Out of Time

von Sarina
GeschichteHumor, Freundschaft / P6
Clark Kent Cloe Sullivan Jonathan Kent Lex Luthor Martha Kent Pete Ross
24.12.2016
22.01.2017
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Auch in diesem Jahr habe ich mich ans Werk gemacht und für "bigshrek" eine Fanfic geschrieben. Sie stellt, wie auch in den vergangenen beiden Jahren, mein Weihnachtsgeschenk für sie dar.
In der Story geht es nicht weihnachtlich zu und sie ist auch nicht so lang geworden, wie die vom letzten Jahr! :)
Von "bigshrek" gab es ein paar Vorgaben, die ich beachten musste. Um euch die Überraschung nicht zu nehmen, werde ich diese erst am Ende bekannt geben.

Ich wünsche euch viel Lesespaß! Über jedes Feedback (und mag es noch so klein sein), freue ich mich sehr!
Ich wünsche euch ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest!

Out of Time


Der verführerisch riechende Duft des frisch gebrühten Kaffees, zauberte ein Lächeln auf Chloes Gesicht. Ihr Tag hatte heute nicht nur sehr früh, sondern auch sehr stressig begonnen. Deshalb tat diese Ruhepause, welche sie sich gerade gönnte, besonders gut. Sie hatte das kleine Cafe eigentlich in der Absicht betreten, sich nur schnell einen Coffee to go zu besorgen. Wider Erwarten hatte sie nicht lange anstehen müssen, um ihr Getränk zu erhalten. Etwas, dass in diesem Geschäft, welches als Geheimtipp in Metropolis galt, äußert selten war. Als sie sich dann dem Ausgang näherte, war ihr Blick auf den Tisch gefallen, welcher mit einem Mal derart einladend wirkte, dass sie einfach nicht widerstehen konnte.
Das Lächeln auf Chloes Gesicht vertiefte sich. Ihr Platz lag zwar direkt neben der Eingangstür, dafür aber auch an der großen Glasscheibe, durch welche man einen wunderbaren Blick direkt auf den daran vorbeiführenden Gehweg und die viel befahrene Straße, hatte.
Die vorbeieilenden Passanten hatten keinen Blick für das kleine Café übrig. Chloe hingegen genoss es umso mehr, einmal nicht im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu stehen, wie es ihr Beruf so oft von ihr verlangte. An diesem Vormittag konnte sie nun hingegen in aller Ruhe die Leute beobachten, was ihr großes Vergnügen bereitete. Viel zu oft fehlte ihr für diese Art von Müßiggang die Zeit. Wenn sie ehrlich sein sollte, auch hier und heute.
Sie genoss die angenehme Atmosphäre, welche im „Once upon a time“ herrschte, jedoch viel zu sehr, als das sie sich daran gestört hätte.  Sie würde vor niemanden Rechenschaft darüber ablegen müssen, weshalb sie zu spät kam. Zudem würde der auf sie wartende Papierkram, auch morgen noch auf ihrem Schreibtisch auf sie warten. Wahrscheinlich war der Berg an Unterlagen weiter angewachsen, wenn sie ihm heute nicht mehr auf dem Leib rückte. Aber Chloe verspürte so gar keine Lust, sich von ihrem Platz zu erheben.

Interessiert beobachtete sie, wie sich eine große Gruppe Motorradfahrer auf der Straße näherte. Sie waren noch einige Meter entfernt. Das laute Gedröhne, ihrer wahrscheinlich frisierten Motoren, war aber schon bis zum „Once upon a time“ zu hören.
Chloes Blick saugte sich förmlich an dem Pulk der Biker fest. Je näher diese kamen, umso deutlicher wurde, dass sie den Verkehr ein wenig aufhielten. Denn der Verkehr vor ihnen auf der Straße war bei weiten nicht so dicht, dass ein einzelner Motorradfahrer nicht hätte durchkommen können. Doch die Gruppe, in schwarze Lederklamotten gewandete Biker, schien es nicht allzu eilig zu haben. Der Pulk blieb zusammen, wie als wenn sie ihre geballte Macht der Stadt Metropolis präsentieren wollten.
Ein ungutes Gefühl stieg in Chloe auf. Hier schien eine Bedrohung in Anmarsch zu sein.
Die Biker waren nun so nahe, dass sie die Männer genauer betrachten und Details ausmachen konnte. Das Erste, was sofort an den Fahrern auffiel, waren ihre prachtvollen Vollbärte.
Ein wenig überrascht registrierte Chloe, dass diese äußerst gepflegt wirkten. Auch die Lederklamotten wirkten kein bisschen abgerissen, sondern eher wie neu. An den schwarzen Lederjacken, die jeder Fahrer trug, blitzten silberne Abzeichen in der Sonne. Chloe konnte nicht genau erkennen, um welche Symbole es sich genau handelte. Dafür fiel ihr nun auf, wie muskulös und durchtrainiert die Männer waren. Diese waren nun nur noch knapp zwei Meter von dem Café entfernt.
Kurz schoss Chloe der Gedanke durch den Kopf, ob sie ihr Handy zücken und noch schnell ein Foto von der Gruppe machen sollte. Ihre rechte Hand löste sich von dem Kaffeebecher, nur um im nächsten Moment in der Luft zu verharren. Starr vor Staunen beobachtete Chloe, wie die Gruppe Motorradfahrer in eben diesen Moment ihre Fahrzeuge an den Straßenrand lenkten. Irritiert starrte sie auf die Biker, welche nun genau vor dem „Once upon a time“ standen.

Hatte Chloe sich bis eben noch wohl an ihrem Platz gefühlt, so wünschte sie nun, dass sie sich einen anderen Tisch ausgesucht hätte. Denn jetzt war sie es, die sich wie auf einem Präsentierteller befand.
Die Biker blickten nun ihrerseits zu dem kleinen Café  hinüber und Chloe war sicher, dass sie von den Männern genauestens betrachtet wurde. Die Biker trugen zwar nach wie vor ihre Sonnenbrillen, aber an der Mimik ihrer Gesichter war abzulesen, dass ihnen gefiel, was sie sahen.
Chloe errötete leicht, als ihr bewusst wurde, dass ihr gerade die ungeteilte Aufmerksamkeit der Biker zuteilwurde. Sie war es zwar gewohnt, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Aber hier und jetzt war die Situation doch anders.
Sie war kurz davor ihren Blick abzuwenden und wo anders hinzusehen, als sie bemerkte, dass einer der Biker abgestiegen war. Ihr Interesse war sofort geweckt. Ihre Aufregung stieg, als der Mann zielstrebig den Eingang des „Once upon a time“ ansteuerte und eintrat.

Chloe verschlug es fast den Atem, als der Biker, der immer noch seine Sonnenbrille, sowie seinen Helm trug, zu ihrem Tisch kam. Sprachlos nahm sie wahr, dass der Mann nicht zur Theke ging und eine Bestellung orderte, sondern sich auf dem Stuhl, ihr gegenüber setzte.
Gebannt hing Chloes Blick an dem Biker, der sie minutenlang schweigend zu mustern schien. Chloe, die sonst sehr schlagfertig war und mit allen, auch noch so schwierigen Fragen zurechtkam, wusste ausnahmsweise einmal überhaupt nicht, was sie sagen sollte.
Aus der Nähe wirkte der Biker nach wie vor respekteinflößend, wenngleich keine offenen Aggressionen von ihm ausgingen
Chloe entging nicht, dass sich Ungeduld auf der Miene des Mannes abzeichnete, konnte jedoch nicht nachvollziehen, worauf dies zurückzuführen war. Scheinbar schien der Biker etwas von ihr zu erwarten, auch wenn sie nicht die geringste Ahnung hatte, was das sein könnte.
„Der Kaffee hier ist wirklich gut! Möchten Sie vielleicht auch einen?“, erkundigte sie sich schließlich, da ihr nichts besseres einfiel. Bislang war sie stets davon ausgegangen, dass Motorradfahrer Bier oder andere stärkere Alkoholika als Getränk bevorzugten. Aber hierbei mochte es sich um ein Vorurteil handeln, welches so nicht stimmte.
Chloes Wangen färbten sich erneut in einem zarten Rot, als der Biker nach ihren Worten in schallendes Gelächter ausbrach.
Geduldig wartete sie ab, bis sich ihr Gegenüber beruhigt hatte.
„Ist schon lustig, dass du mich nicht mehr erkennst!“, lauteten die ersten Worte des schwarz gewandeten Bikers. „Dabei war ich doch nur ein paar Wochen weg!“
Wie paralysiert starrte Chloe den Mann an, dessen Stimme sie natürlich sofort wiedererkannte. Doch der dichte Vollbart, die Sonnenbrille, der Helm und die Lederklamotten hatten ihm ein völlig anderes Aussehen verliehen. Auf den ersten Blick war so nicht zu erkennen, wer sich hinter dem Biker verbarg.
„Lucas!“, nannte sie kopfschüttelnd seinen Namen. „Wenn ich das Lex erzähle, glaubt er mir das nie!“, fügte sie hinzu.
Lex war seit jeher einiges von seinem Bruder gewohnt. Diesem gelang es jedoch immer wieder aufs Neue, ihn zu überraschen.
„Deswegen bin ich hier.“, erklärte Lucas selbstzufrieden. „Ich habe gehört,…“, setzte er zum Sprechen an. Er kam aber nicht dazu den Satz zu vollenden. Chloe und er bemerkten erst jetzt, als sie das Wort an sie richtete, die blutjunge Kellnerin, die zu ihrem Tisch gekommen war. Ein missbilligender Ausdruck zeigte sich auf ihrem Gesicht und eine gewisse Strenge schwang in ihrer Stimme mit.
„Miss, Sie haben ein Getränk zum Mitnehmen gekauft. Damit ist es Ihnen nicht erlaubt, an einem der Tische im Café Platz zu nehmen!“, erklärte die Angestellte mit leichter Missbilligung.
Chloe setzte zu einer Erwiderung an, aber Lucas kam ihr zuvor. Mit einer geschmeidigen Bewegung erhob er sich von seinem Platz und baute sich vor der jungen Kellnerin auf.
„Bevor du hier zahlende Gäste brüskierst, solltest du dir im Klaren darüber sein, dass du hier mit Chloe Luthor sprichst!“, lauteten seine, mit donnernder Stimme, vorgetragenen Worte.
Gespannt wartete Chloe die Reaktion der Kellnerin ab, die längst nicht mehr so selbstsicher wirkte, wie noch am Anfang.

Chloe selbst, hätte die Karte, eine Luthor zu sein, nicht gezogen. Wenn sie einmal nicht als Ehefrau von Lex erkannt wurde, beließ sie es oft dabei. Ihr behagte es nicht, sich Vorteile dadurch zu verschaffen, dass ihr Mann in ganz Metropolis bekannt war. Natürlich verfügten die Luthors über viel Einfluss. Doch Chloe empfand es manchmal als ganz erfrischend, wenn sie ganz normal behandelt wurde. Das passierte, seit sie ihren Mädchennamen abgelegt hatte, ohnehin viel zu selten. Denn als Frau von Lex und Pressesprecherin von Luthor-Corp, besaß sie eine ganz andere Stellung, als wie sie das als Chloe Sullivan gehabt hatte.
„Mein Chef hat mich bei Arbeitsbeginn ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Kunden mit einem Coffee to go, diesen zum Mitnehmen erworben haben und somit keinen Anspruch auf einen Platz im Geschäft haben.“, wiederholte die Kellnerin die Worte ihres Vorgesetzten wahrheitsgetreu, wenngleich auch ein wenig kleinlaut. Man merkte ihr deutlich an, dass sie sich in der gegenwärtigen Situation alles andere als wohl fühlte.
Lucas hingegen, ließ sich in keiner Weise von den an ihn gerichteten Worten ablenken. Mit vor der Brust verschränkten Armen stand er ungerührt vor der Kellnerin, die immer unsicherer wurde. Lucas, der nach wie vor weder Helm noch Brille abgenommen hatte, wirkte überaus einschüchternd auf die junge Frau.
Chloe, der die Frau Leid tat, war kurz davor einzugreifen, als endlich eine Reaktion des jüngsten Luthors erfolgte. Mit einer fließenden Handbewegung nahm er die Brille ab, um den direkten Blickkontakt mit seinem Gegenüber aufnehmen zu können. Ein gefährliches Funkeln lag in seinen Augen.
Chloe, die seine Unberechenbarkeit kannte, wurde von seinem nächsten Schritt nun ebenfalls überrascht. Sie war davon ausgegangen, dass Lucas einen Wutanfall bekommen und vollkommen austicken würde. Lucas provozierte gerne und wo er nur konnte. Grenzen und Regeln galten nicht für ihn, wenn er das nicht wollte. Lex hatte ihn mehr als einmal als tickende Zeitbombe bezeichnet, die jederzeit hochgehen konnte.
Umso mehr verblüffte sie seine Reaktion, die einzig in einer kurzen Kopfbewegung bestand. Lucas drehte seinen Kopf nach links, verhielt ihn einen Moment lang in der Position und drehte ihn dann wieder nach vorne.
Chloe, die ebenso wie die Kellnerin seinem Beispiel gefolgt und die Kopfbewegung nachgemacht hatte, wurde beim Anblick der wartenden Gruppe Biker klar, dass Lucas soeben wortlos eine Drohung ausgesprochen hatte. Das blasse Gesicht der Angestellten zeigte deutlich, dass auch diese die Drohung als solche verstanden hatte.

Chloe erhob sich nun ebenfalls von ihrem Stuhl, denn auch wenn es alles andere als einfach werden würde, aber nun war der Punkt gekommen, an dem Lucas gestoppt werden musste. An und für sich war Lex die Person, die am besten zu Lucas vordringen und einen gewissen Einfluss auf ihn ausüben konnte. Chloe hatte sich bislang im Hintergrund gehalten, wenn Lex eine eskalierende Situation, in die sein Bruder verwickelt war, gerade noch entschärft hatte.
„Hey Chloe, wie wäre es mit je einem Coffee to go für dich, deinen Begleiter und seine draußen wartenden Freunde?“, erkundigte sich in diesen Moment eine gut gelaunt klingende Stimme. Chloe, deren gesamte Aufmerksamkeit auf Lucas und der Kellnerin gerichtet gewesen war, bemerkte erst jetzt den dazukommenden Caféhausbesitzer.
Mit einem breiten Lächeln auf den Lippen gesellte er sich zu ihnen und blickte fröhlich von einem zum anderen.
„Die Getränke gehen natürlich aufs Haus!“, fügte der junge Mann hinzu. Er blinzelte Chloe verschwörerisch zu, was dazu beitrug ihre Anspannung zu verringern.
„Gerne, Pete! Vielen Dank!“, nahm sie das großzügige Angebot an. Erleichtert atmete sie auf.
Ihr ehemaliger Schulfreund schickte seine unglücklich wirkende Angestellte mit einer schnellen Handbewegung Richtung Tresen. Das Mädchen flüchtete dankbar mit schnellen Schritten.
Chloe hätte vor Erleichterung fast laut aufgeseufzt. Der Laut blieb ihr jedoch in der Kehle stecken, als Lucas mit einem raschen Schritt ganz nah an Pete herantrat. Sein wütend wirkendes Gesicht befand sich nur wenige Millimeter von Petes entfernt, so dass sich dieser mit ihm Auge in Auge gegenüber fand.
„Biker wie wir haben Benzin im Blut!“, stellte Lucas mit grollender Stimme klar. „Nicht Kaffee!“, fauchte er lautstark.
„Sorry, mein Fehler.“, bekannte Pete ganz gelassen. Nach wie vor war er die Ruhe selbst. Weder ließ er sich von der Lucas grimmiger Miene, noch von dessen drohender Nähe, unter Druck setzen. „Biker gehörten bisher nicht zu unseren Kunden.“, fügte er erklärend hinzu.
„Kein Wunder, bei dem Gesöff hier!“, kommentierte Lucas äußerst abfällig.
Pete nahm die Kritik gelassen hin und unterließ es etwas darauf zu erwidern. Sein Kaffee mochte nicht der Beste in ganz Metropolis sein. Seit der Eröffnung schrieb das „Once upon a time“ schwarze Zahlen und die Stammkundschaft wuchs stetig an. Demnach konnte sein Kaffee gar nicht so schlecht sein. Darüber streiten würde er sich allerdings nicht. Denn schließlich waren die Geschmäcker verschieden und dieser Biker schien ohnehin andere Getränke zu bevorzugen.
„Sind die Backwaren genießbar?“, wollte Lucas zum Erstaunen aller wissen.
„Überzeugen Sie sich am besten selbst!“, meinte Pete äußerst diplomatisch, um Lucas möglichst keine Chance zu geben, erneut einen Streit vom Zaun zu brechen. „Ich  packe Ihnen von jedem Snack eine Kostprobe ein.“, fügte er zuvorkommend hinzu. Nachdem von Lucas kein ablehnender Kommentar erfolgte, eilte er zur Theke, um seinen Worten Taten folgen zu lassen.
Chloe hielt ihren Blick auf Lucas gerichtet, dessen Lippen ein Lächeln umspielte. Sie versuchte von seiner Miene abzulesen, ob er erneut etwas im Schilde führte. Doch sein nichtssagender Gesichtsausdruck, in den sich eine Spur von Unschuld mischte, konnte alles Mögliche bedeuten.
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