Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Willkommen in Sinuessa

von Isaria
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Agron Nasir
15.12.2016
19.03.2017
4
26.597
3
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
15.12.2016 5.789
 
Sinuessa war gefallen. Unzählige Leichen lagen in den verwinkelten Gassen, der Geruch von Blut und Exkrementen waberte über sie hinweg, wurde aber von den stetigen leichten Windböen, die über das Meer gezogen kamen in die Höhe gezogen. Die Rebellen hatten nur wenige Tote zu beklagen, während an die hunderte Römer nun niedergemetzelt am Boden lagen. Die wenigen Überlebenden saßen in Ketten überall verstreut in der Stadt an die Hauswände geduckt und pure Angst stand in ihren Gesichtern geschrieben.                Allmählich kehrte die Vernunft in die Köpfe der Rebellen zurück und mit einem weiten Blick in die Runde verschaffte sich Spartacus Gehör. „Wir haben das vorgesehene Ziel erreicht und den heutigen Tag wird Rom gewiss niemals vergessen!“ Die Umstehenden grölten mit empor gereckten Händen und Waffen ihm lautstark zu. Für einen weiteren Augenblick badete Spartacus in den Schreien der anderen. Doch schon wurde sein Verstand wieder klar. Es galt jetzt erst einmal für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Die vielen Leichen mussten entfernt, die beiden Zugangstore gesichert werden und vor allem brauchten sie jetzt ein Dach über den Kopf. Spartacus beanspruchte die Villa des getöteten Ädils für sich. Sie lag zentral, bot ausreichend Platz für Verhandlungen und Kampfübungen und von ihrem Dach konnte man die ganze Stadt überblicken. Doch zunächst winkte er Agron zu sich. „Such dir ein paar Männer aus, denen du vertraust und übertrage ihnen die Verteilung der Häuser. Du, Crixus und Gannicus nehmt euch ein Haus, welches nicht allzu fern von meiner neuen Behausung liegt. Ich habe nicht das Bedürfnis stundenlang die Stadt nach euch abzusuchen, wenn es Dinge zu planen und zu entscheiden gibt. Und hinterher kümmere dich darum, dass die Leichen von den Straßen verschwinden. Auf ihrem Blut errichten wir uns eine bessere Zukunft und werden hier Crassus stand halten, während er irgendwann vor unseren Toren aufmarschieren sollte.“ Breit grinsend klopfte Agron ihm auf die Schulter und rief dann Donar zu sich. „Nimm dir Saxa und Lugo mit und sorgt dafür, dass wir alle heute Nacht einen vernünftigen Ort zum Schlafen haben.“ Erst dann drehte er sich zu Nasir um und mit einer Kopfbewegung befahl er ihm zu folgen. Da Agron nicht allzu wählerisch war, schob er Nasir gleich durch die erstbeste Tür in der Nähe der Villa des Ädils. „Wir werden das hier nehmen. Sieh´ nach ob alles an seinem Platz ist, ob es irgendwelche Vorräte gibt. Und beseitige mögliche Blutspuren von den Wänden und dem Boden. Ich mag nicht in einem Bett liegen und dabei die Augen auf die Hinterlassenschaften der verfluchten Römer haben.“ Nasir nickte schelmisch. „Du sollst ja auch deine Augen auf mir haben, wenn ich an deiner Seite liege und nicht irgendwelche Wände betrachten.“ Die Antwort fiel nicht weniger ironisch aus. „Nur meine Augen? Was ist mit dem verdammten Rest meines Selbst? Dich will ich ansehen und die Wärme deiner Haut auf der meinen spüren und ich will deine Lust schmecken aber nicht mit dem Geruch von Blut und Urin an den Wänden.“ Nasir lächelte und schob den anderen nach draußen zurück auf die Straße. „Geh´ nur und hilf Donar. Ich werde es uns schon bequem einrichten. Ein Haussklave ist für diese Arbeit weit besser geeignet als ein Gladiator.“ Agron verzog das Gesicht und versetzte ihm einen leichten Stoß zwischen die Brustmuskeln. „So habe ich es nicht gemeint und schon weniger gedacht. Du bist mein Herz und nicht mein Sklave.“ Er gab Nasir einen Kuss auf die Wange. In Nasirs Ohr flüsterte er eine andere Wahrheit. „Eigentlich hast du mich in Ketten gelegt und hältst mich auf ewig gefangen und du bist der Dominus, der in diesen Mauern das Sagen hat und ich werde all´deinen Wünschen willfahren.“ „Gut, ich werde es dich wissen lassen, wann ich in deinen Armen zu versinken gedenke.“ „Versagst du mir das Mitspracherecht und willst mich darben lassen?“ Nasir hob stolz den Kopf. „Ich werde diese Möglichkeit in Betracht ziehen und dir rechtzeitig einen Boten senden, wenn ich zu einer Entscheidung gelangt bin, die meinen Bedürfnissen entspricht.“ „Was?“, kam es entrüstet aus Agrons Mund, während er von Nasir allein gelassen wurde.                                                                                                                                                                               In aller Ruhe prüfte Nasir die Räumlichkeiten, die Agron für ihren Aufenthalt ausgesucht hatte. Langsam durchmaß er die wenigen Zimmer und las die verstreut am Boden liegenden Scherben auf. Es gab einen großen Raum mit einem Tisch und drei Sitzschemeln, zwei Schlafpritschen und einer alten Truhe an der Wand. Diverse Talglichter hingen an schmalen Ketten von der Decke herab und tauchten den Raum in ein angenehmes warmes Licht. Kissen und Bettdecken lagen wild durcheinander auf dem Boden. Die Bewohner waren von den Rebellen im Schlaf überrascht und aus ihren Betten gezerrt und auf die Straße gezogen worden. Neben dem großen Zimmer befand sich noch ein kleinerer Raum. Auch hier stand eine Schlafpritsche und eine Truhe. Als er die Decke aufhob, fiel ihm aus ihren Falten eine Stoffpuppe in die Hände. In diesem Raum hatte ein Mädchen geschlafen und seit langer Zeit fühlte er einen unbestimmten Schmerz in seinem Inneren. Es war ein dumpfes Gefühl von Schmach, ausgelöst von dem Gedanken, dass der Krieg, den sie gegen die verfluchten Römer führten auch in deren Familien angekommen war und Leid und Tod mit sich brachte. Eine einzelne Träne lief an seiner Wange hinab und er drückte die Puppe an sein Herz. Mit ihr in der Hand sah er sich weiter im Haus um. Er fand die Küche und hob von allen vorhandenen Gefäßen die Deckel an. In einem großen Bodenkrug fand er eingelegtes saures Gemüse, in dem er neugierig seinen Finger stippte und danach ableckte. An einer Schnur hingen getrocknete Kräuter und sogar etwas Fleisch. In einer flachen Holzkiste fand er schließlich, was er eigentlich suchte. Weizen und einen Mörser mit Stößel. In einem kleinen Sack lagen Rüben, Zwiebeln und sogar einige Auberginen. In der Ecke stand ein kleines Fass, welches mit Wasser gefüllt war. Daneben standen in einem Regal ein paar Weinkrüge. Bis auf eins waren sie jedoch alle leer und Nasir schnaubte vor Enttäuschung. Doch seine Laune wurde schon nach wenigen Augenblicken besser als er endlich den Baderaum entdeckte. Das Becken war zwar klein, bot aber ausreichend Platz für zwei Personen und hatte sogar einen eigenen Wasserzulauf.                                                                                                                                  „Diana!“ Der Ruf riss ihn aus seinen Gedanken und er kehrte eilig in den kleinen Raum zurück. Neben der Pritsche stand ein Junge, kaum sechs Jahre alt, in Lumpen gehüllt und mit einem Stück Brot in der Hand. Die beiden sahen sich an und dann fiel der Blick des Jungen auf die Stoffpuppe in Nasirs linker Hand. „Wo ist Diana? Hast du sie etwa getötet?“ Nasir schüttelte schweigend den Kopf. „Hier ist niemand mehr. Unsere Leute haben sie wohl alle nach draußen gezerrt. Ich weiß nicht ob dieses Mädchen noch am Leben ist.“ Der Junge fing an zu zittern und dann liefen ihm die ersten Tränen über die Wangen. Nasir fühlte einen Stich in seinem Herz, machte einen Schritt und barg den Jungen in seinen Armen. „Schh, beruhige dich. Und dann nenne mir deinen Namen und warum dich das Schicksal einer Römerin interessiert.“ Der Kleine schniefte. „Ich bin Kiran und Diana ist meine Freundin.“ Erstaunt fragte Nasir nach. „Ein Sklavenjunge ist mit einem römischen Mädchen befreundet?“ „Ich lebe mit meiner Mutter zusammen die Straße hinunter bei einem Hand-werker. Er hat sie geschlagen und mich zuweilen auch. Davon wurde sie krank und da hat mich der Dominus vor seinen Karren gespannt, damit ich seine Waren ausliefere. Auch hierher. Diana hat mir immer heimlich etwas zu essen zugesteckt und manchmal hat sie meine Wunden verbunden. Sie ist sehr nett zu mir. Und jetzt ist sie tot, weil ihr die Stadt überfallen habt.“ Seufzend wischte Nasir ihm die Tränen aus dem Gesicht und hob ihn dann auf seine Arme. „Ich bringe dich zu deiner Mutter und dann werde ich nach deiner Freundin suchen. Einverstanden, Kiran?“ „Du willst sie wirklich suchen?“ „Ja, und dann werde ich sehen, was ich für sie tun kann.“ Entschlossen nahm er den Jungen an der Hand und ließ sich von ihm in das Haus führen, in dem er mit seiner Mutter als Sklaven gehaust hatte. Er fand die Frau in der Küche vor, mit einer Fußkette verbunden, die aus der Wand ragte. Fieberhaft suchte er nach einem Werkzeug, um sie von ihren Fesseln zu befreien. „Kiran, der Schlüssel liegt unter dem Kissen des Dominus.“ Der lief sofort los und kam gleich darauf mit ihm zurück. Von der Kette befreit setzte sie sich auf den Boden und zog den Jungen in ihre Arme. „Wo bist du gewesen, mein Sohn?“ „Ich habe Diana gesucht aber sie war nicht da, sondern er.“ „Ich bin Nasir und ich gehöre zu den Rebellen, die eure Stadt befreit haben und euch von den Fesseln der Sklaverei.“ „Diana ist tot? Sie war immer gut zu meinem Kiran und hat es nicht verdient in eurem Namen getötet zu werden.“ „Er will sie suchen, vielleicht lebt sie noch. Kann doch sein oder etwa nicht?“, beschwichtigte er seine Mutter. Mit einem recht unguten Gefühl in der Brust und der Beschreibung des Mädchens, die ihm der Junge gegeben hatte, verließ Nasir die beiden und machte sich auf die Suche.                                                        Hilfe von den anderen erwartete er nicht sonderlich, also musste er allein etwas über den Verbleib des Mädchens herausfinden. Nicht lange und Nasir bekam erste Zweifel, ob er sie finden würde. Jeder, den er auf seinem Weg fragte und das Mädchen beschrieb, schüttelte entweder abweisend oder mitleidig den
Kopf. Von einem erfuhr er jedoch, dass mehrere Kinder zum Marktplatz verbracht worden seien und dass unter ihnen auch einige Mädchen gewesen sein sollten. Doch seine neugewonnene Hoffnung erfüllte sich nicht. Keines der gefangenen Mädchen glich auch nur ansatzweise Diana. Sie wurden von einem Gallier bewacht und notgedrungen sprach er ihn an. Der grinste nur spöttisch und erwiderte höhnisch. „Agrons Schwanz ist dir wohl nicht mehr genug, dass du deinen in eine römische Hure stecken willst.“ Ein Schrei entrang sich Nasirs Kehle und ohne zu zögern schlug er den anderen mit einem wohl gezielten Faustschlag zu Boden. Der rieb sich lachend das Kinn, rappelte sich wieder auf und meinte ein wenig versöhnlicher. „Mehr als diese Mädchen hier habe ich nicht gesehen. An deiner Stelle solltest du sie lieber unter den Toten suchen. Frag doch deinen Agron nach ihr. Der hat doch für den Abtransport der Leichen die Verantwortung übernommen.“ Richtig, dennoch wollte er das lieber allein regeln ohne Agrons Hilfe. Auf dem Weg zur Sammelstelle wurde er jedoch von Naevia aufgehalten. „Nasir, unsere Wagen haben endlich die Stadt erreicht. Beeile dich lieber, damit du eure Sachen findest oder willst du die Nacht auf den Decken der Römer verbringen?“ Sie eilte weiter und ließ ihn einfach stehen.   Er atmete kurz durch und rannte zum Stadttor. Ihre Habseligkeiten waren natürlich wichtiger als das Schicksal eines römischen Kindes, rechtfertigte er sein Handeln vor sich selbst. Nicht lange und er zerrte die Truhe mit ihrem Eigentum von einem der Karren herunter und schleifte sie hinter sich her. Im Haus angekommen, packte er sie aus und fing an sich um eine Mahlzeit zu kümmern. Wenn Agron das Haus betreten würde, sollte ihn auf jeden Fall ein Essen erwarten und ein weiches Nachtlager. Mitten in seine Essensvorbereitungen platzte Kiran herein und fragte nach Diana. Zögernd gab er zu, sie noch nicht gefunden zu haben, meinte aber es gäbe noch Hoffnung sie lebend anzutreffen. In seinen Augen stand allerdings das Gegenteil von dem, was er laut sagte und da senkte Kiran den Kopf und rannte davon. Wütend über sich selbst und das er seine eigenen Wünsche den Bedürfnissen eines Kindes vorzog, ließ er alles achtlos liegen und lief zur Leichensammelstelle. Zu seiner Erleichterung war Agron dort schon lange nicht mehr und auch sonst keiner, den er persönlich kannte. Mit bangem Herzen schritt er nacheinander die aufgereihten Toten ab bis er endlich vor Diana Halt machte. Im Leben musste sie sehr hübsch gewesen sein aber nun? Ihr halber Hinterkopf war zertrümmert und das rotgoldene Haar war mit Blut verkrustet. Ein paar Sommer-sprossen konnte er entdecken aber sie verblassten bereits. Kiran hatte ihm berichtet, dass Diana ein Stück ihres kleinen linken Fingers fehlen würde. Sein lauter Herzschlag pochte ihm bis zum Hals, als er sich zu dem Mädchen hockte und ihre Hand ergriff. Ja, es stimmte, dem Kind fehlte ein halber Finger. Langsam ließ er ihre Hand auf ihre Brust sinken und dann schob er ihr die Puppe dazwischen. Traurig strich er ihr über die kalte Stirn. „Vergebung.“, murmelte er und ging mit bleischweren Gliedern zu ihrer Bleibe zurück. Noch halb betäubt von dem Anblick des toten Mädchens widmete er sich wieder seiner Arbeit und kochte ihnen eine Gemüsesuppe und deckte mit dem Geschirr, das er im Regal vorgefunden hatte den Tisch. Dann zerkleinerte er noch Feuerholz und erwärmte Wasser für ein Bad. Ganz bestimmt würde sich Agron über seine Fürsorge freuen und der Gedanke an einen Kuss als Gegenleistung vertrieb ihm ein wenig die Schwermut. Endlich war alles für Agrons Kommen hergerichtet und er setzte sich an den Tisch und fing an seinen Gedanken nachzuhängen.   Bei Einbruch der Abenddämmerung kam Agron endlich durch die Tür und blieb leise seufzend stehen. Auf dem Tisch stand Geschirr, Becher mit Wasser und sogar ein halber Laib Brot. Halb in sich zusammengesunken saß Nasir am Tisch und schlief. Er hockte sich zu ihm und betrachtete ihn mit einem liebevollen Blick. Er wollte ihn schon berühren aber er zog die Hand zurück. Stattdessen ging er in die Küche aus der ein angenehmer Duft ihm entgegen strömte. Nasir hatte gekocht und neugierig probierte er mit dem Rührlöffel. Die Suppe war sogar noch warm und schmeckte recht aromatisch nach Kräutern. Er kehrte in den großen Raum zurück und sein Blick fiel auf die schön vorbereitete Schlafpritsche. Er schalt sich einen Narren, weil er zu so später Stunde den Weg in sein neues Heim und zu Nasir gefunden hatte. Er schenkte Nasir einen Kuss auf die Wange und strich ihm die Haarflut aus dem Gesicht. Die Berührung weckte ihn und er richtete sich auf und wollte sich schon entschuldigen aber Agron schnitt ihm jegliches Wort mit einem sachten Kuss auf die Lippen ab. „Vergebung, mein Herz. Du hast so schön geschlafen und hast vor Müdigkeit das Bett nicht mehr gefunden.“ Nasir lächelte und stand auf. „Ich habe dir nichts zu vergeben, zumindest nicht dir selbst. Hast du Hunger? Ich habe Essen gemacht und ein Bad für dich vorbereitet.“ Agron riss die Augen auf. „Ein Bad? Du hast das Haus in Ordnung gebracht, uns eine Mahlzeit zubereitet die Bettstatt hergerichtet und sogar für ein Bad gesorgt? Dann musst du ja müde sein. Nein, bleib sitzen, ich hole die Suppe und du schneidest das Brot inzwischen auf.“ Sofort ging er rasch in die kleine Küche und mit einem Lächeln im Gesicht hörte Nasir von dort ein geschäftiges Klappern. Nicht lange und Agron kehrte mit zwei Schüsseln zu ihm an den Tisch zurück. Eine Weile aßen sie schweigend und irgendwann fiel Agron die ungewohnte Stille auf. Normalerweise löcherte ihn Nasir beim Abendmahl mit Fragen nach den vergangenen Stunden des Tages aber heute? Er blickte auf und sah wie Nasir seine Suppe an die zwanzig Mal durchzurühren schien ohne aber auch nur einen einzigen Löffel voll zu seinem Mund zu führen. Mit besorgtem Blick stieß er ihn sanft gegen die linke Hand. Der zuckte merklich zusammen und schien aufzuwachen. „Was ist denn mit dir, mein Herz? Du bist so still, träumst mit offenen Augen und richtest keine einzige Frage an mich.“ „Vergebung.“, murmelte Nasir. Agron stutzte. Es klang wie aus weiter Ferne und ein unbestimmtes Gefühl schnürte ihm die Brust zu, da sein geliebtes Herz einen ihm unbekannten Schmerz zu empfinden schien. Mit den Fingerspitzen streichelte er sanft über Nasirs linke Wange. „Berichte mir doch, was dein Gemüt so beschwert. Ist es meine Schuld? Weil ich so spät in unser Haus gekommen bin? Willst du es mir nicht sagen?“ Nasir schluckte, fasste nach Agrons Hand und drückte sie leicht. Danach rückte er von ihm weg und stand langsam auf. Für einen Moment drehte er Agron den Rücken zu, schloss die Augen und atmete tief durch. Und dann ballte er seine Hände und wandte dem anderen ein zornerfülltes Gesicht zu. „Seit wann führen wir Krieg gegen Kinder und schlachten sie ab wie räudige Tiere?“ Mit dem ausgestreckten Arm wies er auf die angrenzende Kammer. „In jenem Bett dort hat ein Mädchen geschlafen. Ihr Name war Diana und ich habe heute ihre Puppe zwischen ihrer Decke gefunden. Sie war noch keine neun Jahre alt und sie war mit Kiran befreundet. Ein Sklavenjunge, der sie jetzt sehr vermisst, weil sie recht nett zu ihm gewesen ist. Ja, ich habe sie gefunden. Aufgereiht unter hunderten Römern, der Kopf zertrümmert, das hübsche Antlitz voller Blutspritzer.“ Agron seufzte auf und musterte den anderen aufmerksam. „Welche Antwort soll ich dir darauf geben? Das mich der Tod eines römischen Kindes berührt? Solche Worte vermag ich nicht auszusprechen, da sie nicht der Wahrheit entsprechen. Du bedauerst den Tod eines Kindes der verfluchten Römer?“ Bislang hatte er halblaut seine Meinung geäußert aber mit jedem weiteren Wort stieg der Zorn in ihm auf und er hatte Mühe Nasir nicht anzubrüllen. „Wir führen den Krieg gegen die verdammten Römer solange bis sie endlich begreifen, dass sie tausende Sklaven nicht wie den letzten Dreck zu behandeln haben! Vielleicht war dieses Mädchen eine Ausnahme aber was ist mit den unzähligen Kindern in unserer Gemeinschaft?! Sieh´ dir ihre blassen Gesichter an, die Narben von Schlägen auf ihren kleinen Körpern, die stumpfen Blicke, ernst und verängstigt! Hast du vergessen, dass wir in der Mine von Locarnia auch Kinder von ihren Ketten befreit haben?! Wie viele Sklaven liegen noch in Ketten oder wurden bereits von uns befreit, die unter der Knechtschaft schon geboren worden?! Solche wie Naevia und so viele mehr! Ein totes Kind der verdammten Römer soll ihnen zur Mahnung gereichen, dass wir uns zu wehren verstehen und wir es nicht weiter hinnehmen, was sie uns allen antun!“ Nasir atmete schwer und senkte den Kopf unter Agrons lauten Worten. Diese Geste tat Agron nun in der Seele weh und er trat schnell zu Nasir und hob sein Kinn behutsam an. „Vergebung, mein Herz.“ Nasir gelang ein zaghaftes Lächeln. „Dich trifft keine Schuld, weil du noch nie ein Kind getötet hast. Es ist schon so, wie Spartacus es gesagt hat. Auf dem Blut unserer Feinde errichten wir uns eine bessere Zukunft auch wenn es das Blut von Kindern ist.“ Sanft strich Agron ihm über die Lippen. „Wenn dein Körper so aussehen würde, wie es dein Herz ist, dann würdest du mich um Längen überragen.“ Nasir öffnete den Mund und küsste Agrons Fingerspitzen. „Und wenn dein Körper so aussehen würde, wie es dein Mut und dein Geist ist, dann wärst du ein Wolf. Ungebändigt, stolz und frei und niemandem verpflichtet außer dir selbst.“, erwiderte er. „Du irrst dich, Nasir. Ich bin dir verpflichtet, weil du alles bist, was ich nicht mehr bin. Du bist mein Gewissen, meine menschliche Seite und wenn ich ein Wolf in deinen Augen bin, so genügt doch ein Lächeln und eine Berührung von dir, um mich zu zähmen.“ „Dann bin ich mehr als nur dein Herz?“ Agron gab ihm einen sachten Kuss und raunte
flüsternd. „Viel, sehr viel mehr.“ Die Antwort klang schelmisch und brachte ihm einen Nasenstupser ein. „Nur weiter, ich höre mir gern Schmeicheleien an, vor allem da sie aus deinem Mund kommen und ich schon lange keine mehr vernommen habe.“ „Was meinst du damit? Habe ich mein Herz denn so vernachlässigt? Was kann ich tun, um in deinen Augen wieder Gnade erlangen zu können?“ „Hinten ist das Bad für uns bereit und das Wasser ist bestimmt noch warm genug.“ Agrons Herz machte einen Hüpfer. „Du bist gewiss heißer als das Wasser im Bad. Gut aber nur, wenn ich dich selbst mit Schwämmen und Öl verwöhnen darf.“ Nasirs Augen leuchteten auf und überschwänglich umfasste Agron dessen Gesicht und küsste ihn lange und fordernd.                                                                                  Tatsächlich war das Wasser in dem kleinen Becken noch warm genug und ohne eine Antwort abzuwarten, fing Agron an Nasir von seiner Kleidung zu befreien. Als der gleich darauf nackt vor ihm stand, machte er eine ausladende Geste und Nasir ging in das Becken und machte es sich darin so gut es ging bequem. Überaus schnell entledigte sich nun auch Agron seiner einfachen Kampfrüstung und folgte Nasir. Recht geschickt wusch er zuerst Nasir, bevor er seinen eigenen Körper zu reinigen begann. Danach saßen sie nebeneinander und jetzt stellte Nasir ihm eine Frage nach der anderen. Agron atmete erleichtert auf und gab bereitwillig Auskunft. „Wir haben die Toten von den Straßen geschafft und die Wachen für die Tore bestimmt. Inzwischen hat auch jeder von uns ein Dach über den Kopf und wir haben die Habseligkeiten von den Karren verteilt. Morgen werden wir die Stadt nach Vorräten durchsuchen, nach kleinen Ställen mit Geflügel und Vieh. Und wir werden Getreide brauchen, da der Ädil vieles vernichtet hat. Donar wird den Speicher aufräumen und vor allem brauchen wir Waffen. Du wirst zusammen mit Crixus und Naevia die befreiten Sklaven ausbilden und ich werde Spartacus helfen geheime Vorräte zu finden. Was haben wir eigentlich selbst an Fleisch und Getreide? Wird es für ein Frühstück genügen oder werden wir schon wieder hungrig an die Arbeit gehen müssen?“ „Wir haben noch für gute drei, vier Tage Korn und anderes.“ Agron sah Nasir an und bemerkte ein leichtes Zittern. „Was hast du, mein Herz?“ „Mir wird langsam kalt und müde bin ich obendrein.“ „Gehen wir schlafen, es wird morgen auch ein recht langer Tag.“ Mit einem Nicken verließ Nasir das Bad und trocknete sich notdürftig ab und ging hinaus. Aber Agron blieb noch eine Weile nachdenklich im Becken sitzen bis auch ihn die Kühle des Wassers vertrieb.                                                                    Als er den großen Raum betrat, lag Nasir schon eingehüllt in eine Decke und hatte die Augen geschlossen. Er hockte sich hin und strich sacht über den linken Unterarm des Schlafenden. „Mein Herz. Mein kleiner großer Kämpfer. Am liebsten würde ich dich bis in alle Ewigkeit so ansehen und deinem Herzschlag lauschen. Schlaf gut, ich werde jegliches Ungemach von dir fernhalten.“ Vorsichtig stieg er auf die Pritsche und legte sich hinter ihn. Dann legte er seine Arme um Nasir und zog die Decke auch noch über sich selbst. Nach einem weiteren Kuss auf Nasirs Wange schloss er ebenfalls die Augen und schlief bald darauf ein.                                         In sein Bewusstsein drangen die Geräusche von leisen Schritten und mit einem unguten Gefühl erwachte Agron. Seine Arme waren leer, genauso wie die vordere Seite seiner Bettstatt. Er rieb sich über das Gesicht und richtete sich ein wenig auf. Der Raum wurde von den flackernden Talglichtern in ein warmes Licht getaucht und von irgendwo hallte der Klang von Schritten und leisem Klappern an sein Ohr. „Nasir!“ Statt einer Antwort bekam er dessen Gesicht zu sehen, als jener aus dem Raum daneben zu ihm hinübersah. Er hatte sich gegen die Wand gestützt und den Kopf an sie gelehnt. In seiner Hand hielt er einen Becher und trank einen Schluck aus ihm. „Nasir, was machst du da?“ „Ich bin auf einmal wach geworden und hatte Durst. Möchtest du den Rest haben? Hier und dann beruhige deine Nerven.“ Er setzte sich zu Agron und gab ihm den halbvollen Becher in die Hand. Der seufzte. „Was weißt du schon von meinen Nerven? Stehst mitten in der Nacht auf und veranstaltest einen Lärm und sagst, ich solle meine Nerven beruhigen.“ Nasir grinste und stieß ihn gegen die Seite. „Mein großer Krieger ist heute aber recht schreckhaft. Es besteht kein Grund zur Sorge. Die Nacht ist still und die Wachen haben keinen Alarm gegeben. Wir sind hier vollkommen sicher.“ In einem Zug leerte Agron den Becher und legte sich rücklings zurück auf die Pritsche. „Jetzt bin ich wach und vermag nicht mehr einzuschlafen. Das nächste Mal stille deinen Durst vor der Zeit ins Bett zu gehen.“ Nasir beugte sich über ihn. „Vergebung. Was verlangst du als Strafe von mir?“ „Komm etwas näher, dann sage ich es dir.“ „Etwa so?“ Er hockte jetzt über ihm und seine Haare kitzelten Agrons Wangen. Mit beiden Händen strich er sie nach hinten und zog Nasirs Kopf zu sich herunter. „Welche Strafe verdienst du denn?“ „Ich werde jedwede auf mich nehmen, aber nur wenn sie mich nicht aus deinen Armen verbannt.“ „Wie sollte ich mein Herz verbannen? Dann würde ich unweigerlich daran sterben, weil meine Brust dann zu Eis erstarren würde.“ „Meine Hände werden dir Wärme spenden und meine Lippen dir wieder Leben einhauchen.“ „Zeige mir, wie du mich ins Leben zurück geleitest.“ In Nasirs Augen stieg ein sanftes Leuchten und dann senkte er seine Lippen auf die des anderen. Es war ein flüchtiger Kuss, der Agron einen Ton der Entrüstung von sich geben ließ. „Bin ich nicht mehr wert in deinen Augen?“, raunte er recht enttäuscht. Er bekam keine Antwort zu hören aber der nun folgende Kuss war so erregend, dass er leise stöhnte. Lust auf mehr konnte Nasir sehen und da ließ er sich auf den anderen sinken und mit den Fingerspitzen strich er Agron über die Seite bis zu seinem Hintern hinunter, während er ihm einen Kuss nach dem anderen an den Hals und auf die Schultern schenkte. Agron erschauerte von den sanften Berührungen und dann umschlang er Nasirs Oberkörper und mit einem Ruck drehte er ihn auf den Rücken und schob dessen Arme nach hinten, damit Nasir sich seiner heftigen Liebkosungen nicht zu erwehren vermochte. Der ergab sich lachend seinem Schicksal und den fordernden Händen seines Geliebten. Sie keuchten leise und dann stellte Nasir seine Beine weit auseinander und Agron fing an die Innenseiten seiner Schenkel zu küssen. Voller Erwartung krallte Nasir seine Finger in die Unterdecke, schloss die Augen und hob sich ein wenig hoch und da schob sich Agron zwischen seine Beine, drückte sie weit auseinander und drang behutsam in ihn ein. Nasir erbebte vor Lust und flüsterte Agrons Namen, der wie im Rausch den Geschlechtsakt vollzog. Hinterher lagen sie schwer atmend und reichlich verschwitzt nebeneinander und zogen sich die Decke bis zu ihren Schultern hoch. „Wir hätten mit dem Bad warten sollen bis unsere Lust gestillt ist.“, meinte Nasir mit einem seltsamen Unterton in der Stimme. „Wenn ich dem Folge leiste, würde zu keiner Stunde Wasser auf meinen Körper treffen.“ „Ich werde meine Forderung überdenken.“ „Tu das, mein Herz.“ Sie lachten sich an und dann seufzte Nasir wohlig auf, fasste Agron fester und war gleich darauf eingeschlafen. Den Kuss auf die Stirn nahm er gar nicht mehr wahr und zufrieden folgte ihm Agron in den Schlaf.                                                                                                        Als er wieder die Augen öffnete, konnte er unmöglich sagen zu welcher Stunde er nun aufgewacht war. Um ihn herum war es ungewöhnlich still, das einzige Geräusch, welches er hören konnte, war Nasirs Atmung, der an seiner Seite schlief. In ihren neuen Räumlichkeiten gab es kein Fenster nur in der kleinen Küche befand sich ein Oberlicht über der Feuerstelle, damit dort der Rauch abziehen konnte. Angestrengt lauschte er aber er hörte weder Stimmengewirr oder Waffen klirren oder das laute Toben von Kindern. Es half alles nichts, er würde aufstehen und vor die Tür treten müssen, um den Sonnenstand zu prüfen. Leise seufzend richtete er sich langsam auf und schob dabei Nasirs Arm vorsichtig von seinem Oberkörper herunter und stand dann auf. Nur mit dem groben Tuch um der Hüfte ging er nach draußen und sah sich um. Die Sonne war nicht zu sehen aber die Morgendämmerung hatte schon begonnen und nach einem Blick die Gasse hinauf und hinunter ging er wieder hinein und setzte sich auf die Bettstatt. Seine Stimme war leise als er seine Worte an den Geliebten richtete. „Es dämmert und die Gasse ist leer und auch kein einziger Laut ist bislang zu hören. Ich bin wohl etwas zu früh aufgestanden und werde wohl uns erst einmal ein Frühmahl zubereiten. Wenn es fertig ist wecke ich dich, mein Herz.“ Er wollte aufstehen aber eine Berührung auf seinem linken Oberschenkel ließ ihn inne halten. „Du brauchst mich nicht zu wecken, denn ich bin schon längst wach.“ „Deine Augen sind noch geschlossen, willst du mich gar nicht ansehen, mein Herz?“ „So kann ich aber besser deinen Worten folgen und deine Hände auf mir spüren.“ „Und meine Lippen schmecken.“ Er gab Nasir einen zärtlichen Kuss, der ihn erwiderte und zustimmend raunte. „Ja, die natürlich auch.“ Agron hörte ihn leise stöhnen und fasste ihm unwillkürlich zwischen die Beine. „Dein Schwanz ist ja ganz hart. Hast du etwa von mir geträumt?“ Nasir lächelte. „Ich muss nicht von dir träumen, um dich zu begehren. Da genügt ein Blick auf deinen Körper und eine Berührung von deiner Hand, damit ich Lust verspüre.“ „Noch vor dem Frühmahl?“, fragte Agron mit wachsendem Interesse. „Wer
weiß, was der Tag uns heute noch bringen mag.“ Nasir streckte sich wohlig und erwiderte halblaut. „Ich weiß zumindest auf welche Art er enden wird. In deinen Armen werde ich liegen und deinen Duft einatmen und die Wärme deiner Haut auf der meinen spüren.“ Darüber konnte Agron nur den Kopf schütteln. „Und bis dahin muss ich den Stand der Sonne im Auge haben, damit ich diesmal rechtzeitig in deinen Armen versinken kann. Na schön, ich sorge jetzt für unsere Mägen und danach gehe ich zu Spartacus und du...“ Nasir ergänzte den halben Satz. „Ja und ich werde zusammen mit Naevia und Crixus die befreiten Sklaven ausbilden und mich anschließend um eine Mahlzeit für uns beide kümmern. Und ich werde Kiran aufsuchen und ihn über Dianas Tod unterrichten.“ Die Antwort klang ein wenig ungehalten. „Denkst du immer noch an sie? Ihr Tod ist unwichtig.“ „Ja für dich aber gewiss nicht für Kiran. Ich habe es ihm versprochen und ich werde ihn nicht belügen.“ Agron nickte schweigend und verzog sich in die Küche und machte erst einmal Feuer. Es dauerte eine Weile bis Nasir das Klappern des großen Kessels hören konnte und gleich darauf auch noch das Fluchen von Agron. Neugierig stand er nun doch auf und lehnte sich an den Eingang zur Küche und verschränkte die Arme über der Brust. Leise vor sich hin schimpfend, versuchte Agron ihnen eine Hafergrütze zu kochen, während sich Nasir alle Mühe geben musste nicht laut zu lachen. Er presste seine Lippen zusammen und strafend drehte sich Agron zu ihm um und schwenkte den Rührlöffel drohend in seine Richtung. „Hör auf mich auszulachen, sondern mach dich ein wenig nützlich. Du kannst schon mal den Tisch decken und das Brot aufschneiden und uns die Becher füllen.“ Nasir deutete eine Verbeugung an. „Wie du befiehlst.“ Agron schnaubte hörbar und mit einem Satz war er bei dem anderen und stieß ihm den linken Zeigefinger schmerzhaft in die Brust. „Lass den Unsinn und geh´ mir nicht auf die Nerven.“ Hinter ihm begann die Grütze laut zu brodeln und drohte über den Kesselrand zu laufen. Einen Schrei ausstoßend war Agron sofort bei ihm und rührte hektisch die Grütze um, während Nasir verhalten grinste. „Soll ich dir zur Hand gehen und du deckst an meiner Stelle den Tisch und kümmerst dich um das Brot?“ „Nein. Ich habe dir ein Frühmahl versprochen und ich stehe zu meinem Wort.“, erwiderte Agron trotzig. Nach einer guten Viertelstunde saßen sie endlich am Tisch und aßen. Die Grütze schmeckte etwas fad, weil Agron das Salz vergessen hatte. Missmutig schob jener die halbvolle Schüssel von sich weg und aß lieber noch eine Scheibe Brot mit Schmalz. „Gib es doch endlich zu.“, ließ Nasir ver-lauten. „Was soll ich zugeben?“, entgegnete Agron angespannt. „Du weißt schon, was ich meine. Aus einem gemeinen Haussklaven kann ein brauchbarer Kämpfer werden aber aus einem Gladiator nie ein brauchbarer Haussklave.“ Einen Augenblick zu lang starrte Agron seine Scheibe Brot an, bevor er in der Lage war Nasirs Worte in seinem Sinn gänzlich zu begreifen. Der nickte nur, weil er sich bestätigt fühlte und stand langsam auf. „Du irrst dich, Nasir, wie schon lange nicht mehr. Nichts muss ich zugeben, weil es nicht der Wahrheit entspricht. Du bist weder nur ein Haussklave oder auch nur ein Kämpfer. Zuallererst bist du ein freier Mann und du darfst und sollst nach deinen eigenen Wünschen fühlen, denken und handeln. Doch leider sind wir nun in diesen Mauern und ein jeder von uns muss sich mit dem bescheiden, was er mit seinen Händen kann. Du bist mehr als ich es je sein werde aber ich werde alles dafür tun, damit du die Ketten der Sklaverei nie mehr tragen musst. Ich kämpfe zwar nicht mehr auf dem Sand der Arena, stattdessen kämpfe ich um deine Achtung und für unser beider Wohlergehen.“ Nasir lächelte breit und nahm ihn einfach in die Arme. „Mein großer starker Kämpfer. Wir werden das hier wie immer machen. Wir teilen einfach die Pflichten unter uns auf und halten uns gegenseitig den Rücken frei. Ist das für dich annehmbar?“ Leise erwiderte Agron. „Nur wenn du mir zeigst, wie man eine vernünftige Hafergrütze kocht.“ Nasirs Antwort bestand in einem zärtlichen Kuss und einem herzlichen Lachen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast