Milk & Honey

von Die Meg
GeschichteRomanze / P18
Draco Malfoy Hermine Granger
11.12.2016
11.12.2016
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Hallo ihr Lieben,
diese Story bringe ich auch noch von meiner Page rüber, denn sie hatte Spaß gemacht  zu schreiben, damals. Sie ist von 2011 und wahrscheinlich haben sich Fehler eingeschlichen, aber ich bitte um Nachsicht, für den Fall, dass ihr Lust habt, reinzuschnuppern!
Beste Grüße,
~Meg


~Part 1 – Milk~

~ Milk ~

Kapitel 1

„Hallo, ist jemand da?“, rief sie nicht allzu laut, denn sie wollte nicht plump wirken. „Luna?“ Ihre Stimme wurde noch leiser. Luna Lovegood hatte sie eingeladen, ihre neu eröffnete Confiserie zu besuchen. Allerdings war sie schon nicht mehr neu. Hermine hatte es einfach nur noch nicht geschafft, vorbei zu schauen. Aber Luna war nicht zu entdecken. Hermine war ganz gefangen von den Düften. Schokolade, Chili, indische Gewürze. Es roch nach Milch, nach süßem Honig, nach all den Dingen, die einem sofort gute Laune machten, ohne dass man es wollte.

Sie nahm einen tiefen Zug der Luft hier in den Räumen. Sie überlegte, dass sie wahrscheinlich schon vom Atmen hier fünf Pfund zunehmen würde. Lächelnd sah sie sich um. Im Vergleich zu einer nicht magischen Confiserie war hier alles noch ein wenig aufregender. Kleine Männer aus dunklem Glas standen über kleine Töpfe am Fenster gebeugt und rührten eifrig die Schokolade, während sie leise und melodisch miteinander sprachen. Hermine kam näher und die kleinen Männer schossen ein paar böse Blicke weit nach oben.

Sie hätte sie auf die Hand setzen können, so klein waren sie. Es musste unglaublich schwierig für diese Männer sein, die Schokolade zu rühren.

„Gefallen sie dir?“ Hermine erschrak beinahe. Luna hatte sich lautlos näher geschlichen und strahlte über das ganze Gesicht. Ihre Schürze war voller dunkler Schokoladenspritzer. „Das sind afrikanische Kakaorührer“, erklärte sie und Hermine war sich sicher, dass ihr Vater darüber schon einen Bericht im Klitterer verfasst hatte. Sie war sich nicht ganz sicher, ob es politisch korrekt war, sie so zu nennen, aber den kleinen Männern schien es herzlich egal zu sein, wie man sie nannte, denn ihr Leben schien wohl nur aus Schokolade zu bestehen.

Hermine fragte sich, ob die Männer selber auch aus Schokolade bestanden? Es musste ein ziemlich großartiges Leben sein, dachte sie dann.

„Hey, ja sie gefallen mir“, erwiderte sie lächelnd. „Luna, das ist wahrscheinlich der beste Laden der Welt“, fügte sie kopfschüttelnd hinzu. „Und du bist noch erstaunlich fit, abgesehen von dem Bauch“, fügte sie hinzu.

„Jaah, ich weiß. Am liebsten würde ich den ganzen Tag Schokolade essen, aber die dämliche Schwangerschaft erlaubt es mir nicht.“ Hermine zog die Stirn kraus.

„Seit wann darf man denn bitte keine Schokolade mehr essen?“ Sie erwartete fast schon, dass Luna einen Artikel aus dem Klitterer zitierte, aber sie tat es nicht.

„Nein, ich darf sie essen. Aber… ich glaube, mein Sohn mag keine Schokolade“, erklärte sie leise, damit es anscheinend die Kakaorührer nicht hören konnten. Hermine öffnete den Mund, völlig schockiert.

„Dein Baby mag keine Schokolade? Und… es ist ein Junge?“, fügte sie überrascht hinzu. „Hast du nachgefragt?“

„Unsinn. Ich habe den dreifachen Hupf-Um-Test gemacht, Hermine. Eine absolut Hundertprozent sicherer Methode, um das Geschlecht des Babys herauszufinden. Neville ist schon ganz aufgeregt.“ Hermine war bereit, eine sehr kostspielige Wette einzugehen und zu sagen, es würde ein Mädchen werden.

Sie wollte nicht wissen, was ein dreifacher Hupf-Um-Test war, aber es klang nicht besonders entspannend oder glaubhaft. Aber Luna schien es zu glauben. Vielleicht reichte ihr Glaube ja über den dreifachen Hupf-Um-Test hinaus, überlegte Hermine.

„Also? Welche Schokolade kann ich dir anbieten? Chili-Papaya? Doxy-Ei- Karamell?“ Hermine verzog kurz den Mund.

„Wie… wäre es mit etwas ganz normalem?“ Luna wirkte enttäuscht.

„Du bist kein Schokoladenkenner. Aber bitte. Ich werde dir eine Kleinigkeit nach draußen bringen.“

„Sag mal, wie lange kannst du noch arbeiten?“, rief Hermine ihr nach. „Dein Bauch scheint ja kaum noch runder werden zu können, oder? Wann ist es soweit?“ Luna kam wieder raus mit einem Tablett voller kleiner schwarzer Köstlichkeiten. Hermine hoffte inständig, dass irgendwo Vollmilch mit dabei war.

„Nächste Woche. Aber das sagt bloß der Heiler. Da gebe ich nichts drauf.“ Hermine nickte.

„Also nächste Woche“, bestätigte Hermine völlig überzeugt. „Wer wird denn den Laden vertreten?“

„Oh, ich habe schon mit einem guten Kunden gesprochen. Allerdings sind wir geteilter Ansicht über das Magazin meines Vaters.“ Sie schüttelte den Kopf und wartete, dass Hermine etwas sagte. Sie hatte sehr dunkle Schokolade im Mund, aber sie schmeckte nicht nach Doxy-Ei.

„Hmm…“, kaute Hermine. „Du willst einem Kunden den Laden überlassen?“ Luna zuckte mit den Achseln.

„Es ist nicht sein einziger Job und er liebt Schokolade. Also wird er nichts klauen und weiß, was gut ist.“ Hermine kaute fleißig weiter.

„Na dann. Hast du Absicherungen? Ich meine, du kannst ja nicht irgendwem Fremdes den Laden überlassen“, kaute sie weiter und schluckte endlich den letzten Bissen runter. Luna reichte ihr sofort noch ein Stück.

„Ich kenne den Kunden. Mach dir keine Gedanken. Oder möchtest du gerne hier arbeiten?“, erkundigte sie sich grinsend. Hermine seufzte als sie sich ziemlich sicher war, gerade Vollmilch im Mund zu haben.

„Nein, ich wäre nicht gut für den Job. Ich hätte innerhalb zwei Stunden, alles aufgegessen, was du hast. Außer natürlich so eklige Sachen wie Doxy-Ei-Karamell nicht“, fügte sie lachend hinzu und erntete sofort einen tödlichen Blick von den Kakaorührern, die zwar kein Wort Englisch sprachen, aber wohl verstanden, dass sie gesagt hatte, eine Schokoladensorte nicht zu mögen.

„Sind sind sehr empfindlich“, erklärte Luna lächelnd. Hermine war sich nicht sicher, ob sie sich entschuldigen sollte, aber stattdessen schob sie sich hastig noch ein Stück Schokolade in den Mund. Sofort gingen ihre Mundwinkle nach unten.

„Uähhgh… was ist das?“, fragte sie angewidert, während sie versuchte, nicht zu kauen.

„Oh…“, Luna roch besorgt an dem Teller. „Könnte sein, dass ein kleines Stück Paprika-Kartoffel-Schokolade mit dabei war.“ Hermine spuckte die Schokolade in die hohle Hand und einer der Kakaorührer ließ vor Entrüstung seinen Rührstab fallen.

„Tut mir leid“, keuchte Hermine in seine Richtung. „Aber das ist doch wirklich eklig!“, fügte sie hinzu und knüllte die Schokolade in ein Taschentuch. Luna rollte die Augen.

„Nein, das ist künstlerische Freiheit.“ Hermine verzichtete auf ein weiteres Stück Schokolade und bestellte sich einen Kakao bei den Rührern, die eher halbherzig für sie rührten. Hermine konnte nicht umhin, zu glauben, dass sie bei den kleinen Männern kein Schokoladenstück im Brett sitzen hatte.

„Und jetzt erzähl mir von der Schwangerschaft, von Neville und deinem Leben. Ich war ja die letzten beiden Monate ein furchtbarer Mensch“, entschuldigte sie sich kleinlaut. Aber es stimmte wirklich. Sie hatte sich bei niemandem mehr gemeldet. Sie hatte genug damit zu tun gehabt, sich nicht mit Ron zu Tode zu streiten, aus seiner Wohnung auszuziehen, in ihrer eigene auszuwandern und ihm auf der Arbeit nicht in die Quere zu kommen.

„Ach Unsinn. Hermine, denkst du sobald ich meinen Charles habe, werde ich noch Zeit dafür haben, mich um meine Freundschaften zu kümmern? Ich nehme mal an, dann werde ich Mutter sein. Und wieder hier arbeiten, sobald es geht, natürlich. Ich nehme dir nicht übel, dass du keine Zeit hattest. Sowas passiert eben.“ Auch Luna nippte an ihrem Kakao, aber er schien ihr wirklich nicht zu schmecken. Sie wirkte traurig darüber.

„Du hast schon einen Namen?“, fragte Hermine jetzt.

„Ja, sicher. Ich will doch nicht da liegen und dann heißt mein Sohn für Tage Baby-Boy Lovegood-Longbottom!“, entrüstete sie sich. Hermine grinste in ihren Kakao. Es war schon schlimm genug, dass Luna diesen Doppelnamen gewählt hatte.

„Du könntest ihn auch Louis nenne“, schlug sie scheinheilig vor.

„Louis Lovegood-Longbottom?“, wiederholte Luna und schlug sie leicht in die Seite. „Ha ha, Hermine. Aber… eigentlich ist der Name schön“, fuhr Luna nachdenklich fort.

„Nein, bitte nicht. Wenn dein Sohn dann alt genug ist, um zu sprechen und die ihm erzählst, wer für den Vornamen verantwortlich ist, dann will ich wirklich nicht als schlechter Mensch dastehen!“, lachte sie. Luna musste auch wieder grinsen.

„Du könntest doch niemals ein schlechter Mensch sein“, beteuerte sie ernsthaft.

„Ja? Erzähl das Molly Weasley. Und bitte, erzähl ihr das!“, sagte sie traurig.

„Ist es immer noch schlimm?“

„Na ja, sagen wir so, Molly hatte schon eine ganze Sammlung an Babysocken und Pullovern, an Hosen, an kleinen Mützen und Decken gestrickt, und jetzt… muss sie doch erst auf ihre Tochter warten, die irgendwann ein Baby bekommt, wenn Harry es einrichten kann“, fuhr sie fort.

„Hm… meist du, ich kann ihr ein paar Sachen abkaufen? Ich kann zwar Schokolade rühren, aber stricken kann ich überhaupt nicht“, überlegte Luna laut. Hermine ruckte mit dem Kopf.

„Bestimmt gibt Molly dir die Sachen umsonst.“

„Denkst du, mit Ron wird es nie wieder gut?“ Auch Luna schien eine von den Personen zu sein, die heimlich darauf warteten, dass es ein Ron-Hermine-Revival gab.

„Nein, ich glaube, es sieht nicht gut aus.“ Was sie verschwieg war, dass es absolut unmöglich war, denn es lag an Ron, der sich nicht hatte beherrschen können. Auch wenn er sich dafür entschuldigte, die Sekretariatshexe für eine Nacht beglückt zu haben, machte es das nicht ungeschehen. Hermine konnte darüber nicht hinwegsehen. Sie konnte nicht. Und mittlerweile konnte auch Ron nicht mehr. Und damit war es eben vorbei.

„Tut mir leid, Hermine.“

Ja, ihr tat es auch leid. Aber das sagte sie nicht mehr laut. Sie musste sich irgendwie abfinden. Und Schokolade schien ihr ein guter Ersatz zu sein.

„Ich bin sicher, es wird noch Wochen dauern. Du weißt ja, wie das ist. Diese Heiler haben alle sowieso nicht den blassesten Schimmer von dem Körper einer Frau!“


~*~


Und genau eine Woche später brachte Luna ein bezauberndes kleines Mädchen zur Welt. Und sie bekam den Namen Charlotte-Louise. Hermine hatte es nicht geschafft, Wetten abzuschließen, aber sie hatte es geschafft, Luna zwei Stunden nach der Geburt zu besuchen. Sie hatte zwar geschlafen, aber immerhin hatte sie ihre Karte abgeben, einen glücklichen Neville und das kleine blonde Mädchen begutachten können, was in einem kleinen Glaskasten neben Lunas Bett ebenfalls eingeschlafen war.

Wie aufregend musste es wohl sein, neun Monate gemütlich in einem Pool zu schwimmen, um dann auf einer grauenhaften langen und unbequemen Reise durch ein sprichwörtliches Nadelöhr nach draußen in die kalte Welt gequetscht zu werden?

Neville meinte, es hatte fast achtzehn Stunden gedauert, und das schien auch noch relativ kurz über die Bühne gegangen zu sein. Hermine langweilte sich schon nach zwei Stunden in einem Bett, wenn sie wach war und irgendwie Schmerzen hatte. Aber wahrscheinlich waren diese Schmerzen einfach so betäubend, dass sie einfach sterben würde, überlegte sie ängstlich.

Auf der Arbeit lief alles schleppend und furchtbar. Sie war noch nicht über ihren immer noch verführerischen Vor-Ron-Verstecken-Tanz hinausgewachsen, deswegen saß sie die meiste Zeit an ihrem Schreibtisch, wagte nicht Mittagessen zu gehen und ließ nicht einmal mehr Harry länger als fünfzehn Minuten in ihr Büro.

Anscheinend hatte Ron auch Probleme, alles zu überwinden, denn wenn sie Harry richtig verstanden hatte, brachte Ron keinen gerade Zauber mehr zu Stande. Er konnte nicht einmal mehr seine Schuhe zuhexen, wenn er es musste.
Und für einen Auror gab es wohl nichts Schlimmeres, als nicht mehr zaubern zu können.

Sie konnte sich dafür jetzt nicht wirklich schlecht fühlen. Sie freute sich fast, dass es Ron auch schlecht ging. Sie schaffte wenigstens ihre Arbeit. Aber ihr restliches Leben litt unter den Schmerzen, die es verursachte, abends nicht mehr bei Molly essen zu können, denn dieses Privileg hatte Ron bekommen. Ihr kam es sowieso so vor, als wäre Ron viel besser bei dieser Sache weggekommen, obwohl er derjenige war, der Mist gebaut hatte.

Es war ungerecht und sie wollte ihre Familie Weasley eigentlich für sich haben. Aber sie hatte Molly nicht erzählt, weswegen alles in die Brüche gegangen war. Sie wollte paradoxerweise nicht, dass seine Mutter ihn mehr hassen würde als sie es tat.

Vielleicht war das der Fehler aller Exfreundinnen. Vielleicht sollten alle Exfreundinnen zu den Müttern ihrer Exfreunde gehen und denen erst mal erzählen, wie schlecht ihr Sohn wirklich war!

Exfreundin… sie war jetzt also eine Exfreundin.

Sie wusste genau, was sie wollte. Sie wollte Schokolade. Viel davon. Und es würde nicht schaden, Lunas Laden weiter in Betrieb zu halten, während sie sich von ihrer Geburt erholte und ihre kleine Familie genoss.

Sobald sie auf der Arbeit ihren Vor-Ron-Verstecken-Tanz beendet hätte, würde sie rüber in die Winkelgasse gehen und zu Lunas Laden tanzen. Versteckterweise, natürlich. Wer wusste schon, wo Ron sich gerade aufhielt….
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