Neo Sapiens

GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Gestaltwandler
21.12.2016
27.06.2019
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Gerade eben hatte ich noch überlegt ob Shila damit klar kam, das sie warten musste bis ich mich wandeln konnte, da sprangen Dante und sie sich auch schon an den Hals.
Beide hatten sich in wahnsinniger Geschwindigkeit gewandelt und kämpften jetzt gegeneinander.
Es klang nicht nur schlimm und aggressiv, sondern sah auch so aus.
Wenn in diesem Rudel alle Streitigkeiten so geregelt wurden, dann stand mir noch eine schlimme Zeit bevor.
Plötzlich wurde es um mich jedoch ziemlich hektisch.
Es wurde wild und laut geschrien, das man die beiden Trennen müsste, weil sie sich sonst umbrachten.
Selbst Gideon wandelte sich diesmal und sprach davon das man irgendwelche lange Äste nehme sollte um sie irgendwie zu trennen.
Ich war viel zu geschockt von der ganzen Situation, als das ich mich hätte bewegen oder rühren konnte. Erschrocken sah ich mit an, wie alle Versuche, Dante und Shila zu trennen, im Sande verliefen. Einige der Leute bekamen schon Panik und ich konnte ihre Angst riechen, dass die ganze Sache noch mehr eskalieren würde.
Das Schuldgefühl machte sich in mir breit.
Immerhin war es meine Schuld und ich konnte nichts machen!

Der auftauchende Blutgeruch riss mich aus meiner starre und ich wollte selber helfen sie zu stoppen. Doch der einzige weg sie zu stoppen, war Shila zu beweisen das ich Dionysis war. Allerdings wusste ich auch nicht wie ich es schaffen sollte mich zu wandeln!
Mein Blick glitt wieder zu den beiden Streithälsen als Shila Dante fest in den Nacken biss und dieser gequält aufjaulte.
„AUFHÖREN     !!!!“, schrie ich und sah vermutlich genauso geschockt aus, wie sie gerade alle in meine Richtung sahen.
„D....“, rang Simons Stimme an mein Ohr.
Ich hatte mich tatsächlich gewandelt, was mir noch bewusster wurde als ich in Simons Armen lag.
Scheiße war ich froh, wieder ein Mensch zu sein.
„Dante...was ist mit Dante!“
An mehr konnte ich gerade nicht denken und versuchte Simon von mir zu schieben.
„Mir geht’s gut...“
„Ich kann dein Blut riechen!“
„Ist schon okay. Das heilt wieder. Es ist schön zu sehen, das du dich endlich zurück gewandelt hast. Wir besorgen dir erst einmal was zum anziehen aus den Taschen. Und mir und den anderen auch.“
„Wir müssen deine Wunde behandeln!“
„Alles nacheinander kleiner. Einer der anderen wird sie sich gleich schon anschauen. Du brauchst jetzt definitiv aber erst einmal was zum anziehen.“

Jetzt wo er es erwähnte, sah ich tatsächlich an mir herunter und musste erschreckend feststellen, dass ich Splitterfaser nackt war!
Das war mega Peinlich, zumal hier mehr als genug Frauen herum rannten.
Simon vor mir, schien es jedoch egal zu sein. Er sagte nichts dazu. Stattdessen zog er sich sein Shirt aus und half mir es anzuziehen.
Die Wunde an meiner Schulter tat weh und kalt wurde mir auch. Mit Fell war es wärmer gewesen.
„Ich bin so froh dich Lebend wieder zusehen Dio.“
„Ich bin auch froh das es euch gut geht.“, gab ich dann von mir und lehnte meine Stirn auf seine Schulter.
Es war ungewohnt für mich.
Jeder der mir nahe kam, roch so viel stärker als zuvor. Wie schafften die Neos damit umzugehen?!
Na gut, sie wurden damit geboren und wuchsen damit auf, im Gegensatz zu mir.
„Dio....“
Diesmal war die Stimme weiblich.
Ein Hauch von Rosen erreichte meine Nase und ich wusste nicht wieso, doch ich wusste Instinktiv das dieser Geruch zu Alexa gehörte.
Etwas Beschämt zog ich Simons Shirt über meine Schritt, was Simon unter mir leise glucksen lies.
Seid wann war ich so prüde?
„Warte bis er ne Hose hat, Lex.“
„Aber...ist das wirklich Dio? Er...Er war doch noch...ich mein.....er ist ein Lupus...“
„Er wird es uns sicher bald erklären. Hauptsache er ist von wo auch immer raus gekommen.“
Simon hatte Recht.

Das meine Flucht tatsächlich gelungen war, war vermutlich nur dank meiner Wandlung möglich gewesen.
„Ey, kleiner. Hier 'ne Hose. Vermutlich ist sie etwas groß, aber Hauptsache erst mal was zum drüber ziehen.“
Erschöpft hob ich meinen Kopf und nahm die entgegen gereichte Hose an mich.
Doch wie sollte ich sie an bekommen.
Ich war total erschöpft und die Wunde tat ihr übriges.
„Na komm. Ich helfe dir. Lass dir das nur nicht zur Gewohnheit werden. D.“
Als Antwort bekam Simon nur ein Schnaufen von mir, bevor ich mir von ihm helfen ließ.
Kurz nachdem ich wieder saß, rückten alle Stimmen immer mehr in den Hintergrund.
Noch immer saß ich neben Simon.
Mittlerweile hatten wir uns aber um eines der kleinen Feuer zusammen gescharrt. Meine ganze alte Gruppe saß mit mir dort.
Ein Gähnen entrang sich meiner Kehle und ich konnte gefühlt alle Blicke auf mir spüren.
Statt auf eine der Fragen zu antworten, sank mein Kopf wieder auf die Schulter von Simon, wo ich in die Schwärze das Schlafes abdriftete.


„Was glaubt ihr, hat er durchgemacht?“, meinte Raien in die Runde.
„Ich denke mal sehr viel....Er ist nur noch Haut und Knochen....Sein ganzer Rücken ist voller Narben.
Ich hörte wie Alexa scharf die Luft einzog. Selbst Allan gab einen gequälten Laut von sich.
„Er wird gelitten haben. Aber das erklärt immer noch nicht, wie er zu einem Lupus wurde.“
„Das wird er uns sicher Morgen früh erzählen Kent. Wir sollten auch alle schlafen....Wir hatten heute alle genug Action.“
„Simon hat Recht. Wir haben einen Langen Fußmarsch hinter uns. Lana und Kira schlafen auch schon und wir sollten das auch tun. Wir wollen morgen weiter und Dio wird unsere Hilfe brauchen. Er wird sicher öfter eine Pause brauchen und jeder von uns weiß, das Shila nur Rücksicht auf die Jungtiere nimmt. Das heißt das wir Dio im schlimmsten Fall ab und an tragen müssen, wenn es zum äußersten kommt.“
Ich nickte nur, bevor ich ebenfalls gähnen musste.
Zwar hatte ich in den letzten Wochen an Ausdauer zugenommen, doch die Ausdauer eines Neo's war gefühlt, schier unendlich groß. Zwischendurch hatte ich tatsächlich auf Gideon oder Dante 'reiten' müssen, weil ich nicht mehr konnte.
Müde lehnte ich meinen Kopf an den von Dio. Sein Haar war tatsächlich so weich, wie das eines Wolfes und seine Ohren zuckten nicht einmal als ich das tat. Diese Nacht würde ich im sitzen schlafen, was mir mein Hintern morgen früh vermutlich ziemlich danken würde, doch ich wollte Dio einfach nicht wach machen, indem ich ihn in eine andere Position verfrachtete. Also würde ich diese Position schweigend hin nehmen.
„Gute Nacht...“, murmelte ich noch, bevor auch ich in die tiefen des Schlafes abdrifftete.


„Simon...Simon wach auf!“
Ein grummeln entrang sich meiner Kehle. Wer wagte es mich in meinem Schlaf zu stören?!
„Ey, Komm schon Alter!“
Niemand außer Raien nannte mich Alter. Abgesehen von Dio, doch der war ja in Gefangenschaft....
Moment mal!
Er war ja jetzt wieder bei uns.
Wie von einem Blitz getroffen, zuckte ich mit meinem Kopf hoch. Leider knallte ich dabei gegen etwas, oder eher gesagt jemand anderes.
Während ich mir grummelnd meine Stirn rieb, fluchte mein Gegenüber ungehalten.
Diese Flüche stammten von Raien und nicht von Dio.
Dio hingegen grummelte neben mir so etwas, das wie ein, lasst mich schlafen, klang.
„Meine Fresse, hast du einen harten Schädel! Was war'n das?“
„Sorry...Hab mich nur irgendwie erschrocken...“
„Naja das Thema vorsichtig wecken, damit du Dio nicht weckst.....Das hat sich ja jetzt erledigt....Vermutlich haben wir gerade eh alle geweckt...“
„Mist....“, meinte ich und sah mich in unserem kleinen Kreis um und tatsächlich, machten alle anstalten wach geworden zu sein.
Mein Blick hob sich und ich sah Raien entschuldigend an.
„Ich hab mir dank dir auf die Zunge gebissen....“, lispelte Raien mir entgegen, weshalb ich doch tatsächlich anfing leise zu lachen. Wie passend für eine Schlange.
„Lach nicht, du Spinner!“
„Tut mir leid, aber das war jetzt einfach so passend. Ein Serpentes der Lispelt. Nimm es mir nicht krumm, aber das war jetzt einfach so genial.“

Als Antwort bekam ich nur einen sanfter Boxer gegen die Schulter.
„Was ist denn mit euch beide passiert.“, hörte ich Dio neben uns verwirrt fragen.
Raien und ich sahen erst uns an und wanden unseren Blick dann zu unserem Kumpel zu.
„Du warst über Fünf Wochen weg. Es hat sich vieles getan wie du siehst. Noch an dem Tag wo wir gejagt und getrennt wurden, bin ich mit meiner Gruppe auf Shila und Co gestoßen. Etwas später sind die anderen auch dazu gekommen. Wir haben uns alle zusammen gerauft, weil wir dich alle retten wollten. Irgendwie haben Raien und ich uns dann angefangen ziemlich gut zu verstehen. Wir haben gemerkt das wir im Grunde gar nicht so verschieden sind, wie wir anfangs dachten.“
„Das ist tatsächlich....verwirrend.....Euch reicht es wohl nicht, das ich noch damit überfordert bin ein Lupus zu sein. Nein, da knallt ihr mir auch noch an den Kopf, dass von allen hier, gerade ihr zwei jetzt Freunde seid!“
„Naja, richtig gehasst haben Simon und ich uns ja nie wirklich. Wir haben uns nur nicht so richtig gemocht.“
„Das klingt richtig Schwul, Raien.“
Diese Stimme kam von Kai, der sich nun an meine rechte Seite setzte.
„Sagt der Richtige.“
„Halt die Klappe. Ich darf rum schwulen, weil ich Schwul bin, im Gegensatz zu euch beiden. Raien ist Hetero und du...ja gut du darfst es auch...Du bist Bi.“
„Ich hab nie gesagt das ich Bi bin, Kai.“
„Du hast es aber auch nie abgestritten Simon. Naja Egal jetzt. Wie geht es dir Dio?“

Wieder grummelnd wand ich meinen Blick in Richtung Dio, der mich etwas geschockt ansah.
„Beantworte einfach Kais Frage. Ich bin hier unwichtig. Immerhin war ich nicht in Gefangenschaft der Regierung!“
„Du wirst mir noch einiges erklären müssen Simon....Außer das mir vermutlich alle Muskeln und Knochen im Körper weh tun, geht es mir relativ gut. Vielleicht bin ich ein wenig Brain Fucked, durch diese ganze Wandlung gestern und dem ganzen hier, aber ich lebe und das ist es was wichtig ist.“
Wir nickten alle zustimmend als Dio sich plötzlich am Kopf kratzte.
„Was habt ihr eigentlich die letzten Wochen gemacht wo ich weg war.“
„Erstmal erzählst du uns von dir!“, gab ich meine Einwende in die Runde.
„Nix da. Ich muss meine Gedanken in der Hinsicht erst mal sortieren. Da ist es einfacher, euch zu lauschen. Außerdem will Shila sicher auch wissen wie das mit mir passiert ist. Soweit ich das aber sehen und beurteile kann, schlafen die anderen im Rudel noch. Also haut raus mit eurer Geschichte. Ich bin ganz Ohr!“
„Damit unsere beiden hier, noch ein wenig weiter rum schwulen können, erzähl ich dir mal was alles passiert ist!“
Noch bevor Raien und ich etwas sagen konnten fing Kai auch schon an, zu erzählen.

„Nachdem wir also alle wieder zusammen waren, wollte Alexa dich patu suchen. Shila und wir waren aber erst einmal dafür, das unsere Wunden heilen mussten. Wir hätten keine Chance gehabt, wenn wir verletzt auf irgendwelche Wachen getroffen wären.
Erstmal sind wir ziemlich ziellos durch den Wald gelaufen um einen Unterschlupf für die Nächte zu finden. Nachdem wir von Höhle zu Höhle sind, haben wir irgendwann Ruinen einer kleinen Stadt gefunden.
Da haben wir uns erst mal eingenistet.
Wir hatten Dächer über den Köpfen und sogar bequeme Möglichkeiten zum schlafen. Ich mein...es gab Decken, die wir auf den Boden legen konnten um drauf zu pennen.
Tagsüber haben wir die unbewohnbaren Häuser durchsucht. Nach essbarem oder irgendwelchen Dingen die wir als Waffen gebrauchen konnten. Wir haben jede Menge Messer gefunden. Klar sie waren Stumpf, aber wir haben es irgendwie hinbekommen sie wieder zu schärfen. Ashera hat sich darum gekümmert.“
„Die Frau ist auch echt mit allen Wassern gewaschen. Schon die Tatsache das sie mir irgendwelchen Alkohol in die Wunde kippt, den sie gefunden hat, nur um die zu Desinfizieren.“
„Darf ich jetzt weiter erzählen? Naja jedenfalls haben wir auch noch Klamotten gefunden. Ich frag mich bis heute wie die so lange da draußen im Nichts überleben konnten ohne von irgendetwas zerstört worden zu sein.“
„Ich hatte mich schon gewundert wo ihr die Hose für mich her hattet. Es gab ja nichts anderes als das was wir anhatten, als wir geflohen sind.“
„Wenn du nicht bald die Klappe hältst, erzähl ich nicht weiter Dio!“
„Entschuldigung. Ich bin schon ruhig und bleib es auch, bis du am Ende bist. Dann frag ich dich vermutlich eh halb Tod.“

„Wir haben dort auch einige Beerensträucher und eine Herde Rehe entdeckt. Es war im Vergleich zu dem herumlaufen ein kleines Schlaraffenland. Vermutlich sind wir deshalb dort ungefähr Drei Wochen geblieben, bis wir uns dazu entschlossen haben weiter zu ziehen.
Ich vermute das wir weiter sind, weil die Angst zu groß war, dass man uns dort vielleicht finden könnte. Genug Spuren haben wir auch da gelassen.“
„Und das nicht nur Tagsüber.“, grinse ich Kai lüstern an.
„Ihr wart die eine Nacht ganz schön Laut, weißt du das?“
„Halt die Fresse Simon. Immerhin verstehen Allan und ich uns endlich wieder und haben uns zusammen gerauft. Da darf ich doch wohl zwischendurch mal mit ihm schlafen. Immerhin muss ich nicht wie manch andere Hand anlegen.“
„Jungs jetzt ist aber mal gut.“
„'Tschuldigung Kent!“, gaben wir Drei auch schon kleinlaut zurück.
„Schön das du wieder da bist. Ignoriere die Drei einfach. Die haben sich mittlerweile gesucht und gefunden.“, meinte dieser als er sich neben Dio setzte und sich kurz die Wunde ansah, die wir definitiv noch einmal reinigen mussten, bevor wir wirklich weiter zogen.
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