn auch mit meiner zusätzlichen Note. Umso mehr erfreut es mich natürlich, dass diese FF es geschafft hat die 1000 Views vor kurzem zu erreichen, um genau zu sein liegt sie derzeit bei 1120 Zugriffen und für ein so unbekanntes Fandom wie Xenoblade Chronicles ist das natürlich der absolute Hammer. Für mich war das Jahr 2016 auf dieser Seite ein wahnsinniger Erfolg und den verdanke ich natürlich allen Lesern und Reviewern. Hervorheben möchte ich hier nochmal Mithos, bei dem ihr das hier gerade lest,  Herzdame und Iruthyra Lux Provaca. Außerdem möchte ich hier nochmal Das Vii und Erdbeerchen x3, sowie alle Frontler aus ihrer MMFF grüßen, vielleicht ist ja einer von euch hier dabei. Na dann, ich wünsche euch frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr.

#Baumkuchen
Wir lesen uns später ^^
メリークリスマス


Alola
Auch von mir ein fröhliches und schönes Weihnachtsfest an alle.
Wie Blader Dj schon gesagt hat, hatte er eh ein Special zu seiner Geschichte vor, doch ich habe ihm da auch dieses Partnerprojekt vorgeschlagen. Für alle die sich fragen, warum er das nicht über sein Profil hochgeladen hat, uns war es egal wer das übernimmt und er meinte ich kann das ruhig übernehmen.
Ich hoffe auch, dass ihr Spaß beim lesen hattet und das euch die getrennten Abschnitte nicht zu sehr gestört haben, da wir beide ja schon unterschiedlich schreiben.
Damit ist auch das Wichtigste gesagt.
LG Mithos