Can a new Life rescue me?

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Eric OC (Own Character) Tobias "Four" Eaton Uriah
18.12.2016
19.11.2019
24
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Hi Leute.
Da meine alte FF 'Can a new life rescue me' (von meinem bescheuertem Laptop) von der Webside verbannt worden ist, lade ich sie einfach nochmal hoch.
Also dann, an alle, die die Story schon kennen, viel Spaß beim weiterlesen, sobald es soweit ist, und für diejenigen, die meine kleine Ff jetzt erst entdeckt haben: Ich wünsch euch viel Spaß beim abenteuerlichen Entdecken meiner verdrehten Fantasie.
GLG Strawberry


Prolog


Der Wind zerrt an meinen Haaren und zieht sie aus dem strengen Knoten auf meinem Hinterkopf. Das graue Kleid wird eng an meinen Körper gedrückt und die ersten Tropfen schlagen mir wie Nadeln ins Gesicht. Sie vermischen sich mit dem salzigen Nass, das meine Wangen hinunter rinnt.
Heute kann ich es mir ein aller letztes Mal erlauben. Nur noch heute, dann muss ich stark sein. Deshalb sitze ich gerade auch bei einem aufkommenden Gewitter auf dem Dach meines Hauses. Nur dort kann ich meiner Verzweiflung freien Lauf lassen.
Langsam spüre ich die Panik in mir aufsteigen. Wie ein Schatten, der an meinen Füßen hinauf kriecht und sich dann um meine Brust windet, um mir die Luft abzudrücken.
Schnell, bevor ich nicht mehr in der Lage dazu bin, klettere ich an der Regenrinne wieder auf den Boden zurück und schlüpfe so leise ich kann ins Haus. Als ich zur Treppe schleiche, hoffe ich innständig, dass mein Vater im Wohnzimmer ist, von wo aus er die Treppe nicht im Blick hat.
Aber natürlich hasst mich das Schicksal. „Jolanda. Komm hier her.“, spricht er mit seinem üblichen Befehlston. Kurz überlege ich, ob ich mich in meinem Zimmer einschließen soll. Aber verwerfe den Gedanke gleich wieder, da es sein kann, dass er einfach nur reden will und wenn ich nicht auf ihn höre, schlägt er mich sowieso wieder.
Also drehe ich mich auf der Stelle um und gehe die drei Treppenstufen wieder nach unten und durch die Tür in die Küche. Noch bevor ich ganz durch den Türrahmen bin, fragt er mich: „Wie war der Test heute?“
Ich habe meine Finger vor mir ineinander verschränkt und lasse die Arme einfach hängen. Mein Blick ist demütig gen Boden gerichtet. „Ich darf nicht darüber reden Vater.“, sage ich kleinlaut.
Mit einem lauten Klatschen fliegt mein Kopf zur Seite weg. Ich unterdrücke den Drang, meine Hand auf meine Wange zu legen. „Widersprich mir nicht!“, fährt mich der Mann vor mir an.
„Also? Wie war der Test?“, will er wieder mit seiner ruhig-bedrohlichen Stimme wissen. „Er war wie zu erwarten.“, antworte ich ihm wahrheitsgemäß, was nicht heißt, dass er es richtig versteht.
Zufrieden nickt er. „Gut. Du kannst jetzt gehen.“ Schnell drehe ich mich herum und will eigentlich in mein Zimmer, da packt mich mein Vater grob am Arm und verpasst mir einen Schlag in den Magen, der mich zu Boden gehen lassen würde, wenn er mich nicht am Oberarm halten würde.
„Du weist was du morgen zu tun hast.“, flüstert er mir mit Nachdruck ins Ohr, bevor er mich endgültig gehen lässt.
So schnell es geht, schleppe ich mich die Treppe hinauf und schließe meine Zimmertür, sofort nachdem ich sie ins Schloss geworfen habe, ab. Vorsichtig ziehe ich mir mein Kleid über den Kopf und begutachte meinen Bauch. Schon jetzt verfärbt sich die Stelle rot und auch leicht bläulich. Probehalber drücke ich einmal auf die Stelle und ziehe schmerzerfüllt die Luft ein. Schlechte Idee.
Ich ziehe mir mein Nachthemd über und will eigentlich gerade ins Bett gehen, da erhellt ein Blitz den Raum und ein ohrenbetäubender Donner zerreißt die Stille.
Wie angewurzelt bleibe ich stehen und versuche die aufkommende Panik zu unterdrücken, aber wie immer habe ich keinen Erfolg. Der nächste Donner reißt mich aus meiner Starre und ich fange an unkontrolliert zu zittern.
Auf dem Absatz fahre ich herum, renn zu meinem Schrank, steige hinein und ziehe die Tür hinter mir zu. Dort drücke ich mich soweit es geht in die Ecke, ziehe mein Knie an und schlinge meine Arme darum. Fest kneife ich meine Augen zusammen und summe ein Lied, das meine Mutter mir und meinem Bruder immer vorgesungen hat, als sie noch lebte.
Bei jedem Blitzen, das durch meine Augenlieder sticht und bei jedem Donner, der mir die Trommelfelle zu zerreißen schient, zucke ich zusammen und kauere mich enger zusammen.
Irgendwann bringt das Summen nichts mehr und ich wimmere leise vor mich hin, während mir die Tränen über die Wangen laufen. Ich beginne langsam vor und zurück zu wippen.
Um mich abzulenken versuche ich meine Gedanken auf den heutigen Test zu lenken. Heute war der Bestimmungstest. Morgen wird die Bestimmungszeremonie sein. Wie zu erwarten, wusste ich genau, was ich zu tun habe. Ja. Vielleicht bin ich eine Unbestimmte und ich weiß es schon sehr viel Länger.
Dennoch ist bei meinem Test nur ein Ergebnis herausgekommen. Ferox. Allerdings ist vermutlich auch mein großer Bruder an meinem Ergebnis beteiligt, denn er hat mir nach seinem Test erzählt, wie die Simulationen funktionieren.
Irgendwann nehme ich war, dass das Gewitter aufgehört hat und ich beruhige mich langsam wieder. Leise singe ich vor mir hin, während ich aus meinem Schrak komme und mich in mein Bett lege. Ich liebe die Musik. Aber eine CD zu besitzen wäre ja eigennützig, also darf ich das leider nicht. Das würde mich zwar sonst auch nicht aufhalten, aber es wäre auffällig, wenn ich sie irgendwo abspielen würde.
Nach einiger Zeit muss ich eingeschlafen sein, denn ich werde durch das laute Klopfen an meiner Tür aus dem Bett geworfen. Wortwörtlich. Mit einem lauten Knall lande ich auf dem Boden, wo ich erst mal mit schmerzverzehrtem Gesicht liegen bleibe. Natürlich musste ich genau auf die Stelle fallen, wo er mich gestern geschlagen hat.
Wo wir gerade von ihm reden. „Steh auf Jolanda. Sonst kommst du zu spät zu der Zeremonie!“, brüllt mein Vater vor der Tür. „Ist gut Vater.“, sage ich gerade so laut, dass er mich versteht, zurück.
Schnell rapple ich mich auf und stelle mich erst mal unter die Dusche. Nachdem ich mir die Haare trocken gerubbelt habe, binde ich sie zu einem Knoten hoch und gehe in Unterwäsche in mein Zimmer.
Kurz wühle ich in den hintersten Ecken meines Schrankes, dann habe ich das Gesuchte gefunden. Es ist ein graues Shirt und eine ebenso graue Hose. Ich habe sie noch von meinem Bruder und natürlich waren sie mir zu groß, aber ich habe sie kurzerhand, in der Hoffnung, dass dieser Tag kommen wird, umgenäht.
Mein Vater würde es niemals billigen, dass ich so etwas trage, aber da er der Anführer ist, muss er schon etwas früher los um noch einiges vorzubereiten. Deshalb werde ich mit meinen beiden Freundinnen Alice und Vera gehen.
Ich warte noch kurz, damit ich mir sicher sein kann, dass mein Vater weg ist, dann gehe ich nach unten und esse ein trockenes Brot zum Frühstück. Kaum habe ich es mit einem Schluck Wasser hinuntergespült, klopft es auch schon an der Tür.
Anhand der Abfolge des Klopfens, weiß ich, dass es Vera ist. Wir haben uns einen geheimen Morsecode ausgedacht, um uns gegenseitig zu verständigen, auch wenn wir uns nicht sehen können.
Sie wohnt gegenüber von mir und wir beide haben eine Uhr mit Glas über den Zeigern. Zu einer bestimmten Tageszeit kann man damit Lichtsignale schicken.
Schnell gehe ich zur Tür und öffne diese sehr schwungvoll. Sobald Alice und Vera im Haus sind und der Eingang zu, fallen wir uns um den Hals. So machen wir das immer. In der Öffentlichkeit sind wir vorbildliche Mädchen, die sich so verhalten, als wären sie dafür bestimmt, Altruan zu sein.
Aber wenn wir unter uns sind und uns keiner sieht, dann zeigen wir, wie wir wirklich sind.
Wer wir sind?
Zuerst Alice:
Sie hat kastanienbraune Haare, die ihr bis zu den Schultern in leichten Wellen gehen. Sie trägt, wie ich, sehr gerne Hosen und T-Shirts, bloß, dass mein Vater es mir nicht erlaubt. Und an dieses Verbot habe ich mich bis heute immer gehalten. Aber jetzt ändert sich alles. Ab heute muss ich nie wieder meinem Vater gehorchen. Alice liest sehr gerne und auch viel. Überall in ihrem Zimmer hat sie Bücher versteckt, die ich ihr geschenkt habe. Ich vermute, dass sie heute zu den Ken wechseln wird.
Auch Vera hat vor zu Wechseln:
Ihre erdbeerblonden Haare, die wie Seide über ihre Schulterblätter fallen, trägt sie im Moment zu einem strengen Knoten gebunden. Im krassen Gegensatz dazu sehen ihre schwarzen Augen, in denen die Freude und der Spaß am Leben nur so strahlen. Sie hilft, wo sie kann und tut das immer mit einem Lächeln im Gesicht. Aber am liebsten ist sie irgendwo draußen in der Natur. Bei ihr bin ich mir nicht ganz sicher, aber sie sagt immer, dass sie zu den Amite wechseln will. Ihr Bruder hat vor vier Jahren auch dort hin gewechselt.
Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, als ich bemerke, wie türkise Augen mich prüfend mustern. Ich vermisse sie jetzt schon. Werde ich sie nach heute jemals wieder sehen? Meine beiden besten Freundinnen. Meine Schwestern im Herzen. Heute ist der Tag an dem ich endlich frei sein werde. Aber heute ist auch der Tag, an dem ich die einzigen Personen, außer meinem Bruder, die mir wirklich wichtig sind, verlasse. Ich sehe in ihren Augen, dass sie es genauso wissen wie ich es weiß.
Im Dreieck stehen wir jetzt bei mir im Flur und betrauern den baldigen Verlust. Durch das Schlagen der Glocken werden wir wachgerüttelt. Schnell schnappe ich mir meine Schuhe und schlüpfe hinein.
Wir müssen uns beeilen, aber bevor ich, zusammen mit den Anderen, das Haus verlasse, renne ich noch die Treppe nach oben in das Zimmer meines Vaters. Kurz durchwühle ich seinen Nachttisch. Aus der letzten Schublade ziehe ich letztendlich ein Lederband am dem ein silberner Stern als Anhänger hängt. Zusammen mit einem bereits geschriebenen Brief, den ich aus meiner Hosentasche ziehe, lege ich sie auf den Küchentisch.
Kaum bin ich bei Vera und Alice auf der Straße, gehen wir schnellen Schrittes Richtung Bestimmungsgebäude. Wir sind welche der Letzten, aber das stört uns nicht im Geringsten. Ich drehe mich nicht noch mal um. Ich trauere diesem Ort kein bisschen hinterher. Wieso sollte ich auch? Dort waren nur Schmerzen und Qualen. Die wenigen Lichtblicke, die ich hatte, habe ich bei mir. Die Kleidung meines Bruders, meine besten Freundinnen, die Kette meiner Mutter und die Aussicht auf ein neues, ein besseres Leben.
Wir betreten die Eingangshalle und steuern auf die Treppe zu. Natürlich könnten wir auch mit dem Aufzug fahren, aber ich sehe es gerne als Training an und meine Begleiterinnen sehen das ähnlich.
Oben angekommen bleiben wir noch mal vor der Tür stehen. Heute haben wir noch kein Wort miteinander geredet. Jetzt breche ich das Schweigen: „Bitte versprecht mir, dass wir uns nie vergessen aber jeder für sein eigenes Wohl kämpfen soll. Ich weis nicht, wie ihr es macht, aber ich werde nicht trauern, sondern voller Vorfreude in mein neues Leben gehen. Und bitte vertraut darauf. Das wird nicht unsere letzte Begegnung sein.“
Beide schauen mich zuerst noch sehr traurig und mitgenommen an, aber langsam sehe ich auch bei ihnen die Vorfreude durchkommen. In ihren Gesichtern bildet sich ein Grinsen und ein schwarzes sowie ein türkises Augenpaar strahlen mir entgegen.
„Auf die Zukunft.“, sagt Alice und hält ihre Hand in die Mitte von uns. „Auf die Zukunft.“, meint dann auch Vera und sobald ihre Hand am Ziel ist, wiederhole ich den Satz und lege auch die Meine darauf. Kurz schauen wir uns noch an, dann gehen wir durch die Tür und stellen uns zu den anderen Initianten. Es ist eine lange Reihe die nach Alphabet sortiert ist.
Keine fünf Minuten nachdem ich mich eingereiht habe, geh mein Vater auf die Bühne mit den Schalen und hält seine Rede. Ich höre ihm kaum zu, aber die Tatsache, dass das Mädchen vor mir plötzlich ihre Entscheidung hinter sich gebracht hat, lässt in mir nur noch ein Gefühl zu. Freiheit. Ab diesem Moment kann ich ihn hinter mir lassen und in ein neues Leben starten. Mit angemessener Geschwindigkeit trete ich an meinen Vater heran, welcher gerade meinen Namen Vorliest: „Jolanda Eaton.“
Mit einem eindeutigen Blick drückt er mir das Messer in die Hand. Der gesamte Saal scheint die Luft anzuhalten. Ohne zu zögern stelle ich mich zu den Schalen, lege die Klinge an und drücke etwas zu. Kurz warte ich, bis etwas Blut aus der Wunde gesickert ist, dann halte ich meine Hand vor mir ausgestreckt und drücke zu, so, dass das Blut nach unten tropft. Zusammen mit dem zischenden Geräusch der roten Flüssigkeit, tritt ein riesiges Grinsen in mein Gesicht.
Während ich mich umdrehe, ertönt hinter mir ein Raunen und dann Jubel von den Ferox, welche ich jetzt ansteuere. Einer von ihnen steht auf und drückt mich auf seinen Stuhl. Von allen Seiten bekomme ich Glückwünsche und mein Grinsen wird noch größer. Meinem Vater werfe ich keinen einzigen Blick mehr zu, aber ich bin mir sicher, man kann in seinem Gesicht lesen, wie er fühlt.
Nach einer Weile höre ich den Namen: „Vera Mandrels.“, von meinem Vater und horche auf. Sie sieht etwas nervös aus, aber ich bin mir sicher, sie entscheidet sich richtig. Nur langsam drückt sie sich das Messer in die Hand und sie verzieht leicht das Gesicht. Als sie das Messer weglegt, sehe ich, dass sie leicht zittert. Sie geht einen Schritt nach vorne und bringt so den Anstand zwischen ihr und den Schalen hinter sich. Ihre Hand hebt sich nach oben und der rote Tropfen landet auf Erde, die ihn sofort aufsaugt.
Sie dreht sich zu mir herum und aus ihrem Gesicht strahlt mir die Sonne höchst persönlich entgegen. Sie zwinkert mir einmal zu und ich halte unauffällig den Daumen nach oben, dann geht sie zu ihrer neuen Fraktion. Den Amite. Ich wusste, dass sie das kann.
Wieder hänge ich meinen Gedanken nach und wider holt mich der Name meiner Freundin in das hier und jetzt zurück: „Alice Ruth.“ Sie denkt nicht lange nach, sondern vergießt ihren Lebenssaft schon kurz nachher über der Schüssel mit dem Wasser. Auch sie wirft zuerst mir einen freudestrahlenden Blick zu und dann Vera.
Nach einiger Wartezeit ist es dann endlich geschafft. Die Ferox springen auf und rennen in Richtung Tür. Ich folge ihnen nach einem letzten Blick auf meine beiden Seelenschwestern.


Jolly
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