Der Let's Player wird zum Held

von Dragica
GeschichteAbenteuer, Humor / P18
20.12.2016
11.01.2019
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Der Let's Player wird zum Held

Kapitel 11: Nur noch kurz die Welt retten

-Wieder in der Gegenwart-


Nachdem die Gefahr vorübergezogen ist, kommt Kirby aus seinem Versteck hinausgekrochen. Vorsichtig und verunsichert läuft er über die zerbröckelten Schlossreste. Sein kleiner Körper ist nach dem Kampf zwischen Shadow und Meta Knight noch sehr schwerfällig. Er hätte sich während des Kampfes gerne eingemischt, jedoch war er wie paralysiert. So als wären seine Füße aus Beton gewesen und hätten ihm nicht erlaubt, auch nur einen Schritt zu machen. Er konnte und kann es noch immer nicht glauben, dass Sir Meta Knight, sein Mentor, wirklich Shadow angegriffen hat. Die Erkenntnis, dass Meta Knight, der wie ein Vater für Kirby ist, nun auf der Seite der Bösen ist und ohne Skrupel auf diese Roboterfrau gehört hat, stimmen ihn traurig.
Auch wenn es ihm schwerfällt, läuft er auf Shadow zu. Er kann nun nicht einfach in Trauer verfallen, er muss handeln! Als Kirby den Braunhaarigen erblickt, ist dieser in keiner allzu guten Verfassung. Seine Atmung scheint flach zu sein und er ist bleich. Jedoch hält das Kirby nicht davon ab, ihm immer wieder gegen den Kopf zu stupsen um ihn zu wecken. Schließlich hat das bei ihrer ersten Begegnung ja auch funktioniert. Nur dieses Mal nicht. Nach geschlagenen fünf Minuten gibt die pinke Kugel auf und versucht etwas anderes. Er reibt seine kleinen Hände einander und versucht Shadow hochzuheben. Die Anstrengung steht Kirby ins Gesicht geschrieben, da der kleine Held Shadow eigentlich auch nur bis zu den Knien reicht und so ein Mensch reichlich schwer ist, wie er feststellen muss.
Also gibt er es auch schnell auf, den Let’s Player tragen zu wollen. Doch merkt der kleine Sternenkrieger, dass seine Hände kleben und er sieht auf sie hinunter. Eine rote Flüssigkeit tropft von Kirbys Händen und die Atmung der kleinen pinken Kugel wird schneller. Das ist Blut. Überfordert und auch panisch rennt der kleine Krieger auf und ab. Was soll er nun machen? Die Sorge um den Let’s Player ließ ihn nicht klar denken. Er braucht einen Plan bevor der Let’s Player ihm elendig verblutet. Was hatte Meta Knight Kirby immer gepredigt? ‘Nur ein Sternenkrieger, der konzentriert und mit kühlem Kopf agiert, kann Herr der Lage werden‘.
Zwar hat Kirby absolut keine Ahnung, was der ältere Sternenkrieger damit gemeint hatte, jedoch war Fakt, dass er sich beruhigen muss und nicht weiter wie ein aufgeschrecktes Erdmännchen im Kreis rennen sollte. Also bleibt er abrupt stehen und sieht sich in dem Schrotthaufen, was einst ein Schloss gewesen war, um. Er läuft zu allem hin, was für ihn im Ansatz brauchbar aussieht. Nach kurzer Zeit sieht er dann in den Geheimgang, der zu der Halberd führt. In welchem er sich auch versteckt gehalten hatte. Kirby quetscht sich in eben diesen Gang, um dort nach hilfreichen Utensilien für seine ‘Shadow darf nicht sterben‘ Rettungsaktion zu finden.
In den Katakomben ist es sehr dunkel, weswegen in Kirby etwas Angst aufkeimt. Mit langsamen und unsicheren Schritten geht er voran. Der kleine Sternenkrieger hat die ganze Zeit das Gefühl verfolgt zu werden. Vielleicht ist dies aber auch nur die Angst, welche ihm einen Streich zu spielen versucht.

„Poyo?“, ruft er zögerlich in die Dunkelheit. Von überall hat er das Gefühl, das gleich etwas unerwartet auf ihn zustürmen könnte. Sein kleines Herz rast immer schneller, das Blut rauscht in seinen (nicht sichtbaren) Ohren. Schutt fällt von den zerbröckelten Wänden des Ganges. Kirby geht etwas unsicher rückwärts und stößt mit etwas Metallische, zusammen. Sofort denkt er daran, dass es ein Roboter von diesem pinkhaarigen Mädchen ist.
Eventuell ist es sogar Meta Knight, was noch schlimmer wäre. Schnell rennt die kleine pinke Kugel mit seinen Stummelbeinen los, auch wenn er nicht wirklich sieht, wohin. Alles ist in Dunkelheit getaucht und Kirby hat das Gefühl, von ihr verschluckt zu werden.  
Wieder läuft er gegen etwas Metallisches und wird dieses Mal sogar gepackt.
„Poyo! Poyo! Poyo!“, strampelt Kirby wie verrückt, um sich zu befreien. Genau in dem Moment geht eine Taschenlampe an die die kleine pinke Kugel so sehr blendet, dass er die Augen zusammenkneift. Sein Gestrampel lässt etwas nach.
„Kirby wir sind es“, eine bekannte männliche Stimme dringt zu der pinken Kugel durch. Er öffnet die Augen wieder und blinzelt einige Male, um sich an das grelle Licht zu gewöhnen. Kurz darauf erkennt er eine grüne Silhouette vor sich. Es braucht nicht allzu lange bis er erkennt, wer es ist. Es ist Edge Knight, der Kirby mit der Taschenlampe anleuchtet. Ein erleichtertes Seufzen kommt von dem kleinen Sternenkrieger und seine angespannte Haltung lockert sich.
„Genau. Wir sind es“, stimmt Sharpe Knight zu und lässt Kirby runter. Die kleine, pinke Kugel sieht von einem Ritter zum Anderen. Die beiden sind noch nicht roboterisiert worden. Ein Glück.
„Wie kommt es das du noch nicht ein Roboter bist, Kirby?“, fragt Sharpe in seiner nuscheligen Sprachart.
„Poyo Poyo!“, versucht Kirby es zu erklären, aber natürlich verstehen die beiden Ritter gar nichts, auch wenn der kleine Krieger noch so mit den Armen wedelt und umherhüpft.
Fordernd zieht der kleine Sternenkrieger nun also an Edge Knights Arm, um ihn zu Shadow zu führen. Schließlich liegt der noch immer bewusstlos im Schlossgarten. Oder was davon übrig ist.
„Wir folgen dir ja schon“, meint Edge und befreit sich aus dem Griff des pinken Kriegers, um ihm zu folgen. Auch Sharpe Knight schließt sich den beiden an.
„Was Kirby wohl hat?“, hinterfragt Sharpe und sieht auf den voranstürmenden Kirby.
Der andere Ritter zuckt nur mit den Schultern. Auch ihm ist es schleierhaft, was Kirby von ihnen will. Natürlich ist den beiden Rittern nicht entgangen, was an der Oberfläche vor sich geht. Trotz dessen muss es noch einen anderen Grund geben, als das Ende der Welt. Wiedermal.  Zumal Kirby normalerweise sehr simpel denkt.

Oben angekommen müssen sich alle drei an die Helligkeit gewöhnen. Doch vor allem Sharpe und Edge, die eine ganze Weile im Untergrund verbracht hatten.
Viel Zeit lässt Kirby den beiden Rittern aber nicht, da er schnellsten zurück zu Shadow läuft. „Kirby! Warte!“, ruft Edge Knight dem kleinen Sternenkrieger hinterher.
Meta Knights Begleiter ziehen ihre Waffen, um gegen unangenehme Überraschungen gewappnet zu sein, dann folgen sie Kirby aufmerksam und vorsichtig.
„Poyo! Poyo!“, mit allen Gesticken, die er auf Lager hat, lotst Kirby die beiden Ritter nun in Richtung des verwundeten Let’s Players.
Shadow scheint es auch immer schlechter zu gehen. Als Edge und Sharpe bei den beiden angekommen sind, bleiben sie abrupt stehen.
„Ist das dieser Shadow?“, kommt es perplex von Sharpe Knight. Er hat sich den 26-Jährigen irgendwie… anders vorgestellt. Aber für solche Gedanken ist nicht die Zeit.
„Wie auch immer. Wir müssen ihn hier wegbringen und versorgen, bevor diese Roboter zurückkommen. Du nimmst sie Füße und ich den Kopf, Sharpe“, entscheidet Edge zum Schluss.
Ewig können sie nicht an der Oberfläche bleiben, ohne entdeckt zu werden. So heben sie Shadow an und tragen ihn hinunter in den Geheimgang.
„Kirby, nimm du die Taschenlampe und leuchte uns den Weg.“
Der kleine Sternenkrieger kommt Edge Knights Forderung sofort nach und nimmt die Lampe in die Hände. Er braucht jedoch einen Moment, um sie einzuschalten. Als der Lichtstrahl angeht, hüpft Kirby frohen Mutes voran.

Sie brauchen eine gefühlte Ewigkeit, bis sie das spärliche Lager der Ritter erreichen.
Es besteht aus drei Zelten, die aus alten, dunkelgrünen Planen zusammengebastelt wurden. In dem einen liegen die Vorräte, die die beiden Ritter im zerstörten Schloss finden konnten. Die beiden übrigen Zelte dienen Sharpe und Edge als Nachtlager. In eines dieser Zelte bringen sie nun Shadow, um seine Wunden zu versorgen.
Kirby kämpft derweil mit dem Aus-Knopf der Taschenlampe; das provisorische Lager bietet mehr als genug Licht.
Unterdessen holt Sharpe aus dem Vorratszelt einen Erste-Hilfe Koffer, damit sie den Let’s Player richtig behandeln können. Kaum zurück, nimmt Edge sich sofort die nötigen Verbandsmittel heraus.
Er hatte, als Sharpe weg war, Shadow schon das Shirt ausgezogen, um die Wunde zu sehen und die Blutung zu stoppen. Der Schnitt verläuft an seiner linken Seite entlang, auch an seinem Kopf klafft eine kleinere Platzwunde.
Zuerst desinfiziert Edge die Wunde am Oberkörper, als die Blutung so gut es geht gestillt ist, näht er den Let’s Player zusammen. Danach verbindet er mit Sharpes Hilfe die Verletzung. Als Letztes kümmert er sich auch um die Platzwunde an Shadows Kopf.
Nun muss der 26-Jährige aus eigener Kraft zu sich kommen.
Die beiden Ritter verlassen das Zelt und schnappen sich jeweils ein Bier. Mit einem Klirren fallen die Bierdeckel zu Boden und die beiden fangen an zu trinken. Dabei sehen sie zu, wie Kirby mit der Taschenlampe spielt.



~*~




Mit einem brummenden Schädel wacht Shadow auf. Er fährt sich mit einer Hand durchs Gesicht, um richtig wach zu werden, bemerkt jedoch schnell einen stechenden Schmerz in seiner linken Seite.
„Fuck! Was ist das denn jetzt?“, fragt er sich in Gedanken und setzt sich langsam auf. Der Let’s Player tastet vorsichtig an seiner Seite entlang und spürt einen Verband unter seinem blutverschmierten Shirt.
„Wo bin ich überhaupt, for fuck sake?! Und wie konnte das passieren?“
Er lässt den Blick durch das Zelt schweifen. Neben seiner Liege steht auf einer Kiste eine Lampe, daneben liegt das Schwert der Legende.Shadow sieht gedankenverloren auf das Flackern des Lichts und überlegt, was überhaupt passiert ist.
„Stimmt ja! Meta Knight hat mich ausgeknockt! Wie konnte er nur auf dieses Robotusse hören?“, ärgert sich der Let’s Player klammheimlich.
Jedoch schüttelt er den Kopf und wirft den Gedanken erstmal beiseite. Jetzt gilt es herauszufinden, wo er sich überhaupt befindet.
Etwas mühevoll richtet der Einzelhändler sich auf und schleppt sich hinaus. Mit einem Rundumblick begutachtet er seine Umgebung. Sie scheinen im Untergrund zu sein, so spärlich beleuchtet, wie es ist. Shadow läuft etwas durch die Gegend und sucht denjenigen, der ihm anscheinend geholfen hat. Alles ist jedoch wie leergefegt und ein Seufzen entrinnt seiner Kehle.
„Da werd ich gerettet und dann ist hier keine Sau!“
Mit verschränkten Armen setzt er sich auf den Boden und wartet. Auf wen, oder was er wartet weiß, er eigentlich nicht.
„Meta Knight hat mich wirklich ziemlich erwischt. Bin ich froh, dass ich Kirby-“Mitten im Gedanken hält er inne.„Scheiße! Wo ist Kirby?!“, ruft er aus und springt wieder auf die Füße.


Kirby horcht derweil auf. Er ist mit Sharpe und Edge zur Halberd, um das Schlachtschiff zu reparieren, welches einen Totalschaden erlitten hatte. Mal wieder.
Die kleine pinke Kugel legt den Kopf etwas zur Seite und läuft dann los.
„Kirby warte! Wo willst du hin?“, ruft ihm Edge hinterher. Als Kirby nicht anhält, lässt er den Schraubenschlüssel fallen und setzt ihm nach, Sharpe folgt ihm dicht auf den Fersen. „Poyo!“, freut sich Kirby wie verrückt, als er den Let’s Player erblickt. Fröhlich springt er auf ihn zu und zieht an seinem Hosenbein. Die vor Glück strahlenden, blauen Kulleraugen hat er nach oben auf den Einzelhändler gerichtet.
„Kirby! Da bist du ja!“, erleichtert atmet Shadow aus und nimmt die kleine Knutschkugel auf den Arm. „Hast du mich gerettet?“
Stolz nickt Kirby und stemmt seine pummeligen Arme in die Seite.
„Poyo!“, macht er ganz von sich überzeugt.
Mittlerweile kommen auch die beiden Ritter hinterher. Sie brauchten einen kurzen Moment, Kirby ist doch flinker, als man annimmt.
„Kirby! Du sollst doch nicht einfach-“, fängt Edge Knight mit seiner Standpauke an, bricht seinen Satz aber ab, als er sieht, dass Shadow aufgewacht ist.
„Er ist wach“, kommentiert Sharpe Knight nur und mustert Shadow.
Dieser sieht die beiden Ritter stillschweigend an. Eine gefühlte Ewigkeit hängt das Schweigen über ihnen. Eine Ewigkeit, vergleichbar mit der Dauer von Youtubewerbung, die man 30 Sekunden nicht überspringen kann.
„Du bist also dieser Shadow.“
Edges Worte sind mehr eine Feststellung, als eine Frage. Außerdem wollte er endlich die Stille durchbrechen.
Der Let’s Player lässt erst einmal Kirby herunter und geht dann auf die beiden Ritter zu.
„Joah, der bin ich wohl und ihr seid die, die mich mit Metta Knight verfolgt haben, oder?“
Shadow schaut Löcher in die Luft, kratzt sich dabei am Hinterkopf.
Auch Edge und Sharpe ist die ganze Situation etwas unangenehm.
Nur Kirby sieht verwirrt zwischen den Dreien hin und her.
Warum sind die denn so steif?
„Ja. Das hier ist Sharpe Knight“, stellt Edge seinen Kameraden vor, der nur kurz die Hand zur Begrüßung hebt, „Und ich bin Edge Knight. Da das nun geklärt ist: Wie fühlst du dich?“
„Etwas verwirrt, aber ansonsten recht okay. Naja, bis auf den Fakt, dass mir Mr. Edgelord Knight meine verfickte Seite aufgeschlitzt hat!“,
Der Shooshman verschränkt die Arme vor der Brust und denkt an den Kampf zurück.
Auch wenn Meta Knight eigentlich nichts dafürkonnte, so regt es den Let’s Player dennoch auf.
„Hehe, Edgelord Knight“, kichert Sharpe Knight amüsiert und hat sichtlich Mühe damit, sich das Lachen zu verkneifen.
„Sharpe! Das ist nicht lustig!“, streng und mit tadelndem Finger versucht Edge seinen Partner zur Ruhe zu bringen. Auch wenn er selbst etwas amüsiert klingt.
„Ach komm, du findest es doch selbst lustig!“, rechtfertigt sich der andere Ritter wieder und lacht etwas, „Er ist eben wirklich ein Edgelord.“
Nun muss auch Edge Knight muss lachen.
„Okay. Vielleicht ist es etwas lustig.“
Dann räuspert er sich, um wieder etwas ernster zu werden.
„Shadow. Ich denke du kannst dir denken, dass Sir Meta Knight nicht freiwillig auf der feindlichen Seite steht. So wie die Anderen, die zu Robotern wurden. Wie kann es sein, dass Kirby und du verschont geblieben seid?“
„Wir haben es verpennt.“
Locker zuckt der Braunhaarige mit den Schultern. Die beiden Ritter sehen einander etwas perplex an.
„Moment. Ihr habt alles verschlafen? Eine ganze Roboterinvasion?“, Edge Knight kann nicht glauben, was er da hört und schüttelt ungläubig den Kopf.
„Ja. Ihr hattet uns gejagt und irgendwann waren die Knutschkugel hier und ich eben müde und sind in unserem Versteck eingepennt.“
Wenn Shadow jetzt so darüber nachdenkt, ist es wirklich beachtlich, eine ganze Invasion zu verschlafen.
„Dann hatte es ja was Gutes, dass du King DDD gereizt hast“, schlussfolgert Sharpe und hat damit gar nicht so Unrecht. Hätte Shadow den dicken Pinguin nicht über den Haufen fahren wollen und wäre dieser daraufhin nicht so sauer gewesen, um die Ritter auf ihn zu hetzen, hätte er sich nie versteckt und wäre nicht dieser Invasion entgangen.
Glück im Unglück, könnte man sagen.
„Stimmt. Wollen wir uns setzen?  Ich denke wir haben noch einiges zu besprechen“, meint Edge Knight, da sie sich wirklich langsam die Beine in den Bauch stehen.
Der Shooshman nickt darauf nur und setzt sich an Ort und Stelle auf den Boden, die Anderen tuen es ihm gleich.
Sharpe gibt seinem Kammeraden, sowie Shadow eine Bierflasche.
„Das erklärt wieso sie so dauerbesoffen klingen und 'ne leichte Fahne haben“, denkt sich der Let’s Player nur, nimmt aber dennoch die Flasche an sich.
denkt sich der Let’s Player nur, nimmt aber dennoch die Flasche an sich.
„Danke.“
Shadow entfernt den Deckel und nimmt einen großen Schluck, worauf er wohlig seufzt. Das hatte er gebracht.
„Okay. Was ist hier jetzt eigentlich los? Was ich mitbekommen habe ist, dass so eine OHG sich hier breit macht und von einer Pinkhaarigen Tusse geleitet wird. Das ist alles.“
„Du hast Recht. Diese OHG hat Dreamland erobert. Genau genommen die Haltmann OHG. Wir haben einmal die Vorstandsassistentin Susi belauscht, als sie sagte, dass sie die Ressourcen des Planeten wollen. Wir hatten gehofft, dass es Sir Meta Knight gut geht und er uns aus dieser Misere raushilft. Jedoch…“
„Jedoch wird daraus jetzt nichts“, beendet Shadow den angefangenen Satz von Edge Knight. Der Ritter nickt daraufhin, sein Blick gen Boden gewandt. Er hatte die linke Hand zur Faust geballt, aus Wut darüber, was seinem Kameraden passiert ist.
„Wir waren zu dritt. King DDD war noch bei uns. Als er aber Sir Meta Knight bei dieser Susi gesehen hat, war er außer sich vor Wut. Er stürmte, ohne zu überlegen, zu den beiden. Es vergingen nur Sekunden, bis sie ihn festgenommen und außer Gefecht gesetzt hatten.
Wir hätten gegen Sir Meta Knight keine Chance gehabt, weswegen wir den König zurücklassen mussten. Was sie mit ihm gemacht haben, wissen wir nicht“, erklärt der Ritter bitter zu Ende.
„Ohne den Depp hoch drei ist es aber bestimmt leichter durch so eine schwere Zeit zu kommen“, spricht Shadow den Gedanken laut aus.
„Es stimmt. Auch, wenn es hart klingt“, stimmt Sharpe zu und erhält ein Kopfnicken seines Partners.
„Ihr sagtet, dass dieses Biest ohne Mund nur eine Assistentin ist. Wer leitet dann das alles, wenn nicht die?“, fragt Shadow mit einer hochgezogenen Augenbraue.
Die beiden Ritter sehen sich an und zucken ahnungslos mit den Schultern.
„Das wissen wir nicht. Was wir jedoch wissen, ist, wie man diese Haltmann OHG stoppen könnte“, fängt Edge an zu erklären, er wartet, bis Shadow ihm seine volle Aufmerksamkeit schenkt.
Auch Kirby wird nun hellhörig und legt die Kronkorken, mit denen er gespielt hat, beiseite. Er möchte auch seine Welt retten. Vor allem aber Meta Knight.
„Unser Feind ist mit einem Raumschiff auf diesen Planeten gekommen. Eben dieses Raumschiff hat fünf ‚Beine‘ und eine Kugel als ‚Körper‘. Zumindest lässt es sich so am besten beschreiben. Um den Körper befindet sich ein Schutzschild, der verhindert, dass Eindringlinge hineingelangen. Man kann diesen Schutzmechanismus nur umgehen, wenn man die fünf Beine außer Gefecht setzt“, erklärt er zu Ende.
Der Ritter lässt die Worte erst einmal auf den Shooshman wirken.
Grinsend erhebt sich der Let’s Player auf die Füße.
„Also worauf warten wir noch? Lasst uns Dreamland retten. Ihr bekommt euer ruhiges Leben wieder und ich den Schlüssel dieser Welt. Ist doch simpel!“
Die Arme vor der Brust verschränkt und mit einem kessen Grinsen sieht er zu den beiden Rittern. Kirby scheint schon auf Shadows Seite zu sein. Mit einem Quietschen und einem ‚Poyo!‘ springt er auf und ab. Denn er will seine Heimat und seinen Mentor retten.
„Schlüssel dieser Welt?“, fragt Sharpe Knight verwirrt.
Das ist das erste Mal, dass er von so etwas hört. Auch Edge ist ratlos.
„Ach ja. Ihr wisst das ja nicht.“
Shadow haut sich mit der flachen Hand gegen die Stirn und seufzt. Wie konnte er das vergessen?
„Kurz gesagt. Ein Super-Schurken-Oberficker, der sich selbst der ‚Gamemaster‘ nennt, hat meine Freunde entführt. Er hat die Bedingung gestellt, dass ich ihm fünf Weltenschlüssel bringe, damit er sie frei lässt. Einer davon ist hier.“
Seiner Erklärung folgt ein Moment der Stille, welche die beiden Ritter nutzen, um das Gesagte zu verarbeiten.
„Und du lässt das einfach mit dir machen?“, fragt Edge, den Kopf schieflegend.
Er kann nicht verstehen, wieso sich Shadow einfach von diesem Gamemaster herumkommandieren lässt. Als wäre er eine Marionette, die mit wenigen Fädenzügen tut, was der Puppenspieler verlangt.
„Fürs Erste: Ja. Mir bleibt ja keine Wahl.“
Der Braunhaarige legt seine Hand an den Hinterkopf und lächelt schief. Es ist ein unechtes Lächeln.
„In Ordnung. Du hilfst, Planet Pop zu retten und bekommst dafür den Weltenschlüssel. Deal?“
Edge Knight streckt Shadow die Hand hin und will das Abkommen besiegeln.
„Ich wills schriftlich“, stellt der Let’s Player seine Forderung.
Nicht auszudenken, dass er den Planeten rettet, aber dann seinen Schlüssel nicht bekommt, weil die beiden Saufköpfe sich nicht an ihren ‚Deal‘ erinnern können.
„Meinetwegen.“
Edge Knight holt einen Zettel und einen Stift aus dem Zelt. Dann fängt er an zu schreiben, wobei er laut mitliest.
„Hiermit besiegele ich, Edge Knight, dass Shadow, wenn er Planet Pop rettet, den Weltenschlüssel für diese Welt erhält.“
Er versieht das Schreiben mit seiner schnörkeligen Unterschrift und drückt es Shadow in die Hand.
„Zufrieden?“, fragt der Ritter etwas genervt.
„Ja. Wir haben einen Deal.“
Mit einem festen Händedruck schlägt der Shooshman ein und besiegelt das Abkommen. Der feierliche Akt wird durch ein Magengrummeln jeher unterbrochen.
„Du hast wohl Hunger. Kein Wunder, wenn man vier Tage weggetreten war“, kommt es belustigt von Sharpe, der Shadow ein Sandwich aus dem Vorratslagerzelt zuwirft.
„Wir haben leider nicht mehr. Tut mir leid“
„Danke, dass ihr mir überhaupt helft, nachdem ihr mich ja eigentlich gefangen nehmen wolltet.“
Shadow beißt von dem belegten Brot ab und ist mehr als glücklich, endlich etwas im Magen zu haben.
Nachdem er sein Mahl beendet hat, wendet er sich wieder den beiden Rittern zu.
„Dann würde ich sagen, machen wir uns auf den Weg, um Dreamland vor dem Untergang zu retten. Mal wieder.“
„Sharpe und ich werden hierbleiben und die Halberd reparieren. Sie hat einen Totalschaden und eventuell ist sie später noch nützlich.“
Edge Knight führt den Let’s Player zu dem demolierten Schlachtschiff.
„Puh… Meta braucht eine bessere Haftpflichtversicherung. Sein Schiff stürzt ja ständig ab. Würde mir stinken, wenn ich er wäre“, kommentiert der Einzelhändler und die beiden Ritter müssen sich das Lachen wirklich verkneifen, da die Worte des Let’s Players nur allzu wahr sind.
„Dann viel Glück beim Reparieren. Kirby und ich kriegen das auch alleine hin. Hoffe ich…“, erwidert Shadow nur beim Anblick der zerschrotteten Halberd.
„Poyo!“, kommt es überzeugt von der rosanen Kugel. Er ist sehr optimistisch, dass sie die Welt vor dem Untergang retten können. Schließlich hat er es vorher ja sogar meist allein geschafft.
Sharpe bringt Shadow sein Schwert der Legende, welches der Let’s Player lässig schultert.
„Bist du sicher, dass du mit der Verletzung loswillst? Sie ist verbunden und genäht, aber dennoch ist es nicht ungefährlich!“, wirft Sharpe Knight seine Bedenken ein. Der Shooshman winkt nur ab.
„Ach, das wird gehen. Ihr repariert diese Blechdose und wir retten die Welt. Bis bald und danke.“
Die Ritter und der Braunhaarige nicken sich kurz zu, dann rennt er Kirby nach, welcher bereits mit der Taschenlampe Richtung Oberfläche läuft.




Autorsnote:Ich danke wieder einmal der guten Caro. Die mir das Kapitel beta gelesen hat und einige Sätze ins bessere umgeschubst hat. Sowie meine schlimme Kommasetzung korrigiert hat.
Vielen Dank nochmal <3
LG Dragica
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