Im Tageslicht

von cricri
KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
21.12.2016
21.12.2016
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Bingo-Prompt: Einen Kater haben
Rating: P 12
Genre: Freundschaft/Liebe, h/c
Handlung: Bukow ist am Boden und König schlecht dabei, anderen zu helfen. Trotzdem: Ein Fix-It für das Ende von „Im Schatten“.
Länge: ~ 1.100 Wörter
A/N: Daß hier so viel gesoffen wird, liegt nur am Prompt … ja, O.K., und am Canon. Alkohol hilft nicht bei Problemen, aber das wißt ihr ja alle selber.

Für Anja! Ich hoffe, dein Weihnachtsgeschenk gefällt Dir und man kann die beiden erkennen. Ist gar nicht so einfach, jemand anderen als Thiel & Boerne zu schreiben …

geschrieben fürs Wichteln auf deutsch_fandom.livejournal.com



***



Oh, Mann. Was hatten sie eigentlich gestern gesoffen? Sie wälzte sich mit Mühe aus dem Bett und beschloß nach kurzer Überlegung, direkt unter die Dusche zu gehen. Joggen fiel heute flach, soviel war sicher. Das hätte ihr Kopf nicht mitgemacht. Am liebsten hätte sie sich krank gemeldet, aber wie hieß es so schön: „Wer saufen kann, kann auch arbeiten“. Und was auch immer sie da geritten hatte, ausgerechnet mit Bukow zu trinken, wußte der Himmel. Der Mann wog locker doppelt so viel wie sie, das waren ja wohl völlig unfaire Startbedingungen. Katrin runzelte die Stirn. Bukow … ach du Scheiße. Na hoffentlich erinnerte er sich da nicht mehr dran. Was hatte er sich bloß dabei gedacht? Als ob sie besoffen mit einem Kollegen rummachen würde, der noch dazu mitten in der Scheidung steckte. Sie knabberte unentschlossen am Daumen und hörte im gleichen Moment die Stimme ihrer Mutter im Ohr. Laß daß, Katrin. Ihre Mutter hatte damit zwar das Nägelkauen gemeint, aber sie konnte das genausogut als Rat in Bezug auf Bukow nehmen. Natürlich wußte sie, daß sie ihn mochte, irgendwie. Und daß das gerade der denkbar schlechteste Moment war, um was anzufangen, war für sie nicht wirklich abschreckend. Im Gegenteil, das Risiko, daß da was Ernstes draus werden würde, war auf die Art viel geringer. Sie seufzte. Erst mal duschen.

Zwanzig Minuten später sah ihr ein müdes Gesicht mit Augenringen aus dem Spiegel entgegen. Du wirst auch nicht jünger. Früher hatte sie Alkohol besser vertragen.


***



Bukow sah auch nicht besser aus als sie. Das verbuchte sie mal als Sieg. Wobei Bukow in letzter Zeit sowieso nicht besonders aussah. Tat ihm nicht gut, bei seinem Vater über dem Club zu hausen. Und vermutlich ging ihm die Scheidung an die Nieren, auch wenn er da nicht drüber redete. Sie wäre dafür aber auch eine schlechte Gesprächspartnerin gewesen. Dieses Streben nach Familienglück, das hatte sie nie wirklich verstanden. Das war nicht vorgeschoben gewesen, als sie zu Bukow gesagt hatte, daß sie froh war, nicht so zu sein wie die anderen. Und wie es war, langsam den Kontakt zu seinen Kindern zu verlieren, das konnte sie auch nicht nachfühlen.

„Na, gut aus dem Bett gekommen heute?“

Bukow schnaubte. „Und selbst?“

„Mir geht’s gut.“ Sie lächelte. Die Kopfschmerztablette wirkte, und nach der zweiten Tasse Kaffee fühlte sie sich schon fast wieder wie ein Mensch.

„Wollen’se auch was?“ Er hielt ihr sein angebissenes Mettbrötchen unter die Nase und grinste, als sie angewidert das Gesicht verzog. Idiot.

Zum Glück erwähnte niemand, was gestern passiert war. Oder nicht passiert war, wenn man es genau nahm.


* tbc *
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