Ohne dich

von CJ 1999
GeschichteRomanze, Fantasy / P16
OC (Own Character)
16.12.2016
05.02.2017
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16.12.2016 694
 
Nun stehe ich auf dieser Brücke, schaue hinunter und frage mich ob ich wirklich springen will. Das Wasser glitzert und reflektiert den Mond. So schön und so falsch. Mein Kopf schreit nein, doch mein Herz fleht mich an es zu tun.
Diese Brücke ist bereits alt und morsch; vom Regen zerfressen und doch immer noch Standhaft. Kaum einer kommt hier her, denn dieser Ort wird gemieden. Er ist bekannt als der Ort der Niewiederkehrenden. Jeder der hierher kommt, wird nie wieder gesehen.
Deshalb bin ich hier. Zu viel ist geschehen, zu viel zu verarbeiten und trotzdem lässt mich die Zeit vor alldem nicht los.
Nein, ER lässt mich nicht los. Ich vermisse ihn. So sehr. Ich sehne mich nach seinem Lächeln, seinen Haaren, seiner Stimme, seinen muskulösen Armen; eigentlich nach jeder Faser seines Körpers. Ich denke die ganze Zeit an ihn und es schmerzt jedes mal aufs Neue wenn ich ihn mir vorstelle. Mein Herz will in tausend Teile zerspringen so sehr schmerzt es mich.
Doch er ist nicht mehr da. Er hat diese Welt verlassen. Für immer. Und Er ließ mich hier zurück. Allein und Traurig.
Vielleicht sollte ich zu ihm gehen. Aber was wenn er das nicht will? Was wenn er mich nicht bei sich haben will? Wenn er mich wirklich geliebt hätte, wäre er nicht dann noch hier? Vielleicht. Dieses unsichere Vielleicht schon wieder. Also, wenn dieses unsichere Vielleicht nicht wäre, würde ich springen...oder?
Ich breitete meine Arme aus, holte noch einmal tief Luft und...
"Und springst du jetzt endlich?"
Ich fuhr herum und sah einen Kerl, 20 höchstens 23 Jahre alt.
"Wer bist du? Wie lange beobachtest du mich schon?", fragte ich verdutzt und leicht zickig.
"Lange Genug", seine Lippen umspielte ein Lächeln, "Jack mein Name. Darf ich auch erfahren wie du heißt und Warum du springen willst?", fragte er mit einem belustigtem Unterton.
"Das geht dich überhaupt nichts an und jetzt verschwinde. Ich will allein sein.", gab ich barsch zurück.
"Um springen zu können?"
"Ja um springen zu können verdammte Scheiße!"
"Du tust es eh nicht.", sagte er hochnässig.
"Und wie ich springen werde." Ich drehte mich um, breitete die Arme aus und sprang...

Ich kniff meine Augen ganz fest zu, bis ich bemerkte, dass mich etwas am Arm festhielt.
Als ich sie aufschlug sah ich Jack, der verzweifelt mein Handgelenk festhielt.
"Hey! Lass los! Sofort!", keifte ich ihn an.
"Niemals. Eher stürtze ich mit dir runter als nicht alles versucht zu haben um dich zu retten.", presste er hervor.
"Wieso?"
"Weil du die Erste Person bist, die wirklich gesprungen ist."
Ich schaute ihn überrascht an und hob meinen anderen Arm damit er danach greifen konnte. Er zog mich hoch und setzte mich auf dem Boden ab.
"Uffff ich hatte echt gedacht du tust es nicht.", sagte er erschöpft.
"Warum..."
"Warum was?"
"Warum bist du hier? Und woher weist du das die anderen nicht gesprungen sind?", fragte ich ihn und brach in Tränen aus.
Er zögerte und erwiderte dann: "Dies Brücke liegt auf meinem Grundstück. Als ich es kaufte sagte man mir, das sich hier viele Leute umbringen. Das faszinierte mich sehr. Deshalb war ich nur noch interessierter an diesem Stück Land. Ich komme jeden Abend hierher seit ca. einem Jahr. Jeden Abend kommt jemand und will sich das Leben nehmen und Jeden Abend steigen sie wieder runter und gehen. Nur du nicht. Du scheinst mir sehr faszinierend zu sein."
Mir blieb der Mund offen stehen. 1 Jahr lang beobachtet Er Menschen, die am tiefpunkt ihres Lebens angelangt sind. 1 Jahr lang erkennt er die Hoffnung in den Menschen wenn sie wieder von der Brücke steigen. Und mich, die springen wollte, findet er faszinierend?
"Aber wenn sie doch angeblich alle wieder runtersteigen und gehen, warum kehrt dann keiner mehr in unser Dorf zurück?"
"Das...Das weiß ich leider auch nicht.", antwortete er kleinlaut.
"Sprichst du alle an die hier aherkommen?"
"Nein, nur dich"
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