Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Sweet Dreams, Bunny.

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Michael "Michi" Beck OC (Own Character)
21.12.2016
21.12.2016
1
3.763
2
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
21.12.2016 3.763
 
Why are you so fucking perfect?

Friday Night. Er beobachtete von seinem Platz aus den gesamten Raum, hatte alles im Blick. Er schob einen der Regler nach oben, ehe sein Blick erneut durch die Halle schweifte und auf sie traf. Sie war jung, vielleicht gerade 25. Einige Zentimeter kleiner als er, dennoch relativ groß. Etwa 1,70m, wenn er schätzen müsste. Sie war schlank, sportlich, hübsch. Er unterzog sie einer Musterung, nachdem er einen Schluck von seinem giftgrünen Cocktail nahm. Ihre haselnuss-braunen Haare, welche von blond-grauen Strähnen geziert waren, trug sie in einem lockeren Messy-bun, nichts außergewöhnliches. Sie schob sichtlich genervt den blonden Jungen, der sie antanzte, beiseite. Ein Blick in seine Richtung, während welchem er ihr Outfit gänzlich betrachten konnte.Sie trug eine enge, schwarze Jeans, dazu einen schwarz-weißen Crop-Hoodie von Adidas und schnee-weiße Superstars. Sein Blick fand ihre zarten, dunkelroten Lippen, suchte sich seinen Weg über das Septum in ihrer Nase, bis hin zu ihren, ebenfalls haselnuss-braunen, Augen, welche mit gesetzten, schwarzen Highlights eine gewisse Ausstrahlung bewiesen. Als sie sich abwandt und in die Richtung der Bar tapste, erwischte er sich lächelnd dabei, wie er ihre Kehrseite betrachtete. Das war aber auch zu verlockend. Sie hatte etwas an sich, was die ganzen blauäugigen Blondinen nicht hatten, nur wusste er nicht was. Vielleicht war es ihre Aura? Diese Unnahbarkeit? Mal abgesehen davon, dass sie ihn seit Wochen abblitzen ließ, und das eiskalt, wusste er nicht, wie er sie einschätzen sollte. Fakt ist, dass sie das erste Mädchen seit seinem Erfolg als Rapper ist, welches ihn zurück wies, mehrmals. Sie spielte mit ihm. Und vielleicht ist es gerade das, was ihn scharf machte. Dass er um ein Mädchen kämpfen musste, es sich ihm nicht einfach hingab. Manch einer würde sagen, es wäre das ganze nicht wert. Warum sollte er seine Zeit an ein Mädchen verschwenden, welches offensichtlich kein Interesse zeigte? Diese Frage hatte er sich selbst auch gestellt. Nur hatte sie das Feuer in ihm entfacht, sein Interesse geweckt. Es war alles andere als leicht, nicht an sie zu denken, wenn er sie jeden Freitag im Blickfeld hatte. Sie ließ ihn nicht mehr los, weshalb auch immer. Außerdem war auch Interesse ihrerseits da, nur war sie offensichtlich nicht so einfach zu haben. Sie wollte ihren Spaß bei der Sache haben, das respektierte er. Er hatte das nun schon Wochen lang akzeptiert, es trotzdem immer wieder versucht und sich auf ihre Spielereien eingelassen, aber irgendwann reicht es. Er wollte nicht länger warten. Seine Gedanken kreisten um dieses eine Mädchen, sie war perfekt. Er wollte sie und das noch heute.

Seinen Blick hatte sie längst bemerkt, ihren Tanzpartner lässig von sich gedrückt und zu ihrem Verehrer geschaut. Er musterte sie innig, während sie in diesem Moment einfach die Wärme seiner Interesse genoss. Seine Augen wanderten an ihrem Körper hinauf, ehe sie sich für einen kurzen Moment in die Augen sahen und sie sich letztendlich umdrehte und in Richtung der Bar verschwand. Seine Augen verfolgten sie, brachten sie zum Schmunzeln. Wie lange währte dieses Spiel schon zwischen ihnen? Wie lange genoss sie schon seine Aufmerksamkeit? Wochen? Monate? Er war in ihren Augen besonders, irgendwie. Weshalb auch immer, aber er ließ sie nicht einfach ziehen, versuchte es Freitag um Freitag erneut. Wobei es doch jedesmal auf einen Cocktail, welchen er ihr zahlte, hinauslief und sie redeten, bis sie die Türsteher raus schmissen. Es war fast schon wie eine Freundschaft, welche die beiden verband. Eine Freundschaft, welche die beiden pflegten bis es dann schließlich doch geschieht. Und ihr war klar, dass es nur noch eine Frage der Zeit war. Es war bloß noch eine Frage seiner Geduld und ihrer Widerstandsfähigkeit. Denn beides schien von Woche zu Woche weiter abzubröckeln. Sie konnte zwar nicht abschätzen, auf welche Art und Weise er sie überzeugen würde, aber er würde es. Und wann, wenn nicht heute? Sie hatte es an seinem Blick gesehen. Es lagen so viele Emotionen darin, dass sie dachte, sie würde daran ersticken. Doch dem war nicht so. Sie bestellte sich den ersten Drink des Abends, wahrscheinlich nicht ihr letzter, flirtete mit dem Barkeeper, der sie am liebsten anspringen und mit in den Lagerraum zerren würde. Sie hatte eine beachtliche Wirkung auf Männer, obwohl sie bisher noch nicht einmal, seitdem sie nach Berlin gezogen ist, jemanden begleitet, geschweige denn mitgenommen hat. Sie wusste nicht, ob es genau daran lag, dass sie sich ein Image aufgebaut hat, welches jeder zu brechen versuchte, oder einfach daran, dass sie tatsächlich soo hübsch war. Sie machte ihrem Namen alle Ehre. Rose, zartes Aussehen mit schwierigem Charakter. Sie war absolut beziehungsunfähig, stand nicht auf One-Night-Stands, aber war eben auch nur ein Mädchen. Sie hatte ihn wahrscheinlich sowieso schon zu lange warten lassen. Sie war reif, brauchte vielleicht einfach mal jemanden um einem Bedürfnis nach zu gehen. Und warum dann nicht gleich ihn? Wie alt mochte er sein? 40? Sie stand auf ältere Männer, er zählte dazu, fiel komplett in ihr damaliges Raster. Die braunen Haare. Die dunklen Augen. Der Blick, mit welchem er sie immer und immer wieder ansah. Mit welchem er sie noch um den Verstand bringen würde. Noch dazu seine charmante Art. Es war ihr klar, dass er sie nicht kalt ließ, dass sie ihn nicht kalt ließ. 

Sie war verschwunden, er wusste nicht wohin. Er war absolut planlos, sie haute doch sonst nicht so früh ab. Und erst recht nicht, wenn sie ihren Drink noch nicht eingefordert hatte. Verwirrt hatte er den Kopf geschüttelt und sich wieder dem gewidmet, wofür er bezahlt wird. Er sorgte für die gute Musik, durch welche dieser Laden doch erst in voller Pracht erstrahlte. Rechts neben ihm wurde ein weiterer Cocktail abgestellt, kurz dachte er es wäre die Bardame gewesen, jedoch brachte diese im immer den selben gottverdammten Drink, den er einmal bestellt hatte. Dabei schmeckte der nicht mal sonderlich gut. Dieser war allerdings nicht giftgrün, sondern braun, orange. Ohne zu probieren, wusste er, dass es ein Long Island Ice Tea war. Der Drink, den sich sein Mädchen immer bestellte und ihm dämmerte es, weshalb er sie nicht gesehen hatte. Sie musste sich wahrscheinlich erstmal die Erlaubnis holen, um zu ihm hoch zu dürfen. Er drehte seinen Kopf, schmunzelte, als er sie dort, an der Wand gelehnt, stehen sah. Sie lächelte ihn sanft an, was ihn etwas überforderte. 

Als sie nun nach Minuten langem Betteln endlich bei ihm angelangt war, nahm sie sich einige Sekunden, um ihn zu mustern. So innig, wie er es bei ihr getan hatte. Und was sie sah, gefiel ihr. Dunkle Sneaker, eine relativ enge, blaue Jeans und ein schwarzes Shirt. Ziemlich unauffällig, aber doch effektiv. Es sah gut aus, um nicht zu sagen verflixt scharf. Das könnte aber auch an ihm liegen. Sie sah die kleinen Schweißperlen, die seine Haut zum glänzen brachten. Dann setzte sie sich in Bewegung, ließ den Drink neben sein Glas auf den Tisch wandern und lehnte sich an die Wand. Es dauerte einen Moment, ehe er den Drink gesehen und den Blick ihr zugewandt hatte. Dann jedoch ging es schnell. Er zog sie zu sich, vor seinen Körper, drückte sie beinahe an das Mischpult. Seine Hände links und rechts von ihr abgestützt, sein Atem, welcher ihren Nacken streifte. Mit einem verschmitzten Grinsen auf den Lippen, lehnte sie sich gegen ihn. Er wollte wohl nicht mehr warten und es kam ihr so vor, als wäre sein Geduldsfaden heute nun endlich komplett gerissen. Doch diesmal spielte sie nicht mit ihm, nicht mit dem selben Ziel wie sonst. Sie wollte ihn nicht abblitzen und verwirrt stehen lassen, sie wollte Spaß haben. Eine Nacht erleben, wie sie es sich von ihm erträumt. Weshalb sie ihn schon fast zur Ekstase drang. Sie wollte weg von hier, irgendwo anders hin und das ließ sie ihn doch deutlich spüren. Sie zeigte ihm mit einfachen und ebenso deutlichen Anzeichen, dass er am Zug war. Dass er heute machen durfte, was er wollte. Dass sie ihn nicht zurückweisen würde. 

Lächelnd nahm er das Reiben an seiner Männlichkeit wahr, ließ seine Lippen über ihren Nacken wandern. Ein Blick zum Barkeeper genügte, um zu wissen, dass sein Ersatz schon auf dem Weg war und für weiterhin gute Musik sorgen würde. Also ließ er seine Finger nochmal geschickt über das Mischpult gleiten und stellte zwei, drei Sachen um, ehe die Musik wechselte und er sich von ihr an der Hand aus dem Club schleifen ließ. Er machte den Mund auf, wollte etwas sagen, doch sie legte ihm den Zeigefinger an die Lippen, löste diesen kurz drauf und verschloss seine mit ihren. Das alles heute, ohne bisher auch nur ein Wort gesagt zu haben. Vielleicht hätte er vorher auch einfach nur die Klappe halten müssen. Ohne sie zu fragen, sorgte er also dafür, dass sie ihm folgte. Nahm er halt mal jemanden zu sich mit. Ausnahmen bestätigen die Regel. Auf dem relativ langen Fußweg ernüchterten sie beinahe gänzlich. Weshalb er auch kurz Angst vor einer weiteren Abfuhr hatte, doch das sollte nicht passieren. Sie ließ ihn noch immer spüren, dass sie am liebsten in den nächsten Busch springen und ihn sich die Seele aus dem Leib vögeln lassen würde. Aber das würde nichts werden, er hatte schon so seine Vorstellung und die würde ganz sicher nicht in dem kleinen Park vor seiner Tür stattfinden. Ihre Münder fanden sich immer wieder zu Küssen, welche ihm beinahe gänzlich die Sinne vernebelten. Er hatte so lange auf diese Nacht gewartet, darauf, dass er seine Chance nutzen konnte. Und er wollte ihr beweisen, dass sie keinen Fehler begeht. Er drückte sie gegen die Haustür, welche nach hinten nach gab und den Einlass gewährte. Dann schob er sie in Richtung des Aufzugs, nicht ohne seine warmen Hände an ihre Seiten wandern und auf ihrem Körper eine wohlige Gänsehaut zu hinterlassen. Im Aufzug dann, versuchte sie ihr Glück, indem sie ihn an das kalte Metall drückte und ihn in einen verlangenden Kuss verwickelte, der sich zu einer weiteren Knutscherei entwickelte. Seine rechte Hand löste sich kurz, da er den Knopf zu seiner Etage suchte. Penthouse-Wohnung, also ganz oben. Und da sie ihn zu sehr ablenkte, hatte er ein paar Sekunden gebraucht um abzutasten, welcher denn nun der obrigste war. Er ließ sie nur machen, sollte sie ihre letzten Momente in ihrer Dominanz aufglühen. Der Aufzug setzte sich ruckartig in Bewegung uns stoppte eben so schnell wieder. Die Türen öffneten sich und mit einer geschickten, fließenden Bewegung hob er sie hoch und trug sie bis vor seine Wohnungstür. Ihre Finger hatten sich in seine Haare gelegt, liebkosten seine Kopfhaut und er schloss für eine Sekunde seine Augen. Er war tatsächlich äußerst empfindlich, was Berührungen angeht und das sollte sie wohl bald noch merken. 

Während er sie gegen das kalte Holz der Tür lehnte, zog sie ihre Beine um seine Hüfte, hielt sich somit noch näher an ihm. Sie hörte das metallische Klimpern, welches ein Echo im leeren Flur erschallen ließ. Ihre Finger lagen mittlerweile ruhig in seinen Haaren, auch wenn es ungemein verlockend war, seine Frisur noch weiter zu verwuscheln. Noch mehr zu zerstören, als sie es sowieso schon war. Ihre Gedanken hatten sie so übermannt, dass sie gar nicht richtig mitbekommen hat, dass die Tür offen war und sie somit keine Stütze mehr im Rücken hatte. Sie erschrak kurz, als sie das merkte, entspannte sich binnen von Sekunden wieder. Zumindest so gut es ging, denn eine gewisse Anspannung lag schon in der Luft. Er setzte sie im Flur behutsam auf die Kommode, schloss die Tür geschickt mit dem Fuß, bevor sie sich wieder mit den Mündern des jeweils anderen befassten. Sie hörte, wie sein Schlüssel den Weg neben sie fand und zog ihn kurz drauf zwischen ihre geöffneten Beine. Somit legte sie ihre Beine erneut um seine Hüfte, spürte gleichzeitig die deutliche Auskerbung seiner Jeans. Wie sich etwas dagegen drückte. Sie lächelte ihn an, während sich ihre Hände in seinem Nacken verschränkten und sie ihn zu sich herunter zog. Ein Kuss nach dem anderen ging über die Bühne. Langsam ließ sie sich von ihm von ihrem Sitz heben und achtete sorgsam darauf, dass sie den tiefen Kuss nicht lösen mussten. Sie schob sich langsam von seinem Arm herunter, als er in einer günstigen Position stand und versuchte irgendwie ihre bisher verlorene Dominanz zurück zu erlangen, sonst hätte sie bald nichts mehr zu entscheiden gehabt. Sie drückte ihn gegen die nächst beste Wand, ohne den Kuss auch nur ansatzweise zu lösen, ließ ihre Finger dabei von seinem Nacken über die Schultern und die Brust, über seinen Bauch und bis hin zu seinem Gürtel fahren. Dann schob sie ihre eisigen Hände sanft unter sein Shirt. 

Er spürte, dass sich aufgrund der hauchzarten Bewegungen ihrer kreisenden, eiskalten Finger seine feinen Härchen anfingen sich aufzustellen. Das war deutlich mehr als eine Gänsehaut, wie veranstaltete sie das bloß? Ebenso verwundert war er, dass die Jeans jetzt schon kaum noch Platz bot sich zu entfalten. Die wollte er schnellstens loswerden, doch dazu musste er das ganze Geschehen vorantreiben und ihr eventuell zeigen, wie sehr er sie jetzt doch brauchte. Er wechselte binnen einer Bewegung die Seiten, drückte sie an die andere Wand, gegenüber ihrer vorigen Position. Er merkte, wie sie versuchte weiterhin dominant zu bleiben, jedoch sollte ihr bald klar werden, dass das nichts wird, wenn sie nicht doch noch irgendein Ass im Ärmel hat. Insgeheim hoffte er dennoch, dass sich sich nicht einfach so geschlagen gab. Das würde es nicht so spannend machen. Bei seinem ersten Versuch sie rum zu kriegen, wollte er sich bloß schnellstmöglichst mit ihr ins Bett fallen lassen, mittlerweile genoss er den Machtkampf zwischen ihnen. Sie zeigte ihm immer wieder, was für eine Beherrschung sie doch hat. Sie zeigte, welch wunderbare Überraschungen doch in ihr steckten, immer mal wieder. Er wünschte sich natürlich ihr beweisen zu können, dass sie sich einfach fallen lassen darf. Dass sie einfach genießen durfte. Er wollte mittlerweile so viel mehr, als sie einfach nur ins Bett zu kriegen. Er hatte sich fest vorgenommen, ihr die Sinne zu vernebeln. 

Geschickt ließ sie sich von ihm die Treppe nach oben geleiten, was sich im Halbdunklen und während einer Knutscherei als andere als einfach erwies. Zumindest für sie. Er schien sich sein Lachen unterdrücken zu müssen, denn offensichtlich ging ihre Tollpatschigkeit nicht einfach an ihm vorbei. Wie auch, wenn er sie auf den paar Stufen schon zwei Mal halten musste, da sie sonst rückwärts wieder heruntergepurzelt wäre. Noch einmal wagte sie den Versuch ihn gegen die Wand zu drücken, was er lächelnd hinnahm. Er ließ sie spielen, das war ihr klar. Denn er hatte doch bewiesen, wie einfach er sie wieder in den rezessiven Part bringen konnte. Dafür brauchte er ja kaum zwei Bewegungen. Jedoch wollte sie es nicht aufgeben, dann wäre das viel zu schnell vorbei. Und sie wollte, dass es so lange wie möglich währt. Schmunzelnd nahm sie wahr, dass es ihm wohl doch zu lange dauerte, weshalb er sie auch die nächste Treppe hinaufführte. Sie fragte sich tatsächlich, weshalb es soweit hoch ginge. Sie würde ja schon fast erschöpft sein, wenn es noch weiter hinauf ginge. Immerhin hatte sie noch keine Bekanntschaft mit dem Boden gemacht und diesmal musste er sie auch nicht vor dem Salto Rückwärts bewahren. Sie kam offensichtlich doch allein klar. Irgendwie. Auf dem Weg schlüpften sie beide aus ihren Schuhen, die hätten noch lästig werden könnten Seine Finger suchten nicht lange die Berührungen zu ihrem Crop-Hoodie. Mit zwei Hand griffen lag der nämlich auf dem Boden und sie spürte den warmen Blick auf ihrem Oberkörper liegen. Vom Bauch hinauf, über die Brüste wandernd, ehe er sich fing und sie in den nächsten Kuss verwickelte, während er ihre Finger an seinem Shirt spürte. Am Saum dessen um genau zu sein. Und ihn durchzuckte erneut eine Gänsehaut. So langsam driftete auch der Rest Blut, der in seinem Kopf verzweifelt versuchte die Systeme nicht abstürzen zu lassen, in südlichere Regionen ab. Eine letzte Tür, welche er mit ihr im Arm durchquerte und sie löste sich von ihm. Mit einem entzückten Lächeln stellte sie fest, dass er es nicht mehr lang aushielt. Ihre Finger, welche mit den Fingernägeln mit sanftem Druck, an seinen Boxershorts entlang kratzte, gaben ihm offensichtlich den Rest. Ein beinahe gestöhnter Seufzer verließ seinen Mund. Diesmal musste sie lachen. Flink hatte sie sein Shirt gegriffen und es ihm, mit etwas Hilfe, über den Kopf gezogen. Das sanfte Muskelspiel seines Körpers ließ ihren Mund für einige Sekunden leicht offen stehen. Er war nicht schlecht gebaut, eher im Gegenteil. So etwas hatte sie definitiv nicht erwartet. Vielleicht hatte sie es insgeheim gehofft, aber sie hatte nicht damit gerechnet. Nun hörte sie sein Lachen, während er sie erneut zu ihm zog, sie mit gekonnten Griffen ihrer Jeans entledigte. Seine langen Finger, die sich den Weg über ihren halbnackten Körper suchten, ließen sie erschaudern. Im Guten, versteht sich. Sein Kopf legte sich an ihre Halsbeuge, er fing an zu knabbern, seine Spuren zu hinterlassen. Und er hatte nichts anderes verdient, weshalb ihre Finger seinen Rücken nun nicht mehr bloß streichelten, sonder mit Kratzfurchen überzogen. Er knurrte, ließ sie dennoch weiter machen. Das Streicheln, Kratzen und Beißen forderte jetzt schon einige Beherrschung beiderseits. Sie versuchten so lange wie möglich aus zukommen, doch es war schwer. Nun war auch seine Jeans Vergangenheit, hatte den Weg auf den Boden gefunden. Provozierend langsam hatte sie erst ein, zwei mal über die beachtliche, nicht zu unterschätzende Erhärtung gestrichen, dann machte sie sich daran seinen Gürtel zu öffnen. Knopf und Reißverschluss mit dazu. Daraufhin rutschte die Hose allein hinunter und er schlüpfte gänzlich hinaus, bevor sie ihn einmal umkreiste, wie ein Löwe seine Beute. Ihre Fingerspitzen ließ sie dabei neckend über die Beule in den Boxershorts, seine Seiten und den Hintern gleiten. Sie genoss die Situation, war ihm nicht unterlegen. Zumindest für einen kurzen Moment. Sie kostete diesen also vollkommen aus, um ihn noch mal genau unter Betracht zu nehmen. Sie biss sich auf die Lippe, als sie seine Gänsehaut entdeckte. Nichts anderes hatte er mit ihrem Körper angestellt, Sie küsste sein Schulterblatt, bevor sie sich nah an ihm vorbei schob und wieder vor ihm stand. 

Zuerst mal musste er sich auf die, sowieso schon kaputte, Lippe beißen, um ihrer Technik stand zu halten, dann war er am Zug. Seine Hände wanderten während des folgenden Kusses, vorsichtig über ihre Seite und auf ihren Hintern. Er kniff leicht hinein, konnte sich in dem Punkt einfach nicht zurückhalten. Ihr schadete es offensichtlich nicht, denn sie stöhnte leicht in den Kuss hinein. Neckend kämpften ihre Zungen in einem unaufhörlichem Kampf um den Sie und die Niederlage. Er hob sie hoch, lächelte in den Kuss hinein, während er sich in Richtung des Bettes bewegte, sie unschuldig ansah und auf die weiche Matratze beförderte. Sie kicherte, als sie sich zwischen Kissen und Decken wiederfand. Sie atmete tief ein und aus, streckte sich und ließ sich auf den Rücken sinken. Es dauerte nicht lange, ehe er sich in einer dominanten Position über ihr befand, sie spielerisch zur Ekstase trieb. Ihr BH hatte den Weg vom Bett herab gefunden, ihr Höschen verabschiedete sich ebenfalls. Sie ließ sich verwöhnen. Streicheleinheiten und Küsse wurden von ihm auf ihrem gesamten Körper verteilt. Sie stöhnte unter ihm, was wie Musik in seinen Ohren klang, wunderschöne Klänge die seinen Gehörgang durchströmten und ihn in seinem Tun bestätigten. Er fühlte sich gut, noch bevor es richtig angefangen hatte. Grinsend schob er sich über ihr in den Liegestütz, sollte sie ihn doch selber von dem lästigen Stoff befreien. Was er wollte, verstand sie schnell. Ein Kuss nach dem anderen legte sich auf seinen Oberkörper, jagte ihm eine erneute Gänsehaut über den Körper. Auch berührten ihre Lippen den, seiner Erachtens, lästigen Stoff der karierten Boxershorts, was auch ihn mehr und mehr in den Wahnsinn trieb. Sie schob die Baumwollfaser-Konstruktion immer weiter hinab, bis hin zu seinen Knöcheln. Auch diesmal befreite er sich gänzlich allein von diesen. Zwei, vielleicht drei Küsse der länge nach auf sein Gemächt, bevor sie sich wieder zu ihm hoch begab. Man könnte es Entdecker-Küsse nennen, jedoch spielte es prinzipiell keine Rolle.

Sie sag in die dunklen braunen Augen, welche sie nun mehr denn je fesselten. Die Tatsache, dass sie ihre Dominanz bis auf einen kleinen Rest komplett verloren hatte, war ihr egal. Alles was gerade zählte, waren sie beide. Unter bedachtem Küssen und zärtlichem Streicheln, begann ihr Liebesspiel beinahe zu besinnlich. Leises Stöhnen ihrerseits, seinerseits ebenso. Knutschflecken und Kratzspuren die sich langsam auf seinem Körper ausbreiteten. Auch er hinterließ seine Spuren, was ihr so ziemlich gar nichts ausmachte. Sie fragte sich jetzt schon, wie er auf das dunkelblaue Herz auf seinem Hals reagieren würde. Der Rhythmus war mittlerweile gleichmäßig und sie spürten beide, wie sehr sie das Ganze gebraucht haben. Sie ergänzten sich außerordentlich gut, was sich gerade in jedem Tun und Treiben widerspiegelte. 

Erschöpft ließ sie sich in die Kissen sinken, zog ihn mit sich. Drei Runden, drei gottverdammte Runden, in denen sie beide mehr und mehr ihres Verstandes verloren. Es existierte um sie herum nichts mehr. Es schien als wäre alles andere verblasst und verschwommen. Er rollte sich neben sie, ließ sie ihren Kopf an sein Herz legen. Es drohte aus der Brust zu springen, ebenso wie ihres. Nie hatte sie ein Mann so erfüllt, wie er es getan hatte. Langsam fing sie an in Gedanken zu schwelgen, das war es wohl mit der Freundschaft. Schon schade, irgendwie. 

Sie lagen schon eine Weile einfach nebeneinander und es verließen noch immer keine Wörter ihre Münder. Die Atmung hatte sich beruhigt und ihr war bewusst, dass es an der Zeit war zu gehen. Es war ein ganz normaler One-Night- Stand und sie kannte die Regeln, wollte also langsam aus seinen Armen gleiten, sich ihre Sachen schnappen und verschwinden bevor es peinlich werden würde, doch er hatte andere Pläne. 

Kaum hatte sie ihren Oberkörper erhoben, hielt er sie ab Handgelenk, woraufhin sie ihn ansah. Ihm in die dunklen, braunen Augen sah und pure Erleichterung in ihnen sah, sie glänzten regelrecht. Doch er zog sie zu sich zurück, legte seine Lippen auf ihre und schob sie zurück in die vorige Position. Sie war verwirrt, er schmiss sie nicht einfach raus? Das würde später also doch noch peinlich werden, trotz dessen blieb sie liegen. Langsam verfiel sie ihrer Müdigkeit, drehte sich noch etwas in die weiche Decke, benutzte ihn als Kissen. 

Bevor sie endgültig in den Schlaf überging und sich in einem wunderbaren Traum wiederfand, spürte sie noch ein mal seine Lippen auf ihrer Schläfe. Er zog sie noch etwas enger an sich und flüsterte ihr einen Satz ins Ohr: "Sweet Dreams, Bunny."

-

21.12.2016
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast