Fick dich.

von - Finn -
GeschichteDrama / P16 Slash
Ian Gallagher Mickey Milkovich
17.12.2016
18.01.2017
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Nicht jeder kann einfach so heraus posaunen, was für’n verfickten Scheiß er gerade fühlt.

Mickey ist ein herrlicher, facettenreicher Charakter, bei dem man erst hinter die Fassade gucken muss, um die Schönheit des Menschen zu erkennen.

Ian ist schwul.

Zu viel ist verkehrt mit mir.
Und du kannst nichts dagegen tun. Du kannst es nicht ändern.
Du kannst mich nicht reparieren, denn ich bin nicht zerbrochen. Ich muss nicht repariert werden...
Ich bin ich.

Und Mickey nicht.
Doch Mickey liebt Ian.

Eine Geschichte aus dem schlechtesten Viertel Chicagos.


- Prolog -

Mein Name ist Mikhailo Aleksandr Milkovich, am 14. Juli 1994 geboren und aufgewachsen in Chicago.

Meine Mutter kam aus der Ukraine. Sie starb, als ich noch ein Kind war, daher erinnere ich mich kaum noch an sie.
Ich habe absolut keine Ahnung, warum mir ausgerechnet der Gedanke an meine Mom durch den Kopf schießt, als ich am alten Hafen stehe und die Hochbahn nur wenige Meter entfernt über eine Brücke ratternd vorbei rauscht. Ein Geräusch, dass so verdammt vertraut ist. Mein halbes Leben lang fuhr sie neben unserem Haus entlang; weil die Mieten dort günstig waren.

Am anderen Ufer wird ein Teil der Stadt von zahlreichen Lichtern erhellt. Von Fenstern, hinter denen sich das Leben fremder Menschen abspielt. Menschen die arbeiten, Kindern die lachen und weinen, Fremden, die nicht wissen, was der nächste Tag bringt oder wie sie den übernächsten überstehen sollen.

Als die Hochbahn irgendwo in der Dunkelheit verschwindet, wird es still.
Ich höre das alte, dreckige Hafenwasser in sachten Wellen gegen die Steinmauer schwappen. Immer und immer wieder.
Eine Boje wird gegen den Steg getrieben, festgehalten von einem morschen, verwitterten Seil, mit dem ein kleines Boot provisorisch befestigt wurde.

Nervös spielen meine Finger mit dem Handy in meiner Hand. Klappen es auf und wieder zu, auf und zu.
Ich versuche den Kloß in meinem Hals herunter zu schlucken, aber es gelingt mir nicht. Sehe erneut auf das Display. 21:07.

An deine Mom kann ich mich besser erinnern, als an meine eigene. Nur sind es nicht die besten Erinnerungen, die ich habe.
Alle sagen immer, dass du ihr so unglaublich ähnlich sehen würdest, viel mehr als deine Geschwister.
Und vielleicht stimmt es. Ihr habt die gleichen grünen Augen und das selbe Lachen. Aber ich denke die Leute haben noch etwas anderes in euch gesehen, eine Charaktereigenschaft, die euch beide ausmacht.
Und das ist etwas, was wir lange nicht wahrhaben wollten und was uns letztendlich das Genick brach.
Aber das ist alles verdammt lange her.

Ich erwische mich dabei, schon wieder auf mein Handy zu sehen und die kleinen Ziffern an zu starren, die in Neongrün im Halbdunklen aufleuchten. 21:13.
Scheiße, ob du noch kommst?