Deadly Games

von Ludy
GeschichteKrimi, Suspense / P16
21.12.2016
03.02.2017
7
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Es war nicht die erste Person, die er getötet hatte, und er hatte seine Tat für keine Sekunde bereut. Seine Reue galt der Tatsache, wie unprofessionell er die Tat ausgeführt hatte. Normalerweise hinterließ er keine Spuren, doch er war sich sicher,  dass sie etwas gefunden hatten. Wenigstens die Mordwaffe, den silbernen Dolch - ein Unikat, sehr wertvoll, aus reinem Silber - hatte er mitgenommen, ehe er geflohen war. Auch dies war nicht seine Art, aber er hatte viel zu verlieren. Tief durchatmend brachte er die Perücke in Form, und wappnete sich für den nächsten Tag.

~~~~~~

"Und hier ein Drink für die wunderschöne Lady", flirtete Quark, und strich wie unabsichtlich über den Oberschenkel der spärlich bekleideten Frau. "Natürlich geht der hier auf's Ha - Constable!"
Obwohl Odo nur wenige Meter von ihm mit verschränkten Armen entfernt stand, hatte der Ferengi ihn zunächst nicht bemerkt. Odos Augen verengten sich zu Schlitzen, und er schnaubte abfällig.
"Kommen Sie mit, Quark!"
"Was auch immer es war, ich bin unschuldig", beteuerte dieser, und wich nach hinten aus. Der Klingone, in den er stieß, war alles andere als begeistert. Odo hatte genug davon, und packte Quark am Oberarm.
"Kommen Sie schon", zischte er. "In mein Büro."
Quark ergab sich seinem Schicksal, und lief zeternd hinter Odo her. "Ich werde Berge an Latinum verpassen, in dieser Zeit!", beschwerte er sich.
"Berge! Hah!" Odo lachte verächtlich, und stemmte die Hände in die Hüften.
"Rom wird sich schon für einige Zeit um das Geschäft kümmern... Wie lange, werden wir noch sehen."

~~~~~~

"Chief, Sie müssen wirklich aufpassen. Ihre Schulter wird von selbst nicht besser!", warnte Bashir seinen Freund streng. Miles sah ihn spitzbübisch an. "Mein lieber Doktor, ich gebe mir die allergrößte Mühe, ich verspreche es!"
Die Formulierung erinnerte Bashir daran, später in Garaks Laden vorbeizuschauen, und seine neue Hose abzuholen, die er vor vier Tagen bestellt hatte. Garak war äußerst schnell gewesen und hatte seine Bitte trotz Julians Protesten anderen vorgezogen.
"Die anderen werden nicht sterben", lautete dessen Kommentar nur seelenruhig.
"Gibt es bereits etwas Neues von den Morden?", unterbrach Miles O'Brien seine Gedankengänge.
"Ob es - oh, ach so. Ich fürchte nicht", erwiderte Julian hastig, und zwang seine Gedanken auf unverfänglicheres Gebiet. Über Garak nachzudenken frustrierte ihn nur, und das konnte er im Moment überhaupt nicht gebrauchen, ganz im Gegenteil. Um den Mörder zu fassen, musste er einen klaren Kopf behalten.
"Na, bis bald, Julian!"
"Ja, Miles. Bis bald."
Die Krankenstation fiel wieder in das vertraute Summen medizinischer Geräte und Piepsen verschiedener Tricorder. Julian nahm sein PADD mit der Studie über Medizinische Verfahren jetzt und früher im Vergleich wieder zur Hand, doch er konnte sich nicht mehr konzentrieren. Eine unbestimmte Sorge nagte an seinem Innersten, und entschlossen stand er auf und legte seine Studie zur Seite. Er musste mit der Freundin des Opfers sprechen. Aber erst musste er Odo fragen, was dieser herausgefunden hatte.

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Als Julian Odos Sicherheitsbüro erreichte, war dieser gerade im Begriff zu gehen.
"Odo, warte!" Der Constable drehte sich um, und nickte dem Arzt zur Begrüßung zu.
"Doktor, so früh auf den Beinen?"
"Ich konnte sowieso nicht mehr schlafen", erwiderte Julian niedergeschlagen. "Haben Sie bereits mit der Freundin des Opfers gesprochen?", fragte er anschließend seufzend.
"Nein, ich war gerade dabei."
"Ich komme mit."
Schweigend nickte Odo, und Julian fühlte sich unbehaglich. Schließlich entschloss er sich das Schweigen zu brechen:
"Haben Sie irgendwas Vernünftiges aus Quark rausbekommen?", fragte der Doktor.
"Tatsächlich, mit einiger... Überredenskünste", spielte Odo auf seine Art, Quark einzuschüchtern, an. "Er gibt zu, Kayla gekannt zu haben. Sie hat seine Bar nach seinen Aussagen um etwa 2:30 verlassen."
"Das sind mindestens zwei Stunden, für die wir nicht wissen, was sie getan hat", überlegte Bashir nachdenklich. Odo nickte bedächtig.
"Nur wenn Quark die Wahrheit erzählt hat - was ich persönlich... stark bezweifle. Andererseits haben mehrere Leute - Rom, Morn und ein Dabo-Girl, die sie kannte - unabhängig bestätigt, dass Quark Recht hat."
"Besuchen wir erstmal ihre Freundin", schlug Julian vor, und Odo nickte. Das Quartier befand sich direkt neben dem Fundort der Leiche, und neben der Unterkunft ihrer Freundin.
"Sie muss gerade hinein - oder hinausgewollt haben", folgerte Odo, und wartete vor der Tür. Nach einigen Minuten waren rasche Fußschritte zu hören, und die Tür zischte auf.
Die Frau war sicher ein oder zwei Jahre jünger als ihre Freundin, und ihr feuchtes Haar hing schlaff herab. Um ihren nackten Körper zu verdecken hatte sie ein Handtuch um sich gewickelt, und als sie Odo und Bashir sah, schluchzte sie hysterisch auf.
"Ich war gerade in der Dusche, es tut mir leid...", brach es aus ihr hervor, und Julian nahm einen Tricorder. Er scannte sie behutsam.
"Komm, Setzen Sie sich, ...?"
"Amara Laren."
"Laren? Genauso wie ihre Freundin?"
Odo unterbrach Julian, der seinen Arm freundschaftlich um die junge Frau gelegt hatte. Unter Tränen lächelte diese.
"Ja. Der Name ist auf Bajor sehr geläufig... Es war praktisch... Laren war... Ich meine, Kayla war wie eine Seelenverwandte."
Sie lachte bitter auf. "Aber das Glück war uns nicht vergönnt."
"Ja", bemerkte Odo. "Aber kommen wir zum Punkt, wie ha-"
"Odo!", zischte Bashir, und lächelte die Amara ungeschickt an. "Ich weiß, dass ist sicher sehr schwer für sie", begann er vorsichtig, und die Bajoranerin blinzelte ein paar Mal angesichts der ruhigen und freundlichen Stimme. Zögernd nickte sie.
"Aber wir müssen Ihnen wirklich ein paar Fragen stellen", wiederholte Julian. "Es ist sicher auch in ihrem Sinne, den Mörder so schnell wie möglich zu fassen."
Sie schien wieder etwas Mut gefasst zu haben. "Ja, natürlich."
Ihre Augen blitzten, und für einen Moment sah Julian etwas Berechnendes, Hochintelligentes in der zerbrechlichen jungen Frau, doch er war sich sicher, dass seine Augen gelogen hatten.
"Ich...", fing die Frau an. "Sie wollte früher zurückgehen, ich glaube, gegen... 23000 Uhr."
Das deckte sich tatsächlich mit Quarks Aussage.
Vorsichtig drängte Julian sie weiter, und tatsächlich erzählte sie, wie sie die Bar drei Stunden später verlassen hatte.
"Unsere Quartiere sind direkt nebeneinander", erklärte sie.
"Wessen Quartiere noch, wissen Sie das?", schaltete Odo sich ein. Amara lächelte zögernd.
"Links neben mir ist... Ich glaube, sie ist auch ein Mensch. Aber ich habe nicht viel mit ihr zu tun. Anastasia, heißt sie mit Vornamen. Aber sie wird Ana genannt. Und... Und neben..."
Sie schluckte, und schloss die Augen, ihr Atem ging flach, als sie die Augen öffnete, schienen sie hervorzuquellen.
"Neben... Kayla", bei der Erwähnung des Namens schluchzte sie auf, "war dieser Cardassianer. Wie hieß der doch gleich?"
Die Farbe wich aus Julians Gesicht. Er wusste genau, wen Amara Laren meinte, und Laren hatte ihm schlechte Nachrichten gebracht. Odo blinzelte ihm zu, und Julian nickte.
"Garak."
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