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(2) Ein Elbenkönig im zwergischen Schlafzimmer?

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Kili OC (Own Character)
12.12.2016
16.12.2016
2
15.160
3
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Dieses Kapitel
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12.12.2016 6.109
 
Hallo, meine Lieben!

Bei dieser FF gilt, dass es Lesen auf eigene Gefahr ist. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht nach dem Geschmack aller Leser sein wird und einige unter Umständen ein wenig anderes damit verbinden. Doch da sind Geschmäcker nun einmal individuell und es sollte zu den Figuren des Pairings passen. Wichtig ist mir, darauf hinzuweisen, dass Amilia und Kíli zu diesem Zeitpunkt schon über ein Jahr als Paar zusammen sind und sich entsprechend lieben und kennengelernt haben und gegenseitig vertrauen. Daher werden sie sich ein wenig anders verhalten, als sie es bei dem derzeitigen Stand in meiner Haupt-FF tun. Es besteht wieder keine Gefahr, dass Spannung aus der Haupt-FF herausgenommen wird, jedoch sind Anspielungen aus den anderen FF zu finden, die aber nicht zum Verständnis notwendig sind, einigen aber bekannt vorkommen werden.

Hinweise:

Für alle, denen Amilia und Kíli noch unbekannt sind: ich stelle mir beide mit einer Größe zwischen 1,50m und 1,60m vor

Warnhinweise:

P-18 ist Pflicht, Fluff

Im ersten Kapitel habe ich gewisse Szenen nicht allzu explizit beschrieben. Wem dies bereits zu viel ist, sollte den Beginn des zweiten Kapitels nicht mehr lesen.

~~~Zwerge sind nicht zum Spielen da! ~~~

Ich wünsche Euch eine schöne Vorweihnachtszeit :-)

Eure Ela <3



1) Ein Elbenkönig im zwergischen Schlafzimmer?



Amilia befand sich in der heimeligen guten Stube, die zu Kílis und ihren Gemächern gehörte. Vor fast einem Jahr hatte sie zum ersten Mal einen Blick in diese Räume werfen können. Der Königstrakt war gut erhalten gewesen, da Smaug die dorthin führenden Gänge mit einer enormen Steinschicht blockiert hatte, als er sich seiner Zerstörungswut gewidmet hatte. Sicherlich hatte er es nicht gewusst, dass sich die Königsgemächer dort befanden, da es ihm vermutlich die größte Freude bereitet hätte, diese zu zerlegen. Vielleicht hatte er sich auch einfach nicht mehr von seinem Goldschatz entfernen können, um weitere Erkundungen im Berg vorzunehmen. Schließlich hatte es Amilia in der Seestadt gesehen, dass sogar Edelsteine mit seinen Schuppen am Bauch eins geworden waren. Bilbo hatte ihr dies später noch einmal bestätigt.

Nachdem die Gänge freigeräumt worden waren, hatten sie keine größeren Zerstörungen in den königlichen Bereichen vorgefunden. Dafür hatten die schweren Staubschichten den Rückeroberern des Erebor die Sicht und die Luft zum Atmen genommen. Teilweise waren die Räume bis auf die Staubflocken leer gewesen. In anderen waren noch Möbel vorhanden gewesen. In einigen Fällen waren diese sogar noch nicht unter den Staublasten und des zeitlichen Verfalls zusammengebrochen. Zwerge gaben sich scheinbar nur mit den massivsten Bauweisen zufrieden. Sei es bei den Steinen, Holzgegenständen oder Stoffen.

Amilias und Kílis neues Heim war bis auf den Kamin, andere Feuerstellen in der Küche und einem ausgebauten Badezimmer leer gewesen. Es hatte ihnen beiden eine große Freude bereitet, die neue Heimstätte nach ihren Wünschen einzurichten. Natürlich hatten sie auch reichlich Geschenke von den Freunden bekommen. Jeder hatte seinen Teil dazu beitragen wollen, dass sich der jüngere Zwergenprinz und die Menschenfrau im Erebor wohlfühlten. Im Wohnzimmer hielt sich Amilia besonders gerne auf. Das Knacken von Holz im Kamin und die Schatten der Flammen an den Wänden sorgten immer wieder dafür, dass sie sich in den Räumen, die für sie eine gänzlich ungewohnte Bauweise aufwiesen, dennoch geborgen fühlte. In Bruchtal hatte es eher offene Räume gegeben und die unzähligen Fenster hatten für viel Licht gesorgt. Die Gemächer der Königsfamilie waren tief versteckt in den Berg gebaut worden. Nur wenigen war das Privileg vorbehalten, den genauen Standort überhaupt zu kennen. Und obwohl Amilia immer wieder über die raffinierten Bauweisen der Zwerge staunte, wie sie im Berg für die Belüftung und den Abtransport von Wasserdampf oder Feuerrauch sorgten, fehlte ihr dennoch an manchen Tagen das Sonnenlicht. Dann kuschelte sie sich meistens in eine warme Decke oder die weichen Sofakissen und erfreute sich an der Ruhe, die im Gegensatz zu dem emsigen Treiben im Erebor, in ihren Gemächern herrschte. Bei dem Wohnzimmer hatten sich Amilia und Kíli besonders viel Mühe gegeben. Massive Truhen und Schränke verströmten immer noch einen angenehmen Holzgeruch. Ebenso waren viel mehr Sitzmöglichkeiten in Form von Sofas und großen Sesseln vorhanden, als das junge Paar hätte nutzen können. Doch sie luden oftmals Freunde und die königliche Familie ein, sodass der Platz dann benötigt wurde.  

Aber die Gemütlichkeit, die das Wohnzimmer ausstrahlte, passte ganz und gar nicht zu dem jetzigen Gemütszustand der jungen Frau. Sie war unruhig. Nicht nur, dass sie unruhig war. Sie war förmlich aufgekratzt. Während sie eine ihrer Haarsträhnen hinter ihr rechtes Ohr schob, bemerkte sie, dass sie mit der anderen Hand nervös auf dem Sofastoff trommelte. Dies geschah aufgrund der weichen Sitzmöglichkeit lautlos. Hätten sich ihre Hände allerdings auf einem Tisch befunden, dann wäre dies ganz und gar nicht geräuschlos geschehen. Hatte sie nicht eben noch die Beine anders übereinander geschlagen? Als sie unbewusst ihre Haare berührt hatte, war ihr jedoch etwas anderes nur allzu deutlich aufgefallen. Ihre Haare wurden nicht mehr von der Strähne geziert, die Kíli ihr zum Zeichen ihrer Verlobung geflochten hatte. Sie hatte ihrem Zwerg ebenfalls vor einigen Monaten eine Haarsträhne geflochten. Im Königshaus war es üblich, seinem Partner im Zuge der Verlobung ein bestimmtes Muster in den Bart zu flechten und diese Strähne dann mit einem Familienschmuckstück zu verschließen. Normalerweise wurden die Ehen in adeligen Kreisen arrangiert, sodass die Familie durch die Bereitstellung der Bartspange ihren Segen zu der Verbindung gab. Da ihr niemals ein Bart wachsen würde und Kíli nicht über so viel Gesichtsbehaarung verfügte, dass dies möglich gewesen wäre, hatten sie auf die Kopfbehaarung zurückgegriffen.

Es kam ihr beinahe so vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass sie sich gegenseitig die Haarsträhnen geflochten hatten. Ihre Hände zitterten jedenfalls heute so sehr, wie sie es vor einigen Monden getan hatten. Auch damals hatte sie zuvor penibel das Muster geübt. Als sie mit Fíli geübt hatte, war alles noch so einfach gewesen. Natürlich hatte sie sich nicht an Fílis Bartzöpfen versucht, sondern dies mit drei dicken Fäden unter den wachsamen Augen des Thronfolgers getan. Aber auch Balin hatte sein Wissen weitergegeben. Fast schon wäre die Verlobung aufgrund des Zopfmusters gescheitert, da niemand sofort das Wissen parat gehabt hatte, wie dieses auszusehen hatte. Wie lange war es her gewesen, dass im Königshaus ein Eheversprechen gegeben worden war? Bombur und Glóin besaßen zwar Erfahrungen im Eheleben, waren aber keine Anhänger des Königshauses, sodass sie keinerlei Kenntnisse über die Anordnung der Bartsträhnen vorweisen konnten.

Auf Balin hatten sie sich wie immer verlassen können, der aus heiterem Himmel eine Pergamentrolle mit den entsprechenden Zeichnungen hervorgezaubert hatte. Ob der weise Zwerg darauf vorbereitet gewesen war? Amilia wusste die Antwort bis heute nicht. Aber eines wusste sie ganz genau. Während sie mit Fíli unzählige Male die Fäden verbunden hatte, hatte Kíli das Gleiche sehr penibel mit Thorin getan. Und dennoch hatten sowohl Amilia, als auch Kíli, ihre Finger bei der Zeremonie kaum unter Kontrolle bekommen, da sie so aufgeregt gewesen waren. Fíli hatte ihr noch erklärt, wieso es im Königshaus diesen bestimmten Brauch gab. Jeder Strang an Barthaaren stand zunächst für sich alleine, bis er mit einem anderen zusammengefügt wurde. Es wurde dadurch die Verbindung als Paar symbolisiert. Als die Menschenfrau daraufhin gefragt hatte, wieso sie dann nicht zwei Stränge nehmen würden, hatten ihr nach der Antwort des Blondhaarigen die Wangen geglüht. Brühwarm hatte ihr der Prinz erzählt, dass das Königshaus natürlich Nachwuchs aus solchen Verbindungen erwartete, er sich darüber aber bei seinem kleinen Bruder und ihr keine Sorgen machen würde, da es ihm schließlich bekannt wäre, dass sie schon geübt hätten. Neben ihren erhitzten Wangen hatte Fíli aber auch dafür Sorge getragen, dass sich in ihrem Herzen eine unglaubliche Wärme verbreitet hatte. Sie selbst hatte keine Angehörigen, die ihren Segen zu der Verbindung geben konnten. Während sie immer wieder aufs Neue das Muster geflochten hatte, hatte Fíli plötzlich seine Bartspangen gelöst und ihr eine davon gegeben. Als sie ihn völlig überrascht angesehen hatte, hatte er gespielt gekränkt geantwortet, dass er doch ein wenig enttäuscht sei, dass er ihr erneut erklären müsste, dass sie eine Schwester für ihn verkörperte und seine brüderlichen Gefühle ihr gegenüber nicht stärker sein könnten, wenn sie gleichen Blutes wären. Darüberhinaus würde er die zweite Bartspange seinem kleinen Bruder zur Verfügung stellen.

Entgegen ihrer bisherigen Verhaltensweisen, die sie in Bruchtal vorgelebt bekommen hatte, war sie Fíli stürmisch um den Hals gefallen. Ebenfalls waren ihr Freudentränen über die Wangen gekullert, da sie es immer noch nicht glauben konnte, nach all den Widrigkeiten ihrer Reise und dem mehr als angespannten Verhältnis zu Thorin, den Mann ehelichen zu können, den sie von ganzem Herzen liebte. Dass sie nun ebenfalls nicht nur in der königlichen Familie geduldet wurde, sondern herzlich in dieser willkommen geheißen wurde, hatte dann endgültig dafür gesorgt, dass sie ihre Gefühle nicht mehr hatte kontrollieren können. Denn neben dem Segen zu der Verbindung, den das Paar symbolisch durch die Familienschmuckstücke bekommen hatte, hatte Thorin Amilia am Tag zuvor einen weiteren Gegenstand überreicht. Es hatte sich hierbei um den Schlüssel gehandelt, der zu den königlichen Gemächern führte und der Braut eigentlich erst am Tag der Hochzeit überreicht wurde. Dies war ein großer Vertrauensbeweis, den Thorin ihr daher entgegengebracht hatte. Neben dem Schlüssel hatte sie so viele Mondphasen die Haarsträhne getragen, sodass es ein noch für sie fremdes Gefühl war, nicht mehr über den Haarschmuck zu verfügen. Vor zwei Wochen hatten sie sich gegenseitig die Strähnen abgeschnitten und sie mit den Spangen in Mithril einschmelzen lassen, um aus dieser Legierung die Vermählungsringe herzustellen. Sie wartete sehnlichst darauf, diese endlich zu Gesicht bekommen zu können. Doch in diesen Momenten wartete sie voller Ungeduld auf etwas anderes.          

Sie wartete nämlich darauf, dass Kíli nach Hause kam. Die Menschenfrau war ohnehin immer von Vorfreude erfasst, wenn sie wusste, dass Kíli jeden Moment ihre gemeinsamen Gemächer betreten würde. Seit der Rückeroberung des Erebor war nun über ein Jahr vergangen. Die ersten Monate hatte es Unmengen an Arbeit gegeben. Die Heimstätte der Zwerge musste wieder aufgebaut werden. Einige Bereiche des Berges waren der Zerstörung des Drachen zum Opfer gefallen. Andere waren sehr gut erhalten gewesen. Gleichermaßen halfen die Zwerge den Menschen aus der Seestadt dabei, Thal wieder aufzubauen. Amilia hatte ihrerseits damit begonnen, Khuzdul zu lernen und sich mit den Geschichten der Zwerge zu befassen. Balin war immer sehr zufrieden mit ihr gewesen. In Bruchtal war ihr das Lernen bereits leicht gefallen. Es hatte aber damals überwiegend daran gelegen, dass sie sich gelangweilt und ihr eine Aufgabe gefehlt hatte. Nun hatte sie ganz andere Anreize. In wenigen Wochen würde sie Kíli heiraten. Es war für sie selbstverständlich und eine Herzensangelegenheit, sich mit den Bräuchen und der Sprache ihres Gemahls vertraut zu machen. Wenn sie nicht mit den Zwergenrunen und Khuzdul beschäftigt war, hatte sie immer noch Freude daran, mit ihrem Bogen zu üben. Und dann hatte sie darauf bestanden, von Dís das Kochen beigebracht zu bekommen. Zwerge hatten beim Essen ganz andere Vorlieben, als es bei den Elben in Bruchtal der Fall gewesen war. Und auch dort hatte sie niemals in der Küche gestanden. Jedoch hatte sie den Wunsch verspürt, für ihren Liebsten und die Familie kochen und backen zu können. Auf eine Zofe in ihren Gemächern hatte sie ebenfalls nicht zurückgreifen wollen. Dies lag einerseits daran, dass sie mehr oder weniger heimlich zusammenlebten, obwohl sie noch nicht verheiratet waren. Die Vermählung war eine reine Formsache. Auch eine Ehe könnte sie nicht noch enger zusammenschweißen. Andererseits gefiel es Amilia auch, dass die Gemächer wirklich ihnen gehörten und einen Rückzugsort verkörperten, den niemand Fremdes betrat. Nach ihrer Vermählung würden sie vermutlich Bedienstete bekommen, da auch die Anzahl der offiziellen Anlässe steigen würde. Aber bis dahin wollte sie es genießen, ein mehr oder weniger normales Leben führen zu können. Amilia wusste die Annehmlichkeiten zu schätzen, die ein Leben in einem Königshaus zu bieten hatte. Aber es ließ sich nicht leugnen, dass auch Kíli immer mehr in die Pflichten eingebunden wurde. Mit dem Voranschreiten des Wiederaufbaus des Erebor und dem Zurückkehren weiterer Anhänger des Zwergenvolkes würden diese noch steigen.

Allerdings hatte Kíli vor Kurzem den Wunsch geäußert, dass sie ein wenig mit ihren selbstauferlegten Aufgaben zurücktreten sollte. Amilia war der Meinung, dass Kíli maßlos am Übertreiben war. In der Woche, bevor sie sich die Haarsträhnen abgeschnitten und diese in Mithril eingeschmolzen hatten, um die Hochzeitsringe anfertigen zu lassen, war Kíli mitten am Tag nach Hause gekommen. Er hatte Amilia schlafend auf dem Sofa vorgefunden. Sie selbst sah darin nichts Verwerfliches. Kíli hatte es dennoch seltsam gefunden, da sie tagsüber nie schlief. Bei kleineren Erkältungen hatte er sie schon förmlich dazu drängen müssen, sich hinzulegen und auszuruhen. Den Bogenschützen hatte sofort die Befürchtung geplagt, dass sie sich zu viel zumutete. Dies war in Amilias Augen überhaupt nicht der Fall. Aber es hatte nichts an der Meinung des Prinzen geändert, dass sie sich vor der Hochzeit schonen sollte. Folglich hatte Balin sie von ihrem Studium befreit und auch Dís war der Meinung, dass die junge Frau Kíli umfangreich ernähren könnte. Die Menschenfrau wusste noch, welches Glücksgefühl sie durchströmt hatte, als Dís zu ihr gesagt hatte, dass sie die Hoffnung habe, dass ihr Jüngster vielleicht von Amilias Essen eine eher zwergentypische Statur bekommen würde. Vermutlich war sie in diesem Moment auch ein wenig verlegen gewesen, als sie von ihrer zukünftigen Schwiegermutter dermaßen gelobt worden war.

Nachdem Amilia vorrübergehend keinen Unterricht mehr bei Balin bekam und auch alle anderen Vorbereitungen für die Hochzeit erledigt waren, hatte sie schon nach kurzer Zeit damit begonnen, sich in ihren Gemächern zu langweilen. Traditionell trug das Königshaus die Verantwortung für die Hochzeit. Amilia konnte sich aber dessen sicher sein, dass ihre eigenen Wünsche mit berücksichtigt würden.

Zunächst hatte sie es die ersten Tage noch genossen, in Ruhe in Büchern stöbern zu können. Doch nach der Pflege des Heimes und der Vorbereitung des Essens, hatte ihr recht schnell eine Aufgabe gefehlt. Kíli kehrte meistens erst gegen Abend zu ihr in die Gemächer zurück.

Eines Nachmittages war ihr die Idee gekommen, dass sie ihren Liebsten an einem der nächsten Abende  überraschen wollte, wenn er nach Hause kam. Ihr war die Wahl eines bestimmten Wochentages nicht besonders schwer gefallen. Kíli durfte zuvor nicht Zuhause sein, damit sie Vorbereitungen treffen konnte. Und besonders würde sich ein Tag eignen, an dem Kíli sich zuvor mit seinem Bruder traf. Amilia hatte dem Braunhaarigen sehr schnell den Vorschlag gemacht, dass er auch weiterhin abends mit Fíli etwas unternehmen sollte. Sie fühlte sich schließlich dadurch nicht ausgeschlossen und konnte ihrerseits Abende mit Dís verbringen. Und so geschah es regelmäßig, dass die beiden Brüder nach gemeinsamen Kampfübungen auch ein gemeinsames Bad nahmen oder zusammen ein Bier tranken. Und diese Zeit wollte sie nutzen. Sonst war es meistens Kíli, der sie überraschte und mit Geschenken verwöhnte. Dieses Mal sollte es hingegen anders sein.  

Denn bisher war es immer der Zwergenprinz gewesen, der in ihrer Beziehung eher für Romantik sorgte und diese auch suchte. Es lag auch nicht daran, dass Amilia hierzu keinen Hang hatte. Sie hatte zu Beginn ihrer Beziehung immer befürchtet, dass ein Zwerg nicht unbedingt eine romantische Ader aufweisen würde und über gewisse Kleinigkeiten lachen könnte. Aber Kíli verhielt sich anders, als sie es aufgrund der Lebenseisen der anderen Zwerge vermutet hätte. Vielleicht wiesen Zwergenmänner Zuhause auch andere Verhaltensweisen auf, die sie sonst nur allzu gerne vor ihren Kameraden verstecken wollten.

Kaum hatten sie ihre gemeinsamen Gemächer bezogen, hatte der Prinz alles Mögliche getan, damit sie sich in diesen wohlfühlte. Amilia liebte Blumen und vermisste den Geruch von Pflanzen im Erebor. Oftmals brachte Kíli ihr Blumen mit. Da diese vergänglich waren und Amilia sie so sehr liebte, hatte er eines Tages den Versuch gestartet, die Blumen zu trocknen. Und da Zwerge und Pflanzen Normalerweise kein besonders inniges Verhältnis zueinander hatten, hatte Amilia auf dem großen Küchentisch ein heilloses Durcheinander von Pflanzenstielen, Blättern, Büchern und Bilderrahmen vorgefunden. Obwohl sie ein Mensch war, der die Ordnung liebte, hatte sie Kíli nicht einmal ein klein wenig böse sein können, da er es schließlich nur gut gemeint hatte. Sie war eher gerührt gewesen, dass er sich so sehr bemühte, um ihr eine Freude zu machen. Sie erinnerte sich gerne daran zurück, wie viel Spaß sie dabei gehabt hatten, die Blütenblätter gemeinsam vorsichtig abzupflücken, für das Trocknen vorzubereiten und vorsichtig zwischen den Blättern des Buches oder auf dem Bilderrahmenrücken zu legen. Schier unzählige Male hatte Kíli dabei ihren Handrücken gestreichelt und ihr ins Ohr geflüstert, dass ihre Haut noch weicher und verführerischer, als die Rosenblätter sei. Seine Streicheleinheiten in Form von Berührungen und Worten sowie sein Atem an ihrem Ohr und die Bartstoppeln, die leicht über ihre empfindliche Haut am Hals gekratzt hatten, hatten irgendwann dafür gesorgt, dass sie es sehr eilig gehabt hatte, ihre Arbeit zu beenden und sich dem gegenseitigen Vergnügen zu widmen. Zunächst hatte sie sich gefragt, ob er unbewusst das Feuer in ihr geschürt hatte, doch je länger sie an dem Tisch gesessen hatten, umso mehr war es ihr bewusst geworden, dass der Schuft es ganz genau gewusst hatte, was er tat und wie sie darauf reagieren würde. Wenn sie zuvor gewissenhaft die Blüten vorbereitet hatte, so waren ihre Gedanken bei zunehmender Dauer immer weiter abgedriftet. Und vermutlich hatte Kíli es genossen, sie auf die Folter zu spannen.

Nach ein paar Wochen hatten sie die getrockneten Blüten in Gläser gefüllt und diese verschlossen, damit sie diese später nutzen könnten. Die Blondhaarige hatte geglaubt, dass Kíli die Blätter vergessen würde. Doch dieser hatte sie eines Besseren belehrt.

Eines Tages hatte er ihr die Augen zugehalten und ihr ins Ohr geraunt, dass er eine Überraschung für sie habe. Mit verschlossenen Augen hatte er sie in ihr Badezimmer geführt. Bei dem Anblick, der sich ihr dort gebot hatten, war ihr glatt die Luft weggeblieben. Sie hatten in dem Bad die Annehmlichkeit, über ein großes Badebecken zu verfügen. Auf der einen Seite gab es sogar eingelassene Sitzmöglichkeiten, auf die sie sich bequem setzen konnten, da ihre Füße den Boden erreichten.

Amilia hatte es zuvor wahrgenommen, dass sich Kíli im Bad befunden hatte. Ohne jemals darüber gesprochen zu haben, wussten sie von dem Anderen, dass er die Tür des Bades leicht angelehnt ließ, wenn derjenige zu einem gemeinsamen Bad einladen wollte. Amilia war an jenem Tag sogar ein wenig enttäuscht gewesen, dass Kíli sich unglaublich schweigsam, beinahe eher heimlich ins Bad verkrümelt und die Tür geschlossen hatte. Aber sie wollte ihm auch Tage zugestehen, an denen er lieber seine Ruhe haben wollte. Sie war ganz fest davon ausgegangen, dass er anstrengende Übungseinheiten oder eine Reiberei mit Dwalin gehabt hatte. Doch plötzlich hatte er hinter ihr gestanden und ihr mit seiner Überraschung gezeigt, wieso er sich zuvor so still verhalten hatte.

Der Prinz hatte die Zeit genutzt, um im gesamten Bad Kerzen anzuzünden. Im Becken hatte er bereits warmes Wasser eingelassen und diesem Badezusätze zugefügt, sodass reichlich Schaum vorhanden gewesen war. Und um sein Werk zu vollenden, hatte er auf den unzähligen Seifenblasen nicht weniger von den getrockneten Rosenblättern platziert. Selbst an flauschige Handtücher hatte er gedacht, die sich ebenfalls auf dem Boden befanden. Da es der Menschenfrau bei dem Anblick glatt die Sprache verschlagen hatte, hatte sich der Zwerg dazu genötigt gesehen, die besorgte Frage zu stellen, ob es ihr überhaupt gefallen würde oder es zu viel des Guten sei. Außenstehende hätten es vermutlich erwartet, dass Kíli womöglich dazu in der Lage gewesen wäre, die Baderäumlichkeiten zwar hübsch herzurichten, sich dann aber schon im Wasser niedergelassen hätte, um sie dann zu rufen. Folglich hätte er ihr nicht nur den Raum, sondern sich selber gleich mit präsentiert. Allerdings kannte Amilia ihn besser. Einerseits gab er sich viel Mühe, wenn er ihr eine Freude machen wollte. Und andererseits ließ er ihr stets eine Wahl, da er sie nie zu etwas drängen wollte. Daher hätte sie auch damals entscheiden können, ob sie mit ihm in das wohltuende Nass steigen wollte. Zumindest hatte er ihr diese Möglichkeit in seinen Gedankenspielen gelassen.

Die Realität hatte hingegen ganz anders ausgesehen, da ihre Gefühle sie förmlich übermannt hatten. Eigentlich hatte sie vorgehabt, im zu sagen, wie sehr sie ihn liebte und ihr die Überraschung gefallen würde. Doch dieses Liebesbekenntnis war nicht in der Form von Worten über ihre Lippen gekommen, da diese ein Eigenleben entwickelt zu haben schienen. Sie hatte Kíli umarmen und einfach nahe spüren wollen, während sie stürmisch ihre Lippen auf seine gelegt hatte. Von Anschmiegen hatte nicht die Rede sein können, da sie sich förmlich mit ihren Körper gegen seinen gepresst hatte. Amilia hatte ihr Verlangen nicht mehr in Schach halten können, als sie eine Hand in der Mähne des Zwerges vergraben und die andere auf seiner Brust platziert hatte. Unterhalb des Stoffes, der straff über Kílis festen Brustmuskeln gespannt gewesen war, hatte die Menschenfrau seinen Herzschlag spüren können, der sich immer weiter beschleunigt hatte. Dies hatte sie dazu veranlasst, sanft an Kílis Unterlippe zu knabbern und mit ihrer Zungenspitze gegen seine Unterlippe zu klopfen. Und obwohl der Prinz ihre Küsse freudig erwidert und ihre Berührungen mit genießerischen Seufzern untermalt hatte, hatte er ihr dennoch keinen Einlass gewähren wollen. Sie beide hatten es nämlich gewusst, wohin sie dies schleunigst führen würde, sobald sich ihre Zungenspitzen berührt hätten. Und da es ihr Liebster an jenem Abend eher langsamer hatte angehen lassen wollen, waren sie schnell dazu übergegangen, sanfte und hingebungsvolle Küsse auszutauschen, die jedoch nicht weniger intensiv für beide gewesen waren. Während Kíli sich vermutlich unter der größten Willensanstrengung damit begnügt hatte, über die Wangen der Menschenfrau und ihren Nacken zu streicheln, hatte sie selbst ihre Hände nicht dermaßen gut im Griff gehabt. Da sie eine Hand ohnehin schon auf der Brust des Bogenschützens abgelegt hatte, war sie nach kurzer Zeit dazu übergegangen, mit dieser über seinen festen Oberkörper zu fahren und ihre Absichten kundzutun. Dies hatte der Zwerg mit einem Grollen beantworten, bei dem Amilia sich nicht sicher gewesen war, ob er ihr hierdurch seine freudige Erwartung oder eine Warnung hatte mitteilen wollen. Innerhalb kürzester Zeit war sie in einem Zwiespalt gefangen gewesen. Sie hatte die Nähe nicht lösen wollen, hätte dies aber tun müssen, um ihn von den Kleidungstücken zu befreien, damit sie seine Haut an ihrer eigenen erhitzten hätte spüren können.

Doch dann hatte er die Bitte geäußert, sich nicht gegenseitig aus den Kleidern zu helfen, da sonst sein weiteres Vorhaben ins Wanken geraten könnte. Als Amilia sich hastig ihre Kleidung abgelegt hatte, war Kíli bereits im Wasser gewesen, um ihr die Hand zu reichen und sie ebenfalls in das wohltuende Nass zu führen. Kaum hatte sie damit begonnen, die Frage zu stellen, seit wann er sich denn dermaßen edel gegenüber einer Dame benehmen würde, hatten sich die Valar komplett gegen sie verschworen. Aufgrund des vielen Schaumes hatte sie es nicht bemerken können, dass sich im Wasser ein Stück Seife befunden hatte, auf das sie natürlich sofort getreten war. Jedoch war der Schreckmoment, in dem sie die Luft angehalten und einen Sturz erwartet hatte, schnell verflogen, da sie sich in den Armen ihres Prinzen wiedergefunden hatte. Dies hatte allerdings erneut dafür gesorgt, dass ihr die Luft weggeblieben war, als sie seine nackte Brust an ihrem Oberkörper gespürt hatte.  

Spielerisch hatte er sie getadelt, dass sie nicht so stürmisch sein sollte, da er ihr zunächst die Haare waschen wollte, sofern sie es ihm gestatten würde. Und da sie ihm diese Bitte selbstverständlich nicht hatte abschlagen können, hatte der Zwerg damit begonnen, ihr liebevoll die Harre einzuschäumen und ihre Kopfhaut zu massieren. Genüsslich hatte Amilia währenddessen ihre Augen geschlossen und sich seinen sanften Fingerspitzen hingegeben. Sofern sie eine Katze gewesen wäre, hätte sie aufgrund dieser vertrauensvollen Berührungen regelrecht geschnurrt.  

Irgendwann hatte er damit begonnen, fast schon beiläufig ihren Nacken und Rücken zu streicheln. Als sie sich daraufhin beinahe auffordernd mit ihrem Kopf an seine Schulter und mit dem Rücken an seine Brust gelehnt hatte, hatte es zunächst den Anschein gehabt, dass er mit seinen Händen auch ihre Vorderseite des Körpers bedenken würde. Fast schon quälend langsam hatte er seine Finger über die Innenseite ihrer Arme nach unten wandern lassen, um dann erneut ihre Hand zu nehmen und sie zu dem Sitz zu führen. Er hatte sich ganz genau vorgestellt, wie der Abend ablaufen sollte und sich folglich nicht locken lassen, irgendeine Etappe zu überspringen.

Wenn sie ihre Blicke zuvor nicht nur auf Kíli gerichtet gehabt und den vielen Schaum verflucht hätte, der ihr die Sicht auf das versperrte, was sie zu gerne hatte sehen wollen, dann wäre es ihr zuvor aufgefallen, dass er im Zuge seiner Vorbereitung Erdbeeren und Wein am Beckenrand platziert hatte. Und mit diesem Essen hatte er sie zunächst verwöhnen wollen.

Doch innerhalb kürzester Zeit war Amilia berauscht gewesen. Es hatte weniger an der kleinen Menge Wein gelegen, die sie zu sich genommen hatte. Viel mehr hatte sie der Mann, der sich neben ihr befand, so sehr betört, dass sie keinen Appetit mehr auf Alkohol oder Früchte gehabt hatte. Wenn er sie mit einem Lächeln auf den Lippen mit dem Obst gefüttert hatte, waren ihre Augen meistens auf dem leicht geöffneten Mund des Prinzen gerichtet gewesen. Der Gedanke war zu verführerisch gewesen, seine Lippen kosten zu können, während seine Bartstoppeln sie zusätzlich leicht kratzten und ihr dadurch einen prickelnden Schauer nach dem anderen durch den Körper jagten. Aber Kíli hatte es ihr nur erlaubt, seinen Handrücken zu streicheln und unter einem Augenzwinkern hinzugefügt, dass es doch schade wäre, wenn das gute Obst verdürbe, sodass sie förmlich am Kochen gewesen war und vermutet hatte, dass der Dampf nicht vom Wasser, sondern von ihrem Körper aufsteigen würde.

Als er ihr eine weitere Erdbeere angeboten hatte, hatte Amilia diese Möglichkeit genutzt, um nicht nur die Frucht mit ihren Lippen zu verschließen. Schließlich wusste sie es nur allzu gut, wie empfindlich die Handinnenflächen und Fingerkuppen auf Berührungen reagierten. Und ihr Vorstoß hatte seine Wirkung nicht verfehlt, da Kíli seine Augen genießerisch geschlossen und ein leises Stöhnen seinen Mund verlassen hatte, als sie damit begonnen hatte, ein wenig forsch an seinem Finger zu saugen und zu knabbern.

Diese Unachtsamkeit hatte die Menschenfrau genutzt, um sich auf seinen Schoß zu setzen. Bevor er scherzhaft hätte protestieren können, hatte sie an seinem Ohrläppchen geknabbert und ihm ins Ohr geraunt, dass sie nun lieber ihn vernaschen würde.  

Und endlich hatte er es daraufhin zugelassen, dass sie sein Gesicht umfassen und ihn wieder küssen durfte. Voller Verlangen hatte sie sich in den Kuss fallen lassen, der nach den Erdbeeren, Wein und vor allem nach Kíli geschmeckt hatte. Gerade Letzteres war für sie der schönste Genuss gewesen. Und während sie ihn sinnlich geküsst und Kíli diese nicht weniger stürmisch erwidert hatte, hatte sie ihren Körper immer fester an seinen geschmiegt, sodass sie jede Faser seines wohlgeformten Körpers hatte spüren können.  

Fast schon hatte sie das Gefühl gehabt, dass ihre Körper verschmelzen würden, ohne vollständig miteinander verbunden zu sein, aber es war eindeutig gewesen, dass er sie begehrte. Ihr war es nicht anders ergangen, jedoch war es für Kíli aufgrund des Wassers zwischen ihnen nicht möglich, ihre Erregung genauso sehr zu spüren, sodass sie den Vorstoß wagte, mit ihrer Hand durch sein volles Brusthaar zu streichen und den sich verjüngenden Haaren zu folgen. Dabei hatte sie sich selbst ein wenig aufreizend auf ihm bewegt, sodass sie beide ein leidenschaftliches Keuchen nicht hatten unterdrücken können.

Es waren Momente, die sie immer in vollsten Zügen genoss, sie aber zugleich auch beinahe in den Wahnsinn trieben, wenn sie seine Erregung an ihrem Schoß spüren konnte. Aber Kíli erging es dann nicht anders, sodass einer von ihnen irgendwann in die Initiative gehen musste, sofern sie nicht beide den Verstand verlieren wollten.

Als die Hitze und das Kribbeln in ihrem Körper aufgrund ihrer feurigen Küsse und der erhitzten Haut auf Haut beinahe unerträglich geworden war, hatte sie zunächst Kílis Nasenspitze geküsst und dann an seine Lippen die Frage gehaucht, ob sie von seinem Schoß runtergehen sollte, damit er sich auf den Beckenrand setzen könnte. Die Sitzmöglichkeit im Wasser hatte nicht nur den Vorteil, es sich gemütlich machen und gemeinsam kuscheln zu können. Sie bot auch die Möglichkeit, dass sich einer von ihnen auf den Rand setzen konnte, während der andere aus dem Wasser heraus bequem den Körper liebkosen konnte. Und als sie Kílis Nasenspitze geküsst hatte, waren seine Gedanken sicherlich dahin abgedriftet, dass sie dies bei der Spitze eines anderen Körperteils ebenfalls tun könnte. Und sie hatte ihre Frage bewusst provokativ gewählt. Aber Kíli hatte sich trotz eines erregten Stöhnens aufgrund ihres Vorschlages etwas anderes von ihr gewünscht. Während er ihre Lippen schon beinahe stürmisch in Beschlag genommen hatte, sodass ihre Gedanken nur noch auf ihn gerichtet gewesen waren, hatte er seine Hände über ihre Wirbelsäule gleiten lassen, bis sie auf ihrem Gesäß zur Ruhe gekommen waren, um ihren Körper noch enger an sich heranzuziehen. Ein wenig auffordernd war er ihr mit seinem Becken entgegen gekommen und sie hatte es sofort verstanden, was er ihr zu verstehen geben wollte.  

Ein Zwerg bat nicht darum, sich von einer Frau in Besitz nehmen zu lassen. Wobei es Amilia auch dann nicht darum ging, ihn in Besitz zu nehmen. Sie wollte einfach ab und zu Diejenige sein, die ihnen beiden aktiv intensive Genüsse der Zweisamkeit bescherte. Dies änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass Kíli ihr einmal gesagt hatte, dass bei Zwergen die Meinung vorherrschte, dass es im Schlafzimmer wie beim Tanzen wäre. Der Mann würde führen. Die Menschenfrau wusste, dass dies zumindest bei Kíli nicht gänzlich zutraf. Auch, wenn er die Zügel in die Hand nahm, orientierte er sich dennoch daran, was ihr gefiel. Ebenso konnte sie seine Körpersignale deuten und wusste es nur allzu gut, dass es für ihren Liebsten nicht nur optische Reize und Vorzüge hatte, wenn sie sich auf ihm befand. Es hatte allerdings Wochen gedauert, bis sie ihm unter einem Augenzwinkern gesagt hatte, dass der Mann zwar führen könnte, es aber ganz alleine an der Frau liegen würde, ob sie sich überhaupt führen lassen wollte. Es ließ sich nicht von der Hand weisen, dass sie durch Kíli mehr Selbstbewusstsein und ein gänzlich anderes Körpergefühl bekommen hatte und diese auch einsetzte.

Aber da er sie förmlich zum Tanzen aufgefordert hatte, hatte sie sich auch nicht lange bitten lassen. Obgleich sie sich schon so oft Liebe geschenkt hatten, hatten sie sich langsam vereint, um dieses innige Gefühl, sich immer näher und inniger fühlen zu können, besonders auskosten zu können.

Er hatte sie dabei mit einem Blick angesehen, mit dem sich nur Verliebte ansehen konnten. In seinen Augen hatten sich die Liebe, die er für sie empfand, aber auch das Verlangen, widergespiegelt. Kílis Augen würden daher immer die attraktivsten für sie in ganz Mittelerde sein.

Zunächst waren ihre Vereinigung und das Spiel ihrer Lippen und Zungen sehr innig und sanft gewesen. Das Verlangen, den Körper des anderen zu berühren und liebkosen zu können, war für sie beide in den letzten Monaten wie ein Rausch geworden, den sie regelmäßig benötigten und ausleben mussten. Folglich hatten sie sich entsprechend Zeit gelassen, den Oberkörper des anderen zu streicheln und zu necken. Ihre Münder hatten sie nur getrennt, um den Hals oder Oberkörper des anderen damit zu bedenken oder wenn sie ihre Küsse aufgrund ihrer Liebeslaute oder des  Luftmangels hatten unterbrechen müssen.

So sehr Amilia dieses langsame Liebesspiel genossen hatte, hatte es aber nichts daran geändert, dass sie nach einiger Zeit das Gefühl bekommen hatte, dass das Wasser aufgrund ihrer in flammenstehenden Körper schier unerträgliche Temperaturen angenommen hätte.

Um ihnen die ersehnte Erlösung bescheren zu können, hatte sich Amilia ihrer Umgebung bedienen wollen. Und als sie Kíli darum gebeten hatte, sie festzuhalten, um ihnen beiden die nötige und vertrauensvolle Sicherheit geben zu können, um sich vollständig auf den anderen einlassen zu können, hatte sein erregtes Keuchen wie Musik in ihren Ohren geklungen, da er es nur allzu gut gewusst hatte, was sie vorhatte.  

Damit ihre Bewegungen kraftvoller werden konnten, hatte sie sich mit den Füßen auf den eingelassenen Sitz gestellt. Die Sitzmöglichkeit hatte die passende Tiefe, um in die Hocke gehen zu können. Ebenfalls hatte sie aufgrund der rauen Oberfläche einen sicheren Halt gehabt. Für den größten Rückhalt hatte allerdings ihr Prinz gesorgt, während sie sich am Beckenrand festgehalten hatte.

Zwerge waren geschickte Handwerker. Später hatte sie sich gefragt, ob jene Zwerge, die das Badebecken mit den Sitzen errichtet hatten, nicht nur an den offensichtlichen Zweck, sondern auch an andere Möglichkeiten gedacht hatten. Doch in jenen Momenten waren ihre Sinne nur auf Kíli und sich geschärft gewesen, wie sie auf den jeweils anderen reagiert und sich gegenseitig lustvolle Wonnen geschenkt hatten.    

Gleichermaßen, wie Amilias Körper aufgrund ihrer Bewegungen immer wieder im Wasser versunken war, waren sie beide im Feuer der Leidenschaft versunken, um dieses immer weiter zu schüren, bis sie letztendlich in Flammen aufgegangen waren. Als Amilia gespürt hatte, dass dieser Moment für sie beide nicht mehr fern war, hatte sie den Beckenrand losgelassen und sich an Kílis Schultern geklammert. Sie brauchte in jenen Augenblicken seine Nähe. Und da sie es gewusst hatte, dass er sie festhalten würde, hatte sie sich fallen lassen können. Er hatte auch weiterhin seine Arme um ihren Körper geschlungen und sie mit Streicheleinheiten bedacht, während sich ihr beider Atem wieder beruhigt und das Zittern ihrer Körper nachgelassen hatte. Und als sie an seiner Brust geschmiegt seinen Herzschlag hatte hören können und er ihr sanft einen Kuss auf die Haare gehaucht und ihr gesagt hatte, dass sie ihn zum glücklichsten Mann in ganz Mittelerde machen würde, da hatte sie erneut das Gefühl gehabt, in seinen Armen vor Glück zu zerspringen.  

Die Menschenfrau hatte jedes von Kílis Geschenken immer sehr zu schätzen gewusst, da er an sie in jenen Momenten gedacht hatte. Aber an jenen Abend, als er sie in der Badehalle überrascht hatte, würde sie immer mit Sehnsucht und einem fast unerträglichen Kribbeln auf ihrer Haut und im gesamten Körper zurückdenken. Denn diese gemeinsamen Augenblicke ließen sich durch keinen anderen Wertgegenstand aufwiegen, egal, wie kostbar sein Material oder seine Verarbeitung wäre.

Das Wissen, wie Kíli auf eine romantische Umgebung und sie reagierte, wollte sie sich heute Abend zu Nutzen machen, um ihn zu überraschen. Zunächst hatte sie einige Tage zuvor im Schlafzimmer gestanden und sich geeignete Plätze für große Kerzen ausgesucht. Ebenfalls konnte es auch ein Zwergenkrieger nicht leugnen, für Düfte anfällig zu sein. Amilia konnte ihre Gemächer nicht ganzjährig mit Blumen schmücken. Aber sie hatte die Möglichkeit, Öle auf Duftlampen zu platzieren und dadurch blumige Gerüche in ihrem Zuhause zu erzeugen. Seltsamerweise konnte Kíli nur selten die Finger von ihr lassen, wenn sie bestimmte Öle nutzte. Hierzu gehörten eindeutig Rosen. Auch für Sandelholz war der Zwerg unglaublich empfänglich. Sandelholzöl war eine Kostbarkeit, die sich nur wenige in Mittelerde leisten konnten. Aber Mandelöl war eine nicht weniger wirksame Alternative. Schnell hatte sie ganz genaue Vorstellungen gehabt, dass sie neben Kerzen auch Duftlampen und Rosenblätter verteilen wollte. Allerdings hatte sie nicht nur vorgehabt, mit dem Öl eine gemütliche Stimmung zu erzeugen. Sie hatte dieses in ihren Handflächen erwärmen wollen, um Kíli damit massieren zu können. Alleine der Gedanke, wie sie mit ihren Händen über den gestählten Körper des Bogenschützens gleiten würde, hatte bereits dafür gesorgt, dass ihre Handinnenflächen zu brennen begonnen hatten. Die Menschenfrau hatte Kíli schon öfter massiert, wenn er müde und abgespannt von Dwalins Übungseinheiten nach Hause zurückgekehrt war. Oftmals war es dann so geendet, dass Kíli sich wahrlich entspannt gefühlt hatte, der Weg dahin aber wenig mit Entspannung zu tun gehabt hatte.

Doch dieses Mal hatte sich Amilia vorgenommen, dass dies anders sein sollte und sie sich ausschließlich um ihn kümmern wollte.    

Und während sie im Geiste die Vorbereitungen durchgegangen war, hatten sich  schnell weitere Gedankenspiele in ihrem Kopf ergeben. Zunächst hatten die Ideen dafür gesorgt, dass sie rote Wangen bekommen hatte. Doch sie hatte diese nicht aus ihren Gedanken vertreiben können, obgleich sie nicht wusste, ob Kíli mit ihren Vorstellungen für einen gemeinsamen Abend einverstanden wäre. Sie selbst hatte sich ebenfalls die Frage gestellt, ob sie aus dem Nichts dazu bereit gewesen wäre, sofern ihr Verlobter sie darum gebeten hätte.  



***

So, das war das erste Kapitel. Vom zweiten habe ich bereits einiges geschrieben, sodass ich doch die Hoffnung habe, dieses noch vor Weihnachten posten zu können. Dieses war zum Aufwärmen und daher habe ich auch bewusst nicht jedes kleinste Detail beschrieben. Ich kann aber für mich selbst sagen, dass diese Umschreibungen deutlich schwerer sind, als richtig auf den Punkt zu kommen. Aber es sollte kein Drehbuch mit Handlungsanweisungen sein ;-)

Vielleicht ist es eine kleine Entschädigung für alle, denen die Kapitel in den Badehallen meiner Haupt-FF nicht so gefallen haben, die aber für die Geschichte zwingend notwendig sind ;-)

Der Titel dieser FF ist jedenfalls mit Bedacht gewählt, aber wir haben noch ein Kapitel ;-)

Ich hoffe, es war nicht allzu geschmacklos, da ich so etwas noch nie geschrieben habe. Für Anmerkungen wäre ich sehr dankbar.

LG

Eure Ela <3
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