Ruhelose Pein

OneshotDrama, Tragödie / P16
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
16.12.2016
16.12.2016
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Ruhelose Pein


„Irgendwie hatte ich den Eindruck, du bist jetzt tot, hatte aber auch nicht den Mut mich umzubringen. Ich wußte, ich würde also weiterleben, aber es war mir egal, in welchem Beruf, und es war mir egal wie. Ich hatte keine Gefühle mehr, ich war innerlich abgestorben. Ich wollte mich auch nicht mehr anstrengen, ich wollte eigentlich gar nichts mehr. Ich lebte nicht mehr. Da ging mir die Sinnlosigkeit meines Leben auf.“
- aus 'Am Scheitern leben und glauben lernen', Hans Bernhard Kaufmann

Ein dünner Film aus kaltem Schweiß bedeckte seine Hand und er rieb sie mit der künstlichen Hand seiner provisorischen Prothese aneinander, um das dumpfe Gefühl der Taubheit darin loszuwerden. Es half nichts, stattdessen setzte ein widerliches Kribbeln ein, das sich bis zu seinem Ellbogen hochzog.
Die Handschellen waren sehr eng um sein Handgelenk geschlossen, aber er hatte sich nicht beschwert, schließlich war es alles andere als unangenehm mal etwas anderes zu sehen als die trostlosen Stahlbetonwände seiner Zelle.
Sein Blick löste sich von seiner blassen Hand und er sah aus dem Fenster, hinter dem die Welt an ihm vorbeizog. Schnell fuhren sie nicht, aber schnell genug, um ihm das Gefühl von einem Rausch zu bescheren.
Ein einziger Geschwindigkeitsrausch, der ihm gleichzeitig guttat, aber auch die Galle die Speiseröhre nach oben trieb. Er fühlte sich wie in einer Achterbahn. Genuss und Qual zugleich, und das nur, damit man spürte, dass man noch lebte.
So lange fühlte er sich schon innerlich tot. Einfach ausgestorben und leer, bröckelnd und zersplitternd. Innerlich, äußerlich versuchte er es sich nicht anmerken zu lassen, denn er wusste genau, dass er gewisse Leute damit in den Wahnsinn treiben würde.
Vor Sorge und vor Verachtung. Seine Freunde und Feinde wohnten sogar unter einem Dach. Die einen wünschten ihm den Tod, die anderen bemitleideten ihn pausenlos. Beides hatte er irgendwie verdient, aber auch nicht verdient.
Es war paradox, aber das war sein Leben seit ein paar Jahrzehnten sowieso. Wieso sollte er da nicht weitermachen, wo er vor wenigen Jahren mit aufgehört hatte? Selbstzweifel und Angst waren immer da, also konnte er sie auch an sich ketten, obwohl er sie loswerden wollte.
Er durfte sie aber noch nicht abschreiben, denn noch war er nicht am Ende von allem angekommen. Noch hatte er sich vor der Menschheit zu rechtfertigen und noch würde er sich damit abfinden.
Wenn er seine Schuld nur so abtragen konnte, dann sollte es ihm recht sein. Es war ihm zwar nicht egal, aber wirkliches Interesse konnte er dafür auch nicht mehr aufbringen. Resignation und Abstumpfung hatten nun die Oberhand.
Ein Reflex zum Selbstschutz der Psyche, zumindest hatte man ihm das erklärt. Er hatte sich nur ein einziges Mal aus seiner selbst hochgezogenen geistigen Mauer hervorgewagt und die Frage danach gestellt. Er hatte wissen wollen, warum er sich nicht in Grund und Boden schämte und daran dachte sich selbst das Licht auszuknipsen.
Dann war diese Antwort gekommen. Resignation und Abstumpfung. Das wäre nichts Schlimmes, sondern etwas Menschliches, was zur Folge hatte, dass man ihn rehabilitieren könnte. Das wären gute Nachrichten, hatte man ihm gesagt.
Eigentlich glaubte er nicht daran, denn wer würde ihm schon gute Nachrichten übermitteln? Niemand, es war schlicht gesagt unmöglich, aber es hatte seine Freunde – genau genommen den einen Freund, den er hatte – sehr gefreut.
Auch er hatte es als 'gute Nachricht' bezeichnet, fast so als hätte man einen Weg der Heilung der überaus seltenen und gefährlichen Krankheit gefunden, die sich 'das Böse im Menschen' nannte. Er wusste, dass dieses Böse in ihm wohnte und wie ein Parasit in seiner Seele sein Dasein fristete, aber er wusste auch, dass man das nicht loswerden konnte.
Es war außerhalb aller Kompetenzen jedes Arztes. So war der Mensch gestrickt und so sehr Hydra versucht hatte ein Monster aus ihm zu machen, so hatten sie nie den Menschen und seinen natürlichen Hang zum Grausamen aus ihm verbannen können.
Niemand konnte das, nicht einmal der gutmütigste Mensch auf Erden konnte das. Ein Naturgesetz, wenn er es auf den Punkt bringen müsste. Einfach da und unumgänglich.
Der Wagen schaukelte einmal und hob seinen leeren Magen empfindlich an, aber er ließ es sich wieder nicht anmerken. Sie alle schwiegen. Vier Insassen, vier schweigende Münder, alle in einem Wagen zusammengepfercht.
Auf seinen Wunsch hin. Man hatte ihm einen Wunsch gewährt, einen einzigen, denn schließlich war es Weihnachtszeit. Heute war der 16. Dezember und er hatte seinen Wunsch geäußert, den er genau an diesem Tag erfüllt bekommen wollte.
Die meisten Insassen, mit denen er in dem Gefängnis saß, die durften nicht einmal das Tageslicht sehen, sie alle lebten in Isolationshaft, aber er hatte durch seine Freundschaft zu Steve Beziehungen, die er nicht ausnutzen wollte, aber er hatte dieses eine Mal auf dieses Prinzip gepfiffen und nun waren sie hier.
Sie fuhren immer noch die leergefegte Straße entlang und er sah sich den Wald um sie herum an. Irgendwann müssten sie an der Stelle vorbeikommen, an der er damals losgefahren war. Er war tatsächlich nach Amerika geschickt worden, um hier etwas Wichtiges zu stehlen.
Keine Zeugen, hatte es geheißen, und er hatte keine hinterlassen. Genau wie es befohlen worden war. Ineffizient war er nicht gewesen, aber zu welchem Preis? Einem sehr hohen, einem, den man nicht zurückzahlen konnte, so hoch war er.
Um nicht zu sagen gigantisch.
Ein Seufzen entrang sich seiner Kehle und er starrte nun den Türöffner an, der direkt neben seinem Oberkörper in der Tür war. Dank einer speziellen Sicherung könnte er die Türen nicht von innen öffnen.
Er hatte auch gar nicht vor in irgendeiner Weise seiner Gefangenschaft zu entkommen, es war ihm egal, dass sie ihn nachher wieder zurückbrachten. Was wäre denn die Alternative? Weiterhin gejagt und dann tatsächlich erschossen werden?
Aus einem Impuls heraus schüttelte er den Kopf. Selbst wenn er weglaufen würde, er käme nicht weit, denn seine Füße steckten ebenfalls in Fesseln. Er fragte sich, was dieses ganze Theater sollte, denn er hatte sich bisher auch immer vorbildlich verhalten.
Endlich konnte er seinen Blick von dem Türöffner lösen und er sah auf seine Knie. Sie waren von diesem furchtbaren orangenen Stoff bedeckt, in dem er mit dem ganzen Körper steckte. Der Overall war ein Sinnbild für das, was er war – ein Gefangener, mit dem man machen konnte, was man wollte.
Man konnte ihn sogar in diese lächerlichen orangenen Sachen stecken und niemanden würde das interessieren. Ihn interessierte es allerdings. Wenigstens musste er keinen Maulkorb tragen, so wie Pierce es immer angeordnet hatte.
Er hatte ihm nicht über den Weg getraut, vielleicht war das auch sehr klug gewesen. Wäre er an Pierces Stelle gewesen, er hätte sicherlich auch nichts dem Zufall überlassen. Wenn er sich anstrengte, dann fielen ihm auch die allerhand verdrängten Szenerien ein, in denen der Winter Soldier in ihm rebelliert und ein wahnsinniges Chaos hinterlassen hatte.
Diese Gedanken ließen ihm einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen und er bekam eine Gänsehaut, die sogar noch auf seinem Handrücken zu sehen war. Der Schauer krabbelte einmal über seinen ganzen Körper und er konnte beobachten, wie seine Haut sich veränderte.
Der Wagen wurde langsamer und er sah immer noch auf seine Knie, bis ihn jemand von links anstupste. Er zuckte heftig zusammen, so hatte er sich erschreckt und drehte den Kopf ruckartig nach links.
Steve hatte ihn am Arm berührt und er lächelte ihn gequält an.
„Ist es das?“ fragte er panisch und sah wieder aus dem Fenster, während Steve ihn lediglich ansah und dann langsam nickte.
„Bist du bereit?“ wollte Steve dann wissen und er konnte das erste Mal ehrliche Furcht in dessen Blick erkennen. Er hatte wohl Angst, dass er hier draußen durchdrehte und es nur noch schlimmer machte, aber das hatte er nicht vor.
„Ja“, murmelte er dann und setzte sich gerader hin, um dem Beamten die Arbeit zu erleichtern, der ihm helfen musste aus dem Wagen auszusteigen. Die Prozedur lief schon routinierter als das Einsteigen und er ließ sich von dem Beamten um das Auto herum führen.
„Komm“, forderte Steve ihn dann auf und zu viert gingen sie auf ein Sicherungshäuschen zu, neben dem ein Laternenmast stand. Er erinnerte sich nur zu gut an den Geruch von Benzin und Öl, der von dem verunglückten Wagen ausging.
Der Motorraum hatte gebrannt, die Fenster waren eingedrückt und das Interieur mit Blut überströmt gewesen, auch wenn beide Opfer noch lebten. Er ging ein paar Schritte näher auf den Laternenmast zu und sah sich die Stelle genau an.
Der Teer sah aus, als wäre er niemals Schauplatz eines Mordes geworden, dasselbe galt auch für den Laternenmast. Alles sah frisch aus, unberührt. Beinahe schon unschuldig und unbehelligt. Es war unheimlich.
Auch, dass es so lange her war, war unheimlich. Allerdings nicht lange genug.
„Hier war der Wagen“, erklärte er und deutete mit seinen beiden gefesselten Händen auf die Stelle. Das Klappern der Ketten an seinem Körper lenkte ihn ein wenig ab, aber nach einer Weile hörte er es schon gar nicht mehr.
„Er hat gebrannt, hier vorne im Motorraum“, führte er weiter aus und sprach eigentlich mit niemand bestimmtes, doch folgten ihm beide Wachen und Steve aufmerksam und ohne ihn zu unterbrechen.
„Howard ist durch den Zusammenstoß mit dem Mast herausgeschleudert worden. Er lag hier auf dem Boden“, sagte er, schluckte und zeigte mit den Händen auf die Stelle, an der er Howard vom Boden aufgehoben und dann festgehalten hatte.
„Er hat mich erkannt“, flüsterte er und weitete die Augen. Ihm wurde schlecht, doch konnte er einen Würgereiz noch unterdrücken. „Er hat mich angefleht, dass ich seiner Frau helfen soll. Statt dem ersten Impuls nachzugeben, ihn länger anzusehen und darüber nachzudenken, wer er ist und warum er mich Sergeant Barnes nennt, habe ich die Hand wieder erhoben und ihm auf den Kopf geschlagen. Mit dem Metallarm, er war sofort tot. Dann bin ich um den Wagen herum gegangen“, fuhr er leise fort und ging auf die Beifahrerseite des imaginierten Wagens, den er so bildlich vor sich sah, „und habe seine Frau auf dem Sitz gefunden. Keine Zeugen, also musste sie auch sterben. Er hatte meinen Namen schon genannt, also war sie ein Risiko. Ich habe sie erdrosselt. Mit meinen bloßen Händen, sie hatte keine Chance. Als letztes habe ich einen Koffer aus dem Kofferraum geholt. Darin war das Serum für die anderen fünf Winter Soldiers, die in Sibirien getötet worden sind. Ich habe es herausgenommen, eingepackt und bin dann auf die Überwachungskamera zu gegangen. Die hing hier und hat alles aufgezeichnet.“
Während er die letzten Sätze sagte, ging er bereits auf das Sicherungshäuschen zu, an dem damals eine Kamera festgemacht war. Heute war sie an einer anderen Stelle befestigt, doch wusste er noch genau, wo sie sich damals befunden hat.
Das Einschussloch konnte man nicht mehr erkennen. Er hatte zwei Mal auf die Kamera geschossen, weil er auf Nummer Sicher gegangen war. Doch die Aufzeichnungen waren trotzdem irgendwie auf einer VHS-Kassette im Archiv in Sibirien gelandet.
Er wusste nicht, wofür Hydra all das Zeug gebraucht hatte, schließlich waren Howard und seine Frau Maria gestorben und erpressen brauchte man auch niemanden mit irgendetwas. Hydra hatte das Serum bekommen und gut war gewesen.
Sie würden wahrscheinlich niemals dahinterkommen, aber das war ihm eigentlich auch egal. Tony hatte das Video damals gesehen und infolge des Kampfes gegen ihn hatte er seinen Metallarm verloren.
Das Gefängnis danach war zwar alles andere als angenehm gewesen, aber hätte Steve ihn nicht aufgehalten, dann hätte Tony sicherlich den Mörder seiner Eltern getötet. Eigentlich fair, quid pro quo, aber laut Gesetz unzulässig.
Eine verquere Verhandlung später war er dann in einem Gefängnis gelandet, das unter Wasser lag und sogar Steves andere Freunde beherbergt hatte. Die waren alle nach und nach entlassen worden und nun war er alleine dort.
Aber selbst wenn noch jemand von ihnen dort wäre, er wäre immer noch alleine. Er war immerhin niemand, um dessen Freundschaft oder Aufmerksamkeit die Leute buhlten oder sich schlagen würden.
Der einzige, der ihn regelmäßig dort besuchte, war eben Steve und das war mehr, als er jemals von ihm erwarten würde. Er erwartete eigentlich gar nichts. Hatte er nie und würde er auch in Zukunft nicht.
„Da ist die Aufzeichnung abgebrochen. Ich weiß nicht mehr genau, was ich danach gemacht habe. Ich weiß nur noch, dass ich den Koffer übergeben habe und gelöscht wurde, die Reise zurück nach Russland ist schon weg. Keine Ahnung, ob ich sie wiederfinde“, erläuterte er danach noch monoton und konnte seinen Blick nicht von der Stelle lösen, an der damals die Kamera gehangen hatte.
„Ich hätte mich weigern können“, spuckte er aus und ließ den Kopf sinken. „Aber ich habe es nicht. Habe die beiden einfach getötet. Es ist widerlich.“
„Du kannst nichts dafür, du warst programmiert. Ich weiß, das willst du nicht hören, aber du musst. Ich sage es so lange, bis du es einsiehst“, widersprach Steve direkt und stellte sich vor ihn hin, um ihn zu zwingen, ihn anzusehen.
Meinetwegen“, würgte er hervor und tat so, als wäre er einverstanden mit Steves Behauptung. Was er nicht war und was Steve auch wusste. Allerdings ging der Captain nicht weiter darauf ein und er war ihm dankbar dafür.
„Howard war auch mein Freund, Steve. Ich mochte ihn. Er war ein kluger Mann, dem das Howling Commando viel zu verdanken hatte. Und er war ein Vater, hatte seine Frau dabei, die Mutter seines Kindes. Das macht es nicht leichter. Ich hasse, dass ich das getan habe“, sagte er dann ohne Steve dabei anzusehen.
Steve schwieg erst für einen Moment. Dann holte er tief Luft und stieß sie geräuschvoll durch die Nase wieder aus.
„Ich weiß“, raunte er dann verdrossen und ließ seinen Blick die Straße auf und ab wandern. Es war nichts los hier. Wie eine verlassene Geisterstraße, die ins Nichts führte. Für Howard und Maria Stark hatte sie ins Nichts geführt.
„Hast du Tony hiervon erzählt?“ stellte er die Frage, die ihm schon die ganze Zeit unter den Nägeln brannte. Er wollte wissen, ob er hier gleich unerwartet Tony Stark über den Weg lief, oder ob der sich mit dem Besuch des Grabes zufriedengab.
„Nein.“
Erleichterung flutete seinen Körper und er spürte, wie ein Teil der Anspannung von im abfiel. Er atmete zischend aus und drehte sich einmal um sich selbst. Im Winter sah die Straße noch einmal gespenstischer aus, denn die Bäume waren kahl, bis auf ein paar Tannen, die dazwischen standen. Ansonsten war hier nichts, nicht einmal ein Geräusch.
„Ein beschissener Ort, um zu sterben“, wisperte er emotionslos und sah sich weiter um. Er wollte kein einziges Detail vergessen. Er wollte sich gleich noch daran erinnern, wie es hier ausgesehen hatte.
Wie die Tannenzapfen platt gefahren auf der Straße gelegen haben. Wie die Farbe der Fahrbahntrennung langsam abblätterte. Wie der Teer an manchen Stellen schon aufgeplatzt war, um gefrorene Pfützen darin zu beherbergen. Wie der Himmel grau und düster über der Straße stand und ihn von oben zu zerdrücken drohte.
Wie das Sicherungshäuschen der Witterung ausgesetzt war und wie der Laternenmast wie ein Riese aus dem Boden ragte, um ihn von oben herab anzusehen. Vernichtend.
„Stimmt“, pflichtete Steve ihm bei und stellte sich direkt neben ihn, die Hände in den Hosentaschen und er folgte seinem Blick über die Straße, bis einer der Beamten sich vorsichtig räusperte, um die Rückfahrt anzukündigen.
„Es geht zurück in die gute Stube. Einsteigen bitte“, gab der Uniformierte dann sarkastisch zum Besten und er ließ sich von ihm auf die andere Seite des Wagens führen, um sich beim Einsteigen helfen zu lassen.
Als alle endlich angeschnallt im Wagen saßen, verfielen sie wieder in das tiefe Schweigen, wie schon bei der Hinfahrt. Das Radio blieb auch ausgeschaltet, zum Glück. Er hätte die Banalität der normalen Welt ausgerechnet heute nicht ertragen können.
Allerdings wusste er nicht, ob es eine gute Idee gewesen war hier heute hinzufahren. Er fühlte immer noch nichts außer Resignation und Abstumpfung. Er war innerlich immer noch leer, ausgehöhlt.
Würde man ihn anstoßen, würde ein hohler Laut aus seinem Körper dröhnen. So hohl wie das Geräusch, das ertönte, wenn man die gläsernen Gefrierkapseln antippte, in denen er und die anderen Winter Soldiers eingefroren worden waren.
Dann kam ihm der unangenehmste aller Gedanken. Er hatte das Serum aus Howards Kofferraum gestohlen, um fünf weitere Winter Soldiers für Hydra zu gewährleisten. Howard und seine Frau waren deshalb gestorben.
Die fünf anderen Winter Soldiers und auch Hydra waren tot. Die Erkenntnis war also nach fünfundzwanzig Jahren: Howard und Maria waren vollkommen umsonst gestorben. Genau wie er völlig umsonst zum Mörder geworden war, an so vielen Menschen.
Wieder schüttelte er mit dem Kopf, doch dieses Mal über die Sinnlosigkeit von allem, ganz besonders seiner Existenz und dem Tod der beiden Menschen, die für jemanden Eltern gewesen waren.
Und er hatte sie an einem der beschissensten Orte umgebracht, an denen man sterben konnte. Diese Pein rumorte in ihm. Das Wissen um sich selbst brodelte in ihm. Und beides war nun aufgewühlt, würde es bleiben und wurde damit ruhelos.

Anmerkung: In Gedenken an Howard und Maria Stark. Etwas alternativer aufgezogen, aber dennoch in meiner Wahrnehmung absolut notwendig zu beleuchten. Was meint ihr?
Ich wünsche schon einmal vorsorglich allen Lesern außerhalb meiner Trilogie ein schönes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017 und verabschiede mich hiermit in die Weihnachtspause! Ab dem 02. Januar geht es offiziell weiter – mal sehen, wann der nächste Oneshot ins Fandom findet :)
LG, Erzaehlerstimme
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