Between the Lines

von Valkyr
GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Böse Königin / Regina Mills Emma Swan Henry Mills jr.
24.12.2016
20.10.2019
41
244408
28
Alle Kapitel
104 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Einen wunderschönen Abend euch!

Als kleines Geschenk an euch zu Weihnachten, veröffentliche ich nun bereits die nächste SwanQueen-Fanfiktion « Between the Lines »
Anbei eine Widmung und ein großes Dankeschön an Fyval (YT, Twitter), deren Songs mich sehr inspiriert haben!
Ich lade so früh, wie möglich, neue Kapitel hoch. Wenn ich es schaffe, jede Woche eins.

Nun wünsche euch viel Spaß beim Lesen und frohe Feiertage!

Liebe Grüße
Eure Valkyr

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

 « Between the Lines »  

1. Kapitel - Longing Glances  



Es war der erste Schnee, der in diesem Winter fiel. Frost umgab die Autos, die wo überall geparkt und über Nacht nicht bewegt worden waren. Selbst die Fenster der Häuser und verschiedenen Läden, die sich an der Hauptstraße entlang zogen, waren beschlagen. Eiszapfen hingen an den Vordächern und Torbögen und mit immer wiederkehrenden Windböen streifte die Kälte durch die Straßen Storybrookes.
Es war noch dunkel und nur langsam brach die Morgendämmerung an, tauchte alles in einen blauen Schein. Niemand war um diese Uhrzeit unterwegs. Niemand, außer Regina Mills, die Bürgermeisterin dieser kleinen Stadt.

Die Hände in den Manteltaschen, ging sie die Straße entlang. Unter ihren Stiefeln knirschte der Schnee und wann immer sie die Luft ruhig durch die Nase ausblies, wirbelte ihr Atem als kleine Nebelwolke vor ihrem Gesicht. Ihre Wangen waren rosig von der Kälte und sie hatte die Augen leicht verengt, um durch die unzähligen Schneeflocken, die herab fielen und sich zum Teil auf ihren Schultern ablegten, etwas sehen zu können.
Sie ging am Granny's vorbei, einem Diner mit zusätzlicher Raststätte und Standardtreffpunkt in Storybrooke.
Als sie eigentlich weitergehen wollte, erfasste sie aus den Augenwinkeln einen Schimmer und so schaute sie auf: In einem der oberen Zimmer brannte bereits Licht, welches durch die morgendliche Dunkelheit noch kräftiger erschien, Teile der Hauswand erhellte und sich, wenn auch schwach, bis zur Straße erstreckte.
Ihr erster Gedanke war, dass Granny, die Inhaberin des Diners, vermutlich die Räumlichkeiten säuberte, doch als sie dann, hinter den transparenten Vorhängen, die Umrisse einer Frau erkannte, die allein schon vom Körperbau her nicht Granny entsprach, blieb Regina stehen und hielt ihr Augenmerk auf das Fenster geheftet.
Die Silhouette kam näher, da wurden die Vorhänge auch schon aufgezogen.
Überrascht zog Regina die Brauen hoch, als sie die Frau erkannte: Es war Emma Swan.

Die Kälte schien für einen kurzen Augenblick zu weichen, als sie einfach nur da stand, die Schneeflocken auf sie herab rieselten und auf ihrer Kleidung zu kleinen Tropfen schmolzen, derweil sie Emma einfach nur ansah. Und plötzlich schaute diese zurück.

Ihre Blicke kreuzten sich und sie sahen einander fast schon zu lange an. Regina erkannte den Hauch eines Lächelns, das Emmas Lippen umspielte. Dann wandte die blonde Frau sich vom Fenster ab, aber rein intuitiv blieb die Bürgermeisterin an Ort und Stelle stehen. Sie schaute mit einer langsamen Kopfbewegung vom Fenster zur Tür des Diners und nur wenige Sekunden später wurde diese auch schon geöffnet. Es war Emma, welche die Tür aufhielt.
„Regina, komm rein!“

Regina zog die Brauen erneut überrascht hoch, nickte aber und lächelte zaghaft, ehe sie kurz zu Boden sah, um eine Ausrutschgefahr ausschließen zu können. Mit einer weiteren Kopfbewegung warf sie ihr Haar zurück und ging auf die Treppen zum Eingang des Ladens zu. Mit ihrer, in Glattleder gehüllten Hand, umfasste sie das vereiste Geländer und stieg die einzelnen Stufen empor. Sie trat an Emma vorbei in den Laden, da zog diese die Tür auch schon zu und rieb ihre Hände aneinander. „Ziemlich kalt geworden, hm?“, gab sie nur von sich und rieb sich nun über die nackten Arme, um sich zu wärmen. Sie trug auch nichts weiter, als ein eng anliegendes Top und eine Jeanshose.

Für einen Moment wägte Regina ab, ob sie sie darauf hindeuten sollte, dass dies nicht unbedingt die angemessene Kleidung für solche Temperaturen wäre, doch blieb sie fürs Erste stumm und nickte nur mit einem leichten Schmunzeln.
Dann sah sie sich um. Im selben Moment trat Granny aus der Küche, ein Messer in der Hand und eine Schürze umgebunden. Sie hielt jäh Inne, als sie Regina sah.
„Miss Mills – Wir haben noch nicht geöffnet“, gab sie verblüfft von sich.
Ich-“, begann Regina, doch Emma kam ihr zuvor: „Ich habe sie rein gelassen. Ich dachte, das geht schon in Ordnung.“
Granny blinzelte und hob die Brauen. „Na schön... Dann mache ich Ruby wach, damit sie den Laden öffnen kann. Oh und wolltest du deinen Aufenthalt verlängern?", fragte sie nun an die Blonde gewandt.
Kurz überlegte Emma. „Ähm... ich weiß noch nicht. Ich überleg's mir.“

Gut.“ Mit einem Nicken drehte Granny ihnen den Rücken zu und ging die Treppe hinauf. Man hörte ein lautes Poltern, dann, wie die Ältere wohl recht forsch versuchte, Ruby aus dem Bett zu kriegen.
Emma und Regina tauschten nahezu belustigte Blicke, ehe die Polizistin auf eine der Sitzbänke deutete.
Nachdem Regina sich ihres Mantels entledigt hatte, nahm sie schließlich Platz und sah zu Emma, die sich ihr gegenüber setzte.
Für einen Moment herrschte Stille zwischen den beiden, bis die Bürgermeisterin nachhakte: „Wieso bist du eigentlich hier?“
Emma zog die Schultern leicht hoch.
„Na ja, mit dem Kleinen wird es in der Wohnung allmählich eng und Ruby hat mir angeboten, dass ich erst mal hier bleiben kann. Dafür helfe ich Granny oben im Apartment, während sie sich um den Laden kümmert.“
Da hob Regina eine Braue. „Warum suchst du dir nicht was eigenes?“
„Ich suche ja... Aber entweder sind die Apartments hier zu teuer oder... zu klein. Nichts, dass ich sehr anspruchsvoll wäre, aber wenn Henry mal bei mir ist, soll er schon sein eigenes Zimmer haben.“
Zaghaft belächelte Regina dies. Dann holte sie Luft, doch statt etwas zu sagen, schien sie den Atem eher für einen Moment anzuhalten und zu überlegen. Nach nur wenigen Sekunden, legte sie ihre Hand flach auf den Tisch und beugte sich vor, dabei ein charmantes Lächeln auf den Lippen.
„Du weißt, ich habe ein ziemlich großes Haus. Und ich bin mir sicher, dass Henry sich nicht daran stören würde, immerhin müsste er dann nicht mehr hin und her geschickt werden.“
Verdutzt blinzelte Emma. „Moment, du... du meinst, ich soll bei dir wohnen?“
Regina, welche mit ihrem Blick wohl gerade jeden zum Kauf eines Hauses hätte verführen können, nickte nur zaghaft und lehnte sich wieder zurück.
„Vorübergehend, Miss Swan.“

Mit leicht offen stehendem Mund und durchaus verblüfft, sah Emma ihr Gegenüber an. Mit so einem Angebot hatte sie am aller wenigsten gerechnet, vor allem in Anbetracht dessen, dass dieses Angebot von Regina kam.
Nun war es schließlich Emma, deren Atem einen kurzen Aussetzer machte, derweil sie die Schultern abermals hochzog und ein eher unsicher wirkendes Lächeln aufsetzte.
Bevor jedoch weiteres gesagt werden konnte, kam auf einmal Ruby zu ihrem Tisch. Sie wirkte zwar noch nicht sonderlich bei Laune, doch setzte sie sogleich ein freundliches Lächeln auf und hielt Kellnerblock und Kugelschreiber bereit. „Was kann ich euch bringen?“, fragte sie in einer Tonlage, die für diese Uhrzeit definitiv zu fröhlich war.

Während Emma sich „das Übliche“ bestellte, musterte Regina die Kellnerin mit stockenden Blicken von oben bis unten. Erst, als Ruby sich an sie wandte, schaute sie wieder auf und sah ihr in die Augen. „Einen Kaffee.“
Cappuccino, Latte Macchiato, Espresso-“
- Einfach nur einen ganz normalen Milchkaffee.“
Mit Zucker, ohne Zucker, viel Milchschaum – wenig -“
Regina stieß mit dem Anflug eines Brummens die Luft aus. „Einfach – nur - Milchkaffee.“
Ruby nickte, kritzelte dies auf einen der Zettel und ging mit einem Lächeln zurück zum Tresen.
Als Emma zu der Frau ihr gegenüber sah, bemerkte sie, dass diese die Augen verdrehte.
Nimm es ihr nicht so übel – Granny hat sie letztens ziemlich zusammen gefaltet, weil sie die Bestellungen oft falsch aufgegeben hat.“

Leicht nickte die Bürgermeisterin nur und schürzte die Lippen etwas, dabei vage lächelnd.
Nur wenige Augenblicke später kam Ruby auch schon zurück und servierte den Milchkaffee und einen Kakao.
Sogleich umfasste Emma mit beiden Händen ihre Tasse, rutschte ein wenig auf der Stelle herum und wirkte nachdenklich.
Also?“
Mit fragendem Blick sah sie Regina an, als sie gerade an ihrem Kakao genippt hatte.
Nimmst du mein Angebot an oder bevorzugst du es, hier zu bleiben?“
Emma leckte sich die Sahne von den Lippen, ehe sie sich kurzweilig auf die untere biss und die Brauen leicht zusammen zog.
Ähm... Gut, warum nicht? Sag mir nur, was du dafür haben willst. Die Hälfte der Miete oder-“
Emma, das Haus gehört mir. Ich habe solche Kosten nicht. Aber wenn du etwas dazu beitragen willst, dann hilf mir einfach mit den Einkäufen und im Haushalt.“
Nun sah die Blonde schon eher belustigt drein. „Ich und Haushalt, mh? Na gut, ich kann's ja versuchen, deinen Ansprüchen gerecht zu werden.“
Fast schon empört sah Regina sie an. „Meinen Ansprüchen?“, wiederholte sie.
Die Andere nickte nur, ging aber nicht weiter darauf ein und grinste in die Tasse hinein, die sie soeben wieder an ihre Lippen führte.
Dann hole ich meine Sachen und komme nach der Arbeit vorbei.“
Gut.“

Regina umfasste bloß mit zwei Fingern und dem Daumen den Henkel ihrer Tasse, Ring- und der Kleine Finger blieben abgespreizt. Als sie den Kaffee an ihre Lippen führte und ihre Lider dabei leicht senkte, legte Emma den Kopf schräg und betrachtete sie einen Moment lang. Die Art, wie sie da saß, nur schon die Tasse umfasste - Die Bürgermeisterin wahrte sich stets Manieren und eine gewisse Eleganz, in allem, was sie tat. In jenem Moment, als Emma sich ein wenig in Gedanken verlor und Regina einfach nur ansah, führte diese einen atemberaubend langsamen Wimpernschlag aus und ihre Blicke trafen erneut aufeinander. Da war diese Intensität, als sie sich ansahen, ein Gefühl, das nicht zu beschreiben war.
Ohne den Blick von ihr abzuwenden, stellte Regina die Tasse langsam wieder ab. Auf ihren dunkel getuschten Lippen lag ein Hauch eines Lächelns und wieder blinzelte sie.


Da räusperte Emma sich plötzlich und richtete sich ein wenig auf, die Schultern bei einem Atemzug straffend und auf ihren Kakao schauend, von dem sie gleich darauf wieder einen großen Schluck nahm.
Regina lächelte leicht und ließ ein, kaum merkliches, kurzes Kopfschütteln vernehmen.
Wieder kehrte die Stille zurück, während der Schneefall draußen noch mehr zunahm und obwohl die Dämmerung längst vorbei und der Tag erwacht war, blieb es düster.

Emma erhob sich, ging zum Tresen und teilte Ruby mit, die Getränke auf ihre Rechnung zu schreiben.
Dann sehen wir uns später, Emma“, hörte sie Reginas Stimme, weswegen sie erst über die Schulter zu ihr sah und sich dann gänzlich umdrehte.
„Ähm... ja, klar. Soll ich dich vielleicht zur Arbeit fahren?“
Doch Regina schüttelte den Kopf. „Es sind nur noch ein paar Häuserblocks zu meinem Büro.“ Damit schenkte sie der Blonden ein flüchtiges Lächeln und verließ mit dem Läuten der Türklingel das Diner.
Emma sah ihr einen Moment lang nach, selbst dann noch, als die Dunkelhaarige ihr Sichtfeld verlassen hatte.

Wie lang soll dieses Spiel eigentlich noch gehen?“, brachte Ruby's Stimme sie in die Wirklichkeit zurück. Emma drehte sich mit hochgezogenen Brauen zu ihr um. „Was meinst du?“
Oh, komm schon, Emma. Du weißt genau, was ich meine.“
Wieder einmal zog sie verwirrt die Brauen zusammen.
„Nein – keine Ahnung, wovon du redest.“
Ruby, die wohl eher so tat, als würde sie den Tresen abwischen, grinste nur leicht. „Du kommst schon noch dahinter, was ich meine.“ Mit einem Zwinkern verließ sie den Tresen und ging in die Küche. Nachdenklich ließ Emma einmal den Blick umher schweifen, schüttelte dann verwirrt den Kopf und ging die Treppen hinauf zu ihrem Zimmer.

* * *

Als sie später ins Sheriffbüro fuhr, betätigte sie als erstes den Anrufbeantworter. Eine Nachricht war von Henry, ob sie gemeinsam zu Mittag essen würden. Dann eine von David, dass er ein paar Dokumente bereit gelegt hatte, die sie sich anschauen sollte. Und sonst – gar nichts.
Das wird ja mal wieder ein aufregender Tag“, murmelte sie.
Sie schaltete das Licht an und nahm im Sheriffbüro an ihrem Schreibtisch Platz. Dort startete sie den Computer und zog den Stapel Papiere, den David gemeint hatte, vor die Tastatur. Recht gelangweilt ging sie die einzelnen Dokumente durch. Überwiegend ging es um Versicherungen, Steuerverträge und irgendwelchen Kram, der einfach nur abgeheftet werden musste.
So stand Emma wieder auf und holte zwei verschiedene Ordner hervor.
Während sie darauf wartete, dass der Computer gänzlich hochgefahren war, heftete sie die ersten Sachen bereits ab.

Immer wieder sah sie kurzweilig auf den Monitor, als würde plötzlich irgendetwas passieren, das ihre Langeweile lindern würde.
Nachdem die Unterlagen alle abgeheftet, die Ordner wieder verstaut waren und noch immer nichts passierte, lehnte Emma sich einfach zurück und nahm einen Schluck Wasser zu sich.
Fast eine halbe Stunde verging, da stand sie auf, ging etwas im Büro umher, ließ den Blick über ein paar Notizen schweifen, die an einer Pinnwand befestigt waren und blieb letztendlich an der Dartscheibe hängen.

Sie erinnerte sich an Graham und eine gewisse Melancholie kam in ihr auf. So trat sie einen Schritt vor, zog die Pfeile aus der Dartscheibe und nahm etwa zwei Meter Abstand. Dann warf sie den ersten Pfeil, den sie zwar mitten ins Schwarze versenkte, allerdings am äußersten Rand der Scheibe.
Sie schnaufte, warf dann erneut und traf knapp über dem Elferfeld. Der Ehrgeiz in ihr nun geweckt, warf sie noch einmal. Diesmal prallte der Pfeil einfach ab und fiel zu Boden. Sie hob ihn auf, zog die anderen aus der Scheibe und genau in dem Moment, als die Finger sich von dem Pfeil lösten und er knapp am Rande des Zwanzigerfelds stecken blieb, wichen ihre Gedanken auf einmal ab. Erst weiter zu Graham, dann zu Regina. Ihr kamen Ruby's Worte in den Sinn und als hätte der Treffer des Pfeils ihr einen Schleier von den Augen genommen, hatte sie auf einmal eine Ahnung, was die Kellnerin gemeint hatte.
Konnte es denn wirklich sein, dass...

Mit einem lauten Klingeln des Telefons wurde sie wieder aus ihren Gedanken gerissen. Sie drehte sich um, nahm den Hörer ab und hielt ihn sich ans Ohr.
Polizeiwache Storybrooke, Sheriff Swa-“
Mom, ich bin's! Ich sitze im Granny's. Ich dachte, wir essen zusammen?“
Emma wirkte einen Moment lang wie in Trance, da antwortete sie so schnell, dass ihre Stimme sich beinahe überschlug: „Ja. Ja! Ich fahre sofort los.“
Sie legte wieder auf, griff nach ihrer Jacke und wollte diese soeben überziehen, da bemerkte sie, dass sie noch immer einen Pfeil in der Hand hielt.
Nochmals kam ihr der Gedanke von vorher.
Es war völlig unmöglich.
Das würde heißen, dass... Nein, so ein Unsinn. Oder doch?
War da tatsächlich mehr zwischen Regina und ihr, als nur Freundschaft? Mehr, als sie beide überhaupt sahen oder sich eingestanden?
Ohne zu zielen warf sie den Pfeil und noch während er auf die Dartscheibe zuflog, ging sie in Richtung Ausgang. Dass sie einen Volltreffer in der Mitte gelandet hatte, blieb ihr fürs erste verborgen.

* * *

Cool! Das heißt also, dass wir alle zusammen wohnen?“, fragte Henry, nachdem Emma ihm davon berichtet hatte, dass sie erst einmal ein Zimmer in Reginas Haus beziehen würde.
Ja, so in der Art.“
Wie eine richtige Familie“, kam es plötzlich von Ruby, die ihnen soeben zwei Cheeseburger servierte.
Emma warf ihr einen vernichtenden Blick zu, doch die Kellnerin zwinkerte ihr nur wieder zu und wandte sich ab.
Hey, Ruby, du hast den Ketchup vergessen“, rief Henry. Da drehte sie sich wieder um, nahm eine Ketchupflasche von einem der unbesetzten Tische und gab sie dem Jungen. „Tja. Manchmal kommt man einfach nicht von selbst drauf, was fehlt, selbst wenn es offensichtlich ist.“
Henry sah sie nur etwas irritiert an, Emma hingegen schien genau zu wissen, worauf sie anspielte und schaute nur etwas finster drein, doch wandte sich bereits wieder ab und bediente, leise summend, die anderen Gäste.
Weißt du, wovon sie redet?“, fragte Henry, da zog Emma nur ahnungslos die Schultern hoch und biss in ihren Burger.

Als die Türglocke läutete, schaute sie zum Eingang und verschluckte sich plötzlich.
„Mom, bist du okay?“
Emma würgte das Stück herunter und nahm einen Schluck ihres Getränks zu sich. Mit gerötetem Gesicht sah sie zu ihrem Sohn und nickte nur. „Hab wohl etwas zu schnell...“, sie sprach nicht weiter, verfolgte stattdessen Regina, welche gerade eingetreten war, mit ihrem Blick. Ihr ging es einfach nicht aus dem Kopf, worauf Ruby die ganze Zeit anspielte. Sie und die ehemalige Böse Königin... Mehr, als nur Freunde?

Regina kam auf sie beide zu und, aus was für einem Grund auch immer, straffte Emma ihre Schultern und versuchte irgendwie seriös zu wirken, was mit einem triefenden Cheeseburger in der Hand und zuvor leicht tränenden Augen ziemlich schwer war. Ihre Blicke trafen sich für einen kurzen Moment, da beugte Regina sich herunter und umarmte Henry. Sie gab ihm einen Kuss auf die Stirn und erinnerte ihn daran, dass er nachher pünktlich zu Hause sein sollte.
Dann sahen sie und Emma sich wieder an. Braun traf auf Grün und es schien fast so, als verloren sie sich für den Bruchteil von Sekunden darin. Binnen eines Blinzelns ging Regina dann zum Tresen, nahm einen Kaffeebecher für Unterwegs von Ruby entgegen und verließ das Diner wieder.

Kaum, dass die Bürgermeisterin verschwunden war, hörte Emma, wie Ruby im Hintergrund laut das Lied mitsang, das aus der neuen Musikanlage drang.
I wanna love you but I better not touch – I wanna hold you but my senses tell me to stop – I wanna kiss you but I want it too much – I-
Ruby!“, wohl zum ersten Mal war Emma wirklich dankbar dafür, dass Granny aus der Küche kam und ihre Enkelin ermahnte. „Stell das leiser und sing nicht so laut. Wir sind hier in einem Diner, nicht in einer Rockbar!“
Es ist doch sowieso kaum einer hier und vielleicht wäre es dann nicht so langweilig, hier zu arbeiten“, entgegnete Ruby daraufhin nur, „Außerdem hilft mir die Musik beim Denken.“
Denken musst du hier sowieso nicht – du sollst arbeiten. Also mach das leiser oder ich stelle die Musikbox wieder auf. Da kam wenigstens nicht so ein Geplärre heraus.“
Damit wandte Granny sich auch schon wieder ab und ging in die Küche. Ruby verdrehte die Augen, streckte die Zunge ungesehen nach ihrer Großmutter aus und betätigte den Lautstärkeregler am Verstärker. Sie drehte nur minimal leiser, dann fuhr sie damit fort, Gläser zu spülen.

Emma schüttelte den Kopf darüber und machte sich dann wieder über ihren Burger her. Zugegeben hatte sie kaum Hunger und noch dazu schlich sich dieses Lied auch noch als Ohrwurm in ihrem Kopf ein.
Schließlich legte sie den halben Burger auf ihren Teller zurück und sah zu Henry. „Ich muss noch ein wenig arbeiten und dann zu Mary-Margaret, um meine Sachen zu holen. Wir sehen uns später ja?“ Henry nickte nur.
„Isst du das noch?“
Leicht grinste Emma. „Nimm nur. Wenn du es nicht schaffst, lass ihn dir einpacken. Bis später, Kleiner.“
Ja, bis nachher, Mom.“
So stand Emma auf und verließ das Diner. Henry und Ruby tauschten Blicke – er grinste nur vielsagend und sie zwinkerte, ehe sie beide Emma hinterher sahen.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Ausschnitt Kapitel 2:
„Darf ich meine Hand wieder haben?“, fragte Regina recht leise und doch deutlich hörbar.
Emma blinzelte mehrmals, schaute zu ihrer Hand und zog sie sofort zurück.
Was war denn nur los mit ihr?
Review schreiben